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#1

ZUM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 14.08.2017 21:43
von Blasius • 1.824 Beiträge

ZUM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL



Entschlafung Mariens (16 Jh.) Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Engen


Das Fest hat eine lange Geschichte. Bereits im 5. und 6. Jahrhundert feiert man im Osten, besonders in Jerusalem die "Entschlafung" ("dormitio") der Gottesgebärerin. Hinter dem Fest stand die gläubige Überzeugung, dass Maria gestorben sei (wie jeder Mensch), dass sie aber "von den Banden des Todes nicht gehalten wurde". In der römischen Liturgie findet sich die Feier der Aufnahme Mariens in den Himmel im 7. Jahrhundert, wobei zunehmend stärker ihre Aufnahme in den Himmel in den Blick genommen wird.
Zur Geschichte des Festes
Seit dem hohen Mittelalter haben viele Kathedralen und viele Kirchen (so auch das Freiburger Münster Unserer Lieben Frau) dieses Fest als Patronatsfest. An vielen Wallfahrtsorten ist der 15. August einer der Hauptwallfahrtstage. In zahlreichen katholischen Ländern ist der 15. August auch staatlicher Feiertag und ein volkstümliches Fest. Das Hochfest ist liturgisch (u. a. mit einer eigenen Vorabendmesse) reich ausgestaltet. Es lohnt sich, die liturgischen Texte zur Vertiefung zu meditieren, das sie vielleicht besser als trockene Aussagen das Festgeheimnis spiegeln.

Inhalt des Festgeheimnisses



Aufnahme Mariens in den Himmel Deckengemälde der Kirche Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel, Meersburg


Der Festinhalt gehört verbindlich zum Glauben der katholischen Kirche. Die Aussagen sowohl des Dogmas (1950) als auch des Festes begnügen sich nicht damit, dass Maria wie jeder andere erlöste Mensch an der Herrlichkeit Gottes personal Anteil erhält bei der Auferstehung der Toten. Über sie, die so einzigartig mit ihrem Sohn, Jesus Christus verbunden war, wird mehr gesagt und Größeres gefeiert: Als einziger Mensch (nach Christus) nimmt sie schon jetzt mit Seele und Leib an der himmlischen Herrlichkeit teil. Dabei ist allerdings der volkstümliche Name "Mariä Himmelfahrt" irreführend; er sollte konsequent durch die dogmatisch und liturgisch korrekte Festbezeichnung "Mariä Aufnahme in den Himmel" ersetzt werden: Maria ist nicht aus eigener Kraft, sondern nur kraft der Gottheit ihres Sohnes in die Herrlichkeit aufgenommen worden. Jesus Christus, der leibhaftig auferstanden und seine Menschheit mit in seine Auferstehung und in den Himmel hinein genommen hat, gibt seiner Mutter in einzigartiger Weise schon jetzt Anteil an dieser Wirklichkeit.

Spirituelle Bedeutung

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel kann in mehrere Richtungen spirituelle Impulse und Anregungen für das praktische Leben geben:

Die Wirklichkeit der Auferstehung Christi wird dadurch bekräftigt, dass der Glaube der Kirche festhält, dass die leibhaftige Auferstehung für alle bestimmt ist, die an Christus glauben und ihm nachfolgen. Ostern geht weiter. Man könnte sagen: Zuerst Christus, dann Maria und dann alle, die zu Christus gehören. Das Fest impliziert Hoffnung.

Maria darf "jetzt schon" beim Herrn sein. Wer beim Herrn ist, hat Anteil an seinem Leben. Maria ist also nicht Vergangenheit, sondern in Gott lebendige Gegenwart. Als solche kann sie für uns eintreten und dem Volk Gottes auf seinem Weg beistehen. Wir können mit ihr im Kontakt sein. Der Himmel ist nicht nur "ewige Ruhe", sondern viel mehr Leben in Fülle. Das Fest impliziert Nähe zu Maria, die eine von uns in der Nähe Gottes ist.

Die Aufnahme Mariens "mit Leib und Seele" in den Himmel impliziert wichtige anthropologische Aussagen: Der Leib des Menschen, der Frau wie des Mannes, ist zur Teilnahme an der Herrlichkeit des Himmels bestimmt. Das widerspricht jeglicher Leib- und Frauenfeindlichkeit in Namen des Christentums. Der Leib ist Tempel Gottes und zur Teilnahme an Gottes Herrlichkeit bestimmt. Der Leib ist also nicht nur Objekt und "ein irdisch Ding". Das Fest impliziert Freude am Menschen und seiner Leiblichkeit.
Am Fest der Aufnahme Mariens werden Heilkräuter gesegnet. Maria ist "die schönste Blume" dieser Erde und im Reiche Gottes. Alle Geschöpfe werden transparent auf Gott hin. Das Fest impliziert die "Sakramentalität" der Dinge und Schöpfungsfreude.


Dr. Rainer Birkenmaier
Fotos: Michael Büchner

http://erzbistum-freiburg.de/html/zum_ho...den_himmel.html


zuletzt bearbeitet 14.08.2017 21:44 | nach oben springen

#2

RE: ZUM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 14.08.2017 21:54
von Blasius • 1.824 Beiträge

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ZUM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL

Auszug:

Die Aufnahme Mariens "mit Leib und Seele" in den Himmel impliziert
wichtige anthropologische Aussagen:
Der Leib des Menschen, der Frau wie des Mannes,
ist zur Teilnahme an der Herrlichkeit des Himmels bestimmt.


1.Kor. 6,19

Unzucht und christliche Freiheit


12 «Alles ist mir erlaubt» - aber nicht alles nützt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.5

13 Die Speisen sind für den Bauch da und der Bauch für die Speisen; Gott wird beide vernichten. Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib.

14 Gott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.

15 Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Darf ich nun die Glieder Christi nehmen und zu Gliedern einer Dirne machen? Auf keinen Fall!

16 Oder wisst ihr nicht: Wer sich an eine Dirne bindet, ist ein Leib mit ihr? Denn es heißt: Die zwei werden ein Fleisch sein.

17 Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm.

18 Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. 1

9 Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst;

20 denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!6

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift


zuletzt bearbeitet 14.08.2017 22:01 | nach oben springen

#3

RE: ZUM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 14.08.2018 18:20
von Blasius • 1.824 Beiträge

MEDITATION ZUM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL

In der Gemeinschaft der Menschen



Hans Baldung Grien Krönung Mariens im Himmel (1512-16) Hochaltarbild des Freiburger Münsters
Quelle: Erzdiözese Freiburg

Das erste Lied im Evangelium nach Lukas, das Magnificat (Lk1, 46-55), ist dem Innersten Marias abgelauscht. Dieses Lied kann zuerst als Schöpfungslied gehört werden. Es ermutigt jeden Menschen, so zu singen wie Maria singt:
Maria findet über der Freude in ihrem Innersten zum Lob Gottes: Der große Gott tut Großes an mir. Er gibt mir meine Größe, meine Bedeutung. Meine Leben, mein Eigenstes und Innerstes findet Raum in ihm. In seiner Größe entfalte ich, was ich selber im tiefsten bin.
So rühme ich meinen Gott.
So bin ich demütig vor ihm und mit seiner Größe vertraut.

So sehr hier Maria als einzelne Person vor Gott zur Geltung kommt und sich individuell zur Geltung bringt, so sehr sind alle einbezogen: Alle freuen sich an meinem Glück. Und alle sehen in mir, was jeder und jedem einzigartig eröffnet ist:
Alle, die Gott fürchten,
alle, die sich seine Zuwendung gefallen lassen,
sind in ihr erhöht.
Die Arroganz der Gewalt wird an ihr zerbrechen.
Die Angst kann sich bekehren zum Vertrauen.


In der Gemeinschaft der Kirche


Auf diesem Weg finden Israel und die Kirche in Jesus Christus die Mensch gewordene Liebe Gottes – an der Seite eines jeden Menschen.

Diese Menschwerdung der Liebe sich dem Ja-Wort Marias und Josefs anvertraut.
Das Ja Marias dient dem Reich Gottes –
so wie es aufgeht im Namen Jesu –
"wie im Himmel so auf Erden".

Und wieder intoniert Maria , was alle auf den Namen Jesu Getauften bekennen dürfen: Gottes Wort sucht uns, sucht mich und kommt zum Ziel, wenn an seinem Wort meine Antwort wächst, wenn sein Wort in mir und aus mir von neuem zur Welt kommt. (Lk 1, 26-38)

Unter dem Kreuz

Maria gehört zur den Frauen, die die Liebe Jesu bis in die Passion begleiten. Die Frauen kommen irgendwie mit, wenn er die Nacht der verlorenen Liebe auf sich nimmt, damit die Güter des Lebens zu allen gelangen, die hungern, und damit die Todeszellen der Gewalt und der Angst sich zur Liebe hin öffnen können.

Maria gehört zu den Frauen, die der Auferstandene seine zu Gott erhöhte und in Gott verewigte Liebe zuerst erfahren lässt
Aufgenommen in den Himmel

Quelle: Erzdiözese Freiburg



Detail des Hochaltarbildes: Die Erdkugel in der Hand Christi
Quelle: Erzdiözese Freiburg

"Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen." (Joh 12,32)
Die Kirche hat dieses Wort Jesu immer auch und zuerst auf Maria bezogen. Der Weg ihrer Liebe ist durch die Auferstehung Jesu Christi in Gott vollendet und verewigt. Wenn Gott und seine Schöpfung zu ewiger Gemeinschaft verbunden sind, dann ist Maria zuerst dabei.

Im zentralen Bild des Hochaltars im Freiburger Münster hält Jesus Christus, der Auferstandene, die Erde behutsam auf seinem Schoß. Auf dieser Erde spiegelt sich die Gestalt der in den Himmel aufgenommenen und im Himmel gekrönten Maria. Wieder ist Maria Hoffnungsbild für alle. Jede und jeder darf für sich und seine Liebe das Gericht und den Glanz der Ewigkeit erhoffen.

Diese Hoffnung lässt uns noch in Nacht und Todesschatten aufstehen und Wege des Friedens gehen: damit jeder Mensch und mit uns jedes Geschöpf sich geliebt - angenommen - aufgenommen weiß.


Domkapitular Dr. Eugen Maier

Quelle:
https://www.ebfr.de/html/meditation_zum_...immel.html?&;


zuletzt bearbeitet 14.08.2018 18:40 | nach oben springen

#4

RE: ZUM HOCHFEST DER AUFNAHME MARIENS IN DEN HIMMEL

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 14.08.2018 20:30
von Blasius • 1.824 Beiträge



Hochfest: Aufnahme Mariens in den Himmel


Als Dogma verkündet wurde es (erst) 1950 – doch dass Maria Mit Leib und Seele
in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde, ist schon seit alters her
eine grundlegende Überzeugung der Christen.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Zum Fest wurde sie zuerst in der Ostkirche, nach dem Konzil von Ephesus im 5. Jahrhundert;
die Westkirche übernahm ab dem 7. Jahrhundert.

Wurzel des Festes ist das Nachdenken der Kirche über die genaue Rolle Mariens in der Heilsgeschichte Gottes mit uns. Letztlich wird hier die enge Verbindung Mariens zu ihrem Sohn ausbuchstabiert: Maria, der erste erlöste Mensch… und damit auch Urbild der Kirche.
Was wir für uns dereinst erhoffen, ist an ihr schon Wirklichkeit geworden.

Und noch etwas ist wichtig an diesem Fest. Es zeigt uns nämlich die Einheit von kirchlicher Lehre und christlichem Beten. Was die Christen mehr als tausend Jahre lang gefeiert haben, wurde auch in das kirchliche Lehrgebäude hineingeholt.

Der Mensch soll mit Leib und Seele der Vernichtung entgehen

Pius XII. verkündete fünf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg feierlich „als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass … Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde“. Die Theologin Barbara Hallensleben liest das Dogma im „historischen Kontext“ seiner Proklamierung. „Während des Kriegs war die Würde des Menschen, auch seines Leibes, Millionen Mal mit Füßen getreten worden. Nach Kriegsende will nun das Dogma eine Perspektive der Hoffnung geben, die den geschlossenen Horizont der zu weiten Teilen totalitär gewordenen Welt übersteigt. Es unterstreicht, dass der ganze Mensch, Leib und Seele, dazu gerufen ist, der Vernichtung zu entgehen und am Leben Gottes teilzuhaben. In diesem Sinn nimmt also das Dogma von 1950 den Tod besonders ernst, bleibt dabei aber nicht stehen.“

In Jerusalem, aber auch in Ephesus in der heutigen Türkei gibt es eine „Dormitio“-Kirche über einem Ort, an dem Maria gestorben sein soll. Die Ephesustradition gründet auf apokryphen Darstellungen – und auf den Visionen der Dülmener Seherin Anna Katharina Emmerick. Die Jerusalemer „Dormitio“ ist eine bekannte Benediktinerabtei auf dem Zionsberg.

Jesus und die Apostel am Totenbett

Für orthodoxe Christen ist der „Heimgang Mariens“ das wichtigste ihrer Marienfeste:
Es schließt im byzantinischen Ritus das liturgische Jahr ab.

In der ostkirchlichen Tradition gehen dem Fest vierzehn strenge Fasttage voraus.

Die Kunst hat den Tod und die Himmelfahrt Mariens oft dargestellt. Besonders berührend sind Bilder, die Maria auf dem Totenbett von den Aposteln umgeben zeigen. Mitten unter den Aposteln steht auf diesen Darstellungen Jesus und hält eine kleine, weiß umwickelte Marienfigur in der Hand - die Seele seiner Mutter...

(vatican news
https://www.vaticannews.va/de/welt/news/...-15-august.html

Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 14.08.2018 20:33 | nach oben springen


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