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#1

Am Tage nach Peter und Paul wird des hl. Paulus gedacht.

in Unsere Fürsprecher 30.06.2014 22:37
von blasius (gelöscht)
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30. Juni - Hl. Paulus

Am Tage nach Peter und Paul (29.6.) wird des hl. Paulus gedacht.

Der Auferstandene hatte Paulus zum Glaubensboten bestimmt, und zwar insbesondere für die Heidenvölker; dies offenbarte Er ihm vor Damaskus in Syrien. - Der wieder sehend gewordene Paulus begab sich nach Arabien (s. 25.1.). Wohl im Anschluß an seine Rückkehr nach Damaskus empfing er die Taufe. Dann begann der hl. Paulus, in den Synagogen von Damaskus zu verkündigen, daß der ihm erschienene Jesus der von den Propheten verheißene Christus und der Sohn Gottes ist. Daraufhin wollten die Juden der Stadt den hl. Paulus töten. Doch er entkam ihnen mit Hilfe der Damaszener Christen.
Nach seinem zweiten Aufenthalt in Damaskus kehrte Paulus, wohl im Jahre 39, nach Jerusalem zurück, wo er dank Barnabas’ (11.6.) Hilfe dem Petrus sowie dem Herrenbruder Jakobus (11.5.) begegnete. In Jerusalem trat Paulus öffentlich auf; den christlichen Gemeinden Judäas und des übrigen Palästina blieb er persönlich unbekannt. Dann, einen halben Monat nach seiner Ankunft, wurde der Plan eines Anschlages griechischsprachiger Juden ruchbar (vgl. 26.12.). Daraufhin zog der hl. Paulus auf göttliche Weisung von Jerusalem fort und begab sich in seine Heimatstadt Tarsus. Möglicherweise lehrte er in den dortigen Synagogen und legte so den Grundstein für die Christianisierung der Stadt (vgl. 14.5.).

Nachdem der hl. Barnabas zu Beginn der vierziger Jahre in die syrische Hauptstadt Antiochia entsandt worden war, begab er sich von dort aus nach Tarsus. Er suchte den hl. Paulus auf und nahm ihn mit nach Antiochia, wo sie ein Jahr lang gemeinsam wirkten. Es ist vorstellbar, daß Paulus dort von Barnabas zum Presbyter, d.h. Priester, geweiht wurde. - In die Gemeinde von Antiochia wurden nicht allein bekehrte Juden aufgenommen. So dürfte Paulus sich in jener Stadt mit seiner Predigt auch an Heiden (vgl. 6.2., 18.10.) gewandt haben, womit die Bestimmung zum Völkerapostel, gemäß der Offenbarung des Auferstandenen, sich zu verwirklichen begann.

Von Antiochia aus unternahmen Barnabas und Paulus eine Reise nach Jerusalem, um eine Spendensammlung dorthin zu bringen. Diese Reise könnte gegen Ende der Regierungszeit von Herodes Agrippa I. (s. 28.12.) unternommen worden sein, also in den Jahren 43 oder 44. - Trifft diese Datierung zu, dann hatten die Zwölf zu jener Zeit Palästina wohl gerade erst verlassen, um das Evangelium in aller Welt zu verkündigen.

Zusammen mit dem hl. Markus (25.4.), den sie aus Jerusalem mit nach Antiochia genommen hatten, brachen die hll. Barnabas und Paulus wahrscheinlich zu Beginn der zweiten Hälfte der vierziger Jahre zu einer Missionsreise nach Zypern auf. Ohne Markus, der vorzeitig nach Jerusalem zurückkehrte, reisten sie weiter nach Kleinasien, um schließlich nach Antiochia zurückzukehren. Die Leitung des Unternehmens hatte Barnabas, doch war Paulus offenbar der bedeutendere Prediger.

Im Jahre 49, auf dem Apostelkonzil zu Jerusalem, wird Paulus zum Apostel erhoben worden sein, so daß er ebenso wie Barnabas dem Lieblingsjünger Johannes (27.12., 6.5.), dem Herrenbruder Jakobus und selbst dem Simon Petrus als gewissermaßen Ebenbürtiger gegenüberstand.

Paulus blieb nur kürzere Zeit in Antiochia, dann brach er zu einer zweiten Missionsreise (50 - 52) auf, bei der er selbst die Leitung übernahm, während Barnabas als Glaubensbote nach Zypern segelte. Paulus wählte den hl. Silas als Begleiter aus. - Durch Kleinasien (vgl. 24.1.) hindurch zog Paulus nach Troas und setzte dort nach Mazedonien über. Von Philippi aus wandte er sich nach Süden. Der hl. Paulus predigte in Athen auf dem Areopag. Nach längerer apostolischer Tätigkeit in Korinth kehrte er nach Antiochia zurück.

Nicht lange danach brach der hl. Paulus zu seiner dritten Missionsreise (53 - 58) auf, die ihn wiederum durch Kleinasien nach Griechenland führte. Paulus wirkte drei Jahre lang in Ephesus (54 - 57), dann reiste er über Mazedonien nach Korinth und von dort aus nach Jerusalem.

Während des Aufenthaltes in Jerusalem kam es zu einem Tumult im Tempel, bei dem Paulus von den dort versammelten Juden getötet worden wäre, wenn römische Soldaten ihn nicht in Schutzhaft genommen hätten. Als Gefangener des auf ein Lösegeld hoffenden Statthalters Antonius Felix (52 - 60) wurde der hl. Paulus zwei Jahre lang zu Caesarea festgehalten (58 - 60). Der Heilige forderte schließlich als römischer Bürger, vor ein kaiserliches Gericht in Rom gestellt zu werden, so daß ihn Porcius Festus (60 - 62), Felix’ redlicher Nachfolger, zu Schiff dorthin sandte. - St. Paulus segelte als Gefangener nach Rom und stand dort zwei Jahre lang unter Hausarrest (60 - 62).

Wahrscheinlich wurde Paulus 62 freigesprochen. Er wird danach sein schon länger geplantes Vorhaben einer Missionsreise nach Hispanien in die Tat umgesetzt haben. - Während seit 64 die neronische Verfolgung wütete, kehrte St. Paulus offenbar noch einmal nach Ephesus und Mazedonien zurück. Er suchte Kreta auf sowie das wahrscheinlich in Epirus gelegene Nikopolis. Über Troas, Milet und Korinth könnte er dann zu Schiff, vielleicht schon als Gefangener, nach Rom gelangt sein. Darauf folgte, wohl im Jahre 67, eine zweite Gefangenschaft zu Rom, die mit der Hinrichtung des Völkerapostels endete.

Als römischer Bürger wurde der hl. Paulus mit dem Schwert hingerichtet. Die Enthauptung soll an der Via ostiense bei Aquae salviae vollzogen worden sein (vgl. 21.1., 22.1.). Der Mund Pauli, so heißt es, sprach noch drei Mal den allerheiligsten Namen Jesus aus (vgl. 5.1.), während das abgetrennte Haupt auf dem Boden aufschlug, wobei drei Quellen hervorbrachen. Über diesen steht heute die Kirche S. Paolo alle Tre fontane.

Die Reliquien des Völkerapostels wurden während der Zeit der Verfolgung durch den römischen Staat zeitweise zusammen mit denen des hl. Petrus zu S. Sebastiano ad Catacumbas an der Via appia verwahrt. Dann kamen sie nach S. Paolo fuori le Mura (s. 18.11.), während die Petrus-Reliquien nach Alt - St. Peter (s. 18.11.) zurückkehrten.


http://pius.info/tagesheiliger/4326-30-juni-hl-paulus

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#2

RE: Am Tage nach Peter und Paul wird des hl. Paulus gedacht.

in Unsere Fürsprecher 11.06.2023 08:06
von Blasius • 3.833 Beiträge




VORAB:

Aus einer Predigt Papst Leo d.Gr. über die Apostel Petrus und Paulus

Nie hat der gütige, gerechte und allmächtige Gott dem Menschengeschlecht sein Erbarmen versagt. Immerfort hat er sich den Sterblichen insgesamt durch seine in so reicher Fülle gespendeten Wohltaten zu erkennen gegeben. So erbarmte er sich auch, ... indem er den Menschen das "Wort" schickte, das ihm gleich ist und seine Ewigkeit teilt. Dieses Fleisch gewordene Wort hat seine göttliche Natur so mit der menschlichen vereint, dass es durch sein Herabsteigen zur tiefsten Stufe uns auf die höchste erhob.
Damit sich nun die Wirkung dieser unbeschreiblichen Gnade über die ganze Welt ausbreiten konnte, ließ die göttliche Vorsehung das Römische Reich erstehen, dessen Grenzen sich so erweiterten, dass die Völker aller Länder auf allen Seiten Grenznachbarn der Römer wurden. ... So konnte die Kunde unserer Erlösung rasch und ungehindert ihren Weg nehmen. ...

Als die zwölf Apostel durch den Heiligen Geist die Gabe erlangt hatten, in allen Zungen zu reden, und nun, um der Welt das Evangelium zu bringen, die Länder der Erde unter sich verteilten, wurde der hochselige Petrus, das Haupt der Apostel, für die Hautstadt des Römischen Reiches ausersehen. Das Licht der Wahrheit, das zum Heil aller Völker enthüllt wurde, sollte gerade von der Hauptstadt aus über den ganzen Erdball verbreitet werden, um rascher zu wirken. ...

Furchtlos wanderst du, hochseliger Petrus, nach dieser Stadt. Und während der Gefährte deines Ruhmes, der Apostel Paulus, noch mit der Gründung anderer Kirchen beschäftigt ist, betrittst du diese Brutstätte wütender Bestien und wagst du dich auf dieses tiefe, stürmische Meer, von größerem Mute beseelt als damals, als du auf den Wogen des Sees dahingingst. Du fürchtest jetzt nicht einmal Rom, die Gebieterin der Welt, obgleich du im Hause des Kajaphas vor einer Magd des Hohenpriesters gezittert hattest. Hatte denn die Macht des Claudius oder die Grausamkeit eines Nero weniger zu bedeuten als der Urteilsspruch des Pilatus oder die rasende Wut der Juden?

Die Gewalt der Liebe war es, die keine Angst in dir aufkommen ließ. Du glaubtest, die nicht fürchten zu müssen, die du lieben wolltest. Dieser furchtlose, opferfreudige Sinn war dir in Wahrheit schon damals ins Herz gelegt worden, als der Herr durch sein dreimaliges bedeutungsvolles Fragen das Bekenntnis deiner Liebe stärkte. Nichts anderes wurde ja von deiner Fürsorge verlangt, als dass du mit der Speise, die dich gesättigt hatte, auch die Schäflein dessen nährtest, den du liebtest.

Viele wunderbare Zeichen, Gnadengeschenke und Proben deiner Kraft stärkten dein Vertrauen. Du hattest bereits die Völker unterwiesen, die sich von der Beschneidung dem wahren Glauben zugewandt hatten. Auch die Kirche von Antiochia, wo zuerst der Name "Christ" zu Ehren kam, was schon gegründet. In Pontus, Galatien und Kappadokien, in Asien und Bithynien bekannte man sich durch dich zur Lehre des Evangeliums. Von dem Erfolg deines Wirkens überzeugt, und erfüllt von dem Vertrauen, dass deine Lebenstage ausreichen würden, trugst du das Siegesbanner des Kreuzes Christi in die Hochburg des Römertums hinein, wo nach Gottes Bestimmung Ehre und Macht und die Glorie des Leidens auf dich warteten.

Hierher kam auch der heilige Paulus, dein Mitapostel, das Gefäß der Auserwählung, der besondere Lehrer der Heiden. Er verband sich mit dir zu einer Zeit, wo unter der Herrschaft des Nero alle Ehrbarkeit, alles Schamgefühl und alle Freiheit dahinsiechte. Eine durch unerhörte Laster aller Art aufgestachelte Grausamkeit stürzte diesen Kaiser in einen solchen Strudel des Wahnsinnes, dass er zuerst gegen alle, die sich Christen nannten, eine allgemeine, furchtbare Verfolgung begann. Er wähnte, die Gnade Gottes ausrotten zu können, wenn er die Heiligen morden ließ, während ihnen doch gerade dadurch der reichste Lohn zuteilwurde; denn die Verachtung dieses dem Tode gehörenden Lebens brachte ihnen ewiges Glück.

"Kostbar ist also in den Augen des Herrn der Tod seiner Heiligen." Keine Grausamkeit kann die Religion vernichten, die auf dem geheimnisvollen Leiden Christi aufgebaut ist. Durch Verfolgungen wird die Kirche nicht geschwächt, sondern gestärkt. Von Tag zu Tag schmückt sich der Acker des Herrn mit neuen Ähren; denn jedes Korn, das auf seinen Boden fällt, sprießt hundertfach empor. Wie groß also der Nachwuchs jener beiden herrlichen Sprösslinge des göttlichen Samens war, das bewiesen die vielen Tausende heiliger Märtyrer, die sich den Triumph der Apostel zum Vorbild nahmen. In purpurroten, weithin leuchtenden Gewändern umstehen sie in Scharen unsere Stadt, für die sie sozusagen eine einzige, aus der Zier vieler kostbarer Steine zusammengesetzte Krone bilden.


https://www.praedica.de/Heilige-Feste/0629_Petrus_Paulus.htm


zuletzt bearbeitet 11.06.2023 08:19 | nach oben springen


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