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#1

Wie man sich nicht entmutigen lässt - von P. Frederick W. Faberü

in Kleinschriften 18.05.2019 11:29
von Blasius • 2.514 Beiträge



Wie man sich nicht entmutigen lässt - von P. Frederick W. Faber
aus: Alles für Jesus, von P. Frederick William Faber, dem Begründer des Londoner Oratoriums


Über die oft unsichtbare Macht des Gebetes



Allein es ist von Wichtigkeit, nicht zu vergessen, dass die Interessen Jesu nicht derselben Regel folgen, wie die Interessen der Welt. Wenn wir uns nicht daran erinnern würden, so müssten wir bald entmutigt werden über das geringe Gute, das wir zu tun scheinen.

Die Interessen Jesu sind größtenteils unsichtbar. Wir müssen vor allem Glauben haben an die Macht des Gebetes. Wir werden nie bis zum letzten Tage die Erfolge kennen lernen, welche unsere Gebete erlangen, noch die Wirksamkeit, welche sie im Verlauf von Jahrhunderten auf die Kirche ausgeübt haben.
Nehmen wir z.B. das Gebet des heiligen Stephan, während man ihn steinigte; es hatte die Bekehrung des heiligen Paulus zur Folge, welcher eben damals die Kleider seiner Mörder hütete. Denkt nur an das, was der heilige Paulus getan, und noch täglich tut, und fortwährend tun wird bis ans Ende der Welt; nun denn, alles, was er tut, ist auch das Werk des heiligen Stephan, denn es ist die Frucht seines Gebets.
So bittet vielleicht jemand um das Gebet der Bruderschaft (Anmerk.: die P. Faber gegründet hatte), dass Hindernisse, welche seiner Berufung zum religiösen Leben oder geistlichen Stande entgegenstehen, entfernt werden möchten, und diese Gnade wird an einem Freitag abends unserem Gebete gewährt. Er wird ein Priester, er rettet hunderte von Seelen; diese Seelen retten andere, einige dadurch, dass sie selbst Priester werden oder Nonnen, oder fromme Väter und Mütter in der Welt. Und so verbreitet das Gebet allmählich überall hin seine segensvollen Früchte, und sehr wahrscheinlich wird es sein Werk fortsetzen, bis zu jener Nacht, aus welcher die Erde erwachen wird, um unseren Herrn vom Aufgang kommen zu sehen.
Wir dürfen daher nicht zu sehr auf die sichtbaren Früchte und Resultate schauen. Was die Welt ein Unglück nennt, verwandelt sich oft für die Interessen Jesu in ein Glück.

Es leidet zum Beispiel einer eine große Ungerechtigkeit, weil er Katholik ist. Ihr betet für ihn; die Ungerechtigkeit dauert fort, und die Protestanten triumphieren äußerlich darüber. Ihr bildet euch ein, euer Gebet sei nicht erhört worden. Es könnte keinen größeren Irrtum geben. Jesus will diesen Menschen zu einem Heiligen machen; es ist besser für ihn, das hilflose Opfer jener Ungerechtigkeit zu sein.
Mittlerweile hat Jesus durch euer Gebet ihm eine Menge Gnaden gewährt, welchen er mitgewirkt hat, so dass er in der Tat durch euer Vater unser und Ave Maria im Himmel in alle Ewigkeit einen höheren Platz einnehmen wird, als dies sonst der Fall gewesen wäre. Es wird ein weiterer Edelstein in seiner Krone schimmern, welcher sonst gefehlt hätte. Ihr werdet denselben im Himmel sehen und bewundern, und erfahren, dass es euer Vater unser und Ave Maria war, welches denselben in seine Krone einfügte.


So verhält es sich mit dem Papst und der Kirche und mit den religiösen Orden, und in der Tat mit allem, was auf Jesus Bezug hat. Seine Interessen folgen nicht den Regeln der Welt, sondern den Regeln der Gnade. Wir müssen mit einem andern Maß messen, und nicht mit dem Maßstab der Welt, wir müssen unser Maß und Gewicht aus dem Heiligtum nehmen!
Jesus feierte nie einen größeren Triumph, als an dem Tag, da Er sich ans Kreuz nageln ließ, und doch glaubte die törichte Welt, sie habe nun gesiegt, und schrieb sich ganz die Ehre des Tages zu. Es ist von Wichtigkeit, dass ihr euch dies tief in euer Herz einprägt.


Wir müssen glauben, dass Gott immer ein aufrichtiges Gebet erhört, und zwar in einer Weise und bis zu einem Grade, welche unsere kühnsten Erwartungen übertrifft; aber Er lässt uns noch nicht sehen, wie. Wir müssen es auf Glauben annehmen, und dürfen ganz versichert sein, dass wir am Ende in unserer Hoffnung nicht getäuscht werden.

Liebe Grüße, Blasius

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