Heiligste aller Heiligen, o Maria, du Abgrund der Gnade, die du voll von Gnade bist, stehe einem Elenden bei, der durch seine eigene Schuld die Gnade Gottes verloren hat. Ich weiß es, dass du Gott so lieb bist, dass er dir nichts abschlagen kann. Ich weiß, dass es dir lieb ist, wenn du deine große Macht zur Hilfe der elenden Sünder verwenden kannst. Zeige also, wie du bei Gott in Gnaden stehst, und erlange mir so große Erkenntnis und so brennende Liebe Gottes, dass ich aus einem Sünder in einen Heiligen verwandelt und von allen irdischen Neigungen losgeschält ganz und gar von der Liebe Gottes entzündet werde. Bewirke dies, meine Königin, denn du kannst es bewirken. Tue es aus Liebe zu Gott, der dich so mächtig, so erhaben und so barmherzig gemacht hat. Amen.
Zu Gott
Entflamme, o Herr, unsere Herzen mit dem Feuer deines Heiligen Geistes, damit wir Dir unseres reinen Herzens wegen gefallen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Zum Gedächtnis der von den Christen im Jahr 1310 an Mariä Himmelfahrt unter Anführung des ersten Herzogs von Savoyen eroberten Insel Rhodus wurde im Jahr 1420 vom Herzog in Savoyen Amadäus VI. ein Ritterorden errichtet, der das Bildnis der Mutter Gottes am Halsband trägt, und jährlich an Mariä Himmelfahrt in der dazu erbauten Kirche sich versammelt.
Im 44. Psalm spricht der Herr, der göttliche König und Bräutigam, zur Menschenseele: „Vernimm es, Tochter, und sieh und neige dein Ohr und vergiss dein Volk und deines Vaters Haus! Und sehnen wird der König sich nach deiner Schönheit!“ Zu jenen heiligen Seelen, an denen diese Worte der Schrift in besonders deutlicher und erbaulicher Weise zur Wahrheit wurden, gehört auch die heilige Agnes von Prag. Sie erblickte das Licht der Welt im Jahr 1205 und war von Geburt an eine Königstochter. Der Böhmenkönig Primislaus Ottokar I. war ihr Vater, ihre fromme Mutter überdies eine Tante der heiligen Elisabeth von Ungar. Schon als kleines Kind zeigte Agnes einen auffallenden Hang zur Frömmigkeit und zum Verkehr mit Gott. Aber zufolge ihrer hohen Abkunft schien sie zu nichts weniger berufen als zu einem stillen, frommen Leben. Vor allem war damit zu rechnen, dass die Großen der Erde seiner Zeit sich um die Hand der Königstochter bewerben würden. Und in der Tat war sie nacheinander für nicht weniger als vier dieser Großen als Ehegattin in Aussicht genommen, zuletzt sogar vom deutschen Kaiser Friedrich II., als dessen Gemahlin gestorben war. Aber Agnes war inzwischen auch in der Schule einer Heiligen gewesen, nämlich der heiligen Hedwig, verwitweten Herzogin von Polen, die in das Zisterzienserinnenkloster zu Trebnitz eingetreten und dessen Vorsteherin war. Diesem Kloster wurde die böhmische Prinzessin in ihrem dritten Lebensjahr zur Erziehung übergeben mit dem Erfolg, dass sie ihrer heiligen Lehrmeisterin in allem getreulich nachzufolgen sich entschloss. Später kam dann Agnes in das Kloster Doxan in Böhmen, woselbst sich ihre Tugend und Heiligkeit vollends aufs herrlichste entfaltete. Als sie nun die Jahre erreicht hatte, da sie zu den mit ihr geplanten fürstlichen Ehebündnissen Stellung nehmen konnte und musste, lautete ihre Entscheidung unbedingt ablehnend. Sie wollte einzig und allein Jesus Christus als Braut angehören. Da sich aber der Ausführung dieses heiligen Entschlusses immer wieder neue Schwierigkeiten entgegenstellten, so wandte sich Agnes zuletzt an Papst Gregor IX. um Hilfe, der dann auch für die freie Standeswahl der Prinzessin eintrat, der zufolge sie nach ihrem Herzenswunsch auf jedes irdische Eheband verzichten durfte. Auch der Kaiser war dessen zufrieden, „weil sie, wie er sagte, keinen Menschen ihm vorgezogen habe sondern den König des Himmels.“ Nunmehr von allen irdischen Befürchtungen und Rücksichten frei tat Agnes auch noch den letzten Schritt zur vollkommenen Verwirklichung ihres Ideals: Sie verließ die Welt überhaupt und trat in den Ordensstand ein und zwar wurde sie eine Jüngerin der heiligen Klara von Assisi, also ein Mitglied des zweiten Ordens des heiligen Franziskus. Es war nämlich um diese Zeit die Kunde von demselben auch nach Böhmen gedrungen und Agnes sowie ihr Bruder, der König, erbauten deshalb zu Prag ein Klarissenkloster, wohin dann auf Anordnung des Papstes die heilige Klara selbst aus ihrem Kloster Sankt Damian bei Assisi fünf Schwestern sandte. Zu diesen gesellte sich nun auch Prinzessin Agnes mit sieben anderen vornehmen Jungfrauen, die gleich ihr auf die Regel der heiligen Klara Profess machten. In dem armen rauen Ordenskleid fühlte sich Agnes jetzt hundertmal glücklicher als ehedem in ihren kostbaren Fürstengewändern. Sie leuchtete aber auch allen ihren Mitschwestern als Muster jeglicher Tugend voran. Darum widerstrebte es ihrer Demut sehr, als ihr vom Papst selbst das Amt der Äbtissin übertragen wurde. Sie ließ sich daher nie mit diesem Titel, sondern nur mit „älteste Schwester“ anreden. Ganz im Geist der heiligen Ordensstifterin wachte Agnes besonders über die reine und strenge Beobachtung der seraphischen Armut. Zur Anerkennung ihrer Heiligkeit verherrlichte sie Gott schon bei Lebzeiten durch die Wundergabe, so dass sie z.B. sogar eine verstorbene Nichte wieder ins Leben zurückrief. Am 6. März des Jahres 1282 gelangte sie endlich zur ewigen Vereinigung mit ihrem göttlichen Bräutigam und wurde vom Volk sofort als Selige des Himmels verehrt. Und diese Verehrung wurde von Papst Pius IX. feierlich bestätigt. Die Heiligsprechung erfolgte am 12. November 1989 durch Papst Johannes Paul II.
Die heilige Agnes zog die himmlische Brautschaft jeder irdischen vor und sie wurde durch den Eintritt in den Ordensstand eine geistliche Braut des Herrn im eigentlichen Sinn. Im weiteren Verstehen ist aber auch jede christliche Seele eine solche Braut und zwar durch die heiligmachende Gnade. Solange die Seele in ihr sich befindet, besteht auch das glückselige geistige Brautverhältnis zwischen ihr und dem Heiland, das wie in Psalm 44 so auch schon beim Propheten Hosea angedeutet ist mit den Worten: „Ich verlobe mich mit dir in Gerechtigkeit und Recht und in Erbarmung und Gnade und ich verlobe mich dir in Treue, damit du erkennst, dass ich der Herr bin.“ (2,19-20) Darum, christliche Seele, hüte dich vor der schweren Sünde, damit du immer eine glückliche Braut deines Erlösers sein kannst!
Von nun an sollst du, o liebenswürdigstes Herz Mariä, neben dem göttlichen Herzen deines geliebten Sohnes der Gegenstand meiner innigsten Verehrung, meiner Liebe und zärtlichsten Andacht sein. Du sollst der Weg sein, der mich zu meinem Heiland führt, durch dich auch werde ich seiner Gnade und Barmherzigkeit teilhaftig werden. Du sollst meine Zuflucht in Gefahren, mein Trost in Leiden, und meine Hilfe in allen Nöten sein. Von dir will ich erlernen die Reinheit, Demut und Sanftmut: du endlich sollst meinem kalten Herzen stets eine Quelle sein, aus der es eine feurige Liebe zum heiligen Herzen Jesu, deines Sohnes schöpfen wird. Amen.
Zu den Heiligen Lupizinus und Romanus
Heiliger Lupizinus und heiliger Romanus, bittet für mich, dass ich mich jetzt so daran gewöhne, nur für Gott zu leben, damit ich dann auch in meinem Tod, wenn der Satan mich anfechten will, ihn ritterlich besiegen und in die himmlischen Wohnungen eingehen möge. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
An diesem Tag hat Papst Pius IV. im Jahr 1562 die Bruderschaft des Rosenkranzes bestätigt, und ihnen viele Ablässe erteilte.
Der heilige Roman ist um das Jahr 390 in der alten Grafschaft Burgund auf die Welt gekommen. Man weiß von ihm, dass früh in ihm der ernsthafte Gedanken entstanden ist, in der Einöde Gott zu dienen und so ein Heiliger zu werden. Weil man nun in seinem Land von der Weise eines einsiedlerischen Lebens nichts wusste, begab sich Roman nach Lyon zum heiligen Abt Sabinus um sich in dessen Kloster in der Regel eines einsamen geistlichen Lebens unterrichten zu lassen.
Von da zurückgekehrt, suchte er sich einen einsamen Ort aus, wo er Gott die ganze Zeit seines Lebens nach dem empfangenen Unterricht getreu zu dienen vorhatte. Roman hatte dazu auch zwei Bücher aus Lyon mit sich gebracht: „Das Leben der Altväter in der Einöde und die Unterweisung der Einsiedler von Abt Cassianus.“
In einer der Bergschluchten des Jura, gerade da wo die Grafschaft Burgund an die Schweiz angrenzt, befindet sich, von hohen Felsen eingeengt und von finsterer Waldung bewachsen, ein tiefes Bergtal, Condat genannt. In der Mitte des Tales ist eine freie sonnige Ebene, deren Mittelpunkt ein ungewöhnlich großer Feigenbaum zierte, dessen fleischige Äste rund herum von den süßen Früchten beschwert auf den Boden herabhingen und so eine natürliche Laube bildeten. Neben der Wurzel des Baumes öffnet sich die Erde und aus der Spalte strömt reichliches reines Quellwasser. Diese Stelle wählte sich Roman zum Aufenthalt, da sie ihm für seine Bedürfnisse Obdach, Speise und Trank darbietet. Einige Jahre hielt er sich da auf, las in dem Leben der Altväter, betrachtete, betete, las oder sang die Psalmen und baute täglich einige Stunden die um den Feigenbaum umgrenzende Erde an. Das Lesen diente ihm zur Erholung, denn er schlief wenig, fastete streng und erlaubte sich fast keine Erquickung. Nach viel verflossener Zeit erschien Roman einmal in der Nacht seinem Bruder Lupizinus und lud ihn ein, mit ihm die Süßigkeiten des einsamen Lebens zu kosten. Lupizinus verlässt seine Mutter und Schwester, bei denen er bisher wohnte, und begibt sich zu seinem Bruder in die Einöde. Der heilige Gregor, Bischof von Tours, der das Leben des heiligen Romanus und Lupizinus beschrieben hat, erzählt, wie die beiden Brüder so von ganz verschiedener Gemütsbeschaffenheit und doch dabei so nahe Geistesverwandte und einander mit unverbrüchlicher Liebe zugetan gewesen. Lupizinus war von Natur rau und streng gegen sich selber, so wie gegen andere, der heilige Romanus aber war von stiller, sanfter Gemütsart, wenn auch mit sich selber strenger, gegen andere sehr nachsichtig und liebevoll und ängstlich bekümmert um all ihre Bedürfnisse.
Die geistlichen Übungen und das heilige Leben der frommen Brüder wollte dem höllischen Feind keineswegs behagen. Darum ängstigte er die beiden, wie er nur konnte, und tat ihnen alles nur erdenkliche Herzensleid an. Sie waren in einem solchen Streit noch wenig erfahren. Und als einmal während sie beteten, der Teufel einen Hagel von Kieselsteinen über sie ausschüttete, verließen sie den Ort, um anderwärts bessere Ruhe zu finden. Auf dem Weg kehrten die Brüder bei einer armen Frau ein. Als diese ihre Not und ihr Vorhaben vernommen hatte, entsetzte sie sich darüber, dass so fromme geistliche Leute die Nachstellungen des Teufels fürchteten. Die Brüder wurden dadurch beschämt und kehrten noch in derselben Stunde wieder in ihre Einsamkeit zurück und dankten Gott nun umso eifriger, so dass das Gerücht ihrer Heiligkeit weit im Land umher erscholl und eine große Anzahl Nachfolger und Jünger der heiligen Eremiten sich auf dem Juragebirge ansiedelte. Die ersten Jünger waren zwei junge Chorherren aus dem Stift Nyon.
Es kam dahin, dass man ein Kloster erbaute, aus dem nachher die berühmte Abtei zu Kondat entstand, die nachher von dem heiligen Augendus, einem Jünger der heiligen Brüder, später aber von dem heiligen Klaudius den Namen erhielt. Der heilige Klaudius war Bischof von Besancon, verließ sein Bistum und begab sich in das Kloster von Kondat, wo sein unversehrter heiliger Leib aufbewahrt wird. Ein zweites Kloster in der Nähe des ersten wurde in Leukonne errichtet. Diesem stand Lupizinus, dem Kloster von Kondat Romanus vor. Dieselbe Klosterregel und der gleiche Eifer in treuer Befolgung derselben herrschte in beiden Klöstern.
Ein ungemein fruchtbares Jahr ergab, dass man auch einen reichlicheren Vorrat in den beiden Klöstern sammelte. Da murrten einige Mönche des Klosters in Kondat, die noch nicht genug abgetötet waren, dass nicht auch die Tafel reichlicher mit Speisen besetzt werde. Der heilige Lupizin vermutete, die Milde des Bruders gebe dem Mangel an klösterlicher Zucht Vorschub. Auf Antrag des Lupizinus wechselten beide Brüder auf einige Zeit miteinander ihre Aufseherstellen. Aber nach harter Bestrafung fliehen die für schuldig erkannten Brüder nachts aus dem Kloster Kondat, worauf Ruhe und Einigkeit wieder im Kloster einkehrte. Der heilige Roman war damit keineswegs zufrieden und war traurig über den Verlust seiner geistlichen Brüder, und dass vielleicht weniger Strenge und mehr Liebe ihre Seelen gerettet haben würde. Er ließ auch nicht nach mit Weinen und Beten, bis Gott ihn erhörte, so dass durch Gottes Gnade gerührt, die geflohenen Mönche in das verlassene Kloster reumütig wieder zurückkehrten und durch strenge Buße das gegebene Ärgernis wieder gut machten.
Der heilige Hilarius, Erzbischof von Arles, bereiste als Primas von Frankreich das Bistum Besancon. Er ließ den heiligen Romanus zu sich nach Besancon einladen und nachdem er sich in vertraulichem Gespräch lange mit ihm unterhalten hatte, erkannte er dessen große Heiligkeit und nötigte den demütig Widerstrebenden, dass er von ihm die heilige Priesterweihe empfangen musste. Die wachsende Anzahl der Jünger machte die Errichtung mehrerer Klöster notwendig. Auch ein Nonnenkloster wurde erbaut und stand unter Aufsicht des heiligen Romanus. Die Schwester des heiligen Roman war die erste Äbtissin des Nonnenklosters zu Beaume und man zählte nach dem Tod des heiligen Romanus 105 Klosterfrauen.
Als der heilige Romanus mit seinem Jünger Palladius nach Agaunum wallfahrtete, um das Grab des heiligen Martyrers Mauritius zu verehren, begaben sich beide, von der Nacht überrascht, in eine einsame Berghöhle. Zwei Aussätzige, Vater und Sohn, bewohnten diese Höhle. Sie waren gerade ausgegangen, um Holz zu sammeln. Bei ihrer Rückkehr verwunderten sie sich sehr, zwei fremde Männer in ihrer Wohnung anzutreffen. Noch mehr aber erstaunten sie, als die beiden Fremden die grüßend freundlich umarmten und küssten, obwohl sie ihnen ihre Krankheit mitteilten. Die zwei Mönche durchwachten die Nacht im gemeinschaftlichen Gebet und verließen die Höhle vor Tagesanbruch. Als bei anbrechendem Tag die zwei Aussätzigen sich völlig von ihrem Siechtum befreit sahen, ergriff sie ein freudiger Schrecken. Sie machten sich beide sogleich auf, eilten dem heiligen Roman nach und trafen ihn endlich in Genf an, wo sie das Wunder ihrer Heilung den Leuten überall erzählten. Der Bischof, die Geistlichkeit und das Volk machten sich auf und gingen in Prozession, wie im Triumph, dem heiligen Roman entgegen. Diese Auszeichnung war dem heiligen Abt in der Seele zuwider. Er entwich, sobald er konnte, kehrte in sein Kloster zurück und sperrte sich allda ein, um von niemanden gesehen zu werden. Nach wenigen Monaten hatte er das Ziel seines zeitlichen Lebens erreicht. Er starb 60jährig am 28. Februar 460. Dreißig Jahre hatte er in der Einöde zugebracht. Sein Leichnam wurde in dem Kloster zu Beaume begraben.
O Maria, du wundervolle Mutter der Gnade. Ich komme zu dir mit herzlichem Vertrauen und verehre dich als das wahre Heil der Kranken, als die Trösterin der Betrübten. Ich bitte dich durch den Überfluss der Gnaden, die du von der allerheiligsten Dreifaltigkeit empfangen hast, du wollest dich meiner erbarmen, meine Not ansehen, mein Elend lindern und mir Hilfe und Heil hier und dort erwirken. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Valentin
Wir bitten dich, o Herr, beschütze uns durch die Fürbitte des heiligen Martyrers Valentin vor allen Gefahren, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zum heiligen Auxentius
Heiliger Auxentius, lehre mich durch dein Beispiel, wie ich mir alle Leiden und Schmerzen, die mir in meinem Leben zustoßen, recht wert und kostbar machen soll, auf dass jede Handlung von mir, mein Leben und mein Tod verdienstlich und kostbar vor Gott werde. Lass mich, ich bitte dich, von dir lernen zu leiden, zu leben, zu sterben. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Heute begeht man das Gedächtnis der von aller Makel der Sünde reinsten Jungfrau nach jenen Worten, die die Kirche auf sie anwendet: "Du bist ganz schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir."
Eine alte Bauernregel sagt: „Sankt Valentin, hell und klar, gibt Korn und Wein für jedes Jahr.“ Zum Unterschied von verschiedenen Heiligen mit diesem Namen war Valentin, dessen heute die Kirche gedenkt, ein Priestermartyrer in Rom, der um das Jahr 270 seine Treue zu Christus mit der Hingabe des Lebens heldenhaft besiegelte.
Valentin wirkte also als Priester zur Zeit einer Christenverfolgung. Von einem behaglichen Leben konnte da keine Rede sein. Nicht einmal ein eigenes Heim besaß der Verfolgte, sondern nur eine Reihe von Schlupfwinkeln, die er jeden Tag wechselte, um die Polizei irrezuführen. Dabei schwebte der Gehetzte auch stets in Gefahr, verraten zu werden; denn in den Zeiten der Verfolgung sind Verräter eine billige Ware. Valentins Leben verlief daher in immerwährender Angst, und es mag wohl sein, dass manchmal Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit über ihn kamen. Wo blieb denn Gott mit seiner Allmacht? War der christliche Glaube wirklich der wahre Glaube? Jedenfalls war von einem Sieg der Wahrheit nichts zu sehen, aber umso augenscheinlicher triumphierten die heidnischen Verfolger.
Solche und ähnliche Gedanken mögen den gehetzten Priester Valentin gequält haben, der sich indessen weder durch die innere noch durch die äußere Not abschrecken ließ, seine priesterlichen Pflichten zu erfüllen. Er suchte die Christen auf und stärkte sie im Glauben. In den Katakomben feierte er zur nächtlichen Stunde die heiligen Geheimnisse, und in allen möglichen Verkleidungen brachte er den Gefangenen die heilige Wegzehr in den Kerker. Trotz der Lebensgefahr suchte er Heiden zu bekehren, um ihre unsterblichen Seelen für den Himmel zu retten. Selbstredend betätigte er sich auch ausgiebig als Jünger der Caritas. Valentin war ein ehrenwerter Priester in schwerer Zeit.
Eines Tages wurde Valentin verhaftet, kam in Untersuchungshaft, und wenige Tage später stand er dem Kaiser persönlich gegenüber. Man versuchte, ihn durch Gewalt und List von Christus und der Kirche abspenstig zu machen. Er sollte die Treue brechen. Wie aber kann ein aufrechter Mann treulos werden? Daher hielt Valentin die Treue, und die einzigartige Gelegenheit benutzend, predigte er vor der Hofgesellschaft so glänzend den Gekreuzigten, dass selbst der Kaiser von seinem Wort nicht unberührt blieb. Als dies die hohen Staatsbeamten bemerkten, ging eine Welle des Unwillens durch ihre Reihen, und dann knickte der feige Herrscher schwächlich zusammen und verurteilte Valentin zum Tod.
Barmherziger Gott, Du hast den guten Pater Philipp Jeningen zum Glaubensboten in unserer Kirche und Heimat berufen. In schwerer Zeit verkündete er mit aller Kraft und Hingabe die Frohe Botschaft Christi. Steh uns Tag für Tag mit den Gaben Deines Geistes bei. Lass uns im Glauben wachsen und aus dem Wort des Evangeliums leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zu Gott
Gott, Du widerstehst den Stolzen und gewährst den Demütigen Deine Gnade. Verleihe uns die Tugend wahrer Demut, als deren Vorbild Dein eingeborener Sohn sich selbst den Gläubigen vor Augen gestellt hat, und lass uns niemals durch Hochmut Deinen Unwillen herausfordern, vielmehr durch Unterwürfigkeit Geschenke Deiner Gnade erlangen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Am heutigen Tag war die feierliche Übertragung eines Bildnisses der seligsten Mutter Gottes in die neue Kirche der Karmeliten zu Rom im Jahr 1587 unter Papst Sixtus V.
Vielleicht ist es gar noch nicht zu lange her, dass in deiner Heimat die letzte Volksmission gehalten wurde. Vielleicht hast auch du, wie so viele andere, etwas von ihren heiligen Wirkungen verspürt. Heute will ich dir nun von jenem Mann erzählen, der diesen frommen Brauch zuerst in Süddeutschland einführte.
Philipp Jeningen wurde am 5. Januar 1642 zu Eichstätt in Bayern geboren. Sein Vater war dort der Bürgermeister. Schon mit 16 Jahren wollte Philipp in die Gesellschaft Jesu eintreten. Der Provinzial machte die Aufnahme von der Erlaubnis des Vaters abhängig. Allein noch fünf Jahre sollte der Student kämpfen müssen, bevor er die Einwilligung des Vaters erhielt. Im Noviziat, das er 1663 bis 1665 in Landsberg machte, verlegte er sich in ganz besonderer Weise auf die Übung tiefer Demut und vollkommenen Gehorsams. „Ich will sein wie ein lebloses Bild,“ schrieb er sich damals vor, „das sich nicht bewegt, ob man es lobt oder schmäht. Ich will jeden Wink meiner Oberen befolgen und nicht erst ihre Befehle abwarten.“ Nach den ersten heiligen Gelübden lehrte er drei Jahre am Kolleg der Gesellschaft Jesu in Dillingen in den unteren Gymnasialklassen, vollendete in drei Jahren seine theologischen Studien, empfing 1672 in seiner Vaterstadt die heilige Priesterweihe und machte am berühmten Wallfahrtsort Altötting das dritte Noviziatsjahr, das nach der Bestimmung des heiligen Ignatius den letzten Gelübden vorausgehen soll.
Gleich im Anfang seines priesterlichen Wirkens trieb ihn die Demut zu einer bewunderungswürdigen Tat. Seit er vom heiligen Franz Xaver wunderbar geheilt worden war, entbrannte in seinem Herzen ein feuriges Verlangen, in die Fußstapfen des großen Apostels von Indien zu treten. Aber die Demut und Liebe zur Selbstverleugnung kämpften gegen den Drang nach apostolischer Tätigkeit, und die Demut blieb Siegerin. Er bat die Obern, ihm wiederum den Unterricht an den niederen Klassen in Dillingen zu übertragen. Sieben Jahre harrte er in großer Selbstverleugnung auf diesem unansehnlichen Posten aus, wo er in der Klasse wie im Privatverkehr die Knaben zu inniger Liebe des Heilandes und seiner gebenedeiten Mutter anleitete.
Im Jahr 1680 wurde Pater Philipp der kleinen Niederlassung der Gesellschaft Jesu in Ellwangen zugeteilt. Das freundliche Städtchen im heutigen Württemberg war der Hauptort des gleichnamigen geistlichen Fürstentums. Wie im Sturm eroberte sich der eifrige und leutselige Mann die Herzen. Besonders die Armen und Kranken erfuhren seine mütterliche Liebe. Viele geistliche und weltliche Herren begaben sich unter seine erleuchtete Seelenleitung. Seinem wunderkräftigen Gebet schrieb man es zu, dass in der 24 Jahren seiner Ellwanger Tätigkeit alle die vielen, die ihn zu ihrem Beistand in ihrem letzten Stündlein wählten, bei vollem Bewusstsein die heiligen Sterbesakramente empfingen.
Insbesondere wurde dem Pater Jeningen die Besorgung der kleinen Wallfahrtskapelle auf dem Schönenberg bei Ellwangen anvertraut, wo eine Nachbildung der Muttergottes von Altötting andächtig verehrt wurde. Er ruhte nun und rastete nicht, bis sich durch die Freigebigkeit des Fürstpropstes Freiherrn von Adelmann dort statt der bescheidenen Kapelle 1685 eine stattliche, prächtige Wallfahrtskirche erhob, die auf viele Geschlechter ein Mittelpunkt der Marienverehrung und des katholischen Lebens für die Umgegend wurde. Selbst von fern aus Bayern und vom Rhein, aus Tirol und Böhmen wallfahrtete man dorthin. Tausende versöhnte Pater Philipp in diesem Heiligtum der Mutter der Barmherzigkeit mit Gott. Besonders die Muttergottesfeste waren seine Triumphtage.
Aber die heiligen Pläne des seeleneifrigen Dieners Gottes waren viel umfassender. Er war es, der die so segensreiche Einrichtung der Volksmissionen in jene Gegenden verpflanzte. Die Stadt Ellwangen war gleichsam sein Hauptquartier. Von hier dehnte er seine Wirksamkeit als Missionar auf das Fürstentum und in immer weiteren Kreisen auf die vier Bistümer Augsburg, Würzburg, Eichstätt und Konstanz aus. Wir wissen allein von vierzig Pfarreien, die er im zweiten, von fünfzig, die er im dritten Jahr dieser Tätigkeit durchmissionierte. Wie viele mag er insgesamt in den 23 Jahren seiner Wirksamkeit als Missionar geheiligt haben?
Betend oder mit seinem Begleiter, dem frommen Laienbruder Simon, über Gott und göttliche Dinge redend, zog er, immer zu Fuß, von einer Mission zur andern. Oft brach er erschöpft am Weg zusammen, war aber nicht zu bewegen, deshalb seine Fasten zu unterbrechen, die Bußgürtel abzulegen, die Geißelungen zu mildern, die er selbst auf den Wanderungen im Dickicht des Waldes oder auf den Missionen nachts im stillen Kämmerlein vornahm, um von Gott Barmherzigkeit für die Sünder zu erflehen.
Betrat er eine Kirche, dann bestieg er nach kurzer Sammlung nüchtern die Kanzel. Voll Mitleid weinte er mit den Sündern im Bußgericht, so dass all die vielen getröstet und gestärkt von ihm schieden. Wie der heilige Franz Xaver, den er sich in seiner Missionstätigkeit zum Vorbild erkoren hatte, pflegte er eine innige Liebe zu den Kindern. Sie kamen ihm oft in Scharen weite Strecken entgegen. Er beschenkte sie mit Medaillen, Bildern, Büchlein usw. und hielt ihnen jeden Tag in der Kirche eine herzgewinnende Christenlehre.
Gott belohnte ihn schon hienieden mit wunderbaren Gaben. Schon während der Jahre der Vorbereitung auf das Apostolat hatte er ihm die Gabe der Beschauung verliehen, die immer erhabener und tiefer wurde. Auch viele Visionen, die ihm Kraft und Trost verliehen, berichtet der Diener Gottes in seinen Aufzeichnungen. Einmal z.B. bezeichnete ihn der Heiland in einem Gesicht mit dem Blut aus seinen heiligen fünf Wunden, indem er unter anderem dabei die Worte sprach: „Ich bezeichne dich durch meine heiligste Mutter mit diesem Zeichen des Heils, damit du selbst vor Sünde bewahrt wirst und viele zur Buße bekehrst.“ Oft unterstützte der Herr sein Wirken auch durch wunderbare Tatsachen. So sagte Pater Jeningen oft Einzelnen wie dem Volk freudige Ereignisse oder Heimsuchungen Gottes voraus.
Der schönste Lohn aber war es für Pater Philipp, dass er mit seinem gekreuzigten König leiden durfte. Zu den Mühsalen seiner Reise, zu den harten Bußwerken kamen Misshandlungen übelgesinnter Menschen, die ihn einmal wie tot am Weg liegen ließen. Sein guter Name und seine Wirksamkeit wurden hin und wieder herabgesetzt; so meinten einige, seine Predigten seien zu einfach. Zahlreich und außerordentlich heftig waren ferner die Versuchungen und Plagen, mit denen der Teufel ihn verfolgte. Aber in allem überwand der Soldat Christi, wie Pater Jeningen sich so gern nannte, mit heldenhafter Tapferkeit.
Dreißig Jahre der Arbeit am Heil der Seelen hatten ihm einmal in einer Offenbarung die Mutter Gottes versprochen. Diese Jahre hatten sich 1704 erfüllt. Er bereitete sich durch achttägige eifrige Exerzitien auf seinen Heimgang vor. Dieser erfolgte am 8. Februar.
Bewahre gut die Früchte der heiligen Mission. Bete und tue das Deine, damit sie auch in andern bleiben und fortwirken zum ewigen Leben. Denn, sagt Pater Philipp Jeningen: „Eine Seele ist mehr wert als die ganze Welt.“ „Wenn ich eine einzige Sünde verhindert habe, dann habe ich mehr getan, als wenn ich Ellwangen aus einer Feuersbrunst gerettet hätte . . . Kann man die Sünde genugsam beweinen, über die Christus selbst so sehr geweint hat?“
Der Seligsprechungsprozess für Pater Philipp Jeningen wurde eingeleitet.
Maria, du wünschst so sehr, dass dein Sohn Jesus geliebt wird. Wenn du mich liebst, so bitte ich dich, erlange mir die Gnade, dass ich eine große Liebe zu Jesus erhalte, so dass ich nichts anderes liebe als Jesus allein. Erlange mir auch eine große Liebe zu dir, die du das liebreichste und liebenswürdigste unter allen Geschöpfen bist, und von Gott am meisten geliebt wirst. Erlange mir doch von Gott eine größere Liebe. Denn dich lieben ist eine Gnade, die Gott nur denen gewährt, deren Heil dir am Herzen liegt. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Blasius
O Gott, befreie uns durch die Fürbitte des heiligen Blasius von jedem Übel der Seele und des Leibes, und lass uns Deiner teilhaftig werden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Anscharius
Verleihe uns, o Gott, dass wir durch die Fürbitte des heiligen Bischofs Anscharius alle Leiden dieser Welt geduldig ertragen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Verschiedene Ordensstände der Benediktiner, Kluniazenser, Zisterzienser, Karmeliter hielten von dem gestrigen Fest eine Oktav. Von dieser Oktav schrieb schon Gerson in einem Brief, den er aus der Kirchenversammlung zu Konstanz im Jahr 1416 schrieb
Die Lebensgeschichte dieses heiligen Bischofs ist uns unbekannt. Wir wissen von ihm nur, dass er Bischof von Sebaste war, und auf Befehl des Agricolaus, des Statthalters von Cappadocien und Kleinarmenien, um das Jahr 316, während der Verfolgung des Licinius, gemartert wurde. Ferner finden wir noch in den Akten des heiligen Eustrat, der unter Diocletian hingerichtet wurde, dass der heilige Blasius, der Bischof von Sebaste, seine Gebeine mit Ehrfurcht sammelte, um sie mit jenen des heiligen Orest zu begraben, und dass er mit aller Genauigkeit die letzten Befehle des seligen Eustrat (13. Dezember) vollzog. Das Fest unseres Heiligen ist bei den Griechen ein gebotener Feiertag, und wird am 11. Februar gefeiert. Man findet auch seinen Namen in den alten Martyrologien des Abendlandes, die dem heiligen Hieronymus zugeschrieben werden. Als durch die Kreuzzüge die Gebeine des heiligen Blasius ins Abendland gebracht wurden, ist seine Verehrung da zugleich sehr verbreitet worden. Durch viele wunderbare Heilungen, die auf seine Fürbitte geschehen sind, hat sich die Verehrung dieses heiligen Märtyrers beim Volk noch vermehrt. Er ist Titularpatron von Ragusa.
Dürfen wir wohl der Peinen gedenken, die die Märtyrer aus Liebe zu Jesus Christus erduldet haben, ohne uns unserer Feigheit zu schämen? Was für eine Unbeständigkeit in unseren Entschlüssen, einem Gott zu dienen, der so viel für uns getan hat! Die kleinste Beschwerde bringt uns in Verwirrung, und wir kehren schnell wieder auf den Weg unserer ersten Verirrungen zurück. Werden wir denn nie den Mut haben, unser Leben nach unseren besseren Einsichten einzurichten? Werden wir uns immer als Schwächlinge vom Strom der Welt hinreißen lassen, ihren verführerischen Beispielen folgen, und ihre falschen Grundsätze annehmen, die wir doch, als dem Geist des Evangeliums zuwider, verdammen, wofern wir nur ein wenig mit ruhigem Gemüt über dieselben nachdenken? Werden wir nie aufhören, Sklaven einer Einbildung zu sein, die die Hindernisse immerdar in unseren Augen vergrößert, um uns vom einzig wichtigen Werk der Bekehrung stets zurückzuhalten. Soll uns denn immer die Eigenliebe blenden, die uns unsere Schlaffheit unter trügerischem Schein verbirgt? Fassen wir heute einen neuen Entschluss, uns fest an Gott anzuschließen. Allein dieser Entschluss muss auch wirksam sein, und uns siegreich aus allen Kämpfen führen, die wir gegen das Fleisch und die Welt zu bestehen haben, und die uns immer in unsere alten Treulosigkeiten zurückzuwerfen versuchen.
In Ägypten, und zwar im Dorf Keman bei Heraclea, wurde Antonius um 251 geboren. Dem Wort Gottes folgend, verschenkte der Sohn wohlhabender Eltern sein Erbe und zog sich in ein Felsengrab zurück.
Seine Standhaftigkeit wurde durch Versuchungen verschiedenster Art immer wieder auf die Probe gestellt. Vor der großen Verehrung, die man ihm entgegenbrachte, floh er über den Nil und erst viele Jahre später, auf Drängen seiner ständig wachsenden Jüngerzahl, gründete er eine „Einsiedlergemeinde“. Er setzte an Stelle des asketischen Einsiedlerlebens das Leben in der Gemeinschaft. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus diesem Modell die Mönchsgemeinde.
Antonius starb 356. Ursprünglich wurde er vor allem von Kopten, Syrern und Byzantinern verehrt, seit dem 12. Jahrhundert dann auch in Rom.
„Antonius hatte neben seiner Zelle einen kleinen Garten, den er mit eigenen Händen anbaute, und dessen Früchte ließ er für jene bereiten, welche, um zu ihm zu gelangen, eine ungeheure Wüste mit tausend Beschwerden durchwandern mussten. Der Anbau des Gärtchens war aber nicht die einzige Arbeit, , womit er sich beschäftigte; er verfertigte auch noch Matten aus Binsen. Eines Tages, da er sich nicht anhaltend der heiligen Beschauung hingeben konnte, hatte er folgendes Gesicht. Er sah einen Engel, der eine Matte aus Palmblättern machte und von Zeit zu Zeit seine Arbeit verließ, um sich mit Gott im Gebet zu unterhalten. Nachdem er so öfters zwischen Arbeit und Gebet abgewechselt hatte, sagte er zu dem Heiligen: „Tu dasselbe, und du wirst selig werden.“ Antonius unterließ hinfort nie diese Übung; während seine Hände arbeiteten, blieb sein Herz mit Gott vereint.
Aus folgenden Zügen mag man von der Glut seiner Gebete und der Erhabenheit seiner Beschauung urteilen. Er stand um Mitternacht auf und betete auf den Knien mit gegen Himmel gehobenen Händen bis Sonnenaufgang, und oft bis um drei Uhr nachmittags. Zuweilen beklagte er sich, dass ihn die Rückkehr der Sonne zu seinen täglichen Beschäftigungen rief. „Was soll ich mit deinem Licht machen“, sagte er zur Sonne, wenn sie zu scheinen anfing. „warum kommst du, mich zu zerstreuen? Warum gehst du nur auf, um mir die Helle des wahren Lichtes zu nehmen?“
Die Verehrung, welche man gegen unseren Heiligen hatte, war so allgemein, dass Konstantin der Große und seine zwei Söhne, Konstantius und Konstans, ihm gegen das Jahr 337 schrieben, ihn um seine Fürsprache bei Gott baten, und das lebhafteste Verlangen äußerten, von ihm eine Antwort zu erhalten. Da die Jünger des heiligen Antonius über die Ehre staunten, die ihm der Beherrscher der Welt zeigte, sagte er ihnen: „Ihr dürft nicht staunen, dass ich einen Brief von dem Kaiser empfange. Es ist ein Mensch, der an einen anderen Menschen schreibt. Allein staunet, dass uns Gott seinen Willen durch die Schrift zu erkennen gab, und dass er durch seinen eigenen Sohn zu uns geredet hat.“ Anfangs wollte er keine Antwort geben, indem er als Grund anführte, er wisse nicht, wie man sich dabei benehmen müsse. Endlich aber gab er den wiederholten Vorstellungen seiner Schüler nach und schrieb an den Kaiser und seinen Söhnen einen Brief, in dem er sie ermahnte, die Welt zu verachten, und niemals den Gedanken an das letzte Gericht aus ihrem Auge zu verlieren.“
Seit dem 14. Jahrhundert trägt Antonius in den zahlreichen Darstellungen ein gegürtetes grobes Gewand und einen Mantel mit „T-Zeichen“ (Antoniuskreuz). Vor allem manche „Versuchungen des heiligen Antonius“ zählen zu den eindrucksvollsten Werken der europäischen Malerei. Oft sitzt auch der Teufel zu seinen Füßen oder er wird mit Feuerflammen neben sich, mit einem geöffneten Buch, in einer Höhle und mit Kreuzstab, an dem Glöckchen hängen, dargestellt. Das bekannteste Attribut des Heiligen ist das Schwein. Es weist offensichtlich auf seine helfende Macht bei ansteckenden Tier- besonders Schweinekrankheiten hin.
Äthiopien, die französische Landschaft Dauphiné, Hildesheim und andere Städte verehren den heiligen Antonius als ihren Patron.
Er beschützt auch das Vieh, insbesondere die Schweine, die Haustiere, die Schweinehändler und Hirten, die Metzger, Bürstenbinder, Glöckner, Handschuhmacher, Korbmacher und die Totengräber. Angerufen wird er in Feuersnot, gegen Hautkrankheiten, besonders die Gürtelrose, den Rotlauf und Seuchen.
O Mutter der Barmherzigkeit, ich weiß, dass du deine Freude daran findest, dass du deine Ehre darein setzt, wenn du dem Elendsten helfen kannst. Und dem kannst du immer helfen, wenn er nur nicht hartnäckig sich dir widersetzt. Siehe, ich bin ein Sünder, aber ich will mich bekehren, ich will mein Leben ändern. Du kannst mir helfen, Maria. Nun so hilf mir und mache, dass ich selig werde. Heute noch übergebe ich mich dir ganz. Sage mir nur, was ich zu tun habe, um meinem Gott zu gefallen, und ich will es tun. Ja, ich hoffe, dass ich es mit deiner Hilfe tun werde, o Maria, die du meine Mutter, mein Licht, mein Trost, meine Zuflucht, meine Hoffnung bist. Amen.
Zum heiligen Antonius
Bitte für mich, heiliger Antonius, dass ich immer wachsam und demütig bin, und dadurch die Nachstellungen des Teufels überwinde, und den Fallstricken der Welt entgehe, damit ich dann, wenn die Bande dieses Lebens zerreißen, auf immer von allen Gefahren befreit, und in die Freiheit der Kinder Gottes aufgenommen werde, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Am heutigen Tag im Jahr 1235 wurde der Orden Unserer Lieben Frau von der Erlösung der Gefangenen vom Papst Gregor IX. gutgeheißen. Die seligste Jungfrau, die dem heiligen Raimund von Pennafort und Petrus Nolaskus, wie auch dem König in Aragonien Jacob I. erschienen ist, hat diesen Orden veranlasst.
O Maria, siehe du bist so mächtig bei Gott, es genügt, dass du ihm sagst, du bist seine liebe Mutter, du bist voll seiner Gnade. Was könnte dir der Herr alsdann wohl abschlagen? O allerschönste Königin, wir wagen es nicht zu hoffen, dich hier auf Erden noch einmal zu sehen. Aber wir wollen dich im Himmel sehen. Diese Gnade musst du uns erlangen. Wir hoffen ganz sicher, dass du es tun wirst. Amen.
Zu Gott
Verleihe uns, o Gott, eine vollkommene Lostrennung von den Erdengütern. Du forderst zwar von uns nicht, dass wir aus der Welt hinausgehen, sondern willst nur, dass wir unsere Berufspflichten treu erfüllen, und Dich über alles lieben. Dies zu tun, sei jetzt unser fester Entschluss, zu dessen Vollführung wir Dich unablässig um den Beistand Deiner Gnade bitten. Himmlischer Vater, im Vertrauen auf Deine weise Vorsehung bitten wir, Deine Kinder, um das tägliche Brot für heute. Leben wir morgen noch, dann bist Du auch morgen noch Vater, und wir bitten wieder, wie heute, zu Dir. Amen.
Zum heiligen Marzian
Bitte für mich, heiliger Marzian, auf dass ich mich auch durch leibliche und geistliche Werke der Barmherzigkeit auf meinen Tod vorbereite, damit, wenn meine Seele diese irdische Körperhülle wie ein Gewand ablegen wird, sie alsdann mit dem glänzenden Hochzeitskleid der Ewigkeit geziert wird.
Andenken an die seligste Jungfrau
Der Orden des goldenen Fließes wurde im Jahr 1430 zum Lob Gottes, zur Ehre der seligsten Jungfrau und des heiligen Andreas von Philippus, vom Herzog von Burgund und Brabant, am heutigen Tag eingesetzt. (Philipp III. der Gute)
Der heilige Marzianus, Beichtvater, Priester und Ökonom der Kirche zu Konstantinopel zu den Zeiten des Kaisers Marzian, machte durch Fasten und Almosen sein Gebet wohlgefällig und angenehm vor Gott. Keinen Tag ließ er jemals einen Armen leer von sich gehen, und zur Nachtzeit besuchte er die Bedürftigen der Stadt, um ihnen helfen zu können. Einst hatte er nichts mehr als nur ein einziges Kleidungsstück, und selbst dieses gab er noch einem Armen hin. Dafür empfing er aber in einer Erscheinung ein goldenes Gewand vom Himmel im Jahre Christi 472. – Reiche dem Armen dar, wenn du Gott zu deinen Schuldner machen willst!
Aus dem Römischen Martyrologium:
Der heilige Marcian wurde im Anfang des 5. Jahrhunderts aus einem alten adeligen Geschlecht zu Rom geboren und kam mit seinen gottesfürchtigen Eltern nach Konstantinopel, wo er eine in jeder Hinsicht so treffliche Erziehung erhielt und als junger Mann durch so hohe Tugenden sich auszeichnete, dass er allgemein bewundert wurde und dass der Patriarch von Konstantinopel ihn für würdig hielt, ihm die Priesterweihe zu erteilen. In diesem heiligen Stand offenbarte sich seine Frömmigkeit von Tag zu Tag mehr, und er wurde schließlich mit Übereinstimmung der ganzen Geistlichkeit zum Probst der Patriarchalkirche gewählt, was die höchste Würde nach dem Erzbischof war, und in welchem Amt er die Verwaltung der ungeheuren Kirchenschätze auf sich hatte. Mit so großen Versuchungen dieses Amt verbunden war, so gerecht verwaltete er es, und um seine Sinnlichkeit gänzlich zu unterdrücken, führte er ein armes, abgetötetes Leben, und verwendete nicht nur die ansehnlichen Güter, die er von seinen Eltern geerbt hatte, sondern auch sein ganzes Einkommen dazu, das Elend der Armut zu lindern und unglückliche Verführte wieder auf den Weg der Tugend zu führen. Aus dieser Ursache suchte er unermüdet die Hausarmen auf und verbesserte ihre häuslichen Umstände mit größter Freigebigkeit, damit sie nicht gezwungen wurden, ihre Töchter dem Laster Preis zu geben.
Mit unermüdetem Eifer sorgte der heilige Marcian auch für den Schmuck und die Reinlichkeit der Gotteshäuser. Von seinem eigenen Geld erbaute er in Konstantinopel die prächtige und kostbare Kirche der heiligen Anastasia und die des heiligen Isidor, weswegen ihn Gott noch in seinem Leben mit der Gabe der Wunder verherrlichte. Denn als eines Tages in Konstantinopel eine heftige Feuersbrunst entstand, die eine ganze Reihe Häuser in Asche gelegt und auch die Kirche der heiligen Anastasia schon ergriffen hatte, begab sich Marcian auf das Dach der Kirche und von den Flammen umgeben, flehte er unter häufigen Tränen zu Gott und plötzlich war das Feuer gelöscht und so das herrliche Gotteshaus gerettet. In dieser Kirche der heiligen Anastasia ereignete sich das Unglück, dass eine Frau in gesegneten Umständen von dem hohen Säulengang herabstürzte und tot auf der Erde lag. Das laute Wehklagen der Herumstehenden rief den heiligen Marcian herbei, der, gerührt durch diesen schrecklichen Anblick, sich auf die Knie warf, einige Zeit in der Stille betete, dann die Unglückliche mit dem heiligen Kreuz bezeichnete und zum Leben erweckte.
So lebte und wirkte der heilige Marcian für die Ehre Gottes und für das Seelenheil seiner Mitmenschen bis in sein hohes Alter, wo er am 10. Januar des Jahres 472 im höchsten Ruhm seiner Heiligkeit starb. Sein Leichnam wurde im Kloster des heiligen Johannes des Täufers feierlich beigesetzt.
Der Heilsplan Gottes für den Menschen Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“
Liebe Leserinnen und Leser,
Gedächtnis der allerseligsten Jungfrau Maria
1. Januar
Der Beginn eines neuen Jahres erinnert den Menschen deutlicher als andere Zeitpunkte an seinen Schöpfer, aus dessen Schaffensmacht er einzig und allein auch den neuen Zeitabschnitt erhalten wird. Ohne ihn könnten wir nicht in ihm leben, arbeiten und ernten. Darum sind auch beide: das neue Jahr wie ich in ihm, für Gott bestimmt, zu seiner größeren Ehre. Diese mehren zu helfen, Gottes Majestät zu verherrlichen, ist unsere wesentlichste Aufgabe im neuen Jahr. Deshalb ist es sehr verständlich, dass ein Christ es nur beginnen möchte: Im Namen Gottes!
Unfähig wären wir aber zur gottgewollten Bewältigung dieser Aufgabe, wenn nicht Gottes Sohn in unsere Menschenwelt eingetreten wäre. Wegräumen musste er die Hindernisse eines gottwohlgefälligen Lebenswandels: die Sünden. Schenken musste er uns Kräfte aus Himmelshöhen: seine Gnaden, damit unser Tun und Lassen wirklich unter dem Namen Gottes stehen könnte. Nur im Namen seines menschgewordenen Sohnes, im Namen Jesu, können wir den Vater im Himmel ehren. Ohne den Erstgeborenen der Brüder erlangen wir keinen Zutritt zum Vater. Sinnvoll ist es daher, wenn die Kirche am heutigen Festtag uns kündet, wie dem Kind der jungfräulichen Mutter der Name „Jesus“ gegeben wurde, wie ihn der Engel schon genannt hatte, ehe er im Mutterschoß empfangen ward. Denn er sollte sein Volk erlösen von seinen Sünden. Jesus heißt ja Erlöser, Heiland. Vor einer Woche haben wir die Geburt dieses Heilandes feierlich begangen.
Damit wissen wir aber auch, wer uns den Träger dieses Namens und seiner wunderbaren Kraft, in der wir das neue Jahr bestehen sollen, geschenkt hat. Seine Mutter, die seligste Jungfrau Maria. In jenem denkwürdigen Augenblick tat sie es, da sie ihr Fiat sprach. Es war jener Augenblick ihres Lebens, in dem Maria in einzigartiger Weise nur Magd des Herrn sein wollte; denn von ihm und für ihn war sie ins Dasein gerufen worden. Nie ist Gott von einem bloßen Menschen mehr geehrt worden als von Maria im Augenblick ihrer wunderbaren Empfängnis. Nie ein Werk mehr in der Kraft Gottes und des menschgewordenen Gottessohnes begonnen worden.
Von Maria kann demnach der Christ erlernen, was es heißt: im Namen Gottes etwas beginnen. Wer in und mit Maria ein neues Jahr beginnt, der beginnt es notwendigerweise im Namen ihres Sohnes, im Namen Jesu. Wer es im Namen des Sohnes des Allerhöchsten beginnt, der beginnt es wahrhaft im Namen Gottes. Dann aber wird das neue Jahr dem Gotteskind nur bringen können, was dem heiligen und guten Willen Gottes entspricht. Das aber führt zu des Menschen wirklichem Glück. Wie reich wurde es Maria, der getreuen Gottesmagd, zuteil: Selig werden mich preisen alle Geschlechter!
Kirchengebet
O Gott, Du hast durch die fruchtbare Jungfrauschaft Mariens dem Menschengeschlecht die Güter des ewigen Heils geschenkt; nun bitten wir Dich; lass uns die Fürsprache jener erfahren, durch die wir den Urheber des Lebens empfangen durften, unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn. Amen.
Zur Geschichte des Festes: Das neue Jahr beginnt im Namen Jesu und auch in Mariens Namen. Denn der erste Januar ist auch ein Marienfest, ja sogar das älteste Marienfest. Das Kirchengebet wie auch das Kommuniongebet und vor allem die Tagzeiten tragen ganz marianischen Charakter, der für spätere Marienfeste vorbildlich geworden ist. Dieser marianische Charakter mag zunächst in der Wahl der Stationskirche begründet sein. In frühester Zeit war das Pantheon (St. Maria zu den Märtyrern) dafür erwählt, später St. Maria jenseits des Tiber. Beide Kirchen liegen in volkreichen Stadtteilen, so dass für die Wahl dieser beiden Kirchen wohl auch die Absicht mitbestimmend war, die Ausgelassenheit der Neujahrsfeiern zu zügeln. Der tiefere Grund für das marianische Gepräge dieses Tages ist unverkennbar die innere Beziehung der Gottesmutter Maria zum Festgeheimnis dieses Tages, der Beschneidung des Herrn, bzw. zur Geburt und Menschwerdung des Sohnes Gottes.
(Prof. Dr. Carl Feckes, "So feiert dich die Kirche", Maria im Kranz ihrer Feste, 1957, Steyler Verlagsbuchhandlung)
O Maria, unsere Mutter, sei unsere gütige Beschützerin in allen Gefahren dieses Lebens, unsere Hilfe in allen Anfechtungen, unser Trost und unsere Erquickung in allen Nöten und Schwierigkeiten. Bitte für uns, dass Jesus seine Liebe uns schenke, dass sein Geist nie von uns weiche, dass wir rein von aller Befleckung der Sünde, nach deinem heiligen Beispiel, im Herzen gläubig, im Geist demütig, im Leiden ergeben und geduldig, dem Willen unseres Gottes mit frommen Gehorsam stets unterworfen leben. Besonders aber in der Stunde unseres Todes bitte für uns. Empfehle unsere scheidende Seele deinem göttlichen Sohn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Um diese Zeit, wie Saussay in seinem Marterbuch meldet, ist der vom heiligen Petrus abgeschickte Bischof Pontentianus aus höherem Antrieb nach Chartres in Frankreich gekommen, und hat den Einwohnern, die von den alten Druiden eine künftige jungfräuliche Geburt vernommen hatten, die wirklich geschehene Geburt Jesu Christi aus Maria der Jungfrau verkündigt.
Der heilige Anysius wurde nach dem Tod des heiligen Ascholus auf den dortigen Stuhl erhoben. Der heilige Ambrosius von Mailand wünschte der Geistlichkeit, die ihm diese Wahl mitgeteilt hatte, Glück und erteilte in seinem Antwortschreiben dem neuen Oberhirten glänzende Lobsprüche. Auch richtete der große Kirchenvater an Anysius selber einen Brief und ermahnte ihn väterlich, in die Fußtapfen seines berühmten Vorgängers zu treten. Desgleichen gab Papst Damasus seine Hochschätzung ihm gegenüber zu erkennen, indem er ihm dieselben Vorrechte gab, wie dem heiligen Ascholus, nämlich die geistliche Gerichtsbarkeit in Ostillyrien. Anysius stand der Kirche von Thessalonich sehr lange vor und entfaltete in seiner Amtsführung einen Eifer und eine Wachsamkeit, ganz würdig eines Nachfolgers der Apostel. Er blieb in der damaligen Verwirrung stets unerschütterlich fest in seinem Glauben und dem heiligen Chrysostomus treu zugetan. Mit vierzig anderen Bischöfen war er zu Konstantinopel und half die Sache des verfolgten Patriarchen verteidigen. In derselben Angelegenheit schickte er 404 den Bischof Elysius von Apamea mit Briefen an den Papst Innocenz I. und berief sich auf den Ausspruch des römischen Stuhls, dessen Ansehen allein dem Unwesen Einhalt tun könne. Er war damals schon hoch bejahrt, man weiß aber nicht, wie lange er hierauf noch gelebt hat.
(BILD: Die Rotunde ist ein aus dem frühen 4. Jahrhundert n.Chr. stammender Rundbau, der in Griechenland einmalig ist. Es wurde als Pantheon oder Mausoleum für den Kaiser Galerius genutzt. Inzwischen beherbergt er die Kirche St. Georg. Die Mosaiken im Inneren des Gebäudes sind sehr sehenswert. Der Eintritt ist frei.)
O Gott, der Du diejenigen verherrlichst, die Dich verherrlichen und in der Ehre Deiner Heiligen selber geehrt wirst: lass die Strahlen Deiner Gnade auf Deine Kirche fallen, damit sie durch die Lehren Deines heiligen Apostels und Evangelisten Johannes erleuchtet zu den ewigen Gütern gelange. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Der heilige Johannes hat an der Andacht zur seligsten Jungfrau einen ganz besonderen Anteil, weil sie ihm als eine Mutter vom göttlichen Heiland am Kreuz empfohlen, und bei seinem Tod, wie durch ein Testament, als das Kostbarste, das er auf der Erde hatte, überlassen worden ist. Daher kam es, dass die seligste Jungfrau in Gesellschaft des heiligen Johannes verschiedenen Heiligen erschien. Wie in ihrem Leben zu lesen ist, wurde diese Gnade zuteil: dem heiligen Gregor dem Wundertäter, nach dem Zeugnis des heiligen Gregor von Nyssa dem heiligen Hermann Joseph, dem heiligen Petrus Cölestin, der seligen Ida von Löwen, dem heiligen Petrus von Alcantara usw. So hat auch der selige Robert von Aubrisselle zur Ehre der seligsten Jungfrau und des heiligen Johannes des Evangelisten einen Orden von Klosterfrauen und Ordensmännern im Jahr 1117 errichtet.
Der Heilsplan Gottes für den Menschen Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“
Liebe Leserinnen und Leser,
24. Dezember
Die heiligen Stammeltern Adam und Eva
Am Vortag des Weihnachtsfestes feiert die Kirche das Gedächtnis unserer heiligen Stammeltern. Es ist billig und recht, dass Adam und Eva trotz der Sünde im Paradies nicht verlorengingen, denn sie waren als die ersten Menschen von Gott in einzigartiger Weise erschaffen worden; ihnen wurde als den ersten der kommende Erlöser verheißen, und beide haben lebenslang danach getrachtet, in harter Buße ihre Schuld zu sühnen. Überaus sinnvoll ist es dazu, dass das Fest der Stammeltern, die von der Schlange besiegt wurden, am Tage vor der Geburt dessen begangen wird, der seinerseits die alte Schlange, welche der Satan ist, überwunden hat, und dass gerade heute des ersten Adams gedacht wird, der durch die Sünde den Tod in die Welt einführte, während morgen Christus geboren wird, der als der zweite Adam den Menschen Auferstehung und neues Leben brachte.
Legenden ranken um beide Stammeltern.
Von Adam weiß die Sage zu berichten, dass seine Reliquien stets in Ehren standen. Noach nahm sie mit sich in die Arche, und nach der Sintflut wurde der Schädel des Stammvaters auf dem Hügel Golgatha, der deswegen Schädelstätte heißt, gerade an der Stelle beigesetzt, wo die Schergen später das Kreuz errichteten, und als sich durch das Erdbeben beim Tod des lieben Heilandes der Felsen auf Kalvaria spaltete, wurde Adams Schädel bloßgelegt und von Christi Blut benetzt und gereinigt. Aus diesem Grund sieht man auf den Gemälden, welche die Kreuzigung darstellen, zuweilen einen Totenkopf abgebildet. Es ist der Schädel Adams.
Auch meinen die Gottesgelehrten, dass Adam bei der Ankunft Jesu in der Vorhölle der erste war, der von ihm die Frohe Botschaft über die Vollendung der Erlösung auf Golgatha vernahm, und wieder sei er der erste gewesen, der gleich hinter dem lieben Heiland am Himmelfahrtstag in den Himmel einzog. Das alles mag auch wohl auf diese Weise vonstatten gegangen sein, denn trotz der Sünde bleibt Adam der erste Mensch, dem deswegen größere Ehre gebührt.
Nicht minder schön als die Legende, die um Adam rankt, ist auch die, welche um Eva spielt.
Es war in der Heiligen Nacht zu Betlehem. Der Heiland ist geboren. Verklungen ist das Gloria der Engel, und die Hirten befinden sich auf dem Rückweg zu ihren Zelten. Sankt Joseph ist in einer Ecke des Stalles eingenickt. Auch das göttliche Kind schläft. Nur Maria, die hochgebenedeite Gottesmutter, kniet, in Andacht und Liebe versunken, wachend vor der Krippe.
Da öffnet sich lautlos die Stalltür. Eine Frau tritt ein, in Lumpen gehüllt, nur Haut und Knochen, uralt, mit einem zerfurchten Gesicht, das braun ist wie die Ackerscholle. Sehnsuchtsvoll ruht der Blick der Alten auf dem schlafenden Kind. Leise und behutsam nähert sie sich. Nur vier Schritte sind es von der Tür bis zur Krippe, aber nach der Art, wie die Frau die Schritte macht, sollte man meinen, sie schreite durch vier Jahrtausende.
Maria erschrickt, doch mag sie es auch nicht wehren, dass sich die Greisin über das aufwachende Kind beugt und ihm – es sieht wie eine Beichte aus – geheimnisvolle, unverständliche Worte zuflüstert, und dann langt die Frau aus ihrem Kleid einen scharlachroten Apfel hervor, der seit den Tagen des Paradieses das Sinnbild der Sünde ist, und reicht ihn dem Kind, das ihn ergreift und an die Brust drückt.
Maria zittert aus Angst um ihr Kind. Doch schon reckt die alte Frau sich hoch. Viel größer ist sie geworden. Alle Falten und Runzeln sind aus dem Antlitz verschwunden. So jung und frisch ist sie, dass man meinen sollte, Jahrtausende seien von ihr abgefallen, und in den Augen steht ein Glanz, hell wie tausend Weihnachtslichter. Tief neigt sich die Gestalt vor der Gottesmutter und spricht in demütiger Verehrung:
„Ave, Maria! Ich bin Eva.“
Sagt`s, verbeugt sich noch einmal, und mit einem letzten liebenden Blick auf das gütig lächelnde Kind schreitet die Stammmutter rücklings auf den Ausgang zu und verschwindet im anbrechenden Morgen.
Schön ist die Legende von unserer Stammmutter Eva, sinn- und lehrreich dazu, denn sie gibt uns die Anregung, heute, am Tag vor Weihnachten, falls es noch nicht geschehen ist, eine gute heilige Beichte abzulegen und dann immerfort, alle Stunden, die Ursache unseres Heils, die liebe Gottesmutter, still im Herzen zu grüßen:
Ave, Maria zart, du edler Rosengart,
Lilienweiß, ganz ohne Dornen.
Ich grüße dich zur Stund mit Gabrielis Mund:
Ave, die du bist voll der Gnaden.
Durch Evas Apfelbiss Gott uns verstoßen ließ,
Und sollten ewig sein verloren.
Da ist göttliches Wort, Jesus, dein Söhnlein zart,