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Das Loretokirchlein in Burgau Schwaben - Gnadenorte unserer himmlischen Himmelskönigin

in Schon gewusst ? 31.03.2020 10:19
von Blasius • 2.905 Beiträge


Unsere Liebe Frau, die Gottesmutter Maria, sitzt, umringt von vielen Heiligen, in der Mitte, ihren Sohn Jesus auf dem Schoß, eine Lilie in der linken Hand; unter ihr ist das Häuschen zu sehen, daß von Engeln zum Gnadenort Loreto getragen wird

Das Loretokirchlein in Burgau in Schwaben

Der Hügel, auf welchem das Schloss ruht, wird vom Volk der Schlossberg geheißen; hier stand ehedem die Veste der Ritter und Markgrafen von Burgau. Neben dem Schlossberg erhebt sich aber in gleicher Richtung der Loretoberg, vom Volk auch Ritterberg geheißen, auf welchem ein kleines Kirchlein steht, das gar anmutig und einladend auf die blühenden Fluren des Mindeltales herab schaut und das sein Entstehen der nachfolgenden Volkssage verdankt.

„In Friede und christlicher Eintracht mit ihrem Gatten lebte Agnes, eine fromme Rittersfrau von Burgau auf ihrem Schloss daselbst, als unerwartet auf höheren Befehl ihr Gatte an den kaiserlichen Hof gerufen wurde. Trübe Ahnungen erfüllten ihr Herz, wie dies bei gefühlvollen Seelen gar gerne zu geschehen pflegt, welche Ahnungen leider nur zu bald traurige Wahrheit geworden. Mit Hilfe eines Verräters drangen die Feinde ihres Gemahls bei finsterer Nacht in die Burg, und dort, wo noch kurz vorher Friede und Ruhe geherrscht, ertönten jetzt plötzlich das Geschrei der Feinde, das Geklirre der Waffen und das Weherufen und Seufzen der Sterbenden.

Die fromme Agnes befiel eine Ohnmacht und als sie aus derselben erwachte, lag sie in einem finsteren Kerker auf dem heutigen Loretoberg, wohin sie die Feinde ihres Gemahls geworfen hatten. Nachdem sie sich in dieser Verlassenheit durch Gebet und Ergebung in Gottes heiligen Willen selbst so viel als möglich getröstet, bat sie den Kerkermeister nur um ein Bildnis der gebenedeiten Gottesmutter, zu der sie immer eine kindliche Verehrung und Andacht getragen. Der rohe Mann gab ihr statt dessen ein Holzscheit mit der trotzigen Bemerkung, sie möge sich selbst ein solches machen. Agnes, ausgerüstet mit einem so festen Glauben, wie ihn der Heiland verlangt, hielt dieses gerade nicht für eine Unmöglichkeit, weshalb sie ein Messer verlangte. Spöttisch reichte man ihr ein altes rostiges Messer mit dem Bedeuten, wenn sie mit diesem Instrument ein Muttergottes-Bild zuwege bringe, werde ihr die Freiheit geschenkt werden.“

Agnes ging hurtig ans Werk, sah aber bald ein, daß ihr Bemühen ein fruchtloses sei und ermattet schlief sie endlich ein. Da erfüllte plötzlich ein himmlischer Glanz das finstere Gefängnis und sie erblickte die göttliche Mutter vor sich stehen, welche sie gar freundlich also anredete: „Dein großes Vertrauen, das du immer zu mir getragen, will ich nicht länger unbelohnt lassen. Hier sind drei Bildnisse von mir. Baue über deinem Gefängnis ein Kirchlein und stelle eines davon zur Verehrung der Gläubigen auf. Ein anderes aber sende zur Verehrung nach Rom und das dritte nach Paris. Vertraue auch fernerhin meinem mütterlichen Schutz.“

Als die Feinde am Morgen kamen, um mit ihr wegen des Muttergottes-Bildes, das sie aus einem Holzscheit mit einem verrosteten Messer hätte fertigen sollen, Gespött zu treiben, zeigte ihnen die Burggräfin, wundersam gestärkt durch die himmlische Erscheinung, die drei Bilder, welche sie beim Erwachen neben sich gefunden hatte. Schauder und Entsetzen ergriff nun plötzlich die Bösewichte und voll Achtung und Ehrfurcht führten sie nun Agnes in die Burggemächer, die sie früher bewohnt hatte, zurück.

Bei der erstbesten Gelegenheit suchte sie nun zu entfliehen. Sie war schon bis zum Dorf Rösingen gekommen, als sie vermißt und sogleich von ihren feinden verfolgt wurde. Aber siehe, da legte sich zum Schutz der frommen Gottesdienerin abermals der Himmel ins Mittel, denn es entstand plötzlich bei heiterem Himmel ein Gewitter, begleitet von einem so furchtbaren Schneegestöber (mitten im Augustmonat), daß alle weitere Verfolgung eine Unmöglichkeit war. Auf diese Weise kam Agnes in Sicherheit, bis ihr Gemahl wieder zurück kehrte, die Burg eroberte und im Triumph an ihrer Seite in dieselbe einzog. Agnes säumte nun nicht, an der Stelle ihres traurigen Gefängnisses eine Kapelle erbauen zu lassen und in derselben das wunderbar erhaltene Muttergottes-Bild zur Ehre und zur Verherrlichung Mariens aufzustellen.

Das gegenwärtige Kirchlein wurde im Jahre 1692 von den Bürgern Burgau`s nach dem Maße des Hauses von Nazareth, wie solches in der Stadt Loreto in Italien noch heutzutage steht, erbaut. – Über dem einfachen aber niedlichen Altärchen befindet sich das schwarz-braune Muttergottes-Bild und ist nach der im vorigen Jahrhundert aufgekommenen Mode gekleidet. Verschieden Votiv-Geschenke zieren die Wände außerhalb eines eisernen Gitters, welche von der Verehrung und Andacht der Gläubigen herrühren, die von Nahe und Ferne hierher kommen, den Berg besteigen und zugleich die Leidens-Stationen betrachten und abbeten, welche den Berg hinan angebracht sind. Lieblich ist das Bild des im Grabe ruhenden Erlösers zu schauen, und sinnvoll der Vers, der oben mit goldenen Buchstaben auf blauem Grund aufgetragen zu lesen:

Komm herbei, bedrängter Sünder,
Komm herbei zur stillen Gruft,
Wo der Sünde Überwinder
Liebvoll zur Buß` dich ruft.
Wirf dich hin zu seinen Füßen,
Klopfe an dein schuldig herz,
Laß der Reue Tränen fließen,
Weine aus den stummen Schmerz;
Der auf Golgatha gelitten
Kreuzestod und Pein und Qual,
Hat gesiegt und dir erstritten
Sühne für die Sünden-Zahl

aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 855 – Sp. 857

https://katholischglauben.info/das-loret...urgau-schwaben/


Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 31.03.2020 10:19 | nach oben springen


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