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Maria, Jung­frau vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt.

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 30.04.2016 10:18
von Kristina (gelöscht)
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Die Wahrheit verkündigen,
den Glauben verteidigen

Predigten des H.H. Prof. Dr. Georg May

Die Jung­frau­en­geburt

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Wenn auf dem Dach eines Hau­ses ein Zie­gel her­ab­fällt, bemüht sich der Haus­herr, den Scha­den so bald wie mög­lich zu erset­zen. Denn es ist dadurch ein Loch ent­stan­den; und wenn der Wind kommt und der Sturm weht, kann das ganze Dach durch diese Lücke abge­deckt wer­den. Die Ärzte und die Kran­ken­kas­sen emp­feh­len die Vor­sor­ge­un­ter­su­chung. Man soll sich zum Arzt bege­ben, bevor man krank ist, um even­tu­elle ver­bor­gene Krank­heits­herde ent­de­cken zu las­sen. Am Anfang kann man oft noch Hei­lung brin­gen. Wenn das Lei­den fort­ge­schrit­ten ist, ist keine Hei­lung mehr mög­lich. Wie im mate­ri­el­len und im kör­per­li­chen Bereich ist es ähn­lich auch im geis­ti­gen. Sie kön­nen eine lange Rech­nung durch­füh­ren und alle Rechen­ope­ra­tio­nen mit einer Aus­nahme rich­tig vor­ge­nom­men haben: Die eine fal­sche Rech­nung macht die ganze Rech­nung falsch. Es ist aber auch so im reli­giö­sen Bereich. Hier gibt es Men­schen, die sagen: Es kommt nicht dar­auf an, ob man die­ses oder jenes glaubt, Haupt­sa­che, daß man im all­ge­mei­nen reli­giös ist, daß man an Gott glaubt und im übri­gen ein anstän­di­ger Mensch ist.

Nein, meine lie­ben Freunde, im reli­giö­sen Bereich hängt eine Wahr­heit an der ande­ren. Wer die eine preis­gibt, der gefähr­det die ande­ren. Diese Regel hat sich deut­lich gezeigt, als sich vor eini­ger Zeit in einer Tages­zei­tung eine Dis­kus­sion erhob über die Jung­frau­en­geburt. Da trat ein Mon­s­i­gnore auf, der behaup­tete, der kör­per­li­che Aspekt der Jung­frau­en­geburt sei unbe­acht­lich, es komme nur auf die geis­tige Seite an; er berief sich dabei auf den soge­nann­ten Erwach­se­nen­ka­te­chis­mus, den die deut­schen Bischöfe her­aus­ge­ge­ben haben. In die­sem Erwach­se­nen­ka­te­chis­mus steht tat­säch­lich der Satz: „Nicht der phy­sio­lo­gi­sche Vor­gang der Geburt war anders, viel­mehr war die­ses Gesche­hen vom per­so­na­len Mit­voll­zug her ein Zei­chen des Hei­les und des Geheilt­s­eins des Men­schen.“ Nicht der phy­sio­lo­gi­sche Vor­gang war anders! Dage­gen erhob das Glau­bens­be­wußt­sein wacher katho­li­scher Chris­ten Ein­spruch. Sie waren und sind über­zeugt, daß auch der phy­sio­lo­gi­sche Vor­gang bei der Geburt Jesu anders war. Zum phy­sio­lo­gi­schen Vor­gang gehö­ren die Unver­sehrt­heit bei der Geburt und die Schmerz­lo­sig­keit, und gerade diese Kom­po­nente der Jung­frau­en­geburt wird von der Kir­che seit alters­her aus­ge­sagt. Der Welt­ka­te­chis­mus, den der Hei­lige Vater erlas­sen hat, spricht anders und deut­li­cher. Er sagt näm­lich: „Schon in den ers­ten For­mu­lie­run­gen des Glau­bens hat die Kir­che bekannt, daß Jesus ein­zig durch die Kraft des Hei­li­gen Geis­tes im Schoß der Jung­frau Maria emp­fan­gen wurde. Auch der leib­li­che Aspekt die­ses Gesche­hens wurde aus­ge­sagt. Sie hat Jesus ohne Samen aus Hei­li­gem Geist emp­fan­gen.“ Auch der leib­li­che Aspekt die­ses Gesche­hens wird mit aus­ge­sagt! In der Tat ist die Beschrän­kung der Jung­frau­en­geburt auf den geis­ti­gen Mit­voll­zug eine Ein­schrän­kung der katho­li­schen Wahr­heit. Den geis­ti­gen Mit­voll­zug hat Maria selbst­ver­ständ­lich geleis­tet, aber er ist kein Zei­chen, denn er ist ja inner­lich, ver­bor­gen in der Seele. Ein Zei­chen muß etwas sein, was im äuße­ren Bereich etwas anzeigt. Und ein Zei­chen kann die Jung­frau­en­geburt nur sein, wenn eben auch die leib­li­che Kom­po­nente ein­deu­tig der Jung­frau­en­geburt zuzu­ord­nen ist. Die Kir­che sagt die Jung­fräu­lich­keit Mari­ens vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt aus. Vor der Geburt: Nun, daß sie durch Über­schat­tung des Hei­li­gen Geis­tes das Kind emp­fan­gen hat. In der Geburt: Daß die Geburt anders als bei ande­ren Frauen geschah. Sie hatte nicht die Beschwer­den, die nor­ma­ler­weise mit der Geburt ver­bun­den sind, und der neu­ge­bo­rene Knabe ging aus ihrem Schoße her­vor wie ein Licht­strahl durch ein Kris­tall. So wie Jesus durch die ver­schlos­se­nen Türen ging, so ähn­lich-unähn­lich voll­zog sich die leib­li­che Geburt unse­res Hei­lan­des. Nach der Geburt: Maria hat kein Kind mehr gebo­ren. Sie war völ­lig von der Auf­gabe, die­ses eine, die­ses Got­tes­kind zu hegen und zu pfle­gen, in Anspruch genom­men, daß sie gewis­ser­ma­ßen keine Kraft und keine Zeit mehr hatte für andere Kin­der.

Der Unglaube weist dar­auf hin, daß im Evan­ge­lium mehr­fach die Rede ist von Brü­dern Jesu. Joseph und Jako­bus hei­ßen seine Brü­der. Die katho­li­sche Kir­che hat unbe­irrt von Anfang an daran fest­ge­hal­ten, daß es keine leib­li­chen Brü­der Jesu aus der Got­tes­mut­ter Maria waren, son­dern Ver­wandte, Vet­tern. Und diese Ansicht ruht nicht in der Luft. Sie ist durch das Evan­ge­lium gedeckt; denn im Evan­ge­lium nach Matt­häus heißt es, daß Joseph und Jako­bus die Söhne einer ande­ren Maria waren, also nicht der Got­tes­mut­ter Maria, son­dern einer Ver­wand­ten Mari­ens, viel­leicht einer Schwes­ter. Es war damals nicht unüb­lich, daß zwei Schwes­tern den­sel­ben Namen tru­gen.

Die Jung­fräu­lich­keit Mari­ens war und ist ein Zei­chen, näm­lich ers­tens für die Got­tes­sohn­schaft Jesu. Daß Maria durch Über­schat­tung des Hei­li­gen Geis­tes ihren Sohn emp­fing, ist ein Zei­chen dafür, daß ihr Kind von einer ein­zig­ar­ti­gen Dig­ni­tät ist. Ihr Kind sollte nicht, wie andere Kin­der die­ser Welt, dem Wol­len des Man­nes zu ver­dan­ken sein, son­dern ihr Kind sollte ein­zig und allein Gott zum Vater haben. Jesus hat kei­nen ande­ren Vater als Gott. Sowohl sei­ner gött­li­chen Natur nach als sei­ner mensch­li­chen Natur nach ist Gott sein Vater.

Zwei­tens: Jesus setzt den neuen Anfang. Er ist der neue Adam. Der alte Adam war von der Erde, der neue Adam ist vom Him­mel. Er ver­dankt sich ein­zig und allein der All­macht Got­tes; und die­ser neue Adam lei­tet die neue Schöp­fung ein, die neue Schöp­fung, die nicht aus dem Wol­len des Man­nes, nicht aus dem Geblüte gebo­ren ist, son­dern aus Hei­li­gem Geiste durch das Was­ser der Taufe und den Glau­ben. Weil er der neue Adam sein sollte, mußte er den Anfang machen mit der Bega­bung des Hei­li­gen Geis­tes, den er nicht geteilt hat, son­dern in Fülle hat, in sol­cher Fülle, daß aus sei­ner Fülle wir alle emp­fan­gen konn­ten und kön­nen.

Drit­tens: Die Jung­fräu­lich­keit Mari­ens ist auch ein Aus­druck ihrer völ­li­gen Gott­ge­hö­rig­keit. „Selig du, die du geglaubt hast!“ Ja, warum mußte sie denn glau­ben? Weil eben das, was aus ihr gebo­ren wer­den sollte, auf ganz andere Weise zustande kam. Sie mußte dem Wort Got­tes trauen, das ihr eine uner­hörte Nach­richt brachte. Und so ist diese Jung­fräu­lich­keit Mari­ens ein Zei­chen ihrer bedin­gungs­lo­sen Hin­gabe an Gott, ihres wahr­haf­ti­gen und gänz­li­chen Über­ge­ben­seins an Gott im Glau­ben.

Es ist keine Klei­nig­keit, an der Jung­fräu­lich­keit Mari­ens fest­zu­hal­ten. Es ist keine Neben­säch­lich­keit, mit der Kir­che zu glau­ben: Maria war Jung­frau vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt. Durch die­ses Geheim­nis, durch die­ses Wun­der, das Gott an Maria gewirkt hat, gibt er einen Hin­weis auf die Men­schwer­dung des Soh­nes Got­tes. Weil Maria in einer unver­gleich­li­chen Weise Gott gehörte und weil sie auf eine ein­zig­ar­tige Weise den Mes­sias emp­fan­gen sollte, des­we­gen wurde ihr Kind auch auf eine völ­lig neue Weise gebo­ren. „Siehe, du wirst emp­fan­gen und einen Sohn gebä­ren. Sein Name wird sein Ema­nuel, denn er wird sein Volk erlö­sen von den Sün­den.“

Amen.


2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!
2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!
1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!
2.Petr 1,21 Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes!
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#2

RE: Maria, Jung­frau vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt.

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 30.04.2016 10:23
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Die Wahrheit verkündigen,
den Glauben verteidigen
Predigten des H.H. Prof. Dr. Georg May



Die Jung­frau­schaft der Got­tes­mut­ter

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

An den ver­gan­ge­nen Sonn­ta­gen haben wir klar­ge­macht, was es bedeu­tet, wenn wir beken­nen: Maria ist immer­wäh­rende Jung­frau. Wir haben gese­hen, daß ihre Jung­frau­schaft drei Ele­mente umfaßt, näm­lich die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit, die Bewah­rung von jeder Sünde gegen die Keusch­heit und die Frei­heit von der unge­ord­ne­ten Begier­lich­keit. Es blei­ben einige Fra­gen und Ein­wände zu beant­wor­ten.

Zunächst geht es um das Wesen der leib­li­chen Unver­sehrt­heit Mari­ens. Diese Frage kön­nen wir nur mit einen „non liquet“ beant­wor­ten. Sie ist ein Geheim­nis, die leib­li­che Unver­sehrt­heit, so wie es die ganze Offen­ba­rung ist. Sie ist ein Wun­der der gött­li­chen All­macht, und man kann ver­su­chen, durch Ver­glei­che in das Geheim­nis ein­zu­drin­gen.

Die Kir­chen­vä­ter sagen, die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit Mari­ens könne man ver­glei­chen mit dem Durch­gang eines Licht­strahls durch ein Prisma, durch ein Glas. Man kann die leib­li­che Unver­sehrt­heit auch in Par­al­lele set­zen zu dem Auf­er­ste­hungs­vor­gang, als der Herr durch Fel­sen und Fes­seln hin­durch­brach. Man kann die leib­li­che Unver­sehrt­heit zu ver­ste­hen suchen, indem man sich an das Gehen des Auf­er­stan­de­nen durch ver­schlos­sene Türen erin­nert. Und letzt­lich kann man sie ver­glei­chen mit dem Ent­ste­hen eines Gedan­kens im Geiste.

Aber das alles sind spär­li­che Hin­weise, und wenn wir sie über­zie­hen, wür­den wir die Wirk­lich­keit der Emp­fäng­nis und die Wirk­lich­keit der Geburt Christi gefähr­den.

Eine zweite Frage ist: Warum ist der Logos, die zweite Per­son Got­tes, nicht in einer Fami­lie wie andere gebo­ren wor­den, warum hat er nicht einen irdi­schen Vater wie alle ande­ren einen irdi­schen Vater haben? Dar­auf gibt es zwei fal­sche und vier rich­tige Ant­wor­ten. Die erste fal­sche Ant­wort lau­tet, es sei mit der Würde der Got­tes­mut­ter unver­träg­lich gewe­sen, daß ihr Sohn ins Leben trat, wie andere Men­schen ins Leben tre­ten. Eine sol­che Mei­nung ver­kennt die Würde der Ehe. Die Ehe ist eine Ein­rich­tung Got­tes, die Ehe ist in das Heils­mys­te­rium Got­tes hin­ein­ge­nom­men, sie ist zur Würde eines Sakra­men­tes erho­ben, und des­we­gen ist es aus­ge­schlos­sen, daß eine Emp­fäng­nis Jesu in der Weise, wie andere Men­schen emp­fan­gen wer­den, wegen der Würde der Emp­fan­gen­den aus­ge­schlos­sen gewe­sen wäre.

Die zweite fal­sche Ant­wort lau­tet, es wäre ein irdi­scher Vater in Kon­kur­renz mit dem himm­li­schen Vater getre­ten. Nein, das ist aus­ge­schlos­sen. Eine sol­che Kon­kur­renz wäre nur mög­lich, wenn der himm­li­sche Vater bei der Ent­ste­hung Jesu mit­ge­wirkt hätte, wie es die Göt­ter­le­gen­den, wie es die Mythen ver­kün­den. Dort naht sich in phan­tas­ti­scher Weise der Gott einer irdi­schen Frau und tritt mit ihr in irdi­schen Ver­kehr. Sol­che Vor­stel­lun­gen sind vom Gott des Neuen Tes­ta­men­tes völ­lig fern­zu­hal­ten. Er ist über jede Geschlecht­lich­keit erha­ben, seine Ein­wir­kung auf Maria ist in kei­ner Weise zu ver­glei­chen mit dem Tun eines irdi­schen Vaters in einer nor­ma­len irdi­schen Fami­lie. Das sind fal­sche Ant­wor­ten, die wir abwei­sen, sie sind mit der Würde des Schöp­fer­got­tes und mit der Würde des Erlö­ser­got­tes unver­ein­bar.

Aber wel­ches sind dann die Gründe, warum Maria jung­fräu­lich emp­fing, warum Jesus also ohne irdi­schen Vater ent­stan­den ist, warum er kei­nen bio­lo­gi­schen Vater, wie man heute sagt, hat?

Der erste Grund ist darin gele­gen, daß die völ­lige Gna­den­haf­tig­keit der Erlö­sung dadurch ange­deu­tet wer­den soll. Die Erlö­sung ist allein dem Erbar­men Got­tes zu ver­dan­ken. Der Mensch kann nichts ande­res tun, als im Auf­neh­men die Hände aus­zu­brei­ten und das Herz zu öff­nen. Die Erlö­sung ist nicht dem Tat­wil­len eines Man­nes zu ver­dan­ken, sie ist nicht aus der Initia­tive eines Men­schen ent­sprun­gen, son­dern die Erlö­sung ist allein Gott zu ver­dan­ken, und das ist ange­deu­tet in der jung­fräu­li­chen Emp­fäng­nis Mari­ens. „Der Hei­lige Geist wird über dich kom­men, und die Kraft des Aller­höchs­ten wird dich über­schat­ten.“ Die Erlö­sung ist ein Vor­gang vom Jen­seits und nicht vom Dies­seits.

Der zweite Grund wird darin gele­gen sein, daß durch diese Weise der Emp­fäng­nis die Ein­zig­ar­tig­keit des Emp­fan­ge­nen ange­deu­tet wer­den soll. Jesus geht nicht auf im mensch­li­chen Bereich, er ist nicht zu fas­sen allein mit irdi­schen Kate­go­rien, er kommt aus einem jen­seits­men­sch­li­chen Bereich, aus einem über­ir­di­schen Bereich, er kommt aus der über­welt­li­chen Wirk­lich­keit Got­tes. Und diese Ein­zig­ar­tig­keit sei­nes Wesens wird ange­deu­tet durch die Ein­zig­ar­tig­keit sei­ner Ent­ste­hung. Es ist also die Jung­fräu­lich­keit, die jung­fräu­li­che Emp­fäng­nis Mari­ens ein Hin­weis auf die über­ra­gende Würde des Emp­fan­ge­nen.

Ein drit­ter Grund kann darin gele­gen sein, daß in die­ser Emp­fäng­nis der End­zu­stand abge­bil­det wird. Wel­ches ist der End­zu­stand, dem die Welt ent­ge­gen­geht? Der End­zu­stand ist der neue Him­mel und die neue Erde. Und wie ist er beschaf­fen? Er ist so beschaf­fen, daß der Herr sagt: Das ist ein Zustand, wo sie nicht mehr hei­ra­ten und nicht mehr ver­hei­ra­tet wer­den, wo also die irdi­schen Geschlechts­ver­hält­nisse auf­ge­ho­ben sind. Und die­sen Zustand scheint die jung­fräu­li­che Emp­fäng­nis Mari­ens abzu­bil­den. Das ist sehr sinn­voll, denn es ist der in ihrem Schoß ent­stan­den, der den End­zu­stand her­auf­führt. Es ist der Keim des Erlö­sers in sie gelegt, der den neuen Him­mel und die neue Erde her­bei­füh­ren wird. Des­we­gen ist es höchst gezie­mend und ange­mes­sen, daß er in einer Weise emp­fan­gen wurde, die eben ein Hin­weis auf die­sen End­zu­stand ist.

Der vierte Grund wird darin gele­gen sein, daß in der jung­fräu­li­chen Emp­fäng­nis die Vor­be­halt­lo­sig­keit der Hin­gabe ange­deu­tet ist. Maria war ein Mensch, der wie kein ande­rer unter den Sterb­li­chen in einer unbe­ding­ten Weise sich Gott über­ant­wor­tet hat. Sie war gewis­ser­ma­ßen ein lee­res Blatt, auf das Gott hin­ein­schrei­ben konnte, was er wollte. „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach dei­nem Wort!“ Das ist die vor­be­halt­lose Hin­gabe. Und diese rest­lose Über­eig­nung wird in dem Vor­gang der jung­fräu­li­chen Geburt ange­deu­tet, weil jetzt Gott sich auf eine ganz andere Weise mit dem Men­schen ein­läßt als vor­her, indem er selbst auf Erden erscheint.

Nun wer­den aber, meine lie­ben Freunde, eine Reihe von Ein­wen­dun­gen vor­ge­tra­gen, Ein­wände, die sich teil­weise auf die Bibel stüt­zen. Wir wis­sen ja, daß es Bibel­chris­ten gibt, die mit der Bibel in der Hand als Kampf­buch gegen die katho­li­sche Kir­che arbei­ten. Und so sagt man: Aber in den Evan­ge­lien ist doch die Rede von den Brü­dern Jesu, also scheint doch Maria noch wei­tere Kin­der gehabt zu haben. Es ist auch von Schwes­tern die Rede. Jesus scheint also in einer kin­der­rei­chen Fami­lie auf­ge­wach­sen zu sein. Wo bleibt da die Jung­fräu­lich­keit Mari­ens? Das ist tat­säch­lich die Mei­nung vie­ler Pro­tes­tan­ten. Diese Mei­nung ist falsch, und diese Falsch­heit läßt sich bewei­sen. Im Mar­ku­sevan­ge­lium ist im 7. Kapi­tel, 3. Vers die Rede von „Brü­dern Jesu.“ „Ist das nicht der Zim­mer­manns­sohn, ein Bru­der des Jako­bus, Joses, Judas und Simon?“ Hier wer­den also Brü­der, angeb­li­che Brü­der Jesu genannt, Jako­bus und Joses. Aber diese sel­ben Brü­der wer­den ein paar Kapi­tel wei­ter in Mar­kus 15, Vers 40 als Söhne einer ande­ren Maria bezeich­net, also nicht der Maria, der Mut­ter Got­tes, son­dern einer zwei­ten Maria. „Unter dem Kreuze stan­den Maria Magda­lena, Maria, die Mut­ter des Jako­bus und des Joses.“ Also sind Jako­bus und Joses, obwohl sie als Brü­der des Herrn bezeich­net wer­den, Söhne einer ande­ren Mut­ter.

Und das Johan­nes­evan­ge­lium sagt uns sogar, wer der Vater ist. Denn in Johan­nes 19 Vers 25 wird gesagt, daß unter dem Kreuze stan­den „seine Mut­ter, die Schwes­ter sei­ner Mut­ter, Maria, die Frau des Kleo­phas“. Die Frau des Kleo­phas! Sie ist also von der Mut­ter­got­tes ver­schie­den, sie hat einen ande­ren Mann, und der heißt Kleo­phas. Da sehen wir, daß es sich also bei den Brü­dern nicht um Söhne der­sel­ben Mut­ter und des­sel­ben Vaters han­deln kann, son­dern um Ver­wandte, um nahe Ver­wandte.

Ein sol­cher Sprach­ge­brauch ist schon im Alten Tes­ta­ment bezeugt. Das Alte Tes­ta­ment ist ja ursprüng­lich in hebräi­scher Spra­che geschrie­ben, und die hebräi­sche Spra­che hat kein Wort für „Vet­ter“. Wenn wir das Wort „Vet­ter“ gebrau­chen, dann sagt das Alte Tes­ta­ment „Bru­der“. Es gibt kein hebräi­sches, es gibt kein ara­mä­i­sches Wort für Vet­ter oder Cou­sin. Ein Bei­spiel: Es wird berich­tet, daß Abra­ham aus Ägyp­ten kam und daß auch Lot bei ihm war. Sie besa­ßen viele Her­den, und das Wei­de­land war knapp. Da sagte Abra­ham zu Lot: „Es soll keine Zwie­tracht geben zwi­schen mir und dir, zwi­schen mei­nen und dei­nen Hir­ten, denn wir sind ja Brü­der!“ Aber Lot ist gar nicht der Bru­der Abra­hams. Ein paar Zei­len vor­her wird gesagt, daß er der Bru­der­sohn Abra­hams ist, also sein Neffe. Er wird aber als Bru­der bezeich­net. Das ist ein Bei­spiel dafür, daß eben die Bibel nahe Ver­wandte, die nicht von dem­sel­ben Vater und nicht von der­sel­ben Mut­ter abstam­men, als Brü­der oder auch als Schwes­tern bezeich­net.

Außer­dem wäre es rät­sel­haft, wenn Jesus Brü­der, leib­li­che Brü­der gehabt hätte, warum er dann ster­bend am Kreuze seine Mut­ter einem Frem­den anver­traut hat. Es ist doch ganz nor­mal, daß er gesagt hätte: Meine Brü­der wer­den sich um dich küm­mern, Mut­ter. Nein, er bestellt Johan­nes zum Pfle­ger, zum Hüter sei­ner Mut­ter. „Siehe da, dein Sohn, siehe da, deine Mut­ter!“

Aber da wird noch ein ande­rer Ein­wand gemacht. Im Matt­häu­sevan­ge­lium heißt es: „Sie gebar ihren erst­ge­bo­re­nen Sohn.“ Wenn ein Erst­ge­bo­re­ner da ist, so argu­men­tiert man, dann wer­den auch Zweit- und Dritt­ge­bo­rene vor­han­den sein. Auch diese Argu­men­ta­tion geht fehl. Immer und in jedem Falle heißt der erste Sohn einer Fami­lie Erst­ge­bo­re­ner, ohne Rück­sicht dar­auf, ob noch zweite oder dritte Söhne kom­men. Wenn jemand als Erst­ge­bo­re­ner bezeich­net wird, dann ist damit in kei­ner Weise aus­ge­sagt, daß er Geschwis­ter hat, son­dern es wird damit nur betont: Alle Rechte, die dem Erst­ge­bo­re­nen zukom­men, lie­gen bei ihm.

So ist also auch in die­ser Rede­weise nichts gegen die Jung­fräu­lich­keit, gegen die immer­wäh­rende Jung­fräu­lich­keit Mari­ens aus­ge­sagt. Da tritt noch eine letzte Frage auf: Ja, warum hat dann Maria über­haupt gehei­ra­tet, wenn sie eben nicht mit ihrem Manne in Gemein­schaft leben wollte, wie es sonst der Fall ist? Die Ant­wort dar­auf muß lau­ten: Sie hat gehei­ra­tet, damit das gött­li­che Kind vor Elend und Schande bewahrt blieb. Wäre das Kind näm­lich in einem nicht­ehe­li­chen Ver­hält­nis zur Welt gekom­men, wäre Maria nicht ver­hei­ra­tet gewe­sen, dann wäre Not und Schmach die Folge für Mut­ter und Kind gewe­sen. Um vor Elend und Schande bewahrt zu blei­ben, hat Gott die Anord­nung getrof­fen, daß sein Sohn in einer nor­ma­len Fami­lie zur Welt kom­men sollte.

Man fragt, was die Worte bedeu­ten: „Wie soll das gesche­hen, da ich kei­nen Mann erkenne?“ Sie kön­nen in zwei­fa­cher Weise gedeu­tet wer­den: Jetzt stehe ich nicht in ehe­li­cher Gemein­schaft mit einem Manne. Ich bin zwar ver­lobt mit Josef, aber wir ste­hen nicht in Ver­bin­dung mit­ein­an­der; wir haben keine Gemein­schaft, weil die Heim­füh­rung in das Haus Josefs noch nicht erfolgt ist.

Die zweite Deu­tung sagt: Die Worte „Wie soll das gesche­hen, da ich kei­nen Mann erkenne?“ bedeu­ten, daß Maria über­haupt nicht, nie­mals und zu kei­ner Zeit einem Manne ange­hö­ren wollte. So sagt Augus­ti­nus, sie habe ein Gelübde der Jung­fräu­lich­keit gemacht. Augus­ti­nus ist kein Trä­ger der Offen­ba­rung, aber er ist ein gro­ßer Theo­loge. Des­we­gen sollte man mei­nen, daß seine Äuße­rung Gewicht hat.

Wie immer es sein mag, eines ist sicher: Maria hat das getan, was Gott von ihr ver­langt hat, und er hat eben von ihr ver­langt, daß sie die selige Pforte des himm­li­schen Wor­tes sein solle, daß sie den gebä­ren solle, der zwar einen himm­li­schen Vater hat, aber kei­nen irdi­schen Vater. Und Josef hat sich in die­ses Ver­hält­nis gefügt. Es ist ihm durch gött­li­che Offen­ba­rung gewiß gewor­den, daß er Maria hüten und schüt­zen, aber nicht besit­zen sollte und daß er der Pfle­ger und Hüter des in ihr ent­stan­de­nen Soh­nes sein sollte.

Das alles liegt in dem Worte: „Siehe, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach dei­nem Wort!“ Die Kraft der Liebe und die Kraft der Hin­gabe ist ent­schei­dend. Und als Maria erkannt hat, was Gott von ihr wollte, da hat sie nichts ande­res getan; sie hat sich gefügt und unter­ge­ord­net. „Ich bin eine Magd des Herrn.“ Schreibe auf die­ses Blatt Papier, so hat sie gleich­sam zu Gott gespro­chen, was du willst. Ich bin erge­ben, ich bin dir vor­be­halt­los aus­ge­lie­fert. Mir geschehe nach dei­nem Wort!

Amen.


2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!
2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!
1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!
2.Petr 1,21 Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes!
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RE: Maria, Jung­frau vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt.

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 30.04.2016 10:26
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den Glauben verteidigen
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Pre­digtreihe: Die Heils­be­deu­tung Mari­ens

Die Jung­fräu­lich­keit Mari­ens

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Durch die Geburt aus einer Frau ist Jesus in die Abfolge der mensch­li­chen Geschlech­ter ein­ge­tre­ten. Er ist ein Glied in der Reihe der Gene­ra­tio­nen. Aber er ist nicht in die Abfolge der Geschlech­ter gebannt. Er über­ragt sie viel­mehr durch seine jung­fräu­li­che Geburt. Es ist ein Glau­bens­satz unse­rer Kir­che, daß die Mut­ter Jesu immer­wäh­rende Jung­frau ist; wir spre­chen von ihrer Jung­fräu­lich­keit vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt.

Die Jung­fräu­lich­keit Mari­ens vor der Geburt besagt: Ihr Kind wurde nicht emp­fan­gen auf die gewöhn­li­che Weise, wie sonst eben neues mensch­li­ches Leben ent­steht, son­dern was im nor­ma­len Lauf der Dinge das männ­li­che Prin­zip tut, das wurde durch die All­macht, durch die schöp­fe­ri­sche Kraft Got­tes bewirkt. Die Jung­fräu­lich­keit in der Geburt besagt, daß Maria leib­lich unver­sehrt blieb. Gleich­zei­tig war sie völ­lig Gott hin­ge­ge­ben und frei von jeder Sünde gegen die Keusch­heit und von jeder Regung der unge­ord­ne­ten Begier­lich­keit. Die Jung­fräu­lich­keit nach der Geburt beinhal­tet, daß Maria auch nach dem Gebo­ren­wer­den Jesu keine geschlecht­li­che Bezie­hung unter­hielt.

Wir sind die­ses Glau­bens­ge­heim­nis­ses gewiß durch die Ver­kün­di­gung der Kir­che. In den Glau­bens­be­kennt­nis­sen und in ande­ren Äuße­run­gen von Kon­zi­lien und von Päps­ten wer­den wir mit Gewiß­heit über die drei­fa­che Jung­fräu­lich­keit Mari­ens erfüllt. Das Kon­zil vom Lateran im Jahre 649 hat den Satz auf­ge­stellt: „Wer nicht mit den hei­li­gen Vätern im eigent­li­chen und wah­ren Sinne die hei­lige und immer jung­fräu­li­che und unbe­fleckte Maria als Got­tes­ge­bä­re­rin bekennt, da sie eigent­lich und wahr­haft das gött­li­che Wort selbst, das vom Vater vor aller Zeit gezeugte, in den letz­ten Zei­ten ohne Samen vom Hei­li­gen Geist emp­fan­gen und unver­sehrt gebo­ren hat, indem unver­letzt blieb ihre Jung­frau­schaft auch nach der Geburt, der sei ver­wor­fen.“ Wenig spä­ter hat das Elfte Kon­zil zu Toledo (Spa­nien) im Jahre 675 erklärt: „Von ihr (Maria) ist Chris­tus in einer neuen Ord­nung und in einer neuen Geburt gebo­ren wor­den. In einer neuen Ord­nung, weil der durch seine Gott­heit Unsicht­bare sicht­bar im Flei­sche erschie­nen ist; in einer neuen Geburt aber ist er gebo­ren wor­den, weil unbe­rührte Jung­frau­schaft, die das Bei­la­ger eines Man­nes nicht kannte, ihm in ihrem durch die Über­schat­tung des Hei­li­gen Geis­tes frucht­bar gewor­de­nen Schoß einen Leib berei­tet hat. Diese Jung­frau­en­geburt kann mit natür­li­chem Ver­stand nicht begrif­fen wer­den und steht ohne Bei­spiel da. Könnte man sie natür­lich begrei­fen, wäre sie nicht wun­der­bar; könnte man noch ein ande­res Bei­spiel anfüh­ren, wäre sie nicht ein­zig daste­hend.“ Und schließ­lich noch ein letz­tes Zeug­nis von Papst Siri­cius aus dem Jahre 392. Es trat damals ein Bischof von Sar­dika (dem heu­ti­gen Sofia) auf, der sagte, Maria habe nach der Geburt Christi noch ande­ren Kin­dern das Leben geschenkt, den Brü­dern Jesu. Dage­gen wand­ten sich die illy­ri­schen Bischöfe auf einer Ver­samm­lung in Thes­sa­lo­nich, aber um letzte Gewiß­heit zu erlan­gen, haben sie den Papst ange­ru­fen, der ihnen zurück­ge­schrie­ben hat: „Mit Recht ist Eure Hei­lig­keit davor zurück­ge­schreckt, daß aus dem glei­chen jung­fräu­li­chen Schoß, aus dem Chris­tus dem Flei­sche nach gebo­ren wurde, noch eine andere Geburt her­vor­ge­gan­gen sein soll. Jesus hätte sich nicht die Geburt aus einer Jung­frau gewählt, wenn er sie als so wenig ent­halt­sam hätte betrach­ten müs­sen, daß sie jene Geburts­stätte des Lei­bes des Herrn, jene Halle des ewi­gen Königs, durch mensch­li­che Begat­tung ent­weihte.“

Diese Leh­r­äu­ße­run­gen der Kir­che sind der Wider­hall der Hei­li­gen Schrift. Die Evan­ge­lis­ten Matt­häus und Lukas bezeu­gen ein­deu­tig in ihren Schrif­ten die jung­fräu­li­che Geburt Jesu. Nach Lukas kommt schöp­fe­ri­scher Geist über Maria, über­schat­tet sie die Kraft des Aller­höchs­ten. Die bei­den Aus­drü­cke sind gleich­be­deu­tend. Die Rede­wen­dun­gen: über Maria kom­men und sie über­schat­ten besa­gen wegen des Par­al­le­lis­mus der Glie­der das­selbe. Des­we­gen muß das Wort „über­schat­ten“ in dem­sel­ben Sinne ver­stan­den wer­den wie „über Maria kom­men“. Es wird jede irgend­wie gear­tete sexu­elle Bezie­hung abge­wie­sen. Ähn­lich wie der Geist Got­tes in einer Wolke ver­hüllt über der Stifts­hütte schwebte und sie über­schat­tete, ähn­lich wurde Maria vom Hei­li­gen Geist über­schat­tet, d.h. er war in ihr unmit­tel­bar, ohne mensch­li­che Betei­li­gung wirk­sam.

Die wun­der­bare Geburt Jesu war im Alten Tes­ta­mente vor­aus­ver­kün­det. An der Schwelle zum Neuen Tes­ta­ment steht die Gestalt der Eli­sa­beth. Sie, die alte Frau, hat noch in ihrem Alter ein Kind emp­fan­gen. Sie, die Unfrucht­bare, wurde Mut­ter, und das sollte ein Zei­chen sein, ein Zei­chen für die Glaub­wür­dig­keit der Engels­bot­schaft. Ähn­lich wie ein Wun­der an Eli­sa­beth gesche­hen ist, ähn­lich – frei­lich noch in viel grö­ße­rem Maße – sollte ein Wun­der in Maria gesche­hen. Wenn die Engels­bot­schaft Maria sagte: „Siehe, du wirst emp­fan­gen und einen Sohn gebä­ren, und du sollst ihm den Namen Jesus geben“, dann wußte sie, die alt­tes­ta­ment­lich Gläu­bige, sofort, daß hier auf das Buch des Pro­phe­ten Isaias ange­spielt wurde. Denn im 7. Kapi­tel die­ses Buches ist die Rede von einer Jung­frau. „Siehe, die Jung­frau wird emp­fan­gen und einen Sohn gebä­ren, und du sollst ihm den Namen Ema­nuel, Gott mit uns, geben.“

Gegen diese Stelle der Hei­li­gen Schrift läuft der Unglaube Sturm. Man sagt, hier sei gar nicht von einer Jung­frau die Rede, son­dern von einer jun­gen Frau. Das hebräi­sche Wort „Alma“ kommt im Alten Tes­ta­ment neun­mal vor. An kei­ner die­ser neun Stel­len besagt „Alma“ die ver­hei­ra­tete Frau. Wohl aber ist an eini­gen Stel­len ein­deu­tig aus­zu­ma­chen, daß es das hei­rats­fä­hige Mäd­chen besagt. Die grie­chi­sche Über­set­zung des hebräi­schen Alten Tes­ta­men­tes, die soge­nannte Sep­tua­ginta, gibt daher diese Stelle mit „par­the­nos“ wie­der, d.h. Jung­frau. Die Über­set­zer haben also in dem Worte „Alma“ die Jung­fräu­lich­keit aus­ge­spro­chen gefun­den. Und in der Tat, daß eine junge Frau gebiert, ist etwas Selbst­ver­ständ­li­ches, das kann kein Zei­chen sein. Daß aber eine Jung­frau gebiert und den Namen gibt, weil kein Vater da ist, der den Namen geben könnte, das ist ein Zei­chen. Diese Ver­hei­ßung ist in Maria erfüllt. Die Hoff­nun­gen des Alten Bun­des sind in Maria zu ihrem Gip­fel gekom­men. Die jung­fräu­li­che Emp­fäng­nis, die jung­fräu­li­che Geburt Mari­ens wird von Lukas und Matt­häus ein­deu­tig aus­ge­sagt.

Jetzt will ich aber die Ein­wände anfüh­ren, die gegen die­ses Zeug­nis vor­ge­bracht wer­den. Man ver­weist auf die Stelle im Matt­häu­sevan­ge­lium, wo es heißt: „Josef erkannte Maria nicht, bis sie ihren Sohn gebar.“ Da sagen man­che: „Aha, nach­her hat er sie also erkannt!“ Erken­nen ist eine Bezeich­nung für die Einung der Gat­ten. Dar­auf hat schon der hei­lige Hie­rony­mus die Ant­wort gege­ben: „Die Schrift sagt nicht, was nach­her gesche­hen ist; die Schrift sagt, was bis dahin gesche­hen ist.“ „Er erkannte sie nicht“, und mehr will die Schrift nicht sagen. Dann weist man dar­auf hin, daß von den bei­den Evan­ge­lis­ten Josef als der Vater Jesu bezeich­net wird. Die Evan­ge­lis­ten geben wie­der, daß das Volk, vor allem die Bewoh­ner in Naza­reth, Josef als den Vater Jesu ansa­hen. Ja, natür­lich. Das ist ein ver­ständ­li­cher Irr­tum. Wie soll­ten sie auch auf die jung­fräu­li­che Geburt kom­men, wenn Maria nicht davon gespro­chen hat? Und sie hat das Geheim­nis in sich bewahrt, und Josef des­glei­chen. Es ist auch kein Ein­wand, wenn man auf die Stamm­bäume hin­weist. Lukas und Matt­häus bie­ten Stamm­bäume. Da sagen die Ungläu­bi­gen: Diese Stamm­bäume haben nur dann einen Sinn, wenn das Blut die­ser Vor­fah­ren über Josef zu Jesus gekom­men ist. Kei­nes­wegs. Die­sel­ben Evan­ge­lis­ten, die die Stamm­bäume bie­ten, bezeu­gen die jung­fräu­li­che Geburt Jesu. Sie sehen also kei­nen Wider­spruch darin. Die Stamm­bäume behal­ten ihren Sinn, auch wenn Josef nur der gesetz­li­che Vater Jesu war.

Maria ist in einer Weise von Gott bean­sprucht wor­den, daß eine wei­tere ehe­li­che Bezie­hung zu ihrem Gat­ten Josef undenk­bar erscheint. Ihr öffent­li­ches Amt war es, den Erlö­ser zur Welt zu brin­gen. Von die­ser Auf­gabe, von die­ser heils­ge­schicht­li­chen Auf­gabe war sie ganz und gar bean­sprucht. Sie konnte nicht nur neben­bei und gewis­ser­ma­ßen im Vor­über­ge­hen erfüllt wer­den. Nein, diese Auf­gabe war das Zen­trum ihres Daseins, der Kern der Per­sön­lich­keit Mari­ens. Von die­ser Auf­gabe war sie völ­lig und vor­be­halt­los bean­sprucht, so daß eine wei­tere ehe­li­che, geschlecht­li­che Bezie­hung für sie in kei­ner Weise in Frage kom­men konnte.

Man weist dann dar­auf hin, daß Jesus der Erst­ge­bo­rene genannt wird. Wenn ein Erst­ge­bo­re­ner da ist, muß dann nicht auch ein Zweit- und Dritt­ge­bo­re­ner vor­han­den sein? Kei­nes­wegs. Nach dem Alten Tes­ta­ment (im Buche Exo­dus) war der Erst­ge­bo­rene Gott geweiht, er war Gott gehö­rig, und des­we­gen mußte er aus­ge­löst wer­den (Mariä Licht­meß), d.h. es mußte die auf den Stamm Levi über­ge­gan­gene Aus­son­de­rung zum Dienste Got­tes gewis­ser­ma­ßen abge­kauft wer­den. Die Tat­sa­che, daß ein Erst­ge­bo­re­ner da ist, besagt nur, daß sich an ihm die gesetz­li­chen Bestim­mun­gen über die Erst­ge­burt erfüll­ten. Auch wenn kein wei­te­res Kind gebo­ren wird, ist das ein­zige Kind, das ein­zige männ­li­che Kind, der Erst­ge­bo­rene. In Ägyp­ten wurde eine Inschrift, eine jüdi­sche Grab­in­schrift gefun­den, sie geht auf eine Mut­ter, die bei der Geburt ihres ers­ten Kin­des gestor­ben ist, namens Arsi­noe. Die Grab­in­schrift lau­tet: „Das Schick­sal führte mich an das Ende mei­nes Lebens in den Wehen der Geburt mei­nes Erst­ge­bo­re­nen.“ Das Schick­sal führte mich an das Ende mei­nes Lebens in den Wehen der Geburt mei­nes Erst­ge­bo­re­nen. Das ist also ein kla­rer Beweis, daß der Erst­ge­bo­rene auch dann die­sen Namen trägt, wenn keine wei­te­ren Kin­der fol­gen.

Und noch ein letz­ter Ein­wand. Es ist von Brü­dern und Schwes­tern Jesu die Rede in den Evan­ge­lien. Ein­mal wird ihm gesagt: Deine Brü­der, deine Schwes­tern war­ten drau­ßen mit der Mut­ter. Er soll her­aus­kom­men – wir haben uns diese Bege­ben­heit am vori­gen Sonn­tag vor Augen geführt. Zu die­sem Ein­wand ist fol­gen­des zu bemer­ken: Das Hebräi­sche und das Ara­mä­i­sche, also die Spra­chen, die in Paläs­tina hei­misch waren, ken­nen kein Wort für Vet­ter. Sie bezeich­nen den Vet­ter, den Cou­sin, als Bru­der. Und die grie­chi­sche Über­set­zung, die Sep­tua­ginta, gibt das Wort, das wir als Vet­ter bezeich­nen wür­den, mit „adelp­hos“, mit „Bru­der“ wie­der, bezeich­net also den Vet­ter als Bru­der. Zu die­sem phi­lo­lo­gi­schen Argu­ment kommt ein wei­te­res. Im 6. Kapi­tel des Mar­ku­sevan­ge­li­ums wer­den zwei „Brü­der“ Jesu mit Namen genannt, Jako­bus und Joseph. Im 15. Kapi­tel des­sel­ben Evan­ge­li­ums wird gesagt, daß diese bei­den angeb­li­chen Brü­der Jesu die Kin­der einer ande­ren Maria sind, die nicht die Mut­ter Jesu ist. Nicht Maria, die Mut­ter Jesu, ist die Mut­ter die­ser bei­den, son­dern eine andere Maria. Damit ist ganz ein­deu­tig geklärt, daß die­ser Sprach­ge­brauch, wie ihn die katho­li­sche Kir­che immer ver­stan­den hat, in dem Sinne ver­stan­den wer­den muß, daß von den Ange­hö­ri­gen der Sippe, nicht aber von leib­li­chen Brü­dern Jesu die Rede ist. Ein letz­tes Argu­ment kann man dar­aus zie­hen, daß Jesus am Kreuze seine Mut­ter einem Frem­den, dem Johan­nes, anver­traut hat und nicht etwa einem von den angeb­lich vor­han­de­nen ande­ren Söh­nen.

Meine lie­ben Freunde, wie die Hei­lige Schrift aus­zu­le­gen ist, das lehrt mit Gewiß­heit nicht die Phi­lo­lo­gie und auch nicht das im Ein­zel­nen wir­kende Zeug­nis des Hei­li­gen Geis­tes. Wie die Hei­lige Schrift aus­zu­le­gen ist, das sagt in letz­ter Linie nur die ver­bind­li­che Aus­le­gung der Kir­che. Darin ist der Hei­lige Geist, der ver­bor­gene Haupt­ver­fas­ser der Hei­li­gen Schrift, selbst wirk­sam. Die ver­bind­li­che Aus­le­gung der Kir­che ist die Selbst­in­ter­pre­ta­tion der Hei­li­gen Schrift durch den Hei­li­gen Geist.

Amen.


2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!
2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!
1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!
2.Petr 1,21 Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes!
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#4

RE: Maria, Jung­frau vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt.

in Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria 30.04.2016 17:53
von Kristina (gelöscht)
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http://www.kathpedia.com/index.php?title=Jungfrau_Maria

Jungfrau Maria

Die Jungfrau Maria, lebte ihr ganzes Leben jungfräulich. Die Lateransynode des Jahres 649 unter Papst Martin I. hebt die drei Momente der Jungfräulichkeit Mariens hervor, wenn sie von der „heiligen, immer jungfräulichen und makellosen Maria“ lehrt, .sie habe ohne Samen vom Heiligen Geist empfangen, ohne Verletzung (ihrer Jungfräulichkeit) geboren, und ihre Jungfräulichkeit habe auch nach der Geburt unversehrt fortbestanden“ (D 256).

"Maria war Jungfrau vor, in und nach der Geburt" (Dogma).

Die Jungfräulichkeit Mariens schließt in sich die stete jungfräuliche Gesinnung (virginitas mentis), die Freiheit von ungeordneten Regungen des geschlechtlichen Begehrens (virginitas sensus), und die leibliche Unversehrtheit (virginitas corporis). Das kirchliche Dogma bezieht sich zunächst auf die leibliche Unversehrtheit.

A) Dogma der Jungfräulichkeit vor der Geburt

“Maria empfing ohne Mitwirkung eines Mannes vom Heiligen Geist“

Der Glaube der Kirche an die jungfräuliche (aktive) Empfängnis Mariens ist in allen Glaubenssymbolen ausgesprochen. Das Symbolum Apostolicum bekennt: Der vom Heiligen Geist empfangen wurde. VgI. D 86, 256, 993.

Dass Maria bis zum Zeitpunkt ihrer aktiven Empfängnis jungfräulich lebte, bezeugt Lk 1, 26f: „Der Engel Gabriel wurde von Gott gesandt ... zu einer Jungfrau, ... und der Name der Jungfrau war Maria.“ Die jungfräuliche Empfängnis Mariens sagte schon im Alten Bund der Prophet Isaias in der berühmten Emmanuelweissagung Is 7, 14 voraus: "Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und sie wird seinen Namen Emmanuel (= Gott mit uns) nennen."

Das Judentum hat die Stelle noch nicht messianisch aufgefasst. Das Christentum hat sie von Anfang an auf den Messias bezogen, da es das Zeichen erfüllt sah. Vgl. Mt 1, 22 f. Der erhobene Vorwurf, die Septuaginta habe das hebräische Wort „ha 'alma“ unrichtig, die Jungfrau statt die junge Frau wiedergegeben, ist unberechtigt, da das Wort „ha 'alma“ im biblischen Sprachgebrauch ein unberührtes heiratsfähiges Mädchen bezeichnet. Vgl. Gn 24, 43 mit Gn 24,16; Ex 2,8; Ps 67, 26; Hll, 2 (M 1,3); 6,7 (M 6,8). Der Zusammenhang verlangt die Bedeutung „Jungfrau"; denn ein außerordentliches Zeichen liegt nur dann vor, wenn eine Jungfrau als Jungfrau empfängt und gebiert.

Die Erfüllung der isaianischen Weissagung berichten Mt 1, 18 ff und Lk 1, 26ff. Mt 1, 18: „Als Maria, seine Mutter, mit Joseph verlobt war, da fand sich, bevor sie zusammenkamen, dass sie empfangen hatte vom Heiligen Geist." Lk 1, 34: „Maria aber sprach zum Engel: Wie wird dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 35. Und der Engel gab ihr zur Antwort: (Der) Heilige Geist wird auf dich herabkommen, und (die) Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten." Da Maria in rechtsgültiger Ehe mit Joseph lebte, war dieser der gesetzliche Vater Jesu. Lk 3, 23: „der Sohn Josephs, wie man glaubte.“ Vgl. Lk 2, 23. 48.

Die Väter bezeugen die jungfräuliche Empfängnis Mariens mit voller Einmütigkeit. Vgl. Ignatius von Antiochien, Smyrn. 1, 1: .wahrhaft geboren aus einer Jungfrau"; TralI. 9,1; Eph. 7,2; 18,2; 19,1. Die Väter verteidigen, von Justin angefangen, die messianische Deutung von Is 7, 14 und betonen, dass die Worte so zu verstehen sind, dass die Mutter des Emmanuel als Jungfrau empfangen und gebären werde.

Die Jungfrau MARIA
B) Dogma der Jungfräulichkeit bei der Geburt

“Maria gebar ohne Verletzung ihrer jungfräulichen Unversehrtheit“
(Dogma auf Grund der allgemeinen Lehrverkündigung)

Das Dogma besagt, dass die körperliche Integrität Mariens beim Geburtsakt nicht verletzt wurde. Wie bei der Empfängnis, so blieb auch bei der Geburt ihre jungfräuliche Unversehrtheit erhalten. Die Art und Weise ihres Gebärens hatte darum den Charakter des Außerordentlichen an sich. Die nähere Bestimmung, worin die jungfräuliche Unversehrtheit in der Geburt nach der physiologischen Seite besteht, gehört nicht zum Glauben der Kirche. Nach den Aussagen des kirchlichen Lehramtes und nach den Zeugnissen der Tradition ist jedoch daran festzuhalten, dass die Jungfräulichkeit in der Geburt von der Jungfräulichkeit in der Empfängnis verschieden ist und als ein neues Moment zu ihr hinzukommt.

Die theologische Erklärung bringt die körperliche Unversehrtheit bei der Geburt in Zusammenhang mit der Freiheit von der ungeordneten Begierlichkeit. Diese hatte eine einzigartige Herrschaft der geistigen Kräfte über die körperlichen Organe und Vorgänge zur Folge. Daraus ergibt sich, dass sich Maria bei der Geburt Jesu vollkommen aktiv verhielt, wie es auch die Heilige Schrift andeutet (Lk 2,7). Auf diese Weise lässt sich das Fehlen körperlichen Schmerzes und vor allem das Fehlen sexueller Affekte erklären. Die körperliche Unversehrtheit ist das materielle Element der Jungfräulichkeit in der Geburt, während das Fehlen sexueller Affekte das formelle Element ist.

Is 7, 14 kündigt an, dass die Jungfrau (als Jungfrau) gebären werde. Auf die jungfräuliche Geburt des Herrn beziehen die Väter auch in typischem Sinne das Wort des Propheten Ezechiel von der verschlossenen Pforte (Ez 44,2; vgl. Ambrosius, Ep. 42, 6; Hieronymus, Ep. 49, 21), das Wort des Propheten Isaias von der schmerzlosen Geburt (Is 66, 7; vgl. Irenäus, Epid. 54; Johannes von Damaskus, De fide orth. IV 14) und das Wort des Hohenliedes vom verschlossenen Garten und vom versiegelten Quell (HI 4, 12; vgl. Hieronymus, Adv. Jov. I 31; Ep.49, 21).

Ignatius von Antiochien bezeichnet nicht bloß die Jungfräulichkeit Mariens, sondern auch ihr Gebären als ein „laut zu verkündendes Geheimnis“ (Eph.19, 1). Zur Veranschaulichung des Geheimnisses bedienen sich die Väter und Theologen verschiedener Analogien: des Hervorgehens Christi aus dem versiegelten Grab, des Hindurchgehens durch verschlossene Türen, des Hindurchgehens des Sonnenstrahles durch Glas, der Geburt des Logos aus dem Schoße des Vaters, des Hervorgehens des menschlichen Gedankens aus dem Menschengeist.

Siehe auch: Virginitas in partu

C) Dogma der Jungfräulichkeit nach der Geburt

“Maria lebte auch nach der Geburt Jesu jungfräulich“

Papst Siricius wies (392) die Lehre des Bonosus zurück (D 91). Das 5. allgemeine Konzil (553) wendet auf Maria den Ehrentitel „immerwährende Jungfrau" an (D 214, 218, 227). VgI. die Erklärungen der Lateransynode 649 und Pauls IV. (1555). D 256, 993. Auch die Liturgie feiert Maria als .immerwährende Jungfrau". VgI. das Gebet Communicantes im Messkanon.

Die Heilige Schrift bezeugt die Fortdauer der Jungfräulichkeit Mariens nach der Geburt nur indirekt. Die Tatsache, dass der sterbende Erlöser seine Mutter der Obhut des Jüngers Johannes anvertraute (Jo 19,26: „Frau, siehe da, dein Sohn"), setzt voraus, dass Maria außer Jesus keine anderen Kinder hatte (VgI. Origenes, In Ioan. I 4 (6),23).

Die traditionelle Auslegung zu Lk 1, 34: "Wie soll dies geschehen, da im keinen Mann erkenne?" folgert aus der Antwort Mariens, dass sie auf Grund besonderer göttlicher Erleuchtung den Vorsatz steter Jungfräulichkeit gefasst habe. Augustinus nimmt sogar ein förmliches Jungfräulichkeitsgelübde an. Unter den in der Heiligen Schrift mehrmals genannten "Brüdern Jesu“, die bezeichnenderweise niemals „Söhne Mariens“ genannt werden, sind nahe Verwandte Jesu zu verstehen (Vgl. Mt 13, 55 mit Mt 27,56, Jo 19,25 und Gal 1, 19).

Aus der Stelle Lk 2, 7: „und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn“ (vgl. Mt 1, 25 nach Vg), kann nicht gefolgert werden, dass Maria nach Jesus noch andere Kinder geboren habe, da im Judentum auch der einzige Sohn als „erstgeborener“ Sohn bezeichnet wurde. Der Titel „Erstgeborener“ schloss nämlich besondere Vorrechte und Pflichten in sich. Vgl. Hebr 1, 6, wo der eingeborene Sohn Gottes der „Erstgeborene“ Gottes genannt wird. Die Stellen Mt 1, 18: „bevor sie zusammenkamen“, und Mt 1,25: „er erkannte sie nicht, bis sie ihren Sohn gebar", besagen, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die Ehe nicht vollzogen wurde, keineswegs aber, dass sie hernach vollzogen wurde (VgI. Gn 8, 7; 2 Sm 6,23; Mt 28, 20).

Unter den Vätern treten als Verteidiger der Jungfräulichkeit Mariens nach der Geburt hervor: Origenes, Ambrosius, Hieronymus, Augustinus, Basilius und Johannes von Damaskus.


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