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Die Geißelung

in Leiden, Tod und Auferstehung Christi 17.04.2014 07:41
von blasius (gelöscht)
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Die Geißelung


Die auf römische Weise durchgeführte Geißelung war eine barbarische Strafe.
Freie wurden mit Ruten, Soldaten mit Stöcken, Sklaven aber mit Geißeln ode Peitschen geschlagen, an deren Mehrfachenden oft Stacheln, Knochensplitter oder kleine Bleikugeln befestigt waren.

Da, im Gegensatz zum jüdischen Recht, die Zahl der Geißelhiebe nicht beschränkt war, schlugen die Folterknechte so lange auf den an einen Pfahl gebundenen Delinquenten ein, bis sie müde waren oder dem Gegeißelten das Fleisch in Fetzen vom Leibe hing.

Eine alte Überlieferung meldet, dass Jesus zur Geißelung an eine niedrige Säule gebunden war. Die Züchtigung wurde bei entlößtem Leib durchgeführt und, wie die von de Evangelisten verwendeten Ausdrücke zeigen, mit Geißeln vollzogen.

Da die Henker den Hass der Ratsherren und des von ihnen aufgewiegelten Volkes kannen, haben wir keinen Grund, an der Erbarmungslosigkeit, mit der sie ihren blutigen Dienst verrichteten, zu zweifeln.
Wenn Jesus von den Geißeln auch nicht, wie es öfters geschah, lebensgefährlich verletzt wurde, so war der doch nicht fähig, das Kreuz allein zum Richtplatz zu tragen.

Somit fügt sich die Schauung, die A. K. Emmerich von der blutigen Szene hatte, ungezwungen in den historischen Rahmen ein:

"Unser Herr und Heiland, der Sohn Gottes, wahrer Gott und wahrer Mensch, zuckte und krümmte sich wie ein armer Wurm unter den Rutenhieben der Verbrecher, er wimmerte und stöhnte, und ein helles, süßklingendes Wehklagen wie ein liebevolles Gebet unter zerreißender Pein drang durch die zischenden Rutenhiebe seiner Peiniger.
Dann und wann verschlang diese jammervollen, heiligen, segnenden Klagetöne das Geschrei des Volkes und der Pharisäer wie eine schreckliche, schwarze Sturmwolke, sie schrien in ganzen Massen: "Hinweg mit ihm! Kreuzige ihn!", denn Pilatus verhandelte noch mit dem Volk...

Es war eine Viertelstunde, da hörten die beiden Geißler auf zu schlagen und sie traten mit zwei anderen zusammen und soffen.

Jesu Leib war ganz braun und blau und rot mit Schwielen bedeckt und sein heiliges Blut rieselte nieder. Er zitterte und zuckte. Hohn und Spott ertönte von allen Seiten.

Da fiel das zweite Paar der Geißelknechte mit neuer Wut über Jesus her. Sie hatten eine andere Art Ruten wie von Dornen, in denen hie und da Knöpfe und Sporne befestigt waren.
Unter ihren wütenden Schlägen zerrissen alle die Schwielen des heiligen Leibes und das Blut spritzte im Kreis umher, die Arme der Henker waren dvon besprengt. Jesus jammerte und betete und zuckte in seiner Qual.

Die beiden folgenden Schergen schlugen Jesus mit Geißeln. Es waren dies an einem eiseren Griff befestigte Ketten und Riemen, an deren Spitzen eisere Haken hingen, und sie rissen Jesus damit ganze Stücke Fleisch und Haut aus den Rippen. Ach, wer kann en elenden, greulichen Anblick beschreiben?..."


Jesus hat durch jede einzelne Marter eine bestimmte Art von Sünden gesühnt; so vielfältig unsere Sünden sind, so vielfältig waren seine Peinen. Deshalb betonen viele ältere Schrifterklärer, dass Jesus die peinliche Entblößung bei der Geißelung erdulden mußte, um unsere Schamlosigkeit zu sühnen. Der heilige Leib Jesu mußte so grausam ausgepeitscht werden, um die zahlreichen Sünden des Fleisches und der sexuellen Ausschweifung zu büßen.

A. K. Emmerich sah "einige frech geschürzte, liederliche Dirnen vorbeiziehen", während Jesus nach der Geißelung noch zuckend in seinem Blut am Fuß der Säule lag. Sie hatten sich bei den Händen gefaßt und standen, ihn mit weichlichen, abweisenden Blick streifend, einen Augenblick vor ihm still. "Da schmerzten ihn alle seine Wunden noch mehr und er hob sein elendes Angesicht so jammervoll gegen sie. Da zogen sie weiter und die Schergen und Soldaten riefen ihnen lachend Schandreden nach."

Die an die Unzucht Verkauften, zum Ehebruch Geneigten, alle, die in Gefahr sind, zu vergessen, dass ihr Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist - sie sollten herzhafter auf den Schmerzensmann an der Geißelsäule schauen und eifriger beten: "Der für uns gegeißelt worden ist..."


Aus "Erlöst in Blut und Wunden"
v. Dr. Franz Burger, Lins-Verlag

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