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Mahnende Offenbarung über das, was ist, in sieben Sendschreiben

in Schon gewusst ? 18.02.2020 08:22
von Blasius • 2.905 Beiträge



Das Sendschreiben nach Philadelphia (Offb. Kap. 3 Vers 7-13)

1 Das Sendschreiben nach Philadelphia (Offb. Kap. 3 Vers 7-13)
1.1 Das Sendschreiben nach Philadelphia
1.2 Lob an die Christen von Philadelphia
1.3 Der Heilige ist Christus selbst
1.4 Die Lage der Christen in Philadelphia
1.5 Eine schwere Prüfung wird über die Erde kommen
1.6 Die christlichen Sieger sind Gottes Eigentum
Das Sendschreiben nach Philadelphia

(7) Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, de den Schlüssel Davids hat, der öffnet so daß niemand zu öffnen vermag: (8) Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand schließen kann; denn du hast zwar eine geringe Kraft, hast aber mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet. (9) Siehe, ich gebe (dir) etliche aus der Synagoge des Satans, (aus dem Kreise) derer, die behaupten sei seien Juden, sie sind es aber nicht, sondern sie lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen und sich nieder werfen vor deinen Füßen und einsehen, daß ich dich lieb gewonnen habe. (10) Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, so will ich auch dich bewahren vor (dem Fall in) der Prüfungsstunde, die über die ganze Welt kommen soll, um die Bewohner der Erde zu erproben. (11) Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit keiner deinen Siegeskranz weg nehme. (12) Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Hause meines Gottes machen, und er soll wahrlich niemals mehr heraus kommen, und ich werde darauf schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalems, das aus dem Himmel herab steigt von meinem Gott her, und meinen neuen Namen. (13) Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Lob an die Christen von Philadelphia

Philadelphia, etwa 45 Kilometer südöstlich von Sardes an der Straße von Troas über Pergamon und Sardes nach dem Osten gelegen, war eine kleine Provinzstadt. Ihren Namen verdankte sie ihrem Gründer Attalos II. Philadelphos. Schwere Erdbeben, wie sie heute noch in Anatolien häufig sind, waren der Schrecken der Bevölkerung. Eine starke Judenkolonie war den Christen feindselig gesinnt. Vielleicht hing es gerade mit dieser ständigen Unsicherheit und Bedrückung zusammen, daß die Gemeinde der Jesusjünger zu Philadelphia so treu am Glauben festhielt. Der Herr braucht kein Wort des Tadels über sie auszusprechen. Auch Ignatius der Märtyrer spendet in seinem etwa fünfzehn oder zwanzig Jahre später an die Gemeinde gerichteten Brief den Philadelphiern nur Lob. Im Martyrium des Polykarp werden elf Blutzeugen aus Philadelphia genannt. Die bildhaften Wendungen des Schreibens dürften mit den örtlichen Verhältnissen im Zusammenhang stehen und waren darum dieser Gemeinde leichter verständlich. Wer auf vulkanischem Boden lebt, weiß, was eine „offen Tür“ bedeutet, wenn alles wankt und mancher zwischen den Mauern des eigenen Heims umkommt, weil der Ausgang versperrt ist. Er weiß auch den festen Halt einer starken Säule zu schätzen. Der „neue Name“ aber mochte die Bewohner daran erinnern, daß ihre Stadt sich mehrmals umbenannt hatte: „Neu-Cäsarea“ zu Ehren des kaiserlichen Adoptivsohnes Germanikus, und „Flavia“, um Flavius Vespasian ihre Dankbarkeit zu bezeigen.

Der Heilige ist Christus selbst
Als den „Heiligen“ bezeichnet sich Christus. Diesen Namen trägt er, wie Gott ihn im Alten Testament trägt. Die Heiligkeit gehört zu seinem Wesen. Aus Gnade läßt er uns daran teilnehmen. „Denn du allein bist heilig“, so preist ihn das Gloria der Messliturgie. Auch „der Wahrhaftige“ ist ein Gottestitel. Christus nennt sich selbst „die Wahrheit“ (Joh. 14, 6). Daß er als Gott nicht lügt und seine Versprechen nicht bricht, will Johannes weniger betonen, als daß der Herr die Wirklichkeit alles Seins in sich trägt. Nichts an ihm ist bloß Schein. In seiner Hand ruht der „Schlüssel Davids“, das Symbol der unumschränkten Macht über die Stadt Davids, das himmlische Jerusalem (Is. 22, 22). Die Herrschaft über die Pforten der Unterwelt ist darin eingeschlossen (1, 18). Wem Christus den Zutritt zum Reich des Messias gestattet, den kann keine andere Macht ausschließen; wem er aber die Tür versperrt, dem hilft niemand hinein. Das mögen sich die Hass erfüllten Juden Philadelphias gesagt sein lassen. Ihr Pochen auf Rasse-Privilegien nutzt ihnen nichts mehr. Wenn Christus auch die oberste Schlüsselgewalt im „Himmelreich“ seinem Stellvertreter auf Erden verheißen hat (Matth. 16, 9), so bleibt er doch selbst der eigentliche Inhaber. In Verknüpfung mit Is. 22, 22 wird der siebte Vers in der Liturgie als vierte von den sieben „O-Antiphon“ am 20. Dezember zum Magnifikat gesungen.

Die Lage der Christen in Philadelphia
Die Christen Philadelphias lebten in gedrückter Lage. Weniger der Zahl als dem Einfluss nach galten sie nicht viel unter ihren Mitbürgern, die bei ihrem urteil die üblichen äußerlichen Maßstäbe anlegten. Christus urteilt anders. Er weiß um „Werke“, die vollwendig sind, mögen sie bei den Menschen noch so niedrig im Kurs stehen. Und da er den Seinen eine Tür zum Eintritt ins Gottesreich geöffnet hat, ist keine Erdenmacht imstande, sie daran zu hindern. Vielleicht bedeutet der bildhafte hier ähnlich wie 1. Kor. 16, 9; 2. Kor. 2, 12; Kol. 4, 3 den besonderen Segen des Herrn zu erfolgreicher Ausbreitung der Religion Jesu von Philadelphia aus. Das wäre der schönste Lohn für das treue Bekenntnis der armen Gemeinde und für ihr Festhalten am Wort des Herrn. Also nicht vom äußeren Wohlstand, von den „reichen Spenden für kirchliche Zweck“ oder von der Geltung im Urteil der Menschen hängt das christliche Leben einer Gemeinde oder ihr Anteil an den Missions-Erfolgen der Kirche in erster Linie ab, sondern von der Festigkeit des Glaubens an das Wort Gottes und von der Bekenntnistreue zu Christus.

Als besonders schönen und seltenen Missions-Erfolg verheißt der Herr, daß sogar einige der erbitterten Feinde aus dem Judentum ihren Irrtum und ihr Unrecht einsehen und reumütig sich zu Füßen des Bischofs der Christen werfen werden. Bisher gehörten diese Juden zur „Synagoge des Satans“, standen, wenn auch unbewußt, im Dienst des Bösen, waren seine Hörigen, mochten sie auch das Privileg für sich beanspruchen, das echte Gottesvolk zu sein (vgl. 2, 9). Bislang hatten sie nicht einsehen und zugeben wollen, daß eine große Wende im Verhältnis zwischen Israel und seinem Bundesherrn sich vollzogen und der Herr ein anderes Volk lieb gewonnen hatte. Aber er wird sie zu dieser Erkenntnis führen. Dann wird sich das Prophetenwort (Is. 45, 14; 49, 23; 60, 14) umgekehrt erfüllen: Nun kommen nicht mehr die Heidenvölker huldigend zu Israel, sondern Angehörige des ehemaligen Gottesvolkes werfen sich den Jüngern des von ihm abgelehnten Messias zu Füßen. Das ist der höchste Triumph der Kirche, wenn sie ihre Feinde ohne Gewalt durch die Macht der Wahrheit und der duldenden Liebe besiegt.

Eine schwere Prüfung wird über die Erde kommen
Der Endsieg aber ist noch nicht errungen. Eine schwere Prüfung wird über die ganze Erde kommen und nicht nur die Christen, sondern alle Erdenbewohner erproben. Das gilt von den Leiden und Versuchungen der gesamten Endzeit, insbesondere aber von denen, die der Parusie des Herrn vorauf gehen. Gott hat die Dauer der Prüfungsstunde voraus bemessen. Seinen Getreuen aber wird er zum Lohn für ihr tapferes Ausharren „mit der Versuchung zugleich einen Ausweg schaffen, der ihnen das Ertragen ermöglicht“ (1. Kor. 10, 13). Sie haben das „Wort vom Harren“ bewahrt. Dem Auftrag Christi, in Geduld und Ausdauer die Seelen zu retten, sind sie nachgekommen und haben sein Beispiel der Geduld nachgeahmt. Sie haben aber auch das Wort des Herrn bewahrt, indem sie in Wachsamkeit und Treue auf sein Kommen harrten, wie gewissenhafte Knechte auf die Wiederkehr ihres Herrn harren (Luk. 12, 37). Zum Lohn dafür wird er sie zwar nicht von den Prüfungsleiden verschonen, aber sein gebet wird an ihnen erhört: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen“ (Joh. 17, 11). Er führt zwar auch sie in Versuchung, doch er erlöst sie auch von dem Übel, indem er sie vor dem Fall bewahrt (Matth. 6, 13; Joh. 17, 15).

Die christlichen Sieger sind Gottes Eigentum
Das Wissen um den bewahrenden Beistand des Herrn gibt den Christen Halt in allen Schwierigkeiten. Darum erschreckt sie auch nicht die Ansage seiner baldigen Ankunft (vgl. 1, 1; 2, 16; 22, 6 u. 12 u. 20); sie tröstet und ermuntert sie vielmehr. Er kommt ja für die Seinen nicht zur Strafe, sondern zur Befreiung und Belohnung. Worauf es ankommt, ist das unentwegte Festhalten dessen, was Gott huldvoll schenkte und was mit Hilfe der Gnade bisher errungen wurde. Noch kann der dem Sieger wirkende Kranz verloren gehen. Neider und Feinde gibt es genug (2, 10; 1. Kor. 9, 24; 2. Tim. 5; 4, 8). Das Kampfmotiv klingt hier wieder an. Es wird noch verstärkt im Siegerspruch mit seiner seiner doppelten Verheißung. Wenn der Oberpriester des Kaiserkultes in einer Provinz sein Amtsjahr hinter sich hatte, durfte er im Tempelbezirk seine Statue aufstellen. Darauf waren sein Name, seine Amtszeit, der Name seines Vaters und seiner Heimat eingeschrieben. Viel höhere Auszeichnung erwartet den christlichen Sieger. Im Gottestempel der himmlischen Heimat (7, 15 u. ö.) wird er als tragende und zugleich zierende Säule eingebaut. Das ist ja kein Bau aus totem Stein, sondern ein lebendiger Tempel. Christus selbst ist der Eckstein (Eph. 2, 20 – 22; 1. Petr. 2, 5). Wer einmal dort seinen Ehrenplatz erhalten hat, bleibt in Ewigkeit darin. Unauslöschlich ist auf der lebendigen Säule, dem Symbol der tragenden Festigkeit (Gal. 2, 9; 1. Tim. 3, 15), der Name des Gottes Jesu eingeschrieben; denn die Sieger sind Gottes Eigentum geworden (vgl. 3, 5). Dazu kommt der Name des neuen Jerusalem, der Stadt Gottes, in der die Sieger für immer Bürgerrecht genießen. Ihr König ist Christus der Herr. Noch ist dieses Jerusalem nicht in seiner vollen Herrlichkeit auf Erden zu finden. Aber dereinst steigt es aus dem Himmel herab (21, 2ff). Eine neue Weltordnung beginnt alsdann. Darum wird auch ihr König mit einem neuen, jetzt noch verborgenen Namen benannt und dieser Name auf der Säule angebracht. Aus 19, 12f. Könnte geschlossen werden, daß der Logos-Name gemeint ist. Vielleicht soll aber der neue Name Jesu dem neuen Verhältnis zu seinem Vater (1. Kor. 15, 28) und zu den Erlösten Ausdruck geben.

Die Liturgie sieht die ehrenvollen Verheißungen des zwölften Verses in besonderem Maße am Apostel Johannes selbst erfüllt. Deshalb verwendet sie diese Worte an seinem Fest im vierten Responsorium der Metten.

Freude und sieghaftes Selbstbewusstsein sollen diese Verheißungen in den armen, machtlosen Christen Philadelphias wach rufen. Aber nicht nur in ihnen. Alle Gemeinden sind einbegriffen. Eine ähnliche Seelenhaltung wollte Paulus in den Korinthern wecken, als er ihnen schrieb: „Die Welt, das Leben wie der Tod, die Gegenwart wie die Zukunft, alles gehört euch, ihr aber gehört Christus, Christus jedoch Gott“ (1. Kor. 3, 22f). –

Herders Bibelkommentar Die Heilige Schrift für das Leben erklärt, Bd. XVI/2 Die Apokalypse, 1942, S. 73 – S. 76
weitere Herders Bibelkommentare zur Geheimen Offenbarung siehe: Herders Bibelkommentare zur Apokalypse

https://katholischglauben.info/das-sends...h-philadelphia/

Liebe Grüße, Blasius

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