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#1

Verabscheut eure Missetaten und Gräuel, o Sünder

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von Blasius • 2.875 Beiträge



Verabscheut eure Missetaten und Gräuel, o Sünder

1 Verabscheut eure Missetaten und Gräuel, o Sünder
1.1 Wollt ihr nicht Leid tragen um der Missetaten willen?
1.2 Wirket euer Heil mit Furcht und Zittern!
1.3 Eine natürliche Reue reicht nicht hin
1.4 Eine Liebesreue ist notwendig
1.5 Das Kreuz ist ein Buch
1.6 Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner Barmherzigkeit

„Höre törichtes Volk, das nichts zu Herzen nimmt, die ihr Augen habt und nicht seht,
Ohren und nicht hört. Wollt ihr mich denn nicht fürchten, wollt ihr nicht
leidtragen vor meinem Angesichte? spricht der Herr“ (Jerem. 5, 21).

Wollt ihr nicht Leid tragen um der Missetaten willen?
Sünder! wollt ihr nicht Leid tragen um der Missetaten willen, wodurch ihr den Herrn euern Gott beleidigt und erzürnt habt? Wisset, daß Gott so lange sein erbarmendes Herz euch nicht öffnet, so lange ihr der Reue das Herz verschließet; wisset, daß auch das aufrichtigste Bekenntnis eurer Sünden, die Übung der härtesten Bußwerke, ja selbst die wirkliche Besserung eures Wandels euch nicht mit Gott versöhnt, euch keine Verzeihung erkauft, euch nimmer vor dem Fluche der Verwerfung bewahrt, so lange die Reue euch fehlt. Doch was braucht ihr erst die Notwendigkeit der Reue zur Sündenvergebung zu beweisen. Niemand zweifelt daran, er müsste denn an der Wahrhaftigkeit und Heiligkeit Gottes zweifeln, ja er müsste das Dasein Gottes selber leugnen. Aber eben, weil die wahre Reue so notwendig zur Rettung des Sünders ist, so muss ich vor gewisse Täuschungen warnen, denen man sich nur zu gerne hingibt, um sich zu beruhigen — vielmehr um sich selbst zu betrügen.

„Bekehret euch und tut Buße über alle eure Missetaten, so soll die Sünde euch nicht zum Verderben sein. Werfet von euch all‘ eure Übertretungen, womit ihr gesündigt habt, und machet euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollet ihr sterben?“ (Ezech. 18, 31)

„Wirket euer Heil mit Furcht und Zittern.“ – „Denn Niemand weiß, ob er der Liebe oder des Hasses würdig ist.“ (Eccl. 9, 1) – „Darum gedenket an eure überbösen Wege und an euren Wandel, der nicht gut war. Verabscheut eure Missetaten und eure Gräuel. Schämet euch und errötet über eure Wege.“ (Ezech. 36)

Wirket euer Heil mit Furcht und Zittern!
So hat es der Herr zu unserem eigenen Heile angeordnet, daß jede Seele nichts als Betrübnis des Geistes und Bitterkeit des Herzens findet, wenn sie außer Gott ihre Freude sucht; daß da Trost und Ruhe auszieht, wo die Liebe zu Gott schwindet; daß Jeder den Frieden einbüßt, sobald er die Freundschaft Gottes verliert; daß Jeder sein eigener Feind wird, der sich gegen Gott empört, und daß, wer immer von Gott sich losreißt, sein eigenes Herz zerreißt und schon in diesem Leben in mannigfaltigen Jammer es versenkt. Das soll aber nicht der eigentliche Grund sein, warum der Sünder seine Vergehungen bereuet. Die sinnliche Betrübnis über die zeitlichen Nachwehen der Sünden, der natürliche Widerwille gegen die Sünde als Quelle unsres Jammers können wohl zu Anfangsgründen für die wahre Reue werden, aber eine bloß natürliche Reue an sich reicht zur Erlangung der Sündenvergebung nicht hin; ja es liegt darin gewissermassen eine neue Beleidigung gegen Gott, eine neue Verachtung seiner Majestät, eine strafbare Zurücksetzung der ewigen Güter hinter die nichtigen Erdengüter. –

Eine natürliche Reue reicht nicht hin
Denn einsehen, daß man durch seine Missetaten die Heiligkeit Gottes beleidigt, seinen Zorn gereizt, seine Liebe verloren, seinen Besitz geopfert hat, und darüber ganz gleichgültig hinwegsehen und nur aus irdischen Rücksichten seine Verirrungen bereuen, heißt das nicht soviel, als Gott in’s Angesicht sagen: Sieh, o Herr, daß meine Sünden dich beleidigen, bekümmert mich nicht, aber daß sie mir Schande bringen vor den Menschen, das kränkt mich. Daß du die Sünder mit der Hölle strafst, schreckt mich nicht, blieben nur die zeitlichen Strafen aus. Würden mir die Folgen meiner Sünden nur die paar Tage meines kurzen Lebens nicht verbittern, die lange Ewigkeit möchte ausfallen, wie sie wollte. Könnte ich immerfort die Lust der Sünde geniessen – o wie gerne wollte ich dann auf die Seligkeit deiner Anschauung und auf den ewigen Besitz deines Himmels für immer verzichten, wie gerne wollte ich deinen Verlust verschmerzen. – Welche Gotteslästerung! Und sie sollte den Sünder mit Gott versöhnen, den er verachtet, sie sollte ihm die Gnade des Herrn wieder erkaufen, die er verhöhnt? – Nie und nimmer ist dies möglich!

Eine Liebesreue ist notwendig
Zur wirklichen Vergebung der Sünden ist notwendig, daß man sie bereue wegen Gott, den man dadurch beleidigt hat; denn darin liegt ja das Bösartige und Entsetzliche der Sünde. Aber nicht die bloße Furcht vor Gottes Zorn, nicht die Angst vor Tod, Gericht und Hölle soll der letzte Grund der Reue sein, sondern die Liebe. Wohl hat auch die Reue aus Furcht einen Wert vor Gott; sie ist die Vorschule zur vollkommnen Reue, „denn wo keine Gottesfurcht ist, sagt der hl. Augustinus, da findet auch die Gottesliebe keinen Eingang.“ Schon diese unvollkommene über natürliche Reue ist im Stande, das Verdammungsurteil von dem erschütterten und zitternden Sünder abzuwenden, aber zur vollen Kindschaft Gottes ihn zu erheben vermag sie nicht; sie reiht ihn, wenn ich mich so ausdrücken darf, nur unter die Knechte im Haushalte Gottes wieder ein, aber nicht unter die Kinder, denn es fehlt ihm das unterscheidende Merkmal der Kinder Gottes, – die Liebe. „Die Furcht, spricht derselbe Vater, bindet zwar die Hände, daß sie nicht mehr sündigen, aber das Herz ändert sie nicht. – Wer aus Furcht vor der Hölle sich von der Sünde abwendet, der fürchtet nicht, zu sündigen, sondern zu brennen. Wer aber die Sünde selbst – wie die Hölle fürchtet, der scheuet sich zu sündigen.

„Willst du wissen, wie schwer die Sünde sei, so gehe hin im Gedanken auf jenen Berg, wo dein Heiland stirbt. Erkenne o Mensch, wie schwer die Wunden deiner Seele sind. Da Christus ihretwegen also musste verwundet werden.“

Das Kreuz ist ein Buch
Ja liebe Christen, das Kreuz ist das beste Buch, aus welchem wir Sünder das Übermaß der göttlichen Liebe, die Abscheulichkeit unsrer Untreue und die Schwere unsrer Schuld erkennen, durch welches wir unsre Seele mit Scham und Entsetzen, mit Schmerz und Reue erfüllen und zur göttlichen Liebe entzünden können.

Komm denn, o Sünder, komm her zum Kreuze. Falle auf die Knie nieder, denn es ist dein Herr und Meister, es ist der Gottmensch, welcher daran leidet und stirbt. Sieh hinauf, frag ihn doch: Mein Heiland! Wer hat dich an das harte Kreuzholz angeheftet? Wer hat die schreckliche Krone dir so tief ins Haupt gedrückt? Wer konnte dich so grausam zerfleischen mit den vielen und schmerzlichen Wunden? – Und Er wird dir mit sterbender Stimme antworten: Du und deine Sünden haben’s getan! Du bist Mitursache meiner unerhörten Leiden, meines schmachvollen Todes! Dein Stolz und deine Hoffahrt hat mein Haupt mit den spitzigen Dörnern gekrönt. Die strafbaren Blicke deiner Augen pressen meinen Augen die bittersten Tränen aus. Deine leichtfertigen Reden, deine zweideutigen Scherze, deine Ärgernis erregenden Erzählungen haben meine Zunge mit Essig und Galle getränkt. Die zügellosen Begierden, die bösen Leidenschaften deines genußsüchtigen Herzens durchbohrten meine Brust mit dem Schwerte des Schmerzes. Deine Üppigkeit, deine Putz- und Gefallsucht haben mir die Kleider vom Leibe gerissen. Weil du deine Glieder zur Ungerechtigkeit, zu Werkzeugen des Bösen missbraucht hast, darum sind mir Hände und Füße mit Nägeln durchschlagen. Wegen der Trägheit, Weichlichkeit, Wohllust deines Leibes ist der Meinige zerfleischt und mit blutigen Wunden bedeckt. – Mit Einem Worte, um deiner Sünden willen häng ich hier. — Ach, war es denn nicht genug , daß ich einmal für die Welt am Kreuz gestorben bin, musstest du mich mit deinen Sünden alle Tage auf’s Neue kreuzigen? Warst du mit der äußeren Qual und inneren Pein, die ich für dich erduldet habe, noch nicht zufrieden, und muss dein Undank sie mir noch verbittern? Soll ich denn mein Blut für dich vergeblich vergossen haben, „weil du den Reichtum meiner Güte, Geduld und Langmut verachtest, und nicht erkennen willst, daß die Güte Gottes dich zur Buße leitet? (Röm. 2, 4) — Konnte ich denn mehr für dich geben, nachdem ich mich selbst hingegeben habe? Konnte ich Etwas für dich tun, was ich nicht wirklich getan habe. Oder was habe ich getan, wodurch ich deinen Haß verdient hätte ? — (siehe auch den Beitrag: Was habe ich dir getan, daß du so grausam zu Mir bist)

Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner Barmherzigkeit
Ach Herr und Gott! — muss da der Sünder aufschreien, — halt ein mit deiner Rede! — Was du für mich getan hast, fragst du? — Ach, wenn ich mein Leben überdenke, so muss ich sagen: Zuviel hast du an mir getan! Mit Gnaden hast du mich überschüttet; hätte ich deren nicht so viele empfangen, so wäre ich weniger strafbar. Zuviel hast du mich geliebt; wäre ich nicht so sehr von dir geliebt worden, so erschiene mein Undank nicht so gräulich. Zu oft hast du mir verziehen; hättest du mich gleich bei der ersten schweren Sünde vernichtet, wie viele Beleidigungen hättest du dir erspart. -—

Das o Herr, das hast du für mich getan — und was habe ich für dich getan? — „Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Menge deiner Erbarmungen tilge meine Missetat. Wasch mich mehr und mehr von meiner Ungerechtigkeit und von meiner Sünde reinige mich. Denn ich erkenne meine Schuld und meine Sünde steht immer vor mir. Dir, dir hab ich gesündigt, und Böses vor dir getan. (Ps. 50) Schwer hab ich gesündigt, oft hab ich gesündigt, viele Jahre lang hab ich gesündigt. O hätte ich die Herzen aller Menschen, um meine Sünden genug zu hassen, hätte ich die Tränen aller heiligen Büßer, um meinen Undank genug zu beweinen. Ich bereue, ich verfluche sie aus meinem ganzen Herzen, aus allen meinen Kräften, ich will sie bereuen und verfluchen so lange ich lebe!

„Ich will vor dir alle meine Jahre überdenken in der Bitterkeit meiner Seele. — Herr, lebt man durch solches Leiden, und hängt davon das Heil meiner Seele ab, so magst du mich strafen, um mich zu beleben. Siehe meine bitterste Bitterkeit ist mir dann zum Frieden geworden. Rette meine Seele, daß sie nicht zu Grunde geht, werfe hinter dich alle meine Sünden. (Isa. 38, 15-17) — O du Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt, nimm auch die meinigen hinweg, erbarme dich meiner Seele! Du hast sie erschaffen, du hast sie erlöst, erbarme dich ihrer als des Werkes deiner Hände, als des Preises deines Blutes! — „Und ewig will ich deine Barmherzigkeit preisen.“ (Ps. 88) Amen.

aus: Fr. Xv. Himmelstein, Domkaplan, Die fünf Gebote der hl. Kirche und die fünf Akte der wahren Buße. Zwölf Fastenpredigten, 1842, S. 158 – S. 159; S. 162 – S. 164; S. 166 – S. 169

https://katholischglauben.info/verabsche...aten-o-suender/


Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 29.03.2020 08:54 | nach oben springen


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