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23. Februar Heiliger Petrus Damianus Bischof

in Unsere Fürsprecher 23.02.2020 08:40
von Blasius • 3.026 Beiträge



Der heilige Petrus Damianus kniet in seiner Höhle vor einem Kreuz und betet; vor ihm liegt eine Geißel

Der heilige Petrus Damianus, Bischof
Vor ungefähr achthundert Jahren war eine schlimme Zeit, besonders in Deutschland; Unwissenheit, Rohheit und Sittenlosigkeit hatte Überhand genommen, und selbst der geistliche Stand war sehr herab gekommen. Die hohen Herren mischten sich in die kirchlichen Angelegenheiten, und setzten die Bischöfe ein und ab, wie es ihnen gefiel, ohne den Papst zu fragen, ja sie verkauften sogar die geistlichen Würden ums Geld. Was Wunder also, daß sehr viele Unwürdige geistliche Ämter und Würden erhielten, und Zucht und Wissenschaft einen argen Stoß erlitten! Allein Gott verläßt seine Kirche nicht und mitten im Verderben erweckt seine Macht Männer, die mutig dem allgemeinen Verderben entgegen treten und die alte Zucht wieder herstellen. –

Ein solcher Mann war der heilige Petrus Damianus. Er war zu Ravenna in Italien geboren und verlor noch jung Vater und Mutter. Einer seiner verheirateten Brüder nahm ihn zu sich, aber nicht um ihn gut aufzuziehen, sondern um von ihm zeitlichen Nutzen zu erhalten. Deshalb machte er ihn zum Hirten seiner Schweine. Allein Petrus war von Gott nicht dazu bestimmt; seine Neigung war auf Höheres gerichtet. – Ein anderer Bruder, mit Namen Damian, der ein Priester war, nahm sich seiner an und ließ ihn studieren. Durch unermüdlichen Fleiß brachte es Petrus in der Wissenschaft bald so weit, daß er Andere unterrichten konnte. Er hatte einen so großen Zulauf von Schülern, daß er es zu großem Wohlstand brachte. Aber gerade dieser Wohlstand und der große Beifall, der ihm zu Teil wurde, machte ihn unruhig, denn er fürchtete, übermütig und stolz zu werden. Daher nahm er zum Gebet seine Zuflucht und verrichtete strenge Bußwerke; besonders liebte er die Armen, die er zu Essen einlud und sogar bediente. Indessen hielt er sich auch in dieser Lebensweise nicht sicher vor dem Fall. Er begab sich deswegen in eine Einsiedelei, wo je zwei und zwei Einsiedler in einer Höhle wohnten. Die Lebensweise dieser Einsiedler war sehr streng; ihre Beschäftigung war Gebet und Lesung; vier Tage in der Woche lebten sie nur von Brot und Wasser; Donnerstags und Dienstags aßen sie ein wenig Gemüse; an Sonntagen wurde ihnen das Brot zugemessen. Den größten Teil der Nacht brachten sie im Gebet zu. Petrus unterzog sich diesen Strengheiten mit allem Eifer, ja er verdoppelte sie. Allein seine Gesundheit wurde dabei untergraben und er musste in seinem Eifer nachlassen.

Da er allen Brüdern ein Muster der Buße, der Demut und des Gehorsams geworden, so übertrug ihm der Vorsteher die Sorge, den Brüdern geistliche Vorträge zu halten; einige Zeit danach wurde er sogar ihr Abt. Petrus wollte diese Würde durchaus nicht annehmen, allein aus Gehorsam nahm er die Last auf sich, und nun kannte sein Eifer keine Grenzen mehr. Er ging überall mit gutem Beispiel voran und bald hatte er es so weit gebracht, daß alle Brüder heilige Liebe entflammte und die Tugend der wahren Demut unter ihnen leuchtete. Er stiftete noch 5 andere Einsiedeleien, in denen der Geist der ersten Christen sich erneute. Ein solches Licht, wie der fromme Petrus, konnte nicht lange verborgen bleiben. Papst Stephan IX. hatte von ihm gehört und rief ihn zu sich, um ihn zu einem hohen, wichtigen Amt zu verwenden. Er ernannte ihn zum Kardinal und Bischof von Ostia. –

Petrus wollte diese Würde durchaus nicht annehmen, alles Bitten und Zureden half nichts. Endlich drohte ihm der Papst mit dem Kirchenbann und nun erst fügte er sich. Seinem neuen Amt brachte er sich ganz zum Opfer. Bei jeder Gelegenheit betrat er die Kanzel und predigte dem Volk, das nicht satt werden konnte, ihn zu hören. Besonders aber richtete er sein Augenmerk auf die Priester, denn er wußte gar wohl, daß vom Lebenswandel derselben das Heil des Volkes abhing. Seit dem vierten Jahrhundert lebten viele Priester in Gemeinschaft, sie hatten kein Eigentum, lebten zurückgezogen von der Welt in Armut und übten das Seelsorgeamt. Allein nach und nach schlich sich in diese Gemeinschaften große Lauigkeit und endlich Zuchtlosigkeit ein. Unter Papst Alexander II. wurden auf einem Konzil diese Genossenschaften reformiert, und Petrus Damianus war es, der dieselben wieder zur alten Zucht zurück führte und mit neuem Eifer beseelte. Die Priester wurden wieder fromme Hirten, und die Völker fanden an ihnen wieder eifrige Lehrer und Vorbilder.

Nachdem Petrus dieses wichtige Werk vollbracht, berief ihn der Papst zu einem andern. In der Stadt Mailand und in dem Bistum gleichen Namens herrschte damals ein großer Missbrauch. Es wurden nämlich die geistlichen Ämter ums Geld verkauft. Dies ist aber ein sehr schweres Vergehen und heißt Simonie oder geistlicher Wucher. Der Papst wollte dieses Übel abstellen und sandte den eifrigen Petrus dahin. Kaum war er angekommen, als die schlechten Priester, die fürchteten, abgesetzt zu werden, das Volk gegen den Gesandten des Papstes aufhetzten. Es wurde Sturm geläutet, große Haufen Volkes rotteten sich zusammen und drohenden Gesandten umzubringen. Allein Petrus bestieg furchtlos im Vertrauen auf Gott die Kanzel der Hauptkirche und sprach mit solchem Feuer und solcher Weisheit zu dem Volk, daß sich aller Zorn legte und alle das Versprechen ablegten, ihm zu gehorchen. – In kurzer Zeit hatte Petrus das Ärgernis abgestellt. – Da er mit seiner Stimme nicht überall hin dringen konnte, um die lauen Priester anzueifern, verfaßte er zahlreiche Schriften, in denen er auf die eindringlichste Weise denselben ihre Pflichten vor Augen hielt und so auch in der Ferne Gutes stiftete. –

Von so vielen Arbeiten waren endlich seine Kräfte erschöpft; schon im hohen Alter, sehnte er sich wieder nach seiner Einsiedelei, wo er ein so friedliches Leben geführt. Er legte seine bischöfliche Würde nieder, und schloß sich wieder mit heiliger Freude in seine arme Zelle ein. Hier suchte er durch strenge Buße die großen Übel zu sühnen, von welchen damals die Welt heimgesucht war. Seine Fasten waren außerordentlich; die ersten drei Tage des Advents und der Fasten aß er gar nichts; oft aß er die vierzig Tage der Fasten gar nichts Gekochtes, sondern lebte bloß von in Wasser getauchten Kräutern. Eine Binsenmatte auf bloßer Erde diente ihm als Bett, und seine ganze Erholung bei seinen strengen Bußübungen bestand darin, daß er kleine Schnitzarbeiten verfertigte. Endlich in einem Alter von 83 Jahren entschlief er sanft im Herrn, dessen heilige Sache er so mutig verteidigt hatte.

Aus den Schriften dieses großen Kirchenlehrers

Was nützt es dir, wenn du den katholischen Glauben hast, aber heidnisch lebst?
Ein Herz voll Haß und Begierlichkeit, das nur zeitlichen Sorgen sich hingibt und von sündhaften Begierden entbrennt, ist eine Hölle.
Wie preiswürdig ist die göttliche Vorsehung! Sie züchtigt die Ihrigen auf kurze Zeit, um sie den ewigen Züchtigungen zu entziehen; sie drückt, um zu erheben; sie schneidet, um zu heilen, sie beugt nieder, um zu erhöhen. Wirst du von Gott geschlagen und von dem Himmel in Zucht genommen, so laß von der Verzweiflung deinen Geist nicht niederbeugen; brich nicht in Klagen und Murren aus, und werde nicht traurig, nicht ungeduldig und kleinmütig, sondern sei immer heiterer Miene, fröhlichen Angesichts und danke Gott mit froh lockendem Mund.
Kommt dir der Gedanke, deinen guten Vorsatz länger zu verschieben, so sprich zu dir selbst: Der Tag des Herrn wird wie ein Dieb in der Nacht kommen. Reizt dich die Esslust zu kostbaren Speisen, so begegne ihr mit dem Wort: das Reich Gottes besteht nicht im Essen und Trinken.

Beneide die Gottlosen nicht um die Glückseligkeit ihres Lebens; sondern trauere und seufze darüber, daß sie wie das unvernünftige Vieh für die Schlachtbank gemästet werden und in ihrer Geilheit dem Messer entgegen laufen.

Der Mensch soll die schmeichelnde Herrlichkeit der Welt mit Füßen treten, das Fleisch, wenn es in seiner schönsten Blüte ist, für Staub halten, den Tag seiner Abforderung von dieser Welt wie in einem Spiegel immer vor Augen haben und vor dem strengen Gericht erzittern.
Der Mensch soll sich der Welt entäußern, damit er Gott besser und näher anhängen könne. Er soll der Welt abgestorben sein, von irdischen Dingen sich nicht anfechten lassen und gleichsam im Grab liegend sein Herz nur auf den Schöpfer richten.

Gebet.
O Gott, gib mir die Gnade, daß ich die Worte und Beispiele deiner Heiligen zu Herzen nehme und gerne befolge, damit auch ich heilig und selig werde. Amen. –

aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 1, 1904, S. 266 – S. 271


Liebe Grüße, Blasus

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