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Fastenopferbrief des Distriktoberen Priesterbruderschaft St. Pius X. 2019

in Diskussionsplattform Pius-Bruderschaft 06.04.2019 20:49
von Blasius • 2.476 Beiträge



Liebe Freunde und Wohltäter,

„Wir ersehnen es, an der Auferstehung Unseres Herrn Jesus Christus teilzuhaben,
aber vorher müssen wir auch an Seinem Leiden, an Seiner Erlösung, an Seinem Opfer teilhaben“,
so hat unser verehrter Erzbischof Marcel Lefebvre den Sinn dieser Bußzeit beschrieben.

Die Früchte sind überreich!

Es kann durchaus sein, dass der vorösterliche Aufruf zur Buße, zu Abtötung und Fasten uns zunächst abschreckt, doch unsere Mutter Kirche nimmt ihrem Aufruf alle Härte, indem sie uns die Liebe Gottes vor Augen stellt: „Bekehret euch zum Herrn, eurem Gott, denn Er ist gütig und barmherzig, langmütig und von großer Erbarmung und bereit, das Böse zu vergeben!“ (vgl. die Lesung vom Aschermittwoch).

Gibt es eine schönere Botschaft, als dass Gott selbst unser Heil will? Dass Er uns mit Seiner Gnade wie- deraufrichten und an sich ziehen will? Ja, es ist gut, dass wir nun wieder in der Fastenzeit angekommen sind – und diese Zeit nutzen, um uns von schlechten Anhänglichkeiten frei zu machen. Jesus hat es wahr- haft verdient, dass wir uns Ihm mit ganzer Hingabe zuwenden! Die beglückende Gemeinschaft mit Seiner Auferstehung ist der größte Schatz, den wir gewinnen können.

Lassen wir uns von nichts abschrecken, es mit unseren Fastenvorsätzen ernst zu nehmen. Die Früchte sind überreich! Die Präfation der Fastenzeit zählt sie im einzelnen auf: „Durch das Fasten unterdrückst Du die Laster, erhebst du den Geist, spendest Tugendkraft und Lohn.“ Werfen wir einen Blick auf diese vier Punkte:

1. Die Laster werden unterdrückt

Es ist eine Erfahrungstatsache, dass Laster den Menschen versklaven und einen großen Schaden dar- stellen, auch für das Heil der Seele. Eine aktuelle Studie mit Jugendlichen zeigt, dass jeder siebte ein riskantes oder pathologisches Verhalten beim Konsum von Computerspielen aufweist. Viele verlieren die Kontrolle und können an nichts anderes mehr denken. Dieses Laster betrifft nicht nur Jugendliche, son- dern auch viele Erwachsene – es ist ein Beispiel unter vielen heute, so in Abhängigkeit zu geraten, dass für Gott und den Nächsten kein Platz mehr bleibt.

Schlechte Gewohnheiten und Abhängigkeiten, ungezügelte Leidenschaften und böse Neigungen be- rauben uns der Freiheit und verdunkeln das Licht des Verstandes. Das ist die Wirkung des Lasters: Der Mensch verliert die Herrschaft über sich selbst. Er ist nicht mehr frei, das zu tun, was er eigentlich tun möchte und sollte, nämlich tugendhaft zu leben. Diese Tyrannei braucht nicht unbedingt auf der Ebene

der schweren Sünde liegen. Wie leicht gerät man beispielsweise beim Essen in eine Abhängigkeit,
die erniedrigt: wenn das Essen schlecht schmeckt, ist man unzufrieden und reklamiert. Wenn es gut schmeckt, isst man zuviel. Wenn man in eine solche Falle hineingerät, kann man nicht mehr von Herzen unbekümmert froh sein im Angesicht Gottes. – Wer sprengt diese Fesseln, womit die Seele eingeschnürt ist? Die Buße. Sie ist das Messer in der Hand Christi, das sie zerschneidet. Sie ist das Rettungsseil, an dem Er uns aus dem Sumpf herauszieht.

2. Das Fasten erhebt den Geist

Wenn die Seele von ungeordneten Abhängigkeiten frei wird, kann sie sich ungehindert aufschwingen zu Gott, der ihr Ziel ist. Man kann oft die Klage hören: „Ach, das Gebet fällt mir so schwer, ich muss mich ständig dazu zwingen“. – Warum diese Schwierigkeit? Unbeherrschte Leidenschaften können in der Seele einen solchen Sturm erzeugen, dass man die sanfte Stimme Gottes nur mehr schwerlich hört. Sie ziehen uns so in den Bann, dass der innere Zug unserer Hinwendung zu Gott gelähmt wird. Sie trüben die Sicht des Verstandes, so dass man nicht mehr klar sieht, was eigentlich dem Willen Gottes entspricht.

Es ist eine wichtige Feststellung: Die Trägheit im Gebet ist häufig eine Folge mangelnder Abtötung von ungeordneten Leidenschaften. Natürlich können auch andere Ursachen im Spiel sein, z. B. Übermüdung oder Versuchungen, die Gott zulässt, damit wir uns bewähren. Darum ist es wichtig, dass wir uns prüfen, wenn uns das Beten – die Erhebung der Seele zu Gott – zur Last wird: Wo liegt der Grund? Gehe ich An- hänglichkeiten nach, die mir zu wichtig geworden sind, die mich von Gott abziehen und mich zu einem sündhaften Verhalten verleiten?

Unser Herr gibt uns die Verheißung: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!“ – Wir können die Geheimnisse Gottes nur dann richtig schauen und seine Nähe erfahren, wenn unser Herz rein und lauter ist. Deshalb sagt der hl. Augustinus: „Willst du Gott schauen, so denke zuerst daran, dein Herz zu läutern und alles aus ihm zu entfernen, was Gott missfällig sein könnte.“

3. Das Fasten verleiht Tugendkraft

Durch die regelmäßig geübte Selbstüberwindung wird der Wille immer geschmeidiger und großherziger. Er ist immer leichter begeisterungsfähig für das Wahre und Gute – für Gott.

Jedes Fastenopfer ist darum ein Sieg über uns selber, der uns mit Freude erfüllt und Mut verleiht, im geistlichen Kampf um den Vorrang Gottes in unserer Seele tapfer voran zu schreiten. Genau dies ist es, was wir bei den Heiligen bewundern: ihre Bereitschaft und Spontaneität, große Werke für Gott zu tun, auch unter erheblichen Schwierigkeiten.

4. Das Fasten verleiht ewigen Lohn

Kein Bußwerk, und sei es auch das Geringste, das in reiner Absicht vollbracht wird, bleibt ohne Lohn. Schon in dieser Welt verdient es uns den inneren Frieden und den Segen Gottes für unser Tun. Die schönste Belohnung aber ist der Ostersieg unseres Heilandes, die Teilnahme an Seiner Auferstehung und Seinem ewigen Leben! – Werden wir nicht einmal in der Ewigkeit sagen: „O glückselige Buße, die mir eine solche Herrlichkeit erwirkt hat.“

Wappnen wir uns also mit einigen guten, kernigen Vorsätzen. Sie müssen konkret, handfest und realis- tisch sein. Es geht um Treue in der täglichen Pflichterfüllung, ums Ankämpfen gegen den Hauptfehler, um das Fasten „mit allen Sinnen“. Jesus hat 40 Tage gefastet und gebetet und uns so das schönste Beispiel gegeben. Er bietet uns jetzt auch die Gnade zu einer sehr fruchtbaren Fastenzeit an.

Bitten wir auch die Muttergottes um eine gnadenreiche Zeit. Sie schenke uns einen festen Willen, ein gutes Herz und die reine Gesinnung, alle Bußübungen zur alleinigen Ehre Gottes zu verrichten.

In den vereinten Herzen Jesu und Mariens grüßt Sie herzlich

Ihr

Pater Stefan Frey

Aus:
https://www.fsspx.at/de/publications/new...eren-2019-45999


Liebe Grüße, Blasius

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