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1. März 2020 - Der unerschütterliche Fels im Sturm Der heilige Papst Felix II (regierte von 483-492)

in Unsere Fürsprecher 01.03.2020 07:27
von Blasius • 3.020 Beiträge



Der heilige Papst Felix II, ein geborener Römer, nimmt einen hervorragenden Platz ein.

Er ward am 13. März des Jahres 483, also drei Tage nach dem Tod seines Vorgängers Simplicius gewählt und zeichnete sich besonders dadurch aus, daß er für die Unabhängigkeit der Kirche, die Reinheit der Lehre und die Aufrechterhaltung der Kirchenzucht bemüht war. Die Regierung dieses Papstes fiel in eine höchst unruhige Zeit in Kirche und Staat. Wir haben bei Papst Simplicius erzählt, daß die weltlichen Fürsten anfingen, auch in die Papstwahl sich einzumischen. Schon König Odoaker wollte als der Gebieter Roms durch einen Stellvertreter seinen Einfluß ausüben. Die römische Geistlichkeit widersetzte sich aber dieser weltlichen Einmischung, so daß auch Papst Felix II. nach der bisherigen Ordnung nur von den Geistlichen und dem Volk gewählt wurde.

Wir haben schon öfter von den grausamen Vandalen gesprochen, die unter ihrem Führer Genserich nach Afrika gekommen waren. Nach und nach wurde die ganze Nordküste dieses Landes erobert und schonungslos ausgeraubt. Die Katholiken wurden dort grausam unterdrückt und mißhandelt. Fast noch grausamer als Genserich wütete sein Sohn Hunerich namentlich im letzten Jahr seiner Regierung. Er ließ zu Karthago im Jahre 484 ein Religionsgespräch zwischen den Katholiken und Irrlehrern abhalten und verbannte am Schluß desselben alle katholischen Bischöfe. Viele von diesen starben infolge der Mißhandlungen, viele wurden verstümmelt. Zahllose Märtyrer vergossen in dieser Verfolgung ihr Blut.

Der edle, für das Wohl der Kirche väterlich besorgte Papst kannte den traurigen Zustand der Kirche des Morgenlandes, in dem noch immer die Irrlehre ihr Unwesen trieb. Zu säumen war nicht, denn jede Zögerung ließ eine Verschlimmerung des Übels befürchten. Der Papst machte in Briefen sowohl dem Kaiser als dem Patriarchen von Konstantinopel Vorstellungen , aber vergeblich. Der besorgte Statthalter Christi hielt darum eine Kirchenversammlung in Rom. Auf derselben wurde beschlossen, zwei Bischöfe, Vitalis und Wisenus, mit päpstlichen Schreiben nach Konstantinopel zu schicken. In denselben bat der Papst den Kaiser und den Patriarchen beim Heil ihrer Seele, doch keinen Irrlehrer auf dem Patriarchenstuhl zu dulden.

Doch als die päpstlichen Gesandten von Griechenland aus nach Konstantinopel kamen, wurden sie von kaiserlichen Soldaten überfallen, ihrer Briefe beraubt und in die Verbannung abgeführt. Hier drohte man ihnen mit dem Tod, wofern sie sich weigerten, sich mit den Irrlehrern zu vereinigen. Diese Drohungen, hartes Gefängnis und großen Geldversprechungen, hatten gar bald selbst die päpstlichen Gesandten umgestimmt. Das verschaffte ihnen die kaiserliche Gnade, so daß sie nach Konstantinopel geführt und mit Auszeichnungen überhäuft wurden.
Daher untersuchte der Papst auf einer Kirchenversammlung zu Rom im Juli des Jahres 484 mit vielen Bischöfen die ganze Sache, hob das Urteil der zu ihm zurück gekehrten Gesandten auf und entsetzte sie ihrer Ämter und Würden. Der Patriarch von Konstantinopel wurde ebenfalls abgesetzt und von der Kirche ausgeschlossen. Beim Kaiser aber beschwerte sich der Papst über die Mißhandlung seiner Gesandten.

Ein erfahrener Priester Tutus überbrachte dem Patriarchen das Urteil seiner Absetzung. Dieser aber ließ den päpstlichen Boten nicht zu sich kommen. Wer sollte nun das Urteil in die Hand des Akazius bringen, da dem päpstlichen Gesandten das unmöglich war? Da erbot sich ein Mönch es dem Patriarchen an den Mantel zu heften, wenn er zur Feier des Gottesdienstes in die Kirche käme. Der Mönch mußte seine Kühnheit mit dem Leben büßen, seine Mitbrüder erfuhren eine schwere Verfolgung, während der päpstliche Gesandte Tutus ins Gefängnis geworfen wurde. Nun war auch Tutus schwach genug, sich umstimmen und zum Treuebruch am Papst verleiten zu lassen. Er wurde aber auf einer römischen Kirchenversammlung im Jahre 485 seiner Würden für immer entsetzt. Die Absetzung des Patriarchen und die Ausschließung aus der Kirche wurde aber bald allgemein bekannt.

Von jetzt an hoben Kaiser und der Patriarch die Kirchengemeinschaft mit Rom ganz auf. So entstand zwischen der morgenländischen und abendländischen Kirche eine Spaltung, die 35 Jahre dauerte. Eine Verfolgung aller rechtgläubigen Bischöfe begann: sie wurden gefoltert, eingekerkert, ins Elend gejagt, einige Bischöfe sogar hingerichtet, während andere nach Rom flohen.
Als Akazius im Jahre 489 ohne Aussöhnung mit der Kirche starb, suchte sein Nachfolger Flavita die Anerkennung des Papstes zu erlangen, starb aber schon nach drei Monaten.

Nicht bloß das Morgenland, auch Afrika, wo die grausame Verfolgung der Kirche unter dem Vandalen-König Hunerich fortdauerte, bildete eine beständige Sorge des Papstes. Dabei kam es dort oft vor, daß Katholiken schwach genug waren, abzufallen, um der Folter und dem Tod zu entgehen. Eugenius von Karthago, der einzige Bischof, dem die Rückkehr aus der Verbannung erlaubt worden war, wandte sich wegen Wiederaufnahme reumütiger Abgefallener nach Rom. Papst Felix veranstaltete nun im Jahr 487 wiederum eine Versammlung von 43 Bischöfen, um über die Bedingungen der Wiederaufnahme und über die Buße der Abgefallenen zu beraten. Bischöfe, Priester und Diakone mußten lebenslängliche Buße tun und konnten erst auf dem Sterbebett die heilige Kommunion erhalten; Mönche und gottgeweihte Jungfrauen wurden nach 12jähriger Buße wieder in die Kirche zugelassen, welche solche, die sich martern ließen und dann erst abfielen, nach drei Jahren Verzeihung erhielten. Obwohl der Papst von allen Seiten bedrängt war, blieb er fest und stark. Bischöfe und Patriarchen waren schwach, der Greis auf dem Felsen Petri aber stand ungebeugt.

Während der Gräuel der Verwüstung an den heiligen Stätten zunahm und vom morgenländischen Kaiser Anastasius die Verwirrung heimlich und öffentlich unterhalten wurde, starb Papst Felix II. am 1. März des Jahres 492…
Als dieser Nachfolger des heiligen Petrus sich auf das Sterbelager legte und sein müdes Auge für dieses Leben schloß, war die Kirche des Morgenlandes durch zahllose sich bekämpfende Irrlehren zerrissen.
Auch Italien seufzte unter dem Schrecken der Völkerwanderung und blutete aus tausend Wunden. Noch waren die Städte in Schutt und entvölkert, noch lagen Handel und Ackerbau danieder und schon wieder brach neues Ungewitter über Rom herein. Der Ostgotenkönig Theoderich stand am Fuß der Alpen, bereit in Italien einzubrechen und dem Odoaker die Krone vom Haupt zu reißen.

aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 133-136

Es wechselten wohl die Träger der Schlüssel, die Petrus von Christus empfangen, aber der Geist, der sie beseelte, war der gleiche. In Konstantinopel hatte Akazius den bischöflichen Stuhl inne. Dieser entwickelte anfänglich großen Eifer für den wahren Glauben, aber, es währte nicht lange und der grundsatzlose und ehrgeizige Mann neigte immer mehr zur monnophysitischen Irrlehre hin und begünstigte offen deren Anhänger. Auf den Geheiß des Akazius hin erließ Zeno, nachdem er sich auf dem Thron wieder sicher fühlte, ein Edikt – (Henotikon), das die Katholiken und Monophysiten vereinigen und die getrennten Gemüter versöhnen sollte. Da dieses Edikt die Irrlehre begünstigte, mußten die Katholiken dagegen Stellung nehmen. Infolge dessen wurden rechtgläubige Bischöfe von ihren Sitzen vertrieben und Gegner des katholischen Glaubens an deren Stelle dem gläubigen Volk aufgedrängt. Unter andern wurde auch der Patriarch von Alexandrien – Johannes Talaja – von seinem Sitz vertrieben und mußte einem Häretiker Platz machen. Akazius trat mit diesen Feinden des wahren Glaubens in Kirchengemeinschaft. Talaja wandte sich nach Rom, dorthin, wo immer die Unterdrückten Zuflucht und Schutz suchten. Auf die Vorstellungen des Papstes gab Akazius keine Antwort. Nun schickte Felix zwei Gesandte nach Konstantinopel. Diese wurden aufgefangen, ihrer Papiere beraubt, mißhandelt und ins Gefängnis geworden. Fleckenlos und in Ehren betraten sie den Kerker, aber leider schuldbeladen verließen sie ihn. (s.o.) …
Akazius strich hinwieder den Namen des Papstes aus den Kirchenbüchern, verfolgte dessen Anhänger und bot mit der Macht des Kaisers, der ganz seinen Eingebungen folgte, allen Gegnern Trotz. So entstand die erste Spaltung zwischen Alt- und Neu-Rom, die 35 Jahre dauerte (484-519)…

aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, I. Band, 1907, S. 169-170


Liebe Grüße, Blasius

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