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#1

Unterstützung für Gesundheitsminister Gröhe: Nein zum ärztlich assistierten Selbstmord!

in Empfehlungen / Aufrufe 08.10.2014 15:10
von MariaMagdalena (gelöscht)
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Unterstützung für Gesundheitsminister Gröhe: Nein zum ärztlich assistierten Selbstmord!


Der Deutsche Bundestag möchte Sterbehilfe neu regeln und im Herbst 2015 einen Beschluss fassen, wobei die Abgeordneten zwischen mehreren Varianten wählen und frei nach ihrem Gewissen entscheiden sollen. Schon jetzt findet ein intensiver Austausch zwischen den Parteien und Experten statt und im Frühjahr 2015 ist eine öffentliche Anhörung im Bundestag angesetzt.

Bis dato ist die Tötung auf Verlangen (Euthanasie) in Deutschland verboten und Beihilfe zur Selbsttötung straffrei. Die Debatte ist im Sommer 2014 voll entbrannt, als der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider, zurücktrat, um seine krebskranke Frau zu begleiten, vielleicht sogar zum Selbstmord in die Schweiz.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU will jede organisierte, zumindest kommerzielle Sterbehilfe verbieten und sieht die derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten der Schmerzlinderung, die lebensverkürzend wirken können (passive Sterbehilfe) und der Begrenzung medizinischer Behandlungen auf Wunsch als ausreichend.

http://www.bmg.bund.de/ministerium/press...hen-010914.html

Manche Wissenschaftler wollen Ärzten erlauben, kranken Erwachsenen mit begrenzter Lebenserwartung, Hilfe zum Selbstmord anzubieten, wenn sie dies nach Beratung und Bedenkzeit verlangen. Die Tötung würde dann demnach von der jeweiligen Person selbst vorgenommen werden. Die Anzahl dieser Fälle soll angeblich kaum steigen, wobei Daten aus Ländern, in denen Sterbehilfe bereits praktiziert wird, das Gegenteil beweisen. Werbung für den assistierten Selbstmord solle verboten sein.

http://www.kohlhammer.de/wms/instances/k...ssistSuizid.pdf

Dieser vielbeachtete Vorschlag ist fragwürdig und abzulehnen, weil er das Tor in den raschen, „machbaren“ Tod als „Abkürzung“ weit auftut. Seit dem Hippokratischen Eid gehört es zum Berufsethos der Ärzte, den Tod des Patienten nicht aktiv oder passiv durch Anbieten von Gift herbeizuführen. Nun werden Mediziner - und künftig Krankenversicherungen - dafür instrumentalisiert. Auch wenn strikte Vorgaben wie etwa ein baldiger Sterbezeitpunkt, 10-tägige Bedenkzeit und ein zweiter Arzt eingeplant sind: Warum sollten Übertretungen streng geahndet werden, wenn Angehörige, potentielle Erben und „nahestehende Personen“ ohne jegliche Vorgaben laienhafte Sterbehilfe leisten dürfen? Entgegen Beteuerungen ist es die Einführung der Euthanasie auf Raten.

Dementsprechend warnt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin in einer Stellungnahme davor, eine Ausnahme zur Regel zu machen. Hingegen müsse primär flächendeckend die Hospiz und Palliativversorgung ausgebaut werden. Hinter einem Sterbewunsch stehe vor allem ein Hilferuf und sogar ein versteckter Lebenswunsch, doch „leben zu wollen‚ aber nicht so“. Respektvoller Umgang mit diesem Gefühl der Sinnlosigkeit oder Entwürdigung schließe sowohl aktive als auch passive Euthanasie aus. Sie betont, dass nicht nur in den Niederlanden und Belgien (legal: Euthanasie), sondern auch in der Schweiz und im US-Bundesstaat Oregon (legal: assistierte Beihilfe) die Fälle rasant ansteigen, weil Patienten sich unter Druck und Angehörige überfordert fühlen.

http://www.dgpalliativmedizin.de/images/..._ass_Suizid.pdf

Der Präsident der Bundesärztekammer Dr. Montgomery stimmt zu: Dieser vorgeschlagene Irrweg reduziere den Arzt zum „Todescocktailverschreiber, der dem Patienten gerade in der schwersten Stunde […] nicht zur Seite stehen darf. Der ärztlich assistierte Suizid eröffnet nur scheinbar Freiräume, in Wirklichkeit jedoch engt er das Leben ein. Auf diejenigen, die unheilbar krank, dement oder vereinsamt sind, wüchse der gesellschaftliche Druck.“ Dr. Montgomery tritt somit für eine optimale Behandlung, ein würdiges Lebensende und für ein natürliches Sterben ein.

http://www.tagesspiegel.de/politik/frank...n/10663564.html

Wie der Herbst und das Welken, so gehört auch Sterben zum Leben dazu. Statt zu verdrängen, sollten wir es lernen und dem Sterben seinen natürlichen Platz geben. Unterstützen wir mit dieser Petition den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Prof. Dr. Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, bei Ihrem wichtigen Engagement für das Leben, damit uns ein irreversibler Dammbruch, der wie in Belgien rasch auch zur Euthanasie von Kindern oder Straftätern führen könnte, erspart bleibt!

Quelle und um die Petition, wer möchte, zu unterschreiben : http://www.citizengo.org/de/11736-hilfe-...rter-selbstmord


Lieber mit der Wahrheit fallen als mit der Lüge siegen.
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#2

RE: Unterstützung für Gesundheitsminister Gröhe: Nein zum ärztlich assistierten Selbstmord!

in Empfehlungen / Aufrufe 16.11.2014 23:10
von Hemma • 573 Beiträge

Ein berührendes Zeugnis zum Thema aktive Sterbehilfe
v. Maria Elisabeth Schmidt

Zeit für eine gesunde Leidkultur

.Im Alter von 45 Jahren wurde bei meinem Mann ein Gehirntumor festgestellt; er starb mit gerade einmal 50 Jahren nach einem langen und schweren Leidensweg. Wir sind ihn gemeinsam gegangen. So paradox es klingen mag, und obwohl wir uns unser Leben, unsere Ehe völlig anders vorgestellt haben: Die tiefe Erfahrung inniger Nähe und Zwei-, oder genauer gesagt Dreisamkeit – frei von Belanglosigkeiten oder Streit und in einer für mich bis dahin unvorstellbaren Dimension – gehören mit zu den schönsten Erfahrungen meines Lebens und, wie ich glaube, einem persönlichen Brief an mich entnehmen zu können, in gewisser Hinsicht sogar auch zu denen meines Mannes. Wir hätten diese gnadenreichen Erfahrungen, wie viel Liebe erfahrbar sein kann, nie machen dürfen, wenn wir Gott aus unserer Lebensplanung herausgehalten hätten, nur weil wir ihn einmal mehr nicht „verstanden“.

Natürlich hat mein Mann gerungen im Gebet, anfangs sogar sehr – dafür bin ich Zeuge – bis er den für ihn vorgesehenen Weg annehmen konnte. Natürlich fühlte er sich noch viel zu jung zu Sterben und hatte noch so viele Pläne. Nach der Annahme aber hat er seinen Weg umso beherzter gehen und durchleiden können – und dabei viele Menschen: Kinder, Erwachsene, Laien und Priester – in seinen Bann ziehen und im Glauben stärken können. Es war weiß Gott kein Spaziergang. Sein Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe hat viele Herzen bewegt. Und so viel Menschlichkeit um uns herum hervorgerufen, in Familie, Freundeskreis und in der Nachbarschaft.

Wir waren auch im Leid glücklich, zwar in einer anderen, aber keinesfalls weniger wertvollen Dimension, haben uns gefreut, konnten lachen, konnten weinen, unseren Glauben und unser Leben leben und waren geborgen in der sicheren Beziehung zu Gott und zueinander und konnten darin ruhen. Glück ist doch nicht nur etwas für Gesunde. Manchmal frage ich mich sogar, ob nicht sogar viel mehr Gesunde unglücklich sind...

Ich bin unendlich dankbar dafür, dass Gott uns die Gnade geschenkt hat, auf ihn bauen und im Vertrauen wissen zu können: Gott macht keine Fehler, nie, und er kennt den besten Zeitpunkt für jeden von uns. Wir haben jeden Tag gebetet, und Gott hat uns dieses unverdienbare Geschenk gewährt. Und ich will glauben, dass er diese Gnade jedem schenken möchte, der ihn darum bittet.

Und so konnte ich meinen Mann, obwohl ich immer davon geträumt habe, einmal mit ihm Goldhochzeit feiern zu können, loslassen und mich für ihn freuen, dass er nun von diesem schweren Leiden erlöst ist. Nie hätte ich einen Versuch gewagt, hier zu intervenieren. Euthanasie war für uns nie ein Thema, und wann immer ich darauf angesprochen wurde, fühlte sich das für mich sehr bedrohlich an: Ich, verantwortlich für eine unumkehrbare Entscheidung, die noch dazu nach meinem Glauben immer falsch ist – und danach den Rest meines Lebens mit der Last dieser Entscheidung alleine weiterleben müssen? Niemals, never ever. Gerade das nicht über den Zeitpunkt entscheiden müssen, und das Vertrauen-Können, war für mich das Befreiende.

Noch eine weitere bereichernde persönliche Erfahrung, die für mich bis dahin eher ein „theoretisches Wissen“ war, durfte und darf ich machen, seit ich verwitwet bin: Ich darf noch tiefer eindringen in die Kostbarkeiten, die das Ehesakrament birgt, denn da wir ja seit unserer Hochzeit eins geworden sind, glaube und erfahre ich – bildlich gesprochen –, dass mein halbes Herz dort ist, wo mein Mann ist und ein halbes Herz von ihm bei mir.

Es ist eine andere, neue Qualität der Verbindung, geschwisterlicher und, ich möchte sagen, tiefer: So gibt es beispielsweise keinen Raum mehr für Missverständnisse; auch fühle ich mich immer gekannt und verstanden. Und ich halte auf eine neue Art an ihm fest. Nie hätte ich all das auf's Spiel setzen können oder wollen!

Unsere Liebe ist durch die Krankheit eines Ehepartners ja nicht krank geworden, ganz im Gegenteil. Sie wurde immer heiler und reiner. Nicht zuletzt, weil ich auch genau das erleben durfte, was ein Priester bei seinem Besuch mit einem Zitat vom heiligen Camillus von Lellis so treffend formulierte: „Das Krankenzimmer ist in besonderer Weise die Hauskapelle, das Bett der Altar, und in Ihrem Mann begegnen Sie Christus...“. Ja, Gott ist bei den Leidenden, diese Erfahrung durfte ich jeden Tag neu machen.

Nie möchte ich all die oben erwähnten Erfahrungen missen. Bei der Trauung hat uns unser Ja nichts „gekostet“. In diesem Lebensabschnitt durchaus. Und Gott hat es gewandelt und uns das innere Glück und den Frieden geschenkt, von dem wir in der Heiligen Schrift lesen. Ich gestehe ein, diese Erfahrung ist unbeschreiblich, und darum wage ich gar nicht erst einen Versuch.

Im Hospiz habe ich, bis ich meinen Mann nach Hause geholt habe, soviel Verzweiflung, Not, Depression und Aggression miterlebt und heroischen Einsatz seitens des Personals. Ein Grund mehr für mich, dafür zu beten, dass immer mehr Menschen es wagen, sich auch im Leid auf Gott einzulassen.

Wir brauchen eine echte Leidkultur; sie ebnet den Weg hin zu einer Freukultur im paulinischen Sinn, der gesagt hat: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Damals sprach er nicht nur zu Gesunden.

Quelle: die-tagespost.de/abo-leserbriefe

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