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#1

Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam "Die Menschwerdung des Sohnes

in Hochfeste Christi 18.06.2014 22:35
von blasius (gelöscht)
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Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam


"Die Menschwerdung des Sohnes ist das große Ereignis in der Geschichte Gottes mit den Menschen. Mit dem irdischen Leben Jesu ist die Menschwerdung aber noch nicht an ihr Ziel und Ende gekommen. Sie setzt sich fort in den Sakramenten. In der Eucharistie ist Christus für uns zum Brot des Lebens geworden. Er ruft uns zum heiligen Mahl, zum Fest der offenbar gewordenen Liebe... Nimm und iss! Du sollst leben." (aus dem Schott)

Im deutschen Sprachraum hat sich für das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ der Ausdruck „Fronleichnam“ erhalten, der ins Neuhochdeutsche übersetzt einfach „Herrenleib“ bedeutet. Wie das wenige Tage vorher gefeierte Dreifaltigkeitsfest, so wurde auch dieser Feiertag erst im Spätmittelalter in den römischen Kalender aufgenommen. Der Donnerstag nach der Pfingstoktav sollte als erster möglicher Termin außerhalb des Osterfestkreises in Anlehnung an den Gründonnerstag als eigens Fest zu Ehren des hl. Leibes und Blutes Christi gefeiert werden.

Zahlreiche Texte des Stundengebets und der Eucharistiefeier hat wohl der hl. Thomas von Aquin verfasst. Der große Dominikanertheologe meditiert in ihnen über das Geheimnis der Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein. Die menschlichen Sinne sind überfordert, wenn sie in diesen bescheidenen Nahrungsmitteln die verborgene Wirklichkeit erkennen sollen, die in ihnen enthalten ist. Immer wieder haben sich deshalb die Gelehrten darüber gestritten, wie die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu erklären sei.

Aller Gelehrsamkeit zum Trotz entzieht sich die sakramentale Gegenwart des Herrn in seinem Fleisch und seinem Blut den theologischen Begrifflichkeiten, da selbst ein so bedeutungsschweres Fachwort wie die Transsubstantiation nur ungenügend umschreiben kann, welches Geschenk den Gläubigen im Geheimnis der eucharistischen Gaben gemacht wird. Die Substanz geht über in eine andere, aus Brot und Wein werden Fleisch und Blut Christi, obwohl die äußeren Gestalten erhalten bleiben.

Die in der Eucharistiefeier im Namen der Kirche dargebrachten Gaben werden gewandelt und Christus schenkt sich der Gemeinde in seinem verklärten und verherrlichten Leib. Die Eucharistiefeier bildet den Kern und den Höhepunkt des Gottesdienstes der Kirche. Das tägliche Stundengebet findet im Opfermahl seine immer neue Erfüllung. In Leiden, Sterben, Auferstehung und Verherrlichung Jesu Christi, die in der Eucharistiefeier geheimnisvoll Wirklichkeit werden, erfüllen sich nämlich die Verheißungen der alttestamentlichen Schriften.

Deshalb legt ein Antwortgesang des Nachtgottesdienstes am Fronleichnamsfest Christus die Worte in den Mund: „Esst, Freunde, trinkt und werdet satt, meine Lieben. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank.“ Das ist einer der Gründe, warum sich die Kirche immer wieder zu mehr als nur einem einfachen Gedächtnismahl versammelt: Christus selbst ist es, der sie an seine Festtafel ruft und sich ihr ganz schenkt.



http://evangeliumtagfuertag.org/M/DE/

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#2

RE: Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam "Die Menschwerdung des Sohnes

in Hochfeste Christi 19.06.2014 01:34
von Aquila • 5.163 Beiträge

Der hl. Pierre-Julien Eymard über das Fronleichnamsfest:
-

"Dieses Fest ist das ehrenvollste für Unseren Herrn;
es ist aber außerdem das liebenswerteste für uns.
Wir waren bei den anderen Geheimnissen, die gefeiert werden, nicht dabei;
wir haben Freude daran, weil diese Gedächtnisse Gott Ehre bereiten,
und auch wegen der Gnaden, die uns daraus fließen.
Hier jedoch nehmen wir am aktuellen Geheimnis teil. (...)
Auch für die Kirche ist Fronleichnam ihr großes Fest.
Sie hätte sich scheinbar mit dem Gründonnerstag,
dem Jahrestag der Einsetzung der Eucharistie, zufrieden geben können.
Aber dieses Fest ist wegen des Gedankens an das Leiden und den Tod Jesu,
der in der Karwoche vorherrscht, nicht freudig genug.
Am Gründonnerstag begeht die Kirche das Gedächtnis des eucharistischen Geheimnisses,
sie betet es im Schweigen der Ruhealtäre an, sie feiert es nicht mit vollem Glanz.
Es war auch angebracht, dieses Fest auf die Zeit nach Christi Himmelfahrt zu verlegen,
um der Wohltat der wirklichen Gegenwart Jesu Christi
trotz seines Wegganges in den Himmel größere Bedeutung beizumessen;
es wurde sogar auf die Zeit nach Pfingsten verlegt,
damit wir nach dem Beispiel der Apostel, die mit den Gnaden
und der Freude des Hl. Geistes erfüllt wurden,
das Geheimnis der Eucharistie besser verstehen und feiern können.
Zu Pfingsten ging die Kirche aus ihrer Wiege hervor
und trat sofort ihr öffentliches und aktives Leben an;
nach diesem Fest kann sie also ihren göttlichen Bräutigam,
der in ihr lebt, glanzvoll feiern
."

-

Der hl. Thomas v. Aquin
hat ein wundervolles Lob auf das allerheiligste Altarsakrament geschrieben.
Gleichzeitig eine tiefe und klare
Darlegung der Lehre der Heiligen Mutter Kirche über
das allerheiligste Altarsakrament:

-

Deinem Heiland, deinem Lehrer,
deinem Hirten und Ernährer,
Sion, stimm ein Loblied an!

Preis nach Kräften seine Würde,
da kein Lobspruch,
keine Zierde seinem Ruhm genügen kann.

Dieses Brot sollst du erheben,
welches lebt und gibt das Leben,
das man heut‘ den Christen weist.

Dieses Brot,
mit dem im Saale Christus bei dem Abendmahle die zwölf Jünger hat gespeist.

Laut soll unser Lob erschallen und das Herz in Freude wallen,
denn der Tag hat sich genaht,

Da der Herr zum Tisch der Gnaden uns zum ersten Mal geladen
und dies Mahl gestiftet hat.

Neuer König, neue Zeiten,
neue Ostern, neue Freuden, neues Opfer allzumal!

Vor der Wahrheit muss das Zeichen,
vor dem Licht der Schatten weichen,
hell erglänzt des Tages Strahl.

Was von Christus dort geschehen, sollen wir fortan begehen,
seiner eingedenk zu sein.

Treu dem heiligen Befehle wandeln wir zum Heil der Seele
in sein Opfer Brot und Wein.


Doch wie uns der Glaube kündet,
der Gestalten Wesen schwindet,
Fleisch und Blut wird Brot und Wein
.

Was das Auge nicht kann sehen,
der Verstand nicht kann verstehen,
sieht der feste Glaube ein
.


Unter beiderlei Gestalten
hohe Dinge sind enthalten,
in den Zeichen tief verhüllt.


Blut ist Trank, und Fleisch ist Speise,
doch der Herr bleibt gleicherweise
ungeteilt in beider Bild
.


Einer kommt, und tausend kommen,
doch so viele ihn genommen,
er bleibt immer, der er war.

Gute kommen, Böse kommen,
alle haben ihn genommen,
die zum Leben, die zum Tod.

Bösen wird er Tod und Hölle,
Guten ihres Lebens Quelle,
wie verschieden wirkt dies Brot!

Wird die Hostie auch gespalten,
zweifle nicht an Gottes Walten,
dass die Teile das enthalten,
was das ganze Brot enthält.


Niemals kann das Wesen weichen,
teilen lässt sich nur das Zeichen,
Sach‘ und Wesen sind die gleichen,
beide bleiben unentstellt.

Seht das Brot, die Engelspeise!
Auf des Lebens Pilgerreise nehmt es nach der Kinder Weise,
nicht den Hunden werft es hin!

Lang im Bild war‘s vorbereitet:
Isaak, der zum Opfer schreitet;
Osterlamm, zum Mahl bereitet;
Manna nach der Väter Sinn.

Guter Hirt, du wahre Speise,
Jesus, gnädig dich erweise!
Nähre uns auf deinen Auen,
lass uns deine Wonnen schauen
in des Lebens ewigem Reich!

Du, der alles weiß und leitet,
uns im Tal des Todes weidet,
lass an deinem Tisch uns weilen,
deine Herrlichkeit uns teilen.
Deinen Seligen mach uns gleich!

-

Siehe bitte auch:

Hochfest Fronleichnam

-

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