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#1

„Unser tägliches Brot gib uns heute"

in Katechese 10.09.2017 11:46
von Blasius • 1.922 Beiträge

Katechismus der Katholischen Kirche 1997

VIERTER TEIL DAS CHRISTLICHE GEBET

ZWEITER ABSCHNITT DAS GEBET DES HERRN: „VATER UNSER!"

ARTIKEL 3 DIE SIEBEN BITTEN

IV „Unser tägliches Brot gib uns heute"

2828 Gib uns. Schön ist das Vertrauen der Kinder, die von ihrem Vater alles erwarten. Dieser „läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte" (Mt 5,45). „Zur rechten Zeit" gibt er allen Lebewesen „Speise" (Ps 104,27). Jesus lehrt uns diese Bitte; sie verherrlicht unseren Vater, denn sie anerkennt, daß er über alle Güte hinaus gut ist.

2829 „Gib uns" ist auch Ausdruck des Bundes: Wir gehören Gott und er gehört uns und ist für uns da. Aber das Wort „uns" anerkennt ihn auch als den Vater aller Menschen. So bitten wir ihn für sie alle, in Verbundenheit mit ihren Bedürfnissen und Leiden.

2830 Unser Brot: Es ist unmöglich, daß der Vater, der uns das Leben gibt, uns nicht auch die zum Leben notwendige Nahrung, alle angemessenen materiellen und geistigen Güter gibt. Jesus hebt in der Bergpredigt das kindliche Vertrauen hervor, das mit der Vorsehung unseres Vaters mitwirkt [Vgl. Mt 6,25-34]. Er verpflichtet uns nicht auf ein unbeteiligtes Hinnehmen [Vgl. 2 Thess 3,6-13], sondern will uns von beunruhigenden Sorgen und aller Ängstlichkeit befreien. Die Kinder Gottes verlassen sich kindlich auf ihren Vater.

„Denen, die nach dem Reiche und der Gerechtigkeit Gottes trachten, soll nach seiner Verheißung auch alles andere zuteil werden. Denn da alles Gott gehört, wird es dem, der Gott hat, an nichts fehlen, wenn er selbst es Gott gegenüber an nichts fehlen läßt" (Cyprian, Dom. orat. 21).

2831 Es gibt Menschen, die hungern, weil sie kein Brot haben. Diese Tatsache offenbart einen weiteren tiefen Sinn der Bitte. Der Hunger in der Welt ruft die Christen, die in Wahrhaftigkeit beten wollen, auf, die Verantwortung ihren Brüdern gegenüber wirksam wahrzunehmen. Dies betrifft ihr persönliches Verhalten und ihre Verbundenheit mit der ganzen Menschheit. So kann diese Bitte des Herrengebetes weder vom Gleichnis des armen Lazarus [Vgl. Lk 16,19-31] noch vom Gleichnis des Letzten Gerichtes [Vgl. Mt 25,31-46] losgelöst werden.

2832 Wie die Hefe den Teig, soll die Neuheit des Gottesreiches die Erde mit dem Geist Christi emporheben [Vgl. AA 5.]. Dies muß sich darin erweisen, daß die persönlichen und gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und internationalen Beziehungen gerecht werden. Dabei darf nie vergessen werden, daß es ohne Menschen, die sich bemühen, gerecht zu sein, keine gerechten Beziehungen gibt.

2833 Die Rede ist von „unserem" Brot: „eines" für „viele". Zur Armut der Seligpreisungen gehört die Tugend des Teilens; sie ruft dazu auf, die materiellen und geistigen Güter weiterzugeben und zu teilen, nicht aus Zwang, sondern aus Liebe, damit der Überfluß der einen den Nöten der anderen abhelfe [Vgl. 2 Kor 8,1-15].

2834 „Bete und arbeite!" [Vgl. Benedikt, reg. 20; 48] „Betet, als ob alles von Gott abhinge, und arbeitet, als ob alles von euch abhinge." Auch wenn wir unsere Arbeit getan haben, bleibt die Nahrung eine Gabe unseres Vaters; es ist gut, ihn darum zu bitten, indem wir ihm dafür danken. Das ist der Sinn des Tischsegens in einer christlichen Familie.

2835 Diese Bitte und die Verantwortung, zu der sie aufruft, gelten auch für einen anderen Hunger, an dem die Menschen zugrunde gehen: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt" (Mt 4,4) [Vgl. Dtn 8,3], das heißt vom Wort und vom Hauch Gottes. Die Christen müssen alle Anstrengungen unternehmen, um „den Armen das Evangelium zu verkünden". Es gibt auf Erden einen anderen Hunger, „nicht den Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser, sondern nach einem Wort des Herrn" (Am 8,11). Darum bezieht sich der besondere christliche Sinn dieser Vierten Bitte auf das Brot des Lebens. Es ist das Wort Gottes, das wir im Glauben annehmen sollen, und der Leib Christi, den wir in der Eucharistie empfangen haben [Vgl. Job 6,26-58].

2836 Heute ist auch ein Ausdruck des Vertrauens, das uns der Herr lehrt [Vgl. Mt 6,34; Ex 16,19], und keine anmaßende Erfindung. Da es sich vor allem um das Wort des Vaters und den Leib seines Sohnes handelt, ist dieses „Heute" nicht nur die Gegenwart unserer vergänglichen Zeit, sondern das Heute Gottes.

„Wenn du jeden Tag Brot erhältst, ist jeder Tag für dich dieses Heute. Wenn Christus heute dein ist, aufersteht er alle Tage für dich. Wie denn? ‚Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt‘ (Ps 2,7). Heute, das heißt dann, wenn Christus aufersteht" (Ambrosius, sacr. 5,26).

2837 Täglich. Dieses Wort, epioúsios, findet sich im Neuen Testament nur hier. Im zeitlichen Sinn verstanden, nimmt es erzieherisch das „Heute" wieder auf, um uns in einem „unbedingten" Vertrauen zu bestärken. Im qualitativen Sinn genommen, bedeutet es das Lebensnotwendige und, weiter gefaßt, jedes Gut, das zum Lebensunterhalt genügt [Vgl. Ex 16, 19-21]. Buchstäblich [epioúsios überwesentlich] bezeichnet es unmittelbar das Brot des Lebens, den Leib Christi und die „Arznei der Unsterblichkeit" (Ignatius v. Antiochien, Eph. 20,2), ohne die wir das Leben nicht in uns haben [Vgl. Joh 6,53-56]. Mit dem buchstäblichen wird auch der himmlische Sinn dieser Bitte offensichtlich: „dieser Tag" bezeichnet den Tag des Herrn. Dieser ist der Tag des Festmahls im Reiche Gottes, der in der Eucharistie vorweggenommen wird, die Vorgeschmack des kommenden Reiches ist. Darum ist es angemessen, die Eucharistie jeden Tag zu feiern.

„Die Eucharistie ist unser tägliches Brot. Dieser göttlichen Speise eignet die Kraft der Einigung: sie vereint uns mit dem Leib des Herrn und macht uns zu seinen Gliedern, damit wir das werden, was wir empfangen ... Dieses tägliche Brot ist auch in den Lesungen, die ihr jeden Tag in der Kirche anhört, in den Hymnen, die ihr hört und die ihr singt. All das benötigen wir für unsere Pilgerschaft" (Augustinus, serm. 57,7,7).

Der Vater im Himmel ermahnt uns, als Kinder des Himmels um das Brot des Himmels zu bitten [Vgl. Joh 6,51]. Christus „selbst ist das Brot, das in die Jungfrau gesät, im Fleisch durchsäuert, im Leiden geknetet, im Ofen des Grabes gebacken, in der Kirche aufbewahrt und auf den Altären geopfert wird. Dieses Brot teilt er Tag für Tag den Gläubigen aus als eine himmlische Nahrung" (Petrus Chrysologus, serm. 67).


http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_PAF.HTM

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#2

RE: „Unser tägliches Brot gib uns heute"

in Katechese 13.09.2017 19:40
von Blasius • 1.922 Beiträge

„Unser tägliches Brot gib uns heute"

Die Messe aller Jahrhunderte

1345 Schon aus dem 2. Jahrhundert besitzen wir das Zeugnis des hl. Märtyrers Justin
über die wesentlichen Elemente im Ablauf der Eucharistiefeier.

Bis heute sind es in allen großen liturgischen Familien die gleichen geblieben.

Um dem heidnischen Kaiser Antoninus Pius (138-161) zu erklären,
was die Christen tun, schreibt Justin um 155:

An dem nach der Sonne benannten Tage findet die Zusammenkunft von allen,
die in Städten oder auf dem Lande herum weilen, an einem gemeinsamen Ort statt.

Es werden die Aufzeichnungen der Apostel und die Schriften der Propheten vorgelesen,
soweit es die Zeit erlaubt.

Wenn dann der Vorleser aufgehört hat, hält der Vorsteher eine Ansprache,
in der er ermahnt und auffordert, diesen schönen Lehren und Beispielen nachzufolgen.

Sodann stehen wir alle zusammen auf und schicken Gebete zum Himmel
* für uns selbst … und für alle anderen auf der ganzen Welt, auf daß wir würdig werden,
… auch in Werken als gute … Menschen und als Beobachter der Gebote befunden zu werden,
um so das ewige Heil zu erlangen. Nachdem wir die Gebete beendet haben,
grüßen wir einander mit einem Kusse.

Dann wird dem Vorsteher der Brüder Brot gebracht und
ein Becher mit einer Mischung von Wasser und Wein.

Dieser nimmt es, sendet durch den Namen des Sohnes und des Heiligen Geistes
Lob und Preis zum Vater aller Dinge empor
und verrichtet eine lange Danksagung [gr. „eucharistia“J dafür,
daß wir dieser Gaben von ihm gewürdigt wurden.

Ist er mit den Gebeten und der Danksagung zu Ende,
stimmt das ganze anwesende Volk ein, indem es spricht:

Amen.


Nachdem der Vorsteher die Dankhandlung vollbracht
und das ganze Volk eingestimmt hat,
reichen die Diakone, wie sie bei uns heißen,
jedem Anwesendenvom dankgesegneten [eucharistiertenl Brot
und vom mit Wasser vermischten Wein
zum Genuß dar und bringen davon auch den Abwesenden.

(apol. 1,65; der Text vor * ist aus 1,67).

Auszug aus:
http://www.kathnews.de/heilige-schrift-u...be-der-kirche-5


zuletzt bearbeitet 14.09.2017 12:59 | nach oben springen

#3

RE: „Unser tägliches Brot gib uns heute"

in Katechese 14.09.2017 13:02
von Blasius • 1.922 Beiträge

„Unser tägliches Brot gib uns heute"

Die Messe aller Jahrhunderte



1346 Die Eucharistiefeier verläuft nach einer Grundstruktur, die durch alle Jahrhunderte bis in unsere Zeit gleich geblieben ist. Sie entfaltet sich in zwei großen Teilen, die im Grunde eine Einheit bilden:

– die Zusammenkunft, der Wortgottesdienst mit den Lesungen, der Homilie und den Fürbitten;

– die Eucharistiefeier mit der Darbringung von Brot und Wein, deren Konsekration in der [eucharistischen] Danksagung und die Kommunion.

Wortgottesdienst und Eucharistiefeier bilden „einen einzigen Kultakt“ (SC 56). Der Tisch, der uns in der Eucharistie gedeckt wird, ist zugleich der Tisch des Wortes Gottes und des Leibes des Herrn [Vgl. DV 21.].

1347 Entspricht das nicht dem Ablauf des österlichen Mahles, das der auferstandene Jesus mit den Jüngern hielt? Während sie des Weges gingen, erklärte er ihnen die Schrift und setzte sich dann mit ihnen zu Tisch, „nahm das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen“ (Lk 24,30) [Vgl. Lk 24,13-35].

Auszug aus:

http://www.kathnews.de/heilige-schrift-u...be-der-kirche-5

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#4

RE: „Unser tägliches Brot gib uns heute"

in Katechese 23.09.2017 22:55
von Blasius • 1.922 Beiträge

„Unser tägliches Brot gib uns heute"

Die Messe aller Jahrhunderte


Liturgiegeschichte der heiligen Messe

Die heilige Messe war von den Anfängen des Christentums an die zentrale Form des Gottesdienstes bei den Zusammenkünften der Gemeinde. Ihre Formen bildeten sich in den ersten Jahrhunderten heraus und blieben in der Grundstruktur seit etwa dem 2. Jahrhundert bis heute konstant.

Mit der Ausbreitung des Christentums sowie der allmählichen

Ausformulierung der Theologie und der Dogmen

flossen neue Gestaltungselemente ein,

die Ablauf und Ausdrucksformen immer wieder veränderten und weiterentwickelten.

Dabei muss zwischen dem Glaubensbekenntnis und der liturgischen Handlung der Kirche Übereinstimmung bestehen ("Lex orandi - lex credendi").

Das kirchliche Lehramt, Papst, Bischöfe und Konzilien nahmen dabei wiederholt regulierend und normierend Einfluss, um sicherzustellen, dass "das Leben der Gläubigen Ausdruck und Offenbarung des Mysteriums Christi und des eigentlichen Wesens der wahren Kirche wird" und "das Opfer der Messe auch in der Gestalt seiner Riten seelsorglich voll wirksam werde"; das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht dabei "einzig der Autorität der Kirche zu", und zwar dem Apostolischen Stuhl, dem Bischof und den für bestimmte Gebiete zuständigen Bischofsvereinigungen.

Auszug aus: http://www.kathpedia.com/index.php?title..._heiligen_Messe


zuletzt bearbeitet 23.09.2017 22:57 | nach oben springen



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