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Der Heilige Klemens Maria Hofbauer

in Unsere Fürsprecher 14.04.2016 20:02
von Hemma • 569 Beiträge

Ein Einblick in die Missionsarbeit des hl. Klemens Maria Hofbauer und seiner Mitbrüder in Warschau.

An einem Oktobermorgen im Jahre 1786 machten sich die Patres Hofbauer und Hübl von Wien auf den Weg Richtung Warschau. Unterwegs schloss sich ihnen noch ein Laienbruder und Einsiedler an, den Klemens Hofbauer szt. in Tivoli zurückgelassen hatte.
Einen traurigen Besuch gab es für Pater Hofbauer noch in Taßwitz. Am Friedhof lag seine Mutter Maria, die eineinhalb Jahre zuvor gestorben war.

Nach viermonatiger Wanderschaft langten die Missionare im Februar 1787 mit zwei Mitbrüdern in Warschau im Hospiz St. Benno an. Den Redemptoristen war es erlaubt worden, nach der Aufhebung der Gesellschaft Jesu 1781 das baufällige Haus mit feuchten Räumen, in denen es weder Mobilar noch Küchengeschirr gab, zu übernehmen.
P. Hofbauer hatte die Absicht dort deutsche Gottesdienste zu halten und eine Armenschule zu errichten. Das Anfangskapital betrug drei Taler.
So waren die Missionare auf Spenden angewiesen inmitten einer Bevölkerung, die den Österreichern und Preußen feindlich gegenüber stand. Selbst vom polnischen Klerus und dem Bischof wurden sie als verdächtige Eindringlinge betrachtet.

In diesem Milieu ereignete sich die wohl bekannteste Anekdote aus dem Leben des hl. Klemens: Dem bettelnden Ordensmann spuckte ein Kartenspieler ins Gesicht. Der hl. Klemens wischte sich ruhig ab, streckte den Gabenteller hin und sagte: „Das war für mich, geben Sie mir jetzt auch noch etwas für meine armen Kinder!“

P. Hofbauer war nahe daran aufzugeben, als er 1788 zum Generalvikar der Kongregation jenseits der Alpen ernannt wurde.
Unter unsäglichen Mühen und Entbehrungen und gegen anonymen Hass baute er mit seinen Mitarbeitern noch im gleichen Jahr eine Armenschule für zweihundert deutsche, russische und polnische Kinder auf, darunter auch evangelische und jüdische Kinder.
Mittlerweile wurde das Unternehmen vom polnischen Landtag gefördert und es konnte noch ein Oblatengymnasium errichtet werden.

1796 fiel das Herzogtum Warschau an Preußen. Die neue Regierung war kirchen- und ordenfeindlich. Damit begann für St. Benno, wo mittlerweile neben einer Knabenschule auch eine Mädchenschule für 130 Kinder existierte sowie ein Rehabilitationszentrum für ehem. Prostituierte, eine schwere Zeit.

Der Generalvikar P. Klemens Hofbauer bemühte sich nun besonders die sonntäglichen Hochämter festlich zu gestalten, sodass sogar preußische Beamte und Offiziere sonntags St. Benno aufsuchten, angezogen von der musischen Feierlichkeit und Schönheit der Messen.
Die Sonn- und Feiertage begannen in St. Benno zeitig früh mit einem Unterricht in der Sittenlehre. Dann folgten Messen in deutscher und polnischer Sprache, schließlich das Hochamt. Der Nachmittag war mit der Christenlehre für Kinder, mit Predigt und feierlicher Vesper mit Segen ausgefüllt.

Pater Klemens vermochte das Evangelium durch Predigt, Katechetik und Exerzitien, aber auch karitativ durch Jugenderziehung und Bildung tausender gefährdeter Kinder zu verkünden. Insgesamt dürften in St. Benno in all den Jahren etwa zehntausend Kinder aufgezogen worden sein.
Ein Hauptanliegen war ihm der Empfang des heiligen Altarsakramentes, der durch den Einfluss jansenistischer Anschauungen stark zurück gegangen war.

Über seiner mühevollen, aber erfolgreichen Missionsarbeit vergass der Generalvikar Hofbauer nicht die übernommenen Pflicht, diesseits der Alpen für die Verbreitung der Kongregations zu sorgen. In den ersten Jahren, solange sie zu dritt waren, konnte er St. Benno nicht verlassen. Aber in den neunziger Jahren als weitere Patres zur Warschauer Redemptoristengruppe gestoßen waren u. ein Nachfolger für ihn ernannt war, konnte er zu Gründungsreisen aufbrechen.
Immerfort war der kräftige, wandergewohnte, nun schon fünfzigjährige Missionar unterwegs, suchte geistliche und weltliche Förderer, verhandelte, feilschte, kämpfte gegen Misstrauen, Neid und offenen Hass.
Im Juli 1807 stirbt sein ältester Freund und Mitstreiter, P. Hübl an Typhus.

1806 und 1807 überrannte Napoleon Preußen. St. Benno wurde von Agenten überwacht, ein Bericht an Napoleon gesandt mit den Worten: „Der Generalvikar Hofbauer ist ein äußerst gefährlicher Mann.“ Napoleon erhielt aus dem Bericht den Eindruck, dass es sich um Jesuiten oder Paccanaristen handle, deren Niederlassungen er in Frankreich und Italien verboten hatte. Er befahl die Auflösung der Niederlassung von St. Benno und die Deportation der Ordensmitglieder. Wegen der großen Beliebtheit der Missionare plante man den Anschlag gegen das Haus sehr sorgfältig und ging mit großer Vorsicht ans Werk.
Am 16. Juni 1808 wurde P. Hofbauer durch einen verkleideten Polizeibeamten gewarnt, dass die Hausbesetzung unmittelbar bevorstehe. So konnte man noch das Allernotwendigste zusammenpacken und sich auf die Deportation kurzfristig vorbereiten.
Am 17. Juni 1808 drangen die Franzosen nach Absperrung der Straßen in das Kloster ein, trieben die fast vierzig Männer zusammen und versiegelten die Eingänge. Der 18. u. 19. Juni vergingen mit Verhören, Kontrollen der mitgenommenen Habe und den – bis auf zwei Ausnahmen – ergebnislosen Versuchen, die jüngeren Konventualen zum Austritt aus der Kongregation zu bewegen.
Am 20. Juni 1808 wurden die siebzehn Patres, zehn Kleriker und neun Laienbrüder um vier Uhr morgens in Wagen verladen und zu verschiedenen Toren aus der Stadt befördert.
St. Benno hatte zu bestehen aufgehört. Klemens Maria Hofbauer ging wieder nach Wien.

gekürzt aus
Klemens Maria Hofbauer,
Sein Leben und seine Zeit
v. Kornelius Fleischmann

https://www.heiligenlexikon.de/Biographi...ia_Hofbauer.htm


zuletzt bearbeitet 14.04.2016 20:19 | nach oben springen


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