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#1

Kardinal Kasper: Das Fest Peter und Paul – ein ökumenischer Auftrag

in Katechese 30.06.2014 22:53
von blasius (gelöscht)
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Kardinal Kasper: Das Fest Peter und Paul – ein ökumenischer Auftrag


„Unsere Uneinigkeit schadet der Sache des Evangeliums und ist ein Skandal vor der Welt. So hat es vor 50 Jahren das II. Vatikanische Konzil klipp und klar gesagt. Das Fest Peter und Paul sollte uns an unsere ökumenische Verpflichtung erinnern und uns ermutigen, gemeinsam den Aufbruch neu zu wagen.“ Das betont Kardinal Walter Kasper anlässlich des römischen Patronatsfestes Peter und Paul an diesem Sonntag. Das Fest Peter und Paul enthalte „einen noch nicht eingelösten ökumenischen Auftrag“, der heute dringender sei als je, so der Kardinal mit Blick auf den katholisch-evangelischen Dialog in einem Beitrag für Radio Vatikan.

-

Das Fest Peter und Paul ist das Patronatsfest der Stadt Rom. Denn Petrus und Paulus haben in Rom gewirkt, sie haben in Rom den Märtyrertod erlitten und mit ihrem Blut den Boden Roms getränkt. Seit frühsten Jahrhunderten werden ihre Gräber in Rom verehrt. Unter der Peterskuppel das Grab des Apostels Petrus und in St. Paul draußen vor den alten römischen Stadtmauern wurde in jüngster Zeit der Sarkophag des Apostels Paulus freigelegt.
Die Bedeutung der Apostel Petrus und Paulus reicht weit über Rom und über die römisch-katholische Kirche hinaus. Sie betrifft die gesamte Christenheit. Denn alle Kirchen stehen auf dem gemeinsamen Fundament der Apostel. Alle Kirchen müssen sich immer wieder neu an ihm messen und auf diesem Fundament die Kirche in die Zukunft hinein aufbauen. Alle müssen wie Petrus und Paulus lebendige, mutige, dynamische, missionarische Kirche sein, eine Kirche im Aufbruch, wie Papst Franziskus sagt.

So ist das Fest Peter und Paul eine ökumenische Herausforderung. Beide Apostel waren bei aller Gemeinsamkeit recht verschieden. Sie sind sogar in heftigen Streit geraten. Dann haben sie sich als Zeichen der Versöhnung die Hand gereicht und haben auf unterschiedlichen Wegen den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus bezeugt.
Auf Paulus bezieht sich vor allem die evangelische Christenheit. Bei ihm fand Martin Luther die Lehre von der Rechtfertigung im Glauben, d.h. die Botschaft, dass wir nicht aufgrund unserer guten Werke gerettet werden, sondern aufgrund der Gnade und Barmherzigkeit Gottes. Über diese Lehre haben sich evangelische und katholische Christen über 400 Jahre lang gespalten. Heute sind wir uns, Gott sei Dank, in den Grundzügen dieser Lehre einig. Besonders Papst Franziskus hat die Barmherzigkeit Gottes in befreiender Weise ganz ins Zentrum seiner Predigt gerückt.
Für die katholische Kirche ist Petrus wichtig geworden. Auch er lebte ganz aus der Barmherzigkeit. Er hat den Herrn verraten. Trotzdem hat ihm der Herr noch am Abend vor seinem Tod den Auftrag gegeben, seine Brüder zu stärken. Er hat ihm den Namen Petrus gegeben und ihn sozusagen zum Felsen gemacht.

Über die Auslegung dieser Worte haben sich die Kirchen gespalten. Die Schuld liegt auf allen Seiten. Heute machen wir Anstrengungen, den Graben zu überwinden. Schon Papst Johannes Paul II. hat die anderen Christen eingeladen, mit ihm in einen Dialog einzutreten, wie das Petrusamt heute in einer Weise ausgeübt werden kann, dass es für alle akzeptabel ist. Papst Franziskus hat diese Einladung jüngst bei seiner Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus wiederholt. Einzelne, allerdings noch zaghafte Schritte wurden bereits gemacht; aber leider sind wir noch lange nicht am Ziel, dass wir uns wie damals Petrus und Paulus die Hand reichen, um dann auf unterschiedlichen Wegen das eine und selbe Evangelium zu bezeugen.
So enthält das Fest Peter und Paul einen noch nicht eingelösten ökumenischen Auftrag, der heute dringender ist als je. Unsere Uneinigkeit schadet der Sache des Evangeliums und ist ein Skandal vor der Welt. So hat es vor 50 Jahren das II. Vatikanische Konzil klipp und klar gesagt. Das Fest Peter und Paul sollte uns an unsere ökumenische Verpflichtung erinnern und uns ermutigen, gemeinsam den Aufbruch neu zu wagen.



(rv 29.06.2014 sk/pr)






Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/...trag/ted-809285
des Internetauftritts von Radio Vatikan

Zitat, Auszug:

Er hat ihm den Namen Petrus gegeben und ihn sozusagen zum Felsen gemacht.

Über die Auslegung dieser Worte haben sich die Kirchen gespalten

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#2

RE: Kardinal Kasper: Das Fest Peter und Paul – ein ökumenischer Auftrag

in Katechese 01.07.2014 01:23
von Aquila • 5.547 Beiträge

Lieber blasius, liebe Leser/innen

Wieder einmal leider Wischi-Waschi Aussagen von Kardinal Kasper.
So wie bereits bei seiner Rede bez. "Wiederverheiratet Geschiedener"

Die "neue Kirche" (3)

Diesmal redet er ein querbeet Begriffs-Durcheinander inkl. schlicht nicht richtigen Aussagen.

Nur das Wichtigste:

1. Kardinal Kasper meint:

Er hat ihm den Namen Petrus gegeben und ihn sozusagen zum Felsen gemacht.
Über die Auslegung dieser Worte haben sich die Kirchen gespalten


Unser Herr und Gott Jesus Christus hat dem Apostel Simon Barjona den
Namen Petrus bewusst gegeben und ihn somit nicht bloss "sozusagen"
zum Felsen gemacht sondern hat
auf diesen Felsen Seine Kirche gestiftet.
die eine heilige katholische und apostolische Kirche
.


Von welchen "Kirch-en" der Kardinal hier siniert, die sich
"gespalten" haben sollen, bleibt ein Rätsel und ist in der Sache
auch grundfalsch und führt zum zweiten Punkt.

2. Kardinal Kasper:

Denn alle Kirchen stehen auf dem gemeinsamen Fundament der Apostel.
Alle Kirchen müssen sich immer wieder neu an ihm messen und auf diesem Fundament die Kirche in die Zukunft hinein aufbauen.


Eine derartige Aussage ist nicht nur daneben, sondern auch gefährlich.....
suggeriert sie doch fälschlicherweise eine "Vielzahl von Kirch-en" Varianten
auf einem ang. "gemeinsamen Fundament".
Damit wird versucht,
das alleinige Fundament der alleinigen Kirche Christi
gleichsam zugunsten eines künftigen "ökumenischen Kirchenprojektes"
auszuhebeln.
Christus ist aber keine "Vielehe" eingegangen !

Seine alleinige Braut ist die eine heilige katholische und apostolische Kirche .
Und deren Glieder sind denn auch eins untereinander.
Die Einheit in der Heiligen Mutter Kirche und ihrer unfehlbaren Lehre.

Weiter sind die Lobeshymnen auf Luther fast schon traurige "Norm"



Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 01.07.2014 01:25 | nach oben springen

#3

RE: Kardinal Kasper: Das Fest Peter und Paul – ein ökumenischer Auftrag

in Katechese 01.07.2014 09:21
von blasius (gelöscht)
avatar

Lieber Aquila,

Deine Worte:

Von welchen "Kirch-en" der Kardinal hier siniert, die sich
"gespalten" haben sollen, bleibt ein Rätsel und ist in der Sache
auch grundfalsch und führt zum zweiten Punkt.


Es kann sein dass der Kardinal die Evangelischen Kirchen meint,
nach dem- Zitat, Auszug:

Auf Paulus bezieht sich vor allem die evangelische Christenheit. Bei ihm fand Martin Luther die Lehre von der Rechtfertigung im Glauben, d.h. die Botschaft, dass wir nicht aufgrund unserer guten Werke gerettet werden, sondern aufgrund der Gnade und Barmherzigkeit Gottes.

Zitat, Auszug:

Unsere Uneinigkeit schadet der Sache des Evangeliums und ist ein Skandal vor der Welt. So hat es vor 50 Jahren das II. Vatikanische Konzil klipp und klar gesagt.

Hat der Kardinal da nicht recht?

Dazu eventuell passend:

Weshalb haben wir heute eigentlich vielfach einen so lauen, schwammigen Glauben ?

Liebe Grüße, blasius

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#4

RE: Kardinal Kasper: Das Fest Peter und Paul – ein ökumenischer Auftrag

in Katechese 01.07.2014 13:00
von Aquila • 5.547 Beiträge

Lieber blasius


Die Aussage von Kardinal Kasper ist so oder so unzutreffend.

Ich weise immer wieder darauf hin, dass die Bezeichnung
"Kirchen-Spaltung"
keinerlei Berechtigung hat.

Leider wird heute "wie selbstverständlich"
- zunehmend auch von katholischer Seite ! -
die Bezeichnung "Kirche "
auf die protestantischen Gemeinschaften angewandt.

Dies entspricht nicht der Lehre der Kirche.

Von "Kirchen-Spaltung " kann also keine Rede sein.
Mehr noch:

Die von Luther angezettelte und vollendete sog.
"Reformation" war
überhaupt keine wie auch immer angedachte
"Abspaltung"
sondern
ein Abfall / eine Trennung
von der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche,
der Heiligen Mutter Kirche
.


Mit anderen Worten:
Luther's Anmassung hat Millionen von der Kirche
getrennt und in die Häresie gestürzt.
Keinesfalls ist es denn so, dass nun etwa "nur ein Teil der Kirche abgespaltet wäre".
Die protestantischen Gemeinschaften sind
keine
"Kirche" im eigentlichen Sinne.
( gem. Schreiben "Dominus Jesus" der Glaubeskongregation aus dem Jahre 2000)



Weiter kann auch keinerlei Zweifel darin bestehen, dass
Einheit und Einigkeit
alleine durch das Band der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche
besteht

und somit für jene von ihr Abgefallenen auch
alleine durch die Rückkehr in den Schoss der Heiligen Mutter Kirche zu finden ist.


Bezüglich der Hofierung bez. der falschen Rechtfertigungslehre Luther 's
durch "den Glauben allein" sei noch einmal in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen,
dass Luther das Wort "alleine" eigenmächtig hinzugefügt hat,
sprich den Brief des hl. Paulus gefälscht hat.


Im griechischen Urtext findet sich kein "alleine".
Doch Luther' Anmassung bewog ihn auch dazu,
seine falsche Eigeninterpretation auch durch Schriftfälschung zu behaupten.

Hier die lutherische Fälschung:


Röm 28
So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke,
allein durch den Glauben.


und hier die richtige Übersetzung:


Röm 3,28
Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch
gerecht wird durch Glauben,
unabhängig von Werken des Gesetzes.


Also keine Silbe von "alleine" durch Glauben.

Letzteres widerspräche auch diametral der Mahnung des hl. Jakobus:

-

Jak 2,14
Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,
aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?

Jak 2,15
Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot
Jak 2,16
und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden,
wärmt und sättigt euch!,
ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das?
Jak 2,17
So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.
Jak 2,18
Nun könnte einer sagen:
Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen;
zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke.
Jak 2,19
Du glaubst: Es gibt nur den einen Gott.
Damit hast du Recht; das glauben auch die Dämonen und sie zittern.
Jak 2,20
Willst du also einsehen, du unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?
Jak 2,21
Wurde unser Vater Abraham nicht aufgrund seiner Werke als gerecht anerkannt?
Denn er hat seinen Sohn Isaak als Opfer auf den Altar gelegt.
Jak 2,22
Du siehst, dass bei ihm der Glaube und die Werke zusammenwirkten
und dass erst durch die Werke der Glaube vollendet wurde.
Jak 2,23
So hat sich das Wort der Schrift erfüllt:
Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet,
und er wurde Freund Gottes genannt.
Jak 2,24 Ihr seht, dass der Mensch aufgrund seiner Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein.
Jak 2,25
Wurde nicht ebenso auch die Dirne Rahab durch ihre Werke als gerecht anerkannt,
weil sie die Boten bei sich aufnahm und dann auf einem anderen Weg entkommen ließ?
Jak 2,26
Denn wie der Körper ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke.

-

Freundliche Grüsse und Gottes Segen.

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