Es gibt wirklich nichts, was sich die Feinde der Kirche Gottes gegen sie ausdenken würden. Selbst Dinge, die in der Kirche gut und vorbildlich sind, greifen sie an, einfach nur, weil sie katholisch sind, wie z.B. der Zölibat. Der Zölibat sei unbiblisch, wenden die Protestanten ein und verweisen auf 1 Tim. 3,2:
„Der Bischof soll … eines einzigen Weibes Mann (sein) ...“
Warum sie dann nicht Jesus Christus, den Herrn, für sein zölibatäres Leben angreifen, bleibt offen; denn als Apostel des Vaters war Jesus selbst Bischof, und Er ist es nach wie vor:
„Denn ihr waret wie irrende Schafe, jetzt aber seid ihr hingewendet zum Hirten und Bischof eurer Seelen (Christus).“ (1 Petr. 2,25)
Christus, der Hirt und Bischof (unserer Seelen), lebte im Zölibat. Paulus schreibt nun im zweiten Korintherbrief, dass die Bischöfe der Kirche Stellvertreter Christi auf Erden sind:
„So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2 Kor. 5,20)
Das bedeutet: Da die Bischöfe in der Kirche an Christi Statt eingesetzt sind, Ihn also stellvertreten, um über die Seelen zu wachen, so ist es auch logisch, dass sie wie der erste und ewige Bischof, Jesus Christus, zölibatär leben müssen. Würde es anders sein, so wären sie keine Stellvertreter Christi auf Erden, und wenn sie keine Stellvertreter Christi auf Erden wären, so würde die Bibel lügen, die die Bischöfe bzw. die Apostel als Stellvertreter Christi bezeugt. So also zeigt uns die Bibel zwischen ihren Zeilen, dass der Zölibat in der Kirche von Beginn an eingeführt war, und nicht erst Jahrhunderte später erfunden wurde.
Jetzt stellt sich vielleicht der eine oder andere die Frage, warum Paulus an Timotheus, der selbst Bischof war, schreibt, der Bischof sei eines einziges Weibes Mann. Widerspricht das nicht dem, was wir in der Bibel zwischen den Zeilen entdeckt haben? Sicherlich, wenn wir die Bibel oberflächlich lesen und die historischen Hintergründe nicht beachten, wie die Protestanten! Nicht aber, wenn wir 1 Tim. 3,2 genau lesen und die historischen Hintergründe beachten!
In 1 Tim. 3,2 schreibt Paulus nicht: „Ein Bischof soll verheiratet sein!“, sondern: „Ein Bischof soll eines einziges Weibes Mann sein!“ Das ist ein Unterschied! Die Betonung liegt in: „eines einzigen Weibes“! Worauf wollte Paulus also hinaus? Er schrieb seinen ersten Brief an Timotheus noch in der ersten Generation der Kirche, in der es kaum zölibär lebende christliche Männer gab. Die christlichen Männer waren in der Regel allesamt Bekehrte; sie kamen fast alle verheiratet in die Kirche. So konnten in der ersten Generation der Kirche, zur Zeit der Apostel also, zwangsläufig nur verheiratete Männer Bischöfe werden, da eine Scheidung ausgeschlossen war. Unter den Bekehrten Männern gab es nun auch solche, die in der Polygamie lebten, also mehrere Frauen hatten, die sie bei ihrer Berkehrung behielten. Und hier setzt nun Paulus an, indem er fordert, dass unter den christlichen Männern, die fast alle verheiratet waren, nur solche Bischöfe werden durften, die nicht in der Polygamie lebten, sondern mit nur einer einzigen Frau verheiratet waren. Paulus wendet sich also nicht gegen den Zölibat, sondern gegen die Polygamie!
Seit der Gründung der Kirche am Pfingsttag orientiert sich diese grundsätzlich an ihrem größten Vorbild, Jesus Christus, dem ersten und ewigen Bischof, der um des Himmelreiches willen zölibatär lebte. Der Maßstab für die Kirche ist also nicht die Welt, sondern Christus in allem! Und Christus selbst ist es, der seine Kirche so baut, wie ER das für richtig hält, und nicht so, wie Weltgesinnte das für richtig halten. Als Nachfolger und Stellvertreter Christi haben die Bischöfe und Priester folglich wie Christus zu leben: zölibatär!