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#1

Freude, die aus der Tiefe des Glaubens kommt Zwischen Verheißung und Verzweiflung

in Neues Testament 14.12.2013 20:33
von blasius (gelöscht)
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1. Lesung vom 3. Adventsonntag, Lesejahr A:
Jes 35,1-6a.10

Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja:

Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen,
die Steppe soll jubeln und blühen.
Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie,
jubeln soll sie, jubeln und jauchzen.
Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt,
die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon.
Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen,
die Pracht unseres Gottes.
Macht die erschlafften Hände wieder stark
und die wankenden Knie wieder fest!
Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht!
Seht, hier ist euer Gott!
Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung;
er selbst wird kommen und euch erretten.
Dann werden die Augen der Blinden geöffnet,
auch die Ohren der Tauben sind wieder offen.
Dann springt der Lahme wie ein Hirsch,
die Zunge des Stummen jauchzt auf.
Die vom Herrn Befreiten kehren zurück
und kommen voll Jubel nach Zion.
Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern.
Wonne und Freude stellen sich ein,
Kummer und Seufzen entfliehen.


2. Lesung vom 3. Adventsonntag, Lesejahr A:
Jak 5,7-10

Lesung aus dem Jakobusbrief

Brüder,
haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn!
Auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde,
er wartet geduldig,
bis im Herbst und im Frühjahr der Regen fällt.
Ebenso geduldig sollt auch ihr sein.
Macht euer Herz stark,
denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor.
Klagt nicht übereinander, Brüder,
damit ihr nicht gerichtet werdet.
Seht, der Richter steht schon vor der Tür.

Brüder, im Leiden und in der Geduld
nehmt euch die Propheten zum Vorbild,
die im Namen des Herrn gesprochen haben.



Freude, die aus der Tiefe des Glaubens kommt
Zwischen Verheißung und Verzweiflung


Was in diesen Texten angeboten wird, geht weit über Advent und Weihnachten hinaus. Es sind viele Trostworte in der alttestamentlichen Lesung und im Evangelium zu finden. Die zweite Lesung ermuntert Geduld zu haben, bis zur Ankunft des Herrn.

Der Prophet Jesaja (8. Jhdt.v.Chr.) lebte in einer fürchterlichen Zeit und kritisiert mit scharfen Worten die zersetzende Lebensart und die elenden politischen Verhältnisse in Juda und Jerusalem. Trotz aller Kritik: Blinden werden die Augen geöffnet- also zu Erkenntnissen kommen, dass es so nicht weitergeht, die Zunge des Stummen jauchzt auf, will heißen, dass diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, beachtet werden, Taube hören, Tote stehen auf- alles Trostworte für einen Neuanfang, Visionen freilich, die anzustreben sind und zu einer bevorstehenden Vollendung führen, weil der Herr nahe ist. Es ist eine Parusieerwartung, die Wiederankunft des Herrn.

Das meinte auch Paulus, aber der Beginn des Evangeliums spricht zunächst eine andere Sprache: „In jener Zeit hörte Johannes im Gefängnis von den Taten Christi.“ Also doch nicht die heile Welt, von der Jesaja spricht und was Jesus ankündigt. Im Evangelium steht Johannes am Ende seines Lebens. Er wird umgebracht. Das ist eine große Spannung zwischen dem, was geschieht und, was angekündigt wird. Daher die berechtigte Frage: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ (Mt.11,3). Es sind Spannungen, die nicht aufgehoben, sondern schwer auszuhalten sind.

Altes und Neues in 1 Person vereint


Augustinus, der Kirchenlehrer des 4. und 5. Jhdts., zeigt das sehr deutlich an der Person des Johannes: „Er scheint so etwas wie eine Grenzlinie zwischen den beiden Testamenten, dem Alten und dem Neuen zu sein... Johannes stellt in seiner Person das Alte dar und verkündet doch das Neue. Weil er das Alte darstellen sollte, wurde er von einer Greisin (Elisabeth) geboren; weil er aber schon das Neue vertritt, wird er noch im Schoß der Mutter zum Propheten erklärt. Als er noch nicht geboren war, jubelte er im Mutterschoß bei der Ankunft Mariens. Schon dort hatte er seine Bestimmung schon vor der Geburt; wessen Vorläufer er sein sollte, wurde angezeigt. Zacharias, der Vater des Johannes, schweigt und verliert seine Stimme, weil er nicht glauben kann, dass Elisabeth in hohem Alter noch einen Sohn zur Welt bringt; bis Johannes geboren ist und er die Stimme wieder bekommt. Verkündete Johannes sich selbst, könnte er den Mund des Zacharias nicht öffnen. Johannes ist Stimme auf Zeit, Christus im Anfang das ewige Wort.“ (nach Lektionar zum Stundenbuch I/5 S 286f).

Neubeginn, Freude...

Johannes ist auch von der Vergangenheit belastet und sagt: „Tut Buße!“ Jesus vertritt eine andere Sichtweise: „Fangt neu an!“ Somit eine sehr optimistische Grundstimmung. Diese wird auch im Sonntag „Gaudete“ – Freuet Euch!“ durch die rosa Farbe ausgedrückt. Der Eingangsvers lautet: „Freuet euch im Herrn zu jeder Zeit! Und nochmals sage ich: Freut euch im Herrn, denn der Herr ist nahe.“ (Phil.4,4.5).

Die Freude, von der Jesus spricht, dass sie „in uns“ sei, ist keine „Zugabe“ zum Leben des Christen. Ohne diese Freude gibt es kein wirkliches christliches Leben. Es ist die Freude über die „kostbare Perle“, über den „Schatz im Acker“ (Mt.13,44-52). Diese Freude gibt der Kirche ihre Lebenskraft, sie stärkt uns in den Mühen des Alltags und ist das herausragende Merkmal der christlichen Gemeinden. (Kardinal Carlo Martini +). Werden wir also „Künder des Wortes und Diener dieser Freude, denn im Glauben sind wir fest verwurzelt“ (2 Kor 1,24).

Dank an: Max Angermann



Liebe Grüße und einen gesegneten 3.Advent, blasius

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