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Heilige Eudokia von Heliopolis, Büßerin und Martyrin, + 1.3.114 – Fest 1. März

in Unsere Fürsprecher Gestern 21:27
von Blasius • 4.437 Beiträge



Viele junge Leute, besonders Mädchen, aber mittlerweile auch Jungen, bilden sich so viel ein auf ihr schönes Gesicht und ihre schöne Gestalt, bedenken aber nicht, dass alle jugendliche Schönheit nicht lange dauert, und dass gerade die Schönheit ohne Zurückgezogenheit, Keuschheit und Gottesfurcht ein Fallstrick zum Verderben wird. Mit Recht heißt es daher im Buch der Sprichwörter 11, Vers 22: „Ein goldener Ring im Rüssel eines Schweins ist eine Frau, schön, aber sittenlos.“ Eine solche Frau, aber auch ein solcher Mann, verliert nach und nach alle Schamhaftigkeit und wälzt sich wie ein Schwein im Kot abscheulicher Laster und Sünden. Dies kannst du deutlich sehen an der schönen Eudokia.



Eudokia wurde zu Samaria unter der Regierung des Kaisers Trajan geboren. In ihrer Kindheit hatte sie keine gute Erziehung genossen, aber dafür besaß sie einen hellen Verstand, ein heiteres Gemüt und eine seltene Schönheit. Auf diese Schönheit war sie stolz, sie begann damit zu prahlen, und bald sammelten sich um sie leichtfertige junge Leute, die ihr schmeichelten und durch schlüpfrige Reden ihr Herz vergifteten. Die natürliche Schamhaftigkeit verließ sie und der erste Schritt zum Fall war getan. Sie fand Gefallen an sündhaften Bekanntschaften und nicht lange, so verlor sie ihre Unschuld, sie wurde verführt und versank nun immer tiefer in den Schlamm der Unreinheit. Noch hatte sie eine Scheu vor ihren Eltern und Verwandten, aber zuletzt vergaß sie auch diese, und um ungehindert und nach ihrem Gefallen der bösen Lust sich hingeben zu können, ging sie nach Heliopolis, heute Kairo, einer großen Stadt, die damals zu Sizilien gehörte. Dort überließ sie sich schamlos ihren Begierden, lockte eine Menge unbesonnener junger Männer in ihr Netz und wurde bald zum allgemeinen Ärgernis der ganzen Stadt. Aber nun geschah an dieser armen Sünderin, was der Apostel im Römerbrief Kapitel 5, Vers 20 sagt: „Wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden.“ Der liebe Gott öffnete der leichtfertigen Frau die Augen und zog die Unglückliche aus der Tiefe ihres Elends.“



Auf einer Reise kehrte ein frommer Mönch, Germanus mit Namen, zu Heliopolis bei einem seiner Verwandten ein, dessen Haus mit dem der Eudokia zusammenstieß. Um Mitternacht stand Germanus auf, um nach dem Gebrauch der Mönche zu beten. Nach dem Gebet hielt er laut eine geistliche Lesung von den Strafen der Hölle und den unaussprechlichen Freuden des Himmels.



Die Kammer des Mönches war nur durch eine dünne Scheidewand von dem Schlafzimmer der Eudokia getrennt. Das laute Beten und Lesen weckte sie aus dem Schlaf, sie horchte und hörte da von Dingen lesen, die sie noch nicht gehört hatte. Aus Neugierde ließ sie am Morgen den Mönch zu sich bitten, um von ihm zu erfahren, was sein Beten und Lesen für eine Bedeutung hätte. Der gutmütige Mann, der sie noch nicht kannte, ging zu ihr. Eudokia befragte ihn über seine Lebensweise, über sein lautes Beten und bat ihn um Erklärung dessen, was er von der Hölle und dem Himmel gelesen hatte. Der fromme Mann durchschaute die Sünderin und noch voll der Rührung von der nächtlichen Lesung, machte er ihr eine eindringliche Schilderung von den Qualen der Hölle, in der die verstockten Sünder leiden müssen und von den Freuden des Himmels, die die frommen und bußfertigen Diener Gottes genießen.



Wie ein Schwert drangen die Worte des Mönchs durch das Herz der Sünderin; sie seufzte laut auf und rief jammernd: „Wenn es so ist, dann bin ich auf ewig verloren; auf ewig von den Freuden des Himmels ausgeschlossen, dann bin ich verdammt!“ „Welchen Glaubens bist du?“ fragte sie Germanus. „Ich bin“, erwiderte sie, „eine Samaritanerin, habe aber gar keine Religion; ich habe bisher geglaubt, was ich wollte, und nur nach den abscheulichen Trieben meines bösen Herzens gelebt. Sage mir, kann ich der Hölle noch entkommen?“ Voll Mitleid sagte der Mönch: „Wenn du dich von Herzen bekehrst, so ist Gott gnädig und vergibt dir um Jesus, seines Sohnes willen, der für alle Sünder am Kreuz gestorben, deine Sünden.“ „Was muss ich denn tun?“ fragte die Sünderin. „Du musst glauben,“ entgegnete der Mönch, „dich taufen lassen und Buße tun. Höre also auf zu sündigen, lass einen Priester kommen, der dich unterrichtet, und wenn du fest entschlossen bist, nicht mehr zu sündigen, so wird er dich taufen und dich von all deinen Sünden reinigen.“ Mit Dank gegenüber Gott und dem Mönch ließ Eudokia sogleich einen katholischen Priester rufen. Der Priester kommt, aber wie erschrickt er, als er die stadtbekannte Sünderin vor sich sieht, die sich ihm mit heißen Tränen, wie einst Magdalena, zu Füßen wirft und flehentlich bittet, sich ihrer zu erbarmen und sie mit dem Gott der Christen bekannt zu machen, der den reumütigen Sündern so gerne verzeiht. Der Priester, voll Verwunderung über die unendliche Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Sündern, hörte sie voll Mitleid an und gebot ihr die eitlen Kleider abzulegen, die bisherigen Gesellschaften zu verlassen, acht Tage zu fasten und ihr Sündenleben in der Einsamkeit zu beweinen, auch begann er sogleich, sie im heiligen Glauben zu unterrichten.



Als nach acht Tagen der fromme Germanus sie besuchte, fand er sie ganz umgewandelt; ihr Leib war ganz abgezehrt und in züchtige Kleidung gehüllt; ihre frechen Augen niedergeschlagen, ihr Antlitz von Tränen der Reue befeuchtet und mit sanfter Stimme erzählte sie ihm, dass sie sechs Tage hindurch über ihre Sünden die bittersten Tränen vergoss, am siebenten Tag, fuhr sie fort, „lag ich voll Reue auf der Erde und betete, da sah ich plötzlich einen glänzenden Jüngling neben mir, der hob mich auf und führte mich zum Himmel empor. Dort zeigte er mir eine Menge himmlischer Geister, die sich meiner freuten und mir Glück wünschten, dass ich nun in ihre Gesellschaft gehöre. Während ich dieses Gesicht betrachtete, hörte ich an meiner Seite das Geheul eines Ungeheuers, das sich über meinen Verlust beklagte, denn ich war ihm entkommen: Aber eine himmlische Stimme vertrieb das Untier mit den Worten: „Gott gibt nach seinem Wohlgefallen Gnade dem reuigen Sünder!“ Getröstet von dieser Stimme, kam ich wieder zu mir und nun bitte ich euch, frommer Mann, zeigt mir den Weg, den ich von nun an gehen soll, um Gott zu dienen.“ Germanus hielt sie für würdig der Taufe und führte sie zum Bischof Theodoret. Nachdem er sie geprüft hatte, erteilte er ihr die Taufe und nahm sie in die Kirche auf.



Als nun Eudokia durch die Taufe ein Kind Gottes geworden war, fasste sie einen großmütigen Entschluss. Nach Hause gekommen, rief sie ihre Diener und Mägde zu sich, gab ihnen reichliche Geschenke und entließ sie mit den Worten: „Ich habe euch leider ein Beispiel der Sünde gegeben; ich will euch nun ein Beispiel der Buße geben; folgt mir jetzt nach.“ Sie verteilte nun all ihr Vermögen unter die Armen und verschenkte die Kostbarkeiten, die sie auf sündhafte Weise erworben hatte; ihre Tage brachte sie in Armut und Buße zu. Nach einiger Zeit kam Germanus wieder zu ihr; und da er mit Freude ihren großen Bußeifer wahrnahm, zugleich aber fürchtete, sie möchte in der Stadt, wo sie so viel Gelegenheit zur Sünde gefunden hat, wieder in die alten Sünden zurückfallen, gab er ihr den Rat, sich in eine Einöde zurückzuziehen, wo sie ungestört ihrem Seelenheil abwarten könnte. Willig befolgte sie den Rat, aber nun kam auch eine schwere Prüfung über sie. Ein junger Mensch, der früher mit ihr Umgang gehabt hatte, verkleidete sich als Einsiedler, suchte sie auf und bat sie um die Erlaubnis, in ihrer Nähe bleiben zu dürfen. Aber Eudokia erkannte ihn und verwies ihm streng seine böse Absicht, worauf er tot zu Boden stürzte, getroffen von der strafenden Hand Gottes. Tief ergriffen wirft sie sich auf die Knie und fleht inbrünstig zu Gott, er möge dem armen Sünder, wie ihr, die Gnade der Buße verleihen. Und siehe da, ihr Gebet wird erhört, der Tote erwacht und verlässt, von ihr zur Buße ermahnt, reuevoll die heilige Büßerin. Sie aber setzte beharrlich ihr frommes Leben fort und hatte sonst kein anderes Verlangen mehr, als ihren sündhaften Leib für Jesus der Marter zu weihen. Ihr Verlangen wurde gestillt. Kaiser Trajan ließ die Christen verfolgen; auch Eudokia wurde angezeigt und auf Befehl des Statthalters Vinzentius am 1. März 114 enthauptet.



Eudokia wird abgebildet als Matrone mit dem Schwert in der Hand.



Den bösen Gelegenheiten entfliehen



Der fromme Germanus kannte gar gut die Schwachheit und Unbeständigkeit des menschlichen Herzens und die Gefahren, die es umgeben, darum gab er auch der Büßerin Eudokia den heilsamen Rat, die Stadt zu verlassen, wo sie früher so viel gesündigt hatte, damit sie nicht durch den Anblick der Personen, mit denen sie Umgang, und der Orte, wo sie sich den eitlen Vergnügungen hingegeben hatte, aufs Neue angereizt und zum alten sündhaften Leben verleitet würde. Hätte Eudokia den Rat nicht befolgt, allem Anschein nach wäre sie wieder gefallen.



Hast du also gesündigt und willst du dich wahrhaft bessern, so ist es durchaus notwendig, dass du dir selbst nicht mehr traust und den bösen Gelegenheiten fliehst. Eine böse Gelegenheit nennt man den Ort, die Person, die Gesellschaft, das Geschäft usw., wodurch man leicht und gewöhnlich in eine Sünde fällt. So lange du also eine solche böse Gelegenheit nicht meidest, da du sie doch meiden könntest, so lange wirst du immer in die alten Sünden fallen. Damit du aber diese Wahrheit besser einsiehst und dir zu Herzen nimmst, so will ich die Worte eines großen Heiligen hersetzen, der sich besonders um die armen Sünder angenommen, und viele Hunderte zu einem wahrhaft frommen, gottseligen Leben angeleitet hat; es ist dies der heilige Alphons Liguori, der so spricht: „Wer selig werden will, muss nicht nur die Sünde verlassen, sondern auch den Gelegenheiten zur Sünde entfliehen. Der böse Feind schleicht stets um eine Seele herum, damit er in sie eindringen und von ihr Besitz nehmen könne. Deshalb sucht er ihr Gelegenheit zur Sünde darzubieten, wonach er schon tiefer in das Herz eindringen wird. Lässt die Seele sich bewegen, sich der Gelegenheit auszusetzen, so findet der Teufel leicht einen Eingang, worauf er die Seele verschlingt. Darum geschah es denn auch, dass, als der Teufel eines Tages gezwungen wurde, zu bekennen, welche Predigt ihm am meisten missfällt, er aussagt, dies sei die Predigt über die Flucht der Gelegenheit und das mit Recht, denn der böse Feind lacht und spottet über all unsere guten Vorsätze, über alle Gott gemachten Versprechungen und ist einstweilen nur darauf bedacht, uns dahinzubringen, dass wir aus der Gelegenheit nicht fliehen, denn die Gelegenheit ist wie eine Binde, die uns die Augen verdeckt und bewirkt, dass wir die empfangenen Erleuchtungen, dass wir die ewigen Wahrheiten und all unsere gemachten Vorsätze nicht mehr sehen, kurz, dass wir alles verachten, und auf diese Weise beinahe gezwungen sind, zu sündigen.“



Was insbesondere die betrifft, die dem Laster der Unreinheit ergeben gewesen sind, so müssen sie jede Gelegenheit meiden. Denn in Bezug auf dieses Laster bedürfen wir eines ganz besonderen Beistandes Gottes, damit wir nicht unterliegen, weshalb wir denn auch, um diesen göttlichen Beistand zu verdienen, notwendigerweise die Gelegenheiten meiden und uns Gott stets anempfehlen müssen, damit wir die heilige Keuschheit bewahren. „Im Kampf mit der Unlauterkeit“, sagt der heilige Philipp Neri, „bleiben nur die Feigen Sieger, das heißt jene, die vor der Gelegenheit fliehen.“ Es ist unmöglich, sich in Flammen zu befinden und dennoch nicht zu brennen. Ähnliches hat der Heilige Geist selbst gesagt mit den Worten der Sprichwörter 6, Vers 28: „Kann man über glühende Kohlen schreiten, ohne sich die Füße zu verbrennen?“ Dies wäre gewiss ein Wunder. „Aber“, sagt der heilige Bernhard, „es ist ein noch größeres Wunder keusch zu bleiben, da man sich doch der nächsten Gelegenheit aussetzt, als wenn man einen Toten zum Leben erwecke. Wer es dennoch wagt, sich freiwillig in die Gelegenheit zur Sünde zu begeben, der wird schwerlich selig werden. Deshalb müssen wir täglich bei unserem Gebet mehrmals die Bitte des Vaterunsers wiederholen: Und führe uns nicht in Versuchung, d.h. lass nicht zu, o Herr, dass ich mich zu einer Gefahr zur Sünde aussetze, böse Gelegenheiten selbst aufsuche oder sie nicht meide.“



Schau also, christliche Seele, so spricht ein Heiliger, und du willst seinen Worten kein Gehör geben? Überdenke die Worte noch einmal: „Schwerlich wird selig werden, wer sich freiwillig in eine Gelegenheit zur Sünde begibt“, und meide, fliehe wie eine Schlange von heute an alle die Personen, Häuser, Gesellschaften, kurz alles, was dich zu einer Sünde verleiten könnte!



O göttlicher Heiliger Geist, lass mich es doch recht klar erkennen, welch große Gefahren von der Seite meines Fleisches, der Welt und des Satans meiner armen Seele drohen. Ich will diese Gefahren meiden, ich will besonders vor jener Gelegenheit fliehen, die mich schon so oft zu Fall gebracht hat. Hilf mir, mein Herr, dass ich meinen Vorsatz halte und nicht mehr sündige. Amen.



2 Aussprüche der heiligen Eudokia



Ich will an jedem Tag meines Lebens Gott dienen und wie ich sehr vielen Menschen durch meine Sünden ein böses Beispiel gegeben habe, so will ich ihnen durch meine Buße ein gutes Beispiel geben.



Durch den Glauben an Jesus bin ich dem ewigen Tod entgangen; ich kann das durch ihn erhaltene Leben nicht mehr verlassen, und mich wieder in den ewigen Tod stürzen.



Heilige Eudokia, bitte für uns!


https://www.heiligen-legende.de/eudokia-von-heliopolis/

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