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Italienische Bischöfe greifen Summorum Pontificum an

in Diskussionsplattform Kirche 16.11.2018 20:28
von Kristina (gelöscht)
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https://katholisches.info/2018/11/16/ita...-pontificum-an/

Italienische Bischöfe greifen Summorum Pontificum an

(Rom) Bei der Herbstvollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz wurde der Versuch unternommen, das Motu proprio Summorum Pontificum von Benedikt XVI. zu torpedieren. Das berichtet die traditionsverbundene Internetseite Messa in Latino.

In den beiden romanischen Mittelmeeranrainerstaaten Spanien und Italien herrscht nach wie vor ein Kirchenverständnis der engen Verbundenheit mit Rom. Zwar gab es in diesen Ländern, besonders Spanien, weit stärkere Bedenken gegen die Liturgiereform von 1969/1970 als im deutschen Sprachraum. 6.000 spanische Priester ersuchten den Papst um eine Dispens von der Liturgiereform und die Erlaubnis, weiterhin in der überlieferten Form des Römischen Ritus zelebrieren zu dürfen. Als Papst Paul VI. die Liturgiereform aber unverändert durchzog und das Gesuch ablehnte, fügte sich der Klerus gehorsam. Seither hatte die Tradition in diesen Ländern besonders große Schwierigkeiten Fuß zu fassen. Offensichtliche „Abweichungen“ sind nicht erwünscht. Soweit in geraffter und stark verkürzter Form der historische Kontext.

Erzbischof Radaellis Attacke

Erzbischof Carlo Roberto Maria Radaelli von Görz, ein an der Gregoriana ausgebildeter Kirchenrechtler, soll in der Vollversammlung der Bischöfe behauptet haben, Papst Paul VI. habe das Missale Romanum von Papst Johannes XXIII. von 1962, nach dem die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften zelebrieren, abgeschafft. Das ist das Gegenteil dessen, was Papst Benedikt XVI. im Motu proprio Summorum Pontificum feststellte und zum Gesetz der Weltkirche machte.

Laut Radaelli seien daher die rechtlichen Prämissen falsch gewesen, unter denen von Benedikt XVI. Summorum Pontificum erlassen wurde. Das Motu proprio sei daher null und nichtig, was die behauptete Kontinuität betrifft, also den Fortbestand des überlieferten Ritus in der Form von 1962. Summorum Pontificum sei ein juristischer Nonsens und die „tridentinische“ Liturgie sei daher auch nicht legitim wiederhergestellt worden. Kurzum: Laut Erzbischof Radaelli entfaltet das Motu proprio keine gültige Rechtswirksamkeit, weshalb es auch keine „Freigabe“ des überlieferten Ritus gebe, wie sie Benedikt XVI. wollte und verordnete.

Die Wortmeldung des Erzbischofs von Görz ist der bisher weitreichendste Angriff gegen das Motu proprio Summorum Pontificum seit dem unerwarteten Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. Der deutsche Schriftsteller Martin Mosebach formulierte im Frühjahr 2013 das harte Urteil: Wenn überhaupt etwas vom Pontifikat von Benedikt XVI. bleibe, werde es nur Summorum Pontificum sein. Mit anderen Worten: Der Angriff auf Summorum Pontificum will die totale Auslöschung des Pontifikats des achten und vorerst letzten deutschen Papstes.

Dahinter steht der Wunsch jener Bischöfe, die dem überlieferten Ritus am feindlichsten gegenüberstehen, Anträge von Gläubigen nach Meßorten zu ignorieren und sogar die seit dem 14. September 2007 entstandenen Meßorte wieder zu beseitigen.

Die juristischen Behauptungen von Erzbischof Radaelli lassen sich unter Verweis auf die von Paul VI. selbst gewährten Indulte problemlos widerlegen. Auf demselben Weg läßt sich ebenso problemlos der Nachweis erbringen, daß die Kontinuität des überlieferten Ritus gewahrt blieb, da er immer zelebriert wurde, also mitnichten abgeschafft war. Radaellis Attacke dokumentiert vielmehr die Feindseligkeit, die in Teilen der Kirche gegen die überlieferte Form des Römischen Ritus und letztlich auch gegen Papst Benedikt XVI. und sein Pontifikat vorhanden ist.

Die Sekundanten

Neben Radaelli meldete sich auch Luigi Girardi, der Rektor des Instituts für pastorale Liturgie mit Sitz an der Benediktinerabtei Santa Giustina in Padua zu Wort. Am selben Institut lehrt auch Andrea Grillo, der progressive Hausliturgiker von Papst Franziskus, der selbst erst im Juni 2018 Summorum Pontificum attackierte. Das Institut ist ein Zentrum des liturgischen „Aggiornamento“ und damit der nachkonziliaren liturgischen Experimente und Abirrungen.

Girardi ist der Überzeugung, daß Summorum Pontificum aus pastoraler Sicht „schädlich“ sei, weil es dem Willen der Konzilsväter widerspreche. Laut Girardi hätten diese eine radikale Änderung des Missale verlangt. Das Gegenteil läßt sich der Konzilskonstitution Sarosanctum Concilium entnehmen, wäre der nötige Wille gegeben.

Der Angriff gegen Summorum Pontificum dürfte nicht ganz spontan erfolgt sein, da sich ein apulischer Bischof, dessen Name nicht bekannt ist, im selben Sinn äußerte und auch Bischof Franco Giulio Brambilla von Novara. Brambilla gehörte 1989 zu den Unterzeichnern der italienische Version der Kölner Erklärung gegen Papst Johannes Paul II. des Moraltheologen Bernhard Häring (s. auch: Papst Franziskus und Bernhard Häring).

Sowohl Radaelli als auch Brambilla wurden von Benedikt XVI. auf ihre jeweiligen Bischofsstühle berufen.

„Die Exzellenzen“, die sich „sorgen“, überlieferte Traditionen wie das Gloria und das Vaterunser zu ändern – ein entsprechender Beschluß wurde bei der Herbstversammlung gefaßt, obwohl niemand aus dem Volk darum gebeten oder eine Notwendigkeit empfunden hätte –, „verlieren aber keine Zeit, die wahren Gründe für die Glaubenskrise zu analysieren“, so die traditionsverbundene Internetseite Messa in Latino. Die von Papst Benedikt XVI. angeordnete Änderung der Übersetzung der Wandlungsworte pro multis von „für alle“ in „für viele“ wurde hingegen von den italienischen Bischöfen bis heute nicht umgesetzt. Von liturgischer Sensibilität, oder auch nur Sensibilität für die Sensibilität traditionsverbundener Gläubiger, die bei Bischöfen zu erwarten sein sollte, ist bei manchen Hierarchen wenig zu spüren. Auch zum Skandal „schrecklicher Episoden von homosexuellem Mißbrauch und Päderastentum“ fällt der Mehrheit der Bischöfe nur wenig ein und zum Übel der klerikalen Homosexualität gar nichts.

„Der Fall der Franziskaner der Immakulata und der Haß gegen die überlieferte Form des Römischen Ritus ist ein klares Beispiel für eine ungesunde Raserei verrückter Schiffbrüche, die versucht, selbst noch die wenigen schwimmfähigen Boote der Kirche umzukippen, anstatt sie zu besteigen oder weitere zu bauen“, so Messa in Latino.

Text: Giuseppe Nardi

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