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Heilige Angela Merici Ordensstifterin 1. Juni 2019

in Unsere Fürsprecher 01.06.2019 21:33
von Blasius • 2.408 Beiträge




Die heilige Angela Merici kniet an ihrem Betstuhl und schaut eine Vision: sie sieht zahlreiche Engel von Wolken eingehüllt

Die heilige Angela Merici Ordensstifterin


Zur Zeit der Reformation, da so viele gelehrte, von stolzem Wissensdünkel aufgeblasene Männer den Ungehorsam und Trotz gegen das Reich Gottes offen predigten und der katholischen Kirche schweren Schaden zufügten, wählte die ewige Weisheit und Barmherzigkeit ungelehrte, demütige Mädchen, um durch ihre „törichte Predigt“ (1. Kor. 1,21) die Glaubenden selig zu machen, um den frevelnden Trotz durch heroischen Gehorsam, die tobende Zügellosigkeit durch evangelische Freiheit zu beschämen, und die Wunden der Zerstörung durch kräftiges Aufbauen zu heilen. Unter diesen Auserwählten zeigt uns die Kirche heute die hl. Angela im Glanze himmlischer Glorie.

Angela wurde 1470 Desenzano am Gardasee von unbemittelten Eltern geboren und in heiliger Gottesfurcht erzogen. In ihrem Herzen lag der gesunde Keim einer tiefen Religiosität, der von dem Eifer und der Wärme ihrer frommen Mutter geweckt und gepflegt, im friedlichen und wohl geordneten Familienkreise gar lieblich sich entfaltete. Sie hatte zierliche blonde Haarlocken, welche in Italien für eine auszeichnende Schönheit gelten, ihr süße Schmeicheleien eintrugen und natürlich auch die Prophezeiung, daß sie einen reichen Mann bekommen werde; aber sie wollte nur Gott und nicht der Welt gefallen und – färbte ihren Hauptschmuck schwarz. Nur zu bald verhüllte eine finstere Wolke die Mai-Sonne ihres jugendlichen Glücks, das kalte Grab schloß sich über den teuren Leichen ihrer Eltern, und sie kam mit ihrer innig geliebten Schwester zum Oheim nach Salo.

Hier hatten sie zwar volle Freiheit, dem Gebet und frommen Übungen sich hinzugeben; aber der Drang nach vollkommener Einsamkeit verleitete sie zu der jugendlichen Unbesonnenheit, daß sie heimlich das Haus verließen und einige Stunden von Salo entfernt, in einer Höhle sich verbargen. Der besorgte Oheim fand sie nach langem Suchen und führte die Reumütigen wieder heim. Sie lebten nun so abgeschieden von der übrigen Welt und in so heiliger Schwesterliebe, daß man sie die „zwei Turteltauben von Salo“ hieß. Aber kurze Zeit darauf zerschnitt der Tod das schöne Liebesband; Angela weinte bittere Schmerzens-Tränen an dem Blumen bekränzten Grabe ihrer teuren Schwester, daß sie Tag und Nacht fast nicht verlassen konnte. Doch Gottes Güte heilte diese Wunde mit der süßen Hoffnung des Wiedersehens und gab ihr den Mut, Ihn allein aus ganzem herzen zu lieben. Sie empfing – schon dreizehn Jahre alt – die erste heilige Kommunion und fand in dem „Brot der Engel“ eine solche Süßigkeit, daß sie, um öfters kommunizieren zu können, in den Dritten Orden des hl. Franz von Assisi eintrat. Jesus in der heiligen Hostie war ihr Alles, ihr Höchstes, ihr Liebstes, weshalb sie das Fasten und die Abtötung in Kleidung und Wohnung mit äußerster Strenge beobachtete.

Nach dem Ableben des Oheims begab sich Angela in ihre Heimat Desenzano, entschlossen, sich dem religiösen Unterricht der weiblichen Jugend zu widmen. Darin wurde sie bestärkt durch ein Gesicht, womit sie während des Gebetes begnadigt wurde. Sie sah eine Schar glänzender Jungfrauen mit Kronen auf dem Haupt und Lilien in den Händen, links und rechts von Engeln begleitet, auf einer Leiter zum Himmel empor steigen und hörte eine Stimme: „Angela, du wirst die Erde nicht verlassen, bis du einen Verein von Jungfrauen, wie du sie jetzt geschaut, wird gestiftet haben.“ Sie schloß sich an einige Ordensschwestern an, versammelte die jungen Mädchen des Ortes zu gewissen Stunden und unterrichtete sie im Katechismus und im frommen Leben. Ihr Beginnen wurde von Gott außerordentlich gesegnet; die Sittsamkeit, die Demut, die Frömmigkeit ihrer Schülerinnen erregte die allgemeine und freudigste Aufmerksamkeit; die Väter und Mütter kamen von allen Seiten zu ihr, sie um Rat zu fragen, um ihre Belehrung und ihr Gebet zu bitten: sie wurde in die Hauptstadt des Landes, nach Brescia, berufen, um dort solche Schulen einzurichten, was ihr vortrefflich gelang.

Immer klarer wurde ihr das Bedürfnis eines religiösen Vereines für diesen so wichtigen Zweck des Unterrichtes. Um den Beistand Gottes dazu sich zu erflehen, wallfahrtete sie nach Jerusalem. Auf dem Wege verlor sie das Augenlicht, aber nicht das Gottvertrauen. An der Hand ihrer Führerin kam sie in das heilige Land, nach Bethlehem, an den Ölberg, auf Golgotha, schaute mit den Augen des Geistes die Geheimnisse der göttlichen Liebe und ehrte mit der Glut des Herzens die Wege des Kreuz tragenden Erlösers. Auf der Rückfahrt wurde das Schiff auf die Insel Candia verschlagen, wo in der Nähe des Hafens ein wundertätiges Kruzifix, viel besucht von Andächtigen, stand. Angela kniete flehend vor dasselbe, fand Erhörung und stand mit gesunden Augen auf. Voll des Dankes pilgerte sie nach Rom, um den Jubiläums-Ablaß (i. J. 1525) zu gewinnen; Papst Klemens VII. nahm sie huldvoll auf, prüfte ihre gotterleuchtete Weisheit und spendete ihr den apostolischen Segen dem Werk, das die göttliche Vorsehung ihr aufgetragen. Sie verweilte einige Zeit noch in Cremona und legte dann in Brescia den Grund zu dem verdienstreichen Orden, der sie als Stifterin verehrt.

Am 25. November 1535 kommunizierte Angela in der St. Afra-Kirche zu Brescia mit zwölf gleichgesinnten Jungfrauen zur Besiegelung ihres Schwesterbundes, sich ganz dem Dienst des göttlichen Kinderfreundes zu widmen. Am gleichen Tage gesellten sich noch fünfzehn Andere zu ihnen, und diese siebenundzwanzig Schwestern waren das Weizenkorn, aus dem so viele Konvente in den katholischen Ländern aufsproßten. Angela stellte sie unter den Schutz der hl. Ursula, und nannte sie „Ursulinerinnen“, um ihren Namen desto sicherer zu verbergen. Der zweck dieses Vereins war, nicht in klösterlicher Stille ein beschauliches Leben zu führen, sondern im Schoß der Familie zu bleiben, die jungen Mädchen in den Häusern in der Religion zu unterweisen, vor Gefahren zu hüten, Armen und Kranken beizustehen, Zucht und Sittlichkeit zu fördern. Sie verfaßte eine Regel, welche der Kardinalbischof von Brescia prüfte, und – ohne ein Wort zu ändern- als eine göttliche Eingebung genehmigte und Papst Paul III. bestätigte.

Schnell mehrte sich dieser Verein auf 76 Mitglieder und wählte Angela trotz ihres Widerstrebens zur Oberin. Sie leitete ihn drei Jahr lang mit jener Weisheit des Geistes und mit jener Innigkeit der Liebe, welche nur engelreinen Seelen eigen ist: dann gefiel es Gott, die weitere Sorge für diese Genossenschaft selbst zu übernehmen und die treue Dienerin am 27. Januar 1540 in die ewige Ruhe heim zu rufen. Nach einer andern Angabe starb sie an einem Karfreitag in der Umarmung des heiligen Kreuzes. Der Glanz ihrer Wunder bewog schon den hl. Karl Borromäus, ihre Seligsprechung einzuleiten, die aber sein Tod und andere Hindernisse verzögerten bis 1768, wo Papst Klemens XIII. sie feierlich verkündete. Papst Pius VII. versetzte sie 1807 unter die Heiligen.

Diese Genossenschaft der Ursulinerinnen gestaltete sich mit der Zeit in den meisten Ländern zu einem förmlichen Orden mit Klausur und Gelübden: aber ihr besonderer Zweck – Mädchenerziehung – blieb derselbe. –

aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 416-417

Liebe Grüße, Blasius

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