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25. März: Hochfest Mariä Verkündigung / Verkündigung des Herrn.
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25. März Das Fest Mariä Verkündigung
25. März Das Fest Mariä Verkündigung
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Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria
25.03.2020 07:23
von Blasius • 4.518 Beiträge

1 Das Fest Mariä Verkündigung – 25. März
1.1 Der englische Gruß
1.2 Die Freudenbotschaft
1.3 Der Glaube Mariä
1.4 Die Einwilligung Mariä
Der 25. März ist das merkwürdigste Datum der ganzen Weltgeschichte, er ist das Datum der Menschwerdung Gottes und der Mutterschaft Mariä. Dieses Datum bezeichnet den Zeitpunkt, wo alle Verheißungen Gottes, alle Wünsche der Patriarchen, alle Vorhersagungen der Propheten, alle Hoffnungen von vierzig Jahrhunderten in höchster Vollkommenheit sich erfüllt haben; dieses Datum bezeichnet die Vollendung und Krönung der Schöpfung und den Beginn der neuen Zeit, wo der Engel des Neuen Bundes, der Messias und Erlöser, der Fürst des Friedens, der Vater der Zukunft (Is. 9) erschienen und eingetreten ist in sein Eigentum voll Gnade und Wahrheit, wo zum ersten Male auf Erden genannt worden ist der so süße und starke, der so hilfreiche und furchtbare Name Jesus.
Der englische Gruß an Maria und die Menschwerdung Jesu sind das nämliche Geheimnis, und die katholische Kirche faßt beides in eine Feier zusammen am 25. März, welcher nach einer alten Überlieferung der Jahrestag des Sündenfalls der ersten Eltern und der Kreuzigung Christi auf Golgotha ist. Die katholische Kirche tut dies deshalb, weil der ewige Ratschluss Gottes die Menschwerdung Jesu Christi von der freiwilligen Zustimmung der Jungfrau Maria abhängig gemacht hat; weil wir die Segensfülle, welche Jesus Christus uns gebracht hat, nicht recht zu schätzen vermögen, wenn wir nicht zu gleicher Zeit erkennen, wie hoch Gott die Jungfrau Maria geehrt und verherrlicht hat durch den huldvollen Antrag, daß sie möge die Mutter seines Sohnes werden. Denn gerade darin trat die Erhabenheit und Größe Mariä in unvergleichlicher Schönheit an den Tag, daß sie – obschon erst vierzehn Jahre alt – durch ihre Mitwirkung mit der göttlichen Gnade schon auf jener Höhe der Wissenschaft und Tugend angelangt war, welche sie befähigte, ihre volle und freie Zustimmung zur größten Gottestat zu geben.
Der englische Gruß
Nun erhebe dich christlicher Leser, sammle dein Gemüt zu frommer Andacht und vernimm mit heiliger Ehrfurcht diesen englischen Gruß: „Der Engel Gabriel ward von Gott gesandt in eine Stadt, mit Namen Nazareth, zu einer Jungfrau, die mit einem Manne vom Hause David`s verlobt war, welcher Joseph hieß; der Name der Jungfrau war Maria.“ (Luk. 1)
Betrachte wohl diesen Engel, den du schon kennst(siehe 24. März); er bringt die erhabenste Botschaft, die je von Gott an die Menschen gelangt ist. O staune, er geht nicht nach dem weltbeherrschenden Rom, nicht nach dem gelehrten Athen, nicht nach dem stolzen Babylon, nicht einmal nach dem heiligen Jerusalem – er geht in das ruhmlose Galiläa und dort in das verachtete Nazareth, von dem das Sprichwort höhnte: „Was kann Gutes von Nazareth kommen?“ Aber in diesem Nazareth ist ein ärmliches Häuschen und darin ein kleines Kämmerlein, welches den Schatz des Himmels und der Erde, die geheime Liebe des dreieinigen Gottes birgt. Denn hier lebt einsam die junge Tochter der hoch bejahrten Eheleute Joachim und Anna, die Jungfrau Maria, die freilich mehr Größe und Weisheit hat, als es zu Rom und zu Athen, unter den Menschen und Engeln gibt. Bewundere doch das Verfahren Gottes: Er geht an der Eitelkeit der Menschen vorbei, Er kann die Weisheit ihrer Weisen und die Klugheit ihrer Klugen nicht brauchen, Er wählt das von ihnen gering oder gar nicht Geachtete, um es über sie zu erheben und groß zu machen. Wer in der Welt kümmerte sich wohl damals um Maria? Doch Gottes Auge wußte diese Perle der Reinheit und Demut zu würdigen und auf den Leuchter zu stellen.
„Und der Engel trat zu ihr hinein und sprach: „Gegrüßet seist du, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern.“ (Luk. 1)
Hörst du, wie ehrerbietig dieser Fürst der Engel die schüchterne Braut eines armen Zimmermannes grüßt? Vergleiche diese Sprache und dieses Benehmen Gabriel`s gegen Maria mit seiner Sprache und seinem Benehmen gegen den weltberühmten Daniel zu Babylon oder gegen den Hohenpriester Zacharias zu Jerusalem: dort sprach er im Tone des Gewalthabers und Gebieters, hier spricht er im Tone der Demut und Verehrung, wie ein Untertan vor seiner Königin: er spricht Worte, die alles Lob erschöpfen, welches die Lippen eines Engels, eines Gesandten des Allerhöchsten, auszusprechen vermögen, die seitdem der Ausdruck für die Huldigung geblieben sind, welche alle Völker und Jahrhunderte Maria darbringen. Und wahrlich, es steht den wissensstolzen Menschen nicht wohl an, Maria dieses Lob zu verweigern, nachdem Gott selbst durch seinen Engel sie so begrüßt hat!
Die Freudenbotschaft
„Da sie dies hörte, erschrak sie über seine Rede und dachte nach, was das für ein Gruß sei.“ (Luk. 1)
Wie rührend schön ist diese jungfräuliche Verlegenheit Mariä! Sie erschrickt nicht über den Anblick des Engels, sondern über seine Anrede, indem sie gar nicht begreift, wie sie sollte berühmt werden über alle Weiber. O merkwürdige Verschiedenheit! Gewöhnliche Leute, wie du und ich, kommen außer Fassung, wenn man uns Beleidigungen ins Gesicht sagt, weil wir voll sind von unseren eingebildeten Verdiensten: Maria dagegen kommt außer Fassung, wenn ihr Lobeserhebungen gesagt werden, weil sie in Demut nur an ihr eigenes Nichts denkt. Ha! Wenn diese Verkündigung der tanzgeübten Prinzessin des Herodes zu Teil geworden wäre: die würde nicht lange nachgedacht haben, was das für ein Gruß sei, sie würde sogleich durch das vergnügte Lächeln hoher Selbstgefälligkeit ihren Gedanken verraten haben: „O Gott, welch glückliches Ereignis!“
„Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Siehe, du wirst empfangen in deinem Leibe und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden. Gott der Herr wird Ihm den Thron seines Vaters David geben, und Er wird herrschen im Haus Jakob`s ewiglich und seines Reiches wird kein Ende sein.“
In diesen Worten ist das ganze Evangelium, die ganze Freudenbotschaft ausgedrückt, die sich über alle Länder verbreiten, aber zuerst und allein zu Maria gebracht wird. Der Name Jesus, der so vielen Herzen eingegraben worden und auf so vielen Lippen der erste und letzte sein wird, den so viele Freunde Gottes mit ihrem Blut verherrlichen und so viele Feinde Gottes mit ihren Lästerungen entehren werden, wird hier zuerst vor Maria ausgesprochen und in seiner erhabenen Bedeutung entrollt.
Der Glaube Mariä
Nun bricht Maria ihr Stillschweigen, sie antwortet mit Ruhe, antwortet dem Engel, antwortet Gott und zwar mit einer Frage: „Wie wird dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ (Luk. 1)
Bewundere den Glauben Mariä! Sie, die durch die Lobsprüche des Engels außer Fassung kommt, wird durch die Offenbarung des größten Geheimnisses gar nicht beunruhigt, wird durch die Verkündigung der Größe ihres Sohnes, seines Anrechtes auf den davidischen Thron durchaus nicht in Erstaunen versetzt – sie glaubt in Herzenseinfalt daran; und wenn sie fragt: „Wie soll dies geschehen?“ so fragt sie nicht aus Mangel an Glauben, nicht aus Zweifel noch Neugierde, sondern aus berechtigter Notwendigkeit. Denn die Jungfräulichkeit gilt ihr für so unverletzlich, daß sie nicht durch das Opfer derselben die unendliche Ehre, Mutter Gottes zu werden, sich erwerben wollte, und daß sie sich daher im Recht glaubt, Aufschluss über dieses Geheimnis zu verlangen, um mit Würde und frei mitwirken zu können: sie bezweifelt keineswegs die Möglichkeit der Tat, sie fragt nicht, wie kann, sondern wie wird dies geschehen.
„Der Engel antwortete und sprach: der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten: darum wird auch das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden.“ (Luk. 1)
Diese himmlischen Antwort ist ein neues Geheimnis; aber es schützt die Jungfräulichkeit Mariä, indem es sagt: „du wirst Jungfrau bleiben, obwohl du Mutter wirst, und deine Mutterschaft wird deine Jungfräulichkeit zur höchsten Schönheit und Vollendung erheben; denn der Urheber aller Jungfräulichkeit, Er selbst, dem du deine jungfräuliche Reinheit geweiht hast, Er, der Geist – der Heilige – wird über dich kommen, wird dich überschatten, Gott selbst wird aus dir geboren werden: du wirst sein Tempel, seine Braut, seine Mutter sein!“
Welche Andacht und Verehrung kann der Größe Mariä würdig sein,
da sie durch so große Dinge von Gott geheiligt ist!
Die Einwilligung Mariä
Doch das Geheimnis ist noch nicht vollendet, dazu ist die Einwilligung Mariä noch notwendig. Daher wartet der Engel, der sich seiner Botschaft erledigt, auf das Wort von ihr und dann erst wird er heimkehren. Er wartet, daß Maria sich frei ausspreche, und ehrt durch sein schweigendes Warten die Freiheit ihrer Zustimmung. Der Gesandte Gottes wartet, die Jungfrau Maria besinnt sich, Beide schweigen. O Maria, Himmel und Erde wartet auf deine Entscheidung! – Der hl. Bernhard eilt an die Seite des Engels und bittet mit pochendem Herzen: „O heilige Jungfrau, was zögerst du mit deiner Antwort, warum zauderst du, der Welt das Leben zu erkaufen? Der Engel wartet auf dein Jawort, und wir Menschen, die wir durch das Urteil unserer Verdammung unter dem Druck des Elends seufzen, auf ein Wort deines Mitleids. Siehe, dir wird der Preis unserer Erlösung angeboten, – wir sind frei, sobald du einwilligst: ein einziges Wort aus deinem Munde kann uns neu beleben! Darum flehen zu dir Alle; denn an deinem Munde hängt der Trost der Unglücklichen, die Erlösung der Gefangenen, das Heil Aller.“
„Und Maria sprach: Sieh` ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort!“
Seit dem sechsten Schöpfungstage ist kein Wort gesprochen worden, wodurch Gott eine größere Ehre, den Engeln eine größere Freude, den Menschen ein süßerer Trost, der Hölle ein furchtbarerer schrecken, der ganzen Schöpfung eine herrlichere Glorie verursacht worden ist, wie durch das Wort, welches die Magd des Herrn gesprochen hat. Denn auf dieses Wort hin ist das Wort Fleisch und die Jungfrau Mutter Gottes geworden; und von diesem Tage an wird die Freude über dieses Geheimnis ununterbrochen gefeiert. Die Redner, die Gelehrten, die Dichter, die Sänger, die Musiker, die Maler, die Bildhauer und die Künstler aller Art werden nicht müde, es in immer neuer Schönheit darzustellen; der majestätische Glockenklang verkündet es jeden Tag dreimal der Natur, und die Morgen- und Abendwinde tragen diese gewaltigen Akkorde weithin über Berg und Tal; und jedesmal sinkt der Landmann am Pflug, der Arbeiter in der Werkstätte, die Mutter neben der Wiege, der Fürst im Palast, der Bettler in der Hütte, der muntere Hirte auf hoher Alp und der reuige Verbrecher im tiefen Kerker auf die Knie und betet mit Freude und Dank, mit Hoffnung und Liebe: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns Wohnung genommen: gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade!“ Stimme auch du mit dankbarem Herzen ein in die Anbetung Jesu und in die Verehrung seiner hoch gebenedeiten Mutter; sie wird auch deine fürbittende Mutter sein, jetzt in diesem Tal der Tränen und in der Stunde deines Absterbens. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 224- S. 227
https://katholischglauben.info/das-fest-...-verkuendigung/
Liebe Grüße, Blasius
RE: 25. März Das Fest Mariä Verkündigung
in
Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria
Heute 07:57
von Blasius • 4.518 Beiträge

Mariä Verkündigung
25. März
Sonderbar ist es, dass erfahrungsgemäß gerade um diese Zeit mächtige Stürme toben, die vor allem den Schiffen auf dem Meer gefährlich werden können. Auch für die Bewohner der weltverlorenen einsamen Inseln vor den Nordseeküsten sind es böse Tage. Wochenlang ist die Verbindung mit dem Festland abgeschnitten, wegen des hohen Seegangs kann kein Schiff landen, selbst Hungersnot stellte sich zuweilen ein, und wenn der Sturm, namentlich in den dunklen Nächten, rast und heult und tost, so ist es den Insulanern oft ganz jämmerlich zumute. Umso größer zeigt sich allerdings nachher die Freude, wenn sich das Meer beruhigt und wenn wieder ein Schiff mit Post und Lebensmitteln in den Hafen einläuft. Gleichnisweise ist dies alles gesagt.
Schau, die Erde ist wie eine einsame verlorene Insel im Weltall. Frieden und Segen und Herrlichkeit ruhten auf ihr, als Gott sie erschuf. Zerstörend und vernichtend erhob sich jedoch bals hernach der Sturm der Sünde und riss alle Verbindung mit dem Himmel ab. Jahrtausendelang schmachteten die Menschen vor Not dahin, und im harten Weh klagten und seufzten sie nach dem Schiff, das ihnen den verheißenen Erlöser aus Nacht und Grauen bringen sollte. Kennst du dieses Schiff? Maria ist es, die reine und demütige Gottesmagd, die den Menschen auf der einsamen verlorenen Insel im Weltall von den glückseligen Gestaden des Jenseits her als kostbarste Fracht den Heiland brachte und die dadurch die Verbindung zwischen Himmel und Erde wiederherstellte. Maria ist das Schifflein Gottes, in das der liebe Heiland am heutigen Tag einstieg, um am hochheiligen Weihnachtsfest im trostlosen Hafen des Diesseits zu landen und alle, die guten Willens sind, von neuem mit Frieden und Segen und Herrlichkeit zu erfüllen und zu beglücken. Mit dem heutigen Tag beginnt also bereits der neue Advent des nächsten Kirchenjahres zum frühen Zeichen dafür, dass Gottes Heil und Gnade niemals enden, sondern ohne Ende bis in Ewigkeit dauern werden.
Wie man aus dem Festevangelium ersieht, ging es am heutigen Tag in Nazareth hochfeierlich zu. Der Erzengel Gabriel wurde von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann namens Josef aus dem Hause Davids, und der Name der Jungfrau war Maria.
"Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist." "Maria sprach: Siehe, ich bin eine Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!" "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." "Gegrüßet seist du, Maria, du bist voll der Gnade. Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus."
Da war es geschehen. Das herrlichste Wunder aller Zeiten hatte sich vollzogen. Die zweite Person in der Gottheit war in das Schifflein, das Maria hieß, eingestiegen und war Mensch geworden. Die Jungfrau hatte empfangen, und sie wird in der Heiligen Nacht einen Sohn gebären, dessen Name Emanuel lautet, was auf deutsch "Gott mit uns" besagt. Er wird der Sohn des Allerhöchsten genannt werden, wird auf dem Thron seines Vaters David sitzen und wird ewig im Hause Jakobs herrschen, und seines Reiches wird kein Ende sein. Der Menschen langer lauter Flehruf nach dem Tau des Himmels ist erhört, die Erde öffnete sich und sprosste den Erlöser hervor. Dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist sei für immer und ewig Dank gesagt für diese gnadenvolle Stunde der Menschwerdung des Herrn aus Maria, der Jungfrau!
Seitdem uns aber Maria als das Schifflein Gottes den Heiland gebracht hat, der uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung führt, wird die Verbindung zwischen Himmel und Erde nie mehr abreißen, denn täglich wird sie immer wieder hergestellt in ungezählten heiligen Messen, in denen Gottes und Mariens Sohn vom Himmel zur Erde niedersteigt, um allen, die guten Willens sind, Gnade und Heil, Frieden, Segen und Herrlichkeit zu bringen.
Wie hoch und her, lob- und preiswürdig ist also das heilige Messopfer, dem man so oft und so andächtig wie möglich beiwohnen soll, weil das Wort Fleisch geworden ist.
Vom "Angelus"
An diesem Festtag erkennen wir die unendliche Güte Gottes zu uns Menschen. Der ewige Sohn Gottes nimmt die menschliche Natur an, um die Menschen von der Sünde zu erlösen und selig zu machen - welch ein Wunder der Erniedrigung zu unserer Erlösung! Dies sollte unseren Stolz beschämen und uns ganz mit Dank erfüllen. Weiterhin erkennen wir an diesem Festtag die unbegreifliche Erhöhung einer Jungfrau zur Würde einer Mutter Gottes! Maria kann mit Recht ausrufen: "Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter!" Dies sollte uns zur eifrigen Verehrung der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes antreiben.
Indem die heilige Kirche wünscht, dass ihre Kinder die Mutter Gottes mehr als alle anderen Heiligen verehren und sie um ihren mächtigsten Schutz bitten sollen, schenkt sie uns jenes Gebet, welches aus den von dem Engel zu Maria gesprochenen Worten zusammengesetzt ist, und deswegen der "englische Gruß" heißt. Verrichten wir daher dieses Gebet mit der größten Aufmerksamkeit und Andacht.
Das Andenken an die Menschwerdung Jesu aus dem Leib der seligsten Jungfrau sollen wir also nicht nur heute, sondern täglich dreimal feiern, wenn die Kirche uns mit dem Glockenzeichen am Morgen, mittags zwölf Uhr und abends dazu ermuntert. Papst Benedikt XIII. hat denjenigen, die dieses Gebet beim Glockenzeichen kniend, am Samstagabend und an den Sonntagen und die ganze österliche Zeit stehend beten, jedes Mal einen Ablass verliehen. Der heilige Karl Borromäus stieg sogar aus der Kutsche, wenn man zu diesem Gebet das Zeichen gab und verrichtete es mitten auf der Gasse kniend. Können wir uns etwa dieses Gebetes schämen?
Matthias Hergert
Große Dinge entstehen in der Stille. Keine Propaganda kündet von ihnen. Gottes große Werke sind stets in einer noch größeren Stille entstanden. Mit Recht singen wir so von der stillen, aber heiligen Nacht, in der Gottes Sohn geboren wurde. Aber ganz still war sie doch nicht. Den Hirten auf dem Feld kündeten ja davon die Engelscharen. Aber unheimlich still War es, als dieser Sohn Gottes im Schoß Mariens erstmalig in dieser Welt Wirklichkeit wurde. Niemand wusste darum, als nur sie, die schüchterne Jungfrau, die es nicht einmal wagte, davon ihrem Angetrauten etwas zu berichten. Und doch ist Größeres nie auf dieser Erde von Gottes Allmacht geschaffen worden als damals zu Nazareth, als Gottes ewiger Sohn Mensch wurde.
Uns ist diese heilige Begegnung zwischen der Jungfrau und dem Engel seit den Tagen der Kindheit sehr gut bekannt, ja, die meisten wissen sie Wort für Wort auswendig. Und doch, jedes Mal, wenn wir sie im Evangelium vieler Marienfeste wiederum vernehmen, will es uns den Atem verschlagen. Wir fühlen: Es dreht sich da um uns, um unser ewiges Glück oder Unglück. Die Jungfrau wird doch wohl nicht dem Wunsch Gottes ausweichen? Wir hören gar schon mit Schrecken, wie eine Schwierigkeit von ihrer Seite vorgebracht wird!
Unwillkürlich ist dann der Blick der Gläubigen seit fast zwei Jahrtausenden hinübergewechselt zu einer anderen Jungfrau und Angetrauten, die auch mit einem Wesen aus einer anderen Welt sich im Gespräch befindet. Auch im Paradies ging es um das Werden des Menschen wie Gott. Gottes Selbstherrlichkeit wird der Eva angeboten; sie selbst soll gut und bös bestimmen können. Aber es gehe nicht, ohne Gott untreu zu werden, aus dessen Schöpferhand sie soeben hervorgegangen ist. Eva greift um diesen Preis zu und – wird die oft verfluchte Mutter des Unheils.
Auch zu Nazareth wird letzthin die geheimnisvolle Teilnahme an Gottes Natur angeboten, wie der heilige Petrus unsere Gotteskindschaft benannt hat. Gottes eigener Sohn, der sie in ewiger Zeugung vom Vater selbst erhalten hat, will sie auf diese Erde bringen, indem er als Mensch ins Menschengeschlecht eintritt. Dazu bedarf es aber von Seiten der Menschen, die Maria in diesem Augenblick so vertritt, wie einst Eva es tat, der demütigen Bereitschaft und der gehorsamen Hingabe. Ob Maria sie aufbringt, obwohl die Engelsbotschaft vielerlei des Ungenannten und Unbekannten enthielt? Himmel und Erde halten den Atem an. Entzückt lauschen sie auf die Antwort, die alles besagt: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort!“ Da ward Maria Ursache unseres Heils.
Das wurde aber auch der Beginn ihrer eigenen Größe, denn Erhabeneres als Gottesmutterschaft lässt sich für ein Geschöpf nicht ausdenken. Der unermessliche Lobgesang gläubiger Menschen, der immer wieder neue Melodien formt, um Maria ob ihrer Einwilligung zu preisen, bezeugt es von Jahrhundert zu Jahrhundert. Wie wahr wurde doch an ihr ihres Sohnes Wort: „Wer krampfhaft sein Leben zu gewinnen trachtet, der wird es verlieren. Wer es aber um Gottes willen hingibt, der wird alles gewinnen.“
Kirchengebet
Gott, Du wolltest, dass Dein Wort auf die Botschaft des Engels hin im Schoß der seligen Jungfrau Maria Fleisch annehme; so gewähre denn unsere Bitte und lass durch ihre Fürsprache bei Dir uns Hilfe finden, die wir sie gläubig als wahre Gottesmutter bekennen. Amen.
Zur Geschichte des Festes: Mariä Verkündigung ist eines der ältesten Marienfeste. Wurzelt es doch in dem bedeutsamsten Geschehen unserer Heilsgeschichte: der Menschwerdung des Sohnes Gottes, des göttlichen Wortes. Dreimal am Tag dankt die katholische Welt dem himmlischen Vater beim Aveläuten für dieses kostbare Geschenk, für die Menschwerdung seines vielgeliebten Sohnes. Durch die Festfeier am 25. März will die Liturgie sagen: noch neun Monate, und wir dürfen niederknien vor Gott in Menschengestalt.
Es ist darum begreiflich, dass dieses Fest bis in die ältesten Jahrhunderte zurückreicht. Die stadtrömische Liturgie feiert es am Mittwoch der Adventsquatember. Als eigener Festtag ist es historisch nachweisbar zunächst im Orient, und zwar schon im 5. Jahrhundert, im Abendland im 7. Jahrhundert. Leo XIII. erhob es zu einem Doppelfest erster Klasse.
(Prof. Dr. Carl Feckes, „So feiert dich die Kirche“, Maria im Kranz ihrer Feste, Steyler Verlagsbuchhandlung, 1957)
Zu enden der Menschheit Klage,
Will nun der Alte der Tage
Sich erneuen an dem Kinde,
Dass man erfüllet finde,
Was die Weissagen
Sprachen in alten Tagen
Von des Himmels Güte.
Den Samen von der Minne Blüte
Er auf das Erdreich warf,
Dess alles Volk zum Heil bedarf,
Dass es mit wachsender Minne
Hinwende alle Sinne
Auch an den edlen Himmelsstamm,
Von dem der Minnesame kam.
Das war ein wunderbares Ding:
Des weiten Himmels Ring -
Gott weiß allein sein Ende wohl -
Der war der Güte also voll,
Dass sie musste überfließen.
Gott wollte ausgießen
Mit Lust und Liebe um die Wette
Nicht allein, was er hätte,
Sondern auch, was er war
In seinem Wesen lauter und klar.
Da sandt` er einen Engel hin,
Auf dass er seines Willens Sinn
Zu der wandelsfreien,
Der Jungfrau Mareien,
Hinbrächte, damit sie empfinge
Den Schöpfer aller Dinge
Vom heiligen Geist und ihn gebäre,
Dass er Mensch unter Menschen wäre.
O Gabriel, du edler Geist,
Dess Name "Stärke Gottes" heißt,
Sankt Gabriel, du Gotteskraft,
O Kraft, die große Dinge schafft,
O brächtest du von Himmelshöhn
Uns immer Botschaft also schön!
(Aus: "Goldene Legende der Heiligen"
von Joachim und Anna bis auf Constantin den Großen
neu erzählt, geordnet und gedichtet von
Richard von Kralik, 1902)
Mariä Verkündigung
Die Jungfrau ruht, nur Demut ihr Geschmeide,
Im Abendschatten an der Hütte Tor;
Sie weiß nicht, dass sie Gott zur Braut erkor;
Doch stilles Sinnen ist ihr Seelenweide.
Da sieh'! ein Engel tritt im Himmelskleide,
Den Palmenzweig in seiner Hand, hervor:
Voll süßen Schauers bebet sie empor,
Auf seiner Stirn ist Morgenrot der Freude.
"Gegrüßt Maria!" tönt sein heil'ger Mund,
Und tut das wundervolle Heil ihr kund,
Wie Kraft von oben her sie soll umwallen.
Und sie, die Arm' auf ihre Brust gelegt,
Wo sich's geheim und innig liebend regt,
Spricht: "Mir geschehe nach des Herrn Gefallen!"

Des Engels Gruß
Gegrüßet seist du in Himmelsauen,
Maria, Mutter der Barmherzigkeit!
Gott ist mit dir, du Schild der Christenheit,
Und lässt durch dich uns Seine Gnade schauen!
Gebenedeit bist du vor allen Frauen
Des Erdenrundes, und gebenedeit
Ist Jesus, deine Lieb' und Seligkeit,
Dein Sohn, auf den wir unsre Hoffnung bauen!
Du Heiligste! Du Zuflucht deiner Kinder!
O Mutter unsers Herrn! Sieh'! voll Vertrauen
Steigt unser Fleh'n zu deines Thrones Stufen!
Maria! bitt' für uns, und lass uns Sünder
Dich hilfreich jetzt, und in der Stunde schauen,
Wenn uns der Tod in jene Welt wird rufen!
https://www.marianisches.de/marienfeste/...kündigung/
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