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#1

Erste Einzelheiten zur Bischofssynode 2015

in Katechese 14.10.2014 21:51
von blasius (gelöscht)
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Erste Einzelheiten zur Bischofssynode 2015


Die nächste Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie wird vom 4. bis 25. Oktober 2015 im Vatikan stattfinden. Das kündigte der Generalsekretär der Bischofssynoden, Kardinal Lorenzo Baldisseri, am Montag an. Baldisseri sprach auf der derzeitigen Versammlung der Außerordentlichen Bischofssynode; sie beschäftigt sich ebenfalls mit Ehe und Familie und soll die – deutlich längere – Synode vom Herbst 2015 vorbereiten. Kardinal Baldisseri nannte auch das vom Papst gewählte Thema der Synode vom nächsten Jahr: „Berufung und Mission der Familie in der Kirche und der Welt von heute“.

Er hoffe, dass die Synodenväter bei ihren Beratungen in Arbeitsgruppen diese Woche schon an die Synode vom nächsten Jahr dächten, so der Kardinal. „In den Gruppen könnte man auch Themen vorschlagen, die noch nicht behandelt worden sind“, sagte er.

Gespräche in Arbeitsgruppen starten

An diesem Montag beginnen auf der Versammlung der Bischofssynode offiziell die Arbeiten in den Arbeitsgruppen. Nach Sprachen organisiert treffen sich alle Synodenteilnehmer, um die Relatio - das zusammenfassende Dokument, das am Montagmorgen von Kardinal Peter Erdö verlesen wurde - zu diskutieren. Drei Gruppen finden auf Italienisch statt, drei ebenfalls in Englisch, zwei jeweils in Spanisch und Französisch.

Am Donnerstagmorgen werden die in den Arbeitskreisen erarbeiteten Ergebnisse in der Vollversammlung vorgestellt, danach tritt wieder das Redaktionskommitee zusammen, um sie einzuarbeiten. Der so erstellte Text - die Relatio Sinodi - wird dann am Samstag verlesen und diskutiert, am Nachmittag wird auch darüber abgestimmt.

Bereits am Freitag wird aber auch ein weiterer Text besprochen: die Botschaft, die jede Synode an die Gläubigen richtet. Die endgültige Form dieser Botschaft - Nuntius genannt - wird ebenfalls am Samstag abgestimmt.

Papst stellt Schlussdokument auf breitere Basis


Derweil hat Papst Franziskus zum Wochenende das Redaktionskomitee für das Schlussdokument der laufenden Synodenversammlung verstärkt. Bisher waren Kardinal Baldisseri, Synoden-Relator Kardinal Peter Erdö (Ungarn) und der italienische Bischof Bruno Forte mit dem Erstellen des Dokuments betraut. Es soll am nächsten Sonntag fertig sein und die Arbeitsgrundlage für die Bischofssynode von 2015 darstellen. Franziskus benannte nun sechs weitere Synodale in den Redaktionskreis: Kurienkardinal Gianfranco Ravasi, US-Kardinal Donald Wuerl, Jesuitengeneral Adolfo Nicolás, den argentinischen Erzbischof Victor Manuel Fernández, den Präsidenten des Lateinamerikanischen Bischofsrates Erzbischof Carlos Aguiar Retes und den koreanischen Bischof Peter Kang U-il.

(rv 13.10.2014 sk)





Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/...2015/ted-830672
des Internetauftritts von Radio Vatikan


zuletzt bearbeitet 14.10.2014 21:52 | nach oben springen

#2

Synoden-Zwischenbericht sorgt für „breite Diskussion“

in Katechese 14.10.2014 21:53
von blasius (gelöscht)
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Synoden-Zwischenbericht sorgt für „breite Diskussion“

Der erste große Zwischenbericht der Beratungen der Bischofssynode hat eine eingehende Debatte in der Synodenaula ausgelöst. Das berichtete Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag Mittag vor Journalisten. Nach dem Verlesen der so genannten „Relatio“ durch Kardinal Erdö hätten sich viele Synodenväter zu Wort gemeldet. Auf Einzelheiten der Beiträge ging Lombardi allerdings nicht ein.

„Das war eine sehr breite Diskussion, sehr substantiell, man hatte wirklich den Eindruck, dass wir auf einem Weg sind, der jetzt weitergeht. Ab heute nachmittag beginnt ja das Gespräch (über die Relatio) in den Arbeitsgruppen. Insgesamt gab es 41 Wortmeldungen – das ist viel. Anderthalb Stunden lang haben diese 41 Väter mit völliger Freiheit gesprochen. Damit begann die Etappe des Nachdenkens auf Grundlage der ‚Relatio post disceptationem’.“

Der italienische Bischof Bruno Forte sprach vor den Journalisten von divergierenden Standpunkten; doch alle Synodenväter hätten auch gegenseitigen Respekt gezeigt und gut zugehört.

„Das war der Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils. Mehrere Väter haben heute nach der Relatio gesagt: ‚Uns scheint das ganz im Geist der (Konzilskonstitution) Gaudium et Spes zu sein. Eine Kirche, die voller Sympathie auf die Welt schaut, die nicht die Richterpose einnimmt, sondern die Menschen begleitet in den Erwartungen, Hoffnungen, Freuden und Leiden der Männer und Frauen unserer Zeit.“

(rv 13.10.2014 sk




Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/...0%9C/ted-830731
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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#3

Zwischenbericht der Bischofssynode: Die Notwendigkeit mutiger pastoraler Entscheidungen

in Katechese 14.10.2014 21:54
von blasius (gelöscht)
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Zwischenbericht der Bischofssynode:


Die Notwendigkeit mutiger pastoraler Entscheidungen



Die zweite Woche der Versammlung der Bischofssynode beginnt und auf dem Programm stehen die Arbeit in den Arbeitsgruppen und das Erstellen eines Abschlusstextes. Die Grundlage für diese Arbeiten wurde vergangenes Wochenende erstellt und an diesem Montag verlesen: Die Zusammenfassung der Beratungen der ersten Woche, die so genannte „relatio post disceptationem“. Pater Bernd Hagenkord fasst für uns zusammen.

Kardinal Peter Erdö fiel die Aufgabe zu, die Zusammenfassung zu erstellen und vorzustellen. Als Relator hatte er nicht wie die übrigen Teilnehmer zwei freie Tage, sondern musste die 240 Beiträge in einen Gesamttext verarbeiten und den Synodenteilnehmern vorlegen.

Die Relatio beginnt mit dem doppelten Ausgangspunkt, der sich auch in vielen der Statements in der Versammlung fand. Zum einen sei die Familie die Zelle der Gesellschaft und damit auch der Kirche, zum anderen gäbe es viele Krisensymptome, die eine erneuerte Verkündigung nötig machten.

Der Text ist in drei Teile gegliedert: Zunächst wendet er sich den verschiedenen Realitäten und Wirklichkeiten zu, in denen Familie gelebt wird. Damit werden vor allem die Berichte und pastoralen Erfahrungen der Synodenteilnehmer aufgegriffen. Dann folgt der Blick auf Christus und seinen Auftrag, die Frohe Botschaft zu verkünden. Im dritten Teil wendet man sich schließlich der Frage zu, was Wege sein könnten, „die Kirche und die Gesellschaft in ihrem Einsatz für die Familie zu erneuern“.


I. Das Hören: Der Kontext der Herausforderungen für die Familie


Viel war in der ersten Woche von diesen Herausforderungen die Rede, einige universal, andere kulturell oder regional. Diese werden im ersten Teil in acht Abschnitten zusammen gefasst. Es geht um den Individualismus und die Einsamkeit, um Polygamie und die Probleme, die in gemischt-religiösen Ehen entstehen, wenn es um Rechte und die christlichen Werte geht. Es geht aber auch um die Affektivität des Menschen und seine Fähigkeit, Bindungen zu leben. Dieser Teil macht deutlich, dass die Synodenteilnehmer nicht über eine idealisierte Vorstellung von Familie, sondern von deren konkreten Formen gesprochen haben. Die Kirche müsse hier „ein Wort der Hoffnung und des Sinns“ sprechen.

Der einleitende Satz dieses Abschnitts gibt die Absicht gut wieder: „Der anthropologisch-kulturelle Wandel heute beeinflusst alle Bereiche des Lebens und erfordert eine analytische und breit gefächerte Untersuchung, die fähig ist, die positiven Formen von individueller Freiheit zu erfassen.“ Es geht daher nicht um einen Familienbegriff unter Belagerung, sondern um das Erkennen von Herausforderungen und von Chancen.


II. Der Blick auf Christus: Die Frohe Botschaft von der Familie

Mit dem Blick auf Christus öffnen sich neue Wege und noch nicht gedachte Möglichkeiten: Mit diesem Gedanken Papst Franziskus’ beginnt der zweite Teil der Relatio. Zwei Begriffe prägen ihn, zum einen der der Gradualität, welcher sehr deutlich und vielleicht überraschend bei den Beiträgen immer wieder zu Tage trat, und der der Barmherzigkeit Gottes, die Maßstab und Schlüssel zum Verstehen der Gebote Gottes sei.

Gott habe die Gnade seines Bundes mit den Menschen auf verschiedene Weisen mitgeteilt, die es „zu unterscheiden ohne zu trennen“ gelte, wird über die Gradualität gesagt. „Kontinuität und Neuheit“ seien die beiden Perspektiven, in denen das Verstehen gesucht werden müsse.

Die Ehe sei unauflöslich, das habe Jesus selbst bestätigt, die Ehepartner würden sich deswegen Treue und Offenheit für das Leben versprechen. So münde das Sakrament der Ehe in der Familie.

In diesem Teil der Relation wird außerdem die Frage aufgegriffen, welche in der Synodenversammlung immer wieder gestellt wurde: Wie könne Menschen geholfen werden, deren Ehen gescheitert seien. Hier greift der Text eine Verstehens-Hilfe auf, die dem Zweiten Vatikanum entnommen ist (Lumen Gentium 8), genauer dem Begriff des „subsistit“, der schwer zu übersetzen ist. Damit will der Text den Gedanken wiedergeben, dass es auch außerhalb sakramentaler Ehen Heiligung und Wahrheit geben könne. Verkürzend zusammengefasst kann man sagen, dass hier die Idee wiedergegeben wird, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, Ehe und nicht Ehe, sondern Zwischentöne, eben Grade. Was wiederverheiratete Geschiedene und ihre Zulassung zu den Sakramenten anginge, brauche es einen „geistlichen Unterscheidungsprozess“, so die Relatio.

Ein drittes Thema dieses Teils sind die Partnerschaften, die nicht mit Blick auf eine sakramentale Verbindung geschlossen wurden und werden, auch hier brauche es den barmherzigen Blick Jesu, um die Haltung der Kirche neu zu formulieren.


III. Die Auseinandersetzung: Pastorale Perspektiven

Der dritte Teil der Relation ist der längste Teil, er fügt die konkreten pastoralen Perspektiven und die grundsätzlichen Überlegungen zusammen. Die Spannung zwischen lokaler Not und universaler Perspektive wird genannt, die Frage der Verkündigung, die Rolle der Familien in der Kirche, die Sprache der Kirche in ihrer Verkündigung und die Vorbereitung auf die Ehe und die Begleitung der Ehepaare nach der Eheschließung, um nur einige Punkte zu nennen.

Ebenso wird jedoch betont, dass es gilt, sich nicht nur auf die sakramentale Ehe zu konzentrieren, sondern auch das Positive in anderen Partnerschaften zu sehen. Gleichzeitig gelte es aber auch, die eigene Vorstellung von Ehe und Sakrament zu bezeugen.

Noch einmal geht es in diesem Teil um die „verwundeten Familien“, also um getrennt Lebende, wiederverheiratete und nicht wieder verheiratete Geschiedene. „In der Synode klang klar die Notwendigkeit für mutige pastorale Entscheidungen an“, heißt es in dem Text. Treu zur Frohen Botschaft von der Familie hätten die Beratungen gezeigt, dass die Synodenväter die Dringlichkeit für solche „neuen pastoralen Wege“ erkannt hätten. „Es ist nicht klug, an eine einzige Lösung für alles zu denken oder an Lösungen, die durch ein ‚alles oder nichts‘ inspiriert sind“, heißt es in dem Text.

Noch einmal werden die geschiedenen Wiederverheirateten angesprochen, es geht um Ehenichtigkeitsverfahren und deren Verschlankung und die einzelnen Lösungsvorschläge aus der Debatte werden aufgeführt. Außerdem geht es um gleichgeschlechtliche Partnerschaften, auch hier nutzt der Text eine wertschätzende, keine beurteilende Sprache. Die Kirche könne ihre Partnerschaft nicht als Ehe sehen, die Relatio fragt aber, ob diese fähig sei, diese Gläubigen geschwisterlich aufzunehmen.



Pastoral und Lehre

Den gesamten Text prägt der Ansatz, dass die Kirche vor allem zuerst hören solle, bevor Antworten gegeben werden. Dem entspricht die Aufforderung, die Realität der Menschen zu schätzen und kennen zu lernen. Es ist ein sehr pastoraler Blick, wobei der Text nicht in die Falle tappt, Pastoral gegen Lehre auszuspielen, im Gegenteil. Auch sagt der Text nicht, die Frage der sakramentalen Ehe sei vor allem ein Vermittlungsproblem, die Herausforderungen werden sehr ernst genommen.

Das Dokument endet mit der Perspektive über die Synodenversammlung hinaus: Man wolle mit diesem Dokument Fragen aufwerfen und Perspektiven eröffnen, die in den Reflexionen in den Ortskirchen während des Jahres der Vorbereitung auf die kommende Synode reifen und präzisiert werden sollen, so der letzte Abschnitt. Damit ist auch das weitere Vorgehen angedeutet: In der kommenden Woche werden die Arbeitsgruppen an diesem Text weiterarbeiten, vielleicht Änderungsvorschläge oder Präzisierungen erarbeiten, die dann vorgeschlagen werden. Es liegt aber bereits jetzt das Gerüst vor für das, was von nun an bis zur kommenden Versammlung der Bischofssynode debattiert werden soll.

Aus der Synodenaula Pater Bernd Hagenkord für Radio Vatikan.

(rv 13.10.2014 ord)





Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/...iger/ted-830627
des Internetauftritts von Radio Vatikan


zuletzt bearbeitet 14.10.2014 21:55 | nach oben springen


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