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#1

Das Ende der Welt – den Gottlosen zur Furcht, den Frommen zur Freude

in Wort- und Begrifferklärungen 25.02.2020 08:28
von Blasius • 3.020 Beiträge




Erfreuet euch, wenn euch jetzt traurige Zeichen der Widerwärtigkeit vorkommen.


Die Gottlosen, welche ein böses Gewissen haben, werden vor Furcht und Angst verschmachten, sich aller Orten unter die Erde zu verkriechen suchen, diese werden heulen, schreien und jammern gleich jenen belagerten Türken: o wehe, nun ist es um uns geschehen! Wir müssen uns ergeben; nun hat unsere Freude und Ergötzlichkeit, welche wir auf der Welt haben, ein Ende; Ehre und Ansehen vor den Menschen ist verschwunden; Geld und Güter müssen wir verlassen; der letzte Tag ist vor der Türe; nun ist es bald daran, daß die schreckliche Posaune in unsern Ohren erschallen wird: Steht auf, ihr Toten! Kommt zum Gericht. Jetzt ist es bald daran, daß wir vor dem erzürnten göttlichen Richter erscheinen müssen, welchen wir verachtet und mit unsern Lastern uns zum Feind gemacht haben; jetzt ist es bald daran, daß unsre Schandtaten, welche wir bisher vor den Augen der Menschen, ja sogar in den Beichtstühlen verhehlt und verborgen gehalten haben, im Angesicht der ganzen Welt offenbar und kund gemacht werden; bald ist es daran, daß wir anhören müssen das entsetzliche Endurteil: Weichet von mir, ihr Verfluchten! In das ewige Feuer (Matth. 25, 41); daß wir dem Himmel und der Erde, Gott, unserm höchsten, einzigen Gute, Maria, der Mutter Gottes, allen Engeln und auserwählten auf ewig Lebewohl sagen werden und mit den Teufeln zur Hölle fahren müssen. O wehe, welchen Schrecken und welche Angst wird dieser Gedanke beim Anblick der Zeichen und Vorboten des Gerichtstages in den Herzen der Sünder erregen?

Was werden aber die gerechten Diener und Dienerinnen Gottes denken, welche entweder ihrem Schöpfer beständige Treue gehalten, oder doch ihre begangenen Sünden mit aufrichtiger Bekehrung rechtschaffen bereut und abgebüßt haben; welche bisher in diesem traurigen Jammertal und in vielen Gefahren und Drangsalen des Leibes und der Seele, gleich den Gefangenen im Kerker, so oft nach ihrem Vaterland und ihrer ewigen Ruhestätte geseufzt haben? Wie wird es denen, frage ich, zu Mute sein?

Höret, was zu jenen Christus, nachdem er die schrecklichen Vorzeichen der Ordnung nach erzählt hatte, gesprochen: Wenn nun dieses anfängt zu geschehen, dann schaut auf und erhebt eure Häupter, denn es naht eure Erlösung. (Luk. 21, 28) Mit nieder geschlagenem Haupt daher gehen, ist ein Zeichen der Furcht und Betrübnis; nein, meine lieben Kinder! Das ist für euch nicht, das laßt die Gottlosen tun, welche mich nicht lieben und ehren wollten; diese lasset vor Furcht und Angst verschmachten, weil sie an meinem Reich keinen Teil haben werden; ihr aber, gerechte Seelen! welche mein Gesetz gehalten und meinen Willen in allem zu erfüllen gesucht haben, erhebt eure Häupter, erfreut euch und frohlockt; warum? denn es naht eure Erlösung! Jetzt ist es daran, was ihr so lange gewünscht, daß ihr, von eurer Gefangenschaft, von allen Gefahren und Trübsalen erledigt, zur ewigen Ruhe und Freiheit der auserwählten Kinder Gottes gelangen werdet; jetzt kommt der Tag heran, an dem ihr eure und meine Feinde, welche euch so oft verfolgt und gequält haben, unter euren Füßen liegen und zittern sehen werdet, da ich eure bisher vor der Welt unbekannte, von den eitlen, leichtfertigen Weltkindern verachtete und verlachte Demut und andere Tugendwerke vor Himmel und Erde offenbaren werde. Freuet euch, meine Kinder! eure Erlösung ist nahe, das Reich der Himmel wird sich bald zu eurer Ankunft öffnen; kommt her, ihr Gebenedeiten! besitzet das Reich, das mein Vater und ihr selbst euch zubereitet habt; kommt her mit mir in die ewigen Freuden!

Betrachtet den Feigenbaum, setzt Christus hinzu, und alle Bäume. Wenn sie jetzt Frucht bringen, so wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. Ebenso erkennt auch, wenn ihr dies geschehen seht, daß das Reich Gottes nahe ist. (Luk. 21, 29-31) Damit wollte er sagen: Zur Winterszeit sind die Bäume kahl, sie stehen da ohne Blätter und Früchte, mit kaltem Schnee bedeckt, gleichsam in Trauer; aber lasset den angenehmen Frühling heran kommen, welch ganz anderes fröhliches Ansehen werden sie alsdann den Augen darbieten! Wie werden sie mit dem heraus schießenden grünen Gewand sich schmücken! Wie wird der Vögel Gesang so angenehm in den Ohren erschallen! Ebenso geht es jetzt euch, meine getreuen Diener und Dienerinnen! Bisher habt ihr einen rauhen Winter erlebt; von der Welt, welche ihr meinetwegen verachtet, seid ihr gehaßt und verfolgt worden; in mancherlei Trübsal und Widerwärtigkeit habt ihr mehrmals wehmütig geseufzt und geweint; nunmehr aber, da ihr diese Zeichen als Vorboten des nahenden Frühlings und ewig währenden Sommers erblickt, rüstet euch, eure Herzen und Häupter in die Höhe, eure Erlösung ist nahe! Nun ist es daran, daß eure geübten Tugendwerke mit der ewigen Freudenkrone geschmückt werden sollen.

Das war es, worauf der heilige Apostel Paulus in seinen vielen Drangsalen und erlittenen Verfolgungen sich so manchmal im Geist gefreut hat, da er an seinen Jünger Timotheus schrieb (2. Tim. 4, 6-8): Die Zeit meiner Auflösung ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt, ich habe meinem Gott beständige Treue gehalten; was habe ich nun dafür zu erwarten? Im übrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage geben wird; nicht allein aber mir, sondern auch allen, die seine Wiederkunft lieb haben. Da ist es, wonach auch wir mit immer währendem Wunsch verlangen sollen, da wir von Christus, unserm Heiland, gelehrt worden sind, täglich zu beten: Vater unser, der du bist in den Himmeln, zukomme und dein Reich. Da nun dies alles vergehen wird, schreibt ebenfalls der heilige Apostel Petrus, wie sehr sollt ihr euch befleißen, mit heiligem Wandel und Gottseligkeit zu erwarten und entgegen zu eilen der Ankunft des Tages des Herrn, durch welchen die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente von der Hitze des Feuers zerschmelzen! Wir erwarten aber nach seiner Verheißung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in welcher Gerechtigkeit wohnt. Da ihr nun, Geliebteste! dieses zu erwarten habet, so befleißet euch, daß ihr vor ihm unbefleckt und tadellos im Frieden erfunden werdet. (2. Petr. 4, 11-14) Eilt nur mit Freuden nach der Ankunft dieses Tages des Herrn.

Christliche Zuhörer! Was sollen wir uns nun für Gedanken darüber machen? Wenn am heutigen Tage schon jene schrecklichen Zeichen am Himmel sich blicken ließen, welche uns den nahenden letzten Tag der Welt ankündigen, hätten wir alle mit einander Ursache, unsere Häupter in die Höhe zu erheben und mit Freuden und Frohlocken auf die Ankunft des Richters und unsrer Erlösung zu warten? Würdest du dich freuen, o Ehrgeiziger! Dem noch jetzt das Ansehen bei den Menschen mehr gilt, als die Gunst und Gnade deines Gottes? Würdest du dich freuen, o Geldgieriger! Dessen größte und beinahe einzige Sorge am Tage ist, Geld und Gut auf allerlei Weise zusammen zu scharren, in dessen Händen und Kisten noch wirklich das schon längst mit Ungerechtigkeit gewonnene und bisher noch nicht erstattete fremde Gut aufbewahrt wird? Würdest du dich freuen, o Unzüchtiger! der du bisher deinen unehrbaren Fleisches-Gelüsten nachgegangen, durch deine ungestümen, gewaltigen Anforderungen so manche sonst noch unschuldige Seele verführt, der du noch jetzt wirklich bei der nächsten Gelegenheit mit unreiner Liebe verstrickt bist, welche du nicht verlassen willst? Würdest du dich freuen, o Rachgieriger! der du noch in wirklichem, bitterem Hass und Groll wider deinen Nebenmenschen, welchem du nicht verzeihen willst, auf Rache bedacht bist? Würdest du dich freuen, o Vollsäufer! der du bei jeder Gelegenheit mit unmäßigem Trunk deine Vernunft, dich und die Deinigen zu Grunde richtest? Würdest du dich freuen, o eitles Weltkind! das du noch wirklich in die Welt verleibt bist, deren Gebräuche für dein Gesetz hältst und ein laues, müßiges Leben führst?

Mit einem Wort: würdet ihr euch auf den kommenden Richter freuen, alle, die ihr noch wirklich eine schwere Sünde auf dem Gewissen habt? Sollte man euch beim Anblick der schrecklichen Zeichen des nahenden letzten Gerichtstages aufmuntern können mit jenen Worten des Heilandes: schaut auf, erhebt eure Häupter, freut euch, denn eure Erlösung ist nahe? O wehe, Furcht, Angst, Schrecken, Verschmachtung müssen euch ja diese traurigen Vorboten mitbringen! Ach, warum fürchten wir denn nicht Gott zu beleidigen? Wie können wir uns noch getrauen, eine einzige Stunde lang in jenem leidigen Stand zu verharren, in welchem wir, wenn uns der Tod übereilen sollte, unfehlbar ein Gericht ohne Barmherzigkeit und nach dem Gericht das Feuer der Hölle in alle Ewigkeit zu erwarten hätten?

Gerechte Seelen, wenn ihr ein gutes Gewissen habt, für euch wäre die Freude und frohlockende Hoffnung! Ach, fahrt doch nur beständig fort, eurem Gott eifrig und treu zu dienen! Lasset uns, ermahnt uns der heilige Apostel Paulus,, sittsam, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, indem wir erwarten die selige Hoffnung und die Ankunft der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi. (Tit. 2, 12. 13.) Bedrängte Christen! die ihr in Mühseligkeit und Kümmernis jetzt eure Tage zubringt, was sollt ihr denken? Betrübte Zeichen scheinen es, da ihr jetzt mit so vielen Drangsalen von der Hand Gottes getroffen werdet: betrübte Zeichen! allein seid getröstet; gleichwie jene schrecklichen Zeichen des nahenden Endes der Welt lauter Trost- und Freudenzeichen sein werden für die Frommen und Gerechten als Vorboten ihrer nahenden Erlösung, also sind auch jetzt die Trübsale, so groß und bitter sie immer seien, wenn sie nur mit gutem Gewissen und mit Ergebung in den Willen Gottes erduldet werden, für euch lauter unfehlbare Zeichen der künftigen ewigen Freuden im Himmelreich. So denkt denn zu eurem Trost und zu eurer Linderung der Schmerzen: was ich jetzt leide, das nimmt ein Ende und dauert nicht lange, alle Tage naht mehr und mehr meine Erlösung; bin ich eine kurze Zeit arm und bedürftig, ei, diese Armut ist ein Zeichen meiner künftigen Reichtümer im Himmel; bin ich auf der Welt verachtet, verfolgt, von den Menschen verlassen, diese Demütigung ist mir ein gewisses Zeichen meiner bald nahenden Ehre und Herrlichkeit in der Gemeinschaft der Auserwählten im Himmel; leide ich jetzt Schaden und Verlust meiner Güter, dieser Verlust ist mir ein Zeichen meines künftigen Gewinnes und zu hoffenden Schatzes im Himmel; weine ich jetzt vor Betrübnis und Leidwesen wegen des Todes der Meinigen, diese Betrübnis ist mir ein Zeichen meiner künftigen Fröhlichkeit im Himmel; bin ich jetzt schwach und kränklich, diese Schwachheit und Krankheit ist mir ein Zeichen meines nahenden ewigen Wohlseins im Himmel; muss ich mich jetzt täglich mit schwerer Arbeit plagen, um mit den Meinigen das Brot zu verdienen, diese mühsame Arbeit ist mir ein Zeichen und Vorbote meiner kommenden ewigen Ruhe im Reich der Himmel.

Ei, mein Gott! so will ich mich denn gerne ergeben in deinen heiligen Willen und in deine gnädige Anordnung; so will ich denn mit deiner Hilfe und deinem Beistand leiden, was, wie und wie lange du willst, daß ich es leiden soll. So schmerzlich es mir immer vorkommt, so werde ich doch so viele Drangsale nicht leiden können, deren nicht wohl würdig seien die künftigen himmlischen Freuden, welche du mir zubereitet hast. Mit diesem Trost will ich mich denn in allen meinen Leiden erfreuen in Erwartung der überglückseligen Hoffnung und der Ankunft der Herrlichkeit meines großen Gottes und Heilandes Jesu Christi. Denn ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und ich werde in meinem Fleisch meinen Gott schauen. Ich selbst werde ihn sehen und meine Augen werden ihn anschauen. Diese meine Hoffnung ruht in meinem Busen. (Job 19, 25-27) Diese einzige Hoffnung ist mir Trost genug. Amen. –

aus: Franz Hunolt SJ, Christliche Sittenlehre der evangelischen Wahrheiten, dem christlichen Volk in sonn- und festtäglichen Predigten vorgetragen, Bd. 9, Siebzehnter Teil, 1848, S. 114 – S. 119

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Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 25.02.2020 08:57 | nach oben springen


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