Verschiebe deine Buße nicht bis zum Ende des Lebens
Bekehre, Sünder, dich behende,
Die Zeit eilt ohne Wiederkehr.
Verlief sie aber bis zum Ende,
Ist für dich keine Rettung mehr.
1. Höchst albern ist, wer eine geringe Last nicht tragen, sondern lieber warten will, bis sie schwerer, er selbst aber schwächer geworden ist. Dieser Tor bist du, der du in jüngeren Jahren dich weigerst, die Bürde der Buße zu tragen, so lange sie leicht und gering ist, sondern damit bis in dein Greisenalter zögerst, wo diese Bürde zu einer ungeheuren Last erwachsen ist, deine Kräfte aber abgenommen haben, und du es nicht mehr vermagst, sie zu tragen. Denn je länger du zögerst, umso mehr nimmt die Last deiner Sünden zu, da eine Sünde, die nicht durch die Buße getilgt wurde, durch ihr eigenes Gewicht andere nach sich zieht.
2. Wer seine ganze Lebenszeit dazu nutzt, und weder Fleiß noch Unkosten scheut, ein Haus zu erbauen, in dem er nicht wohnen möchte, und dagegen das Haus zu zerstören, wo er seinen beständigen Wohnsitz aufschlagen will, der wird mit Recht ein wahnsinniger Narr genannt. So einer aber bist du, der du mit deiner Bekehrung gezögert hast und bis zu deinem Tod eine Wohnung in der Hölle dir erbaust, wo du doch nicht wohnen willst, und dagegen durch deine Laster die Wohnung zerstörst, die du durch deine Bekehrung im Himmel erlangt hättest. Höre und beherzige die Worte des Propheten: "Wer unter euch hält es aus neben dem verzehrenden Feuer, wer von uns hält es aus neben der ewigen Glut?" (Jesaja 33,14b)
3. Je länger ein Schuldner säumt, der eine bedeutende Summe auf Zinsen erhielt, diese Zinsen abzutragen, umso größer werden diese Zinsen samt der Summe. Fällt es ihm nun schon am Anfang schwer, seine Verpflichtungen zu erfüllen, so wird er am Ende außer Stande sein, zu erstatten. Dieser Schuldner bist du, säumiger Sünder. Je länger du in der Sünde verweilst, umso größer werden die Zinsen deiner Schuld, und umso schwerer wird deine Verdammnis. Deine Hoffnung in deiner Unbußfertigkeit ist Vermessenheit. Zittere, dass du, indes du Barmherzigkeit erwartest, dem Gericht anheimfällst. Jesus Sirach 5,7: "Zögere nicht, dich zu ihm zu bekehren, verschiebe es nicht Tag um Tag. Denn sein Zorn bricht plötzlich aus, zur Zeit der Vergeltung wirst du dahingerafft."
Der heilige Sabas, Einsiedler-Abt und Bekenner von Judäa, + 5.12.532 - Fest: 5. Dezember Sabas wurde 439 zu Mutalaska, einem Flecken in Kappadozien, von wohlhabenden Eltern geboren, und im fünften Lebensjahr seinem Vetter Hermias übergeben, weil die Eltern Geschäfte halber sich auf einige Jahre auf Reisen begeben mussten.
Gebet am 5. Dezember
Von dir, barmherzige Jungfrau, gilt das Wort der Heiligen Schrift: "Sie kommt denen zuvor, die nach ihr Verlangen." Lass es wahr werden dies herrliche Wort an mir Armen! Ja sieh mit zarter Liebe auf mich herab, auf uns alle, die wir noch, mit dem Gewand des irdischen Leibes umkleidet, auf Erden pilgern und gegen Welt, Fleisch und Satan zu kämpfen haben. Sei du unser Stab, unsere Stütze, damit wir im harten Kampf den erwünschten Sieg davon tragen und einst bei dir mit der Krone der Seligkeit beschenkt werden durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Sabas
Wir bitten dich, o Gott, verleihe uns auf die Fürbitte des heiligen Sabas Gelassenheit und Geduld gegenüber Fehlenden und Beleidigern, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zu Gott
O Gott, der Du uns Hirten gegeben hast, die über unser Seelenheil wachen, verleihe uns, dass wir ihnen die Erfüllung ihrer schweren Pflichten durch Hochachtung, Liebe und Gehorsam erleichtern, damit sie ihr Amt zu Deiner Ehre und unserem Heil verwalten, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
An diesem Tag wurde zu Rom im Jahr 1584 vom Papst Gregor XIII. die Haupt-Kongregation oder Sodalität unter dem Titel der Kongregation der Verkündigung Mariä errichtet, von der andere dergleichen Sodalitäten in der katholischen Kirche ihren Ursprung haben.
1. Der Schall einer furchtbaren Posaune dröhnt heute in der ganzen Kirche Gottes und verkündet uns das Jüngste Gericht des Herrn. Wer auf den Schall dieser Posaune nicht erwacht, der schläft nicht, er ist tot. Was wird uns je erwecken, wenn nicht die Schrecknisse dieses Gerichts, nach dem die Gerechten jubelnd in die ewigen Freuden des Himmels einziehen, die Verworfenen aber mit Satan und seinen Engeln in das ewige Feuer verstoßen werden? Ist aber vielleicht diese Erschütterung des ganzen Himmels, die Verfinsterung der Sonne und der Fall der Sterne noch fern, so ist dagegen die Erschütterung unseres Körpers, die Verfinsterung der Sterne unserer Augen, die gewaltsame Trennung unserer Seele von unserem Leib uns sehr nahe, worauf das Gericht erfolgt, das über unsere Ewigkeit entscheidet.
2. Dies ist jener große Tag des Herrn, der nun nicht mehr in der Demut des Stalles, sondern mit großer Glorie und Majestät auf den Wolken des Himmels und von allen seinen Engeln umgeben erscheint, alle Völker der Erde zu richten. Es ist der Tag der großen Wiedergeburt der Welt, wo der Schall der Posaune in die Gräber dringt und alle Toten zur Auferstehung erweckt. Aber was für ein Unterschied zwischen den Erstandenen! Glänzen werden die Gerechten gleich Sonnen und in großer Sicherheit stehen, indes die Verworfenen gleich schauderhaften Nachtgespenstern in Angst erbeben, und den Bergen rufen, über sie zu fallen, und den Hügeln, sie zu verbergen vor des Richters Angesicht. Zu welchen werden wir dann gehören?
3. Erscheinen wird dann das Kreuz, die königliche Siegesfahne Jesu Christi, und die Gottlosen überzeugen, was Gott in seiner unendlichen Barmherzigkeit für sie getan hat, und wie sie dagegen seine Erbarmungen mit Füßen traten und sich selbst mutwillig in die ewige Verdammnis stürzten. Lass dir nur kein Kreuz schwer fallen, denn mit einem Gewicht unendlicher Glorie werden dann alle deine Leiden aufgewogen werden. Freudig wirst du dann dein Haupt erheben, weil deine Erlösung, dein Einzug in den glorreichen Himmel nahe ist. "Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war." (Offenbarung 20,12b)
Heilige Maria! Nimm uns als deine Kinder an, und wende uns armen Sündern, für die dein göttlicher Sohn sein heiliges Blut vergossen hat, deine Mutterliebe zu: "Wenn ich auch wandle mitten im Todesschatten, so will ich nichts Böses fürchten, weil du bei mir bist." Auf dich vertraue und baue ich. Erbitte den Gefallenen Bekehrung, den Reuigen Verzeihung, den Gerechten die Gnade der Beharrlichkeit. Zeige dich uns als unsere Mutter, uns, die wir in allen Nöten und Anliegen unsere Zuflucht zu dir nehmen, unsere Arme nach dir ausstrecken, unsere Blicke zu dir emporrichten. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Barbara
O Gott, der Du der heiligen Barbara so großen Mut, den Glauben zu bekennen, verliehen hast, gib uns auf ihre Fürbitte die Gnade, im Glauben zuzunehmen, und alle Feinde unseres Seelenheils zu überwinden, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
An diesem Tag, das Jahr ist unbekannt, wurden zu Paris in der Kirche Unserer Lieben Frau unter anderen vornehmen Reliquien Haare von der seligsten Jungfrau mit großer Ehrerbietung empfangen.
Schon früh wurde Maria unter dem Titel "Hilfe der Christen" angerufen. Das älteste uns bekannte Mariengebet, dessen Entstehung sich bis ins 3. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, zeigt Maria als Schutzfrau und Helferin der Gläubigen. Der Text in Klammern ist eine spätere Erweiterung des Gebetes.
Maria Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin; verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau. (Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin. Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinen Sohne.) Amen.
Um 1500 fügte Papst Pius V. den Titel Maria Hilfe der Christen in die Lauretanische Litanei ein. Weite Verbreitung fand die Anrufung Mariens als Hilfe der Christen im 17. Jahrhundert, als eine große Anzahl von Maria-Hilf-Kirchen entstand. Eine der bekanntesten davon ist die Kirche "Mariahilf ob Passau". Sie wurde zu einer der beliebtesten Wallfahrtskirchen Deutschlands. Vom Passauer Gnadenbild (links oben auf dieser Seite) wurden weit über 500 Kopien angefertigt und es entstand ein dichtes Netz von Maria-Hilf-Wallfahrtsorten.
Maria als Hilfe der Christen wird gerne dargestellt als Schutzmantelmadonna. Daher trägt das heutige Fest auch den Namen Schutzmantelfest. Papst Pius VII. legte das Fest Maria Hilfe der Christen auf den 24. Mai, den Tag, an dem er im Jahr 1814 aus der Napoleonischen Gefangenschaft nach Rom zurückkehren durfte.
Ein besonderer Verehrer Mariens unter dem Titel "Hilfe der Christen" war der Heilige Johannes Don Bosco. Er pflegte zu sagen: "Maria hat in meinem Leben alles zustande gebracht." Als Dank dafür ließ er in Valdocco (Turin) die herrliche Basilika zu Ehren der "Hilfe der Christen" errichten. Ein Traum im Oktober 1844 hatte ihm den Grundriß der Kirche vor Augen geführt. In seiner Pädagogik diente ihm die Marienverehrung vor allem als Hilfe zur Herzensreinheit und zum Frohsinn seiner Jungen. Das tägliche Rosenkranzgebet und die feierliche Gestaltung der Marienfeste waren ihm ein besonderes Anliegen. In einem Jugendgebetbuch veröffentlichte er das von ihm verfasste Gebet:
Maria, du mächtige Jungfrau, du große und herrliche Schutzfrau der Kirche! Du wunderbare Hilfe der Christen. Du bist furchtbar wie ein kampfbereites Heer. Du allein hast alle Irrlehren auf der ganzen Welt vernichtet. In unseren Nöten, unseren Kämpfen, unseren Bedrängnissen schütze uns vor dem Feind, und in der Stunde unseres Todes nimm unsere Seele auf in den Himmel. Amen. Maria Heilige Maria, Mutter Gottes und Mutter der Erlösten, dein göttlicher Sohn hat dich unter dem Kreuz uns zur Mutter gegeben. So bist du unser aller Mutter geworden. Deshalb suchen wir bei dir Schutz und Hilfe und bitten:
Breite deinen Mantel aus - über die heilige Kirche Gottes, über die Ehen und Familien, über die Kinder und Jugendlichen, über die Kranken, Alten und Sterbenden.
Breite deinen Mantel aus - über die Verantwortlichen in der Gesellschaft, über die Hungernden und Dürstenden, über die Einsamen, die Unwissenden und die Zweifelnden, über alle, die uns Unrecht antun.
Breite deinen Mantel aus - über die Trauernden, die Trostlosen, über die Hilflosen, die Verfolgten, über die Engstirnigen und die Herzlosen, über die Sünder und die Spötter.
Der Heilsplan Gottes für den Menschen Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“
Von der Ankunft des Herrn
O komm, Erbarmer, von des Himmels Zelt,
Jahrtausende schon seufzt nach dir die Welt.
Ach sieh, wie alle jammern in den Ketten.
O komm, Emmanuel, uns zu erretten.
1. Betrachte den sehnsüchtigen Ausruf des Propheten, Jesaja 45,8: "Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen. Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen." Ein Schrei des ganzen menschlichen Geschlechtes ist dieser Ausruf, diese Sehnsucht nach dem Erlöser von der Schuld und Strafe, unter denen alle Kinder Adams seufzen. Vom Himmel sollte er kommen in der Fülle der Gerechtigkeit, "Jesus Christus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung" (1. Korinther 1,30), auf dass durch ihn die Ungerechtigkeit unserer Sünden getilgt würde, die nur Gottes Allmacht tilgen kann. "Komm wie ein Feuer, das Reisig entzündet, wie ein Feuer, das Wasser zum Sieden bringt. Mach deinen Feinden deinen Namen bekannt, so dass die Völker zittern vor dir, wenn du schreckliche und nie erwartete Taten vollbringst. Komm herab, so dass die Berge zittern vor dir." (Jesaja 64,1+2)
2. Und siehe, es kam der Gerechte, dem die Fülle der Gerechtigkeit wesentlich innewohnt, vom Himmel, - als Erlöser des menschlichen Geschlechtes aber musste er zugleich auch der Erde entsprießen. Anziehen musste er die menschliche Natur, denn die, durch einen Menschen in Schuld und Strafe versunkene Menschheit musste abermals durch einen Menschen, der dem Tod nichts schuldig war, vom Fall aufgerichtet werden. Bezahlt werden musste die unendliche Schuld der Ungerechtigkeit durch einen Menschen, der unendliche Verdienste hatte, und darum musste er zugleich Gott und Mensch sein, um als wahrer Mittler zwischen Gott und die Menschen zu treten und die Sache beider zu verfechten.
3. Von einer jungfräulichen, unbefleckten und von Gott gesegneten Erde musste er aufgehen, eine Jungfrau musste den Gott Emmanuel gebären. Empfangen aber musste sie ihn "von oben herab", der bereits war, ehe sie in ihrem jungfräulichen Schoß ihn empfing. Und überschatten musste sie die Kraft des Allerhöchsten, damit sie in den Gluten des Heiligen Geistes nicht verginge, von dem sie ihn empfing. Also tauten die Himmel den Gerechten von oben herab, also brachte die Erde den Erlöser hervor. Beten wir dies hochheilige Geheimnis in Danksagung und Jubel an, das von unseren Fesseln uns erlöst und uns in die Freiheit des ewigen Lebens führt. "O glückselige Schuld Adams, die uns einen solchen Erlöser erwarb!" (Exsultet der Kirche)
Die Heiligen 4.12. Barbara + um 300 Märtyrin Nothelferin
Standespflicht und Standesehre - die Tochter eines angesehenen Kaufmannes hatte standesgemäß zu heiraten. Und sie sollte eine ehrenhafte Religion pflegen - was nach Ansicht des heidnischen Kaufmannes Dioskuros eben das Heidentum war. Nur ja nicht aus der Reihe tanzen, nur ja nicht den falschen Mann heiraten und auf gar keinen Fall zum Christentum übertreten - jener Religion, die sich immer mehr ausbreitete, aber in den Augen vieler Heiden undurchsichtig und keinesfalls gesellschaftsfähig war - Gesindel eben. Mit diesem sollte seine Tochter nichts zu schaffen haben. Barbara war die Tochter dieses Kaufmanns und lebte um das Jahr 300 in Nikomedia, dem heutigen Izmit, einer großen Handelsstadt am Bosporus östlich von Konstantinopel. Sie soll sehr schön und gebildet gewesen sein - wie Väter sich eben ihre Töchter wünschen. Ihr Vater tat alles für sie, aber auch alles dafür, um sie vor dem falschen Mann und vor schädlichen Einflüssen zu bewahren. Er schenke seiner Tochter einen wunderschönen Wohnturm, in dem sie ein vornehmes Leben führen konnte und nicht zu viel von der unruhigen Welt draußen mitbekommen sollte. Doch auch die Mauern eines Turmes sind durchlässig und Barbara war nicht dumm, so dass sie sich sehr wohl dafür interessierte, was in der Welt geschah. Barbara heißt "die Fremde". Das Wort Barbar klingt in ihrem Namen mit. Fremd war ihr das Leben einer zurückgezogenen Edelfrau nach den Wünschen ihres Vaters. Sie war nicht bereit, sich in ihren Turm zurückzuziehen, bis der Vater einen passenden Mann für sie gefunden hatte. Barbara strebte nach Bildung und das war durchaus auch im Sinne ihres Vaters. Er holte einen der angesehensten Lehrer ins Haus - bzw. in den Turm. Doch was er nicht wusste, dieser gebildete Mann war Christ. Wie hätte der Vater auch auf so etwas kommen können, waren für ihn die Christen doch durchweg ungebildeter Pöbel. Dass dieser große Gelehrte kein Heide war, wie doch alle großen Gelehrten es waren, das wäre dem Vater nie in den Sinn gekommen.
So lernt das schlaue junge Mädchen das Christentum kennen. Heimlich treffen sich Christen in ihrem Wohnturm zum Gebet. Ihrem Vater hatte sie erzählt, sie möchte ein größeres Badezimmer haben - heimlich wurde daraus eine kleine Kapelle, mit drei Fenstern als Zeichen für die heiligste Dreifaltigkeit. Lange ahnte der Vater nichts. Doch dann wollte er seine Tochter endlich verheiraten und er hatte dafür auch durchaus eine gute Partie gefunden - einen gestandenen Heiden. Barbara hielt ihren Vater und ihren Verehrer lange hin, doch irgendwann musste sie Klartext reden:
Ich bin Christin und werde keinen heidnischen Mann ehelichen! Nun war es raus. Der Vater entsetzt. Seine eigene Tochter, für die er alles nur Mögliche getan hat, fällt ihm in den Rücken. Die Vaterliebe schlägt um in puren Hass. Der Turm wird für Barbara zum Gefängnis. Niemand bekommt mehr Zutritt zu ihr. Vielleicht wird sie das zur Vernunft bringen, denkt sich der Vater. Doch Barbara bleibt dabei. Für Christus ist sie bereit, alles andere aufzugeben. Von blinder Wut getrieben, stürzt der Vater mit dem Schwert auf seine Tochter zu, Barbara gelingt die Flucht aus dem Turm, er jagt mit gezücktem Schwert hinter ihr her. Die Legende berichtet, dass sich die Felsen öffneten und Barbara vor ihrem Vater in Schutz nehmen. Dies ließ Barbara zur Patronin der Bergleute werden, die sie bis heute besonders verehren und den Barbaratag festlich begehen. Sie erhoffen sich, dass durch ihre Fürsprache die gefährliche Arbeit unter Tage nicht zur Todesfalle wird und die Kumpels stets heil ans Tageslicht kommen. Schließlich findet der Vater Barbara in ihrem Versteck. Ein Hirte hatte sie verraten. Nun brachte der Vater die eigene Tochter vor den Richter, denn nach kaiserlichem Gesetz war es verboten, sich als Christ zu bekennen. Der Richter versuchte Barbara zunächst durch Schmeicheleien von ihrem Glauben abzubringen, dann mit Gewalt. Er ließ sie derart durchprügeln, dass ihre Haut nur noch aus rohem Fleisch bestand. Doch ein Engel des Herrn heilte in der Nacht ihre Wunden und versprach ihr Beistand bei allen noch zu erwartenden Qualen, ihre Heilung aber sollte ein Beweis für die Wahrheit ihres Glaubens sein. Doch weder der Richter, noch ihr Vater glaubten, dass der Gott Barbaras dieses Wunder gewirkt habe. Vielmehr schrieben sie es ihren Göttern zu. Barbara aber sagte:
Nein, nein! Holz und Steine, aus dem deine Götter gefertigt sind, können das nicht. Dies ist ein Werk des Herrn des Himmels und der Erde, den ich als den einzigen wahren Gott anerkenne, für dessen Ehre ich zu sterben bereit bin. Barbara wurde erneut schwer misshandelt und schließlich zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Sie aber betete:
Deine Hand, o Herr verlasse mich nicht. In dir kann ich alles, ohne dich vermag ich nichts. Der Vater erbat sich das Recht, selbst seine Tochter enthaupten zu dürfen. So groß war sein Hass auf sie. Es heißt, dass der Vater nach Vollstreckung des Urteils vom Blitz getroffen wurde und starb.
Barbara Schnell wurde Barbara zu einer beliebten Heiligen des Volkes. Ihre Verehrung breitete sich zunächst im Osten aus, erst die Kreuzfahrer brachten die Kunde von ihr in den Westen mit, wo ihre Verehrung dann aber bald heimisch wurde. Sie wurde zu den vierzehn Nothelfern gezählt. Zusammen mit Katharina und Margareta gehört sie zu den "drei heiligen Madeln" (Bauernpatroninnen) und ergänzt um die heilige Dorothea bilden diese vier Frauenheiligen die "quattuor virgines capitales", die vier besonders heiligen Jungfrauen. Aufgrund des Blitzschlages gegen ihren Vater wird Barbara auch bei Unwetter angerufen und sie ist die Schutzheilige der Artillerie. Der Pulverlagerraum eines französischen Kriegsschiffes wird noch heute als Sainte-Barbe bezeichnet. Seit alters her ist der Barbaratag mit besonderem Brauchtum verbunden. Bis heute bekannt sind die Barbara-Zweige. Stellt man Zweige des Apfel- oder Kirschbaums oder auch anderer Bäume am Barbaratag in der Wohnung ins Wasser, so werden sie an Weihnachten grün. Das Grün der Bäume ist Symbol des Lebens, wie wir es auch vom Adventskranz oder Weihnachtsbaum her kennen. Was am Barbaratag wie tot aussieht, wird in der Heiligen Nacht blühen und das Leben in seiner Fülle zeigen. In den Blüten leuchtet uns das Leben entgegen. Ebenso wie das Licht ist das Grün somit auch ein Zeichen für Christus. Christus ist das Licht und das Leben, er schenkt uns Leben über den Tod hinaus. Wie Christus nach dem Tod auferstanden ist zu neuem Leben, so haben auch wir in Christus die Hoffnung auf die Auferstehung zum neuen Leben. Unser Leben soll aber schon jetzt so sein, dass es des neuen Lebens würdig ist. Doch wir schaffen es nicht, ganz ohne Fehler und Sünden zu Leben. Gott aber schenkt uns immer wieder die Möglichkeit zur Umkehr, indem wir die Menschen und Gott um Verzeihung unserer Fehler bitten, diese so gut es geht wieder gut machen und in der Beichte vor Gott hinbringen. Besonders im Mittelalter sah man es als das Schlimmste an, von einem plötzlichen Tod überrascht zu werden, der einem nicht mehr die Zeit ließ, sich darauf vorzubereiten, indem man eben für seine Fehler um Verzeihung bat und die Sterbesakramente empfing. Besonders der hl. Christophorus und die hl. Barbara gelten als Patrone für eine gute Sterbestunde. Der Gedenktag der hl. Barbara soll in uns neu die Hoffnung auf das Leben bei Christus wecken. Diese Hoffnung hat auch sie erfüllt. Es heißt, dass sie in den Tagen, als sie auf ihr Todesurteil wartete, einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinkbecher benetzt habe. So fand sie in den letzten Tagen ihres Lebens Trost darin, dass der Zweig in ihrer Zelle blühte und sie sagte:
Du schienst tot, aber bist aufgeblüht zu schönem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu einem neuen, ewigen Leben aufblühen.
1. Herr, mein Gott, zitternd bete ich den Abgrund deiner Gerichte an. Mein Elend, Herr, bekenne ich dir. Sieh, mehr liebe ich meine Wunden, als die Gesundheit, mehr die vorübergehende Täuschung, als die ständige, ewige Wahrheit. Ich erkenne das Gute, und - tue, ach, das Böse. Wie aber ich, so alle, die aus Adam geboren sind. Woher, mein Schöpfer, diese tiefen Wunden der menschlichen Natur? Kam diese edle Natur also verkehrt aus deiner Hand? Niemals!. Zum Flug ist der Vogel, zu schnellem Lauf der Hirsch erschaffen, und krank ist der Vogel, der zu keinem Flug, krank der Hirsch, der nicht zum Lauf sich erheben kann. Und nicht krank, nicht bis ins Innerste verwundet wäre die Seele, die du geschaffen hast, dich, unendliche Majestät, zu erkennen und zu lieben, und die zu schwach zu aufopfernder Liebe ist?
2. Woher diese Krankheit, dies tiefe Elend, das nicht von dir, der ewigen Liebe, kam? Angeboren sind mir und allen Sterblichen diese schweren Übel, über die ich vor dir seufze. Denn also sehe ich den Menschen, soweit die Geschichte reicht. Vor ihrer Pforte aber zeigt mir der Cherub mit dem Flammenschwert ein Menschenpaar, aus dessen Brust sie hervorgingen, und ihnen folgte der Anfang des Todes: Tränen, Wehen, Verbrechen und zweifacher Tod, als ein schreckliches Geleit, das auf alle ihre Nachkommen sich vererbte.
3. Unendliche Majestät, kein Schatten der Ungerechtigkeit ist in dir. Nur zu deiner eigenen ewigen Verherrlichung konntest du, aller Wesen Ursprung und Ziel, erschaffen. Und voll wurde die Summe deiner Verherrlichung, ob der Mensch stand oder fiel, denn was deiner Rechten entfloh, das fiel in deine Linke. Erleuchtet hattest du den Menschen mit dem Licht deines Antlitzes, bewaffnet mit ursprünglicher Gerechtigkeit. Aber nicht reichen konntest du die Siegeskrone dem Untreuen, der im notwendigen Prüfungskampf nicht bestand. Zur Seite hast du ihm gestanden, ihn zu krönen, wenn er siegt, zu heilen, wenn er fällt. Und deine unermessliche Barmherzigkeit bereitete dem Gefallenen einen überreichlichen Quell des Heils und der Erlösung. Rufen wir mit dem Psalmisten: "Herr, erbarme dich meiner und heile meine Seele, denn gesündigt habe ich vor dir."
Jungfrau, Märtyrerin * um 352 in Rom † um 362 daselbst
Bibiana erlitt der legendären Überlieferung nach unter Kaiser Julian Apostata das Martyrium 1. Der Kaiser verbannte demnach seinen Präfekten Flavianus, weil er sein Haus zur Zuflucht für verfolgte Christen gemacht hatte. Verfolgt wurden auch Flavianus' Frau Dafrosa und die beiden Töchter, Bibiana und ihre Schwester Demetria; Bibiana wurde monatelang gefoltert, schließlich an einer Säule ihres eigenen Hauses festgebunden und gegeißelt bis sie starb, dann in ihrem Haus innerhalb der Stadt von dem Priester Pimenius begraben.
die Säule, an der Bibiana angeblich gemartert wurde, in der Kirche Santa Bibiana in Rom die Säule, an der Bibiana angeblich gemartert wurde, in der Kirche Santa Bibiana in Rom Papst Simplicius weihte Bibiana eine an der Stelle ihres Begräbnisses in der Nähe des römischen Tempels der Minerva Medica errichtete Kirche, die bis heute existiert und in der die Säule ihres Martyriums zu betrachten ist. Staub von dieser Säule und Minzkraut von ihrem Grab soll gegen Fallsucht helfen; Bibiana hat also die Heilkunst der Minerva übernommen.
Mitte des 9. Jahrhunderts kennt das Martyrologium des Ado von Vienne Bibianas Gedenktag, danach auch andere Heiligenverzeichnisse. Im frühen 13. Jahrhundert wurde die Kirche Santa Bibiana restauriert und von Papst Honorius III. wieder geweiht. Papst Eugen IV. erklärte 1439 die Kirche zur Tochterkirche von S. Maria Maggiore. 1624 wurde angeblich Bibianas Gebeine zusammen mit denen ihrer Schwester Demetria und ihrer Mutter Dafrosa wieder aufgefunden, daraufhin ließ Papst Urban VIII. die Kirche Santa Bibiana innen erneuern mit einer von Bernini geschaffenen Marmorstatue der Bibiana.
Patronin gegen Kopfweh, Krämpfe, Epilepsie, Fallsucht, Trunksucht und Unfälle Bauernregeln: Wenn's regnet am Bibianatag, regnet's vierzig Tag und eine Woche danach. Gibt's Regen am Bibianitag, / es noch vierzig Tage regnen mag.
1 ▲ Entgegen der später im Christentum verbreiteten Ansicht gab es unter Kaiser Julian keine direkte Verfolgung von Christen um ihres Glaubens willen; seine Maßnahmen beschränkten sich auf das Schüren von Konflikten zwischen verschiedenen christlichen Gruppen. Zur philosophischen Auseinandersetzung verfasste er die Schrift Contra Galilaeos, Gegen die Galiläer, in der er Fehler und Gefahren des christlichen Glaubens aufzeigt und die Christen als Abtrünnige des allgemein akzeptierten Judentums bezeichnete.
O Maria, du Spiegel makelloser Reinheit, lieblich glänzender Mond der Jungfräulichkeit, du Licht und Vorbild aller Heiligkeit! Wir freuen uns mit dir deiner erhabenen Vorzüge, deiner herrlichen Eigenschaften, die dich als Mutter und Jungfrau zieren. Wir freuen uns mit dir, und danken der allerheiligsten Dreifaltigkeit, dass sie dich mit unvergleichlicher Würde bekleidet hat und bitten dich, dass du deine mütterliche Macht und Zärtlichkeit anwendest, damit alle Sünder und Irrenden zu Gott und seiner heiligen Kirche aufrichtig zurückkehren. Amen.
Kirchengebet
Gott, Du Spender alles Guten, Du hast bei Deiner Dienerin Bibiana mit der Blüte der Jungfräulichkeit die Palme des Martyriums verbunden; so verbinde auch auf ihre Fürsprache unsere Seelen durch die Liebe mit Dir, damit wir, den Gefahren entrückt, den ewigen Lohn erlangen. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Bibiana
O Gott, der Du in der heiligen Bibiana die Jungfräulichkeit mit dem Martertod vereinigt hast, vereinige auf ihre Fürbitte unsere Herzen durch ihre Liebe mit Dir, damit wir, von allen Gefahren befreit, zu den ewigen Belohnungen gelangen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zu Gott
Herr, Du hast Worte des ewigen Lebens, der Du uns selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben geworden bist, lass uns jene Worte hören und ernst beherzigen, dass wir nicht auf Abwege in Irrtum und Laster geraten. Du hast die wahre Weisheit unter die Menschen gebracht, die Weisheit der Tugend, in Deinem Evangelium hören wir sie, in Deinem irdischen Leben schauen wir sie, durch die Geheimnisse des Heils, die Du für uns gestiftet hast, werden wir für sie empfänglich und ihrer teilhaftig. Lass alle unsere Handlungen von dieser Weisheit geleitet und veredelt sein. Du bist aus Liebe zu uns herniedergestiegen, um in uns die Liebe zu entzünden, die Gründerin und Vorsteherin des Gesetzes und der Vollkommenheit. Gib, dass diese Liebe der Grund unseres Strebens, das Ziel unseres Verlangens und einst die Belohnung unserer Tugend ist. Amen.
Der Verlust Gottes ist die größte Strafe der Verdammnis O meine Seele, suche Gott von Herzen
In dieser kurzen Lebenszeit.
Sonst seufzest du vergeblich einst in Schmerzen
Um die verlorne Seligkeit.
1. Die schrecklichste Strafe der Verdammnis ist Gottes ewiger Verlust. Unsere Seele hat eine unermessliche Auffassungskraft, die nur Gott allein erfüllen kann, doch wird sie in diesem Leben vielfältig zerstreut. Sie fühlt sich gewaltsam und unüberwindlich zu Gott hingezogen; doch wird diese Anziehung hienieden durch die Geschöpfe gleichsam aufgehalten. Sie hat eine natürliche Idee von der unendlichen Schönheit und Herrlichkeit Gottes; doch wird diese Idee durch die Schwere ihres Körpers und das Verderbnis der Sinne verdunkelt und geschwächt. Ist sie aber einmal vom Körper gelöst und fern von diesen Dingen, dann fühlt sie einen unermesslichen Hunger nach ihrer wahren Glückseligkeit, die keine andere als Gott selbst ist.
2. Nun ist der Zauber der Geschöpfe verschwunden, die ihr Herz gefesselt hielt. Gelöst ist die Binde, die sie abhielt, Gott zu erkennen. Sie erkennt ihn als die unendliche Schönheit, Lieblichkeit, als den Urquell aller Seligkeit, der allein ihr unendliches Verlangen sättigen kann, und eilt schneller, denn jeder Pfeil, nach ihm, ihrem ewigen Ziel, ihn zu umfangen und unzertrennlich mit ihm sich zu vereinigen. Doch eine unsichtbare und allmächtige Hand stößt sie zurück, und nun beginnt ihr namenloser Schmerz, ihre unendliche Verzweiflung. Sie will Gott lieben und kann es nicht. Sie erkennt ihn als ihre einzige Glückseligkeit, und kann ihn nicht besitzen. Sie fühlt sich gewaltsam zu ihm angezogen, und wird ewig gewaltsam zurückgestoßen. Diese verschmähte Liebe wandelt sich in den grimmigsten Hass, sie wütet gegen sich und gegen Gott, sucht sich selbst zu vernichten und vermaledeit ewig Gott, der sie erschuf und auf ewig verwarf.
3. Was für eine schreckliche Pein, ewig nach Gott, der unendlichen Glückseligkeit, zu ringen, die sie niemals besitzen wird, ewig zu hassen, wonach sie ewig vergeblich sich sehnt. Dieser folternde Schmerz ist die unglückselige Beschäftigung der Verdammten in alle Ewigkeit. Ich habe Gott, die unendliche Glückseligkeit, verloren, auf ewig verloren, durch meine eigene Schuld verloren; habe ihn wegen der Lust eines Augenblicks verloren, und mich selbst in den Abgrund der unglückseligen Ewigkeit gestürzt. Jeremia 6,29-30: "Der Blasebalg schnaubt, doch das Blei bleibt unberührt vom Feuer. Umsonst versucht der Schmelzer zu schmelzen; die Bösen lassen sich nicht ausscheiden. Verworfenes Silber nennt man sie; denn verworfen hat sie der Herr."
Unter allen Frauen hat dich, o Maria, der Herr der Heerscharen, zu der unaussprechlich hohen Würde auserwählt, die Mutter seines Sohnes zu sein. Mit der ganzen Kirche, mit der Stimme der Apostel und aller Jahrhunderte bekennen wir es freudig und dankbar, dass du bist die Gottesgebärerin, die Mutter desjenigen, durch den alles erschaffen ist, und der uns am Kreuz mit seinem kostbaren Blut erlöst hat. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Saturnin
O Gott, der Du den heiligen Saturnin für seine Arbeiten und seinen Martertod im Himmel belohnst, verleihe uns auf seine Fürbitte, dass wir der Heiligkeit Deiner Lehre durch Worte und Handlungen unerschrocken Zeugnis geben, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Zu Gott
Ja, mein himmlischer Vater, ich will meinen Nächsten lieben wie mich selber, dann wirst auch du mich lieben, ich will ihm beistehen, dann wirst auch du mir beistehen, ich will ihn entschuldigen, dann wirst auch du mich entschuldigen, ich will ihn tragen, dann wirst auch du mich tragen, ich will ihm verzeihen, dann wirst auch du mir verzeihen. Muss ich aber auch meinem Bruder zu seinem und anderer Besten weh tun, so soll es immer ohne Leidenschaft und bösen Willen geschehen, damit die heilige Liebe des Christentums nie in meinem Herzen verletzt werde. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Im Leben des frommen Dieners Mariä Josbertus, dessen Gedächtnis man am heutigen Tag begeht, wird gelesen, dass, da er zeitlebens gewohnt war, die fünf Psalmen, deren Anfangsbuchstaben den Namen Maria ausdrücken andächtig zu beten, ihm nach dem Tod aus dem Mund, Augen und Ohren fünf schöne Rosen hervorgewachsen sind.
Der Heilsplan Gottes für den Menschen Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“
Von der allgemeinen Auferstehung zum Gericht
O Schreckenstag, wo Jesus, Gottes Sohn,
Als Richter kommt auf hohem Wolkenthron.
Wer denket dein, der nicht vor Angst vergeht,
Da ewig seines Richters Spruch besteht.
1. "Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht." (Johannes 5,28-29) Ertönen wird der Klang der Posaune: "Steht auf, ihr Toten, und kommt zum Gericht." Wunderbar werden auf diesen Schreckensschall alle Leiber der Verstorbenen, wären sie auch längst zu Staub geworden und in alle Winde zerstreut, sich abermals sammeln, von ihren Seelen bewohnt zu werden. Wegen dieses allgemeinen Wunders, nennt auch der Apostel diese Posaune: "Die Posaune Gottes." (1. Thessalonicher 4,16b)
2. Auferstehen werden nun Kleine und Große, Könige und Bettler, Christen, Juden und Heiden. Gehorchen müssen alle dieser allmächtigen Stimme. Aber welcher große Unterschied zwischen diesen Erstandenen! Glänzen werden die Auserwählten in glorreichen Körpern, weil sie zum ewigen Leben der himmlischen Glorie erstehen, die Verworfenen dagegen in abscheulichen Körpern, die selbst ein Teil ihrer Verdammnis sind. Welchen Körper wirst du empfangen? Wie wirst du dann die unmäßige Liebe verfluchen, die du nun zu deinem Körper trägst, wenn du an diesem Tag verworfen wirst. Mit welchem Jubel dagegen wirst du dein Fasten, deine Bußwerke segnen, wenn der König unter seine Auserwählten dich beruft.
3. Und aufschweben werden die Gerechten, dem Herrn entgegen, in die Lüfte (1. Thessalonicher 4,17); die Verworfenen aber müssen ihn zum Gericht erwarten. Auf diesem Weg zum Leben und zum Tod "werden die Engel die Bösen aus der Mitte der Gerechten sammeln". Welches schreckliche Klagegeheul wird dann auf der Erde ertönen. Wie werden zumal in tiefen Schanden diejenigen stehen, die einst gewohnt waren zu herrschen, wenn sie unter den Verworfensten aller Menschen stehen müssen, und unter den Kindern Gottes solche sehen, die sie einst verachteten und beschimpften. Denn nicht die Reichen, die Adeligen, die Gelehrten, sondern "die Gutes getan haben", werden zum ewigen Leben erstehen; und nicht die Armen, die Einfältigen, die Verachteten, sondern "die Böses getan haben", werden verdammt werden. "Denn was der Mensch nun sät, das wird er dann ernten." (Galater 6,8)
Sieh uns, Maria, zu deinen Füßen, die wir uns aufs Höchste mit dir erfreuen, dass du von Ewigkeit her zur Mutter des ewigen Wortes erwählt und von der Erbsünde bist bewahrt worden. Wir danken und lobsingen der allerheiligsten Dreieinigkeit, die dir solchen Vorzug verliehen hat, und bitten dein unbeflecktes Herz, dass du allen Sündern die Erweckung zur Buße, uns aber die Gnade erwirkst, dass wir alle sündhaften Begierden in uns ertöten und nie unterlassen, Gott aus ganzer Seele zu lieben. Amen.
Zu Gott
Du hast uns so manche Mittel gegeben, bester Vater, Geist und Herz zu Dir zu erheben, darunter auch die Erinnerungen an Deine treuen Diener, unsere Brüder und Schwestern, die uns vorangegangen sind auf dem Weg der Tugend in das wahre Vaterland. Möchten wir doch unwandelbar wie sie nach dem Guten streben und durch ihre Fürbitte unterstützt, wie sie Deiner Anschauung teilhaftig werden. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
An diesem Tag hat Papst Sixtus IV. dem Karmeliterorden in Ansehung der seligsten Jungfrau viele Ablässe und Freiheiten durch eine im Jahr 1476 herausgegebene Bulle erteilt. Weil diese Bulle mehrere von anderen Päpsten gemachte Verordnungen in sich enthält, pflegt man sie das große Meer der Karmeliten zu nennen.
Der Heilsplan Gottes für den Menschen Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“
Die Ursachen des Jüngsten Gerichts
Wenn jener Tag des Schreckens wird erscheinen,
Wo Adams Kinder alle sich vereinen:
Dann stelle mich in der Gerechten Kreis,
Und gib mich, Herr, nicht ew`ger Schande preis!
1. Wie schrecklich Gottes Strafgerichte sind, ersehen wir aus der Weissagung des Herrn über den Untergang Jerusalems, wo der prachtvollste Tempel zerstört und zahllose Menschen durch Schwert, Hunger und Elend aufgerieben wurden. Nur ein Schatten und Bild des künftigen Jüngsten Gerichts aber war die Zerstörung Jerusalems, und weit schrecklichere Zeichen werden dem allgemeinen Gerichtstag vorangehen, wo Gott denjenigen, die ihn verehren und ihm dienen, mit ewigen Belohnungen, jenen dagegen, die ihn verachten und sein Gesetz übertreten, mit gebührenden Strafen vergelten wird. So groß sind die Schrecknisse dieses Tages, dass sie allen Glauben übersteigen, so dass der Herr mit der Beteuerung schließt "Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen."
2. Diesen Tag nennt die Schrift den großen Tag des Herrn, weil er bei diesem Gericht, vor den Augen des ganzen menschlichen Geschlechtes, seine göttliche Vorsehung verherrlichen, die vermessenen Urteile der Menschen berichtigen und das große Rätsel lösen wird, warum hier so oft die Frommen unterdrückt, die Lasterhaften aber hervorgehoben, die Unschuldigen verurteilt, die Schuldigen aber losgesprochen werden, was zuweilen sogar die Gerechten erschüttert. Zeigen wird sich in ihrer höchsten Glorie die Gerechtigkeit Gottes, und wird die Ungleichheit dieses Lebens durch die Ungleichheit des andern auflösen. Verstummen wird dann die Missetat, die Gerechten aber werden über die unendliche Weisheit und Langmut der göttlichen Vorsehung in das tiefste Erstaunen versinken.
3. Auch ist dieser Tag ein Tag der Verherrlichung aller Gerechten, die um Gotteswegen Verachtung und Schmach geduldig ertragen. Denn es ziemt allerdings der göttlichen Gerechtigkeit, dass ihre Ehre vor dem ganzen menschlichen Geschlecht wiederhergestellt werde, und sie für ihre Aufopferungen und Leiden göttliche Belohnungen empfangen. Was aber wird den Gottlosen widerfahren? Erfüllt werden wird an jedem aus ihnen der Ausspruch: "Aufdecken werde ich deine Scham vor deinem Angesicht; deine Nacktheit werde ich den Völkern zeigen, und den Königreichen deine Schande." (Nahum 3,5) O Tag des Jubels und des Entsetzens, dein Andenken schwebe mir immerdar vor Augen, damit ich an dir nicht ewig zu Schanden werde. Jesaja 32,17: "Das Werk der Gerechtigkeit wird der Friede sein, der Ertrag der Gerechtigkeit sind Ruhe und Sicherheit für immer."
1830. Das politische Panorama in Frankreich und vor allem die Mentalität der Menschen hat sich durch die französische Revolution von 1789 sehr geändert. Mitten in diesen wechselnden nationalen Strömungen lässt sich die Stimme der Muttergottes vernehmen.
1830. Das politische Panorama in Frankreich und vor allem die Mentalität der Menschen hat sich durch die französische Revolution von 1789 sehr geändert. Mitten in diesen wechselnden nationalen Strömungen lässt sich die Stimme der Muttergottes vernehmen: Kommt zu den Füßen dieses Altares, hier werden Gnaden über alle ausgegossen werden, die vertrauensvoll und inbrünstig darum bitten.
Maria erschien am 19. Juli 1830 Catherine Labouré, einer jungen Frau von vierundzwanzig Jahren, die gerade ihr Noviziat bei den Töchtern der Nächstenliebe begonnen hatte. Dieser drängenden Aufforderung unserer Mutter bei ihrer ersten Erscheinung in der Rue du Bac sind Millionen von Menschen verschiedenster Kultur und Herkunft gefolgt. In einer Kapelle mitten im Herzen der französischen Hauptstadt knien sie zu Füßen Unserer Lieben Frau.
Aber wem ist Maria an jenem 19. Juli 1830 erschienen? Catherine Labouré war damals eine junge Frau von vierundzwanzig Jahren. Sie hatte gerade ihr Noviziat bei den Töchtern der Nächstenliebe begonnen. Diese vom hl. Vinzenz von Paul gegründete Institution hat die Aufgabe, sich um Alte und Kranke zu kümmern.
Catherine schreibt 1876, wenige Monate vor ihrem Tod, auf, was ihr die Muttergottes damals gesagt hatte: „Der gute Gott, meine Tochter, möchte dir eine Aufgabe übertragen. Sie wird die Ursache vieler Leiden sein, aber du wirst sie überwinden, wenn du daran denkst, dass du es zur Ehre Gottes tust. Man wird dich verfolgen, aber meine Gnade wird dir nicht fehlen, hab keine Angst. Du wirst Dinge sehen, die du weitergeben musst, aber ich werde dir im Gebet sagen, wie du es tun sollst.
Die Zeiten sind böse. Frankreich wird vom Unglück heimgesucht werden. Der Thron wird gestürzt... in der ganzen Welt werden Unglücke aller Art passieren...“
José Escrivá, der Vater des hl. Josefmaria , vererbte diesem die Andacht zur wundertätigen Medaille. Die Botschaft Marias enthielt auch das Heilmittel: „Kommt zu den Füßen dieses Altares, hier werden Gnaden über alle ausgegossen werden, die vertrauensvoll und inbrünstig darum bitten. Sie werden über Große und Kleine ausgegossen werden.“
Während einer zweiten Erscheinung am 27. November 1830, einem Samstag und Vorabend des ersten Adventssonntags, sieht Catherine die Jungfrau Maria umgeben von einer Aureole, auf der in goldenen Buchstaben geschrieben steht: „Oh, Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.“ Und eine Stimme ertönt: „Lass eine Medaille nach diesem Modell anfertigen. Den Menschen, die sie tragen, werden große Gnaden zutel; diese Gnaden werden reichlich über all jene ausgegossen, die Vertrauen haben.“
Im Mai 1832 erscheinen die ersten Medaillen. Die Früchte lassen nicht auf sich warten. Von diesem Augenblick an werden der Wundertätigen Medaille – so wird sie von der Volksfrömmigkeit genannt – zahlreiche Bekehrungen und Heilungen zugesprochen.
Nach diesen Erscheinungen verlässt Catherine das Mutterhaus in der Rue du Bac und führt nach ihrer Profess ein bescheidenes und zurückgezogenes Leben. Sechsundvierzig Jahre lebt sie in einem Heim für Alte und Kranke am Stadtrand von Paris, wo sie immer die niedrigsten Dienste auf sich nimmt.
Sie stirbt mit siebzig Jahren am 31. Dezember 1876. Pius XII. spricht sie am 27. Juli 1947 heilig. Ihr Fest wird am 28. November begangen.
Der hl. Josefmaria war in seinem Leben öfter in Paris, um in der Rue du Bac zu Unserer Lieben Frau von der Wundertätigen Medaille zu beten.
1. Oft und dringend ermahnt der Herr seine Jünger zur Wachsamkeit, und damit wir nicht etwa meinen, diese Ermahnung gehe sie allein an, fügt er bei: "Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!" (Markus 13,37) Unser himmlischer Lehrer kannte den Menschen. Er wusste, dass er über seinen wesentlichsten Pflichten gern einschlummert, dass er der Wachsamkeit und Anstrengung bald überdrüssig wird, dass nur Drohungen oder Furcht vor einem entsetzlichen Übel ihn aufschrecken, und nur die Hoffnung auf irgend ein großes Gut ihn wachsam erhält. Damit wir aber, wenn die ewigen Gegenstände dieser Furcht und Hoffnung verzögert werden, nicht in Gleichgültigkeit und Schlafsucht versinken, und diese großen Wahrheiten nicht mehr auf uns einwirken, sprach er oftmals warnend: Wachet und betet!"
2. Beherzigen wir diese Worte unseres Herrn, und lassen wir uns von den Kindern dieser Welt nicht beschämen. Schläft etwa der Geizige, wenn er durch seine Wachsamkeit einen großen Schatz gewinnen kann? Oder schläft der Ehrsüchtige, der nach einer Ehrenstelle ringt, die er sicher ist zu erlangen, für die er Fleiß, Sorgfalt und Wachsamkeit anwendet? Oder aber schläft, nach dem Gleichnis des Herrn, ein Hausvater, wenn er weiß, dass Diebe bei ihm einbrechen wollen? Wie weit mehr Ursache haben wir zu wachen, die wahren Güter unserer Seele, die Güter der Gnade, zu bewahren und zu vermehren.
3. Alle Schmach verdient ein Held, der ein Königreich erobern will, wozu alle Mittel ihm zu Gebote stehen, wenn er es aus Nachlässigkeit und Schlafsucht verliert. Verdienen aber wir selbst nicht ewige Schmach, die wir ein ewiges Reich erobern sollen, das zu erlangen Gott alle Mittel uns gegeben hat, wenn wir, statt zu kämpfen, vor Überdruss einschlafen, zumal da wir wissen, dass wir, wofern wir dies Reich nicht erobern, ewig unglücklich sein werden? So wachen wir denn und sind wir unablässig auf unserer Hut, da zahllos die Feinde sind, die an der Eroberung dieses himmlischen Reiches uns hindern wollen. 1. Thessalonicher 5,4+6: "Ihr aber, Brüder, lebt nicht im Finstern, so dass euch der Tag nicht wie ein Dieb überraschen kann. Darum wollen wir nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein."
Der Heilsplan Gottes für den Menschen Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“
Sei nach deiner Bekehrung
nicht nachlässig
Sieh meinen Willen, Herr, zu allen Zeiten
Auf deinem heil`gen Wege fortzuschreiten.
Es segne deine Gnade mein Bemühen:
Dann wird mein Herz an Tugenden erblühen.
1. Lass dich niemals zu geheimer Vermessenheit noch zu einer falschen Sicherheit über dein Heil verleiten, weil du durch Gottes Gnade nun nicht mehr in schwere Sünden fällst, und lege die Waffen der Buße nicht nieder, als brauchtest du sie nicht mehr. Denn wer versicherte dich, dass du bis ans Ende ausharren wirst? Wie viele, die, nach dem Ausdruck der Schrift, ihr Nest über die Sterne aufgestellt hatten, fielen durch ihre Hoffart in die Tiefe hinab? Weißt du etwa nicht, dass wer nicht täglich besser wird, dadurch selbst schlechter wird? Dem Tode nahe ist der Kranke, der keinen Schmerz mehr empfindet. Es bedarf oft nur einer solchen Vermessenheit, um von Gott verlassen zu werden.
2. Unsere Natur, die durch die ursprüngliche Schuld verdorben wurde, hat immer einen starken Hang zum Bösen. Sie ist gleich dem Gewicht einer Uhr, das fortwährend nach der Tiefe zielt, und immer aufs Neue muss aufgezogen werden. Die bösen Gewohnheiten, die unsere Sünden in uns zurückließen, vermehren noch diesen Hang der Natur zum Bösen. Beständig auch sind wir zerstreuten Herzens, hassen alles, was der Natur beschwerlich fällt, und lieben ein bequemes Leben. Der böse Geist aber, der nie schläft, und immer lauert, wie er die Seelen fange, legt eben durch diese Liebe zur Bequemlichkeit viele Schlingen, durch die er die Unvorsichtigen immer weiter führt, alle guten Übungen ihnen verleidet, und sie zuletzt in die Sünde zurückzieht.
3. Ach, Herr, mein Gott, ich erkenne mein Elend. Statt an Tugenden und an Vollkommenheit zuzunehmen, bin ich nun weit von dem Eifer und von der Wachsamkeit meiner ersten glückseligen Zeit entfernt. Ausrufen muss ich mit jenem bußfertigen König: "Meine Sünden schlagen mir über dem Kopf zusammen, sie erdrücken mich wie eine schwere Last. Ich bin gekrümmt und tief gebeugt, den ganzen Tag gehe ich traurig einher." (Psalm 38,5+7) Erbarme dich meiner, Herr, und entzünde meinen Geist mit dem Feuer neuen Eifers, damit ich die verlorene Zeit einbringe, dir nach deinem heiligen Wohlgefallen diene, und durch ein heiliges Leben dich verherrliche. Offenbarung 2,5a: "Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Bekehre dich und kehre zurück zu deinen ersten Werken."
Allerheiligste Jungfrau, die du das Licht der Welt in deinem jungfräulichen Schoß getragen und viele Jahre immer vor Augen hattest, welche großen Dinge müssen dir dadurch klar geworden sein. Du erhieltest die hohe Einsicht des unsichtbaren und ewigen Lebens, um dagegen die sichtbaren und vergänglichen Güter dieser Welt gering zu schätzen und als leere Eitelkeit anzusehen. Gib mir, o huldvolle Jungfrau, dass auch ich, durch dieses Licht des Glaubens erleuchtet, nichts achte, wünsche und begehre, als Gott und was mich zu Gott führen kann. Amen.
Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Katharina
O Gott, der Du die heilige Katharina zur Siegerin über die Weisheit und die Verfolgungen dieser Welt gemacht hast, verleihe uns auf ihre Fürbitte, dass wir die schädlichen Reize der Welt allzeit fliehen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Andenken an die seligste Jungfrau
Bei Ribadeniera erzählt Equilinus, ein frommer Bischof, wie die heilige Katharina so frühzeitig zum christlichen Glauben gekommen ist. Es ist ihr nämlich als Kind die seligste Jungfrau mit dem Jesuskindlein im Traum erschienen, und Jesus hat von ihr, weil sie noch nicht getauft war, die Augen abgewendet. Dies hat die junge Katharina bewogen, sich im Glauben zu unterrichten und taufen zu lassen. Nach empfangener Taufe hat sie wieder die vorige Erscheinung gehabt, mit dem Unterschied, dass Jesus zu ihr ganz freundlich war, und ihr einen Ring an den Finger gesteckt hat.
Katharina, eine junge, hübsche und auch gelehte Königstochter, lebte um 300 in Alexandria in Ägypten, das damals eine der größten Städte des Römischen Reiches war. Wie so viele andere hat sie sich zum Christentum bekehrt, doch Kaiser Maxentius ließ die Christen auf brutalste Weise verfolgen und töten. Als der Kaiser wieder einmal Christen in der Arena den Löwen vorwerfen ließ, trat Katharina vor ihn hin und bezeugte:
Der Gott der Christen ist der wahre Gott! Sie legt ein so tiefes Bekenntnis von Christus ab, dass sich sogar die Berater des Kaisers bekehrten und taufen lassen wollten. Daraufhin befahl der Kaiser voller Wut, Katharina auf ein Rad mit Eisennägeln zu binden, um sie damit durch die Stadt zu rollen und zu Tode zu foltern. Doch das Rad zerbrach, ohne Katharina zu schaden. In vielen Kirchen findet man daher die heilige Katharina mit einem Rad dargestellt. Katharina sagte zum Kaiser:
Siehst du nun, wer der wahre Gott ist? Doch der Kaiser ließ sich durch dieses Wunder nicht belehren und befahl, Katharina zu enthaupten. Aus der Wunde soll statt Blut Milch geflossen sein. Katharina hatte den Mut, sich vor allen Leuten und sogar vor dem Kaiser offen zu Jesus Christus zu bekennen. Sie wird bis heute hoch verehrt und gehört zu den vierzehn Nothelfern. Herr Jesus, hilf uns, ihrem Beispiel zu folgen und von Dir Zeugnis abzulegen!