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Zum Jahresende Ende und Anfang – alles liegt in Gottes Hand

in Predigten 30.12.2013 16:19
von blasius (gelöscht)
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Michelangelos Sixtinische Kapelle. Foto: Musei Vaticani dpa

Zitat:


Wer hat, dem wird noch gegeben werden...


Rechenschaft ablegen

Am Ende des zurückliegenden Jahres geht es uns ähnlich wie den Dienern, von denen das Matthäusevangelium (Mt 25,14-30) erzählt. Sie mussten ihrem Herren Rechenschaft ablegen, was sie mit dem ihnen anvertrauten Vermögen gemacht haben. Zwei von ihnen konnten das ihnen anvertraute Gut verdoppeln, einer ließ es aus Angst vor der Strenge seines Herrn ungenutzt und versteckte es...

Jeder von uns hat vor einem Jahr 365 Talente bekommen. Jedes hatte 24 Stunden. Zeit kann man zwar nicht verdoppeln, wir sagen aber: Zeit ist Geld, und man kann mehr oder weniger daraus machen.

Einigen von uns wird es gelungen sein, die zur Verfügung gestandene Zeit auch wirtschaftlich erfolgreich zu nutzen, andere mussten vielleicht mit der zur Verfügung stehenden Zeit wuchern, um irgendwie über die Runden zu kommen. Wieder andere hätten gerne mehr daraus gemacht, hatten aber keine Gelegenheit dazu. Vielleicht weil sie keine geeignete Arbeitsmöglichkeit hatten oder weil sie durch Krankheit oder durch einen Schicksalsschlag daran gehindert worden sind.

Erfüllte Zeit


Dabei ging es nicht darum, die Zeit mit Arbeit auszufüllen oder Erfolg zu haben. Manch einer kann sagen: Ich habe genug gearbeitet in meinem Leben, ich habe mir den Ruhestand verdient. Entscheidend ist wohl, dass es gelungen ist, die gegebene Zeit mit Sinn zu erfüllen. Das kann auch Zeit sein, die wir mit anderen verbracht haben; Zeit, die wir anderen geschenkt haben; oder Zeit, in der wir uns weitergebildet oder die wir für unsere Gesundheit eingesetzt haben.

Rechenschaft ablegen heißt in dieser Stunde, Gott für die erfüllte Zeit des vergangenen Jahres zu danken:

- zu danken für alles was uns und den Mitmenschen gut getan hat;
- zu danken für alles, was uns gelungen ist;
- für alles, was uns unverhofft zugefallen ist;
- für alles, was wir in diesem Jahr dazugelernt haben;
- für alle Erfahrungen, die wir gesammelt haben.

Bitte um Vergebung


Vermutlich ist nicht immer alles glatt von der Hand gegangen. Für manches haben wir uns über Gebühr abmühen müssen. Manches haben wir erst auf Umwegen oder nach langem Warten erreicht. Und für Ereignisse, die einem viel Zeit und Kraft gekostet haben, kann manch einer gar nicht danken, weil er sie als Zumutung Gottes erlebt hat, die er oder sie nur schwer annehmen konnte.

Die Rechenschaft über die Zeit konfrontiert uns aber auch mit Gelegenheiten, die wir versäumt haben. Vielleicht waren wir manchmal so kleinmütig, wie der dritte Diener, der sein Talent vergraben hat, weil er sich nicht zugetraut hat, daraus etwas zu machen. Wir haben die eine oder andere Gelegenheit zu einem klärenden Gespräch verstreichen lassen oder wir waren nicht bereit, jemand beizustehen, zu trösten, zu vergeben.
Die Jahresbilanz gibt uns Gelegenheit, unseren Herrn um Vergebung zu bitten und einander um Vergebung zu bitten, wo wir einander etwas schuldig geblieben sind.

Das Evangelium von den anvertrauten Talenten zielt jedoch über das Erinnern an die Rechenschaft, die wir ablegen müssen, hinaus. Denn oft sind wir uns gar nicht bewusst, was uns alles anvertraut worden ist.

Das Evangelium als uns gegebenes Talen
t

Ein Wichtiges Ereignis des vergangenen Jahres war der Amtsverzicht Papst Benedict XVI. Er hat der Kirche und der Welt ein bedeutendes Zeichen gesetzt, indem er sein Amt in die Hände dessen zurückgelegt hat, der die Kirche eigentlich lenkt. Sein Nachfolger Franziskus hat in den wenigen Monaten, die er dieses Amt innehat, bereits richtungweisende Impulse gegeben. Er mahnt die Kirche, ihren missionarischen Auftrag nicht zu vergessen. In seinem ersten Rundschreiben »Evangelii Gaudium« - wörtlich übersetzt: »Die Freude des Evangeliums« - führt er aus, wie er die missionarische Ausrichtung der Kirche versteht. Es geht ihm um ein Wachsen und ein sich Erneuern am Evangelium. Ein wichtiger ist für ihn dabei Aspekt das persönliche Wachsen im Glauben. In eindringlicher Weise fordert er die Kirche, jeden einzelnen Getauften und die Weltöffentlichkeit auf, zu überprüfen, wie weit das, was wir tun, dem Evangelium Jesu Christi entspricht.

Für jeden einzelnen von uns stellt sich die Frage: Wie habe ich das Geschenk der Frohen Botschaft genützt? War es mir Quelle der Freude? Bin ich durch das Betrachten des Evangeliums im Glauben gewachsen? Oder muss ich bekennen: Ich habe dieses Talent vergraben, weil ich mich überfordert gefühlt oder weil ich es verkannt und gering geschätzt habe?

Das Evangelium von den Talenten endet mit einem sehr ernsten Bild:


"Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen." (Mt 25,29 f.).
Dieses schwierige Jesuswort wird erst verständlich, wenn man für das Haben den Glauben einsetzt. Wer Glauben hat und mit ihm arbeitet, wird noch mehr davon bekommen. Wer mit dieser Gabe Gottes sorgsam umgeht, der verdoppelt sie und wird an der Freude des Herrn teilhaben. Wer dieses Geschenk jedoch verkommen lässt, wird Finsternis, Verzagtheit und Verbitterung erfahren. Wir bestrafen uns selbst, wenn wir diese kostbare Gabe Gottes nicht nutzen.

Das Schöne am Jahreswechsel ist, dass wir gleichzeitig ein neues Jahr beginnen. 365 Tage liegen vor uns, werden uns anvertraut. Machen wir etwas daraus und wir werden teilhaben an der Freude unseres Herrn.

Dank an- Hans Hütter

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