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#1

Papstpredigt zum Fest Epiphanie: „Geistliche Schläue“

in Katechese 06.01.2014 17:25
von blasius (gelöscht)
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Papstpredigt zum Fest Epiphanie: „Geistliche Schläue“


Wir dokumentieren hier die Predigt des Papstes zum Gottesdienst am Epiphaniefesttag im Petersdom

„Lumen requirunt lumine“,


„Durch dein Licht streben sie zum Licht“

Diese ausdrucksstarke Wendung eines liturgischen Hymnus zum Fest der Erscheinung des Herrn bezieht sich auf die Erfahrung der Sterndeuter: Indem sie einem Licht folgen, suchen sie das Licht. Der Stern, der am Himmel erschienen ist, entzündet in ihrem Verstand und in ihrem Herzen ein Licht, das sie zur Suche des großen Lichtes Christi bewegt. Die Sterndeuter folgen treu jenem Licht, das sie innerlich erfüllt, und sie begegnen dem Herrn.

In diesem Weg der Sterndeuter aus dem Osten ist die Bestimmung eines jeden Menschen angedeutet: Unser Leben ist ein Gehen, erleuchtet von den Lichtern, die die Straße hell machen, um die Fülle der Wahrheit und der Liebe zu finden, die wir Christen in Jesus, dem Licht der Welt, erkennen. Und jeder Mensch hat wie die Sterndeuter zwei große „Bücher“ zur Verfügung, aus denen er die Hinweise entnimmt, um sich auf der Pilgerschaft zu orientieren: das Buch der Schöpfung und das Buch der Heiligen Schrift. Es ist wichtig, aufmerksam zu sein, wachsam, Gott zu hören, der zu uns spricht. So wie der Psalm in Bezug auf das Gesetz des Herrn sagt: „Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade“ (Ps 119,105). Insbesondere das Evangelium hören, es lesen, es betrachten, es zu unserer geistlichen Nahrung machen, das erlaubt uns, dem lebendigen Jesus zu begegnen, ihn und seine Liebe zu erfahren.

Die erste Lesung lässt durch den Mund des Propheten Jesaja den Aufruf Gottes an Jerusalem wieder erklingen: „Auf, werde Licht!“ (60,1). Jerusalem ist berufen, die Stadt des Lichts zu sein, die das Licht Gottes auf die Welt zurückstrahlt und den Menschen hilft, auf seinen Wegen zu gehen. Dies ist die Berufung und Sendung des Volkes Gottes in der Welt. Aber Jerusalem kann diesen Ruf des Herrn auch nicht erfüllen. Das Evangelium berichtet uns, dass die Sterndeuter, als sie nach Jerusalem kamen, den Anblick des Sterns kurz verloren, sie sahen ihn nicht mehr. Insbesondere im Palast des Königs Herodes ist sein Licht nicht da: dieser Ort ist dunkel, hier regieren Finsternis, Misstrauen, Angst, Neid. Herodes zeigt sich in der Tat argwöhnisch und beunruhigt ob der Geburt eines schwachen Kindes, in dem er einen Rivalen sieht. In Wirklichkeit ist Jesus nicht gekommen, um ihn, eine erbärmliche Marionette, sondern den Fürsten dieser Welt zu stürzen! Trotzdem fühlen der König und seine Berater, dass ihre Machtstrukturen ins Wanken geraten, sie fürchten, dass die Spielregeln auf den Kopf gestellt werden, dass der Schein aufgedeckt wird. Eine ganze Welt, die auf Herrschaft, auf Erfolg, auf Besitz, auf Korruption gegründet ist, wird durch ein Kind in eine Krise gestürzt! Und Herodes geht soweit, die Kinder zu töten. Ein Kirchenvater schrieb: „Du mordest den Leib der Kleinen, aber die Furcht mordet dein Herz“ (Quodvultdeus: Sermo de symbolo 2, 4: PL 40, 655). Er hatte Angst und die Angst hat ihn verrückt gemacht.

Die Sterndeuter waren in der Lage, jenen gefährlichen Augenblick der Dunkelheit bei Herodes zu überwinden, weil sie der Schrift glaubten, dem Wort der Propheten, das Bethlehem als den Geburtsort des Messias benannte. So entflohen sie der Abgestumpftheit der Nacht der Welt, nahmen den Weg nach Bethlehem wieder auf, und dort sahen sie erneut den Stern und si wurden wie das Evangelium sagt „von sehr großer Freude“ (Mt 2,10) erfüllt.

Ein Aspekt des Lichtes, das uns auf dem Weg des Glaubens leitet, ist auch die heilige „Schläue“. Das ist auch eine Tugend, nicht wahr? Die „heilige Schläue“. Es handelt sich um jene geistliche Gerissenheit, die uns Gefahren erkennen und vermeiden lässt. Die Sterndeuter wussten dieses Licht der „Schläue“ zu nutzen, als sie auf ihrem Rückweg entschieden, nicht über den dunklen Palast des Herodes zu gehen, sondern auf einem anderen Weg heimzukehren. Diese Weisen aus dem Osten lehren uns, wie wir nicht in den Hinterhalt der Finsternis fallen und wie wir uns gegen die Dunkelheit verteidigen können, die unser Leben zu umfangen sucht.

Mit dieser „Schläue“ haben sie den Glauben bewahrt. Und auch wir müssen den Glauben bewahren, ihn vor dem Dunkel bewahren. Aber dieses Dunkel verkleidet sich manchmal als Licht. Manchmal kleidet sich der Dämon, wie Paulus sagt, als Engel des Lichts. Und hier braucht es diese heilige „Schläue“, um den Glauben zu bewahren, ihn vor den Sirenengesängen zu bewahren, die dir sagen: „Schau, heute müssen wir dieses machen und jenes …“. Aber der Glaube ist eine Gnade, ein Geschenk. Es ist an uns, ihm mit der heiligen Schläue zu bewahren, mit Gebet, mit Liebe, mit Nächstenliebe.

Wir müssen in unserem Herzen das Licht Gottes aufnehmen und zugleich jene geistliche Schläue üben, die Einfachheit und Schlauheit zu verbinden weiß, wie Jesus von seinen Jüngern verlangt: „Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben“ (Mt 10,16).
Am Fest der Erscheinung des Herrn, an dem wir gedenken, dass Jesus uns Menschen im Antlitz eines Kindes geoffenbart wurde, erfahren wir die Sterndeuter an unserer Seite wie weise Weggefährten. Ihr Beispiel helfe uns, den Blick zum Stern zu erheben und den großen Sehnsüchten unseres Herzens zu folgen. Sie lehren uns, uns nicht mit einem mittelmäßigen Leben, mit dem Kleinem zufrieden zu geben, sondern uns immer faszinieren zu lassen vom Guten, Wahren und Schönen …, von Gott, der all das in immer größerer Weise ist! Und sie lehren uns, uns nicht vom Schein betrügen zu lassen, von dem, was für die Welt groß, weise und mächtig ist. Man darf hier nicht stehen bleiben. Wir müssen den Glauben bewahren, das ist heute ganz wichtig: Den Glauben bewahren. Man muss weiter gehen, über das Dunkel hinaus, über das Faszinierende der Sirenen, über die Weltlichkeit hinaus, über so viele Modernitäten hinaus, nach Bethlehem, dorthin, wo in der Einfachheit eines Hauses der Peripherie, bei einer Mutter und einem Vater voller Liebe und Glaube, die Sonne aus der Höhe erstrahlt, der König des Universums. Nach dem Beispiel der Sterndeuter wollen wir mit unseren kleinen Lichtern das Licht suchen, wir wollen den Glauben bewahren. So sei es.



Zusatzinformation:

Der Hymnus, welchen der Papst zitiert, ist der Hymnus „A solis ortus cardine“ aus dem 5. Jahrhundert. Einige Strophen sind als eigenständiger Hymnus zum Fest Epifanie in die Liturgie eingegangen. Die vom Papst zitierte Strophe:

Ibant magi, qua venerant
stellam sequentes praeviam,
lumen requirunt lumine,
deum fatentur munere.

In der Übertragung Martin Luthers:

Dem Stern die Weisen folgen nach,solch Licht zum rechten Licht sie bracht. Sie zeigen mit den Gaben drei, dies Kind Gott, Mensch und König sei.

Oder wörtlich übersetzt:

Die Weisen gingen, wie sie gekommen waren, dem Stern, der ihnen vorausging, folgend. Durch ein Licht streben sie zum Licht, bekennen Gott mit ihrem Geschenk.

(rv 06.01.2014 ord)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/...0%9C/ted-761465

des Internetauftritts von Radio Vatikan

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#2

RE: Papstpredigt zum Fest Epiphanie: „Geistliche Schläue“

in Katechese 06.01.2014 23:32
von Aquila • 4.829 Beiträge

Lieber blasius

Als vertiefende Ergänzung :

Wir lesen im
heiligen Evangelium nach Matthäus
( 10, 16-20 ) die Aufforderung
unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS:
-
" Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe (....) "
-

Nun fragen sich sicherlich Einige zurecht;
wie kann dies sein ?
Reissen denn die Wölfe nicht die Schafe ?
Im Grunde genommen schon !

Aber der tiefe Sinn dieses Vergleich liegt darin verborgen,
dass ein Schaf zwar gegenüber den Wölfen
schwach erscheint, aber auch sanftmütig !
Ein Hinweis darauf, dass wir in der Nachfolge unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS
Vieles ertragen werden müssen druch die aggressiven Wölfe

ABER:
Und dies ist das Wesentliche;
der heilige Johannes Chrysostomus hat es sehr trefflich dargelegt.
Er sagt, dass
nur solange wir "Schafe" sind,
werden wir die zahlenmässig überlegenen "Wölfe" bezwingen und besiegen können !

Warum ?

Weil wir nur als "Schafe" den
S c h u t z
des Guten Hirten
,
unseres HERRN und GOTTES JESUS CHRISTUS

erfahren können.
Nur so kann ER Seine Macht beweisen !

Wird ein Mensch aber zu einem "reissenden Wolf", so wird dieser Mensch eben
nicht mehr vom Hirten beschützt....
denn Dieser hütet alleine "Schafe" und keine "Wölfe" !



Wir müssen hier auch die weiterführenden Worte unseres Herrn aus der Stelle des genannten heiligen Evangeliums verinnerlichen:

-
Mt 10,16
Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe;
seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben(....)
-


Auch hierzu hat der
heilige Johannes Chrysostomos Treffliches gedeutet.

Er lehrt, dass
das Klugsein "wie die Schlangen"
der christlichen Weisheit gleichkommt,
der Weisheit des KREUZES.

Hier erkennen wir, dass wir in der Tat bereit sein müssen alles zu verlieren
( wie die Schlange, der es nichts ausmacht, wenn ihr Körper zerteilt wird....),
um den WAHREN GLAUBEN zu bewahren.
Diesen wahren Glauben unter den Wölfen zu verkünden,
bedarf aber der Weisheit des KREUZES,
d.h. einer gefestigten, unerschütterlichen Glaubensreife.


Die Arglosigkeit der Tauben
ist eine Mahnung an
die Einfachheit,
d.h.
der Reinheit im Sinne der Nicht-Vermischung
der unfehlbaren Lehre der Kirche mit irrigem Gedankengut !

-


zuletzt bearbeitet 06.01.2014 23:33 | nach oben springen

#3

RE: Papstpredigt zum Fest Epiphanie: „Geistliche Schläue“

in Katechese 07.01.2014 20:42
von blasius (gelöscht)
avatar

Lieber Aquila,

in der Papstpredigt zum Fest Epiphanie: „Geistliche Schläue“

ist nicht von Schafen und Wölfen die Rede, sondern nur von Schlangen und Tauben:

Zitat:

„Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben“ (Mt 10,16).

Zitat von Aquila:

Wird ein Mensch aber zu einem "reissenden Wolf", so wird dieser Mensch eben
nicht mehr vom Hirten beschützt....
denn Dieser hütet alleine "Schafe" und keine "Wölfe" !


Welcher Mensch wird zu einem "reißenden Wolf" und wo?

Ohne Erklärung, sollte diese Behauptung nicht bleiben.

Liebe Grüße, blasius

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#4

RE: Papstpredigt zum Fest Epiphanie: „Geistliche Schläue“

in Katechese 07.01.2014 23:41
von Aquila • 4.829 Beiträge

Lieber blasius

Ich habe mich schlicht auf auf den
kompletten
Vers der Stelle im heiligen Evangelium bezogen.....

-

Mt 10,16
Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe;
seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben

-

Beide Aussagen gehören zusammen und sollten auch gemeinsam betrachtet werden.

Über die Symbolik der "Tauben" und "Schlangen in Bezug auf das furchtlose
Bekenntnis des unverfälschten Glaubens habe ich bereits geschrieben.

Was die von mir benutze Umschreibung der "reissenden Wölfe" betrifft....
ein erkennbarer Wolf ist immer auf "Beute" aus.....
er umlauert seine Opfer bis er sie reisst.....oder reissen zu können glaubt.

Ein "getarnter" Wolf hat dieselbe Absicht, nur wendet er die Taktik der
Infiltration an.....er gibt sich äusserlich als "Schaf" ....

Bezogen auf die Menschen:

All jene falschen Propheten und Häretiker, die sich heute oft ungehindert
auf Theologie-Lehrstühlen und / oder vorgeben vom "katholischen Glauben"
zu reden / diesen zu "lehren" , mutieren zu jenen "reissenden Wölfen"
im Schafspelz....ebenso all jene, die diesen falschen Propheten bewusst folgen
und ihre Lügen weiter verbreiten.

Papst Pius IX.
hat seinerzeit in einer Ansprache vor Universitäts-Rektoren (!) die furchtbare Folge des
Wirkens der Feinde der reinen Lehre der Heiligen Mutter Kirche und somit auch der Feinde der Jugend benannt:

-

"Sie machen es schlimmer noch als dieser grausame König,
der das Massaker an Tausenden von unschuldigen Kindern anordnete.
(....)
während bei dem moralischen Massaker,
das hier geschieht, das Uebel viel grösser ist,
weil es darum geht, den Seelen das Leben zu nehmen, indem der Glaube in ihnen ausgelöscht wird"


-

Auf den richtigen Umgang mit dieser Sorte "Propheten" zielt denn auch der Hinweis
des "arglos wie die Tauben und klug wie die Schlangen" Seins....
denn die Feinde des wahren Glaubens sind auf ihre Weise nicht minder "schlau"
in der Seeelenverschmutzung....

Einer der Kirchenväter,
der hl. Cyprian von Karthago (gest. 258)
schilderte bereits damals, was wir heute im Scheinchristentum und Neuheidentum
in weitaus erschreckenderem Ausmasse vor Augen geführt bekommen.
Auszug aus
"Über die Einheit der katholischen Kirche (De catholicae ecclesiae unitate)":

-

"Auf der Hut zu sein aber, [geliebteste Brüder,] gilt es nicht nur vor dem,
was offen und klar zutage liegt,
sondern auch vor allem, was durch die Schlauheit arglistigen Truges täuscht.
Was gibt es aber Arglistigeres oder Schlaueres, als daß der
durch Christi Ankunft entlarvte und niedergeworfene Feind,
nachdem das Licht zu den Völkern gekommen
und die Leuchte des Heils zur Errettung der Menschen aufgegangen war
,
so daß die Tauben die Verkündigung der Geistesgnade vernahmen,
die Blinden ihre geöffneten Augen zum Herrn erhoben, die Kranken zu ewiger Gesundheit genasen,
die Lahmen zur Kirche eilten, die Stummen in lauten Worten und Gebeten flehten, —
als daß er gerade jetzt,
wo er die Götzenbilder verlassen und wegen der übergroßen Menge der Gläubigen
seine Stätten und Tempel verödet sah,
einen neuen Betrug ersann, um gerade
unter dem Deckmantel des christlichen Namens die Unvorsichtigen zu täuschen?
Irrlehren und Spaltungen
erfand er da,
um durch sie den
Glauben zu untergraben,
die Wahrheit zu fälschen,
die Einheit zu zerreißen.
Diejenigen,
die er in der Finsternis des alten Weges nicht festzuhalten vermag,
die umgarnt und verleitet er auf einem neuen Irrpfad.
Aus der Kirche selbst reißt er die Menschen los

und während sie sich einbilden, bereits dem Lichte nahe gekommen
und dem Dunkel der Welt entronnen zu sein,
hüllt er sie, ohne daß sie es merken, wieder in eine andere Finsternis.

So nennen sie sich Christen, obwohl sie sich an das Evangelium Christi,
an seine Beobachtung und an das Gesetz gar nicht halten,
und sie glauben das Licht zu haben,
obgleich sie in der Finsternis wandeln,
indem der Widersacher sie berückt und irreführt,
der nach dem Ausspruch des Apostels sich als einen
Engel des Lichtes hinstellt und seine Diener als Diener der Gerechtigkeit erscheinen läßt.
Und doch bieten sie
nur die Nachtstatt des Tages,
das Verderben statt des Heils,
hoffnungslose Verzweiflung unter dem Scheine der Hoffnung],
Abfall und Unglauben unter dem Vorwande des Glaubens,
den Antichrist unter dem Namen Christi,
um so durch schlauen Trug die Wahrheit zu entstellen,
indem sie mit ihren Lügen den Schein der Wahrheit erwecken.
"


-





Freundliche Grüsse und Gottes Segen


zuletzt bearbeitet 08.01.2014 00:31 | nach oben springen



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