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25. Februar - Die heilige Walburga Äbtissin

in Zitate von Heiligen 25.02.2020 08:34
von Blasius • 2.873 Beiträge



BILD: Pieter Pauwel Rubens: Das Wunder der Hl. Walpurga, um 1610/11,
heute im Museum der bildenden Künste in Leipzig

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienW/Walburga.htm

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Die heilige Äbtissin Walburga sitzt in ihrem Klostergewand vor einem kleinen Tischchen,
auf dem ein Buch angebracht ist; im Hintergrund an der Wand hängt ein Kruzifix

Die heilige Walburga Äbtissin

Deutschland schuldet heute noch dem einst an Heiligen so reichen Großbritannien den wärmsten Dank für die so berühmten Männer – Willibrord, Ewald, Swibert, Bonifatius, Burkard, Willibald … – und die heiligen Jungfrauen – Lioba, Thekla, Cunihild, Bergitis … -, welche es ihm geschickt hat, um den heiligen Glauben zu verkünden und den von den Gräueln des Heidentums gereinigten Boden mit den Segnungen christlicher Bildung und Wissenschaft zu befruchten.

Unter diesen Jungfrauen nimmt eine hervorragende Stelle ein Walburga, die Tochter des Königs Richard und der Wunna, welche eine Schwester des heiligen Bonifatius, des gefeierten Apostels von Deutschland war. Eine sorgfältige, tief religiöse Erziehung entwickelte die schönen Naturanlagen und die übernatürlichen Taufgnaden in dem zarten Mädchen zu harmonischem Gedeihen:

sie wuchs im süßen Frieden heiliger Unschuld auf und beschäftigte sich im geräuschvollen Vaterhaus wie in einer stillen Klosterzelle mit Gebet, erbauender Lesung und strenger Beobachtung des kindlichen Gehorsams. Nach dem Tod ihrer Eltern weihte sie, die vom Hauch der Welt und ihrer Lust unberührte Jungfrau, die Blüte ihrer Jugend dem himmlischen Bräutigam und nahm im Kloster Winburn den Schleier der heiligen Scholastika.

Ihre Brüder Willibald und Wunibald waren nach Italien gezogen und auf Monte Cassino in den Orden des heiligen Benedikt getreten; später folgten sie der Einladung ihres Oheims Bonifatius nach Deutschland und beteiligten sich an seinem Apostolat. In ihrem Eifer für die evangelische Ernte baten sie die Schwester Walburga, zu ihnen zu kommen und ihre Bestrebungen durch Unterricht der weiblichen Jugend, wie durch Errichtung von Frauenklöstern zu fördern.

Freudig hörte die Gott begeisterte Schwester den Ruf ihrer geliebten Brüder, schiffte sich mit noch dreißig Klosterfrauen ein und kam nach einem schweren Seesturm glücklich in Mainz 748 zur herzlichen Begrüßung ihres Oheims und ihres Bruders Willibald. Ihre erste Arbeit war, daß sie mit einigen Gefährtinnen nach Thüringen eilte zu ihrem anderen Bruder Wunibald, mit dessen Hilfe das Kloster Bischofsheim errichtete und diese junge Schöpfung mit der Leuchte ihrer Tugenden und mit der Wärme ihres klugen Eifers befruchtete. Während sie hier wohltätig und segensreich wirkte, war Wunibald zu seinem Bruder Willibald, dem Bischof von Eichstätt, gegangen und hatte dort in einer waldigen Hochebene ein großes Doppelkloster – Heidenheim – erbaut; für die weibliche Abteilung desselben berief er Walburga als Äbtissin und beide leiteten nun ihre Untergebenen mehrere Jahre hindurch mit weiser Liebe zur christlichen Vollkommenheit.

Als Abt Wunibald 761 sein an Tugenden reiches und durch die Heiligkeit so kostbares Leben schloß, musste Walburga die Regierung des Gesamtklosters übernehmen, so sehr war sie von Allen wegen ihres erleuchteten Verstandes, wegen ihrer erprobten Tugend, wegen ihrer hingebenden Tätigkeit geschätzt. Wohl zitterte sie vor der Größe eines solchen Amtes, wohl bangte sie vor der Last so erhabener Pflichten, wohl benetzte sie dieses Opfer des Gehorsams mit heißen Tränen: doch wankte sie nicht im Vertrauen auf Gott, der in den Schwachen stark ist und – in ihr mächtig war. Sie leitete beide Klöster mit solcher Weisheit und Umsicht, daß man in diesem Weib alle die Vorzüge bewunderte, welche sonst nur den Mann zu zieren pflegten; und es ist schwer zu sagen, ob sie von den untergebenen Mönchen und Nonnen wegen der Klugheit in ihren Anordnungen, wegen der Demut in ihrem Benehmen und wegen der Zärtlichkeit in ihrer Liebe mehr wie eine Mutter geliebt, oder ob sie wegen der Strenge in Beobachtung der heiligen Regel, wegen der Festigkeit in Handhabung der klösterlichen Ordnung und wegen der Größe ihres Ansehens mehr wie ein Vater geehrt wurde. Gewiß ist, daß sie von Allen wegen ihrer leuchtenden Tugenden in den Werken der Gottes- und Nächstenlehre als eine Heilige verehrt wurde, was auch Gott selbst durch Wunder bestätigte. Als einst in der Nähe von Heidenheim das einzige Töchterlein adeliger Eltern todkrank darnieder lag, besuchte Walburga spät am Abend die trostlos jammernde Familie und bat um die Erlaubnis, auch eine Nacht bei der Kranken wachen und die ermüdete Wärterin ablösen zu dürfen. Mit freudiger Rührung und Dankbarkeit wurde ihr diese Bitte gewährt. Die mitleidige Äbtissin kniete während der ganzen Nacht am Bett der mit dem Tod ringenden Kranken und flehte zu Jesus um Erbarmen und Gesundheit für dieselbe. Beim ersten Erscheinen der Morgenröte war die siegreiche Beterin so glücklich, den Angst gequälten Eltern ihr liebes Kind vollständig gesund in die Arme zu führen und das Haus voll des freudigsten Jubels zu verlassen, das am Abend vorher die Wohnung des herbsten Kummers und Schmerzes gewesen war.

Nachdem Walburga zwanzig Jahre lang den zeitlichen und geistigen Wohlstand des Doppelklosters Heidenheim gemehrt und die einflußreiche Wirksamkeit desselben ausgebreitet hatte, belohnte der Herr ihre Arbeit mit der Krone der Gerechtigkeit 779. Ihre Leiche hauchte einen himmlischen Wohlgeruch aus, ihr Angesicht verklärte der lebhafte Ausdruck ihrer jungfräulichen Anmut und das frische Rot ihrer Wangen; ihr Grab leuchtete durch große Wunder. – Ein geiziges Weib schnitt am Fest des heiligen Bartholomäus den ganzen Tag Weizen. Als sie gegen Abend die Garben zusammen nehmen wollte, blieb ihr das Stroh an den Händen kleben, so daß sie es mit keiner Gewalt wegzureißen vermochte. Jammernd wallfahrtete sie von einer Kirche zur anderen; doch ihr Gebet wurde nicht erhört. Zuletzt ging sie zum Grab der heiligen Walburga, betete mit steigendem Vertrauen und machte das Gelübde, in Zukunft die Sonn- und Feiertage niemals mehr zu entheiligen: sogleich fiel das Stroh von ihren Händen.

Seit 870 sind die Reliquien der heiligen Walburga in Eichstätt zur Verehrung ausgesetzt und fließt aus denselben eine ölgleiche Flüssigkeit, durch deren Gebrauch schon sehr viele Kranke geheilt wurden. Merkwürdig ist der Umstand, daß dieses Öl reichlicher fließt zu der Zeit, wenn auf dem dieser heiligen Jungfrau geweihten Altar das heilige Messopfer gefeiert wird, und zwar vorzüglich während der Wandlung, jedoch nur in ganz reine Gefäße. –

aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 143 – S. 144

(Siehe auch: Hl. Walburga von Heidenheim - )

Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 25.02.2020 12:30 | nach oben springen



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