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Karfreitag in der hl. Karwoche - Gedenktag des Leidens und Sterbens unseres Herrn.


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  • Tages-Gebete Datum14.12.2022 08:37
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 14. Dezember



    Hochwürdige Mutter Gottes Maria! Obwohl ich wegen meines sündigen Lebens nicht wert bin dein Kind zu heißen, richte ich doch mein Herz und Bitten zu dir empor. Öffne mir dein Herz, deine mütterlichen Arme und nimm mich auf, wie eine Mutter ihr Kind aufnimmt, an sich zieht, mit Liebe anblickt, mit Gunst und Liebkosungen überhäuft. Alles will ich aufbieten von heute an, solcher Kindschaft würdig zu werden, und was du mir Gutes erflehst, nur zu meinem Seelenheil verwenden. Ja wegen deiner Treue und Liebe bist du wohl wert, meine Mutter zu sein. Ja, so sei es. Amen.



    Zu Gott



    Ja, mein gütigster Vater, ich will alle Mittel benützen, die mir von der Kirche zur Heiligung meiner Seele angeboten werden. Ich fühle es oft selbst, welche Gewalt noch die verderblichsten Leidenschaften über mich ausüben, und wie schwer es mir wird, sie zu überwinden. Gib Du mir dazu den Mut und Deine Hilfe, denn ohne sie vermag ich nichts, unter Deinem Schutz aber bin ich gesichert gegen die verderblichen Feinde, die von allen Seiten mich umlagern. Darum bitte ich Dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Der heilige Johannes vom Kreuz ist aus Andacht zur seligsten Jungfrau in den Karmelitenorden eingetreten, und war ihrer Verehrung ganz ergeben. Er gelobte Gott und der seligsten Jungfrau, als der Mutter des Ordens und beständigen Schutzfrau, die Haltung der strengen Regel. Er gab unter Anrufung des Namens Jesus und Maria seinen Geist auf.

    Vom heiligen Nikasius, Bischof zu Reims, dessen Fest heute die Kirche begeht, wird in seiner Lebensbeschreibung gemeldet, dass er vom Himmel ermahnt wurde, unter dem Namen der seligsten Mutter Gottes eine Kirche in der Stadt zu erbauen.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/




  • Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Von der Erkenntnis Jesu



    Ausgestorben ist das Leben,

    Süßer Jesus, ohne dich;

    Du nur kannst ihm Freude geben,

    Und das Herz zu dir erheben,

    Dich zu lieben ewiglich.



    1. Gott liebt nicht wie die Geschöpfe, deren Liebe beschränkt und endlich ist. Seine Liebe ist gleich ihm selbst unendlich. Er liebt sich selbst in den vernünftigen Wesen, die mit seinem Ebenbild geschmückt sind, und zieht sie auf eine Weise zu sich, die seiner unendlichen Güte und Weisheit, und zugleich dem Bedürfnis des Geschöpfs gemäß ist. Darum ließ er in seiner heiligen Menschheit gleich einer himmlischen Angel in das Meer dieser Welt sich herab, die Seelen durch die Herrlichkeit seiner Liebe zu fangen, und sie vom Fleisch zum Geist, von seiner Menschheit zu seiner Gottheit emporzuziehen. Niemals wären wir zur wahren Erkenntnis Gottes, niemals zur wahren Freude des Herzens gelangt, wenn nicht er selbst uns sichtbar erschienen wäre.



    2. Seine heilige Erkenntnis aber ist nicht müßig in der Seele, der sie innewohnt. Notwendig bringt sie die Liebe hervor, aus der alle Tugenden quellen. Denn eine solche Seele sehnt sich in zarter Dankbarkeit, alles zu tun, was sie ihrem geliebten Heiland als wohlgefällig erkennt. Ja willkommen sogar sind ihr Trübsale und Leiden, ihre Liebe ihm dadurch zu bezeigen. Je getreuer sie aber sich opfert, um so mehr nimmt diese heilige Erkenntnis und Liebe in ihr zu, und sie leuchtet in der Finsternis dieser Welt als ein wahres Licht im Herrn, und ist mitten unter Schmerzen voll seliger Freude. Dahin sei das ganze Verlangen unseres Herzens gerichtet.



    3. Von einer solchen Seele gelten die Worte des Propheten: "Sie wird blühen gleich einer Lilie, blühen wird sie und grünen und vor Freude frohlocken, . . . denn sie wird die Herrlichkeit des Herrn schauen und die Zierde unseres Gottes." (Jesaja 30) So nämlich grünt und blüht, von der Sonne der Gerechtigkeit bestrahlt, eine heilige Seele an allen Tugenden, und frohlockt vor seliger Liebe und Freude über den innerlichen Anblick ihres göttlichen Geliebten, den sie immer um so deutlicher erkennt, als sie tiefer in das Geheimnis seiner heiligen Menschwerdung eindringt. Ergib dich dieser heiligen Betrachtung! Jesaja 60,5a: "Du wirst es sehen, und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum13.12.2022 07:32
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 13. Dezember



    Liebevolle Jungfrau, ich liebe dich! Weil du so schön, so keusch, so jungfräulich bist, darum schenke ich dir mein ganzes Herz, meine ganze Liebe. Gott selbst liebt dich über alle Geschöpfe. So muss doch ich armer Mensch ebenfalls dich innigst lieben. Ja ich liebe dich, weil du eine so treue Mutter des Sohnes Gottes, weil du eine so glorwürdige Königin bist. Helft mir alle Engel und Heiligen Maria zu lieben und zu loben, zu benedeien in Zeit und Ewigkeit. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Odilia




    Wir bitten Dich, o Gott, verleihe uns auf die Fürbitte der heiligen Odilia ein liebevolles Herz und Geduld in Schwierigkeiten und Krankheiten, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Lucia



    O Gott, der Du Dich würdigst, in reinen Seelen, wie in Deinem Tempel, zu wohnen, verleihe uns auf die Fürbitte der heiligen Lucia, dass wir diesen heiligen Tempel stets rein erhalten, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau




    Man betet und singt in der Kirche von der ersten Vesper des Advents bis auf Mariä Lichtmess die Antiphon, Alma redemptoris Mater etc., "O große Mutter des Erlösers etc.", die den gottseligen und gelehrten Herrman Contractus, der von Kindheit an abgesetzte und zusammengezogene Glieder hatte, zum Urheber hat. Er war ein geborener Deutscher und aus einer adeligen Familie. Er lebte im Kloster St. Gallen in der Schweiz im Jahr 1040, trug eine ausnehmende Andacht zur seligsten Jungfrau, und starb im Jahr 1054.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Odilia wurde vor dreizehnhundert Jahren im Elsass als die Tochter des alemannischen Herzogs Atich geboren. Die Mutter war recht, aber der Vater war nicht recht, war nur äußerlich ein Christ, innerlich jedoch ein wilder Heide, der die Frauen und Mädchen nicht achtete. Mächtig hatte er sich gefreut, als ihm die Gattin sagte, sie wolle ihm ein Kindlein schenken. Als aber das Kind geboren wurde und der Herzog erfuhr, dass es ein Mädchen und dazu ein blindes, unschönes und hässliches Geschöpf war, geriet er in Zorn, denn einen Sohn wollte er haben und nicht solch einen Wurm von einem Mädchen.



    Das Ende vom Lied war, dass der unmenschliche Vater den Befehl gab, dass Kind im Rhein zu ertränken. Doch da legte sich die Mutter ins Mittel und ließ die Kleine heimlich in ein weit entferntes Kloster bringen. Dort wuchs das Mädchen unbekannt in ängstlich gehüteter Verborgenheit heran, unschön und blind, und unverständlicherweise wurde es erst mit fünfzehn Jahren auf den Namen Odilia getauft. Bei der Taufe ereignete sich ein Wunder. Als sich nämlich das Taufwasser über Odilias Haupt ergoss, öffneten sich die Augen dem Licht, so dass die Blinde sehend wurde. Zugleich wich alle körperliche Unehre von dem jungen Menschenkind, und in fast überirdischer Schönheit blühte Odilia auf wie eine Rose im Morgentau.



    Unsichtbarerweise wiederholt sich übrigens dieser Vorgang, sooft eine Taufe gespendet wird. Jeder Mensch ist wegen der Erbsünde, mit der er zur Welt kommt, unschön und hässlich vor Gottes Blick, sobald aber das Taufwasser die schwarzen Flecken der Erbschuld fortspült, wird die Seele des Täuflings mit einer unvergleichlichen Schönheit bekleidet, so dass sich darüber sogar die Engel und Heiligen im Himmel freuen.



    Weiter berichtet die Legende, dass Odilia später auf das elterliche Schloss Hohenburg im Elsass heimkehrte. Ihr Bruder Hugo verhalf ihr dazu, und weil Hugo es gegen den Willen des Herzogs tat, erschlug der Vater den eigenen Sohn. Weinen möchte man fast, wenn man von solcher Grausamkeit erfährt, und alle Kinder sollen dem lieben Gott herzlich dafür danken, dass er ihnen einen Vater gab, der sich, selbst wenn er zuweilen streng ist und straft, doch vielmals besser aufführt als der wüste Herzog Atich.



    Dann sollte Odilia auf des Vaters Befehl einen jungen Mann heiraten, den sie nicht mochte, weil sie sich in lebenslänglicher Jungfräulichkeit dem lieben Heiland versprochen hatte. Um dem heiligen Gelöbnis treu zu bleiben, floh die Prinzessin in der Kleidung einer Magd zur nächtlichen Stunde über den Rhein in den Schwarzwald. Als sie dort, eine Stunde von Freiburg im Breisgau entfernt, am Fuß eines Felsens rastete, erschien auf schnaubendem Ross der rasende Vater, um die Flüchtlinge zu züchtigen und heimzuholen. Da betete Odilia aus Herzensgrund zum Himmel um Hilfe und Schutz, und siehe, der Felsen war weicher als das harte Vaterherz, denn er öffnete sich und nahm die Verfolgte auf und verbarg sie vor dem blindwütigen Herzog Atich. Heute steht an der Stelle, wo das geschah, eine Kapelle, und eine Quelle sprudelt dort, aus der Heilwasser für kranke Augen fließt.



    Nach diesem Ereignis öffneten sich endlich auch des Vaters Augen, und der Herzog erkannte, dass Gottes Hand sein Kind schützte und schirmte. Wahrhaft bekehrte sich der wüste Mann und machte aus der Hohenburg ein Kloster, dem Odilia vierzig Jahre lang bis zu ihrem seligen Ende vorstand. In Freude diente sie dem Herrn, und gegenüber den Armen war sie überaus wohltätig bis in unsere Zeit, denn auf dem Hohenberg, der jetzt Odilienberg heißt, fließt heute ebenfalls eine Heilquelle für kranke Augen.



    Ottilia und der Pilger



    Ein Greis, im Schnee ohnmächtig hingestreckt,

    Mit Beulen wie ein Lazarus bedeckt,

    Zum Himmel schickt er halb erstorbne Laute.

    Das hört Ottilia, die Gottgetraute,

    Die jeder Seufzer aus dem Schlafe schreckt.



    Sie eilt dahin, wo sie´s im Geist gesehn;

    Allein zu spät, schon ist´s um ihn geschehn,

    Sie findet nur den Leichnam des Erstarrten.

    „Versuch ich´s, ihn zu betten und zu warten,

    Vielleicht erhört der Himmel noch mein Flehn.“



    Zur Klosterpforte trägt sie ihn im Nu,

    Bereitet ihm auf weichen Polstern Ruh,

    Auf seine Brust gesenkt, dass er erwarme,

    Umschlingt sie ihn mit lilienweißem Arme,

    Und Leben facht ihr reiner Hauch ihm zu.



    Da öffnet er die Augen und erschrickt,

    Als er so nah die Holde sich erblickt:

    „Hinweg, o schnell von dem unselig Kranken!

    Soll ich durch Pest und bös Geschwür dir danken,

    Du edle Retterin, die Gott mir schickt?



    Wer mich berührt, den fasst der Seuche Graus,

    Drum weichen alle Menschen vor mir aus,

    Mich duldet niemand unter seinem Dache;

    Denn kaum empfand ich Gottes schwere Rache,

    So stieß der Knecht mich aus dem eignen Haus.



    Und als ich weinend mich zur Kirche schlich,

    Der Priester am Altar entsetzte sich,

    Und der Gemeinde weigert er den Segen.

    Ich musste mich auf eine Bahre legen,

    Und eine Messe las man über mich.



    Dann auf dem Friedhof ward ich ausgeführt,

    Verbrannt die Bahre, die mein Leib berührt,

    Und mir geboten, Menschenspur zu meiden.

    Seitdem nun schweif ich pfadlos über Haiden

    Wo nie des Menschen Stapfe ward verspürt.



    Siehst du die Klapper nicht, das graue Kleid,

    Des Misselsücht´gen warnendes Geleit,

    Dass du es wagtest, Hilfe mir zu reichen?

    O soll das Gift dich, Herrliche, beschleichen,

    So find ich erst den Gipfel meinem Leid.“



    Ottilie schweigt, ein seliges Lächeln schwebt

    Ihr um das Auge, das zum Himmel strebt,

    Dann küsst sie ihn und weiß von keinem Schrecken.

    „Unreines mag das Reine nicht beflecken;

    Denn rein verbleibt, wer Gottes Ehren lebt.



    Den Menschen war dein Atemzug verhasst;

    Denn sie gedachten ihrer Sündenlast,

    Und deine Näh war sichtliches Verderben,

    Du aber musstest Reinigung erwerben

    Und hättest du nur meinen Saum gefasst.



    Erhebe dich, du bist gesund und rein,

    Nicht reiner kann des Himmels Sonne sein,

    Und deine Sünden hat dir Gott vergeben!“

    Durchdrungen fühlt er sich von neuem Leben

    Und Gottes Dienst gelobt er es zu weihn.



    Die heilige Odilia, erste Äbtissin von Hohenburg, Jungfrau, Patronin des Elsasses



    Um das Jahr 720



    Das Bistum Straßburg verehrt, nach der allerseligste Jungfrau, die heilige Odilia als seine erste Schutzpatronin, und nicht ohne Grund ist sie daselbst immer im gesegnetsten Andenken und in hoher Verehrung geblieben. Sie war die Gründerin des weiblichen Klosterlebens im Elsass, und die Stifterin vortrefflicher Anstalten zum Wohl der leidenden Menschheit, in denen sie mit ihren Klosterfrauen für andere sich auf die wohltätigste Weise nützlich machte, während sie von der Welt geschieden die evangelische Armut übte, ganz jener großen Weisheit der Heiligen gemäß, die von dem Menschen sich trennen, um vor deren Lastern sich zu bewahren, und mit den Menschen in Verbindung stehen, um ihre Gebrechen zu heilen, und in ihrem Elend sie zu unterstützen. Die Heiligkeit der Dienerin Gottes, die schon in ihren Taten so herrlich erglänzte, ward auch sogar bei ihren Lebzeiten, und noch mehr nach ihrem Tod durch häufige Wunder bekräftigt.



    Odilia oder Othilia war eine Tochter Adalrichs (den man auch Atticus, Attich und Hettich nennt), Herzogs von Elsaß, und kam zur Welt ungefähr um das Jahr 662 zu Oberehenheim, einer etwa fünf Stunden von Straßburg gelegenen ehemaligen freien Reichsstadt, wo der Herzog seinen Wohnsitz hatte. Das Schloß des Atticus ward in der Folge zerstört, und jetzt sind nur noch einige Trümmer desselben zu sehen.



    Odiliens Mutter hieß Berswinda (Berwinde, Berchinde, Bruswinde usw.), und war eine Schwestertochter des heiligen Leodegar, und der Bilibilde, Gemahlin des Königs Childerich II; wie Schöpflin in einer handschriftlichen Note nachweißt. Attich, wie le Cointe und Schöpflin dartun, ein Sohn Leuterichs oder Leuthers, Herzogs von Allemanien, der an Siegberts II. Hof die ersten Ämter bekleidete, hatte nebst Odilien noch eine Tochter, Roswinda genannt, und vier Söhne, namens Etto, (Eticho oder Heddo), Adalbert, Hugo und Batacho oder Batticho. Wegen der Verdienste seiner Ahnen und seiner Verwandtschaft mit dem austrasischen König, erhielt er nach des Herzogs Bonifaz Tod von Childerich II. das Herzogtum Elsaß, das nach seinem Tod auf seine Söhne überging.



    Der Herzog Attich war, obgleich im Christentum geboren und erzogen, und auf Christentum haltend, von roher Gemütsart, was er durch verschiedene unedle Handlungen, besonders gegen Odilia, und, wie man sagt, gegen seinen Sohn Hugo, auf eine ganz unwürdige Weise an Tag legte. Diese nämlich kam blind zur Welt, was er für sein Haus als entehrend hielt, und darum seine eigene Tochter nicht einmal in seinem Schloss dulden wollte. Einige Schriftsteller wollten sogar behaupten, der grausame Vater habe den Befehl gegeben, das schuldlose Kind zu ermorden, gleich den Spartanern, welche in unmenschlicher Gefühllosigkeit die mit Gebrechen zur Welt geborenen Kinder dem Tode weihten.



    Die fromme Berswinda, voll Angst und Besorgnis, und wohl einsehend, dass ihres Gemahls unmenschliche Gesinnungen nicht zu besiegen wären, dass vielmehr jede Bemühung seine Leidenschaftlichkeit nur desto höher steigern würde, entfernte im Stillen ihr Kind durch eine treue Dienerin, welche dasselbe nach Scherweiler bei Schlettstadt brachte, wo sie ein ganzes Jahr mit ihm verblieb. Da aber mittlerweile die ganz außergewöhnliche Sorgfalt, mit welcher sie des Kindes pflegte, Aufsehen erregte, und die Mutter hiervon Nachricht erhielt, schickte sie es einer Verwandten oder Freundin, welche Äbtissin zu Palme, später Baume-les-Nones an dem Doubs, sechs Stunden von Besancon, war.



    In Betreff des Ortes, wo Odilia die heilige Taufe empfangen, so wie auch hinsichtlich der Person, die ihr dieselbe erteilt, sind die Geschichtsschreiber nicht einig. Die einen sagen, sie sei in ihrem zwölften Monat zu Moyen-Moutier oder in einer Kapelle bei Stibach oder Etival getauft worden; andere behaupten etwas später zu Regensburg; wieder andere meinen, sie habe in der Abtei Baume am Doubs nach ihrem zwölften Jahr von dem heiligen Erhard, Bischof von Regensburg, die heilige Taufe empfangen. Diese Meinung aber, dass sie der heilige Eberhard, angeblich Bischof von Regensburg, getauft habe, zerfällt schon deshalb, weil der bischöfliche Stuhl dieser Stadt erst ein Jahrhundert später errichtet worden ist. Der Pater le Cointe glaubt, sie sei getauft worden im Elsaß. Allein die meisten Denkmale stimmen für die Abtei Baume, und für den heiligen Eberhard oder Erhard, Abt von Ebersheimmünster an der Ill, eine deutsche Meile unterhalb Schlettstadt. Eberhard von Ebersheimmünster mochte wohl ein Regionar-Bischof gewesen sein, und das Evangelium zu Regensburg gepredigt haben. Auch kann man ganz gut annehmen, dass der heilige Hidulph, früher Bischof von Trier, dann Abt von Moyen-Moutier, als Taufpate gegenwärtig gewesen, denn er genoss einer hohen Achtung in dem Hause des Herzogs, der seiner Abtei auch das Landgut von Feldkirch schenkte, welches bis in die letzte Zeit diesem Gotteshaus zugehörte.



    Obgleich indes die Angaben in obiger Beziehung nicht zur geschichtlichen Gewissheit gesteigert werden können, so wissen wir doch zuverlässig, dass Odilia in der Taufe mit der Erleuchtung der Seele, auch zugleich das Augenlicht erhalten hat; dass aber der Herzog, ihr Vater, ungeachtet demselben die frohe Botschaft dieser wunderbaren Begebenheit überbracht worden, seine Tochter dennoch von sich entfernt wissen wollte.



    In dem Kloster Baume, wo alle Tugenden geübt wurden, nahm indes die Heilige zu an Gnade und Weisheit. Mit schnellen Schritten eilte sie auf dem Weg der Vollkommenheit voran, und die Widerwärtigkeiten, die ihr jeweilig zustießen, befeuerten nur noch wundersamer ihren Eifer, und begründeten sie unerschütterlich in der christlichen Geduld und Sanftmut. Sie fühlte sich zwar nicht gedrungen, unter die Zahl der Klosterfrauen sich aufnehmen zu lassen, wie das Brevier von Besancon fälschlich angibt, dennoch aber befolgte sie mit großem Eifer die Ordensregel, und konnte sogar in diesem Betreff den Klosterfrauen zum Muster aufgestellt werden. In ihr war vorzüglich jenes Licht des Glaubens aufgegangen, das in allem Gottes Fügung und den Zweck der Tugend zeigt; in ihr flammte jenes Feuer des himmlischen Sinnes und der Nächstenliebe, das zu Gebet und Betrachtung begeistert, und zum Wohltun und zur Aufopferung für die Menschen. Keine Not blieb ihr unbekannt, und kein Bedrängter schied von ihr ohne Trost und Labung. Alles, was ihr zu Gebote stand, goss sie mit fröhlicher Mildherzigkeit in den Schoß der Armen, und verdoppelte dadurch ihre Werke der Barmherzigkeit, dass sie ihnen zugleich Frömmigkeit und Gottesfurcht einzuflößen sich bestrebte. – Ihre Amme ehrte sie mit kindlicher Liebe wie eine Mutter. Durch ihre Vermittlung ward auch dieselbe in das Kloster Baume aufgenommen; und in ihrer letzten Krankheit wich Odilia nie von ihrer Seite. Nach ihrem Hinscheiden bestattete sogar die Heilige mit eigener Hand ihren Leichnam.



    Diese allumfassende, aber gegen Angehörige ganz besonders zärtliche Liebe drängte sie auch unaufhörlich, sich mit demjenigen auszusöhnen, dem sie ihr Leben verdankte, obgleich er sie nie als Kind behandelt hatte. Ohne Zweifel stand sie ununterbrochen in Verbindung mit ihrer gottseligen Mutter, die ihr auch die vielen Almosenspenden mochte gegeben haben, welche sie in den Schoß der Armen goss. Sie begann nun auch einen Briefwechsel mit einem ihrer Brüder, den einige Schriftsteller, jedoch ohne Gewährschaft, Hugo nennen, und der einen überaus milden und friedfertigen Sinn hatte. Als sie dessen Zutrauen sich erworben, eröffnete sie ihm ihr glühendes Verlangen, ihren Vater wieder zu sehen, seine Abneigung gegen sie zu besiegen, und ihn, sei es auch mit der schwersten Demütigung, zu bewegen, dass er seine Härte ablegen, und sein Herz den sanften Eindrücken der Vaterliebe und zugleich durch diese den höher begeisternden Gesinnungen des Glaubens öffnen möchte. Der wohlmeinende Bruder versuchte beim hartherzigen Grafen alle Mittel, dessen Gemüt zu sänftigen und ihn zu bewegen, seine Tochter aus ihrer Verbannung endlich zurück zu rufen. Atticus aber blieb verhärtet, und erwiderte nichts, als dass er seine Ursache habe, auf seiner Weigerung zu beharren. So hat besonders Hartherzigkeit und Grausamkeit, wie jedes andere Laster, wenn der Mensch einmal aus den Schranken der Menschlichkeit, und also damit ganz aus den Schranken des Christentums getreten ist, seine eigene Verstockung, die keine Selbstrechtfertigung kennt, oder nur Verstocktheit zur Rechtfertigung hat. Der junge Edelmann, dem die Versöhnung zwischen Vater und Schwester sehr am Herzen lag, und der dabei die Überzeugung hegte, dass die Gegenwart der heiligen Odilia, die er als eine tugendhafte, sanfte und liebenswürdige Schwester kannte, mehr vermöchte, als seine zudringlichsten Reden, lud dieselbe nach Hohenburg, und gab ihr das Versprechen, er wolle alle nötigen Einleitungen hierzu treffen.



    Schon bestieg sie mit ihrem Gefolge den Berg, als der Herzog den Zug erblickte. Da er sogleich von seinen Söhnen hierüber Aufschluss begehrte, erwiderte ihm der genannte Hugo, Odilia komme, und er selbst habe sie in die Burg eingeladen, hoffend, er werde sie als ein guter Vater in Gnaden aufnehmen. Bei diesen Worten geriet der Graf in solche Wut, dass er seinem Sohn einen tödlichen Streich versetzte. Einige sagen, er sei nur schwer verwundet worden; andere behaupten, er sei tot zur Erde gestürzt. Die erste Vorgabe wäre erwiesen, wenn man dartun könnte, dass jener Sohn wirklich Hugo geheißen, von dem der gleichzeitige Verfasser der Lebensgeschichte Odiliens sagt, er sei vor seinen Eltern gestorben. Die zweite Behauptung macht indessen das Stillschweigen des gedachten Schriftstellers unwahrscheinlich, weil er gewiss nicht ermangelt hätte, dem Vater diese Grausamkeit vorzuwerfen, wofern der Tod des Sohnes wirklich sogleich erfolgt wäre.



    Indessen ward das Gemüt des Herzogs erweicht, und er verabscheute selbst den Gräuel, zu welchem er sich in seinem Zorn hatte hinreißen lassen. Gestraft durch seine eigene Tat, wie dies überall die Leidenschaft tut, obgleich diese Strafe nicht immer Besserung zur Folge hat, gab er sich den Gefühlen der Natur und der Religion zurück. Odilia, welche indes den Berg erstiegen, wirft sich in Tränen zerfließend zu den Füßen ihres Vaters, der sie mit inniger Zärtlichkeit aufrichtet, in seine Arme schließt, und ihr mit der unglücklich beglückten Mutter Berswinda und der ganzen Familie den Kuss des Friedens und der Liebe gibt.



    Atticus wollte nun, wie es heißt, die Heilige mit einem Edelmann vermählen; doch sie hatte eine höhere Absicht: nämlich, dem Herrn sich zu weihen, und dieser trat auch der Vater, er, der vorhin nur seinen Willen kannte und seiner Leidenschaft folgte, willig bei.



    Odilia übte von nun an einen großen Einfluss auf das Herz ihres Vaters; sie erteilte ihm heilsamen Rat sowohl in Betreff seines Seelenheils, als hinsichtlich der Verwaltung des Herzogtums Elsaß, deren Bewohner sie durch Mitwirkung des Herzogs zu eifrigen Christen gebildet zu sehen, den sehnlichsten Wunsch hegte. Zu diesem Zweck gedachte sie eine fromme Genossenschaft gottseliger Jungfrauen zu gründen, die ihre eigene Heiligung wirkend, zugleich durch ununterbrochene Aufopferung und Dienstwilligkeit gegen andere, den Menschen nahe und fern nützlich werden sollte.



    Attich gab daher unserer Heiligen um das Jahr 680 das Schloß Hohenburg mit allen seinen Einkünften und Gütern, wo sie auf dem Gipfel des Berges, der beinahe das ganze Elsaß beherrscht, ein Jungfrauenstift begründete, das in kurzer Zeit von heilsbegierigen Seelen, die sich durch den Tugendglanz der heiligen Odilia angezogen fühlten, bevölkert wurde. Mannsklöster gab es zwar damals schon einige im Elsaß; unserer Heiligen aber war es vorbehalten, das erste für Frauen zu stiften. Das Opfer, das der Herzog zu diesem Zweck brachte, war außerordentlich. Denn wegen seiner vorteilhaften Lage, der Festigkeit seiner Mauern und der Stellung seiner Türme war Hohenburg jeder Zeit ein unübersteigbarer Wall gegen feindliche Anfälle, so wie dasselbe nun durch die Frömmigkeit der jungfräulichen Seelen, die es eingenommen, eine feste Burg gegen die Andränge der Welt und ihrer Laster wurde. Hohenburg heißt von jenen Zeiten an Odilienberg.



    Zehn Jahre gingen mit der Aufführung des Klostergebäudes dahin, ohne dass dasselbe noch zur gänzlichen Vollendung gebracht worden, so umfassend war der Plan, nach dem es eingerichtet werden sollte. Indes hatten sich schon bei hundertdreißig Töchter von vornehmer Geburt zur Genossenschaft aufnehmen lassen; und wie eine liebende Mutter versammelte sie Odilia in ihrer Einsamkeit und leuchtete ihnen als ein vollendetes Muster der klösterlichen Heiligkeit vor. Ihr Eifer dachte im Augenblick an keine Regel und an keine Frage, was sie zu tun hätten; sie strebten nach Vollkommenheit und schauten bloß auf ihre geistliche Führerin, um als gelehrige Kinder in ihre Fußstapfen zu treten. Ihr stilles, abgezogenes, dem Gebet geweihtes Leben vereinigte sie allzeit inniger mit Gott und die Handarbeit, mit dem Psalmengesang wechselnd, schützte vor Einförmigkeit und beugte der Gefahr des Ermüdens und Überdrusses vor. Für ihren Unterhalt sorgte der Herzog, wie auch für einige Priester, welche die Bestimmung hatten, auf dem Berg den Gottesdienst zu besorgen. Es sollen deren vierzehn gewesen sein. Indessen sah Odilia wohl ein, dass, um der Genossenschaft einen dauernden Beistand zu geben, durch eine bestimmte Regel sowohl dem Wankelmut als dem übertriebenen Eifer vorgebeugt werden müsse, und benützte deshalb die glückliche Stimmung ihrer Mitschwestern, die in dem ersten Eifer der Nachahmung keiner Regel bedurften, im Einverständnis mit ihnen für das Kloster gewisse Satzungen zu bestimmen. Sie berief sie demnach zusammen, und nach einmütiger Anrufung des Heiligen Geistes wählten sie sich miteinander eine Regel, nach welcher sie forthin ihre Lebensweise einzurichten gedachten. Alle Chroniken des Benediktiner-Ordens behaupten, sie hätten die Regel des Patriarchen der abendländischen Mönche angenommen; und sogar der gelehrte Mabillon, durch die Vorliebe für seinen Orden vielleicht bestochen, spricht sich für diese Meinung aus, indem er vorgibt, um die Beweise seiner Gegner mit einem Mal niederzuschlagen, der Name Canonica oder Chorfrau sei erst am Ende des 8. Jahrhunderts aufgekommen. Allein Laguille, Hugo von Stibach, Albrecht und Grandivier haben ihn bündig widerlegt.



    Odilia eröffnete die Versammlung mit folgenden Worten an ihre Klostergenossinnen: „Ich weiß, meine teuersten Schwestern, dass wir für Jesus nicht zu viel tun können, und dass die größten Abtötungen die Anbeter der gekreuzigten Gottmenschen nicht abschrecken sollen. Allein lasst uns den Vorwürfen unserer Nachkommen vorbeugen; die Lage unseres Hauses erfordert eine Arbeit, der sie nicht gewachsen wären; nicht einmal können wir ohne große Mühe unser weniges Wasser bekommen. Beschränken wir eine Strenge, die den Körper ertöten würde, ohne die Seele zu trösten, nimmermehr unterlassen wir aber solche Übungen, welche das Herz läutern und heiligen. Das kanonische Leben scheint demnach unserer jetzigen Lage am angemessensten zu sein.“ Alle stimmten der Meinung ihrer heiligen Vorsteherin bei, und unterwarfen sich einer bestimmten Lebensregel. Humbert, Abt von Moyen-Moutier, welcher 1044 die Lebensgeschichte der heiligen Odilia in Versen schrieb, behauptet, sie habe ihren Mitschwestern eine Sammlung von Satzungen gegeben, die sie aus den Regeln des heiligen Augustinus, des heiligen Benedikt und des heiligen Columban gezogen. Wahrscheinlich haben die Stiftsdamen von St. Stephan in Straßburg und jene von Eschau auch die Regel von Hohenburg angenommen; denn kurz darauf wurden die ersten vom Herzog Adalbert, Odiliens Bruder, die andern von dem Straßburger Bischof Remigius, ihrem Neffen gestiftet, und die zwei ersten Äbtissinnen derselben, Nichten unserer Heiligen, hatten zu Hohenburg ihre Bildung erhalten.



    Wenn diese sogenannten Stiftsdamen die kanonische Regel beobachteten, so ist dieses nicht so zu verstehen, als wären sie weltliche Chorfrauen gewesen, wie später die Stiftsdamen von Remiremont in Lothringen, und jene von Andlau, welche die heilige Kaiserin Richardis als ihre Stifterin verehrten. Sie waren wirkliche Klosterfrauen, die, allem Irdischen entsagend, unter einer Äbtissin eine Genossenschaft bildeten. Man nannte sie nur darum Chorfrauen, um sie von den Nonnen zu unterscheiden, welche sich zu der Regel des heiligen Benediktus bekannten. Die Lebensweise jener war nicht so streng wie dieser, indes hießen beide Monialen oder Sanctimonialen, und ihre Häuser nannte man Klöster oder Konvente. Odilia glaubte jedoch von ihrer Seite mehr schuldig zu sein, als sie von ihren Mitschwestern zu verlangen berechtigt wäre. Sobald sie daher ihre Gemeinde gegründet hatte, ergab sie sich allen Werken der Abtötung. Ihre Nahrung bestand in etwas Gerstenbrot und einigen Gemüsen; sie trank nur Wasser, ausgenommen an Festtagen; die Nacht brachte sie im Gebet zu, bis der Schlaf sie zur Ruhe nötigte; ihre Lagerstätte bestand aus einer Bärenhaut und einem harten Stein.



    Der Eifer der heiligen Äbtissin wuchs mit jedem Tag. Ihre heilige Gesinnung war fruchtbar an heiligen Taten; und diese selbst streuten wieder hundertfältig segenbringenden Samen in ihr Herz und befeuerten aufs Neue ihre großmütige wohltätige Liebe. In wenigen Menschen erschien die Heiligkeit liebenswürdiger als in Odilia. Ihre Andacht war nicht beschränkt in der Stunde des Gebets und in die Stimmung und den frommen Genuss des Gemüts; sie verstand vollkommen ein arbeitsames Leben mit der Süße der Beschaulichkeit zu vereinen. Und wenn sie die Mängel und Seelenkrankheiten anderer unverwandt ins Auge fasste, um in Liebe dieselben zu heilen, so entgingen keineswegs ihrem Blick die körperlichen Leiden der Armut und der Verlassenheit. Da Hohenburg sehr mühsam zu besteigen war, besonders für die Armen und Kranken, so ließ sie am Fuß des Berges gegen Mittag hin, wo man die St. Nikolauskapelle sieht, ein Spital erbauen, um alle Gebrechlichen und Notleidenden darin aufzunehmen. Ob diese Stiftung vor oder nach dem Tod Berswindas, die im Jahr 690 starb, geschehen sei, kann nicht genau bestimmt werden: wäre es ausgemacht, dass ihre Güter, welche sie im Flecken Bersch besessen, durch sie selbst an dieses Pflegehaus übergegangen, dann wäre freilich dieser Zweifel gehoben. Allein wir möchten diese Stiftung mit mehr Grund einige Jahre nach dem Tod dieser Gräfin annehmen.



    Wir erinnerten eben, dass die hohe Lage des Klosters den Zutritt desselben höchst beschwerlich machte: dessen ungeachtet besuchte Odilia jeden Tag die Armen und Kranken des Hospitals zum hl. Nikolaus, und spendete ihnen häufige Almosen.



    Die Heilige, die, wie wir schon erzählten, den Herzog, ihren Vater, zu milden und christlichen Gesinnungen gebracht, und gleichsam sein ganzes Gemüt umgewandelt hatte, bewog ihn auch noch in seinem Alter, dass er sogar seine Wohnung neben dem neuen Kloster nahm, um da seine Tage in Buße und Gottergebenheit zu beschließen. Die fromme Mutter begleitete ihn dahin, und beide dienten dem Herrn in einmütiger Liebe. Der Herzog ward vor seinem Ende mit einer schmerzlichen Krankheit heimgesucht, in welcher ihm seine heilige Tochter stets zur Seite blieb, um ihn mit kindlicher Sorgfalt zu verpflegen, zu trösten und zu stärken. Nach seinem Hintritt (am 20. Februar 690) ergoss sie sich mehrere Tage nacheinander in glühende Gebete für die Ruhe seiner Seele, beobachtete strengeres Fasten und übte noch sonstige Bußwerke; und endlich am fünften Tag soll Gott ihr und einigen Klosterfrauen geoffenbart haben, dass seine Seele in den Himmel aufgenommen worden.



    Berswinda, welche, von gleichem Eifer entflammt, mit ihrem Gemahl den Bußweg betreten, folgte ihm auch bald in die Ewigkeit. Neun Tage nach dessen Bestattung, da sie eben in der Kapelle des heiligen Täufers Johannes im Gebet versunken war, starb sie eines plötzlichen Todes. Odilia setzte ihren Leichnam unter seinem Grabmal bei, das sie in der Muttergottes-Kapelle errichten lassen, und wo die Gläubigen in der Folge zur Verehrung hinströmten, bis beide im Jahr 1617 in die Engelskapelle übertragen worden. Bei der Bestattung waren auch des Grafen zwei Söhne Etto oder Eticho und Adelbert gegenwärtig, welche besonders reichliche Almosen bei dieser Gelegenheit spenden ließen. Man sieht dermalen noch auf dem St. Odilien-Berg Attichs Grabmal mit einigen von seinen und seiner Gemahlin Berswinda Gebeinen; die meisten sind jedoch in die Abtei Ebersheimmünster gebracht worden.



    Vor seinem Tod hatte der Herzog seine Besitzungen unter seine Söhne verteilt. Etto, den einige als den jüngsten Sohn angeben, behielt das Herzogtum Breisgau und die Grafschaft Argau; Adelbert, den man für den ältesten Sohn hält, das Herzogtum Elsaß nebst Sundgau, Schwaben und der Schweiz; Hugo erhielt mehrere Ländereien mit dem Titel: Graf von Elsaß; Battacho fiel das Willer- oder Weylertal nebst dem Gut Limburg zu.



    Wenn Odilia das Institut für Chorfrauen der eigentlichen Nonnen-Regel vorzog, so geschah dies mitunter wohl in der Absicht, um mit ihrer Familie beständig in Verbindung zu bleiben, und so auf die Heiligung derselben tätig einwirken zu können. Und wirklich hat dieses Haus eine Menge Stiftungen als Denkmale seiner Frömmigkeit zurückgelassen, die bis zum Ausbruch der französischen Staatsumwälzung den Unglücklichen einen Zufluchtsort, den Künsten und Wissenschaften eine Freistätte darboten, und zur Förderung der Wohlfahrt in der ganzen Provinz nicht wenig beitrugen.



    Da die zwei von dem Herzog Attich vor der Rückkehr Odiliens errichteten Kapelle die Klosterfrauen und die Menge herbeiströmenden Volkes nicht mehr fassen konnten, baute die fromme Äbtissin eine neue und viel größere Kirche, die unter der Anrufung der allerseligsten Jungfrau eingeweiht wurde. Diese Kirche scheint noch zu den Lebzeiten Attichs begonnen worden zu sein, weil er die Kosten des Baues getragen haben soll. Um mit desto größerer Geistessammlung beten zu können, ließ sie neben der Hauptkirche noch ein Bethaus errichten, das sie Muttergottes-Kapelle nannte. Neben diesem Bethause erbaute sie dann noch die sogenannte Kreuzkapelle, worin sonst der alte steinerne Sarg sich befand, der die Überbleibsel der Gebeine des Atticus und der Herzogin Berswinda verwahrt, und der erst im Jahr 1753 aus der Engels- oder hangenden Kapelle dahin gebracht worden. Aus Dankbarkeit für das in der heiligen Taufe erlangte Augenlicht errichtete sie noch eine Dritte zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers, die in der Folge St. Odilienkapelle genannt wurde, weil man in derselben die heilige Äbtissin beigesetzt, und ihre Gebeine daselbst der Verehrung der Gläubigen ausstellte. Im Klostergarten stand eine vierte Kapelle, in welche man durch die Klostermauer ging. Da war es, auf dem Felsenboden vor dem Altar, wo die heilige Odilia unter anhaltendem Gebet für ihren Vater häufig Zähren vergoss, weshalb dieselbe auch den Namen Zährenkapelle führte. Es ruhte darin der Leichnam der heiligen Eugenia. Endlich sah man noch eine andere, von welcher wir oben schon geredet haben, Engelskapelle genannt, weil sie der Verehrung der himmlischen Geister gewidmet war, oder hangende Kapelle, weil sie am äußersten Rand eines Felsen lag, der zum Teil unterhöhlt war, zum Teil eine senkrechte Wand bildete.



    Diese verschiedenen Kapellen waren eben so viele Stationen, worin die frommen Gefährtinnen unserer Heiligen ihrer Andacht in einsamer Stille pflegten. Gegen Morgen pflanzte Odilia zu Ehren der drei göttlichen Personen drei Linden, welche zugleich das Kloster gegen die heftigen Winde schützten. Beim Brand im Jahr 1681 zerfielen zwei davon in Asche, die dritte stand noch im Jahr 1698.



    Wir haben bereits erinnert, dass Odilia am Fuß des Berges ein Armen- und Krankenhaus errichtet, und dass sie täglich die Armen und Kranken in demselben besuchte. Ein so rührendes Beispiel der großmütigsten Nächstenliebe machte tiefen Eindruck auf ihre Mitschwestern, die, um gleichfalls an diesem edlen Wer teilzuhaben, und für den Fortbestand des Hauses zu sorgen, ihre Äbtissin baten, neben dem Spital ein neues Kloster zu bauen, weil zu gewissen Zeiten des Winters das Ab- und Aufsteigen unmöglich werden könnte, um von dort aus die Kranken Tag und Nacht verpflegen zu können. Der Antrag wurde genehmigt, und um das Jahr 700 waren die neuen Gebäude nebst einer Kirche schon aufgeführt. Diese neue Anstalt wurde Niedermünster genannt und blieb unter der Aufsicht der heiligen Odilia.



    Der Herr, welcher gerechte Seelen oft hier schon verherrlicht, bewies mehr als einmal, wie sehr ihm die erbarmende und großmütige Liebe seiner Dienerin gefiel. Eines Tages lag an der Klosterpforte ein Aussätziger, der jammernd ein Almosen begehrte. Die Heilige bereitete sogleich einiges Labsal und wollte selber den Armen damit bedienen, als ihr im Nähertreten aus dieser lebendigen Leiche ein unausstehlicher Gestank entgegen kam; sie entsetzte sich anfänglich, doch sogleich über die menschliche Natur sich erhebend, umarmte sie mit inniger Zärtlichkeit den Unglücklichen, reichte ihm das Essen, und flehte zu Gott, er wolle ihm Geduld verleihen, oder die Gesundheit wieder geben. Ihr Gebet ward sogleich erhört, indem der Aussätzige plötzlich von seinem Übel genas.



    Spätere Geschichtsschreiber erzählen, dass sie ein anderes Mal, da sie aus dem Spital in das obere Kloster hinaufstieg, einem vor Durst bis zum Tod entkräfteten Kranken begegnet ist. Wegen ihres hohen Alters und ihrer Gebrechlichkeiten war es ihr aber unmöglich, schleunige Hilfe zu schaffen. Da betete sie zu Gott, mit der ganzen Kraft ihres Flehens, und ward erhört; aus einem Felsen sprudelte ein Wasserquell hervor, an dem der Kranke sich labend auf der Stelle genas. An diese fromme Begebenheit erinnert immer noch der Odilienbrunnen, eine Quelle, welche eine Viertelstunde unterhalb dem Kloster an dem langen schmalen Wolfstaler Hügel aus dem unterhöhlten Felsen strömt, und unter einem steinernen Kreuz durch eine Rinne in einem Sarg fließt, aus welchem das Wasser den Berg hinab gen Niedermünster läuft.



    Dem Kloster war es verboten, einen Armen oder Kranken abzuweisen. Da nun eines Tages eine ungewöhnliche Menge sich einfand, wurde der Weinvorrat erschöpft; man meldete dies der Äbtissin, die erwiderte, der Himmel habe schon dafür gesorgt; und wirklich, berichtet man, waren alle Gefäße wieder mit Wein gefüllt.



    Die vollendete Tugend der heiligen Odilia hatte sie schon längst für den Himmel reif gemacht, und ihr hohes Alter ließ auf ihren baldigen Hintritt schließen. Sie selber hatte von ihrem nahen Tod eine geheime Ahnung, und offenbarte dies in der St. Johannes-Kapelle ihren versammelten Schwestern. Nebst der heiligen Eugenia und Gundelinde, war auch die heilige Attala, ehehin Chorfrau zu Hohenburg, und damals Äbtissin von St. Stephan in Straßburg, alle drei Nichten unserer Heiligen, bei dieser Voraussagung gegenwärtig. Nachdem sie den Schwestern ihren baldigen Tod bekannt gemacht, ermahnte sie dieselben, in keiner Weise von ihrem bisherigen Eifer abzuweichen. Sie stellte ihnen das Vergängliche und Eitle dieses Lebens und die Kürze der Prüfungen vor, auf welche eine ewige Belohnung folgt, und ermahnte sie endlich auch zur Liebe Gottes und zum Gebet für ihre Verwandten. Darauf ließ sie dieselben in die Muttergottes-Kapelle ziehen, um da ein seliges Ende für sie zu erflehen. Während dies geschah, lag die Heilige in Verzückung; dann empfing sie die heilige Wegzehrung, sagte ihren Schwestern das letzte Lebewohl und entschlief selig im Herrn den 13. Dezember, am Tag der heiligen Lucia. Ihr Todesjahr weiß man nicht genau. Gemeinhin gibt man das Jahr 720 an; jeden Falles starb sie vor dem Jahr 722, wo Eugenia schon als Äbtissin erscheint. Ihre sterbliche Hülle ward in der Kapelle des heiligen Johannes des Täufers beigesetzt; und an ihrem Grab sind zu allen Zeiten viele Wunder geschehen, aus welcher Ursache sie auch öffentlich verehrt wird.



    Im Jahr 1354 kam der Kaiser Carl IV. nach Hohenburg, um den Leichnam der Heiligen zu sehen. Der Bischof von Straßburg und der Bischof von Olmütz, eröffneten daher den Sarg, aus welchem der Kaiser den vorderen Teil des rechten Armbeins erhielt, den er dem Dom zu Prag verehrte. (Die Verehrung der Reliquien von Heiligen ist biblisch begründet: Reliquien sind, übersetzt man das Wort aus dem Lateinischen ins Deutsche, nach christlicher Deutung „Überbleibsel“ aus dem irdischen Leben einer heiligmäßigen Person – sei es ihr Leichnam, Teile ihres Körpers oder Dinge, die mit ihr in Berührung getreten sind. Schon den Schriften der Bibel sind Ansätze der Reliquienverehrung zu entnehmen. So nahm Moses beim Auszug aus Ägypten die Gebeine Josephs mit, Exodus 13,19; durch die Berührung der Gebeine Elischas wurde ein Toter wieder lebendig, 2 Könige 13,21. Im Neuen Testaments heißt es zu den Wundern des heiligen Paulus: „Sogar seine Schweiß- und Taschentücher nahm man ihm vom Körper weg und legte sie den Kranken auf; da wichen die Krankheiten und die bösen Geister fuhren aus“, Apostelgeschichte 19,12. Für die katholische Kirche ist der Reliquienkult erlaubt und nützlich. Das Konzil von Trient, 1545-1563, betont, dass die Leiber der Heiligen lebendige Glieder Christi und Tempel des Heiligen Geistes waren, dass sie einst wieder auferweckt und verherrlicht werden und dass Gott durch sie den Menschen viele Wohltaten spendet.)



    Die heilige Odilia war sehr unterrichtet, und vorzüglich bewandert in der Heiligen Schrift und in der Kirchengeschichte. Ihre Reden, wie auch ihr Testament zeugen von einer erleuchteten Frömmigkeit und einer seltenen Gewandtheit in der Führung der Seelen wie in der äußeren Leitung ihrer Genossenschaft. Einen ihrer Vorträge über das einsame Leben findet man bei Ruyr. Ihr echtes Testament, verfasst um das Jahr 708, das man mit einem Unterschobenen nicht verwechseln wolle, steht bei Grandidier. Ach trieb Odilia das Studium der lateinischen Sprache, welches sich auf ihre nachfolgenden Schwestern vererbte.



    Nach dem Ableben der heiligen Odilia, welche die sämtlichen Einkünfte der beiden Stiftungen zu Hohenburg und Niedermünster verteilt hatte, mit Ausnahme des Hofes Oberehnheim, der ihnen gemeinschaftlich blieb und als Band der Einheit dienen sollte, versammelten sich die Chorfrauen beider Klöster, um für jedes eine eigene Äbtissin zu wählen und zu ernennen. Die einstimmige Wahl fiel auf Eugenia und Gundelinde, zwei Nichten Odiliens, und Töchter des elsässischen Herzogs Adelbert und seiner Gemahlin Gerlinde, Eugenia für Hohenburg, Gundelinde für Niedermünster. Eugenia starb am 16. September um das Jahr 735, und wurde lange Zeit öffentlich verehrt. Ihre Gebeine wurden bis in das Jahr 1622 aufbewahrt, wo die Schweden unter Mansfelds Anführung ihren Sarg zerschlugen. Einige ihrer Reliquien befinden sich noch zu Oberehnheim und zu Wilgotheim.



    Zu jeder Zeit wurden häufige Wallfahrten zum Grab der heiligen Odilia unternommen, an dem eine unzählige Menge Wunder auf ihre Fürbitte geschehen sind, besonders an Augenkranken. Der Odilienberg, wo sich die Gebeine der Heiligen unversehrt erhalten haben, wird dermalen noch sehr besucht aus der Nähe und Ferne. Seit der französischen Revolution war gewöhnlich ein Geistlicher daselbst, der die Wallfahrtskirche bediente.



    Die Verehrung der heiligen Odilia schreibt sich beinahe von ihrem Todesjahr her; der gleichzeitige Verfasser ihrer Lebensgeschichte nennt sie durchgehends glückselig. Das alte Martyrologium vom Ende des 8. Jahrhunderts, so wie das von Beda setzen ihren Todestag unter die Feiertage, die dortmals in der Straßburger Diözese begangen wurden. Ihren Namen ließt man auch in einem Kalender, der vor einem Vesperbuch des 9. Jahrhunderts steht. Dieses Buch gebrauchte die Königin Hemma, Gemahlin Lothars, und wurde ehehin zu Rheims in der Bibliothek von St. Remigius aufbewahrt. Ihre Verehrung wurde durch viele Wunder, so wie durch verschiedene päpstliche Bullen bestätigt. Der Name der heiligen Odilia steht bei Ado und Molan, wie auch im römischen Martyrologium unter dem 13. Dezember.

    https://www.heiligen-legende.de/othilia-von-hohenburg/

  • Vom Reich GottesDatum12.12.2022 08:14
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Johannes im Gefängnis



    Frei und selig selbst in Banden

    Ist, wer Gott im Herzen trägt;

    Hat er treu den Kampf bestanden,

    Durch den Gott zu führen pflegt.

    Reicht er selbst die Siegeskrone

    Ihm zu ewig reichem Lohne.



    1. Ein Abgrund sind die göttlichen Gerichte. Betrachte den stolzen König Herodes und den heiligen Täufer Johannes in einem Palast. Herodes ist in Purpur, Samt und Seide gekleidet, Johannes mit einer rauen Kamelhaut kaum halb bedeckt. Herodes hält glänzende Gastgelage in seinen Prunkgemächern, Johannes leidet Hunger im Kerker. Herodes wird als ein Halbgott verehrt, Johannes von den Großen des Hofes und der unwissenden Welt verachtet. Herodes glänzt in Gold und Geschmeide, Johannes ist belastet mit Fesseln und Banden. Wer wird nicht den einen beneiden, den andern bedauern? Dennoch vertauschte der so schmählich gefesselte Engel der Wüste seine Fesseln nimmermehr gegen allen Glanz und alle Herrlichkeit dieses Königs.



    2. Sitzt aber der Gottlose auf dem Thron, und schmachtet der Heilige im Kerker und wird für ein ungerechtes Bluturteil aufbewahrt, so muss notwendig eine andere Welt sein, wo diese himmelschreiende Ungerechtigkeit vollkommen ausgeglichen wird. Denn ist ein Gott, so muss er gerecht sein. Das Amt der Gerechtigkeit aber ist, die Tugend zu belohnen und die Schuld zu bestrafen. Weil aber Gottes unendliche Weisheit dies nicht immer in dieser Welt tut, leugnen viele Gottlosen seine Gerechtigkeit und dadurch ihn selbst. Oder aber sie sagen, ihre Laster zu beschützen, Gott sei zu erhaben, als dass er um menschliche Dinge sich kümmere.



    3. Doch wer den freien Geist erschaffen hat, der ist auch sein Richter. Unendlich ist Gottes Weisheit, "wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!" (Römer 11,33b) Erfahren muss der Pilger die Mühsale der Pilgrimschaft, zu den Wonnen der Heimat zu gelangen. Im Feuer muss das Gold geläutert werden, um so glänzender daraus hervorzugehen. Ersterben muss das Samenkorn, hundertfältige Frucht für den Himmel zu bringen. In Tränen säen muss, wer in Freuden ernten will. Und mehr wird Gott durch die großmütige Aufopferung seiner Märtyrer verherrlicht, als durch alle übrigen Werke seiner Schöpfung. Psalm 19,10b: "Die Urteile des Herrn sind wahr, gerecht sind sie alle."



    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Anhören der Heiligen MesseDatum11.12.2022 07:23
    Thema von Blasius im Forum Das Wesen der römis...



    Lass, Herr, in Andacht mich vor dir erscheinen,

    Mit deinem Sühnungsopfer mich zu einen;

    Denn hier wird die Erlösung mir zu Teil.

    Dein ew`ges Opfer tilget meine Schulden,

    Es kräftigt mich, zu kämpfen und zu dulden,

    Und führt mich durch dein Blut zum ew`gen Heil.



    1. Jesus, unser ewiger Hoher Priester, brachte auf dem Altar des Kreuzes seinem ewigen Vater sich als ein Opfer dar, das die ewige Gerechtigkeit Gottes versöhnte. In der Heiligen Messe aber bittet er als unser ewiger Mittler beim Vater, die unendlichen Verdienste seines heiligsten Leidens uns zuzuwenden, gibt allen, die dem Tisch des heiligen Altars sich in Andacht nahen, sich selbst als die Opferspeise und das Unterpfand des ewigen Lebens, und vereint die Gebete seiner Gläubigen mit den seinigen, damit sie dadurch geheiligt und erhörbar werden vor dem ewigen Vater, der alles, was er uns verleiht, nur durch seinen eingeborenen Sohn und um seinetwillen uns verleiht.



    2. Jesus ist unser wahrhaftiges Sühnopfer, das Lamm Gottes, das alle unsere Sünden hinwegnimmt, wenn wir beim heiligen Opfer uns mit ihm vereinigen, und durch ihn in wahre Zerknirschung um die Verzeihung unserer Sünden bitten. Vergeblich jedoch bitten wir, und keine Erhörung findet unser Gebet und unser Opfer, wenn wir nicht selbst aus ganzem Herzen denjenigen verzeihen, die uns irgendwie beleidigt, betrübt oder auf was immer für eine Weise uns geschadet haben, weil ein Mensch eines unversöhnlichen Herzens kein lebendiges Glied seines Körpers ist, und daher den belebenden Einfluss des Hauptes nicht empfangen kann, der nur den lebendigen Gliedern zuteil wird. Denn keine Barmherzigkeit findet, wer keine Barmherzigkeit erzeigt.



    3. Opfert aber Jesus, unser Hoher Priester und unser Opfer, sich jeden Tag in unbeschreiblicher Liebe für uns: können wir dann je sagen, dass wir ihn lieben, dass wir wahres Verlangen haben, seiner unendlichen Verdienste teilhaft zu werden und Gnaden des Heils zu erlangen, wenn wir diesem heiligen Opfer nur selten, nur wenn wir unter einer schweren Sünde dazu verpflichtet sind, und auch da nur mit zerstreutem Herzen und Sinn, beiwohnen? Versammeln wir uns vielmehr täglich um unseren göttlichen Erlöser, beten wir ihn mit inbrünstigem Herzen an, opfern wir uns mit ihm in bußfertigen Gesinnungen, und wir werden die Früchte seiner Erlösung wahrhaft in uns erfahren. "Jesus aber hat, weil er auf ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum." (Hebräer 7,24)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum11.12.2022 07:17
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete





    Gebet am 11. Dezember



    O unvergleichliche, wunderbare Jungfrau, wir verehren dich mit demütigem, andachtsvollem Herzen. Die Heiligsten der Jungfrauen übertriffst du an Heiligkeit und wie eine Lilie unter dem Dornengesträuch erhebst du dich unter ihnen. Sie wurden in Sünde empfangen und fielen der Sünde anheim, du aber, rein von Sünden und Mängeln, tratest hervor aus Gottes Hand. So bist du, Maria, das Meisterstück der größten Reinheit und Schönheit geworden. Nimm unsere Begrüßung gnädig an, damit wir deine heilige Empfängnis würdig feiern. Amen.



    Zu Jesus Christus auf die Fürbitte des heiligen Damasus




    O Herr, der Du dem heiligen Damasus die Sorge über Deine Kirche anvertraut und den Mut gegeben hast, ihre Feinde zu bekämpfen und zu besiegen, stärke uns auf seine Fürbitte, dass wir Deine Kirche auch mit Gefahr unseres Lebens verteidigen, der Du lebst und regierst, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Zu Jesus Christus




    Herr, wir haben zu fürchten, das zarte Jungfrauen einst im Gericht gegen uns aufstehen und uns verurteilen. Stärke uns, dass wir es zur Ehre Deines heiligen Namens mit Wort und Tat bekennen, dass wir Christen sind, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Alle Steine sind hart, aber nicht alle sind gleich hart, es gibt weichere Steine, wie den Sandstein, und härtere, wie den Marmorstein. Welcher Stein mag wohl der härteste sein? Der Diamant ist der härteste Stein, denn er ist so hart, dass er sich von keinem anderen Stein auch nur ritzen lässt, während die Glaser mit ihm spielend Glas zerschneiden, als wenn das Glas Papier sei. Der Diamant ist das härteste Gestein.



    „Ja“, möchte man fragen, „was hat denn der Diamant mit dem heiligen Damasus zu tun, dessen Fest heute gefeiert wird?“ Der heilige Damasus hat das mit dem Diamanten gemeinsam, dass er in der Kirchengeschichte den ehrenden Beinamen „Diamant des Glaubens“ erhielt. Da kann man sich bereits denken, was den Heiligen besonders auszeichnete. Sein Glaube war ohne alle Weichheit festes war ein katholischer Glaube, hart wie Diamant.



    Der Name Damasus ist griechischen Ursprungs und heißt auf Deutsch „Bändiger“, und bei ihm ist wieder einmal der rechte Name an den rechten Mann gekommen. Damasus war ein Bändiger. Was mag er denn wohl gebändigt haben?



    Damasus wurde um das Jahr 304 zu Rom als Sohn eines römischen Neubürgers, der aus Spanien zugewandert war, geboren. Der Vater, ein frommer Mann, ließ sich nach dem Tod der Gattin die heilige Priesterweihe erteilen, und so ist er einer von den wenigen, die im Leben alle sieben Sakramente empfingen.



    Nach dem Vorbild des gediegenen Vaters schlug auch Damasus die geistliche Laufbahn ein, und wegen seiner Tüchtigkeit und Frömmigkeit zählte er zu den einflussreichsten Geistlichen in der Ewigen Stadt. Als daher der heilige Papst Liberius starb, wurde Damasus im Jahr 366 sein Nachfolger.



    Damals war der dreihundertjährige Kampf zwischen Christentum und Heidentum zu Ende gegangen. Christi Lehre hatte gesiegt, aber Friede war deswegen nicht, denn wie Pilze im Herbst schossen die Irrlehren aus dem Boden. Der heilige Augustinus, der etwa zur gleichen Zeit lebte, berichtet, dass es damals bereits an die dreihundert verschiedene Bekenntnisse unter den Christen gab, die natürlich samt und sonders wie kurzlebige Pilze längst vom Erdboden verschwunden sind. Heute ist es ähnlich. Die Zahl der Sekten ist vielfältig. Baptisten, Adventisten, Bibelforscher, Neuapostolische, Menschenfreunde, Mormonen, Methodisten und so weiter nennen sich diejenigen die heute in die Irre gehen. Keine von diesen Sekten wird indessen Bestand haben, denn alle sind sie Rebzweige, die vom Rebstock Christi, von der wahren römisch-katholischen Kirche, abgeschnitten wurden und die deswegen Saft und Kraft verlieren und notwendigerweise verdorren und eingehen müssen.



    Mit solchen falschen Propheten in Menge hatte es Papst Damasus zu tun. Er hielt den wahren Glauben rein und gab auch nicht ein Jota davon preis. Weißt du, was ein Jota ist? Das Jota ist der kleinste Buchstabe im griechischen Alphabet, kleiner noch als unser i, das Jota ist wie ein winziges Häkchen. Damasus hat nicht einmal solch ein Häkchen vom wahren Glauben fallen lassen, und deshalb hat er seinen Namen „Bändiger“ Ehre gemacht, indem er die Irrlehrer bändigte.



    Zum Schluss sei noch bemerkt, dass Papst Damasus es war, der als erster das „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen“ als Gebetsbrauch eingeführt hat. Seit über anderthalbtausend Jahren klingt bereits dieser Lobpreis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit von den Lippen ungezählter Gläubigen. Es bilden also die Worte ein altehrwürdiges Gebet, das wir stets mit der größten Andacht verrichten sollten.


    https://www.heiligen-legende.de/damasus-von-rom/




  • Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Vom heilsamen Verlangen nach der ewigen Seligkeit



    Drängt das Leben dich hienieden,

    Sieh empor zum heilgen Blau;

    Denn von dort quillt Trost und Frieden

    Sanft ins Herz wie Himmelstau.



    1. Nichts ist so sehr geeignet, uns zu kräftigen und zu trösten, als der Gedanke an die künftige Seligkeit, die wir hoffen. O wie glückselig werden wir dann sein, wenn wir das heilige Gesetz unseres Herrn beobachtet haben und auf dem Weg des Kreuzes gingen, der zu diesem glorreichen Ziel führt. Wie unbeschreiblich wird unsere Wonne sein, dort vereint mit allen seligen Geistern Gott von Angesicht zu Angesicht zu schauen und sein Lob in seligem Jubel zu singen. O seliges Entzücken, im sicheren Besitz der ewig glorreichen Seligkeit zu sein. Erheben wir unsere Gedanken oft zu diesem unserem himmlischen Vaterland, wo die unversiegbare Fülle aller Freude herrscht.



    2. Der Aufblick zum Himmel allein kann unser Herz von aller Anhänglichkeit an diese vorübergehenden Güter lösen, die wahre Übel sind, wenn sie gegen die unermesslichen Güter des Himmels verglichen werden, und die die Seele bestricken, in zahllose Sünden verflechten, und diejenigen täuschen, die ihnen gierig nachstreben, da sie ihr Herz nicht sättigen, sondern ermüden. Kein Mittel auch ist so wirksam, alle Trübsale des Lebens uns zu versüßen und gegen alle Regungen der Leidenschaften und Anfälle der Versuchungen uns zu stärken, da diese vorübergehenden Leiden uns eine unendliche Seligkeit erwirken. Wie viele Seligen preisen nun ihr Kreuz, das ihnen eine so große Glorie erwarb.



    3. Nichts auch wirkt so mächtig, die Strenge des Todes zu mildern, als die oftmalige Erhebung unseres Herzens zum Himmel. Denn führt, wie jede wahrhaft fromme Seele hoffen darf, der Tod in die selige Ewigkeit: warum denn sollen wir ihn so sehr fürchten und bei seiner Annäherung erbeben? Ist das Ziel unserer mühevollen Pilgrimschaft das glückselige Vaterland des Himmels: wie kann es uns je so schmerzlich fallen, diese Verbannung zu verlassen. So lange wir hienieden sind, verfließt unser Leben unter Seufzern und Sünden, der Tod aber öffnet uns die Pforte des Heils. So bringen wir denn Gott unser Leben mit Freuden zum Opfer, und seine Barmherzigkeit wird den Tod uns versüßen. Psalm 122,1: "Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern."


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/



  • Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Über die Worte des Apostels:

    "Täglich sehe ich dem Tod ins Auge." (1. Korinther 15,31a)



    Nimmer fließe dir die Zeit vergebens.

    Täglich raubt sie einen Teil des Lebens.

    Du weißt nicht, wie viel noch übrig ist:

    Darum sei bereit zu jeder Frist.



    1. Willst du in Sicherheit leben, so traue niemals dem Tod. Denn gleich einem Dieb schleicht er umher, überrascht täglich viele, die nicht auf ihrer Hut sind, und nimmt sie mit sich in die Ewigkeit. Könnten wir mehrere Male sterben, so ließe ein böser Tod durch einen zweiten sich verbessern. Da wir aber nur einmal sterben, sind wir, wenn wir in der Sünde sterben, verloren, "denn auf welche Seite der Baum fallen wird, da bleibt er liegen!" (Kohelet 11,3b)



    2. Dies ist die große Kunst der Auserwählten: so zu leben, dass der Tod zu keiner Zeit sie unvorbereitet überrascht. Schließe gleich ihnen jeden Tag die Rechnung mit deinem Gewissen ab, und lass, so viel an dir liegt, nichts unberichtigt. Denke daher jeden Abend, wenn du zur Ruhe dich niederlegst, wenige Minuten, du liegst bereits auf dem Sterbebett, und denke nach, was in deiner letzten Stunde dich ängstigen könnte. Fasse jedoch festes Vertrauen zur göttlichen Barmherzigkeit, die, bist anders du über die Sünden deines verflossenen Lebens wahrhaft zerknirscht, im Tod dich gewiss mütterlich umfangen wird. Stehst du hingegen in der Frühe auf, so ordne diesen neuen Tag so, als wäre er dein letzter. Denn da gewiss ein Tag kommt, der dein letzter sein wird: warum sollte es nicht der heutige sein können? Und sterben nicht zahllose Menschen ohne vorhergegangene Krankheit?



    3. Ein seliger Tod ist die Wissenschaft der Wissenschaften, er ist das Ziel unseres Lebens. Niemals aber werden wir diese Wissenschaft erlernen, niemals dieses Ziel glückselig erreichen, wofern wir nicht, nach dem Ausspruch des Apostels, täglich sterben, das heißt, unser Herz täglich mehr von allem Vergänglichen, von allen irdischen Gütern, von allen eitlen Hoffnungen, von allen Geschöpfen und von diesem sterblichen Leben selbst entfesseln, so dass wir immer bereit seien, unsere Seele friedlich in die Hände unseres Schöpfers zu übergeben. Durch diese heilige Übung werden wir auch alle unsere Pflichten weit getreuer und weit reiner erfüllen, weil wir sie dann so erfüllen werden, wie wir bei unserem Tod wünschten, sie erfüllt zu haben. "O Tod, wie gut ist dein Urteil!" (Jesus Sirach 41,2+3)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Vom Reich GottesDatum07.12.2022 09:28
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Verschiebe deine Buße nicht bis zum Ende des Lebens


    Bekehre, Sünder, dich behende,

    Die Zeit eilt ohne Wiederkehr.

    Verlief sie aber bis zum Ende,

    Ist für dich keine Rettung mehr.



    1. Höchst albern ist, wer eine geringe Last nicht tragen, sondern lieber warten will, bis sie schwerer, er selbst aber schwächer geworden ist. Dieser Tor bist du, der du in jüngeren Jahren dich weigerst, die Bürde der Buße zu tragen, so lange sie leicht und gering ist, sondern damit bis in dein Greisenalter zögerst, wo diese Bürde zu einer ungeheuren Last erwachsen ist, deine Kräfte aber abgenommen haben, und du es nicht mehr vermagst, sie zu tragen. Denn je länger du zögerst, umso mehr nimmt die Last deiner Sünden zu, da eine Sünde, die nicht durch die Buße getilgt wurde, durch ihr eigenes Gewicht andere nach sich zieht.



    2. Wer seine ganze Lebenszeit dazu nutzt, und weder Fleiß noch Unkosten scheut, ein Haus zu erbauen, in dem er nicht wohnen möchte, und dagegen das Haus zu zerstören, wo er seinen beständigen Wohnsitz aufschlagen will, der wird mit Recht ein wahnsinniger Narr genannt. So einer aber bist du, der du mit deiner Bekehrung gezögert hast und bis zu deinem Tod eine Wohnung in der Hölle dir erbaust, wo du doch nicht wohnen willst, und dagegen durch deine Laster die Wohnung zerstörst, die du durch deine Bekehrung im Himmel erlangt hättest. Höre und beherzige die Worte des Propheten: "Wer unter euch hält es aus neben dem verzehrenden Feuer, wer von uns hält es aus neben der ewigen Glut?" (Jesaja 33,14b)



    3. Je länger ein Schuldner säumt, der eine bedeutende Summe auf Zinsen erhielt, diese Zinsen abzutragen, umso größer werden diese Zinsen samt der Summe. Fällt es ihm nun schon am Anfang schwer, seine Verpflichtungen zu erfüllen, so wird er am Ende außer Stande sein, zu erstatten. Dieser Schuldner bist du, säumiger Sünder. Je länger du in der Sünde verweilst, umso größer werden die Zinsen deiner Schuld, und umso schwerer wird deine Verdammnis. Deine Hoffnung in deiner Unbußfertigkeit ist Vermessenheit. Zittere, dass du, indes du Barmherzigkeit erwartest, dem Gericht anheimfällst. Jesus Sirach 5,7: "Zögere nicht, dich zu ihm zu bekehren, verschiebe es nicht Tag um Tag. Denn sein Zorn bricht plötzlich aus, zur Zeit der Vergeltung wirst du dahingerafft."




    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum05.12.2022 08:03
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Der heilige Sabas,
    Einsiedler-Abt und Bekenner von Judäa,

    + 5.12.532 - Fest: 5. Dezember
    Sabas wurde 439 zu Mutalaska, einem Flecken in Kappadozien, von wohlhabenden Eltern geboren, und im fünften Lebensjahr seinem Vetter Hermias übergeben, weil die Eltern Geschäfte halber sich auf einige Jahre auf Reisen begeben mussten.


    Gebet am 5. Dezember



    Von dir, barmherzige Jungfrau, gilt das Wort der Heiligen Schrift: "Sie kommt denen zuvor, die nach ihr Verlangen." Lass es wahr werden dies herrliche Wort an mir Armen! Ja sieh mit zarter Liebe auf mich herab, auf uns alle, die wir noch, mit dem Gewand des irdischen Leibes umkleidet, auf Erden pilgern und gegen Welt, Fleisch und Satan zu kämpfen haben. Sei du unser Stab, unsere Stütze, damit wir im harten Kampf den erwünschten Sieg davon tragen und einst bei dir mit der Krone der Seligkeit beschenkt werden durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Sabas




    Wir bitten dich, o Gott, verleihe uns auf die Fürbitte des heiligen Sabas Gelassenheit und Geduld gegenüber Fehlenden und Beleidigern, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott




    O Gott, der Du uns Hirten gegeben hast, die über unser Seelenheil wachen, verleihe uns, dass wir ihnen die Erfüllung ihrer schweren Pflichten durch Hochachtung, Liebe und Gehorsam erleichtern, damit sie ihr Amt zu Deiner Ehre und unserem Heil verwalten, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag wurde zu Rom im Jahr 1584 vom Papst Gregor XIII. die Haupt-Kongregation oder Sodalität unter dem Titel der Kongregation der Verkündigung Mariä errichtet, von der andere dergleichen Sodalitäten in der katholischen Kirche ihren Ursprung haben.

  • Vom Reich GottesDatum05.12.2022 07:55
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes




    Vom Jüngsten Gericht



    Erscheinest, Herr, mit Macht du zum Gericht,

    Dann kommt auch das Verborgenste ans Licht.

    Laut jubeln deine Schafe, dich zu sehen,

    Indes die Böcke in Verzweiflung stehen.



    1. Der Schall einer furchtbaren Posaune dröhnt heute in der ganzen Kirche Gottes und verkündet uns das Jüngste Gericht des Herrn. Wer auf den Schall dieser Posaune nicht erwacht, der schläft nicht, er ist tot. Was wird uns je erwecken, wenn nicht die Schrecknisse dieses Gerichts, nach dem die Gerechten jubelnd in die ewigen Freuden des Himmels einziehen, die Verworfenen aber mit Satan und seinen Engeln in das ewige Feuer verstoßen werden? Ist aber vielleicht diese Erschütterung des ganzen Himmels, die Verfinsterung der Sonne und der Fall der Sterne noch fern, so ist dagegen die Erschütterung unseres Körpers, die Verfinsterung der Sterne unserer Augen, die gewaltsame Trennung unserer Seele von unserem Leib uns sehr nahe, worauf das Gericht erfolgt, das über unsere Ewigkeit entscheidet.



    2. Dies ist jener große Tag des Herrn, der nun nicht mehr in der Demut des Stalles, sondern mit großer Glorie und Majestät auf den Wolken des Himmels und von allen seinen Engeln umgeben erscheint, alle Völker der Erde zu richten. Es ist der Tag der großen Wiedergeburt der Welt, wo der Schall der Posaune in die Gräber dringt und alle Toten zur Auferstehung erweckt. Aber was für ein Unterschied zwischen den Erstandenen! Glänzen werden die Gerechten gleich Sonnen und in großer Sicherheit stehen, indes die Verworfenen gleich schauderhaften Nachtgespenstern in Angst erbeben, und den Bergen rufen, über sie zu fallen, und den Hügeln, sie zu verbergen vor des Richters Angesicht. Zu welchen werden wir dann gehören?



    3. Erscheinen wird dann das Kreuz, die königliche Siegesfahne Jesu Christi, und die Gottlosen überzeugen, was Gott in seiner unendlichen Barmherzigkeit für sie getan hat, und wie sie dagegen seine Erbarmungen mit Füßen traten und sich selbst mutwillig in die ewige Verdammnis stürzten. Lass dir nur kein Kreuz schwer fallen, denn mit einem Gewicht unendlicher Glorie werden dann alle deine Leiden aufgewogen werden. Freudig wirst du dann dein Haupt erheben, weil deine Erlösung, dein Einzug in den glorreichen Himmel nahe ist. "Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war." (Offenbarung 20,12b)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Tages-Gebete Datum04.12.2022 09:12
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete




    Gebet am 4. Dezember



    Heilige Maria! Nimm uns als deine Kinder an, und wende uns armen Sündern, für die dein göttlicher Sohn sein heiliges Blut vergossen hat, deine Mutterliebe zu: "Wenn ich auch wandle mitten im Todesschatten, so will ich nichts Böses fürchten, weil du bei mir bist." Auf dich vertraue und baue ich. Erbitte den Gefallenen Bekehrung, den Reuigen Verzeihung, den Gerechten die Gnade der Beharrlichkeit. Zeige dich uns als unsere Mutter, uns, die wir in allen Nöten und Anliegen unsere Zuflucht zu dir nehmen, unsere Arme nach dir ausstrecken, unsere Blicke zu dir emporrichten. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Barbara




    O Gott, der Du der heiligen Barbara so großen Mut, den Glauben zu bekennen, verliehen hast, gib uns auf ihre Fürbitte die Gnade, im Glauben zuzunehmen, und alle Feinde unseres Seelenheils zu überwinden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    An diesem Tag, das Jahr ist unbekannt, wurden zu Paris in der Kirche Unserer Lieben Frau unter anderen vornehmen Reliquien Haare von der seligsten Jungfrau mit großer Ehrerbietung empfangen.

  • Gebete am 25. NovemberDatum04.12.2022 09:08
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Gebete am 25. November




    Maria, Hilfe der Christen


    Schon früh wurde Maria unter dem Titel "Hilfe der Christen" angerufen. Das älteste uns bekannte Mariengebet, dessen Entstehung sich bis ins 3. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, zeigt Maria als Schutzfrau und Helferin der Gläubigen. Der Text in Klammern ist eine spätere Erweiterung des Gebetes.


    Maria

    Unter deinen Schutz und Schirm
    fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin;
    verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
    sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
    o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau.
    (Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
    Versöhne uns mit deinem Sohne,
    empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinen Sohne.)
    Amen.

    Um 1500 fügte Papst Pius V. den Titel Maria Hilfe der Christen in die Lauretanische Litanei ein. Weite Verbreitung fand die Anrufung Mariens als Hilfe der Christen im 17. Jahrhundert, als eine große Anzahl von Maria-Hilf-Kirchen entstand. Eine der bekanntesten davon ist die Kirche "Mariahilf ob Passau". Sie wurde zu einer der beliebtesten Wallfahrtskirchen Deutschlands. Vom Passauer Gnadenbild (links oben auf dieser Seite) wurden weit über 500 Kopien angefertigt und es entstand ein dichtes Netz von Maria-Hilf-Wallfahrtsorten.

    Maria als Hilfe der Christen wird gerne dargestellt als Schutzmantelmadonna. Daher trägt das heutige Fest auch den Namen Schutzmantelfest. Papst Pius VII. legte das Fest Maria Hilfe der Christen auf den 24. Mai, den Tag, an dem er im Jahr 1814 aus der Napoleonischen Gefangenschaft nach Rom zurückkehren durfte.

    Ein besonderer Verehrer Mariens unter dem Titel "Hilfe der Christen" war der Heilige Johannes Don Bosco. Er pflegte zu sagen: "Maria hat in meinem Leben alles zustande gebracht." Als Dank dafür ließ er in Valdocco (Turin) die herrliche Basilika zu Ehren der "Hilfe der Christen" errichten. Ein Traum im Oktober 1844 hatte ihm den Grundriß der Kirche vor Augen geführt.
    In seiner Pädagogik diente ihm die Marienverehrung vor allem als Hilfe zur Herzensreinheit und zum Frohsinn seiner Jungen. Das tägliche Rosenkranzgebet und die feierliche Gestaltung der Marienfeste waren ihm ein besonderes Anliegen. In einem Jugendgebetbuch veröffentlichte er das von ihm verfasste Gebet:

    Maria, du mächtige Jungfrau,
    du große und herrliche Schutzfrau der Kirche!
    Du wunderbare Hilfe der Christen.
    Du bist furchtbar wie ein kampfbereites Heer.
    Du allein hast alle Irrlehren auf der ganzen Welt vernichtet.
    In unseren Nöten, unseren Kämpfen,
    unseren Bedrängnissen schütze uns vor dem Feind,
    und in der Stunde unseres Todes
    nimm unsere Seele auf in den Himmel.
    Amen.
    Maria
    Heilige Maria, Mutter Gottes
    und Mutter der Erlösten,
    dein göttlicher Sohn
    hat dich unter dem Kreuz
    uns zur Mutter gegeben.
    So bist du unser
    aller Mutter geworden.
    Deshalb suchen wir bei dir
    Schutz und Hilfe und bitten:

    Breite deinen Mantel aus -
    über die heilige Kirche Gottes,
    über die Ehen und Familien,
    über die Kinder und Jugendlichen,
    über die Kranken,
    Alten und Sterbenden.

    Breite deinen Mantel aus -
    über die Verantwortlichen in der
    Gesellschaft, über die
    Hungernden und Dürstenden,
    über die Einsamen, die
    Unwissenden und die Zweifelnden,
    über alle, die uns Unrecht antun.

    Breite deinen Mantel aus -
    über die Trauernden, die
    Trostlosen, über die Hilflosen,
    die Verfolgten, über die
    Engstirnigen und die Herzlosen,
    über die Sünder und die Spötter.

    Maria voller Güte,
    uns alle Zeit behüte.

    https://www.praedica.de/Maria/Maria_Hilfe.htm



  • Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“


    Von der Ankunft des Herrn



    O komm, Erbarmer, von des Himmels Zelt,

    Jahrtausende schon seufzt nach dir die Welt.

    Ach sieh, wie alle jammern in den Ketten.

    O komm, Emmanuel, uns zu erretten.



    1. Betrachte den sehnsüchtigen Ausruf des Propheten, Jesaja 45,8: "Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen. Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen." Ein Schrei des ganzen menschlichen Geschlechtes ist dieser Ausruf, diese Sehnsucht nach dem Erlöser von der Schuld und Strafe, unter denen alle Kinder Adams seufzen. Vom Himmel sollte er kommen in der Fülle der Gerechtigkeit, "Jesus Christus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung" (1. Korinther 1,30), auf dass durch ihn die Ungerechtigkeit unserer Sünden getilgt würde, die nur Gottes Allmacht tilgen kann. "Komm wie ein Feuer, das Reisig entzündet, wie ein Feuer, das Wasser zum Sieden bringt. Mach deinen Feinden deinen Namen bekannt, so dass die Völker zittern vor dir, wenn du schreckliche und nie erwartete Taten vollbringst. Komm herab, so dass die Berge zittern vor dir." (Jesaja 64,1+2)



    2. Und siehe, es kam der Gerechte, dem die Fülle der Gerechtigkeit wesentlich innewohnt, vom Himmel, - als Erlöser des menschlichen Geschlechtes aber musste er zugleich auch der Erde entsprießen. Anziehen musste er die menschliche Natur, denn die, durch einen Menschen in Schuld und Strafe versunkene Menschheit musste abermals durch einen Menschen, der dem Tod nichts schuldig war, vom Fall aufgerichtet werden. Bezahlt werden musste die unendliche Schuld der Ungerechtigkeit durch einen Menschen, der unendliche Verdienste hatte, und darum musste er zugleich Gott und Mensch sein, um als wahrer Mittler zwischen Gott und die Menschen zu treten und die Sache beider zu verfechten.



    3. Von einer jungfräulichen, unbefleckten und von Gott gesegneten Erde musste er aufgehen, eine Jungfrau musste den Gott Emmanuel gebären. Empfangen aber musste sie ihn "von oben herab", der bereits war, ehe sie in ihrem jungfräulichen Schoß ihn empfing. Und überschatten musste sie die Kraft des Allerhöchsten, damit sie in den Gluten des Heiligen Geistes nicht verginge, von dem sie ihn empfing. Also tauten die Himmel den Gerechten von oben herab, also brachte die Erde den Erlöser hervor. Beten wir dies hochheilige Geheimnis in Danksagung und Jubel an, das von unseren Fesseln uns erlöst und uns in die Freiheit des ewigen Lebens führt. "O glückselige Schuld Adams, die uns einen solchen Erlöser erwarb!" (Exsultet der Kirche)

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/




  • Die Heiligen 4.12. Barbara + um 300 Märtyrin Nothelferin

    Standespflicht und Standesehre - die Tochter eines angesehenen Kaufmannes hatte standesgemäß zu heiraten. Und sie sollte eine ehrenhafte Religion pflegen - was nach Ansicht des heidnischen Kaufmannes Dioskuros eben das Heidentum war. Nur ja nicht aus der Reihe tanzen, nur ja nicht den falschen Mann heiraten und auf gar keinen Fall zum Christentum übertreten - jener Religion, die sich immer mehr ausbreitete, aber in den Augen vieler Heiden undurchsichtig und keinesfalls gesellschaftsfähig war - Gesindel eben. Mit diesem sollte seine Tochter nichts zu schaffen haben.
    Barbara war die Tochter dieses Kaufmanns und lebte um das Jahr 300 in Nikomedia, dem heutigen Izmit, einer großen Handelsstadt am Bosporus östlich von Konstantinopel. Sie soll sehr schön und gebildet gewesen sein - wie Väter sich eben ihre Töchter wünschen. Ihr Vater tat alles für sie, aber auch alles dafür, um sie vor dem falschen Mann und vor schädlichen Einflüssen zu bewahren. Er schenke seiner Tochter einen wunderschönen Wohnturm, in dem sie ein vornehmes Leben führen konnte und nicht zu viel von der unruhigen Welt draußen mitbekommen sollte.
    Doch auch die Mauern eines Turmes sind durchlässig und Barbara war nicht dumm, so dass sie sich sehr wohl dafür interessierte, was in der Welt geschah. Barbara heißt "die Fremde". Das Wort Barbar klingt in ihrem Namen mit. Fremd war ihr das Leben einer zurückgezogenen Edelfrau nach den Wünschen ihres Vaters. Sie war nicht bereit, sich in ihren Turm zurückzuziehen, bis der Vater einen passenden Mann für sie gefunden hatte.
    Barbara strebte nach Bildung und das war durchaus auch im Sinne ihres Vaters. Er holte einen der angesehensten Lehrer ins Haus - bzw. in den Turm. Doch was er nicht wusste, dieser gebildete Mann war Christ. Wie hätte der Vater auch auf so etwas kommen können, waren für ihn die Christen doch durchweg ungebildeter Pöbel. Dass dieser große Gelehrte kein Heide war, wie doch alle großen Gelehrten es waren, das wäre dem Vater nie in den Sinn gekommen.

    So lernt das schlaue junge Mädchen das Christentum kennen. Heimlich treffen sich Christen in ihrem Wohnturm zum Gebet. Ihrem Vater hatte sie erzählt, sie möchte ein größeres Badezimmer haben - heimlich wurde daraus eine kleine Kapelle, mit drei Fenstern als Zeichen für die heiligste Dreifaltigkeit.
    Lange ahnte der Vater nichts. Doch dann wollte er seine Tochter endlich verheiraten und er hatte dafür auch durchaus eine gute Partie gefunden - einen gestandenen Heiden. Barbara hielt ihren Vater und ihren Verehrer lange hin, doch irgendwann musste sie Klartext reden:

    Ich bin Christin und werde keinen heidnischen Mann ehelichen!
    Nun war es raus. Der Vater entsetzt. Seine eigene Tochter, für die er alles nur Mögliche getan hat, fällt ihm in den Rücken. Die Vaterliebe schlägt um in puren Hass. Der Turm wird für Barbara zum Gefängnis. Niemand bekommt mehr Zutritt zu ihr. Vielleicht wird sie das zur Vernunft bringen, denkt sich der Vater. Doch Barbara bleibt dabei. Für Christus ist sie bereit, alles andere aufzugeben. Von blinder Wut getrieben, stürzt der Vater mit dem Schwert auf seine Tochter zu, Barbara gelingt die Flucht aus dem Turm, er jagt mit gezücktem Schwert hinter ihr her.
    Die Legende berichtet, dass sich die Felsen öffneten und Barbara vor ihrem Vater in Schutz nehmen. Dies ließ Barbara zur Patronin der Bergleute werden, die sie bis heute besonders verehren und den Barbaratag festlich begehen. Sie erhoffen sich, dass durch ihre Fürsprache die gefährliche Arbeit unter Tage nicht zur Todesfalle wird und die Kumpels stets heil ans Tageslicht kommen.
    Schließlich findet der Vater Barbara in ihrem Versteck. Ein Hirte hatte sie verraten. Nun brachte der Vater die eigene Tochter vor den Richter, denn nach kaiserlichem Gesetz war es verboten, sich als Christ zu bekennen. Der Richter versuchte Barbara zunächst durch Schmeicheleien von ihrem Glauben abzubringen, dann mit Gewalt. Er ließ sie derart durchprügeln, dass ihre Haut nur noch aus rohem Fleisch bestand. Doch ein Engel des Herrn heilte in der Nacht ihre Wunden und versprach ihr Beistand bei allen noch zu erwartenden Qualen, ihre Heilung aber sollte ein Beweis für die Wahrheit ihres Glaubens sein. Doch weder der Richter, noch ihr Vater glaubten, dass der Gott Barbaras dieses Wunder gewirkt habe. Vielmehr schrieben sie es ihren Göttern zu. Barbara aber sagte:

    Nein, nein! Holz und Steine, aus dem deine Götter gefertigt sind, können das nicht. Dies ist ein Werk des Herrn des Himmels und der Erde, den ich als den einzigen wahren Gott anerkenne, für dessen Ehre ich zu sterben bereit bin.
    Barbara wurde erneut schwer misshandelt und schließlich zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Sie aber betete:

    Deine Hand, o Herr verlasse mich nicht. In dir kann ich alles, ohne dich vermag ich nichts.
    Der Vater erbat sich das Recht, selbst seine Tochter enthaupten zu dürfen. So groß war sein Hass auf sie. Es heißt, dass der Vater nach Vollstreckung des Urteils vom Blitz getroffen wurde und starb.

    Barbara
    Schnell wurde Barbara zu einer beliebten Heiligen des Volkes. Ihre Verehrung breitete sich zunächst im Osten aus, erst die Kreuzfahrer brachten die Kunde von ihr in den Westen mit, wo ihre Verehrung dann aber bald heimisch wurde. Sie wurde zu den vierzehn Nothelfern gezählt. Zusammen mit Katharina und Margareta gehört sie zu den "drei heiligen Madeln" (Bauernpatroninnen) und ergänzt um die heilige Dorothea bilden diese vier Frauenheiligen die "quattuor virgines capitales", die vier besonders heiligen Jungfrauen.
    Aufgrund des Blitzschlages gegen ihren Vater wird Barbara auch bei Unwetter angerufen und sie ist die Schutzheilige der Artillerie. Der Pulverlagerraum eines französischen Kriegsschiffes wird noch heute als Sainte-Barbe bezeichnet.
    Seit alters her ist der Barbaratag mit besonderem Brauchtum verbunden. Bis heute bekannt sind die Barbara-Zweige. Stellt man Zweige des Apfel- oder Kirschbaums oder auch anderer Bäume am Barbaratag in der Wohnung ins Wasser, so werden sie an Weihnachten grün. Das Grün der Bäume ist Symbol des Lebens, wie wir es auch vom Adventskranz oder Weihnachtsbaum her kennen. Was am Barbaratag wie tot aussieht, wird in der Heiligen Nacht blühen und das Leben in seiner Fülle zeigen. In den Blüten leuchtet uns das Leben entgegen.
    Ebenso wie das Licht ist das Grün somit auch ein Zeichen für Christus. Christus ist das Licht und das Leben, er schenkt uns Leben über den Tod hinaus. Wie Christus nach dem Tod auferstanden ist zu neuem Leben, so haben auch wir in Christus die Hoffnung auf die Auferstehung zum neuen Leben.
    Unser Leben soll aber schon jetzt so sein, dass es des neuen Lebens würdig ist. Doch wir schaffen es nicht, ganz ohne Fehler und Sünden zu Leben. Gott aber schenkt uns immer wieder die Möglichkeit zur Umkehr, indem wir die Menschen und Gott um Verzeihung unserer Fehler bitten, diese so gut es geht wieder gut machen und in der Beichte vor Gott hinbringen.
    Besonders im Mittelalter sah man es als das Schlimmste an, von einem plötzlichen Tod überrascht zu werden, der einem nicht mehr die Zeit ließ, sich darauf vorzubereiten, indem man eben für seine Fehler um Verzeihung bat und die Sterbesakramente empfing. Besonders der hl. Christophorus und die hl. Barbara gelten als Patrone für eine gute Sterbestunde.
    Der Gedenktag der hl. Barbara soll in uns neu die Hoffnung auf das Leben bei Christus wecken. Diese Hoffnung hat auch sie erfüllt. Es heißt, dass sie in den Tagen, als sie auf ihr Todesurteil wartete, einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinkbecher benetzt habe. So fand sie in den letzten Tagen ihres Lebens Trost darin, dass der Zweig in ihrer Zelle blühte und sie sagte:

    Du schienst tot, aber bist aufgeblüht zu schönem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu einem neuen, ewigen Leben aufblühen.


    https://www.praedica.de/Heilige-Feste/1204_Barbara.htm

  • Vom Reich GottesDatum03.12.2022 06:32
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Vom Reich Gottes



    Vom Übel der erblichen Schuld



    Höre, Herr, mein heißes Flehen,

    Sende Licht in meine Nacht.

    Sieh, mein Herz vergeht vor Wehen,

    Rette mich durch deine Macht.



    1. Herr, mein Gott, zitternd bete ich den Abgrund deiner Gerichte an. Mein Elend, Herr, bekenne ich dir. Sieh, mehr liebe ich meine Wunden, als die Gesundheit, mehr die vorübergehende Täuschung, als die ständige, ewige Wahrheit. Ich erkenne das Gute, und - tue, ach, das Böse. Wie aber ich, so alle, die aus Adam geboren sind. Woher, mein Schöpfer, diese tiefen Wunden der menschlichen Natur? Kam diese edle Natur also verkehrt aus deiner Hand? Niemals!. Zum Flug ist der Vogel, zu schnellem Lauf der Hirsch erschaffen, und krank ist der Vogel, der zu keinem Flug, krank der Hirsch, der nicht zum Lauf sich erheben kann. Und nicht krank, nicht bis ins Innerste verwundet wäre die Seele, die du geschaffen hast, dich, unendliche Majestät, zu erkennen und zu lieben, und die zu schwach zu aufopfernder Liebe ist?



    2. Woher diese Krankheit, dies tiefe Elend, das nicht von dir, der ewigen Liebe, kam? Angeboren sind mir und allen Sterblichen diese schweren Übel, über die ich vor dir seufze. Denn also sehe ich den Menschen, soweit die Geschichte reicht. Vor ihrer Pforte aber zeigt mir der Cherub mit dem Flammenschwert ein Menschenpaar, aus dessen Brust sie hervorgingen, und ihnen folgte der Anfang des Todes: Tränen, Wehen, Verbrechen und zweifacher Tod, als ein schreckliches Geleit, das auf alle ihre Nachkommen sich vererbte.



    3. Unendliche Majestät, kein Schatten der Ungerechtigkeit ist in dir. Nur zu deiner eigenen ewigen Verherrlichung konntest du, aller Wesen Ursprung und Ziel, erschaffen. Und voll wurde die Summe deiner Verherrlichung, ob der Mensch stand oder fiel, denn was deiner Rechten entfloh, das fiel in deine Linke. Erleuchtet hattest du den Menschen mit dem Licht deines Antlitzes, bewaffnet mit ursprünglicher Gerechtigkeit. Aber nicht reichen konntest du die Siegeskrone dem Untreuen, der im notwendigen Prüfungskampf nicht bestand. Zur Seite hast du ihm gestanden, ihn zu krönen, wenn er siegt, zu heilen, wenn er fällt. Und deine unermessliche Barmherzigkeit bereitete dem Gefallenen einen überreichlichen Quell des Heils und der Erlösung. Rufen wir mit dem Psalmisten: "Herr, erbarme dich meiner und heile meine Seele, denn gesündigt habe ich vor dir."

    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Name bedeutet: die Lebendige (latein.)

    Jungfrau, Märtyrerin
    * um 352 in Rom
    † um 362 daselbst


    Bibiana erlitt der legendären Überlieferung nach unter Kaiser Julian Apostata das Martyrium 1. Der Kaiser verbannte demnach seinen Präfekten Flavianus, weil er sein Haus zur Zuflucht für verfolgte Christen gemacht hatte. Verfolgt wurden auch Flavianus' Frau Dafrosa und die beiden Töchter, Bibiana und ihre Schwester Demetria; Bibiana wurde monatelang gefoltert, schließlich an einer Säule ihres eigenen Hauses festgebunden und gegeißelt bis sie starb, dann in ihrem Haus innerhalb der Stadt von dem Priester Pimenius begraben.

    die Säule, an der Bibiana angeblich gemartert wurde, in der Kirche Santa Bibiana in Rom
    die Säule, an der Bibiana angeblich gemartert wurde, in der Kirche Santa Bibiana in Rom
    Papst Simplicius weihte Bibiana eine an der Stelle ihres Begräbnisses in der Nähe des römischen Tempels der Minerva Medica errichtete Kirche, die bis heute existiert und in der die Säule ihres Martyriums zu betrachten ist. Staub von dieser Säule und Minzkraut von ihrem Grab soll gegen Fallsucht helfen; Bibiana hat also die Heilkunst der Minerva übernommen.

    Mitte des 9. Jahrhunderts kennt das Martyrologium des Ado von Vienne Bibianas Gedenktag, danach auch andere Heiligenverzeichnisse. Im frühen 13. Jahrhundert wurde die Kirche Santa Bibiana restauriert und von Papst Honorius III. wieder geweiht. Papst Eugen IV. erklärte 1439 die Kirche zur Tochterkirche von S. Maria Maggiore. 1624 wurde angeblich Bibianas Gebeine zusammen mit denen ihrer Schwester Demetria und ihrer Mutter Dafrosa wieder aufgefunden, daraufhin ließ Papst Urban VIII. die Kirche Santa Bibiana innen erneuern mit einer von Bernini geschaffenen Marmorstatue der Bibiana.

    Patronin gegen Kopfweh, Krämpfe, Epilepsie, Fallsucht, Trunksucht und Unfälle
    Bauernregeln: Wenn's regnet am Bibianatag, regnet's vierzig Tag und eine Woche danach.
    Gibt's Regen am Bibianitag, / es noch vierzig Tage regnen mag.

    1 ▲ Entgegen der später im Christentum verbreiteten Ansicht gab es unter Kaiser Julian keine direkte Verfolgung von Christen um ihres Glaubens willen; seine Maßnahmen beschränkten sich auf das Schüren von Konflikten zwischen verschiedenen christlichen Gruppen. Zur philosophischen Auseinandersetzung verfasste er die Schrift Contra Galilaeos, Gegen die Galiläer, in der er Fehler und Gefahren des christlichen Glaubens aufzeigt und die Christen als Abtrünnige des allgemein akzeptierten Judentums bezeichnete.

    Catholic Encyclopedia

  • Tages-Gebete Datum02.12.2022 07:49
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema Tages-Gebete



    Gebet am 2. Dezember




    O Maria, du Spiegel makelloser Reinheit, lieblich glänzender Mond der Jungfräulichkeit, du Licht und Vorbild aller Heiligkeit! Wir freuen uns mit dir deiner erhabenen Vorzüge, deiner herrlichen Eigenschaften, die dich als Mutter und Jungfrau zieren. Wir freuen uns mit dir, und danken der allerheiligsten Dreifaltigkeit, dass sie dich mit unvergleichlicher Würde bekleidet hat und bitten dich, dass du deine mütterliche Macht und Zärtlichkeit anwendest, damit alle Sünder und Irrenden zu Gott und seiner heiligen Kirche aufrichtig zurückkehren. Amen.



    Kirchengebet




    Gott, Du Spender alles Guten, Du hast bei Deiner Dienerin Bibiana mit der Blüte der Jungfräulichkeit die Palme des Martyriums verbunden; so verbinde auch auf ihre Fürsprache unsere Seelen durch die Liebe mit Dir, damit wir, den Gefahren entrückt, den ewigen Lohn erlangen. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Bibiana




    O Gott, der Du in der heiligen Bibiana die Jungfräulichkeit mit dem Martertod vereinigt hast, vereinige auf ihre Fürbitte unsere Herzen durch ihre Liebe mit Dir, damit wir, von allen Gefahren befreit, zu den ewigen Belohnungen gelangen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Zu Gott




    Herr, Du hast Worte des ewigen Lebens, der Du uns selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben geworden bist, lass uns jene Worte hören und ernst beherzigen, dass wir nicht auf Abwege in Irrtum und Laster geraten. Du hast die wahre Weisheit unter die Menschen gebracht, die Weisheit der Tugend, in Deinem Evangelium hören wir sie, in Deinem irdischen Leben schauen wir sie, durch die Geheimnisse des Heils, die Du für uns gestiftet hast, werden wir für sie empfänglich und ihrer teilhaftig. Lass alle unsere Handlungen von dieser Weisheit geleitet und veredelt sein. Du bist aus Liebe zu uns herniedergestiegen, um in uns die Liebe zu entzünden, die Gründerin und Vorsteherin des Gesetzes und der Vollkommenheit. Gib, dass diese Liebe der Grund unseres Strebens, das Ziel unseres Verlangens und einst die Belohnung unserer Tugend ist. Amen.


    https://www.marianisches.de/heilige-des-tages/

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