1. Es genügt, die ewige Seligkeit zu erlangen, nicht, dass wir nichts Böses tun, tun auch müssen wir überdies alles Gute, dass Gott von uns verlangt. Ach, wie viele wurden verworfen, weil sie dies zu tun unterließen. Wie viele Eltern seufzen in der Verdammnis, weil sie die Erziehung ihrer Kinder vernachlässigten. Wie viele Vorgesetzte, die nicht über ihre Untergebenen wachten. Denn alle Sünden, die Kinder und Untergebene aus sträflicher Nachlässigkeit derjenigen begehen, die ihnen vorgesetzt sind, kommen auf ihre Rechnung, ob sie selbst auch unsträflich in ihrem Leben waren. Wer die Laster und Missbräuche nicht verhindert, die er verhindern soll, wird ihrer schuldig vor Gott.
2. Man entlässt Angestellte nicht immer wegen Diebstählen und Betrügereien. Meist ist ihre Trägheit, die Unterlassung ihrer Pflichten die Ursache, warum sie verabschiedet werden. Auch jener träge Knecht wurde nicht verworfen, weil er das Talent seines Herrn verspielt oder verprasst hatte. Sein ganzes Verbrechen bestand darin, dass er mit ihm nicht gewirkt, sondern es vergraben hatte. Ein fürwahr warnendes Beispiel für uns. Du wirst vielleicht nicht verdammt werden, weil du fremdes Gut zurückbehalten oder sonst schwere Sünden begangen hast, aber kommst du auch den Armen zu Hilfe nach deinem Vermögen? Erfüllst du pünktlich die Pflichten deines Amtes, deines Standes? Wachst du als Arbeitgeber genau über deine Angestellten?
3. Von höchster Wichtigkeit für unser Heil ist dies, und ein Grund zu ernstem Nachdenken und zu bitterer Reue. Je höher dein Stand und Beruf ist, um so wachsamer musst du über Unterlassungssünden sein, die oft ein Quell von Ungerechtigkeiten und bitteren Leides für den Nächsten werden, ohne dass derjenige dies ahnt, aus dessen Schuld es geschieht. Ist er aber darum weniger sträflich? Prüfen wir uns hierüber ernsthaft. Fürchten wir diese Sünden und sind wir wachsam, sie zu verhüten, damit sie nicht einst die Ursache unserer ewigen Verdammnis sind. Lukas 12,47: "Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen."
1. Viele Gebete sandten die Heiligen zum Himmel um die Gnade, von Sünden sich rein zu erhalten. Der Heilige Geist aber legt uns dies Mittel selbst in die Hände, wo er spricht: "In allen deinen Werken gedenke deiner letzten Dinge, und du wirst ewig nicht sündigen." Er fordert nicht, dass wir gleich den strengsten Einsiedlern fasten oder uns geißeln, ja nicht einmal, dass wir diese letzten Dinge beständig betrachten, sondern nur, dass wir an sie bei unseren Werken denken. Gedenken sollen wir, dass wir selbst sterben, selbst vor Gottes Gericht erscheinen, selbst unser Urteil anhören müssen, denn nur so werden wir vor der Sünde bewahrt bleiben.
2. Eine große Kraft wohnt der Beherzigung unserer letzten Dinge inne. Das Andenken an den Tod verscheucht den Dünkel des Hochmuts und der Ehrsucht, die den Verstand verfinstern, und führt zur christlichen Klugheit. Die Erinnerung an das Gericht, wo alle Gedanken, Begierden, Absichten und Werke unseres Lebens durchforscht werden, erweckt heilsame Furcht und führt zur Gerechtigkeit. Die Vorstellung der Hölle drängt die Begierden zur sündigen Lust zurück, die so streng bestraft wird, und führt zur Mäßigkeit. Die Beherzigung der himmlischen Freuden endlich mildert alle Leiden und Widerwärtigkeiten, und verleiht dem Gemüt Stärke. Wo aber diese vier Haupttugenden herrschen, da bewahren sie den Menschen vor der Sünde. "So gedenke denn deiner letzten Dinge, und du wirst ewig nicht sündigen."
3. So leicht indessen dies Mittel ist, uns vor der Sünde zu bewahren, wenden dennoch nur wenige es an, weil diese Gedanken sie traurig machen. Christliche Seelen jedoch, die es anwenden, erfahren bald, dass diese Beherzigungen durchaus keine Schwermut und keinen Trübsinn mit sich führen, sondern dass sie je länger je lieblicher werden, da sie das Gewissen reinigen, und große Heiterkeit und Freude im Herzen erwecken, und es über sich selbst erheben. Darum auch gibt die Heilige Schrift diese Erinnerung als ein Mittel zur Freude an und spricht: "Lass keine Traurigkeit in dein Herz, sondern treibe sie von dir, und gedenke deiner letzten Dinge."
1. Tritt hinzu, betrachte diesen Menschen. Soeben ist sein Licht erloschen. "Er ist tot!" rufen die erschrockenen Freunde und Hausgenossen. Reichtum, Haus, Vermögen, Hoffnungen, alles ist für ihn vorüber. Ja auch die Zeit, die kostbare Zeit ist vorüber, kein gutes Werk kann er mehr tun, kein Verdienst für den Himmel mehr erwerben. Schon ist sein Urteil für die ganze Ewigkeit gesprochen, ja dieser Körper selbst ist gerichtet, es ist der Körper eines Auserwählten oder eines Verworfenen. Würde Gott ihn vom Tod erwecken: wie hoch würde er eine Stunde Zeit, eine Einflößung der Gnade, ein gerechtes Werk achten. Führen wir uns dies tief zu Gemüte.
2. Sieh, dies prächtige Gebäude, diese kostbaren Mobilien, dieser glänzende Reichtum gehörten ihm. Was ist nun sein? Dies Totenhemd, dies Linnen, dieser Sarg. Fort wird er getragen aus seinem Haus, nie mehr dahin zurückzukehren, denn entstellt, hässlich ist sein Körper, und verbreitet einen unerträglichen Totengeruch. O Elend, o Eitelkeit. Dies also ist das Ende aller menschlichen Größe, dies der Unbestand aller irdischen Glückseligkeit. Und ich sollte mein Herz an solche Dinge heften? Fürchten wir Gott und seine Gerichte. Mögen die Menschen nach meinem Tod mich vergessen und mich verachten: nicht sie, mein Leben, meine Werke entscheiden mein ewiges Los.
3. Endlich liegt er unter der Erde. Eine enge, finstere, schauerliche Grabeshöhle ist nun sein Palast. Verweile auf dieser Begräbnisstätte. Welcher von diesen Toten war einst reich? Welcher war arm? Welcher groß? Welcher elend? Alle hat der Tod gleich gestellt. Was ist die lieblichste Schönheit im Grab. Ein Scheusal, dessen Anblick niemand ertragen kann. Betrachte sie jedoch, von der Verzauberung der Welt dich zu heilen. Sieh, dies ist das Ende aller menschlichen Schönheiten, das Ziel aller Lüste. Hier lerne deine Leidenschaften ersticken, deine Freude mäßigen, deine Begierden ordnen. Zu einer glorreichen Wohnstätte pilgern wir, die Verachtung alles Irdischen führt uns dahin. 2 Kor 5,1: "Wir wissen: Wenn unsere irdische Zeit abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel."
Thema von Blasius im Forum Wort- und Begrifferklä...
Dein Reich, o Herr, besteht durch alle Zeiten,
Glorreiche Himmelsbürger zu bereiten,
Die einst - zur Seligkeit erhoben -
Ewig dich loben.
1. Das Reich Gottes, das der Herr uns zu suchen befiehlt, ist ein Reich der Heiligkeit, ein himmlisches Reich, dessen Bürger als Fremdlinge hienieden vorübergehen, und durch Reinheit des Lebens für eine ewig glorreiche Heimat sich vorbereiten. Der König dieses Reiches ist Jesus, der, zwar unsichtbar und verschleiert, aber wahrhaft und wesentlich mitten unter seinem glückseligen Volk thront, jedem Zutritt gewährt, die Bitten aller erhört, und reichliche Gaben des Heils denjenigen erteilt, die sich ihm nähern mit Liebe und Vertrauen. Glückselig wir, die wir in diesem Reich leben, wenn anders wir seine Gerechtigkeit suchen.
2. Die Gesetze dieses Reiches sind Gelehrigkeit des Geistes, Demut des Herzens, Reinheit der Sitten, Geradlinigkeit der Absicht, Liebe Gottes und des Nächsten. Die wesentlichste Beschäftigung, die eigentliche Aufgabe, die einzige Wissenschaft der Bürger dieses himmlischen Reiches ist, nach dem Geist ihres göttlichen Königs sich zu bilden, ihr Leben nach dem seinigen zu ordnen, für ihn zu leben, zu leiden, zu kämpfen und zu sterben, und alle - kleinen wie großen - Werke auf dieses hohe Ziel zurückzuführen. Die Belohnungen aber, die der himmlische König seinen Bürgern unterdessen erteilt, sind: Friede des Gewissens, Freude im Heiligen Geist, Überfluss an geistigen Gütern und das Unterpfand ihrer künftigen Glorie. Wie lebst du in diesem Reich? Kannst du mit Wahrheit sagen, dass du eine Bürgerin in ihm bist?
3. Dieses Reich ist inwendig in uns. Denn die Seele des Gerechten ist ein Thron Gottes, der sie durch seinen Geist regiert. Es ist aber auch ein äußerliches Reich, das alle Auserwählten aus allen Völkern und Zungen in sich vereint. Alle Bürger dieses Reiches sind ein Leib, da alle von dem einen lebendigen Brot essen, das täglich vom Tisch Gottes kommt, sie zum ewigen Leben zu nähren. Alle leben in einem Glauben, in einer Liebe, in einer Erwartung ihrer seligen Umwandlung. Suchen wir ohne Unterlass die Gerechtigkeit dieses Reiches, dass wir würdig werden, die Stimme unseres Königs zu hören (Matthäus 25,34): "Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt."
Die gottselige Seraphina, Tochter des Guido Antonius, Graf von Urbino, und der Katharina Colonna, bewies von ihrer ersten Kindheit an einen vorzüglichen Gottseligkeitssinn. Da sie frühzeitig ihre Eltern verlor, wurde sie sorgfältig von den Verwandten ihrer Mutter erzogen. Und als sie herangewachsen war, heiratete sie Alexander Sforza, den Herrn von Pesaro und Connetable von Sizilien. Obgleich ihr Wandel tadellos war, warf ihr Ehemann doch sein Missfallen auf sie, weil eine lasterhafte Leidenschaft ihn anderswohin zog. Nachdem sie 12 Jahre im Ehestand gelebt hatte, sah sie sich gezwungen, zu Pesaro ihre Zukunft bei den Nonnen der heiligen Klara, vom heiligen Sakrament genannt, zu suchen. Sie wurde sogar genötigt, sich an dieses Kloster durch die Gelübde zu binden. Als eine wahrhaft christliche Frau wusste sie ihr Unglück durch Unterwürfigkeit gegen den göttlichen Willen zu heiligen und ihr Opfer dem Herrn wohlgefällig zu machen. Sie dachte nun an nichts anderes mehr, als wie sie sich die Vollkommenheit ihres neuen Standes erwerben könne. Ihre Tugend machte einen solchen Eindruck auf alle ihre Gefährtinnen, dass sie sie zu ihrer Äbtissin erwählten. Seraphina zeigte sich auch dieser Wahl würdig durch ihre Klugheit, ihre christliche Liebe, ihre Billigkeit und ihren Eifer für die Klosterzucht. Sie lebte 22 Jahre als Klosterfrau und starb am 8. September 1478. Ihre Verehrung wurde von Papst Benedikt XIV. gutgeheißen und ihr Fest wird am 9. September begangen.
Wann feiert die Kirche das Fest Mariä Geburt? Die Kirche feiert das Fest Mariä Geburt am 8. September.
Warum wird das Fest Mariä Geburt gefeiert? Die Kirche feiert das Fest Mariä Geburt, weil Maria von ihrer Geburt an das heiligste aller Geschöpfe war und weil sie dazu bestimmt war, die Mutter des Retters zu sein.
Wird nur das Fest der Geburt bei der allerseligsten Jungfrau Maria gefeiert? Das Fest der Geburt wird bei der allerseligsten Jungfrau Maria und beim hl. Johannes dem Täufer gefeiert. Es ist aber zu bemerken, daß die allerseligste Jungfrau Maria nicht nur in der Gnade geboren, sondern auch in dieser Gnade empfangen wurde, während man vom hl. Johannes dem Täufer nur sagen kann, daß er vor der Geburt geheiligt wurde.
Was für ein Leben führte die allerseligste Jungfrau Maria? Die allerseligste Jungfrau Maria führte, obwohl aus dem königlichen Geschlecht Davids stammend, ein armes, demütiges und verborgenes, aber vor Gott kostbares Leben, denn sie sündigte niemals auch nur läßlich und wuchs beständig in der Gnade.
Was ist in besonderer Weise an den Tugenden der allerseligsten Jungfrau Maria zu bewundern? An den Tugenden der allerseligsten Jungfrau Maria ist in besonderer Weise das Gelübde der Jungfräulichkeit zu bewundern, das sie schon in ihrem zartesten Alter ablegte. Dafür gab es bisher noch kein Beispiel.
Was sollen wir am Fest der Geburt der allerseligsten Jungfrau Maria tun? Am Fest der Geburt der allerseligsten Jungfrau Maria sollen wir vier Dinge tun: 1. Gott danken für die einzigartigen Gaben und Vorrechte, mit denen er sie vor allen Geschöpfen ausgezeichnet hat; 2. ihn bitten, daß er durch ihre Fürbitte in uns das Reich der Sünde zerstöre und uns treu und standhaft mache in seinem göttlichen Dienst; 3. die Heiligkeit Mariens verehren und sie wegen ihrer Erhabenheit seligpreisen; 4. trachten, sie nachzuahmen in der sorgfältigen Bewahrung der Gnade und in der Übung der Tugenden, besonders jener der Demut und der Reinheit, durch die sie würdig wurde, Jesus Christus in ihrem reinsten Schoß zu empfangen.
Quelle: Hl. Pius X., Kompendium der christlichen Lehre. Das Buch ist im Sarto Verlag erschienen und kann dort bestellt werden.
Der Heilsplan Gottes für den Menschen Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“
Liebe Leserinnen und Leser,
8. September - Am Fest Mariä Geburt
Von Ewigkeit in Gottes Rat erkoren,
Wird heut Maria uns zum Heil geboren.
Frohlocke, Adam, denn nun naht die Zeit,
Die aus den Fesseln dich und uns befreit.
1. Maria ging der Sonne der Gerechtigkeit als Morgenstern voran, denn sie war die Jungfrau, die den Gott Emmanuel empfangen und gebären sollte. In ihren Adern floss das Blut der Patriarchen, der Propheten und der Könige Israels, deren Linie bis auf diese Tochter Davids hinab reichte. Wir verehren in Andacht Maria als die Gesegnete unter den Frauen, als die Mutter unseres Heils, als die Zierde des ganzen menschlichen Geschlechtes, als die wahre jungfräuliche Gottesmutter.
2. Mit Wohlgefallen sah der Allerhöchste auf die Wiege des göttlichen Kindleins, und seine Allmacht, Weisheit und Güte hatte sie, die Mutter, mit den höchsten Vorzügen und Gnaden geschmückt. Kein erschaffenes Wesen war in so hoher Vollkommenheit aus seinen Händen hervorgegangen. Feierlich hatten die Propheten sie verkündigt, in lebendigen Bildern hatten die hervorragendsten Frauen Israels ihre künftige Herrlichkeit vorgebildet. Psalm 45,14: "Die Königstochter ist herrlich geschmückt, ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen." Ihre wunderbare Demut überglänzt alle ihre himmlischen Tugenden, und wie der Apostel ruft sie dadurch allen ihren Verehrern zu: "Darum ermahne ich euch: Haltet euch an mein Vorbild" (1 Korinther 4,16), und ihr Schutz ruht auch nur auf den Demütigen.
3. Gleichwie die Morgenröte bei Aufgang des Tages ihr mildes Licht verbreitet, und dadurch Freude in die Herzen gießt, da sie die nahe Sonne verkündet: also erfreute die Geburt Marias nicht nur die heiligen Engel, die ihre erhabene Würde kannten, sondern auch die Seelen der Väter und Mütter des Alten Bundes in der Vorhölle, denen durch sie selige Hoffnung aufging, bald das Licht der Welt zu schauen, Christus, den Herrn, und aus den Finsternissen des Todes in das himmlische Licht der Seligkeit zu gelangen. Ja es wird auch bis ans Ende der Zeiten das Andenken an die heilige Geburt der gebenedeiten Jungfrau alle Herzen erfreuen, die ihren göttlichen Sohn als ihren Erlöser anbeten. Wie der wunderbare Name Jesus, so ist auch ihr Name wunderbar im Mund und Jubel im Herzen. "Der Name der Jungfrau war Maria" (Lukas 1,27b).
Du bist die einzige Jungfrau, in der der Heiland einen Aufenthalt gefunden, in die er seine Gnadenschätze ohne Maß niedergelegt hat. Deshalb, o heilige Jungfrau, verehrt die ganze Welt deinen Schoß als den Tempel Gottes, in dem das Heil der Welt begonnen hat. Da hat die Aussöhnung zwischen Gott und den Menschen stattgefunden. Du bist, o große Mutter Gottes, der verschlossene Garten, in den der Sünder nie eingedrungen ist, um Blumen daraus zu pflücken. Geliebte Mutter Maria, wenn doch auch ich dich so lieben könnte, gleichwie du mich liebst. Ich will mein Möglichstes tun, um dich zu ehren und zu lieben. Herrlichste Königin, erlange mir die Gnade, dass ich dir treu bleibe. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
An diesem Tag hat der heilige Abt Bertin sein heiliges Leben in einer kleinen, unter dem Namen der seligsten Jungfrau eingeweihten Kapelle und Eremitage bei St. Omer beschlossen. Er hat sich dahin aus Andacht begeben, Tag und Nacht im Gebet zugebracht, und ob er schon über hundert Jahre alt war, mit dem Eifer eines Novizen sich zum Tod bereitet
"Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: gewähre Deiner Kirche die Gnade, an Deinem heiligen Bekenner Stephan, der sie als König auf Erden ausbreitete, einen glorreichen Vorkämpfer im Himmel zu haben. Durch unsern Herrn Jesus Christus ..."
(Kirchengebet am Fest des hl. König Stephan)
Um 969 wurde dem ungarischen Großfürsten Géza ein Sohn geboren, der den türkischen Namen Vajk erhielt. Er enstammte dem Geschlecht der Arpaden, dessen Ahnherr der 907 verstorbene ungarische Großfürst Árpad ist. Unter seiner Regentschaft vollzog sich ab 895 die kriegerische Landnahme der sieben magyarischen Stämme. - Die Dynastie der Arpaden starb 1301 im Mannesstamm aus.
Um 973 wurde Vajk zusammen mit seinem Vater von einem katholischen Missionär aus dem Bistum Passau getauft. Vajk erhielt den Namen Stephan. - Die Firmung wird der junge Stephan durch den hl. Adalbert von Prag empfangen haben, als dieser in Ungarn missionierte und sich auch der Erziehung des hl. Stephan annahm.
St. Adalbert war es, der die Ehe vermittelte zwischen dem ungarischen Fürstensohn und der sel. Gisela von Bayern, einer Schwester St. Heinrichs II.
Die Ehe wurde 995 geschlossen.
Zwei Jahre darauf wurde Stephan der Heilige (997 - 1038) Nachfolger seines verstorbenen Vaters als Großfürst von Ungarn. Sogleich hatte er den Aufstand eines heidnischen Stammesfürsten zu bekämpfen (997 - 998), den er nur mit Hilfe von deutschen Rittern besiegen konnte.
Papst Silvester II. (999 - 1003) bestätigte den hl. Stephan als Herrscher Ungarns und übersandte ihm eine Krone. - Wie Karl der Große am Weihnachtstag des Jahres 800 zum ersten Kaiser im Westen gekrönt worden war seit der Absetzung des Romulus Augustulus 476, so ließ sich Stephan der Heilige im Einvernehmen mit Kaiser Otto III. am Weihnachtstage des Jahres 1000 mit der vom Papst übersandten Krone in Gran zum ersten König Ungarns - zum "Apostolischen König" - krönen.
Noch einmal hatte Stephan der Heilige gegen einen aufständischen Stammesfürsten vorzugehen (1002 - 1003), nun gegen einen solchen, der sich dem byzantinischen Kaiser im Osten anschließen wollte. Doch wiederum siegte Stephan.
Der ungarische König förderte die Christianisierung seines Reiches. 1002 wurde das Kloster Martinsberg vollendet, weitere Gründungen folgten. Die Erzdiözesen Gran und Kalocsa wurde errichtet sowie acht weitere Bistümer. Neben der kirchlichen Organisation des Landes stand die politische. Ungarn wurde von König Stephan in Grafschaften gegliedert.
Über seinen Amtsgeschäften vergaß St. Stephan doch nicht die Bedürftigen. Arme hatten stets Zutritt zu ihm, und er verweigerte niemandem ein Almosen.
Der zum Thronfolger ausersehene Sohn Stephans und Giselas, der hl. Emmerich, starb bereits sieben Jahre vor seinem Vater durch einen Jagdunfall. Da der König daraufhin Thronwirren für die Zeit nach seinem Hinscheiden befürchtete, vertraute er das Land der Muttergottes an, der Magna Domina Hungarorum, der Großen Herrin der Ungarn.
Stephan der Heilige starb am Feste Mariae Himmelfahrt 1038. Am 20. desselben Monats wurde sein Leichnam in der Basilika von Alba regia, Stuhlweißenburg, beigesetzt. Bis in unsere Zeit wird der 20. August in Ungarn als Nationalfeiertag begangen, nur spricht man seit der Zeit der kommunistischen Herrschaft (1948 - 1990) nicht mehr vom Begräbnis Stephans des Heiligen, sondern von einem Verfassungstag, da man die Verfassung der Volksrepublik 1949 am 20. August verkündete. - Die Kirche aber gedenkt des heiligen Königs und Apostel der Ungarn am 2. September, da an diesem Tage im Jahr 1686 die Stadt Buda, Ofen, von den Türken zurückerobert wurde, die sie 1541 eingenommen hatten.
Nach dem Tode König Stephans nahm die den Deutschen feindlich gesinnte, heidnische Partei die sel. Gisela gefangen. Sie hatte Mißhandlungen zu erdulden, bis Kaiser Heinrich III. (1039 - 1056) sie 1045 befreite und ihr die Rückkehr in die bayrische Heimat ermöglichte. Gisela beschloß ihr Leben als Benedektinerin. Nachdem sie 1057 Äbtissin von Niedernburg bei Passau geworden war, starb sie am 7. Mai 1060 in ihrem Kloster.
St. Stephan ist Landesapostel und Schutzpatron Ungarns; seine bis heute unverweste rechte Hand gilt in Ungarn als nationale Reliquie. 1083 wurde Stephan von Papst Gregor VII. heilig gesprochen.
Maria, du bist mir in aller Trübsal süße Labung und Trost: du bist der himmlische Tau, der mich in der sengenden Hitze erquickt. Vom Schoß deines Erbarmens empfängt meine Seele in ihrer Trockenheit heilsame Erfrischung. Du bist mir Licht in der Finsternis, eine treue Wegweiserin, wenn ich mich verirre. Du bist meine Stärke in der Schwäche, mein Heilmittel, wenn ich von meinen Seelenfeinden verwundet werde. Leide ich Schaden, so machst du ihn gut, fühle ich Schmerz, so hinderst du ihn. Du zerreißt meine Bande und belebst meine Hoffnung. Erhöre mein Gebet, stille mein Seufzen und lass dich rühren von meinem Elend. Amen.
Zu Gott
Wir bitten Dich, o Herr, dass Deine Kirche an dem heiligen Stephan einen Beschützer im Himmel hat, wie sie auf Erden an ihm einen mächtigen Beförderer gehabt hat, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Der heilige König Stephan hatte allzeit eine zarte Andacht zur seligsten Mutter Gottes, die die Ungarn noch auf den heutigen Tag ihre "große Frau" nennen und sich bemüht, seinen Untertanen eben solche Gesinnungen beizubringen. Er hat ihr zu Ehren verschiedene herrliche Kirchen erbauen lassen, hat auch ihren Beistand in wichtigen Angelegenheiten und Gefahren öfters erfahren und hatte schließlich den Trost, auf den Tag ihrer Himmelfahrt in das ewige Reich hinüber zu gehen.
- Als der heilige König Stephan über dreißig Jahre lang regiert hatte, wollte er im Jahr 1031, am Tag von Mariä Geburt, seinen Sohn Emmerich zum Nachfolger krönen lassen. Emmerich war ein Heiliger wie sein Vater, er war der Liebling des Volkes und die Hoffnung des Landes. Wie schwer mag es da den alten Vater getroffen haben, dass Emmerich wenige Tage vor der Krönung, am 2. September, schnell und plötzlich starb. Gottes Wege sind oft unergründlich.
Verena, eine Jungfrau von adeliger Abkunft, kam mit der thebaischen Legion, die vom Kaiser Maximinian zum Kriegsdienst ausgehoben wurde, und deren Oberst Mauritius ihr Verwandter war, nach Mailand. Ihr Vormund, der ehrwürdige Greis Viktor, hatte die verlassene Waise bei einer angesehenen christlichen Familie untergebracht. Dort besuchte die fromme Jungfrau während der grausamen Christenverfolgungen voll des innigsten Mitleids die Gefangenen in ihren schauerlichen Gefängnissen, tröstete, ermutigte sie im Glauben an Christus und erquickte sie mit Speise und Trank. Bald aber erlaubte man dem Engel des Trostes nicht mehr, die Gefangenen zu besuchen, der christliche Familienvater Maximus, bei dem Verena mehrere Jahre gewohnt hatte, wurde gefangen genommen, sie selbst als eine Fremde aus der Stadt vertrieben.
Um sich eine stille Zufluchtsstätte zu suchen, überstieg sie die Alpen, kam in das Rhonetal, in die Gegend von Martinach und vernahm, dass hier die thebaische Legion, mit ihr auch ihr geliebter Vormund Viktor, wegen ihres christlichen Glaubens von den heidnischen Soldaten des römischen Kaisers ermordet worden sei. Verena benetzte den blutgetränkten Boden mit ihren Tränen und pries die starkmütigen Märtyrer glücklich.
Von den Heiden vertrieben, setzte Verena ihre Schritte weiter über Wadt und Bern und kam an die Aar bei Solothurn. Hier verbarg sie sich in einer Felsenhöhle. Niemand wusste ihren Aufenthalt, außer einer christlichen Witwe, die sie von Zeit zu Zeit mit Speisen versah und dafür Handarbeiten entgegennahm, in denen Verena sehr geschickt war.
Nicht lange blieb Verena in ihrer Felsenhöhle verborgen. Christliche Frauen und Jungfrauen suchten bei der Heiligen Rat und Trost, Kranke und Gebrechliche flehten sie um Hilfe an, denn Gott hatte sie mit der Wundergabe begnadet. Verena belehrte die Heiden im Glauben an Christus und viele nahmen die Wahrheit und das Glück des Christentums an. Allen leuchtete die Klausnerin durch unablässigen Gebetseifer, durch rastlose Arbeitsamkeit und Wohltätigkeit vor. Viele gingen von ihr zurück geheilt an Leib und Seele.
Der Ruf von der wundertätigen Christin kam auch zu den Ohren des römischen Landpflegers Hyrtacus. Sogleich ließ er Verena vor seinen Richterstuhl führen und suchte sie mit Spott ihrem Glauben abtrünnig zu machen, sie aber wusste ihren Glauben so überzeugend zu verteidigen, dass der Heide kein Wort entgegensetzen konnte. Er ließ sie in ein schauerliches Gefängnis werfen und kündigte ihr Folter und Hinrichtung an, wenn sie dem Christentum nicht abschwöre. Die heldenmütige Jungfrau freute sich, um des Namens Christi willen Schmach zu leiden und flehte inbrünstig zu Gott nicht um Befreiung aus dem Kerker, sondern um Starkmut im Martertod. Im Traum erschien ihr der heilige Mauritius im weißen Kleid und Purpurmantel, umgeben von einer großen Schar verklärter Jünglinge mit Palmzweigen in den Händen, und sprach zu ihr: „Verena, vertraue auf den Herrn, er wird mit dir sein! Halte dich an sein Wort und du wirst erfahren, dass sein Arm nicht verkürzt ist. Er wird dich erretten.“ Verena wurde mit wunderbarem Mut erfüllt und erwartete freudig jede Stunde den Martertod. Gott fügte es aber anders.
Hyrtacus fiel in ein heftiges Fieber. Vergebens rief er die Kunst der Ärzte und die Hilfe seiner Götter an. In seiner höchsten Not ließ er Verena rufen und sprach zu ihr: „Verena, ich habe von dir gehört, du hast durch dein Gebet viele Kranke gesund gemacht. Wohl habe ich es nicht verdient, dass du dich meiner annehmest, aber verzeih mir und bete zu deinem Gott, dass er mir helfe!“ Sie erhob Augen und Herz zum Himmel und betete mit großer Inbrunst. Der Kranke genas von Stund an, ließ die Gefangene frei und gestattete ihr, nach ihrem Glauben zu leben, wo und wie sie wolle.
Verena sammelte nun die christlichen Jungfrauen um sich und die Mütter sandten ihr täglich ihre Töchter, damit sie im christlichen Glauben und in weiblichen Handarbeiten unterrichtet würden. So entstand eine Art Frauenkloster, deren Vorsteherin in die jugendlichen Herzen den Keim der Tugend und Gottesfurcht pflanzte und für die Mit- und Nachwelt außerordentlich segensreich wirkte.
Einst brach eine große Hungersnot über das Land herein, und Verenens Mitschwestern jammerten laut, weil ihre Handarbeiten nicht ausreichten, um Brot zu kaufen. Verena verwies ihnen ihren Kleinglauben und tröstete sie mit den Worten des Psalmisten: „Ich war jung und bin alt geworden und habe vieles erlebt, aber niemals habe ich den Gerechten verlassen, noch seine Kinder um Brot betteln gesehen. Vertraut auf Gott, er wird tun, was ihm zur Ehre und uns zum Heil gereicht.“ Verena betete inbrünstig zu Gott, und siehe da! Am Morgen standen mehrere Säcke voll Mehl vor ihrer Klause. Alle dankten Gott, und das Mehl reichte aus, bis die Teuerung vorüber war.
Als der Zudrang der Menschen zu Verenens Höhle immer mehr zunahm, so dass sie in ihren frommen Übungen gestört wurde, und wegen der vielen Ehrenbezeugungen Eitelkeit befürchtete, wanderte sie längs des Aarflusses hin bis zu seinem Einfluss in den Rhein. Dort soll sie auf einer einsamen Insel bei dem Dorf Koblenz lange Zeit unbekannt in einer Hütte gelebt haben. Als sie vernahm, dass in dem benachbarten Dorf Zurzach eine Christengemeinde sei, ging sie dorthin und betete in der dortigen Kirche unter heißen Tränen zu Gott, er möge sie den Ort finden lassen, wo sie den Rest ihrer Pilgerschaft in Ruhe vollenden könne. Zugleich setzte sie ein kleines Gefäß mit Wein zum heiligen Opfer auf den Altar.
Während Verena inbrünstig betete, trat der Pfarrer herein und fragte sie, woher sie komme und warum sie so traurig sei. Sie erzählte ihm ihre Schicksale, und ihre Demut und Sittsamkeit rührte ihn so sehr, dass er ihr sein Hauswesen anvertraute. Verena erfüllte gewissenhaft ihre Pflichten und fand ihre größte Freude, wenn sie die Kranken des Spitals besuchen und pflegen konnte. Ein gewissenloser Knecht des Pfarrers verklagte sie, dass sie das Gut ihres Herrn an Bettler und schlechte Menschen verschwende. Der Priester sah nach, fand alles in bester Ordnung und einen solchen Segen des Himmels, wie er ihn nie gekannt hatte. Der boshafte Knecht bekam die Fallsucht und schätzte sich glücklich, unter die Kranken im Spital aufgenommen zu werden, denen er die Wohltaten Verenas missgönnt hatte.
Der neue Knecht des Pfarrers war noch boshafter als sein Vorgänger, und sann auf das Verderben Verenas. Er stahl dem Herrn einen kostbaren Ring, warf ihn in den Rhein und verklagte die unschuldige Haushälterin als die Diebin. Der Priester verlangte von ihr den Ring, den er ihr zum Aufbewahren anvertraut hatte. Sie weinte bitterlich und flehte den ganzen Tag und die ganze Nacht, Gott wolle ihre Unschuld und den Ring an den Tag kommen lassen. Am nächsten Morgen ging der Pfarrer an den Rhein, wo eben Fischer einen großen Salm gefangen hatten. Sie schenkten ihm den Fisch. Als der Fisch aufgeschnitten wurde, fand man in seinen Eingeweiden den vermissten Ring. Der boshafte Knecht bekannte nun reuig sein Vergehen.
Im vorgerückten Alter wünschte Verena in ungestörter Einsamkeit Gott dienen zu können. Der Pfarrer ließ ihr nahe bei der Kirche eine Zelle bauen, wo sie den Rest ihres Lebens frommen Übungen und Werken der christlichen Barmherzigkeit widmete. Eines Tages sah sie in einer Verzückung die allerseligste Jungfrau, umgeben von vielen heiligen Jungfrauen und Engeln. Maria blickte ihre treue Verehrerin unbeschreiblich wohlwollend an und sagte zu ihr: „Du treue Magd des Herrn und reine Braut Christi, komm nun mit uns und empfange die Krone, die er dir bereitet hat!“ Darauf verschied sie sanft im Herrn. Ihr Leichnam wurde in Zurzach unter großem Zulauf des Volkes begraben.
Erzherzog Rudolf IV. von Österreich erbat sich im Jahr 1308 die Reliquien der heiligen Verena und ließ sie feierlich im St. Stephansdom zu Wien beisetzen, wo sie Gott durch viele Wunder verherrlicht hat. An ihren Namen knüpfen sich viele anmutige Sagen, die sie als Mutter der Armen und Trösterin der Unglücklichen preisen. Über dem Grab der heiligen Verena wurde bald nach ihrem Tod eine Kapelle gebaut, an deren Stelle Kaiser Karl der Dicke ein prachtvolles Münster aufführte nebst einem Kloster. Kamm und Krüglein auf den Bildnissen der Heiligen deuten ihre Wohltätigkeit an. Für das Krüglein der heiligen Verena überließ ein Abt von St. Blasien die Einkünfte von zehn Pfarreien dem Chorherrnstift in Zurzach. Ihre heilkräftige rechte Hand, in einer Silberkapsel verwahrt, wird am Osterdienstag in Prozession umhergetragen.
O Maria, in deine Hände lege ich mein ewiges Heil, dir übergebe ich meine Seele. Sie ist dem Untergang nahe, du musst sie durch deine Vermittlung retten. Ich will zu deinen besonderen Dienern gezählt werden, stoße mich nicht von dir. Du suchst die Elenden, um ihnen zu helfen. So verlasse denn auch nicht einen Sünder, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Lege du für mich ein gutes Wort ein, denn dein Sohn gewährt dir ja alles, um was du ihn bittest. Ich fürchte nur, dass ich durch eigene Nachlässigkeit vergessen werde, mich dir anzuempfehlen, und dass ich dadurch verloren gehen werde. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Rochusm
O Gott, der Du auf die Fürbitte des heiligen Rochus so vielen von der Pest Angesteckten geholfen hast, wir bitten Dich, befreie uns von allen Übeln der Seele und des Leibes, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Am heutigen Tag wurde im Jahr 1030 durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau der Friede zwischen Kaiser Conrad und dem heiligen ungarischen König Stephan geschlossen, wovon Baronius im Jahr 1030 berichtet hat.
Zu Antwerpen wurde an diesem Tag eine große feierliche Prozession gehalten, wobei man das Bildnis der seligsten Jungfrau im herrlichen Schmuck und Pracht, in Begleitung der Vornehmsten der Stadt herumgetragen hat. Die Stadt selbst hat sich unter den Schutz der heiligsten Mutter Gottes begeben, und hat auch ihr ihren Ursprung und Zuwachs zu verdanken.
O liebste Königin und Mutter, du bist schon in deinem Reich angelangt, wo du als Königin über alle Chöre der Engel erhoben bist, wie die heilige Kirche singt. Wir armen Sünder, wir wissen es allzuwohl, dass wir es nicht verdienen, dich bei uns in dieser finsteren und traurigen Welt zu haben. Aber wir wissen auch zu gleicher Zeit, dass du ungeachtet deiner Herrlichkeit, zu der du erhoben bist, dennoch uns Elende nicht vergessen und das Mitleid mit uns armen Kindern Adams nicht verloren hast, sondern dass es vielmehr in dir gewachsen ist. Heiligste Jungfrau Maria, wende von dem erhabenen Thron, auf dem du jetzt herrschst, deine barmherzigen Augen auf uns herab und habe Mitleid mit uns. Bedenke, dass, als du diese Erde verlassen hast, uns versprachst, uns nie vergessen zu wollen. Blicke also gnädig auf uns herab und stehe uns bei.
Siehe, in welchen Stürmen, in welchen Gefahren wir uns jeden Augenblick befinden, wie wir ihnen bis zum Ende unseres Lebens ausgesetzt bleiben. Um der Verdienste deines seligen Todes willen, o Maria, erlange uns die Gnade der Beharrlichkeit in der Freundschaft Gottes, damit wir dereinst diese Welt im Stand der Gnade verlassen und dazu gelangen, einst im Himmel deine heiligen Füße zu küssen und dort in Vereinigung mit den heiligen Geistern dich zu loben und deine Herrlichkeit, wie du es verdienst, zu preisen. Amen.
Gebet zu Maria
Glückselige Jungfrau, Mutter des Lebens, wir möchten bei deinem Sohn Zutritt finden. Der, der sich uns durch dich gegeben hat, der soll auch durch dich uns aufnehmen. Du, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin, versöhne uns mit deinem Sohn, empfiehl uns deinem Sohn, stelle uns deinem Sohn vor. Erwirke uns doch die Gnade, dass der, der sich durch dich mit unseren Schwachheiten bekleidet hat, uns auch durch dich seines Glücks und seiner Herrlichkeit teilhaftig mache. Amen.
Maria von Magdala hat ihren Beinamen wohl nach ihrem Heimatort. Nach Maria, der Mutter Jesu, ist sie sicher die bekannteste Frau aus dem Neuen Testament, ja vielleicht aus der gesamten Heiligen Schrift. Maria schloss sich Jesus als Jüngerin an, nachdem er sieben Dämonen von ihr ausgetrieben hatte (Lk 8,2). Sie sorgte - wie andere Frauen auch - für Jesu Lebensunterhalt (Lk 8,3). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Mt 27,55-56). Maria verharrte nach der Grablegung Jesu weinend am Grab (Mt 27,61; Joh 20,11). Sie ging dann am Morgen nach dem Sabbat zusammen mit zwei anderen Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die ersten Zeugen des leeren Grabes und der Botschaft des Engels: "Erschrecket nicht! Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden." (Mk 16,6) und erhielten den Auftrag, dies den sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten (Mk 16,7). Das Johannesevangelium (20,15-17) schildert, dass Maria am Ostermorgen allein war, als sie dem Auferstandenen begegnete: die traurig am Grab Weinende sah einen Mann, vermeintlich den Gärtner; nachdem er sie beim Namen nannte, erkannte sie dann Jesus als Lebenden. Sie wurde zur ersten Zeugin der Auferstehung Jesu und hat den Aposteln die Botschaft von der Erscheinung des Auferstandenen gebracht. Daher wird sie auch Apostolin der Apostel genannt.
Maria von Magdala war Jesus sehr nahe, hat viele seiner Wunder miterlebt, viele seiner Reden gehört. Sehr innig ist ihre Begegnung mit Jesus am Ostermorgen. Wegen dieser Nähe zu Jesus kamen einige Irrgeister dazu, Maria von Magdala ein partnerschaftliches, auch die sexuelle Begegnung einschließendes Verhältnis zu Jesus zuzuschreiben. Dieser Gedanke kommt vielen, auch mitunter frommen Zeitgenossen leider oft spontan bei der Nennung des Namens Maria von Magdala. Ein solches Bild jedoch zerstört den Glauben an Jesus. Jesus ist der Sohn Gottes. In allem was er sagt und tut, erkennen wir seine Andersheit. Er ist zwar ganz Mensch, aber doch erkennen die Menschen in seinem Reden und Tun das andere, das, was sein Gottsein ausmacht, was nicht von dieser Welt ist. Jesus ist nicht der Superstar, der die Massen begeistert und der dann zur Abwechslung im Stillen seine Triebe auslebt. Diese menschlichen Gewohnheiten auf Jesus zu übertragen bedeutet, das Jesusbild zu zerstören, aber dies zerstört zugleich auch das Frauenbild. Leider gibt es Menschen, die in der Frau allein das Ziel der sexuellen Begierde des Mannes sehen und es sich daher nicht vorstellen können, dass es zwischen Mann und Frau eine andere Beziehung geben kann als die sexuelle. Es muss uns aber klar sein, dass das nicht alles ist. Mann und Frau ergänzen sich nicht nur im sexuellen Bereich. Auch eine Freundschaft zwischen Mann und Frau, die bewusst auf Intimität verzichtet, kann für beide bereichernd sein und ist kein Zeichen irgendeiner Unnormalität. Auch durch geistige, durch geistliche Freundschaft können sich Mann und Frau ergänzen. Das wird man aber nur verstehen können, wenn man sich von einem körperlich-materiell fixierten Denken löst. Jesus hat gewiss eine Anziehung auf Frauen ausgeübt und tut es ja bis heute. Wir erleben es immer wieder, wie ganz besonders Frauen von Jesus begeistert sind und ihr Leben ganz in seinen Dienst stellen. Wir hören von Frauen im Gefolge Jesu. Die Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft brachte es mit sich, dass Frauen eher im Hintergrund bleiben mussten. Aber ich glaube, sie waren doch immer ganz dabei. Oft lesen wir, dass die Apostel Jesus nicht verstanden haben. Von den Frauen lesen wir das nie. Wie es Frauen eigen ist, oft mehr mit dem Herzen zu sehen als die Männer, so haben sie vielleicht mehr von Jesus verstanden als die Apostel. Frauen waren bei Jesus unter dem Kreuz, als die Männer sich versteckt hielten. Frauen waren die ersten am Grab, als die Männer noch ganz verstört sich hinter verschlossenen Türen verbarrikadiert hatten. Maria von Magdala hat erkannt, dass es allein Jesus ist, der ihrem Leben einen Sinn geben kann. Bei der ersten Begegnung wird Jesus sie angesehen haben und sie gefragt haben: Frau, was willst Du von mir? Und sie wird ihm den tiefsten Wunsch ihres Herzens gesagt haben, dass sie leben möchte. Ein Leben in der wahren Freiheit der Kinder Gottes. Jesus hat ihr geschenkt, was sie in ihrem tiefsten Inneren ersehnte. Nach dem Tod Jesu war Maria von Magdala mit Maria, der Mutter Jesu, und anderen Frauen unter dem Kreuz. Sie haben zugesehen, wie der Leichnam Jesu in ein Grab gelegt wurde. Am Sabbat mussten sie die vorgeschriebene Ruhe einhalten. Doch am Morgen des nächsten Tages hielt sie nichts mehr. In aller Frühe, als die Männer noch schliefen, eilten die Frauen zum Grab. Sie entdeckten den weggewälzten Stein, das leere Grab, den Engel, der ihnen von der Auferstehung Jesu kündete. Voll Freude und Furcht eilten sie zu den Aposteln.
Maria Magdalena Maria von Magdala bleibt am Grab. Sie kann noch nicht verstehen, was geschehen ist. Mit Jesus hat sie den liebsten Menschen verloren, ja sie hat jemand verloren, der mehr ist als ein Mensch. Wie soll ihr Leben nun weitergehen? Ihrem ganzen Schmerz lässt sie in ihren Tränen freien Lauf. Da kommt Jesus, doch sie erkennt ihn nicht an seinem Aussehen. Doch dann sagt er zu ihr: "Maria" und plötzlich erkennt sie ihn. Die Stimme Jesu ist unverwechselbar. Maria von Magdala hat sie erkannt. Maria will Jesus fassen. Doch er lässt sich nicht fassen. Der Auferstandene ist nicht so da wie der irdische Jesus. Das muss Maria lernen. Das lehrt sie uns. Wir können Jesu Stimme hören, aber wir können ihn nicht fassen. Doch gerade so ist Jesus allen Menschen nahe, auch wenn wir ihn nicht sehen, nicht greifen können. Maria wird einige Zeit gebraucht haben, um das zu begreifen. Auch wir begreifen es oft nicht. Doch es ist so: Jesus lebt! Maria hat es mit ihrem Herzen erkannt. Ihre Trauer ist verschwunden. Die Sonne ist aufgegangen über Golgota. Das Leben hat den Tod besiegt. Das Leben, das Maria in Jesus gesucht hat, ist ihr nicht genommen. Es bleibt ihr. Jesus lebt, Maria weiß: sie lebt mit ihm. Wir alle Leben mit Christus, weil er uns durch seinen Tod und seine Auferstehung das Leben gebracht hat.
Jesus, Du weißt um meine Ängste und meinen Kummer. In allen Dunkelheiten: Sei Du mein Licht. Jesus, Du weißt, wie schwer es mir fällt, loszulassen. In all meinen Aufbrüchen: Sei Du mein Licht. Jesus, Du bist den Weg vom Tod zum Leben gegangen. Ich möchte Dir folgen und glauben: Du bist mein Licht. Von Maria Magdalena hören wir auch im Evangelium vom Ostersonntag.
Heiliger Antonius von Padua, der du durch deinen heiligen Lebenswandel und durch deine Predigten so viele Menschen für Gott wiedergefunden hast, die verloren waren, erbitte mir bei Gott die Gnade, dass ich die Unschuld meiner Taufe wiederfinde und bei Gott Barmherzigkeit erlange, um mit dir vereint ihn einst ewig loben und preisen zu können. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Antonius
O Gott, lass Deine Kirche sich über das Fest Deines heiligen Bekenners Antonius freuen, verleihe ihr auf seine Fürbitte hin Deinen Beistand, und mache sie der ewigen Freude teilhaftig, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Gebet der Kirche
O Gott, der Du den glorwürdigen Bekenner, den heiligen Antonius von Padua, mit unvergänglichem Glanz der Wunderwerke erleuchtest, verleihe uns gnädig, dass wir das, was wir durch seine Fürbitte mit Vertrauen begehren, mittelst seiner Verdienste sicher erlangen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Vor ungefähr sechshundertfünfzig Jahren wurde in Lissabon, der Hauptstadt Portugals, ein Junge geboren, der bei der Taufe den Namen Ferdinand erhielt. Gewöhnlich nannte man ihn kurzweg Ferdi.
Bald stellte es sich heraus, dass Ferdi ein kluger Kopf war. In der Schule war er den anderen Kindern weit voraus, und die Antworten, die er gab, waren stets richtig. Das kam daher, weil er im Unterricht gut aufpasste. Auch las er alle Bücher, die er in die Hand bekam. So kann man es verstehen, dass Ferdi, als er mit fünfzehn Jahren vor die Wahl gestellt wurde, ob er Offizier oder Staatsmann werden wolle, weder das eine noch das andere wählte, sondern ins Kloster ging, nur damit er immer weiterlernen konnte. Er wollte nämlich ein großer Gelehrter werden.
Als Ferdi acht Jahre studiert hatte, empfing er die heilige Priesterweihe, und bald danach sollte er Professor werden. Es kam jedoch anders. Gerade zu der Zeit nämlich wurden die sterblichen Überreste von fünf Franziskanern, die kurz zuvor als Missionare in Afrika den Martyrertod erlitten hatten, unter großen Feierlichkeiten nach Portugal zurückgebracht. An den Leichen der Glaubenshelden kam Ferdi zu der Erkenntnis, dass es weit ehrenvoller sei, ein Martyrer zu werden. Er trat deshalb in den Franziskanerorden ein, und von da an führte er den neuen Klosternamen Antonius.
Von der ersten Stunde an, die Antonius bei den Franziskanern zubrachte, brannte er darauf, als Missionar nach Afrika zu ziehen, um möglichst schnell den Martyrertod für den Glauben zu erleiden. Der Ehrgeiz trieb den jungen Ordensmann auf diesen Irrweg, er wollte, koste es, was es wolle, berühmt werden.
Schließlich gaben die Oberen dem beharrlichen Drängen des Strebers nach. Froh bestieg Antonius in Lissabon das Schiff und fuhr, wie er meinte, dem Ruhm entgegen, aber es kam anders. Alles ging ihm schief. Schwer krank kam er in Afrika an. Lange schwebte er zwischen Leben und Tod. Von der Verkündigung des Evangeliums konnte da keine Rede sein und vom Martyrertod auch nicht, und so stieg in Antonius die Überzeugung auf, dass Gott nicht als Missionar wollte. Dabei erfüllte ihn immer mehr der Gedanke, dass der wahre und wirkliche Ruhm eines Christen in Armut und Demut und Niedrigkeit bestehe. So war es doch auch bei Christus, der Gott war und Mensch wurde. Von nun an wollte daher der junge Mann mit großem Herzen allein nach diesem Ruhm streben.
Antonius fuhr heim. Doch ein Sturm trieb das Segelschiff vom richtigen Weg ab, und anstatt in Lissabon zu landen, strandete das Schiff an der italienischen Küche. Wieder war alles schief gegangen, aber nun war Antonius auf der geraden Straße zum wahren christlichen Ruhm in der Niedrigkeit, denn in Italien kannte ihn keiner, niemand wusste von seiner Gelehrsamkeit, und so arm war er geworden, dass er außer dem zerrissenen Ordenskleid nichts mehr besaß.
Da beschloss Antonius, zu Fuß nach Assisi zu wandern, wo sich damals eine große Anzahl Brüder um den heiligen Ordensstifter Franziskus versammelte. Der junge Mönch machte sich auf den Weg, und als er in Assisi ankam, verschwand er, fremd und unbeachtet, in der Menge der Brüder, denn niemand wusste etwas von seiner Gelehrsamkeit, und als die Versammlung sich auflöste, nahm sich einer der Vorsteher des scheinbar unwissenden Ordensbruders aus Gutherzigkeit an und brachte ihn in ein armes Kloster. Dort sollte der Fremde den älteren Mönchen als dienender Bruder zur Hand gehen. Da also hatte Antonius den Ruhm in der Niedrigkeit nach Christi Beispiel gefunden.
Doch nach einem Jahr kam nach Gottes Fügung wieder alles ganz anders. Es war da einmal eine Primiz. Viele Brüder, Franziskaner und Dominikaner, waren anwesend, und der Bischof forderte einen nach dem anderen auf, eine Festpredigt zu halten. Aber einer nach dem anderen entschuldigte sich, er habe die Predigt nicht studiert und unvorbereitet könne er nicht reden. Zuletzt forderte der Bischof den Bruder Antonius auf, den alle für unwissend hielten. Antonius sträubte sich anfangs, indem er sagte, er möchte lieber das Küchengeschirr reinigen, das könne er gut. Als aber der Bischof darauf bestand, begann der schlichte Bruder zu reden. Zuerst sprach er einfach und schlicht, so dass die Franziskaner bereits anfingen, sich vor den anwesenden Dominikanern zu schämen. Dann aber kam das Feuer über den Prediger, und er redete so warm und erleuchtend, dass alle nachher erklärten, nie im Leben solch herrliche Worte gehört zu haben.
Von Stunde an hatte Antonius keine Ruhe mehr. Überall musste er predigen. Wo er auftrat, eilten die Leute in Scharen herbei. Bis zu dreißigtausend Zuhörer hat man manchmal bei seinen Predigten gezählt. Ziemlich scharf waren seine Worte, wenn es nötig war. Doch häufiger noch sprach er voller Liebe und Milde. Auf seine Predigten hin änderten unzählige Menschen ihr Leben. Neid und Hass verschwanden, und wo bisher die bösen Taten wucherten, blühten die guten Werke. Besonders nahm sich Antonius der Armen und Bedrückten an, und das tut er bis heute, denn sonst würden nicht Millionen Menschen sich in tausenderlei Nöten an denjenigen wenden, der einer der größten Nothelfer aller Zeiten geworden ist.
Am 13. Juni 1231 starb der heilige Antonius in Padua, wo er die letzte Lebenszeit verbrachte und wo er auch begraben wurde, nach einem Leben voller Arbeit im Dienst für Gott und die Menschen.
Worte des hl. Antonius von Padua:
So selig ist kein Seliger, so glücklich kein Glücklicher, als ein Mensch, der Gott immer in seinem Herzen hat.
Kirchengebet
Die Festfeier deines seligen Bekenners Antonius, o Herr, erfreue deine Kirche, damit sie beständig mit geistiger Hilfe sich gestärkt fühlt und der ewigen Freude teilhaftig zu werden verdient. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Mächtige Jungfrau Maria, in dir wohnt Fülle und Macht, denn von dir sagt die Heilige Schrift: "Sie ist ein unendlicher Schatz für den Menschen. Wer ihn benützt, wird der Freundschaft Gottes teilhaftig." Ja zeige an mir deine Macht und Stärke, deine Kraft und Gewalt, deinen Reichtum und deine Gnadenfülle. Mache mich teilhaftig der Freundschaft Gottes jetzt, indem du mir die Gnade der Beharrlichkeit mit Gott erwirkst und einst in der Stunde des Todes, indem du mir die Gnade einer wahren Aussöhnung mit Gott dem Herrn erbittest. Amen.
Zu Jesus Christus
Liebevoller Heiland, stärke unsere Seele im Genuss Deines Fleisches und Blutes, damit wir mutig und mächtig gegen die Sünde kämpfen und rastlos auf dem Weg des Heils zu Dir hinstreben, und durch Dich zum Vater gelangen, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Zum heiligen Werner
Kleiner, gekreuzigter Märtyrer, bitte für mich Jesus den Gekreuzigten, auf dass er sein Kreuz und seinen Tod zwischen meinen Tod und Seinen Richterstuhl aufrichten lässt, und was mir an Tugend und Verdienst noch fehlt, durch Sein und dein Blut ersetzt, damit ich zu einer glückseligen Ewigkeit gelangen möge. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Am heutigen Tag war der Sieg der Christen über die Türken durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau im Jahr 887. Diesen erhielt Andreas, General des Kaisers Basilius, über den Curopalates, den Fürsten der Sarazenen, denn als der mit einem stolzen und gotteslästerlichen Schreiben (in dem die Worte standen: "nun wird man sehen, ob dir der Sohn Mariä und sein Vater viel helfen werden, wenn ich mit meinem Heer gegen dich anrücke") ihn aufforderte, hat der gottesfürchtige General dieses Schreiben an ein Bild der seligsten Mutter Gottes mit den Worten angeheftet: "Siehe, o Mutter Gottes, und du, ihr Sohn, der Du Gott bist, seht die Lästerworte, die euch dieser stolze Barbar mit so großem Übermut gesprochen hat." Hierauf ging er auf den Feind bei Tarsus los, tötete ihren Fürsten, richtete ein großes Blutbad unter den Sarazenen an, und kehrte mit reicher Beute nach Konstantinopel zurück, wo der Kaiser zum Andenken an diesen Sieg eine herrliche Kirche unter dem Namen Mariä auf dem Markt erbauen ließ.
Was die Legende von dem heiligen Werner berichtet, dürfte besonders die Erstkommunikanten interessieren.
Werner wurde 1273 als Kind kleiner Bauersleute im Hunsrückdorf Womrath geboren. Früh schon musste er bei der Arbeit in Stall und Feld tüchtig zugreifen, denn die Eltern waren arm, aber das harte Leben blieb immerhin solange erträglich, bis der Vater starb. Um die Familie durchzubringen, sah sich die Mutter genötigt, eine zweite Ehe einzugehen. Da kamen für Werner schwere Zeiten, denn der Stiefvater mochte ihn nicht leiden und schlug ihn alle Tage, oft ohne den geringsten Anlass. Es war schlimm, und als es immer schlimmer wurde, machte sich Werner im Einverständnis mit der Mutter bei Nacht und Nebel davon, um bei Verwandten in Steeg bei Bacharach am Rhein Unterschlupf zu suchen.
Voll Angst vor dem bösen Stiefvater, der hinter ihm her sein könnte, rannte Werner über Stock und Stein und kam endlich am späten Abend gehetzt, todmüde und hungrig in Steeg an, aber die Verwandten, selbst arm und in Not, konnten an ihrem Tisch keinen zusätzlichen Esser brauchen. Nur eine Nacht, meinten sie, dürfe er bleiben, dann müsse er selbst zusehen, wie er anderswo unterkäme.
Gern war Werner einverstanden, denn in seinem feinfühligen Sinn wollte er keinem Menschen zur Last fallen. Überdies hoffte er im Vertrauen auf Gott, bereits am nächsten Tag Stellung und Brot zu finden, um sich auf ehrliche Weise durchzuschlagen. Tatsächlich war ihm das Glück hold. Gleich im ersten Haus, in dem er am folgenden Morgen vorsprach, suchte man einen Gehilfen bei den Frühjahrsarbeiten in den Weingärten. Ohne Zögern trat Werner sogleich den Dienst an und trug auf dem Rücken in einer Kiepe Dünger den Berg hinauf bis an die Rebstöcke. Später schaffte er zeitweilig in einer Kiesgrube am Rhein; er tat übrigens jede Arbeit, die man ihm anbot, und er freute sich, dass er trotz seiner jungen Jahre das Leben meisterte.
Zwei Monate waren so dahingegangen, der Frühling stand vor der Tür, und Ostern rückte näher. Um diese Zeit schaffte Werner als Gelegenheitsarbeiter bei einer jüdischen Familie, deren Mitglieder sich ihm gegenüber äußerst freundlich benahmen. Man bot ihm sogar eine Schlafstelle im Haus an, und Werner ging mit Freuden darauf ein, obwohl ihn eine Frau aus der Nachbarschaft warnte, indem sie sagte, den Leuten dürfe man nicht trauen, denn es seien verbissene Christushasser. So sprach die Frau, aber Werner schlug die Worte sorglos in den Wind.
Mittlerweile kam der Gründonnerstag. Als Werner sich in der Frühe für den Kirchgang rüstete, um nach dem damaligen Brauch an diesem Tag die Ostersakramente zu empfangen, bat ihn der Hausherr, die heilige Hostie gleich nach dem Empfang aus dem Mund zu nehmen, in ein Tüchlein zu wickeln und ihm zu überbringen. Werner lehnte das Ansinnen natürlich ab und sagte ahnungslos, das dürfe er nicht tun.
Als er dann nach dem Empfang der heiligen Sakramente immer noch ahnungslos heimkehrte und an die Arbeit gehen wollte, packte man ihn und band ihn im Keller des Hauses an eine hölzerne Säule, mit dem Kopf nach unten. Dadurch versuchte man ihn zum Erbrechen zu bringen, um auf diese Weise doch noch in den Besitz der heiligen Hostie zu gelangen, mit der die Christushasser am folgenden Karfreitag Spott treiben wollten. Weil sich Werner jedoch nicht erbrach, ließen ihn die Juden drei Tage lang hängen und öffneten ihm die Adern, bis er am Ostertag, am 19. April 1287, nach qualvollen Leiden verschied, um als ein Martyrer der heiligen Eucharistie im Himmel ewige Auferstehung zu feiern.
Als das Verbrechen bekannt wurde, führte man die Übeltäter der verdienten Strafe zu, und über dem Grab des jugendlichen Christushelden erbaute man ein Gotteshaus, von dessen einstiger Pracht heute noch eine herrliche Ruine Zeugnis ablegt.
Weil der heilige Werner ein Martyrer der heiligen Eucharistie ist, sollen ihn vor allem die Erstkommunionkinder verehren, um durch seine Fürsprache die Gnade zu erhalten, das Allerheiligste Sakrament stets würdig zu empfangen.
O liebste Jungfrau! Siehe, ich komme zu dir, und komme mit freudigem Gemüt vor dein Angesicht. Ich grüße dich mit Liebe und empfange dich mit kindlicher Vertraulichkeit. Meine herzliebste Mutter, ich will dich halten und nicht mehr von dir lassen, ich will dich halten und an mein Herz drücken. Glückselig bin ich, weil ich Maria habe, denn mit ihr wird mir alles Heil und Gute zukommen. O meine Mutter, zeige mir dein liebes Angesicht und lass deine holdselige Stimme in meinen Ohren erschallen. Jetzt, noch mehr aber einst, nachdem ich das Zeitliche verlassen und durch die enge Pforte in die Ewigkeit eingegangen sein werde. Amen.
Zu Jesus Christus
Göttlicher Stifter unserer heiligen Religion, führe Deine Kinder allzeit den von Dir und Deinen Heiligen betretenen Weg, und lasse nie zu, dass ihr Leben ihrem Glauben widersprechend gegenüberstehe, sondern kräftige sie, wie im Bekenntnis des Mundes, so auch in dem Bekenntnis, das aus der Tat hervorgeht, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Zu Jesus Christus
O Jesus, Du hast aus Liebe zu uns gelitten und bist aus Liebe zu uns gestorben. Verleihe uns die Gnade, dass auch wir im Leiden und Sterben Dir unsere Liebe beweisen, der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Am heutigen Tag gedachte die Kirche der Ankunft der seligsten Jungfrau mit dem Kind Jesus und dem heiligen Joseph in Nazareth, wobei man in Betrachtung ziehen kann 1. die Freude der seligsten Jungfrau und des heiligen Joseph über ihre glückliche Ankunft, 2. die Danksagung, die sie darum Gott abstatten, 3. die Freude ihrer Verwandten, Freunde und Nachbarn über ihre glückliche Rückkehr.