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Mariam Thresia Chiramel Mankidiyan

in Unsere Fürsprecher 08.06.2013 19:06
von Kristina (gelöscht)
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http://www.vatican.va/news_services/litu...kidiyan_ge.html

MARIAM THRESIA CHIRAMEL MANKIDIYAN
(1876-1926)


Mariam Thresia wurde in der ersten Hälfte ihres Lebens einfach Thresia genannt, mit dem Namen, der ihr bei der Taufe am 3. März 1876 gegeben worden war. Sie wollte aber Mariam Thresia genannt werden, da sie glaubte, daß in einer Vision der seligen Jungfrau Maria (1904) sie von dieser gebeten wurde, ihrem Vornamen „Mariam" hinzuzufügen. So geschah es: als Mariam Thresia legte sie 1914 ihre Profeß ab, die Gründerin und das erste Mitglied der Kongregation der hl. Familie. Mariam Thresia war eine der wenigen heiligen Personen, die sich beständig und bewußt zwischen den Bewohnern dieser Welt wie auch unter den Besuchern aus der überirdischen wie unterirdischen Welt bewegten.
Sie ist geboren am 26. April 1876 als Tochter von Thoma und Thanda Chiramel Mankidiyan in Dorf Puthenchira, in Kreis Trichur (Kerala). Obwohl die Familie ursprünglich eine wohlhabende adlige Familie war, fiel sie in immer größere Armut, als Thresia‘s Großvater seine sieben Töchter mit teurer Mitgift verheiraten mußte und ihr Vater und Bruder das Trinken anfingen, um das schwere Los der Familie zu vergessen. So waren die Familienerfahrungen der künftigen Wegbereiterin des Familienapostolats. Als drittes von fünf Kindern (zwei Jungen und drei Mädchen), wuchs Thresia in Frömmigkeit und Heiligkeit auf unter der liebevollen Anleitung ihrer frommen Mutter Thanda. Wie sie später in ihrer Autobiographie (ein kleines Schriftchen von kaum sechs Zeiten, verfaßt im Gehorsam gegenüber ihrem geistlichen Vater) niederschrieb, wurde Thresia von früher Kindheit an von intensiven Streben nach der Liebe zu Gott angetrieben. Zu diesem Zweck fastete sie vier mal in der Woche und betete den Rosenkranz mehrmals am Tage. Als ihre Mutter Thanda sie mit acht Jahren ganz abgemagert sah, versuchte sie, Thresia vom strengen Fasten und den Nachtwachen abzubringen. Aber Thresia strebte immer mehr danach, dem leidenden Christus ähnlich zu werden, dem sie mit etwa zehn Jahren auch ihre Jungfräulichkeit weihte.

Abklärung ihrer Berufung

Als Thresia erst zwölf Jahre alt war, starb ihre Mutter, was auch das Ende ihrer Volksschulbildung bedeutete. Es begann die lange Suche, die Berufung ihres Lebens herauszufinden. Sie sehnte sich nach einem verborgenen Gebetsleben und heckte 1891 einen Plan aus, sich von Zuhause nachts wegzustehlen und ein Einsiedlerleben des Gebetes und der Buße zu führen in der Einsamkeit der weit entfernten Waldhügel. Aber dieser Plan erwies sich als zu naiv. Sie ging also weiterhin mit ihren drei Freundinnen zur Pfarrkirche, um sie zu putzen und den Altar zu schmücken. In ihrer Liebe zu Jesus wünschte sie, ihm ähnlich zu werden in seinem Abmühen und Apostolat. So half sie den Armen, pflegte die Kranken, besuchte und ermunterte die Vereinsamten in der Pfarrei. Sie pflegte sogar ekelerregende und abstoßende Fälle von Aussatz (Lepra) und Pocken, die von ihren armen Verwandten verlassen worden waren, da sie nicht für sie sorgen konnten. Bei ihrem Tod sorgte Thresia für ihre verwaisten Kinder. So kam ein ziemlich verwahrlostes Dorf in Kerala in den Genuß der Liebesdienste einer echten Vorläuferin der Mutter Teresa von Kalkutta, der Nobelpreisträgerin und frommen Gründerin der Missionarinnen der Liebe. Sowohl Mariam Thresia wie auch Mutter Teresa dienten den Ärmsten der Armen selbstlos und heroisch, wobei die erstere der anderen um ein halbes Jahrhundert voranging, vor dem Zeitalter der Journalisten mit Blitzlichtkameras wie von Fernsehleuten, die in einem Augenblick Nachrichten über die ganze Welt verbreiten können und damit berühmte Leute schaffen.
Thresia und ihre drei Freundinnen bildeten eine Gebets- und Apostolatsgruppe. Sie fühlten sich frei, notleidende Familien zu besuchen. Das war wie eine kleine Revolution in der damaligen tradionsbestimmten Welt, die gegen diese „auf die Straße gehenden jungen Frauen," auch von klerikaler Seite, auf sich zog. Thresia suchte Hilfe bei einer besonders vertrauten Frömmigkeit zur Heiligen Familie Jesus, Maria und Joseph. Sie schaute diese oft in Visionen und erhielte so Führung in ihrem Apostolat, besonders für die Bekehrung von Sündern. Sie betete für die Sünder, fastete für ihre Bekehrung, besuchte sie und ermahnte sie zur Buße. Ihre Askese und Bußpraxis erinnert uns an die aüßerste Strenge der alten Eremiten und Mönche. Sie empfing verschiedene mystische Gaben, wie Prophetie, Heilung, Lichtglanz, süßer Duft, u.s.w. Gleich der hl. Theresia von Avila hatte sie häufige Ekstasen. Freitags versammelte sich das Volk, um Mariam Thresia erhoben und an der Wand wie ein Kruzifix hängend zu sehen. Sie empfing die Stigmata wie der weitbekannte, selige Padre Pio von Pietrelcina.
Wahrscheinlich um sie demütig bleiben zu lassen bei solchen mystischen Gnadenerweisen, ließ der Herr zu, daß sie lebenslang von teuflischen Anschlägen und Quälereien (wie auch Padre Pio) heimgesucht wurde. Zwischen 1902 und 1905 wurde sie durch Pfarrer Joseph Vithayathil wiederholt dem Exorzismus unterzogen auf Anordnung des Bischofs, die Thresia mit bildhafter Demut annahm. Trotzdem hat vielleicht dieser Anfangszweifel des Bischofs (der dachte, Thresia sei nur ein Spielzeug des Teufels) manche Leute dazu gebracht, Mariam Thresia als zweifelhafte Heilige anzusehen, ja sogar als hl. Maria Magdalena, der Jesus sieben Dämonen ausgetrieben hatte, wurde sogar mit der namenlosen Sünderin im Lukasevangelium (7; 36-50) gleichgesetzt unter der falschen Voraussetzung, daß eine besessene Person ein Sünder sein muß.
Mariam Thresia durchlebte auch Versuchungen besonders gegen den Glauben und die Keuschheit und durchschritt die dunkle Nacht der Seele. Seit 1902 bis zu ihrem Tod hatte sie Pfr. Joseph Vithayathil als geistlichen Führer. Sie eröffnete ihr Herz ganz und vertrauensvoll vor ihm, folgte seiner Anweisung und gehorchte ihm blindlings. Von ihren erhaltenen Briefen sind 53 von 55 an ihn gerichtet, die Weisung und geistliche Führung suchen.

Gründung der Kongregation der hl. Familie

1903 bat Mariam Thresia um die Erlaubnis des Bischofs, ein Haus des zurückgezogenes Gebetes bauen zu dürfen. Aber Mar John Menachery, der Apostolische Vikar von Trichur, wollte zunächst ihre Berufung auf die Probe stellen. Er schlug ihr vor, sich der neugegründeten Kongregation der franziskanischen Klarissen anzuschließen, aber ihr schien es, daß sie dazu nicht berufen sei. 1912 machte er ihretwegen Anstalten, damit sie in eigenen Karmelitinnenkonvent in Ollur eintreten könne. Obwohl die Schwestern sie mit Freude in ihre Kongregation aufgenommen hätten, spürte sie nicht, daß sie dazu berufen sei. Schließlich gab Mar Menachery 1913 die Erlaubnis, ein Gebetshaus zu bauen und schickte seinen Sekretär, um es einzusegnen. Thresia zog ein, und ihre drei Gefährtinnen folgten ihr bald. Sie führten ein Leben des Gebetes und der strengen Buße gleich Eremiten. Sie fuhren aber fort, die Kranken zu besuchen, den Armen und Bedürftigen zu helfen, ohne Rücksicht auf Religion oder Kaste. Dem Bischof wurde klar, daß hier etwas war, daß zu einer neuen religiösen Kongregation für den Dienst an der Familie heranreifen könnte. Am 14. Mai 1914 sprach er die kanonische Einrichtung aus unter dem Namen der „Kongregation der hl. Familie" (C.H.F.) und nahm die ewige Profeß von Mariam Thresia entgegen. Ihr drei Gefährtinnen wurden als Postulantinnen in die neue Kongregation aufgenommen, während sie als erste Superiorin und Pfr. Joseph Vithayathil als erster Hausgeistlicher bestimmt wurden.

Die Betreuung der neuen Kongregation

Die neugegründete Kongregation hatte noch keine schriftlichen Konstitutionen. Der Bischof selbst verschaffte sich die Konstitutionen der Schwestern der hl. Familie von Bordeaux von ihrem Haus in Ceylon (heute Sri Lanka), paßte sie an und übergab sie der Gründerin. Mutter Mariam Thresia achtete die auf ihre strickte Beobachtung in der neuen Kongregation, deren Wachstum sie mit großer Sorgfalt überwachte. Während und nach den schweren Jahren des ersten Weltkrieges gründete sie mit unermüdlicher Energie und großem Vertrauen in die göttliche Vorsehung, in weniger als zwölf Jahren, drei Niederlassungen, zwei Schulen, zwei Internate, ein Studiumshaus, und ein Waisenhaus. Die Mädchenerziehung war die Befreiungstheologie von Mariam Thresia in Aktion, ohne Slogan. Nicht wenige junge Mädchen wurden angezogen durch ihre Einfachheit, Demut und strahlende Heiligkeit. Zur Zeitpunkt ihres Todes mit 50 Jahren zählte die Kongregation 55 Schwestern, und es waren 30 Internatsschülerinnen und 10 Waisenkinder zu betreuen. Der Mitgründer, P. Joseph Vithayathil trug bis seinem Tod in 1964 weiterhin zum Wachstum der Kongregation bei, die sich ständig ausbreitete. Heute, im Jahr 2000, hat die Kongregation der hl. Familie 1584 Profeßschwestern, die ihren Dienst in Kerala, in den Missionen in Nord-Indien, in Deutschland, in Italien, und in Ghana leisten, mit insgesamt 176 Häusern in 7 Provinzen und 119 Novizinnen.

Tod und Ruf der Heiligkeit

Mutter Mariam Thresia starb am 8. Juni 1926 von einer Wunde am Bein, die von einem herunterfallenden Gegenstand verursacht worden war. Die Wunde ließ sich nicht heilen wegen ihrer Zuckerkrankheit. Nach ihrem Tod breitete sich ihr Ruf weit aus, da sie vom Himmel aus fortfuhr, den Kranken und Bedürftigten beizustehen durch wunderbare Gnadenerweise. 1971 sammelte eine historische Kommission das nötige Material über das Leben, die Tugenden und die Schriften und 1983 stellte das Material einem Diözesantribunal vor, das auch 15 der überlebenden Augenzeugen verhörte. Am 28. Juni 1999 erließ die Kongregation für die Heiligsprechungen ein Dekret, in dem festgestellt wird, daß die Dienerin Gottes Mariam Thresia die christlichen Tugenden heroisch geübt hat, so daß ihr der Titel einer „Venerabilis" zuerkannt wurde.
Von den vielen berichteten wunderbaren Heilungen wurde 1992 die folgende als kanonisch überprüft bezeichnet. Mathew D. Pellissery wurde 1956 mit Klumpfüßen geboren. Bis zu seinem 14. Lebensjahr konnte er nur mit großer Schwierigkeit gehen, in dem er auf den Fußseiten lief. Nach 33 Tagen von Fasten und Beten um Hilfe durch Mutter Mariam Thresia in der ganzen Familie, wurde sein rechter Fuß am 21. August 1970 während des nächtlichen Schlafes gerade und geheilt. Nach weiteren 39 Tagen von Fasten und Beten wurde der linke Fuß 28. August 1971 während des nächtlichen Schlafes gerade und geheilt. Seitdem konnte Mathew immer normal laufen. Die doppelte Heilung war aus der Sicht der medizinischen Wissenschaft nicht zu erklären nach Meinung von neun Doktoren in Indien und Italien. Sie wurde dann am 27 Januar 2000 von der Kongregation für die Heiligsprechung als ein durch die Fürsprache von der Dienerin Gottes Mariam Thresia geschehenes Wunder erklärt. Damit wurde das letzte kanonische Erfordernis für ihre Seligsprechung am 9. April 2000 erfüllt. Heute ist Mathew Pellissery dankbar und froh, hier auf dem Peterplatz an dieser Seligsprechungsfeier teilnehmen zu dürfen.

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