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8. Dezember: Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria. Ohne Erbsünde empfangene allerseligste Jungfrau Maria.
#1

„Gedenktag des unbefleckten Herzens Mariens“

in Predigten 27.06.2014 23:03
von blasius (gelöscht)
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Predigt vom 12.06.2010

„Gedenktag des unbefleckten Herzens Mariens“

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

wenn die Kirche unmittelbar auf das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu den Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens anschließt und damit gewissermaßen ein Doppelfest der beiden Herzen, Jesu und Mariens, feiert, dann ist das ganz gewiss kein Zufall. Denn diese beiden Herzen Jesu und Mariens sind untrennbar miteinander verbunden, ja sogar in einer mystischen Weise eins. Diese mystische Einheit zwischen ihrem unbefleckten Herzen und Gott besteht schon mit der Empfängnis der Jungfrau Maria im Schoß ihrer Mutter Anna. Die Einheit beider Herzen besteht dann mit der Empfängnis des ewigen Wortes Gottes in ihrem Schoß bei der Verkündigung durch den Engel.

Übrigens ist es nicht das einzige "Doppelfest" innerhalb des Kirchenjahres, wenn ich das so bezeichnen darf. Sie erinnern sich, wir feiern am 14. September das Fest der Kreuzerhöhung und einen Tag später, am 15. September, den Gedenktag der Sieben Schmerzen Mariens. Das zeigt uns noch einmal ganz deutlich, wie sehr diese beiden Herzen, das heiligste Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariens, zusammengehören und gerade auch bei der Erlösung der Menschheit zusammenwirken. Das Kreuz Christi ist das Zeichen unserer Erlösung, aber nicht ohne seine Mutter, sondern mit seiner Mutter, von der Simeon sagt: "Ein Schwert wird deine Seele durchdringen". Wir sprechen ja auch von den sieben Schwertern im Zusammenhang mit den sieben Schmerzen der Muttergottes, die ihr Herz durchdringen. Der große Marienverehrer und Gründer des Zisterzienserordens, Bernhard von Clairvaux, sagte: „Nur durch deine Seele hindurch durchbohrte es auch den Leib deines Sohnes“. Das ist ein ungeheurer Satz, der von einer sehr tiefen Mystik Zeugnis gibt.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, was eint die beiden Herzen Jesu und Mariens? Was für eine Frage, mögen sie denken. „Jede Mutter liebt doch ihr Kind über alles! Eine Mutter mit echten mütterlichen Gefühlen ist mit ihrem Kind immer ein Herz und eine Seele.“ Aber, so einfach ist das mit der Erklärung nicht. Es ist die Not unserer modernen Kirche, dass vieles so platt und oberflächlich und vulgär geworden ist, und darum werden dann auch oft ganz oberflächliche Antworten gegeben. Wenn man mystische, übernatürliche Wahrheiten auf die natürliche Ebene herabzieht, wie das heute ja so oft geschieht, schneidet man sie auf das bloß Natürliche zurück und passt das Übernatürliche an unsere natürliche Wirklichkeit an. Nein, die Bewegung muss umgekehrt erfolgen! Wir müssen das Natürliche zum Übernatürlichen erheben.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, ich habe schon in den vergangenen Tagen und insbesondere am Dreifaltigkeitssonntag gesagt, dass die drei göttlichen Personen in dieser göttlichen Liebe des Heiligen Geistes das eine göttliche Wesen sind. Das Wesen Gottes selbst ist die Liebe, wie Johannes sagt, und diese göttliche Liebe, in der Vater und Sohn im Heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit her eins sind, ist gleichsam "geronnen" in der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und wird in einer gewissen Weise situiert, - "verortet", wie man heute sagt - im heiligsten Herzen Jesu. Das heiligste Herz Jesu ist die Quelle der göttlichen Liebe und der sichtbare, fassbare Ort der göttlichen Liebe, wie ich gestern Abend auszuführen versucht habe.

Im göttlichen Herzen Jesu wird die göttliche Liebe sichtbar und direkt an uns mitteilbar. Sie ist uns bereits anfanghaft durch den Heiligen Geist mitgeteilt worden. Gestern haben wir den schönen Satz von Paulus aus dem Römerbrief gehört: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist". Ein wunderbarer Satz. Unsere Herzen sollen geradezu Gefäße sein für diese Liebe, die der Herr aus dem Gefäß seines heiligsten Herzens in unsere Herzen ausgießt. Was aber da von uns gesagt ist, liebe Brüder und Schwestern im Herrn, gilt für die Muttergottes in einer absoluten und geradezu hundertprozentigen Weise, weil es in und bei ihr nie ein Hindernis für die göttliche Liebe gab. Sie ist ohne den Makel der Erbschuld bereits empfangen, das heißt, nichts hat sie schon vom ersten Moment ihres Daseins im Schoß ihrer Mutter Anna an von Gott getrennt, und so war sie immer schon in innigster Weise eins mit dem lieben Gott, d i e „Begnadete“, weil sie auch während ihres irdischen Lebens nie durch eine Sünde von Gott getrennt war, ja, überhaupt nicht getrennt werden konnte. Das heißt, die Muttergottes ist vom ersten Moment ihrer unbefleckten Empfängnis an schon in einer vollkommenen und damit auch unüberbietbaren Weise in der Liebe mit Gott verbunden und mit ihm eins! Sie ist diejenige, deren Liebe zu Gott schon vom ersten Moment ihres Daseins an vollendet und deshalb auch in ihrer Intensität überhaupt keiner Steigerung mehr fähig war, was bei allen anderen Menschen überhaupt erst frühestens am Jüngsten Tag sein kann.

Wenn Paulus von der Liebe spricht, die in unsere Herzen ausgegossen ist, dann ist das erst anfanghaft, denn bei uns Menschen bestehen noch so viele Hindernisse und Blockaden der Selbstbehauptung als Relikte der Erbsünde, die erst noch abgearbeitet werden müssen. Das heißt, dass unsere Liebe auch immer noch steigerungsbedürftig ist, während die Muttergottes von Anfang an davon "randvoll" ist. Von daher wird dann auch klar, liebe Brüder und Schwestern im Herrn: Die Muttergottes liebt ihren Sohn nicht nur, weil sie eben seine Mutter ist und mütterliche Gefühle hat, weil es ihr Mutterinstinkt wäre, sondern sie kann überhaupt nur darum Mutter des heiligsten Herzens Jesu werden - das heißt, Gott kann in ihr überhaupt nur Mensch werden, weil sie seit ihrer Empfängnis immer schon diejenige mit dem unbefleckten Herzen ist und weil die Heiligkeit der Mutter immer schon mit der Heiligkeit Gottes, der in ihrem Schoß Fleisch annehmen soll, hundertprozentig überein gestimmt hat. Darum gilt für sie, wovon der Herr im Hinblick auf uns im hohepriesterlichen Gebet spricht: "Alle sollen eins sein, wie ich, Vater, in dir bin, und du in mir bist, so sollen sie in uns sein." Diese für uns erbetene Einheit besitzt für die Muttergottes immer schon Gültigkeit und ist für sie Wahrheit und Wirklichkeit.

Das ist etwas Großartiges, liebe Brüder und Schwestern im Herrn. Und vielleicht ist es auch nicht ganz einfach nachvollziehbar, was ich sage, aber ich sage es trotzdem, denn bei der Oberflächlichkeit der Betrachtung passiert dann auch leicht, was oft genug geschehen ist: dass die Muttergottes zu einer süßlichen Kitschfigur wird. Da wird dann das wunderbare Geheimnis der Einheit beider Herzen in der Liebe irgendwie klebrig und banal und verliert seinen Ernst. Damit macht man aber alles kaputt. Denn es handelt sich um eine tiefe Wirklichkeit, die eine ganz große Bedeutung für das gott-menschliche Leben Jesu Christi und sein Erlösungswerk für die gesamte Menschheit hat.

Zunächst, in Nazaret, ist die Muttergottes zwar die fürsorgliche Mutter ihres Kindes. Dann aber, mit Beginn seines öffentlichen Lebens, wird sie die Begleiterin des Meisters, man könnte sagen, mit der Hochzeit von Kana: "Frau, was ist zwischen dir und mir." Von dieser Stunde an ist der Herr nicht mehr einfach ihr untertan, sondern sie ist gerade umgekehrt in einer gewissen Weise ihm untertan, aber immer in der Einheit ihrer beiden Herzen, in der mystischen Einheit aufgrund ihrer absoluten Sündelosigkeit. So ist sie bei der Erfüllung seiner Sendung die Gehilfin, die neue Eva des neuen Adam, wodurch sie auch ihre Sendung als seine Mutter miterfüllt - bis unter das Kreuz, wo sie ihren Sohn nicht mehr nur kultisch, wie bei der Darstellung des Herrn im Tempel, dem Vater aufopfert, sondern mit diesem auch sich selbst in ganz entsprechender Weise, wie dieser sich selbst, und unter dem Kreuz die Erlösungsgnade aus dem geöffneten Herzen ihres Sohnes für uns alle empfängt. Unter dem Kreuz erhält die Mutter alle Gnaden der Erlösung zu ihrer treuhänderischen Verwaltung. Sie ist diejenige, die zuerst die Früchte der Erlösung empfängt – nicht für sich, denn sie ist ja schon im Voraus erlöst, sondern für alle, die sich dieser Gnade im Glauben öffnen, damit Kirche als die Gemeinschaft aller aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeborenen Gläubigen werde. Denn aus der Seite des Herrn fließen die hochzeitlichen Sakramente Blut und Wasser, das heißt die Zeichen für Taufe und Eucharistie, durch die wir dem mystischen Leib Christi einverleibt werden. Das unbefleckte Herz der Mutter ist das Herz der Kirche wie das heiligste Herz Jesu das Herz des Hauptes ist. Und so wenig die Einheit von Haupt und Leib, nämlich die Einheit von Christus und seiner Kirche, deren Typus sie bereits unter dem Kreuz verkörpert, zerrissen werden kann, so wenig die Einheit beider Herzen der Liebe. Die Einheit von Leib und Haupt ist gerade auch durch die liebende Einheit der beiden Herzen Jesu und Mariens gewährleistet. Das ist ein großartiges Geheimnis! Merken Sie, welche unausdenklich große Heilsbedeutung die Muttergottes und ihr unbeflecktes Herz hat? Diese ist auch nicht abgeschlossen, denn als Königin des Himmels sind wir ihrer Herrschaft unterstellt und sollen uns ihrem unbefleckten Herzen weihen, denn am Ende wird ihr unbeflecktes Herz über alle Chaosmächte der Finsternis triumphieren, wie sie selbst in Fatima sagt. Diese Weihe an ihr unbeflecktes Herz hat gerade in unseren turbulenten Zeiten eine besonders große Bedeutung.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, es ist ein Jammer - allerdings auch nicht verwunderlich -, dass die Muttergottes so heftig angegriffen und gerade auch ihr unbeflecktes Herz so sehr geschmäht und beleidigt wird, auch innerhalb der Kirche. Von ihrer Jungfräulichkeit will man heutzutage kaum noch etwas wissen, und mit ihrer unbefleckten Empfängnis können selbst viele Priester nichts mehr anfangen. Das ist keine böswillige Behauptung von mir, sondern ich weiß es aus deren Mund. Warum ist das so? Weil in ihr und ihrem unbefleckten Herzen der Alte, der Teufel, seinen Meister gefunden hat! Die ganze Welt hat er betört und in seine Tasche gesteckt und damit ins Unglück gestürzt, aber zu der unbefleckt Empfangenen mit dem unbefleckten Herzen, konnte er sich niemals Zugang verschaffen. Die Mutter Gottes war als einziger Mensch zu keiner Zeit der Unheilsmacht des Teufels erlegen und ihr unterworfen. Deshalb ist sie der einzige Zugang Gottes und des Erlösers in unsere Welt, der aber genügt, um dem Teufel wieder seine Beute zu entreißen. Das macht ihn so wild und ihm die unbefleckt Empfangene so besonders verhasst. Und weil er der Mutter Gottes nichts anhaben kann, treibt er die Menschen heftig an, dass sie der Muttergottes nicht folgen und ihre besonderen Gnadenvorzüge schmähen und sie verächtlich machen. Und das können wir ja auch innerhalb der Kirche schon lange erleben. Lassen wir uns da ja nicht beirren, liebe Brüder und Schwestern im Herrn. Diese Mutter mit dem unbefleckten Herzen ist uns von ihrem Sohn mit dem heiligsten Herzen zur Mutter gegeben. Lassen wir uns auch nicht betören von der ganzen Pseudoökumene mit den Protestanten, die sagen, was brauchen wir Maria, wir machen das gleich mit unserem Herrgott aus - und was man da oft sonst noch für Sprüche hören kann. Das unbefleckte Herz Mariens ist die Gnade in der Kirche. Alle Gnaden von Gott an die Menschen werden durch die Mutter vermittelt. Sie ist gerade dadurch auch die Mutter der Kirche, weil sie die Mutter der Gnaden ist, und die Gnade des neuen Lebens des Menschen in Christus vermittelt.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, die Mutter ist uns von ihrem Sohn, unserem Herrn, selbst gegeben, und damit wird uns gesagt, welch eine Sendung und was für einen Auftrag die Mutter nach wie vor für uns und an uns hat. Wie Gott, die fleischgewordene Gnade des Vaters in Person, nur durch Maria als Mensch in die Welt kommen konnte, so kann auch die Erlösungsgnade, aus der die Menschen zu Christen wiedergeboren werden, nur durch Maria vermittelt werden und somit umgekehrt der Mensch durch sie wieder zu Gott kommen! Uns an sie und ihr mütterliches, unbeflecktes Herz zu wenden, heißt auch, sie auch als Mutter der Gnaden und der Kirche zu respektieren und das Geschenk der Mutter durch ihren Sohn an uns auch in aller Liebe und Dankbarkeit anzunehmen. Wer sich in das unbefleckte Herz flüchtet, wer sich im unbefleckten Herzen der Muttergottes weiß, liebe Brüder und Schwestern im Herrn, der befindet sich innerhalb eines für den Teufel und seine Angriffe undurchdringlichen Schutzwalls. Dessen Seele und Herz sind geschützt und dessen Lebenssinn und damit sein ewiges Leben ebenso.

Ich freue mich und finde es tröstlich, dass die Muttergottes hier in unserer Gemeinde wirklich noch einen Stellenwert hat - ich sage das heute einmal an diesem Gedenktag in aller Deutlichkeit. Das ist für mich ungeheuer wichtig, und Sie sollen auch wissen, wie hoch ich das schätze, dass die Verehrung der Muttergottes und die Liebe zu ihr immer mehr wächst. In diesem Zusammenhang darf ich aber auch kritisch bemerken, liebe Brüder und Schwestern im Herrn: Die Muttergottes bittet in Fatima – wo sie gerade auch ihr unbeflecktes Herz im Dornenkranz offenbart – u. a. auch darum, dass wir täglich den Rosenkranz beten sollen, und ich darf auch hier in der Kirche noch viel mehr Rosenkranzbeter wünschen. Ich weiß natürlich nicht, wer alles daheim den Rosenkranz betet, aber wenn wir ihn in der Öffentlichkeit der Gemeinde oder als Gemeinde beten, hat er mit Sicherheit eine sehr viel größere Kraft, und auch die für uns heute so besonders wichtige Zeugniskraft gegenüber den Mitbetern ist dann gewährleistet. Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, wenn wir nur noch zu zehnt oder zwölft in der Kirche den Rosenkranz beten, - ich sage das an die Betreffenden voller Anerkennung und voller Dankbarkeit - dann könnten diese leicht den Eindruck haben, sie seien die letzten Mohikaner und von vorvorgestern. Das sind sie nie! Die Rosenkranzbeter sind vielmehr immer die von überübermorgen! Das Rosenkranzgebet hat seine ganz große und bleibende Bedeutung, und sie wird täglich größer.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, der Rosenkranz, verliert seine Bedeutung nicht und sie schwächt sich auch nicht ab, sondern er wird gerade in unserer Welt heute mit jeder Minute immer wichtiger. Der Rosenkranz ist die Verankerung einer Welt, die sich gerade heute im freien Fall befindet, an das unbefleckte Herzen Mariens.

Amen.


Quelle:
http://www.pro-immaculata.de/

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