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Die heilige Augusta von Treviso, Jungfrau und Martyrin, + 425 – Fest: 28. März

in Unsere Fürsprecher Gestern 21:24
von Blasius • 4.527 Beiträge



1.Johannes 5,4: „Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube.“ Die Wahrheit dieser Worte des Apostels bestätigt der glorreiche Martertod der heiligen Jungfrau Augusta. Ihr Vater Matruzius war ein deutscher Fürst, der beim Sturz des Römerreiches mit seinen Kriegsscharen in die Berge von Friaul einbrach und sich das Land unterwarf. Er war ein grausamer Mann und ganz blind dem Götzendienst ergeben, weshalb er auch die Christen hasste und mit schrecklicher Härte verfolgte. Allein die Christen, die er martern und töten ließ, blieben ihrem heiligen Glauben treu. Diese Standhaftigkeit und Treue machte auf die Tochter des Matruzius, Augusta, einen tiefen Eindruck. Auch sie war noch eine Heidin, hatte aber ein sanftes Gemüt und ein weiches Herz. Daher suchte sie denn auch die Leiden der Christen zu mildern; sie reichte ihnen in der Stille Almosen, unterstützte die christlichen Waisen und Kranken und suchte auch manchmal aus den Händen ihres grausamen Vaters die Christen zu retten. Eines Tages begegnete sie einer großen Gruppe von Christen, die gerade zum Tode geführt wurden und mit heiterem Antlitz einhergingen, als würden sie zu einem Gastmahl gehen. Staunend darüber fragte sie: „Was gibt euch denn die Kraft, so standhaft, ja so freudig alle Marter zu ertragen?“ „Es ist“, sagten sie, „die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, an den wir glauben, es ist sein Beispiel und sein Lohn, die uns die Marter verachten und den Tod als eine Wohltat erkennen lassen.“ Diese Worte drangen tief in das Herz der Fürstentochter und sie ruhte von dieser Stunde an nicht mehr, bis sie den Gott der Christen kennen gelernt hatte. Ihr heißes Verlangen wurde erfüllt; sie fand einen Priester, der sie im christlichen Glauben unterrichtete und dann taufte. Von jetzt an war sie wie verändert; sie mied den heidnischen Götzendienst, betete Tag und Nacht, und suchte in allem das Beispiel Jesu nachzuahmen.



Ihr Vater bemerkte bald diese Veränderung und ließ sie beobachten. Einer seiner Diener schlich ihr eines Tages nach, als sie in die geheimen Versammlungen der Christen ging, traf sie dort und hinterbrachte es dem Vater. Außer sich vor Wut, ließ er Augusta vor sich hintreten und verlangte zu wissen, warum sie die Christen aufsuche, und was sie bei ihnen zu tun hätte. Ohne Furcht gab die Jungfrau zur Antwort: „Vater, ich bin eine Christin und bin hingegangen, um den wahren Gott anzubeten.“ „Also eine Christin bist du,“ schrie ihr Matruzius zornentbrannt entgegen; du kannst unsere alten Götter verlassen und einem fremden falschen Gott anhangen?“ „Nicht einem falschen Gott,“ antwortete Augusta, „hänge ich an, sondern ich bekenne den allein wahren Gott. Die Götter, die ich bisher verehrt hatte, sind falsch. O wüsstest du nur, wie herrlich, wie gut mein Gott ist, o Vater, du würdest ihn augenblicklich eben so wie ich von ganzem Herzen lieben und ihm allein dienen.“



Matruzius schwieg und gedachte seine Tochter durch Güte zu gewinnen. Er versprach, ihr alles zu geben, was einer jungen Fürstentochter Freude machen könne, wenn sie seinen Willen tun würde. Allein Augusta blieb standhaft und erwiderte dem Vater auf alle seine Anerbietungen: „Was du mir versprichst, Vater, das ist wie Asche und Rauch, den der Wind verweht, aber was Jesus den Christen verheißt, das allein hat Bestand, das allein ist ein Glück, das ewig währt und ewig selig macht.“ Bei diesen Worten stieß Matruzius die fürchterlichsten Drohungen aus; allein Augusta erklärte entschlossen, lieber den Tod leiden als Christus verleugnen zu wollen.



Jetzt ließ sie der Vater in ihr Zimmer einsperren und verbot, ihr Speise zu reichen. Augusta verharrte die ganze Nacht im Gebet und um nichts anderes bat sie, als um Ausdauer im Kampf und die Bekehrung ihres Vaters. Der Vater aber ließ sie nach drei Tagen zu sich kommen, zugleich versammelte er um sich die nächsten Blutsverwandten und die Edelsten seines Hofes, damit sie ihm helfen möchten, seine Tochter auf andere Gesinnungen zu bringen. In ihrer Gegenwart nun fragte er Augusta, ob sie sich entschlossen habe, den Aberglauben der Christen zu verlassen. Mutig antwortete sie: „Ich will meinem Jesus treu bleiben und weder durch Peinen noch Tod von ihm mich scheiden lassen, denn er ist mein Leben, meine Freude und meine Hoffnung.“ Da geriet der verblendete Vater in schreckliche Wut und befahl, dass man seiner Tochter die Zähne ausbreche. Sogleich machte sich ein Knecht ans Werk, und geduldig wie ein Lamm reichte Augusta ihren Mund dar, aus dem der Grausame mit Gewalt einen Zahn herausriss. Augusta blickte seufzend zum Himmel und ließ sich ohne Widerstand auch den zweiten Zahn herausbrechen. Da ergriff die Anwesenden großes Mitleid und sie baten den Fürsten, der Grausamkeit Einhalt zu tun. Doch umsonst; Matruzius befahl, in der Marter fortzufahren, und fragte dazwischen seine Tochter, ob sie nicht den Götzen opfern wolle? Allein Augusta gab mit blutendem Mund immer dieselbe Antwort: „Von meinem Gott weiche ich nicht: ausreißen magst du mir alle Zähne, ja auch die Eingeweide des Leibes; aber mein Herz kannst du nicht von Jesus trennen.“



Da Matruzius sah, dass er den Willen seiner Tochter nicht beugen könne, so ließ er sie in einen finsteren Kerker werfen, ihr Wasser und Brot vorsetzen mit der Mahnung, dass sie ihren Sinn ändern oder eine noch größere Marter ausstehen müsse. Augusta warf sich im Kerker auf die Knie nieder und flehte zu Gott um Kraft. Des Morgens fand sie sich wunderbar gestärkt und mit heiterem Angesicht trat sie vor den Vater, der sie wieder zum Abfall aufforderte. Allein Augusta stimmte einen Lobgesang zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit an und bezeichnete sich mit dem heiligen Kreuz, als wollte sie sich zum Tod einsegnen. Nun befahl der unmenschliche Vater, man soll seine Tochter an zwei Bäume anhängen und unter ihr ein Feuer anzünden, damit sie im Rauch ersticke; allein ein heftiger Wind löschte das Feuer aus. Nun ließ Matruzius ein großes Rad, mit scharfen Messern und spitzen Stacheln bedeckt, herbeibringen. Entkleidet ließ er nun seine Tochter unter dieses schreckliche Rad legen, damit sie von ihm am ganzen Leib zerschnitten werde. Augusta schauderte zusammen, allein auf ihr Gebet stieg ein Engel nieder, der das Rad zertrümmerte und Augusta befreite. Da sprach die mutige Jungfrau zu den Anwesenden: „Seht ihr denn nicht die Kraft meines Gottes, der seinen Engel gesendet und mich aus der Pein errettet hat. So erkennt denn endlich die Falschheit eurer Götter und die Wahrheit meines Glaubens, damit ihr dem Verderben entrinnt.“ Aber Matruzius, vom Satan ganz besessen, hörte nicht auf die Worte seiner Tochter und ließ sie enthaupten, ihren Leib aber an einem verborgenen Ort begraben, wo ihn später die Christen fanden, auf einen Berg trugen und dort über ihm eine herrliche Kirche bauten. Gott verherrlichte seine heilige Dienerin mit großen Wundern.



Die heilige Augusta wird abgebildet in fürstlicher Kleidung, ein Rad neben sich, ein Schwert und die Palme in der Hand.



Die Kraft des heiligen Glaubens



Die heilige Augusta war nur kurze Zeit in den Lehren des Christentums unterrichtet worden und dennoch erlitt sie standhaft alle Martern und selbst den Tod für Jesus, von dem sie vorher gar nichts gehört hatte. Wer hat wohl dieses schwache Mädchen so standhaft gemacht, wer hat sie dahin gebracht, ihr junges Leben, dem alle Freuden der Welt geboten wurden, für Jesus, den Gekreuzigten hinzuopfern? Ich sage: Der Glaube! Bei der heiligen Taufe wurde ihr die kostbare Gabe des Glaubens eingegossen, da senkte der Glaube seine Wurzeln tief in ihr Herz. Im Licht dieses Glaubens erkannte sie hell und klar die Wahrheit, dass Jesus der wahre Sohn Gottes ist, dass in Jesus alle Schätze der Weisheit verborgen, alle Wonne und Freude zu finden sind, dass er allen, die an ihn glauben und ihn lieben, eine unaussprechliche Seligkeit ohne Ende verheißen hat. Das erkannte sie, das fühlte sie in ihrem Herzen und das verlieh ihr solche Kraft und solchen Mut, dass sie selbst aus der Hand ihres grausamen Vaters Marter und Tod hinnahm. Welch unbegreifliche Kraft muss also der Glaube verleihen, der den Menschen, der davon erfüllt ist, lehrt und ermutigt, alles, selbst das Leben hinzugeben, um eine Seligkeit zu gewinnen, die noch kein Auge gesehen, die nur versprochen ist.



Es muss hierin ein Geheimnis verborgen sein und so ist es auch. Der Glaube ist ein helles Licht, das von Gott selbst in den Sinn und in den Geist des Menschen, der ein aufrichtiges, gutes Herz hat, sich ergießt und ihm alle Lehren und Verheißungen Jesu so klar macht und ihn davon so fest überzeugt, dass er für ihre Wahrheit alles hinopfert. Und zugleich verleiht dem Menschen dieses Licht eine solche Kraft und Standhaftigkeit, dass ihn von der erkannten Wahrheit keine Gewalt, selbst der Tod nicht abbringt. Deshalb haben selbst Kinder und junge Frauen, die doch so furchtsam sind, in der Kraft dieses Glaubenslichtes freudig das Leben in grässlichen Martern hingegeben!



Frage dich nun, christliche Seele:

Habe ich auch einen solchen Glauben?

Fühle ich auch eine solche Kraft in mir?

Bin ich auch so fest von der Wahrheit meiner heiligen Religion überzeugt, dass ich dafür selbst sterben könnte?

Empfangen hast du dieses Glaubenslicht in der heiligen Taufe und bewahren musst du es durch ein frommes Leben, durch ein Leben im Glauben, durch Gebet und oftmaligen Empfang der heiligen Sakramente. Denn durch ein leichtsinniges, gottvergessenes, sündiges Leben löscht dieses Licht tatsächlich aus, und dann? Ein altes Wort dazu ist: Wehe dir dann! Wehe dir, wenn das Licht erloschen ist. Dann hast du nämlich den Schild verloren, von dem der heilige Apostel sagt, dass man damit alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen kann. Epheser 6, Vers 16: „Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen.“

Bewahre also den heiligen Glauben wie einen sehr kostbaren Schatz! Denn hast du den Glauben tatsächlich verloren, dann musst du Ärmster wie ein Blinder in Nacht und Tod versinken!

Bete daher öfters mit den Jüngern des Herrn, so wie es in Lukas 17, Vers 5 nachzulesen ist: „Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben!“

Heilige Augusta von Treviso, bitte für uns!


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