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  • Thema von Blasius im Forum Nachrichten

    BEAUFTRAGTER DER DEUTSCHEN BISCHOFSKONFERENZ




    Weihbischof Ulrich Boom (Würzburg) ist vom Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz zum Beauftragten für das Außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit berufen worden. Damit übernimmt Weihbischof Boom die Koordination der bundesweiten Aktivitäten der katholischen Kirche in Deutschland zum Heiligen Jahr.





    Das „Tor der Vergebung“ durchschreiten

    Interview mit Weihbischof Ulrich Boom zu seiner neuen Aufgabe als Heilig-Jahr-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz

    Würzburg/Bonn (POW) Würzburgs Weihbischof Ulrich Boom (67) ist zum Heilig-Jahr-Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz ernannt worden. Papst Franziskus hatte das Heilige Jahr als „außerordentliches Jubiläum der Barmherzigkeit“ am 13. März angekündigt. Das am 8. Dezember 2015 beginnende Heilige Jahr solle „eine Zeit der Gnade für die Kirche sein und helfen, das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen“, heißt es in der päpstlichen Bulle zum Heiligen Jahr. Zugleich ruft Franziskus darin zu Pilgerfahrten nach Rom und zu anderen Wallfahrtsorten auf. Im folgenden Interview spricht Weihbischof Boom über seine neue Aufgabe und über das Heilige Jahr.

    Herr Weihbischof, Sie sind jetzt Heilig-Jahr-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Welche Aufgaben werden mit dieser Beauftragung verbunden sein?

    Weihbischof Ulrich Boom: Das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr beginnt am 8. Dezember dieses Jahres. Dieser Tag ist der 50. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils. Am Ende des Konzils galt es, die Theologie und Spiritualität der Versammlung in die Gemeinden zu bringen. Vielfältig ist das gelungen, manche Gabe des Konzils ist und bleibt Aufgabe. Es gilt, nicht ein Ende zu feiern, sondern Türen in die vor uns liegende Zukunft zu öffnen. Es gilt für den Beauftragten, Initiativen zu koordinieren und mit Verantwortlichen aus Kommissionen Impulse für das Heilige Jahr zu geben. Da ich unter anderem in der Pastoral- und Liturgiekommission der Bischofskonferenz bin, haben die Bischöfe wohl gedacht, da gibt es in der Person gute Überschneidungen.

    Waren Sie überrascht, als Papst Franziskus dieses außerordentliche Heilige Jahr ausgerufen hat? Was waren Ihre ersten Reaktionen?

    Weihbischof Boom: Ich habe mich zuerst gefragt: Was ist das? Warum jetzt? Im Nachdenken darüber gefällt mir das zum Heiligen Jahr gehörende Bild der Heiligen Pforte. Das heißt ja nichts anderes: Es wird eine Tür geöffnet, damit Gott neu zur Welt und die Welt zu Gott kommt. Am 8. Dezember feiert die Kirche das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“. In der Orthodoxie heißt dieses Fest „Erwählung Mariens“. Wir verstehen da vielleicht etwas leichter, um was es geht. Gott kommt in Maria zur Welt. Vom ersten Augenblick ihrer Existenz im Schoß der Mutter Anna ist sie von Gott erwählt und geliebt, ohne ihr Verdienst, ohne ihr Zutun. Welch ein Licht, welch ein Glanz fällt da auf uns Menschen, auf die Welt?

    Welche Zeichen der Barmherzigkeit könnte die katholische Kirche im Heiligen Jahr setzen?

    Weihbischof Boom: Die Botschaft des Evangeliums ist doch die, dass der Mensch von Gott geliebt und angenommen ist mit seinem Versagen, seinem Scheitern, seiner Schuld. Gott ist wie der gute Vater im Evangelium von den zwei Söhnen, wo der eine seine eigenen Wege gehen will und umkehrt und der andere daheim bleibt, aber über die Nähe Gottes im Letzten nicht froh ist. In uns können beide Söhne stecken. Wer wir auch sind: Gott steht wie der barmherzige Vater an der Tür unseres Lebens und kommt uns entgegen. An Christus zeigt sich das, als Christen sollen wir das bezeugen. Es ist zuerst unsere Haltung, sie ist das erste und wichtigste Zeichen, das Gottes Barmherzigkeit sichtbar macht. Papst Franziskus begründet in der Verkündigungsbulle „Misericordiae vultus“ unter anderem das Heilige Jahr so: „Die Kirche spürte die Verantwortung, in der Welt das lebendige Zeichen der Liebe des Vaters zu sein.“

    Was erwarten Sie sich vom Heiligen Jahr der Barmherzigkeit für die Kirche in Deutschland und für die Gemeinden?

    Weihbischof Boom: Ich erhoffe mir vom Heiligen Jahr, dass in der Kirche in Deutschland und in den Gemeinden noch mehr sichtbar wird, wovon wir so oft reden: Das Antlitz der Barmherzigkeit erfahren. So beginnt ja auch das Verkündigungsdokument: „Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters.“ Es gilt – Christus sehen, die Liebe Gottes erfahren, Gottes Wirken in der Welt spüren. Wir feiern in den Sakramenten die Nähe Gottes. Ich erwarte mir Impulse für die Sakramente der Vergebung und der Stärkung. Gott ist uns nahe vom Anfang bis zum Ende unseres Lebens, nicht von ungefähr werden die Sakramente oft an Lebenswenden gefeiert. Sie sind nicht Belohnung für gutes Verhalten, sondern Geschenk, damit das Leben gelingt.

    Wo sollte sich aus Ihrer persönlichen Sicht die Barmherzigkeit in der Kirche im Heiligen Jahr besonders zeigen?

    Weihbischof Boom: Noch einmal das Bild von der Tür, der geöffneten Tür: Auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela gibt es vor Ort und immer wieder unterwegs an den Kirchen die „Puerto del Perdon“, das „Tor der Vergebung“. Ich wünsche mir, dass wir neu und verstärkt in Kirche und Welt, in den Gemeinden und Gemeinschaften, in Ehe und Familie, in den Beziehungen von Gott zu Mensch und als Menschen untereinander die „Puerto del Perdon“ im Leben finden und durchschreiten.

    Interview: Bernhard Schweßinger (POW)

    ZUR PERSON
    Ulrich Boom wurde 1947 im Münsterland geboren. Nach seiner Schulzeit absolvierte Boom zunächst eine Ausbildung zum Bauzeichner, bevor er Theologie und Christliche Kunstgeschichte in Münster, München und Würzburg studierte. 1984 wurde Boom durch Bischof Paul-Werner Scheele zum Priester geweiht. Nach seiner Ernennung zum Würzburger Weihbischof durch Benedikt XVI. im Dezember 2008, weihte ihn Bischof Dr. Friedhelm Hofmann am 25. Januar 2009 zum Bischof. Boom ist Mitglied der Liturgie- und Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz.

    http://www.dbk.de/heiliges-jahr/home/

  • Thema von Blasius im Forum Katechese

    Papst Franziskus \ Predigten


    Heilige Pforte: Barmherzigkeit dem Gericht voranstellen

    Papst öffnet die Heilige Pforte und eröffnet somit das Heilige Jahr der Barmherzigkeit
    - AFP

    Sie ist offen: Mit der Heiligen Pforte am Petersdom ist nun auch ganz offiziell das Heilige Jahr der Barmherzigkeit durch den Papst begonnen worden. Zum Abschluss der Messfeier auf dem Petersplatz war Papst Franziskus am Ende einer langen Prozession aus Kardinälen, Bischöfen und Priestern zum rechten Tor in der Vorhalle der Basilika gegangen, das normalerweise zugemauert ist und nur für Heilige Jahre geöffnet wird. Dort wartete der emeritierte Papst Benedikt XVI. auf Franziskus, der mit seinem Hirtenstab auf den Mitbruder am Gehstock zuging und ihn umarmte, wobei Benedikt dem amtierenden Papst einige Worte zuflüsterte.

    Die Mauer vor der Pforte war bereits in einer Zeremonie vor einigen Tagen entfernt worden, und so konnte der Papst die Bronzeflügel andeutungsweise aufdrücken, die daraufhin von zwei „Sanpietrini" von innen geöffnet wurden. Auf der Schwelle sammelte sich Franziskus in einem Moment des Gebets, gebeugt, aber nicht kniend. Danach durchschritt er als erster Pilger von vielen die Pforte ins Innere des Petersdoms. Ihm folgte Papst Benedikt, der von seinem Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein gestützt wurde.
    Die symbolträchtige Geste der Eröffnung der Heiligen Pforte betone die Vorrangstellung der Gnade, hatte der Papst zuvor in seiner Predigt betont. Es sei das „Tor der Gerechtigkeit“, wie mit einem Psalmwort eine der Anrufungen Gottes direkt vor der Öffnung lautete. Es ist die zweite Pforte, die der Papst öffnet, die erste war die in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik. Zwei weitere werden folgen, die von San Giovanni in Lateran – der Bischofskirche von Rom – am kommenden Sonntag und die von Santa Maria Maggiore am 1. Januar; die Heilige Pforte von Sankt Paul vor den Mauern wird ebenfalls kommenden Sonntag eröffnet, aber nicht vom Papst, sondern vom Erzpriester der Basilika.
    Schon oft hat der Papst über die Bedeutung der Barmherzigkeit für den Glauben und das Glaubensleben gesprochen, an diesem Hochfest zog er die Linie von der ohne Erbsünde empfangene Gottesmutter Maria zum Anlass, der Barmherzigkeit Gottes. „Die Gnade Gottes hat sie eingehüllt und sie würdig gemacht, die Mutter Christi zu werden“, so der Papst. „Die Fülle der Gnade ist imstande, das Herz zu verwandeln, und macht es fähig, einen Schritt zu vollziehen, der so groß ist, dass er die Geschichte der Menschheit verändert.“

    Genau das mache den Kern der Barmherzigkeit aus, Gott „ist nicht nur derjenige, der die Sünde vergibt, sondern bei Maria geht er so weit, dass er der Erbsünde zuvorkommt, die jeder Mensch in sich trägt, wenn er in diese Welt kommt.” Die ‚Geschichte der Sünde’, begonnen im Garten Eden, werde im Plan der rettenden Liebe Gottes – der Barmherzigkeit – aufgelöst. „Wenn alles der Sünde überlassen bliebe, wären wir die hoffnungslosesten aller Geschöpfe, während die Verheißung des Sieges der Liebe Christi alles in die Barmherzigkeit des Vaters einschließt. Das Wort Gottes, das wir gehört haben, lässt daran keinen Zweifel. Die ohne Erbsünde empfangene Jungfrau steht vor uns als die bevorzugte Zeugin dieser Verheißung und ihrer Erfüllung.”

    Das Heilige Jahr sei selber ein Geschenk der Gnade, fuhr der Papst fort. Einzutreten bedeute, die Tiefe der Barmherzigkeit des Vaters zu entdecken. „Es wird ein Jahr sein, in dem man sich immer mehr von der Barmherzigkeit überzeugen kann.“ Was das heißt? Das heißt zuerst die Einsicht anzunehmen, dass die Antwort Gottes auf die Sünde nicht zuerst die Strafe im Gericht ist, sondern die Vergebung durch die Barmherzigkeit. „Ja, genauso ist es. Wir müssen die Barmherzigkeit dem Gericht voranstellen, und in jedem Fall wird das Gericht Gottes immer im Licht seiner Barmherzigkeit stehen. Möge das Durchschreiten der Heiligen Pforte uns also das Gefühl vermitteln, Anteil zu haben an diesem Geheimnis der Liebe. Lassen wir jede Form von Angst und Furcht hinter uns, denn das passt nicht zu dem, der geliebt wird; erleben wir vielmehr die Freude über die Begegnung mit der alles verwandelnden Gnade!”

    50 Jahre Ende des Konzils


    In seiner Predigt erinnerte der Papst auch an das Zweite Vatikanische Konzil, das an diesem Dienstag vor genau 50 Jahren zu Ende ging. Vor dem Beginn der Messfeier waren auf dem Petersplatz Auszüge aus den vier wichtigsten Konzilsdokumenten erklungen. Für die Kirche sind die 50 Jahre des Konzilsendes nicht bloß ein historisches Gedenken, betonte der Papst, auch wenn man an der Fülle der 16 Dokumente den „großen Fortschritt“ sehen könne, der im Glauben gemacht wurde. Das Konzil sei mehr gewesen als das, würdigte der Papst. „An erster Stelle war das Konzil eine Begegnung. Eine wirkliche Begegnung zwischen der Kirche und den Menschen unserer Zeit. Eine von der Kraft des Geistes gekennzeichnete Begegnung, der seine Kirche drängte, aus der Dürre, die sie viele Jahre lang in sich selbst verschlossen gehalten hatte, herauszukommen, um mit Begeisterung den missionarischen Weg wieder aufzunehmen.” Das Konzil sei „ein neuer Aufbruch“ gewesen, um auf die Menschen dort zuzugehen, wo sie lebten, und gebe der Kirche heute einen missionarischen Impuls mit. „Das Jubiläum fordert uns zu dieser Öffnung heraus und verpflichtet uns – entsprechend der Mahnung des seligen Pauls VI. beim Konzilsabschluss –, die aus dem Vaticanum II hervorgegangene Mentalität des barmherzigen Samariters nicht zu vernachlässigen. Möge also das Durchschreiten der Heiligen Pforte heute für uns mit dem Anspruch verbunden sein, uns die Haltung des barmherzigen Samariters zu Eigen zu machen.”

    Zur Prozession in Richtung der Heiligen Pforte erklang der feierliche Hymnus „Misericordias Domini, in aeternum cantabo", der vielen Gläubigen aus Taize bekannt ist. Der Leiter der ökumenischen Gemeinschaft im Burgund, der deutsche Bruder Alois Löser, war unter den priesterlichen Gästen auf dem Petersplatz anwesend.

    Strenge Sicherheitsvorkehrungen und leichter Nieselregen prägten den Beginn dieser feierlichen Messe. Auf der Segnungsloggia in der Mitte der Petersdom-Fassade prangte das Zeichen des Jubiläums der Barmherzigkeit, das der slowenische Künstler Ivan Rupnik geschaffen hat, ein Jesuiten-Mitbruder von Papst Franziskus. Es zeigt den Guten Hirten, der einen Mann auf seinen Schultern trägt, wobei das linke Auges des Mannes und das rechte Auge des guten Hirten Jesus ein und dasselbe sind. Eingerahmt ist die Darstellung auf der linken Seite von dem Motto auf Latein: „Barmherzig wie der Vater".
    (rv 08.12.2015 ord/gs)

    http://de.radiovaticana.va/news/2015/12/...stellen/1192588

  • Thema von Blasius im Forum Altes Testament


    Psalm 103(102),1-2.3-4.8.10.

    Lobe den Herrn, meine Seele,
    und alles in mir seinen heiligen Namen!
    Lobe den Herrn, meine Seele,
    und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

    Der dir all deine Schuld vergibt
    und all deine Gebrechen heilt,
    der dein Leben vor dem Untergang rettet
    und dich mit Huld und Erbarmen krönt.

    Der Herr ist barmherzig und gnädig,
    langmütig und reich an Güte.
    Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden
    und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld.

  • Thema von Blasius im Forum Neues Testament

    Evangelium nach Matthäus 11,28-30.


    In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

    Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

    Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

  • 6. Dezember - Hl. Nikolaus Datum06.12.2015 10:29
    Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher

    6. Dezember - Hl. Nikolaus




    Der hl. Nikolaus wird etwa zu der Zeit geboren worden sein, in der der Kaiser Diokletian (284 - 305) zur Herrschaft gelangte. Nikolaus kam im im kleinasiatischen Lykien zur Welt, in Patara . Er entstammte einer wohlhabenden Familie.

    Es wird erzählt, daß ein Edelmann zu Patara drei Töchter hatte. Weil er aber arm war, wußte er nicht, wie er seinen Töchtern eine Mitgift verschaffen sollte. Darum hatte er vor, sie ins Bordell zu schicken, damit sie sie dort selbst verdienten. Der hl. Nikolaus erfuhr von diesem schändlichen Vorhaben und warf in drei Nächten nacheinander für jede der Töchter einen Goldklumpen durch ein Fenster des Hauses. Es heißt auch, er habe das Gold durch den Kamin in die daran aufgehängten Strümpfe geworfen. Jedenfalls konnte der Edelmann seine drei Töchter dank dieser Gaben verheiraten. - Der hl. Nikolaus wird oft mit drei goldenen Kugeln dargestellt.

    Man liest auch davon, daß Nikolaus Abt des Sion-Klosters in der Nähe von Myra in Lykien gewesen sei, doch beruht dies auf einer Verwechslung seiner Person mit einem Abt desselben Namens, der im 6. Jahrhundert lebte.

    Bei der Bischofswahl zu Myra am Beginn des 4. Jahrhunderts soll es folgendermaßen zugegangen sein: Dem ältesten der versammelten Bischöfe wurde auf übernatürliche Weise mitgeteilt, es solle nach Gottes Willen derjenige zum Bischof geweiht werden, der als erster früh am nächsten Morgen die Kirche betrete. So fiel die Wahl auf den hl. Nikolaus. Er wurde auf den Stuhl des Bischofs gesetzt, obwohl er erklärte, er sei des so hohen Amtes nicht würdig.

    Nach dem Verfolger Diokletian (284 - 305), der das römische Reich in vier Herrschaftsgebiete aufteilte, kam im Osten Galerius an die Macht, der bis dahin sein Mitregent gewesen war (vgl. 14.5., 30.7.). Galerius (305 - 311) ernannte Maximinus Daia (305 - 313) zum Herrscher im Südosten des Reiches und behielt selbst den Nordosten (vgl. 4.12.). Beide setzten die diokletianische Verfolgung (s. 22.4.) grausam fort. Auch der hl. Nikolaus von Myra wurde eingekerkert und schwer mißhandelt. - 325, also fünfzehn bis zwanzig Jahre später, auf dem ersten ökumenischen Konzil zu Nicaea (s. 31.12.), gehörte der hl. Nikolaus zu den Verteidigern der Rechtgläubigkeit gegen die Irrlehre des Arius (s. 2.5.).

    Es wird erzählt, daß während einer Hungersnot zu Myra einmal Getreideschiffe aus Alexandria in den Hafen der Stadt einliefen. Der Bischof bat die Besatzungen um Korn für die notleidende Bevölkerung, doch mochten die Seeleute diesem Wunsch nicht nachkommen, weil das von ihnen geladene Getreide für die Hauptstadt Konstantinopel bestimmt war. Sie fürchteten die ihnen drohende Strafe, wenn sie das Korn nicht in vollständiger Menge ablieferten. Der heilige Bischof aber versicherte ihnen, es werde ihnen nichts geschehen, und so lud jedes Schiff einhundert Scheffel Korn ab. Mit diesem geringen Vorrat versorgte Nikolaus in wunderbarere Weise die gesamte Bevölkerung Myras während der Hungersnot, und es blieb sogar noch Korn für die Aussaat übrig. - Die Getreideschiffe aber fuhren weiter nach Konstantinopel. Zum Erstaunen der Seeleute war beim Löschen der Ladung ebensoviel Korn vorhanden wie in Alexandria eingeladen worden war.

    Es wird ferner erzählt, daß auf Betreiben des Kaisers einst drei hohe Offiziere auf Grund falscher Anklagen als Hochverräter zum Tode verurteilt wurden. Sie riefen in ihrem Kerker die Hilfe des hl. Nikolaus an. Der erschien dem Kaiser im Traum. Daraufhin überprüfte der Kaiser die Anklagen noch einmal und sah ein, daß sie unhaltbar waren.

    Es heißt, daß sich auf das Gebet des hl. Nikolaus hin ein bedrohlicher Sturm legte, so daß ein vom Untergang bedrohtes Schiff sicher den Hafen erreichte. Daher gilt St. Nikolaus auch als Patron der Seeleute.

    Der hl. Nikolaus von Myra starb mit fünfundsechzig Jahren an einem 6. Dezember, der ein Freitag war. Demnach ist das Todesjahr auf 345 oder 351 zu datieren.

    Am 9. Mai 1087 wurden die Reliquien des hl. Nikolaus nach Bari in Süditalien (vgl. 8.5.) übertragen, was zu einem Aufschwung der Verehrung des Heiligen im gesamten Abendland führte. - Zu jener Zeit hatten die Türken gerade damit begonnen, Kleinasien zu erobern (s. 23.2.).

    Später wurde auch erzählt, daß ein verbrecherischer Wirt drei Scholaren auf der Wanderschaft, die bei ihm übernachteten, ermordete und ausraubte. Um seine Tat zu verheimlichen, steckte er die zerstückelten Leiber wie Schweinefleisch in ein Faß und pökelte sie ein. Als der hl. Nikolaus einmal in dem Wirtshaus einkehrte, wurde ihm das Menschenfleisch vorgesetzt. Der Heilige erkannte das Verbrechen und erweckte die drei Jünglinge wieder zum Leben.

    Mancherorts zählt man St. Nikolaus seit dem Spätmittelalter auch zu den Nothelfern (s. 24.9.). Er nimmt dann meistens die Stelle des hl. Erasmus (2.6.) oder die des hl. Vitus (15.6.) ein. - St. Nikolaus gilt vor allem Anwalt der Armen und der unschuldig Verfolgten.

    http://admin.pius.info/tagesheiliger/364...ber-hl-nikolaus

  • Thema von Blasius im Forum Predigten

    Wegbereiter der Barmherzigkeit Gottes



    Johannes der Täufer hat mit seinem Ruf zur Umkehr und seiner Taufe zur Vergebung der Sünden dem Messias den Weg bereitet. Dieser überbietet ihn noch mit seiner Botschaft von der Barmherzigkeit. Gott geht auf uns Menschen zu, weil er uns unendlich liebt. Die Heiligen des Advents bereiten uns mit ihrem Lebensbeispiel auf das Kommen des Messias vor.

    Der Wegbereiter

    Johannes der Täufer ist der Bote, der Herold des kommenden Herrn. Der Evangelist Lukas hält seinen Auftritt für so wichtig, dass er ihn in den großen Rahmen der Weltgeschichte einordnet. Das fängt ganz oben beim Kaiser an, geht über die einzelnen Landesherren, die Statthalter, und die kleineren Fürsten. An diesem geschichtsträchtigen Zeitpunkt zog der Täufer in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und die Taufe zur Vergebung der Sünden. So erfüllte sich, was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: „Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken.“

    Die Taufe zur Vergebung der Sünden und der Eingliederung in Christus haben wir empfangen in unserer Taufe, doch die ständige Umkehr, die Johannes betont, bleibt einladende Aufgabe.

    Gott tut den ersten Schritt

    Die Adventslieder und -texte reden nicht vom fordernden Gott, sondern vom barmherzigen Retter, Helfer und Befreier, der den ersten Schritt macht auf uns zu. Unsere Antwort ist gefragt: Jeder Berg soll abgetragen und jede Schlucht ausgefüllt werden. – Wollen wir drangehen?

    Vor ein paar Tagen erreichte ich telefonisch einen Freund, den ich schon drei Jahre nicht mehr gesprochen hatte. Der Freund hatte als junger Pater einen schweren Verkehrsunfall, durch den er seitdem querschnittgelähmt ist. Er kann nicht mehr gehen. Ich weiß, dass er jahrzehntelang körperlich und seelisch einen nicht leichten Weg mit Gott gegangen ist und nun durch seine Haltung viel Mut vermitteln kann. Er sagte mir am Ende des Telefonats: „Vergiss es nicht, Gott liebt dich unendlich!“ Ich hörte den Satz nicht als Floskel, sondern als Gnadenwort. Es berührte mich und leuchtete in mir auf: inmitten meiner jetzigen Lebenssituation, mit meinen Stärken und Fehlern: Gott liebt mich unendlich! Tiefe Freue quoll in mir auf. An dieses Wort möchte ich mich gerne halten im Leben und im Tod.

    Gott liebt Dich unendlich, vergiss das nie! Es ist mein Adventsvorsatz: ich spreche mir den Satz oft vor, will ihn einsickern lassen und daraus mit neuer Gegenliebe zu Gott und dem Nächsten handeln. Ich weiß: Dann baut die Liebe ebene Straßen inmitten mancher Hindernisse und inmitten unübersteigbarer Schluchten.

    Nicht Gericht, sondern Barmherzigkeit

    Johannes sprach viel vom strengen Gericht Gottes. Jesus hat das umgemünzt in seine barmherzige Geste gegen Sünder und daneben Geratene. Der hl. Pfarrer von Ars, betonte wiederholt: Es gibt Menschen, die sagen: “Ich habe zu viel Böses getan, der gute Gott kann mir nicht verzeihen”. Das ist eine große Beleidigung. Dadurch setzt man der Barmherzigkeit Gottes eine Grenze, die sie nicht hat. Sie ist grenzenlos. Unsere Fehler sind Staubkörner vor dem Gebirge der Barmherzigkeit Gottes. Dieser barmherzige Gott treibt uns auch zur Versöhnung mit dem Nächsten, zu Güte und Verständnis.

    Heute feiern wir St. Nikolaus, den Bischof der Armen, der uns die Erfahrung zuruft: Wer verschenkt, dem verdoppelt der Herr die Gabe, die zurückkommt. Am 4. Dezember gedachten wir des seligen Adolf Kolping, der alles dransetzte, um jungen mittellosen Männern Heimat und Berufsausbildung zu ermöglichen, damit sie eine Familie gründen können.

    Umkehren – der Alltag lädt uns in vielen Situationen ein, in neuer Liebe aufzubrechen.

    Pater Bernhard Bossert, 06.12.2015

    http://www.predigtforum.com/index.php?id...9c3fca31a465da6

  • Thema von Blasius im Forum Neues Testament

    Johannes 17,20-26


    Jesu Fürbitte für alle Glaubenden


    20 Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.

    21 Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

    22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,

    23 ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.4

    24 Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.

    25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

    26 Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

    Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

  • Buch Baruch 5,1-9. Datum05.12.2015 16:48
    Thema von Blasius im Forum Altes Testament

    Buch Baruch 5,1-9.




    Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht.

    Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt!

    Denn Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen.

    Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht.

    Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten und sieh deine Kinder:

    Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat.

    Denn zu Fuß zogen sie fort von dir, weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie heim zu dir, ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte.

    Denn Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, so dass Israel unter der Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann.

    Wälder und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß.

    Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.

  • Gott, der einzige Retter - Jes 43,8-13Datum05.12.2015 16:48
    Thema von Blasius im Forum Altes Testament

    Jes 43,8-13



    Gott, der einzige Retter

    8 Bringt das Volk her, das blind ist, obwohl es Augen hat, und taub, obwohl es Ohren hat.

    9 Alle Völker sollen sich versammeln, die Nationen sollen zusammenkommen. Wer von ihnen kündigt dies an und wer kann uns sagen, was früher war? Sie sollen ihre Zeugen stellen, damit sie Recht bekommen, damit man (die Zeugen) hört und sagt: Es ist wahr.

    10 Ihr seid meine Zeugen - Spruch des Herrn - und auch mein Knecht, den ich erwählte, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht, dass ich es bin. Vor mir wurde kein Gott erschaffen und auch nach mir wird es keinen geben.

    11 Ich bin Jahwe, ich, und außer mir gibt es keinen Retter.

    12 Ich habe es selbst angekündet und euch gerettet, ich habe es euch zu Gehör gebracht. Kein fremder (Gott) ist bei euch gewesen. Ihr seid meine Zeugen - Spruch des Herrn. Ich allein bin Gott;

    13 auch künftig werde ich es sein. Niemand kann mir etwas entreißen. Ich handle. Wer kann es rückgängig machen?

    Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher

    Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz Edith Stein (1891-1942)

    Nonne, Karmelitin, Märtyrerin



    "Wir verneigen uns tief vor dem Zeugnis des Lebens und Sterbens von Edith Stein, der herausragenden Tochter Israels und zugleich Tochter des Karmels, Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz, einer Persönlichkeit, die eine dramatische Synthese unseres Jahrhunderts in ihrem reichen Leben vereint. Die Synthese einer Geschichte voller tiefer Wunden, die noch immer schmerzen ... und sogleich die Synthese der vollen Wahrheit über den Menschen, in einem Herzen, das solange unruhig und unerfüllt blieb, bis es schließlich Ruhe fand in Gott" - so Papst Johannes Paul II. bei der Seligsprechung Edith Steins in Köln am l. Mai 1987.

    Wer war diese Frau?

    Als Edith Stein am 12. Oktober 1891 als jüngstes von elf Kindern in Breslau geboren wird, feiert ihre Familie den Yom Kippur, das höchste jüdische Fest, den Versöhnungstag. "Mehr als alles andere hat dies dazu beigetragen, der Mutter ihr jüngstes Kind besonders teuer zu machen." Für die spätere Karmelitin war gerade dieses Datum ihrer Geburt wie eine Verheißung.

    Der Vater, der einen Holzhandel betrieb, starb, als Edith Stein kaum zwei Jahre alt war. Die Mutter, eine sehr fromme, arbeitsame, willensstarke, wahrhaft großartige Frau, hatte, nun allein auf sich gestellt, für die Familie und den großen Betrieb einzustehen. Es gelang der Mutter jedoch nicht, die Kinder in einem lebendigen Glauben zu bewahren. Edith verlor den Glauben an Gott. "Ich habe mir das Beten ganz bewußt und aus freiem Entschluß abgewöhnt." Glänzend besteht sie 1911 das Abitur und beginnt an der Universität Breslau ein "Brotstudium" in Germanistik und Geschichte. Ihr eigentliches Interesse gilt jedoch der Philosophie. Frauenfragen beschäftigen sie. Sie wird Mitglied des "Preußischen Vereins für Frauenstimmrecht." Später schreibt sie: "Als Gymnasiastin und junge Studentin bin ich radikale Frauenrechtlerin gewesen. Dann verlor ich das Interesse an der ganzen Frage. Jetzt suche ich nach rein sachlichen Lösungen."

    1913 geht die Studentin Edith Stein nach Göttingen, um Edmund Husserl zu hören, dessen Schülerin und Assistentin sie wird und bei dem sie auch promovieren wird. Husserl faszinierte damals die philosophisch Interessierten mit einer neuen Sicht von Wirklichkeit: Die wahrgenommene Welt existiert nicht nur kantianisch in der subjektiven Wahrnehmung. Seine Schülerschaft verstand seine Philosophie als Wende zum Objekt. "Zurück zu den Sachen". Husserls Phänomenologie führte - von ihm ungewollt - nicht wenige seiner Schülerinnen und Schüler in den christlichen Glauben. In Göttingen begegnet Edith Stein auch dem Philosophen Max Schüler. Durch ihn wird sie auf den Katholizismus aufmerksam. Sie vergißt jedoch nicht ihr "Brotstudium". Im Januar 1915 besteht sie das Staatsexamen mit Auszeichnung. Das Referendarjahr beginnt sie jedoch nicht.
    "Ich habe jetzt kein eigenes Leben mehr", schreibt sie nach Ausbruch des 1. Weltkrieges. Sie besucht einen Krankenpflegekurs, tut Dienst in einem österreichischen Feldlazarett. Es war eine harte Zeit fiir sie. Sie pflegt die Kranken der Typhusstation, arbeitet in einem Operationssaal, erlebt das Sterben junger Menschen. Nach Auflösung des Lazarettes folgt sie 1916 Husserl als Assistentin nach Freiburg i.Br., wird dort 1917 mit einer Arbeit "Zum Problem der Einfühlung" "summa cum laude" promoviert.

    Um diese Zeit geschieht es, daß sie im Frankfurter Dom sieht, wie eine Frau mit ihrem Marktkorb hereinkommt und zu kurzem Gebet niederkniet. "Das war für mich etwas ganz Neues. In die Synagogen und in die protestantischen Kirchen, die ich besucht hatte, ging man nur zum Gottesdienst. Hier aber kam jemand mitten aus den Marktgeschäften in die menschenleere Kirche wie zu einem vertrauten Gespräch. Das habe ich nie vergessen können." Gegen Schluß ihrer Dissertation hatte sie geschrieben: "Es hat Menschen gegeben, die in einem plötzlichen Wandel ihrer Person das Einwirken göttlicher Gnade zu erfahren meinten." Wie kommt sie zu einer solchen Aussage?

    Edith Stein war sehr befreundet mit Husserls Göttinger Assistent Adolf Reinach und dessen Frau. Dieser fällt im November 1917 in Flandern. Edith fährt nach Göttingen. Die Reinachs waren zum evangelischen Glauben konvertiert. Edith fürchtete sich vor der Begegnung mit der jungen Witwe. Zu ihrem Erstaunen begegnet sie einer Glaubenden. "Es war dies meine erste Begegnung mit dem Kreuz und der göttlichen Kraft, die es seinen Trägern mitteilt ... Es war der Augenblick, in dem mein Unglaube zusammenbrach und Christus aufstrahlte, Christus im Geheimnis des Kreuzes." Später wird sie schreiben: "Was nicht in meinem Plan lag, das hat in Gottes Plan gelegen.

    Lebendiger wird in mir die Glaubensüberzeugung, daß es - von Gott her gesehen - keinen Zufall gibt, daß mein ganzes Leben bis in alle Einzelheiten im Plan der göttlichen Vorsehung vorgezeichnet und vor Gottes allsehendem Auge ein vollendeter Sinnzusammenhang ist."

    Im Herbst 1918 gibt Edith Stein die Assistentenstelle bei Husserl auf. Sie will selbständig arbeiten. Nach ihrer Konversion besucht Edith Stein Husserl zum ersten Mal 1930. Sie spricht mit ihm über ihren Glauben, in dem sie auch ihn gerne wüßte. Dann schreibt sie die erstaunlichen Sätze nieder: "Nach jeder Begegnung, in der mir die Ohnmacht direkter Beeinflussung fühlbar wird, verschärft sich mir die Dringlichkeit des eigenen Holocaustum." Edith Stein wünschte sich eine Habilitation. Dies war damals für eine Frau nicht erreichbar. Husserl in einem Gutachten: "Sollte die akademische Laufbahn für Damen eröffnet werden, so könnte ich sie an allererster Stelle und aufs Wärmste für die Zulassung zur Habilitation empfehlen." Später wird ihre Habilitation daran scheitern, daß sie Jüdin ist.

    Edith Stein ist wieder in Breslau. Sie schreibt an philosophischen Beiträgen zur Begründung der Psychologie und der Geisteswissenschaften, liest aber auch das Neue Testament, Kierkegaard und
    das Exerzitienbüchlein des Ignatius von Loyola. Sie spürt, daß man ein solches Buch nicht einfach lesen kann, sondern tun muß.

    Im Sommer 1921 ist sie für einige Wochen in Bergzabern (Pfalz) auf dem Landgut der Hedwig Conrad-Manlus, einer Husserl-Schülerin. Diese war mit ihrem Mann zum evangelischen Glauben konvertiert. Eines abends greift Edith im Bücherschrank nach der Selbstbiographie der Heiligen Teresia von Avila. Sie liest die ganze Nacht hindurch. "Als ich das Buch schloß, sagte ich mir: Das ist die Wahrheit." Rückblickend auf ihr Leben schreibt sie später: "Meine Sehnsucht nach Wahrheit war ein einziges Gebet."

    Am l. Januar 1922 ließ sich Edith Stein taufen. Es war das Fest der Beschneidung Jesu, der Aufnahme Jesu in den Abrahamsbund. Edith Stein stand am Taufbecken im weißen Hochzeitsmantel der Hedwig Conrad-Manlus, die Taufpatin war. "Ich hatte die Praxis meiner jüdischen Religion als Mädchen von 14 Jahren aufgegeben und fühlte mich erst nach meiner Rückkehr zu Gott wieder jüdisch." Sie wird sich stets dessen bewußt sein, nicht nur geistig, sondern auch blutsmäßig zu Christus zu gehören. Am Fest Maria Lichtmeß, wieder einem Tag mit alttestamentlichem Bezug, wird sie vom Bischof von Speyer in dessen Privatkapelle gefirmt.
    Ihr erster Weg nach ihrer Konversion führte nach Breslau. "Mutter, ich bin katholisch." Beide weinen. Hedwig Conrad-Martius schrieb: "Siehe, zwei Israelitinnen, an denen kein Falsch ist" (vgl. JoYc. l, 47).

    Gleich nach ihrer Konversion strebte Edith Stein in den Karmel. Doch ihre geistlichen Gesprächspartner, Generalvikar Schwind von Speyer und Erich Przywara SJ, hindern sie daran. Im Lyzeum und Lehrerinnenseminar der Dominikanerinnen des Magdalenenklosters in Speyer übernimmt sie bis Ostern 1931 eine Stelle als Lehrerin fiir Deutsch und Geschichte. Hinzu kamen auf Dringen des Erzabtes Raphael Walzer vom Kloster Beuron ausgedehnte Vortragsreisen, vor allem zu Frauenthemen. "In der Zeit unmittelbar vor und noch eine ganze Weile nach meiner Konversion habe ich .... geglaubt, ein religiöses Leben führen heiße, alles Irdische aufzugeben und nur in Gedanken an göttliche Dinge zu leben. Allmählich habe ich aber einsehen gelernt, daß in dieser Welt anderes von uns verlangt wird ... Ich glaube sogar: Je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird, desto mehr muß er auch in diesem Sinn "aus sich herausgehen", d.h. in die Welt hinein, um das göttliche Leben in sie hineinzutragen." Ihre Arbeitsleistung ist enorm. Sie übersetzt die Briefe und Tagebücher Newmans aus dessen vorkatholischer Zeit und die "Quaestiones disputatae de veritate" des Thomas von Aquin, und später in einer sehr freien Übersetzung um des Dialoges mit der modernen Philosophie willen. Erich Przywara SJ dringt sie auch zu eigenen philosophischen Arbeiten. Sie lernt, daß es möglich ist, "Wissenschaft als Gottesdienst zu betreiben ... . Nur darauf habe ich mich entschließen können, wieder ernstlich an wissenschaftliche Arbeiten heranzugehen." Kraft für ihr Leben und Arbeiten findet sie immer wieder im Benediktinerkloster Beuron, wohin sie zu den Hochfesten des Kirchenjahres fährt.

    1931 beendet sie ihre Speyerer Tätigkeit. Sie betreibt wieder Ihre Habilitation in Breslau und Freiburg. Vergebens. "Potenz und Akt", eine Arbeit über Zentralbegriffe des Thomas von Aquin entsteht. Später wird sie diese Studie zu ihrem philosophisch-theologischen Hauptwerk "Endliches und ewiges Sein" umarbeiten, und später im Kölner Karmel. Eine Drucklegung wird aber dann schon nicht mehr möglich sein.

    1932 erhält sie eine Dozentur an eiher katholischen Einrichtung, im Deutschen Institut fiir wissenschaftliche Pädagogik in Münster, wo sie ihre Anthropologie entwickeln kann. Sie weiß Wissenschaft und Glauben miteinander zu verbinden und gemeinsam weiter zu vermitteln. In all ihrem Lehren will sie nur "Werkzeug des Herrn" sein. "Wer zu mir kommt, den möchte ich zu ihm führen."

    1933 wird es Nacht über Deutschland. "Ich hatte ja schon vorher von scharfen Maßnahmen gegen Juden gehört. Aber jetzt ging mir auf einmal ein Licht auf, daß Gott wieder einmal schwer seine Hand auf sein Volk gelegt habe, und daß das Schicksal dieses Volkes auch das meine war." Der Arierparagraph der Nationalsozialisten macht ihr eine Fortführung der Lehrtätigkeit unmöglich. "Wenn es hier nicht mehr geht, so gibt es in Deutschland überhaupt keine Möglichkeit mehr für mich." "Ich war ein Fremdling in der Welt geworden."

    Der Beuroner Erzabt Walzer hindert sie nun nicht mehr, in einen Karmel einzutreten. Schon in ihrer Speyerer Zeit hatte sie die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams abgelegt. 1933 spricht sie bei der Priorin des Kölner Karmels vor. "Nicht die menschliche Tätigkeit kann uns helfen, sondern das Leiden Christi. Daran Anteil zu haben ist mein Verlangen."

    Noch einmal fährt Edith Stein nach Breslau, um Abschied zu nehmen von ihrer Mutter und ihrer Familie. Der letzte Tag, den sie zu Hause verbrachte, war der 12. Oktober, ihr Geburtstag, zugleich der Abschluß des Laubhüttenfestes. Edith begleitete die Mutter in die Synagoge. Für beide Frauen war es ein schwerer Tag. "Warum hast du es (das Christentum) kennengelernt? Ich will nichts gegen ihn sagen. Er mag ein sehr guter Mensch gewesen sein. Aber warum hat er sich zu Gott gemacht?" Die Mutter weint. Am anderen Morgen sitzt Edith im Zug nach Köln. "Es konnte keine stürmische Freude aufkommen. Dazu war das zu schrecklich, was hinter mir lag. Aber ich war tief beruhigt - im Hafen des göttlichen Willens. " Jede Woche wird sie nun ihrer Mutter einen Brief schreiben. Die Antworten blieben aus. Ihre Schwester Rosa berichtet von daheim.

    Am 14. Oktober tritt Edith in den Kölner Karmel ein. Am 15. April 1934 ist das Fest ihrer Einkleidung. Der Erzabt von Beuron feiert die Messe. Edith Stein trägt fortan den Namen Schwester Teresia Benedicta a Cruce, die vom Kreuz Gesegnete. 1938 schreibt sie: "Unter dem Kreuz verstand ich das Schicksal des Volkes Gottes, das sich damals (1933) schon anzukündigen begann. Ich dachte, die es verstünden, daß es das Kreuz Christi sei, die müßten es im Namen aller auf sich nehmen. Gewiß weiß ich heute mehr davon, was es heißt, dem Herrn im Zeichen des Kreuzes vermählt zu sein. Begreifen freilich wird man es niemals, weil es ein Geheimnis ist." Am 21. April 1935 legt sie die zeitlichen Gelübde ab. Am 14. September 1936, zur Zeit der Gelübdeerneuerung, stirbt in Breslau ihre Mutter. "Meine Mutter hat bis zuletzt an ihrem Glauben festgehalten. Aber weil ihr Glaube und das feste Vertrauen auf ihren Gott ... das Letzte war, was noch in ihrem schweren Todeskampf lebendig blieb, darum habe ich die Zuversicht, daß sie einen sehr gnädigen Richter gefunden hat und jetzt meine treueste Helferin ist, damit auch ich ans Ziel komme."

    Auf das Andachtsbildchen zu ihrer ewigen Profeß am 21. April 1938 1äßt sie das Wort des Heiligen Johannes vom Kreuz, dem sie ihr letztes Werk widmen wird, drucken: "Mein einziger Beruf ist fortan nur mehr lieben."

    Edith Steins Weg in den Karmel war keine Flucht. "Wer in den Karmel geht, ist für die Seinen nicht verloren, sondern erst eigentlich gewonnen; denn es ist ja unser Beruf, fur alle vor Gott zu stehen." Vor allem stand sie für ihr Volk vor Gott. "Ich muß immer wieder an die Königin Ester denken, die gerade darum aus ihrem Volk genommen wurde, um für das Volk vor dem König zu stehen. Ich bin eine sehr arme und ohnmächtige kleine Ester, aber der König, der mich erwählt, ist unendlich groß und barmherzig. Das ist ein großer Trost" (31.10.1938).

    Am 9. November 1938 wird der Judenhaß der Nationalsozialisten vor aller Welt öffentlich. Synagogen brennen. Jüdische Menschen sind dem Terror ausgeliefert. Die Priorin des Kölner Karmels ist bemüht, Schwester Teresia Benedicta a Cruce ins Ausland zu bringen. In der Silvesternacht 1938 wird sie über die Grenze zu den Niederlanden in den Karmel nach Echt im Limburgischen gebracht. Dort schreibt sie am 9. Juni 1939 ihr Testament: "Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter seinen heiligsten Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, daß er mein Leben und Sterben annehmen machte ..., damit der Herr von den Seinen angenommen werde und sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt..."

    Schon im Kölner Karmel hatte man Edith Stein gestattet, wieder wissenschaftlich zu arbeiten. U.a. schrieb sie dort "Aus dem Leben einer jüdischen Familie" (ihrer eigenen). "Ich mochte schlicht berichten, was ich als jüdisches Menschentum erfahren habe." Gegenüber "der Jugend, die heute von frühester Kindheit an zum Rassenhaß erzogen wird ..., haben wir, die wir im Judentum groß geworden sind, die Pflicht, Zeugnis abzulegen."

    In Echt wird Edith Stein nun in großer Eile ihre Studie über "den Kirchenlehrer der Mystik und Vater der Karmeliten Johannes vom Kreuz zum 400. Jahrestag seiner Geburt 1542-1942" schreiben. 1941 schrieb sie an eine befreundete Ordensfrau: "Eine scientia crucis (Kreuzeswissenschaft) kann man nur gewinnen, wenn man das Kreuz gründlich zu spüren bekommt. Davon war ich vom ersten Augenblick an überzeugt und habe von Herzen: Ave, Crux, Spes unica (Sei gegrüßt, Kreuz, unsere einzige HofFnung) gesagt." Ihre Studie über den Heiligen Johannes vom Kreuz ist überschrieben: "Kreuzeswissenschaft."

    Am 2. August 1942 kommt die Gestapo. Edith Stein ist mit den anderen Schwestern in der Kapelle. Innerhalb von fünf Minuten soll sie sich stellen, zusammen mit ihrer Schwester Rosa, die nun auch konvertiert ist und im Echter Karmel Dienst tut. Das letzte Wort, was man in Echt von ihr hört, ist zu Rosa gesprochen: "Komm, wir gehen für unser Volk."

    Mit vielen anderen Judenchristen werden die beiden in das Sammellager Amersfort, wenig später nach Westerbork gebracht. Es war ein Vergeltungsschlag fur das Protestschreiben der niederländischen katholischen Bischöfe gegen die Pogrome und Judendeportationen. "Das Menschen so sein können, habe ich nicht gewußt, und das meine Schwestern und Brüder so leiden müssen, das habe ich wahrhaftig auch nicht gewußt ... Jede Stunde bete ich für sie. Ob Gott mein Gebet hört? Ihre Klage hört er ganz gewiß." Prof. Jan Nota, ihr verbunden, schreibt später: "Sie ist für mich in einer Welt der Abwesenheit Gottes eine Zeugin der Anwesenheit Gottes. "

    In der Frühe des 7. August beginnt der Abtransport von 987 Juden nach Auschwitz. Es war wohl der 9. August, an dem Schwester Teresia Benedicta a Cruce zusammen mit ihrer Schwester Rosa und vielen anderen ihres Volkes in Auschwitz vergast wurden.

    Mit ihrer Seligsprechung am 1. Mai 1987 in Köln ehrte die Kirche nach den Worten Papst Johannes Paul II. "eine Tochter Israels, die während der nationalsozialistischen Verfolgung als Katholikin dem gekreuzigten Herrn Jesus Christus und als Jüdin ihrem Volk in Treue und Liebe verbunden geblieben ist."


    http://www.vatican.va/news_services/litu...h_stein_ge.html

  • Thema von Blasius im Forum Katechese

    AKTUELLE MELDUNG
    11.04.2015 - Nr. 011


    Misericordiae vultus – Verkündigungsbulle des Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit

    Franziskus, Bischof von Rom, Diener der Diener Gottes, erbittet allen Lesern dieses Schreibens Gnade, Barmherzigkeit und Frieden


    1. Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters. Das Geheimnis des christlichen Glaubens scheint in diesem Satz auf den Punkt gebracht zu sein. In Jesus von Nazareth ist die Barmherzigkeit des Vaters lebendig und sichtbar geworden und hat ihren Höhepunkt gefunden. Der Vater, der „voll des Erbarmens“ ist (Eph 2,4), der sich Mose als „barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue“ (Ex 34,6) offenbart hatte, hat nie aufgehört auf verschiedene Weise und zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte seine göttliche Natur mitzuteilen. Als aber die „Zeit erfüllt war“ (Gal 4,4), sandte Er, seinem Heilsplan entsprechend, seinen Sohn, geboren von der Jungfrau Maria, um uns auf endgültige Weise seine Liebe zu offenbaren. Wer Ihn sieht, sieht den Vater (vgl. Joh 14,9). Jesus von Nazareth ist es, der durch seine Worte und Werke und durch sein ganzes Dasein (1) die Barmherzigkeit Gottes offenbart.

    2. Dieses Geheimnis der Barmherzigkeit gilt es stets neu zu betrachten. Es ist Quelle der Freude, der Gelassenheit und des Friedens. Es ist Bedingung unseres Heils. Barmherzigkeit – in diesem Wort offenbart sich das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Barmherzigkeit ist der letzte und endgültige Akt, mit dem Gott uns entgegentritt. Barmherzigkeit ist das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht und den Blick bestimmt, wenn er aufrichtig auf den Bruder und die Schwester schaut, die ihm auf dem Weg des Lebens begegnen. Barmherzigkeit ist der Weg, der Gott und Mensch vereinigt, denn sie öffnet das Herz für die Hoffnung, dass wir, trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld, für immer geliebt sind.

    3. Es gibt Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten und dabei selbst zum wirkungsvollen Zeichen des Handelns des Vaters zu werden. Genau darum habe ich ein außerordentliches Jubiläum der Barmherzigkeit ausgerufen. Es soll eine Zeit der Gnade für die Kirche sein und helfen, das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen.

    Das Heilige Jahr wird am 8. Dezember 2015, dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, eröffnet. Dieses liturgische Fest weist darauf hin, wie Gott seit Anbeginn unserer Geschichte gehandelt hat. Nach dem Sündenfall Adams und Evas wollte Gott die Menschheit nicht alleine lassen und dem Bösen überlassen. Darum wollte und erwählte er Maria, heilig und untadelig in der Liebe (vgl. Eph 1,4), um sie zur Mutter des Erlösers des Menschen zu machen. Auf die Schwere der Sünde antwortet Gott mit der Fülle der Vergebung. Die Barmherzigkeit übersteigt stets das Maß der Sünde, und niemand kann der verzeihenden Liebe Gottes Grenzen setzen. Am Festtag der Unbefleckten Empfängnis Mariens werde ich die Freude haben, die Heilige Pforte zu öffnen. Sie wird eine Pforte der Barmherzigkeit sein, und wer durch diese Pforte hindurchschreitet, kann die tröstende Liebe Gottes erfahren, welcher vergibt und Hoffnung schenkt.

    Am darauffolgenden Sonntag, dem 3. Advent, wird die Heilige Pforte in der Bischofskirche von Rom, der Basilika Sankt Johannes im Lateran, geöffnet. Nach und nach folgen die anderen Papstbasiliken in Rom. Für den gleichen Sonntag lege ich fest, dass in allen Teilkirchen entweder in der Bischofskirche, die die Mutter aller Kirchen im Bistum ist, oder in der Konkathedrale oder in einer anderen Kirche mit herausragender Bedeutung für die Dauer des Heiligen Jahres ebenfalls eine Pforte der Barmherzigkeit geöffnet werde. Es liegt in der Entscheidung des Ortsbischofs, ob auch in Wallfahrtsheiligtümern, zu denen viele Pilger kommen, eine solche Pforte geöffnet wird. An diesen heiligen Orten machen ja tatsächlich viele Pilger die Erfahrung der Gnade, die sie im Herzen trifft und zur Umkehr führt. Jede Teilkirche ist also direkt in dieses Heilige Jahr einbezogen und möge es als einen Moment außerordentlicher Gnade und spiritueller Erneuerung leben. Dieses Jubiläum wird daher in Rom gefeiert wie in den Teilkirchen und wird damit zum sichtbaren Zeichen der Gemeinschaft der ganzen Kirche.

    Auszug, Zitat aus:
    Hinweise:

    Die Verkündigungsbulle des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit ist untenstehend auch als pdf-Datei abrufbar.
    Weitere Informationen über das Heilige Jahr im Dossier.

    http://www.dbk.de/presse/details/?suchbe...7bad7429f57776d

  • Evangelium nach Lukas 10,21-24. Datum01.12.2015 10:31
    Thema von Blasius im Forum Neues Testament


    Evangelium nach Lukas 10,21-24.




    In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

    Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

    Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.

    Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

  • Buch Jesaja 11,1-10. Datum01.12.2015 10:29
    Thema von Blasius im Forum Altes Testament


    Buch Jesaja 11,1-10.



    Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.

    Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.

    [Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.] Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,

    sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes.

    Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib.

    Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten.

    Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.

    Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.

    Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.
    d es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen; die Völker suchen ihn auf; sein Wohnsitz ist prächtig.

  • Thema von Blasius im Forum Katechese

    Papst Franziskus \ Reisen
    Im Wortlaut: Papst in der Moschee in Bangui

    Starke Sicherheitsvorkehrungen in Bangui - ANSA
    30/11/2015 08:00

    In Bangui besuchte Papst Franziskus am Montag, 30. November, die Moschee von Koudoukou in Bangui und hielt eine Rede vor der muslimischen Gemeinde, die wir hier im Wortlaut dokumentieren.

    Liebe Freunde, muslimische Verantwortungsträger und Gläubige,
    es ist mir eine große Freude, Sie zu treffen und Ihnen meine Dankbarkeit für Ihren herzlichen Empfang auszudrücken. Ich danke im Besonderen dem Imam Tidiani Moussa Naibi für seine freundlichen Worte, mit denen er mich willkommen geheißen hat. Mein Pastoralbesuch in der Zentralafrikanischen Republik wäre nicht vollständig, wenn er nicht auch diese Begegnung mit der muslimischen Gemeinde einschließen würde.
    Wir Christen und Muslime sind Geschwister. Wir müssen uns also als solche betrachten und uns als solche verhalten. Wir wissen sehr wohl, dass die letzten Ereignisse und Gewalttaten, die Ihr Land erschüttern haben, nicht auf wirklich religiösen Motiven beruhten. Wer behauptet, an Gott zu glauben, muss auch ein Mensch des Friedens sein. Christen, Muslime und Anhänger der traditionellen Religionen haben über viele Jahre hin friedlich zusammengelebt. Wir müssen also vereint bleiben, damit jedes Tun aufhört, welches auf der einen und der anderen Seite das Angesicht Gottes entstellt und im Grunde das Ziel verfolgt, mit allen Mitteln persönliche Interessen auf Kosten des Gemeinwohls zu verteidigen. Sagen wir gemeinsam „nein“ zum Hass, zur Rache, zur Gewalt, besonders zu jener, die im Namen einer Religion oder im Namen Gottes verübt wird! Gott ist Friede, salam.
    In diesen dramatischen Zeiten haben die christlichen und muslimischen religiösen Verantwortungsträger versucht, den Herausforderungen des Momentes die Stirn zu bieten.

    Sie haben eine bedeutende Rolle bei der Wiederherstellung von Eintracht und Brüderlichkeit unter allen gespielt. Ich möchte ihnen meinen Dank und meine Wertschätzung versichern. Und wir können auch die vielen Gesten der Solidarität erwähnen, die Christen und Muslime – in Ihrem Land, aber ebenso in anderen Teilen der Welt – gegenüber ihren Landsleuten eines anderen religiösen Bekenntnisses zeigten, indem sie sie im Laufe dieser letzten Krise aufnahmen und verteidigten.
    Man kann nur hoffen, dass die kommenden nationalen Konsultationen dem Land Verantwortungsträger geben, die es verstehen, die Zentralafrikaner zu einen, und so Symbole der Einheit der Nation werden anstatt die Vertreter einer Gruppierung zu sein. Ich ermutige Sie von Herzen, aus Ihrem Land ein einladendes Haus für alle seine Söhne und Töchter zu machen, ohne Unterscheidung der Ethnie, der politischen Zugehörigkeit oder des religiösen Bekenntnisses. Dann kann die im Herzen Afrikas gelegene Zentralafrikanische Republik dank der Zusammenarbeit aller ihrer Söhne und Töchter dem gesamten Kontinent einen Impuls in diesem Sinne geben. Sie wird ihn positiv beeinflussen und dazu beitragen können, die Spannungsherde auszulöschen, die es dort gibt und die die Afrikaner daran hindern, von der Entwicklung zu profitieren, die sie verdienen und auf die sie ein Anrecht haben.
    Liebe Freunde, ich lade Sie ein, für die Versöhnung, die Brüderlichkeit und die Solidarität unter allen zu arbeiten, ohne die Menschen zu vergessen, die am meisten unter diesen Ereignissen gelitten haben.

    Gott segne und beschütze Sie!
    (rv 30.11.2915 gs)

    http://de.radiovaticana.va/news/2015/11/..._bangui/1190616

  • Thema von Blasius im Forum Katechese

    vor der UNO 14/10/2015 16:08




    Papstpredigt im Stadion von Bangui


    Papst Franziskus letzter Afrikatermin:

    Die Messe im Stadion von Bangui - AFP


    30/11/2015 10:07
    Wir halten hier die Papstpredigt im Wortlaut im Stadion
    in der Barthélémy Boganda (Bangui, Zentralafrikanische Republik)

    vom 30. November 2015 fest.

    Beim Hören der ersten Lesung können wir erstaunt sein über die Begeisterung und den missionarischen Schwung, die der Apostel Paulus in sich hat. „Wie sind die Freudenboten willkommen, die Gutes verkündigen!“ (Röm 10,15). Es ist für uns eine Einladung, Dank zu sagen für das Geschenk des Glaubens, das wir von diesen Boten empfangen haben, die ihn uns überbrachten. Es ist auch eine Einladung, über das missionarische Werk zu staunen, das vor gar nicht langer Zeit zum ersten Mal die Freude des Evangeliums in dieses geschätzte Land Zentralafrika gebracht hat. Es ist gut – vor allem, wenn die Zeiten schwierig sind, wenn es nicht an Prüfungen und Leiden fehlt, wenn die Zukunft unsicher ist, man sich müde fühlt und fürchtet, es nicht schaffen zu können – dann ist es gut, sich um den Herrn zu versammeln, wie wir es heute tun, um uns an seiner Gegenwart zu erfreuen, an dem neuen Leben und an dem Heil, das er uns vorschlägt wie ein anderes Ufer, dem wir zustreben müssen.

    Dieses andere Ufer ist gewiss das ewige Leben, der Himmel, wo wir erwartet werden. Dieser auf die zukünftige Welt gerichtete Blick hat immer den Mut der Christen, der Ärmsten, der Geringsten auf ihrer irdischen Pilgerschaft unterstützt. Dieses ewige Leben ist keine Illusion, keine Weltflucht; es ist eine mächtige Wirklichkeit, die uns ruft und die uns zur Ausdauer im Glauben und in der Liebe verpflichtet.

    Aber das unmittelbarere andere Ufer, das wir zu erreichen suchen, dieses Heil, das uns der Glaube verschafft und von dem der heilige Paulus spricht, ist eine Wirklichkeit, die schon unser gegenwärtiges Leben und die Welt, in der wir leben, verwandelt: „Wer aus tiefstem Herzen glaubt, wird gerecht“ (vgl. Röm 10,10). Er nimmt das Leben Christi selbst auf, das ihn befähigt, Gott und die Mitmenschen in einer neuen Weise zu lieben, so dass er eine von der Liebe erneuerte Welt erstehen lässt.

    Danken wir dem Herrn für seine Gegenwart und für die Kraft, die er uns im Alltag unseres Lebens gibt, wenn wir physisches oder moralisches Leiden, Kummer und Trauer erfahren; danken wir ihm für die Taten der Solidarität und der Großherzigkeit, zu denen er uns befähigt; für die Freude und die Liebe, die er in unseren Familien, in unseren Gemeinschaften aufleuchten lässt, manchmal trotz des Elends, der Gewalt, die uns umgibt, oder der Angst vor dem nächsten Tag; danken wir ihm für den Mut, den er unserer Seele einflößt, Bande der Freundschaft zu knüpfen, in Dialog zu treten mit denen, die nicht sind wie wir, denen zu vergeben, die uns Böses angetan haben, uns beim Aufbau einer gerechteren und geschwisterlicheren Gesellschaft zu engagieren, wo niemand verlassen wird. Bei all dem nimmt der auferstandene Christus uns an die Hand und führt uns, ihm zu folgen. Und ich möchte gemeinsam mit euch dem Herrn der Barmherzigkeit danken für all das, was er euch an Schönem, Großherzigem und Mutigem in euren Familien und in euren Gemeinschaften hat vollbringen lassen während der Ereignisse, die in eurem Land seit vielen Jahren geschehen sind.

    Doch es ist auch wahr, dass wir noch nicht ans Ziel gelangt sind. Wir befinden uns gleichsam mitten auf dem Fluss und müssen uns mutig entscheiden, in einem erneuten missionarischen Engagement, ans andere Ufer hinüber zu rudern. Jeder Getaufte muss fortwährend mit dem brechen, was noch vom alten Menschen in ihm ist, von dem sündigen Menschen, der stets bereit ist, beim Lockruf des Satans wieder aufzuwachen – und wie sehr handelt dieser in unserer Welt und in diesen Zeiten der Konflikte, des Hasses und des Krieges! –, beim Lockruf des Satans, der ihn zum Egoismus führen will, zur Nabelschau und zum Misstrauen, zur Gewalt und zur Zerstörungswut, zur Rache, zur Vernachlässigung und Ausbeutung der Schwächsten…

    Wir wissen auch, einen wie weiten Weg unsere christlichen Gemeinschaften, die ja zur Heiligkeit berufen sind, noch zurücklegen müssen. Sicher müssen wir alle den Herrn um Vergebung bitten für die zu vielen Widerstände und für die Trägheit, Zeugnis für das Evangelium zu geben. Möge das in eurem Land eben begonnene Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit die Gelegenheit dafür sein. Und ihr, liebe Zentralafrikaner, müsst vor allem auf die Zukunft blicken und euch, gestärkt durch den bereits zurückgelegten Weg, energisch entschließen, eine neue Etappe in der christlichen Geschichte eures Landes zu verwirklichen, zu neuen Horizonten vorzupreschen, weiter hinaus zu rudern, in tiefe Wasser. Der Apostel Andreas und sein Bruder Petrus haben nicht einen Augenblick gezögert, auf den Ruf Jesu hin alles zu verlassen, um ihm zu folgen: „Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm" (Mt 4,20). Auch hier staunen wir über so viel Begeisterung bei den Aposteln, so sehr zieht Christus sie an, so sehr spüren sie, dass sie mit ihm alles unternehmen und alles wagen können.

    Nun kann jeder sich in seinem Herzen die so wichtige Frage nach seiner persönlichen Beziehung zu Jesus stellen, überprüfen, was er bereits angenommen – oder auch verweigert – hat, um auf seinen Ruf in die engere Nachfolge zu antworten. Der Ruf der Boten klingt uns mehr denn je in den Ohren, gerade wenn die Zeiten hart sind – jener Ruf, der „in der ganzen Welt zu hören [ist], bis an die Enden der Erde“ (Röm 10,18; vgl. Ps 19,5). Und er ertönt hier heute in diesem Land Zentralafrika; er ertönt in unseren Herzen, in unseren Familien, in unseren Pfarreien, wo immer wir leben, und er lädt uns ein zur Ausdauer in der Begeisterung für die Mission – eine Mission, die neue Boten braucht, noch zahlreicher, noch großherziger, noch fröhlicher, noch heiliger. Und wir alle sind berufen – jeder Einzelne –, dieser Bote zu sein, den unser Bruder oder unsere Schwester, gleich welcher Ethnie, Religion oder Kultur, erwartet, oft ohne es zu wissen. In der Tat, wie kann dieser Bruder oder diese Schwester an Christus glauben – fragt sich der heilige Paulus – wenn das Wort Gottes nicht gehört, noch verkündet wird?

    Auch wir müssen nach dem Beispiel des Apostels voller Hoffnung und Begeisterung für die Zukunft sein. Das andere Ufer ist zum Greifen nahe, und Jesus überquert den Fluss mit uns. Er ist von den Toten auferstanden; seither sind die Prüfungen und die Leiden, die wir erleben, immer Gelegenheiten, die einer neuen Zukunft die Türen öffnen, wenn wir akzeptieren, uns an seine Person zu binden. Christen von Zentralafrika, jeder von euch ist berufen, mit der Ausdauer seines Glaubens und mit seinem missionarischen Einsatz ein „Handwerker“ und Gestalter der menschlichen und geistlichen Erneuerung eures Landes zu sein.

    Die Jungfrau Maria, die jetzt, nachdem sie die Passion ihres Sohnes mit ihm durchlitten hat, an seiner vollkommenen Freude Anteil nimmt, beschütze und ermutige euch auf diesem Weg der Hoffnung. Amen

    (rv 30.11.2015 no)


    http://de.radiovaticana.va/news/2015/11/..._bangui/1190609

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher

    Montag, 30 November 2015



    Hl. Andreas

    Apostel


    Andreas stammte aus Betsaida und war Fischer. Er war zuerst Jünger Johannes‘ des Täufers, trat dann, als er das Zeugnis des Täufers über Jesus, „das Lamm Gottes“, hörte, in dessen Gefolgschaft über (Joh 1, 35-40) und gehörte zur Gruppe der Zwölf. Er gewann auch seinen Bruder Petrus für Jesus (Joh 1, 40-42).

    Er trat bei der Speisung der Fünftausend hervor (Joh 6, 8-9), und an ihn wandten sich die Griechen, die nach dem Einzug in Jerusalem mit Jesus sprechen wollten (Joh 12, 23). Später hat Andreas, der Überlieferung zufolge, am Schwarzen Meer und in Griechenland das Evangelium gepredigt und ist in Patras in Achaia den Martertod am Kreuz gestorben.

    http://www.erzabtei-beuron.de/schott/proprium/November30.htm


    Hl. Andreas,Namenstag ist der 30. November, liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Altes Testament

    1. Adventssonntag

    Buch Jeremia 33,14-16.

    Seht, es werden Tage kommen - Spruch des Herrn -, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe.

    In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Er wird für Recht und Gerechtigkeit sorgen im Land.

    In jenen Tagen wird Juda gerettet werden, Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Jahwe ist unsere Gerechtigkeit.

  • Thema von Blasius im Forum Altes Testament

    Psalm 22




    Gottverlassenheit und Heilsgewissheit

    1 [Für den Chormeister. Nach der Weise «Hinde der Morgenröte».

    Ein Psalm Davids.]

    2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage? 3 Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe. 4 Aber du bist heilig, du thronst über dem Lobpreis Israels. 5 Dir haben unsre Väter vertraut, sie haben vertraut und du hast sie gerettet. 6 Zu dir riefen sie und wurden befreit, dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. 7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet. 8 Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: 9 «Er wälze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien! Der reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat.»1 10 Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, mich barg an der Brust der Mutter. 11 Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, vom Mutterleib an bist du mein Gott. 12 Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe und niemand ist da, der hilft. 13 Viele Stiere umgeben mich, Büffel von Baschan umringen mich. 14 Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reißende, brüllende Löwen. 15 Ich bin hingeschüttet wie Wasser, gelöst haben sich all meine Glieder. Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen. 16 Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen, du legst mich in den Staub des Todes.2 17 Viele Hunde umlagern mich, eine Rotte von Bösen umkreist mich. Sie durchbohren mir Hände und Füße.3 18 Man kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und weiden sich an mir. 19 Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand. 20 Du aber, Herr, halte dich nicht fern! Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe! 21 Entreiße mein Leben dem Schwert, mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde! 22 Rette mich vor dem Rachen des Löwen, vor den Hörnern der Büffel rette mich Armen!4 23 Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen. 24 Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn, ihr alle vom Stamm Jakobs, rühmt ihn; erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels! 25 Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; er hat auf sein Schreien gehört. 26 Deine Treue preise ich in großer Gemeinde; ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten. 27 Die Armen sollen essen und sich sättigen; den Herrn sollen preisen, die ihn suchen. Aufleben soll euer Herz für immer. 28 Alle Enden der Erde sollen daran denken und werden umkehren zum Herrn: Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.5 29 Denn der Herr regiert als König; er herrscht über die Völker. 30 Vor ihm allein sollen niederfallen die Mächtigen der Erde, vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen. [Meine Seele, sie lebt für ihn;6 31 mein Stamm wird ihm dienen.] Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen, 32 seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk; denn er hat das Werk getan.

    Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

  • Thema von Blasius im Forum Neues Testament

    1.Korinther 12




    Der eine Leib und die vielen Glieder

    12 Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. 13 Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. 14 Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. 15 Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. 16 Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. 17 Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn? 18 Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. 19 Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib? 20 So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib. 21 Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen. Der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. 22 Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich. 23 Denen, die wir für weniger edel ansehen, erweisen wir umso mehr Ehre und unseren weniger anständigen Gliedern begegnen wir mit mehr Anstand, 24 während die anständigen das nicht nötig haben. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem geringsten Glied mehr Ehre zukommen ließ, 25 damit im Leib kein Zwiespalt entstehe, sondern alle Glieder einträchtig füreinander sorgen. 26 Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm. 27 Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm. 28 So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede. 29 Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun? 30 Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?

    Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

  • Thema von Blasius im Forum Hochfeste Christi

    Hochfest Christkönig - letzter Sonntag im Jahreskreis 2015

    Das Wort vom „Königtum Christi“ spricht für den heutigen Menschen nur ungenügend die gemeinte Wirklichkeit aus. Gemeint ist der absolute Vorrang Christi, des ewigen Sohnes, in der ganzen Schöpfung. Alles wurde durch ihn geschaffen, er ist die Kraft, die in allem wirkt, das Herz und die Mitte der geschaffenen Wirklichkeit. Für den Menschen ist dieses Königtum Christi nicht eine Art Naturgesetz; es ist vielmehr, durch die Menschwerdung, das Sterben und die Auferstehung Jesu hindurch, die Offenbarung des Königtums Gottes, seiner rettenden und fordernden Hinwendung zum Menschen und seiner Welt.

    Wie eine Rangordnung der Werte, so gibt es eine Rangordnung der Wahrheiten: von der unfruchtbaren Wahrheit des Geschwätzes bis zur bewegenden, umstürzenden Wahrheit der großen Rede. Und jenseits aller Rangordnungen gibt es die Wahrheit, die mehr ist als die Summe aller Wahrheiten. Sie ist größer als wir, wir können nur an ihr teilhaben, indem wir in sie eintreten; sie ist der Raum der größeren Wirklichkeit, sie macht uns frei. Es ist die Wahrheit Gottes, die Helle seiner Heiligkeit, die Macht seiner Treue. Die Wahrheit ist sichtbar erschienen: das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

    Wir hören „König“ und denken an Macht und Glanz auf der einen, gehorsame Unterwerfung auf der anderen Seite. In dieser Sprache wird auch im Alten Testament das Königtum Gottes dargestellt. Durch Jesus Christus haben wir gelernt, zwischen Bild und gemeinter Wirklichkeit zu unterscheiden. Er ist ein König, der misshandelt und ans Kreuz geschlagen wird, damals und immer. Er ist König nicht trotzdem, sondern gerade durch das Kreuz: durch seine Opferhingabe für die Vielen. Durch ihn haben wir die Versöhnung, die Freiheit, den Frieden.



    http://www.erzabtei-beuron.de/schott/her...igssonntagA.htm

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