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#1

Wenn es die Sünde nicht gäbe

in Diskussionsplattform 06.04.2019 09:16
von Blasius • 2.497 Beiträge


Friede auf der Erde (Gemälde von 1896)

Wenn es die Sünde nicht gäbe

Es gibt nichts Törichteres und nichts Häßlicheres als die Sünde. – Setzen wir voraus, es gäbe keine Sünde in der Welt! Diese Voraussetzung klingt allerdings befremdend; denn wir sind derart an das Vorhandensein der Sünde gewöhnt, daß wir eine Welt ohne Sünde uns kaum vorstellen können. Un doch ist die Sünde nur ein krankhafter Zustand des Menschengeschlechtes, während die Freiheit von Sünden das Normale sein würde! Und doch ist die Sünde eine Empörung gegen Gott, ein Zerfallensein mit dem Universum, während der sündenlose Zustand den Frieden mit Gott bedeutete und die Harmonie mit dem Weltall!

Setzen wir also, diese von Gott gewollte Harmonie herrschte anstatt jenes Sündenelendes, welches seit dem Fall unserer Stammeltern über der Menschheit lagert! Welches Bild würde uns die Erde dann zeigen?

Zunächst könnte man das ganze Heerwesen als überflüssig beseitigen und mit ihm den weitaus größten Teil der Steuerlast, welcher in den meisten Ländern die Bevölkerung drückt. Denn Kriege gäbe es alsdann nicht mehr. Etwaige Meinungsverschiedenheiten würden auf friedlichem Wege ausgeglichen. Auch die Strafrechtslage mit all` ihren Auslagen für Gefängnisse usw. käme in Wegfall; denn Verbrechen würden nicht mehr begangen. Dasselbe gälte zum großen Teil von der Polizei. Nur einige Zweige derselben, wie Gesundheits- und Baupolizei, würden noch erforderlich sein. Ebenso würde eine große Menge von Sicherheits-Maßregeln überflüssig. Der Bauer könnte sein Ackergerät unbesorgt auf dem Feld lassen; manche Mauer, mancher Graben brauchte nicht angelegt zu werden. Für Kassenbeamte, Ladendiener und Kellner bedürfte es keiner Kontrolle gegen Veruntreuung. Sogar die Zivilgerichte könnten großenteils ihre Tätigkeit einstellen, soweit nämlich jetzt die Rechtsstreitigkeiten in sündhaftem Eigennutz, Geiz oder dergl. ihren Grund haben.

Hunger und sonstiges Elend wären so gut wie ausgeschlossen. Denn bei den arbeitenden Klassen herrschte Fleiß, Mäßigkeit und Sparsamkeit, bei den Reicheren Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Eine gleichmäßigere Verteilung des Besitzes würde ohne Zwangsmaßregeln bewerkstelligt, und dann würde das Gesamtvermögen der Menschheit vollständig ausreichen, um Allen einen entsprechenden Unterhalt zu schaffen.

Wäre indes nicht Übervölkerung zu befürchten? Nein! Denn zunächst würden sehr viele (wie es jetzt in warm katholischen Gegenden geschieht) im Streben nach Vollkommenheit freiwillige Keuschheit beobachten. Obendrein würde Niemand heiraten, der nicht eine Familie ernähren könnte; das Gegenteil wäre sündhafter Leichtsinn.

Mit Hunger und Armuts-Elend wäre eine Hauptursache der Krankheiten beseitigt; eine weitere – die Ausschweifungen – fiele gleichfalls hinweg. Kurz! Wir hätten so ungefähr paradiesische Zustände, Zustände, ähnlich jenen, welche die Sozialdemokraten törichter Weise von der Verwirklichung ihrer Pläne sich und Andern versprechen.

Annähernd sind derartige Zustände wirklich erreicht worden, wo die Kirche ungestört ihre entsündigende und heiligende Kraft üben konnte. Die Reduktionen von Paraguay liefern ein Beispiel. Missionare versicherten, man könne annehmen, daß in manchen Reduktionen ganze Jahre hindurch nie eine schwere Sünde begangen werde. Auch von einer Gegend unweit Rom konnten vor längeren Jahren einige Volksmissionare versichern, sie hätten in zwölf Ortschaften Missionen gehalten, und keine einzige schwere Sünde sei ihnen zu Ohren gekommen. An der Aufrichtigkeit der Beichtenden war nicht zu zweifeln. Das Beichtgeheimnis aber stand jener Mitteilung nicht entgegen, da es sich nicht um Mitteilung von Sünden handelte, noch von sonst etwas, was unter das Beichtsiegel fiele. Die Leute waren glücklich. Doch die Dinge wurden anders, als kirchenfeindliche Mächte so glückliche Zustände vernichteten.

Nur selten freilich gelang es, die Sünde derart in irgendwie größerem Umfang zu verdrängen. Es liegt das meist nicht in der Gewalt weder der Kirche, noch auch einer kleinen Zahl von Gutgesinnten. Was aber in der Gewalt jedes Einzelnen liegt, ist, daß er selbst seine Sünden begeht. Und das erfordert sein eigenes Interesse; denn auch für den Einzelnen ist die Sünde die größte Torheit. Beobachten wir das näher!

siehe den Beitrag: Die Sünde ist die größte Torheit

aus: Ludwig von Hammerstein SJ, Sonn- und Festtagslesungen für die gebildete Welt,1989, S. 234-236

Aus: https://katholischglauben.info/wenn-es-d...de-nicht-gaebe/


Liebe Grüße, Blasius


zuletzt bearbeitet 06.04.2019 09:36 | nach oben springen


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