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5. Februar Die heilige Agatha Jungfrau und Märtyrerin

in Unsere Fürsprecher 05.02.2020 08:13
von Blasius • 2.875 Beiträge



Die heilige Agatha kniet im Kerker, die Hände zum Gebet gefaltet, neben sich auf dem Boden die Marterwerkzeuge, den Palmwedel und eine Karaffe; die Heilige schaut mit Vertrauen zum Himmel.

Die heilige Agatha Jungfrau und Märtyrerin
“Seit mehr als anderthalbtausend Jahren werden jedesmal bei der Feier des heiligen Messopfers vier Jungfrauen genannt; ewiger Ruhm erblüht ihnen aus der Ehre, daß ihre Namen so eng mit den Verdiensten des göttlichen Lammes verbunden sind. Die hl. Agnes…, die hl. Agatha…, die hl. Lucia und Cäcilia…” (Bitschnau, Leben der Heiligen)

Durch vier Gaben, sagt ein frommer Lebensbeschreiber der heiligen Agatha, zeichnete sich die Jungfrau Agatha aus: sie war sehr edel, sehr reich, sehr schön und sehr züchtig; die Krone dieser Gaben aber war ihr Glaube und ihre christliche Frömmigkeit. Noch sehr jung hatte sie schon ihre Jungfräulichkeit durch ein Gelübde Gott geweiht und voll der Liebe Jesu war ihr einziges Verlangen, für Jesus, ihren himmlischen Bräutigam, zu sterben. Diese Gnade sollte ihr auch zu Teil werden. Unter dem Kaiser Decius brach eine grausame Verfolgung der Christen aus. Besonders wütete auf der Insel Sizilien, wo die heilige Agatha lebte, der Statthalter von Catanea, Quintianus gegen die Christen. Er hatte von dem Reichtum und der Schönheit der heiligen Jungfrau gehört und befahl, sie ihm vorzuführen. Als Agatha von diesem Befehl hörte, flehte sie zu ihrem Heiland um Stärke im Kampf und sprach die schönen Worte: „Jesus Christus, höchster Herr aller Dinge. Du siehst mein Herz, du weißt, was ich verlange; sei du allein der Besitzer von Allem, was ich bin und habe. Du bist mein Hirt, o mein Gott, und ich bin dein Schaf; mache mich würdig, daß ich über den Teufel siege.“ Kaum hatte sie Quintianus gesehen, als er auch von unreiner Liebe erfaßt wurde; allein da er Agatha, obgleich er ihre Reinheit auf alle mögliche Weise auf die Probe stellte, für seine Neigung nicht gewinnen konnte, übergab er sie einem Weibe, mit Namen Aphrodisia, damit diese sie verführen möchte.

Schrecklich waren die Versuchungen, welche Agatha im Hause der Aphrodisia erdulden musste; allein vertrauend auf die Hilfe ihres geliebten Heilandes, überwand sie alle Gefahr und ihre Reinheit blieb unversehrt. Da aber auch Aphrodisia die große Standhaftigkeit dieser reinen Jungfrau nicht zu erschüttern vermochte, eilte sie zum Statthalter und sprach zu ihm: „Mein Gebieter, ich habe alle Mittel angewendet, um das Herz dieses Mädchens abwendig zu machen, allein vergeblich. Tag und Nacht verlangt sie nach Christus; nach Christum allein seufzt sie, für Christus allein will sie das Leben hingeben.“ Als dies Quintianus vernommen, ließ er die Jungfrau wieder vor sich führen und fragte sie: „Wes Standes bist du?“ Sie antwortete: „Ich bin eine Freie und eine Edle.“ – „Warum schämst du dich nicht, wenn du eine Freie und Edle bist, wie eine Sklavin dich zu betragen und zu kleiden?“ sagte der Statthalter. -Agatha entgegen: „Weil ich eine Magd Christi bin.“ – Der Statthalter: „Wenn du frei geboren und vornehm bist, wie kannst du dich eine Magd nennen?“ Agatha: „Christo dienen ist herrschen; sein Dienst ist wahre Freiheit.“ – Der Statthalter: „Wie! Sind wir also nicht frei, weil wir den Gekreuzigten verachten und die Götter ehren?“ Agatha: „Wie kannst du frei sein, wenn du leblosen Götzen dienst und seine Seele der Hölle verkaufst?“ Über diese Antwort erzürnt ließ ihr der Statthalter Backenstreiche geben und sie dann in den Kerker zurück führen. Freudigen Antlitzes betrat sie das Gefängnis, wo sie Gott inständig um Kraft zum Kampf anflehte.

Am anderen Morgen stand sie wieder vor dem Statthalter, der ihr zurief: „Was hast du zu deinem Heil beschlossen?“ „Mein Heil ist Christus“, antwortete sie. „Wie lange willst du,“, rief der Statthalter, „auf deinen törichten Sinn beharren? Bedenke, wie jung du bist; verleugne den Gekreuzigten, ehre die Götter.“ Agatha entgegen: „Besser ist es für dich, deine Götter zu verleugnen, die nichts als Holz und Steine sind, und den wahren anzubeten, deinen Schöpfer, welchen du dein Dasein verdankst. Wenn du diesen verachtest, ist ewiges Feuer dein Los.“ Wütend vor Zorn ließ sie der grausame Tyrann auf die Folterbank legen und auf das Schrecklichste quälen. Da er sie auch dadurch nicht zur Verleugnung Christi bringen konnte, befahl er, sie an eine Säule zu binden und ihr die Brüste wegzureißen.

Bei dieser unerhörten Grausamkeit rief ihm die standhafteJungfrau zu: „Gottloser Tyrann, so ist dir nicht einmal jener Ort mehr heilig, an welchem deine Mutter dich genährt hat!“ – Nach dieser Marter wurde sie wieder in das Gefängnis geworfen mit dem Befehl, weder ihre Wunden zu verbinden, noch ihr eine Nahrung zu reichen.

Die heilige Agatha liegt im Kerker am Boden, die Hände gläubig gefaltet, es erscheint ihr ein Heiliger des Himmels, hinter diesem steht ein Engel mit einer sehr langen brennenden Kerze

Um Mitternacht erschien, von einem Lichtglanz umflossen, ein ehrwürdiger Greis in ihrem Kerker. Vor ihm stand ein Knabe mit einer brennenden Kerze, er selbst trug eine goldenen Büchse mit Balsam in der Hand. Freundlich grüßte er die Jungfrau und sprach: „Liebe Tochter, nichts vermochte der Tyrann mit seinen Martern gegen dich; sie haben nicht dich, sondern du hast sie überwunden. Der Tyrann wird seine schamlose Tat in der Hölle büßen, aber nie abbüßen. Ich war Zeuge deiner Leiden, deines Mutes und nun komme ich, dich zu heilen.“ Darauf erwiderte die Jungfrau: „Bis jetzt bedurfte ich nicht der leiblichen Arznei; ich habe den Herrn Jesum, der mit einem einzigen Wort alles wieder herstellt.“ Freundlich entgegnete der Greis: „Ich bin sein Apostel und im Namen unseres Herrn gebiete ich dir, daß du geheilt seiest“; er sprach`s und verschwand. Die heilige Jungfrau war vollkommen geheilt; voll Dankes gegen Gott fiel sie auf die Knie nieder und lobte ihren Bräutigam Jesus, der ihrer so wunderbar gedachte. Durch den Lichtglanz erschreckt, von dem der Kerker der Heiligen erfüllt war, flohen die Wachen und Agatha hätte ungehindert gehen können, allein sie wollte der Marterkrone teilhaftig werden und so blieb sie im Gefängnis.

Quintianus erfuhr, was sich mit Agatha im Kerker zugetragen; allein statt die wunderbare Macht Christi anzuerkennen, schrieb er die Heilung der Jungfrau bösen Zauberkünsten zu und ließ daher Agatha nach vier Tagen wieder vor seinen Richterstuhl führen. Er drohte ihr mit noch schrecklicheren Peinen, sofern sie nicht den Göttern opfern würde. Sie aber antwortete ihm: „Eitel sind deine Worte und vergeblich! Wie sollte ich wohl Steine anbeten und nicht vielmehr den einzig höchsten Gott, der meine Wunden so wunderbar geheilt hat. „ „Wer hat dich denn geheilt?“ fragte der Statthalter. Agatha: „Christus, der Sohn Gottes.“ Der Statthalter: „Höre auf, Christum zu bekennen, dessen Namen nur zu hören mir unerträglich ist.“ Agatha: „Diesen Namen will ich mit Herz und Mund bekennen und preisen, so lange ich lebe.“ Erbittert über dies Bekenntnis befahl der Wüterich, die heilige Jungfrau zu entkleiden und auf spitzigen Scherben mit glühendenKohlen vermischt herum zu wälzen. – Es geschah; Agatha duldete standhaft die Marter. Da aber während derselben plötzlich ein Erdbeben entstand, so stürmte das Volk herbei und schrie: „Ungerechter Richter, laß ab von dieser; die Götter rächen die Unschuld.“ Der Tyrann, die Wut des Volkes fürchtend, ließ die Jungfrau in den Kerker zurück führen und verbarg sich. Kaum war die christliche Heldin im Kerker, als sie auf die Knie nieder fiel und betete: „Herr, mein Schöpfer, mein Schutz und meine Stärke von Jugend an! Der du alle böse Neigung aus meinem Herzen getilgt und mich unbefleckt bewahrt, der du mir in der Marter Geduld und den Sieg über alle Peinen verliehen hast; nimm gnädig meinen Geist auf, denn der Augenblick ist jetzt da, wo ich diese elende Erde verlassen und zu dir, Barmherziger, kommen werde.“ Während dieses Gebetes entschlief sie sanft im Herrn.

Sie wird abgebildet in jungfräulicher Kleidung, eine Zange neben sich. –

aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 1, 1904, S. 190-193

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Liebe Grüße, Blasius

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