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  • Lehre von der TraditionDatum12.02.2020 09:09
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    DISTRIKT DEUTSCHLAND

    Wo bleibt die Logik?


    Der Priester - Alter Christus
    Von Pater Stefan Pfluger

    Mit großem Aufwand und riesigem Medienecho hat nach vielen aufwändigen Beratungen und Vorverhandlungen am vergangenen 1. Dezember der Synodale Weg begonnen. Im Vorfeld hatte das Was und Wie geklärt werden müssen. Die Zusammensetzung der Gremien und vor allem das jeweilige Mitbestimmungsrecht hatten definiert werden müssen.

    Nun sind sie also unterwegs, zusammen unterwegs, wohlgemerkt, die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) – zwei interessante Partner.

    Die Bischöfe sind die von Gott eingesetzten Hirten der einzelnen Bistümer mit einer ganz persönlichen Verantwortung vor Gott und den Menschen. Ihre Aufgabe ist es, den Gläubigen geistige und geistliche Nahrung zu geben (Priesteramt), sie im Glauben zu stärken und vor dem Irrtum zu bewahren (Lehramt), sowie ihnen die Richtung zu weisen (Hirtenamt), wozu als elementare Aufgabe das Eintreten für die katholische Morallehre gehört.

    Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist ein Zusammenschluss von Laien, vor allem von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände. Die Mitglieder des Zentralkomitees fassen ihre Entschlüsse in eigener Verantwortung und sind dabei von Beschlüssen anderer Gremien, also auch von der Bischofskonferenz unabhängig. Die Tatsache, dass sie sich mit dem Namen „Katholiken“ schmücken, hindert sie nicht, seit Jahren für eine Abschaffung des Zölibats einzutreten, für Frauen Zugang zu allen kirchlichen Ämtern zu fordern und für eine Aufweichung der kirchlichen Ehemoral zu plädieren, womit gemeint ist, man solle sogar gutheißen, was der Katechismus himmelschreiende Sünden nennt.

    Die Interessen, welche das ZdK offensichtlich hat, und die, welche die Bischofskonferenz objektiv haben sollte, sind sehr unterschiedlich. Wie kann der Spagat des synodalen Wegs gelingen? Wer wird bereit sein, seinen Standpunkt aufzugeben oder mindestens aufzuweichen?

    Es ist in dieser Hinsicht nicht gerade ermutigend, dass das ZdK zur Teilnahme am Synodalen Weg nur unter der Bedingung bereit war, dass Klerus und Laien „paritätisch“ verstreten seien und dass die gemeinsam gefassten Beschlüsse tatsächlich zwingend sein würden. Symptomatisch für das Amtsverständnis der Bischöfe ist das Ausbleiben eines allgemeinen Aufschreis über diese Forderung. Man hätte sich gewünscht, dass viele Bischöfe sich wie Rainer Kardinal Woelki die Umsetzung der Beschlüsse in der eigenen Diözese und nötigenfalls den Rückzug aus dem Synodalen Weg vorbehalten hätten. Für das, was in den einzelnen Diözesen geschieht, muss ja schließlich nicht das Präsidium des ZdK, sondern der Ortsbischof vor Gott geradestehen.

    Anlass für den Synodalen Weg war, auch das ist bedeutend, die Veröffentlichung der MHG-Studie (Mannheim – Heidelberg – Gießen, wegen der beteiligten Forscher), einer Studie über den Missbrauch Minderjähriger durch Männer der Kirche. Sie soll angeblich aufzeigen, dass die Missbräuche im kirchlichen Umfeld nicht bloß Untaten kirchlicher Mitarbeiter sind, sondern dass die Ursachen dieser schrecklichen Taten im „System“ der Kirche verwurzelt sind. Besonders werden die Missbräuche mit dem kirchlichen Amt als Machtstruktur und mit dem Zölibat in Verbindung gebracht.

    Wie „wissenschaftlich“ ist die MHG-Studie in Wahrheit? Wie logisch ist dies Art zu argumentieren?

    Zur ersten Frage schreibt der bekannte Psychiater und Theologe Manfred Lütz: „Wer über Verhältnisse in der katholischen Kirche wissenschaftlich arbeitet, muss besonders darauf achten, nur als wissenschaftliche Ergebnisse auszugeben, was sich mit Daten seriös belegen lässt. Das ist in der MHG-Studie leider spektakulär misslungen. (…) Wer die ganze Studie dann liest, ist befremdet vom unwissenschaftlichen Stil weiter Passagen, von feuilletonistischen und anekdotischen Bemerkungen und vom fast vollständigen Mangel an wissenschaftlich-kritischer Diskussion der Ergebnisse.“

    Wenden wir uns nun den hauptsächlichen Vorwürfen zu:

    Das kirchliche Amt des Priesters oder Diakons, sagt man, führe zu einem Machtgefälle. Das werde dann ausgenutzt, um mit der ganzen „Autorität“ einen anvertrauten Minderjährigen dazu zu bringen, einen Übergriff zuzulassen. Folglich möchte man alles überwinden, was noch nach einer Vorrangstellung des geweihten Priesters aussieht, und hofft damit, die Grundlage für die Missbräuche zu eliminieren.

    Zugegebenermaßen wird bei einem Missbrauch ein Autoritätsverhältnis ausgenutzt. Aber das bedeutet selbstverständlich noch nicht, dass Autorität grundsätzlich schlecht ist. Wenn man bedenkt, dass die meisten Missbräuche im Umfeld der Familie geschehen, müsste man mit derselben verdrehten Logik grundsätzlich das Autoritätsgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern für schlecht erklären. Das entspricht dem Denkmodell der 68er-Generation, wurde in den letzten 50 Jahren zu Genüge ausprobiert und ist grauenhaft gescheitert.

    Aber nicht nur im kirchlichen Amt wird eine Ursache für die Missbräuche erblickt, sondern auch im Kleriker-Zölibat. Dieser wird als geradezu leibfeindliche Lebensform betrachtet, welche durch die Zurückdrängung des Geschlechtstriebs dazu führe, dass der Trieb immer stärker werde und schließlich zu übergriffigen Handlungen treibe. Eine solche Argumentation ist natürlich willkommen, weil man die Forderung der Reformatoren und ihrer Epigonen nach Abschaffung des Priesterzölibats nun „wissenschaftlich begründet“ wieder stellen kann.

    Aber auch bei diesem Gedankengang bleibt der gesunde Menschenverstand auf der Strecke. Wenn ein Autofahrer durch eine Fußgängerzone rast und dabei Menschen tötet, würde es niemandem einfallen, ihn ernst zu nehmen, wenn er als Ausrede vorbringen würde, die vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen hätten ihn zu sehr eingeengt, sein Bedürfnis nach hoher Geschwindigkeit habe sich dadurch so angestaut, dass er sich schließlich einfach nicht mehr beherrschen konnte. Aber wenn es um den Zölibat und die Missbräuche geht, ist man bereit, ähnlich inkohärent zu argumentieren.

    Dass der Geschlechtstrieb durchaus beherrscht werden kann, zeigt nicht nur das Leben von vielen Heiligen, die ein jungfräuliches Leben geführt haben. Diese Beispiele zeigen aber auch, dass ein solches Leben nur möglich ist durch eine innige Gottverbundenheit, als ein Leben des Gebets und der Hingabe.

    Wenn für jemanden der Zölibat nichts anderes ist als ein Heiratsverbot, wird er zur unerträglichen Last. Wenn er aber eine Lebensform ist, die sich ganz Christus angleicht und Gott mit der ausschließlichen und innigen Liebe hingibt, die Er verdient – dann ist der Zölibat etwas sehr Erfüllendes und Beglückendes.

    Es ist lobenswert, dass die Bischöfe möglichst verlässlich zukünftige Missbrauchsfälle verhindern wollen. Viel zielführender als der Synodale Weg, bei dem grundlegende Punkte der kirchlichen Lehre und Moral in Frage gestellt werden, wäre es, die folgenden Punkte umzusetzen:

    Die Priester ihre Identität finden zu lassen, indem man, der Lehre der Hl. Schrift gemäß, das Priestertum als Anteilnahme am Priestertum Christi erkennt.
    Die Priesteramtskandidaten in erster Linie zu einem Leben des Gebets und der Hingabe heranführen. Sie verstehen lassen, dass Gott mit einer ausschließlichen Liebe geliebt zu werden verdient und dass in dieser Tatsache die eigentliche Begründung des Zölibats liegt.
    Nur Kandidaten zu den Weihen zulassen, welche den Primat der Innerlichkeit vor dem Apostolat verstanden haben. Christus im allerheiligsten Altarssakrament muss die Quelle der Spiritualität sein.
    Aufhören, sich über die traditionelle Moraltheologie lustig zu machen, die schon bewusst zugelassene oder gewollte Vorstellungen und Begierden gegen die Keuschheit als schwere Sünde bezeichnet. Wenn ein Priester schon im Bereich seiner Gedanken und Vorstellungen für moralische „Hygiene“ sorgt, kann er sicher sein, nie in Gefahr zu kommen, sich irgendwelche Übergriffe zu erlauben.

    https://fsspx.de/de/news-events/news/wo-...die-logik-55044


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Kirchlich NICHT anerka...



    QUELLE: DISTRIKT DEUTSCHLAND

    Der Glaube ist der normale und am meisten verdienstliche Weg, um Gott zu erkennen. „Selig, die nicht sehen und doch glauben“, sagt Christus zum Apostel Thomas (Joh 20,29). Aus dem Leben des hl. Königs Ludwig IX. von Frankreich wird berichtet, dass sich in einer Stadt, in der er sich gerade aufhielt, ein eucharistisches Wunder vollzogen habe. In einer Kirche sei in der konsekrierten Hostie das Bild des Heilands sichtbar geworden. Als man dem hl. König dies mitteilte, soll er geantwortet haben: Wer Zweifel am Sakrament der Eucharistie habe, solle hingehen und das Wunder schauen. Er selbst gehe aber nicht hin, denn er glaube auch ohne ein solches Wunder fest an die Gegenwart Christi in diesem Sakrament und wolle sich nicht das Verdienst des Glaubens mindern lassen.

    Wunder, Visionen und besondere göttliche Mitteilungen sind etwas Außergewöhnliches und gehören nicht zum normalen Weg der Heiligkeit. Man soll sie sich darum auch nicht wünschen, wie alle geistlichen Lehrer betonen, da dies ein Zeichen von Stolz wäre und die Seele auf gefährliche Irrwege führen könnte. Trotzdem hat es solche Phänomene in der Kirchengeschichte zweifellos immer wieder gegeben.

    Die Kirche verpflichtet allerdings niemanden zum Glauben an die Echtheit bestimmter außergewöhnlicher Phänomene, wohl aber urteilt sie darüber, ob ein Wunder echt oder eine Privatoffenbarung glaubwürdig ist.

    Die Abgeschlossenheit der Offenbarung
    Gegenstand der göttlichen Tugend des Glaubens ist die göttliche Offenbarung, wie sie in der Hl. Schrift und der Tradition niedergelegt ist und uns von der Kirche vorgelegt wird. Dies ist gewissermaßen die offizielle oder öffentliche Offenbarung. Diese ist seit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Der hl. Pius X. verurteilte in seinem Dekret Lamentabili die gegenteilige Behauptung: „Die Offenbarung, die den Gegenstand des katholischen Glaubens bildet, war mit den Aposteln nicht abgeschlossen“ (DH 3421).

    Christus beauftragte die Apostel, die Völker zu lehren, alles zu halten, was er ihnen aufgetragen habe (Mt 28,20). Auch der Heilige Geist werde keine neuen Wahrheiten verkünden, sondern sie lehren und an alles erinnern, was er (Christus) ihnen gesagt habe (Joh 14,26). Der hl. Paulus mahnt seinen Schüler Timotheus, das anvertraute Gut, also den Schatz der Glaubenswahrheiten, treu zu bewahren (1 Tim 6,20; 2 Tim 1,14), und schreibt sogar: „Wenn auch wir selbst oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündeten, als wir euch verkündet haben: er sei verflucht“ (Gal 1,8).

    Schon die Kirchenväter wiesen darum den Anspruch gewisser Häretiker, neue Offenbarungen zu besitzen, mit denen sie die Apostellehre verbessern könnten, entrüstet zurück, und das 1. Vatikanische Konzil erklärte dann, die von Gott geoffenbarte Glaubenslehre sei der Kirche nicht zur Vervollkommnung vorgelegt, sondern „als göttliche Hinterlassenschaft der Braut Christi anvertraut, damit sie treu gehütet und unfehlbar erklärt werde“ (DH 3020).

    Es gibt in der Kirche unter der Führung des Heiligen Geistes also zwar eine Entfaltung und immer tiefere Durchdringung des Glaubensgutes, aber keine neuen Wahrheiten.

    Die Aufgabe der Privatoffenbarungen
    Welchen Sinn haben also nun die sog. Privatoffenbarungen, wenn sie den Schatz der Glaubenswahrheiten nicht vermehren sollen?

    Ihre Aufgabe kann verschiedenartig sein. Manche geben uns eine lebendigere Vorstellung von einer Glaubenswahrheit oder vom Leben Christus. So wurde einigen Heiligen die Hölle oder das Fegefeuer gezeigt, manche hatten Schauungen über das Leben und Leiden Christi oder der Muttergottes.

    Privatoffenbarungen können aber auch den Willen Gottes für besondere Zeiten oder Umstände angeben. So erhielten die hl. Birgitta und die hl. Katharina von Siena die Aufgabe, den Papst zur Rückkehr von Avignon nach Rom zu bewegen. Innozenz III. soll in einem Traum gemahnt worden sein, den Orden des hl. Franziskus anzuerkennen, da dieser die Kirche in den Stürmen der damaligen Zeit stützen werde. Durch die Offenbarungen an die hl. Margareta Maria Alacoque wurde die Herz-Jesu-Verehrung sehr gefördert, in mehreren Erscheinungen hat die Gottesmutter zum Gebet des Rosenkranzes aufgefordert, und in Fatima hat sie die Ausbreitung der Verehrung ihres Unbefleckten Herzens gewünscht. Privatoffenbarungen haben also öfters eine prophetische Aufgabe, denn wie im Alten Bund Gott seinem Volk immer wieder Propheten sandte, um die Israeliten zu ermahnen oder ihnen zu sagen, was er von ihnen wünschte, so gibt Gott auch im Neuen Bund seine Weisungen für eine bestimmte Zeit manchmal durch Menschen, die nicht zur kirchlichen Hierarchie gehören.

    Die Glaubwürdigkeit der Privatoffenbarungen

    Private Offenbarungen müssen auf ihre Echtheit geprüft werden, denn leicht können hier Einbildungen, Hirngespinste, Betrug oder sogar dämonische Einflüsse eine Rolle spielen. Wie im Alten Bund sog. Lügenpropheten auftraten, die dem Volk nach dem Mund redeten, so hat es auch im Neuen Bund schon zahlreiche falsche Mystiker und Visionäre gegeben. Die Kirche hat für die Prüfung dieser Phänomene verschiedene Kriterien aufgestellt, deren erstes und wichtigstes die Übereinstimmung mit dem Glauben der Kirche ist. Eine „Offenbarung“, die im Gegensatz zur definierten Lehre der Kirche steht, kann nicht von Gott kommen. Auch lächerliche und unpassende Verhaltensweisen der angeblichen Erscheinung werden eher zu einem negativen Urteil über die Echtheit eines Phänomens führen. Wenn z. B. den Seherkindern ganze Ziborien voll konsekrierter Hostien zu essen und volle Kelche mit dem kostbaren Blut zu trinken gegeben wurden – wie von einer Erscheinung berichtet wird –, dann ist deren Echtheit nahezu ausgeschlossen. Weitere Kriterien betreffen die Glaubwürdigkeit der Person, die die Offenbarung empfangen haben will. Ist sie als ehrlich und nüchtern bekannt, bildet sie sich etwas auf die Offenbarung ein, versucht sie daraus Vorteile für sich zu ziehen usw.?

    Zu beachten ist außerdem, dass es auch bei echten mystischen Phänomenen oft zu einer Vermischung des göttlichen Einflusses mit menschlichen Gedächtnisinhalten oder Vorstellungen kommt, die die betroffene Person selbst nicht sicher auseinanderhalten kann. Bei rein geistigen Visionen muss der menschliche Geist auf jeden Fall die entsprechenden Erkenntnisbilder selbst bilden. Selbst echte göttliche Offenbarungen können darum Irrtümer oder wenigstens Ungenauigkeiten enthalten, weil der Empfänger etwas falsch aufgefasst oder unvollkommen wiedergegeben hat.

    Anna Katharina Emmerich sagt z. B. ausdrücklich, dass sie sich in manchen Punkten nicht genau an das erinnert, was sie gesehen hat, oder sich nicht sicher ist, ob sie es richtig wiedergegeben hat. Bei den Berichten von ihren Schauungen kommt noch hinzu, dass der Dichter Clemens Brentano manches nach eigenem Gutdünken ergänzt hat, ohne es zu kennzeichnen. Aber auch die große hl. Theresa von Avila soll sich nicht sicher gewesen sein, ob alle ihre Visionen von Gott gekommen seien.

    Aufgrund dieser Gründe sind Privatoffenbarungen nicht Gegenstand der göttlichen Tugend des Glaubens, sondern werden auf eine ähnliche Weise geglaubt, wie wir auch sonst dem ausdrücklichen Zeugnis vertrauenswürdiger Personen glauben.

    Die richtige Haltung gegenüber den Privatoffenbarungen

    Die Haltung der Kirche gegenüber den Privatoffenbarungen meidet die Extreme. Es ist weder richtig, sein religiöses Leben ganz auf ihnen aufzubauen, noch sie grundsätzlich zu verachten.

    So wäre es z. B. falsch, die Schauungen einer Maria von Agreda oder Anna Katharina Emmerich höher zu schätzen als die Evangelien, denn die Heilige Schrift ist vom Heiligen Geist inspiriert und darum im eigentlichen Sinn Gottes Wort, was auf die genannten Visionen nicht zutrifft, in denen sogar Irrtümer enthalten sein können. Diese auf Visionen beruhenden Lebensbeschreibungen Christi oder Marias können helfen, sich die Ereignisse der Heilsgeschichte besser vorzustellen; man darf ihnen aber keine Unfehlbarkeit zuschreiben. Ähnliches gilt für andere Visionen und Prophezeiungen der Heiligen: Wenn sie von der Kirche gutgeheißen sind, darf man sie annehmen, sollte sich aber hüten, daraus Dogmen zu machen.

    Die Approbation der Kirche zu einer Privatoffenbarung verbürgt normalerweise auch nur, dass in der entsprechenden Schrift oder Botschaft keine Irrtümer gegen den Glauben enthalten sind und sie bei rechter Auslegung von den Gläubigen mit Nutzen gelesen werden kann, keineswegs aber, dass alles, was in der Privatoffenbarung enthalten ist, absolut wahr sei.

    Auf der anderen Seite wäre es zwar keine Sünde gegen den Glauben, sämtliche Privatoffenbarungen zu verwerfen, würde aber doch von einer unkirchlichen und rationalistischen Geisteshaltung zeugen. Da Gott auf diesem Weg manchmal seinen Willen für eine bestimmte Zeit kundgibt, würde man sich damit letztlich auch dem Willen Gottes widersetzen. So gibt es für einen Katholiken z. B. keinen vernünftigen Zweifel daran, dass Gott die Verehrung des Herzens Jesu und des Unbefleckten Herzens Marias sowie das Gebet des Rosenkranzes für unsere Zeit besonders wünscht. Besonders die Erscheinungen von Lourdes und Fatima wurden von so großen Wundern begleitet und von der Kirche so eindringlich empfohlen, dass es keinen Grund gibt, sie zu missachten.

    Neueren und/oder von der Kirche nicht gutgeheißenen Erscheinungen und Offenbarungen gegenüber sollte man aber immer einen gewissen Vorbehalt machen, selbst wenn sie auf den ersten Blick hin dem katholischen Glauben völlig zu entsprechen scheinen.


    https://fsspx.de/de/news-events/news/die...nbarungen-54992



    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Philotheos vom Sinai
    Mönch und Hegumen im Kloster vom Brennenden Dornbusch

    Asketische Kapitel Nr. 23,33,36 (Philokalie) (trad. © Evangelizo)

    Das Reich Gottes im Herzen

    Lasst uns jederzeit und in jedem Augenblick unser Herz sorgsam bewahren (vgl. Koh 4,23 LXX) vor Gedanken, die den Spiegel der Seele verdunkeln wollen, auf den Jesus Christus, die Weisheit und die Kraft Gottes, des Vaters (vgl. 1 Kor 1,24), seinen Stempel setzt und sein leuchtendes Bild einzeichnet. Und lasst uns unermüdlich im Herzen nach dem Königreich des Himmels suchen (vgl. Mt 6,33). […]

    Es ist unmöglich für jemanden, der sich auf böse Gedanken einlässt, sich von Sünden in seinem äußeren Menschsein frei zu halten. Und wenn er die bösen Gedanken nicht aus seinem Herzen reißt, kann er auch nicht verhindern, dass er sie in böse Taten umsetzt. Die Ursache für den ehebrecherischen Blick ist, dass das innere Auge sich schon dem Ehebruch und der Finsternis hingegeben hat. Und die Ursache für das Verlangen, Abscheulichkeiten zu hören ist, dass wir uns anhören, was uns die abscheulichen Dämonen, die in uns sind, zuflüstern. Wir müssen uns also im Herrn – jeder von uns – innerlich und äußerlich reinigen, unsere Sinne hüten, uns von allen Handlungen reinhalten, die durch Leidenschaft und Sünde angeregt werden. Und so wie einst, als wir in unserer Unwissenheit und unserem eitlen Denken dem Leben der Welt ergeben, unser Verstand und all unsere Sinne gänzlich dem Irrweg der Sünde unterworfen waren, so müssen wir uns nun, nachdem wir uns wieder einem gottgefälligen Leben zugewandt haben, mit unserem ganzen Verstand und allen Sinnen dem lebendigen und wahren Gott unterwerfen (vgl. 1 Thess 1,9), seiner Gerechtigkeit und seinem Willen […]

    Lasst uns also einen verständigen Kampf gegen diese Dämonen führen, damit ihre bösen Absichten nicht zu realen Sünden in unseren Taten werden. Wenn wir jedoch die Sünde aus unserem Herzen verbannen, werden wir in uns das Königreich Gottes finden. Lasst uns durch diese schöne Askese im Namen Gottes die Reinheit und bleibende Würde unseres Herzens bewahren.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Gebete am 12. FebruarDatum12.02.2020 08:53
    Thema von Blasius im Forum Weitere Gebete




    TAGESGEBET

    Gütiger Gott,

    lass deine Gnade mächtig werden

    in unseren Herzen,

    damit wir imstande sind,

    unser eigenes Begehren zu meistern

    und den Anregungen deines Geistes zu folgen.

    Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 113)



    Jungfrau, der Jungfrauen Krone,

    Auserwählt am Gottes Throne,

    Herrscherin im Himmelreich:

    Lass von uns dein Lob erklingen,

    Dich mit Herz und Mund besingen,

    Unserm Flehn dein Antlitz neig!



    Zum heiligen Patriarchen Antonius



    Heiliger Antonius, bitte deinen göttlichen Lehrer für mich, dass er mich lehre, was ich noch nicht weiß, und das, was ich weiß, so anzuwenden und danach zu leben und zu sterben, wie es einem echten Jünger des Heiligen Geistes geziemt. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Erste Gutheißung der Regel der geistlichen Jungfrauen, Annontiaden genannt, die der Andacht zur seligsten Jungfrau ganz ergeben sind. Ihre Regel ist aus den vier Evangelien zusammengetragen, und zuerst vom Papst Alexander VI. im Jahr 1501 gutgeheißen worden.



    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Der Vater dieses Heiligen stammte aus Phrygien und wurde wegen seines Heldenmutes, den er im Krieg bewies, beim kaiserlichen Heer in Konstantinopel als Oberst angestellt, wo er in seiner Ehe mit einer frommen und christlichen Gemahlin einen Sohn erzeugte, der in der Taufe den Namen Anton erhielt. Mit diesem Kind wirkte auf eine besondere Weise die Gnade Gottes; denn als ein Junge von zwölf Jahren unterließ er schon alle kindlichen Spiele, liebte die Einsamkeit und unterhielt sich da mit Beten und Singen heiliger Psalmen, die er, da er nicht lesen konnte und keinen Lehrmeister hatte, nur auf Eingebung des Heiligen Geistes gelernt haben konnte, weshalb ihn auch seine Mutter nur das Gnadenkind nannte. In seinem zwölften Jahr hatte er schon mit männlicher Entschlossenheit über seine künftige Standeswahl entschieden und er verließ das väterliche Haus und begab sich in ein Kloster in Konstantinopel, in dem ein heiliger Abt lebte, der die künftige Größe des heilsbegierigen Jungen mit prophetischem Geist erkannte und ihn unter seine Jünger mit väterlicher Liebe aufnahm. Mit unendlicher Sehnsucht nach höherer Vollkommenheit widmete sich Antonius dem Gebet, der Lesung der eiligen Schriften und den Betrachtungen himmlischer Wahrheiten und überzeugte sich zuletzt, dass nicht das abgetötete Leben in der Einsamkeit jene Vollkommenheit sei, die Jesus fordert, sondern dass sie in einer tätigen Liebe gegenüber Gott und den Menschen besteht und dass in dieser Liebe der Grund aller Tugenden zu suchen sei. Von dieser Zeit an weihte er sich dem Dienst der bedrängten Menschheit; er besuchte täglich die Krankenhäuser und sprach den Leidenden Trost zu, indem er ihnen den unvergänglichen Lohn eines künftigen Lebens zeigte; er sammelte Almosen in den Häusern der Reichen und erquickte damit die Armen und Hungrigen; er suchte in allen Winkeln die verlassenen Witwen und Waisen auf und trocknete ihre Tränen des Jammers und Elends. Seine Barmherzigkeit beschränkte sich aber nicht bloß auf seine Vaterstadt allein, sondern verbreitete sich auch auf die anderen Provinzen. Er sendete den armen Einsiedlern in der Wüste reichliche Geschenke, er unterstützte die Scythen und Thracier bei einer Hungersnot mit Getreide und kaufte unzählige Gefangene los. Der Ruhm seiner Heiligkeit und tätigen Liebe wurde nun so groß, dass ihn die Bischöfe und Priester zu ihrem Patriarchen erwählten. Diese Wahl bestätigte Kaiser Leo VI. mit größter Freude.



    Antonius änderte in dieser Würde seine bisherige Lebensweise nicht im geringsten; im Gegenteil wurde er noch demütiger gegenüber anderen und strenger gegen sich selbst. Er genoss als Patriarch keine andere Nahrung, als Brot in Öl getaucht und Wasser und alle seine großen Einkünfte flossen in die Hände der Armen. „Während seiner Regierung“, sagt ein alter Geschichtsschreiber, „herrschte allenthalben Friede, Ruhe und Eintracht; denn er wusste durch seine Beredsamkeit alle Menschen zu versöhnen. Damals klagte kein Armer über Not, weinte kein Waise, schluchzte keine Witwe, denn der Heilige war allen Vater, Helfer und Tröster.“ Ein hitziges Fieber beendete schnell sein tatenvolles Leben am 12. Februar im Jahr 895 und als die Glocken der Kaiserstadt seinen Tod verkündeten, ertönte in Konstantinopel ein allgemeines Jammern und Wehklagen.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Nachrichten



    Fünf Jahre schon sind vergangen, seit Papst Benedikt XVI. ankündigte, er werde auf sein Amt verzichten. Sein ehemaliger Sekretär Alfred Xuereb sagt im Gespräch mit Vatican News, Benedikt habe den Schritt „aus Liebe zur Kirche“ getan.

    Mario Galgano und Alessandro Gisotti – Vatikanstadt

    Es war ein Rosenmontag, der 11. Februar 2013.
    An jenem Tag sprach Benedikt XVI. im Vatikan vor Kardinälen. Auf Latein verlas er eine Erklärung, die nicht alle auf Anhieb verstanden: Der Papst gab seinen Amtsverzicht zum Ende des Monats bekannt. Einer seiner engsten Mitarbeiter war Alfred Xuereb. Der aus Malta stammende Priester wirkte als zweiter Privatsekretär des Papstes, und ihn weihte Benedikt etliche Tage vor dem großen Schritt ein, wie uns der Monsignore im Interview erzählt.


    Radioakademie: Papst Benedikt XVI. zum Nachhören

    https://media.vaticannews.va/media/audio..._F134274111.mp3

    „Es gibt so viele Erinnerungen, die ich von Papst Benedikt habe und ich will sie nicht vergessen, denn es war eine schöne Zeit mit ihm. Selbstverständlich war sein Amtsverzicht der wohl prägendste Moment gewesen. Ich kann mich noch gut erinnern. Es war der 5. Februar 2013, als mich Papst Benedikt zu sich rief. Er bat mich, Platz zu nehmen, dann teilte er mir seine Entscheidung mit“, erinnert sich Monsignore Xuereb. „Spontan habe ich überlegt, ihn zu fragen: ,Warum denken Sie nicht nochmal darüber nach?´ Aber dann habe ich mich zurückgehalten, weil ich überzeugt war, dass er lange gebetet hatte.“

    Xuereb erinnert sich, dass ihm genau in diesem Moment ein Detail einfiel, das er schon „ziemlich lange“ beobachtet hatte: „Jedes Mal, bevor er die Feier der Messe in der Privatkapelle begann, verharrte er in der Sakristei lange im Gebet. Auch wenn die Glocke zum Messbeginn läutete, so blieb er trotzdem still im Gebet vor dem Kruzifix versunken. Ich dachte dann jeweils, dass er für etwas ganz besonders Wichtiges beten würde. Und an jenem 5. Februar, als Papst Benedikt mir seine Entscheidung mitteilte, dachte ich: ,Also hat er genau dafür gebetet.´“

    Als dann am 11. Februar Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht verkündet hatte, habe er, Xuereb, den ganzen Tag geweint, erinnert sich der Kurienmitarbeiter weiter. „Selbst während des Mittagessens vergoss ich Tränen, und Benedikt verstand, dass ich sehr aufgewühlt war. Ich sagte zu ihm, Heiliger Vater, und Sie? Waren Sie gelassen? Und er antwortete mir mit einem entschiedenen Ja, denn seine Mühsal war schon vorbei. Er war gelassen, weil er sicher war, dass er diese Entscheidung gut überlegt hatte. Er hatte sie im Frieden getroffen und nach dem Willen Gottes.“

    Der Abschied sei ein weiterer „gefühlsvoller Moment“ gewesen, so Xuereb weiter. Benedikt XVI. habe ihm mehrmals gesagt, dass er, Xuereb, dem neuen Papst dienen werde. Als Franziskus gewählt wurde, habe dann Benedikt XVI. seinem Nachfolger mitgeteilt, dass Xuereb – falls von Franziskus erwünscht – für ihn arbeite dürfe, denn rein formal war der Malteser auch nach dem Amtsverzicht weiterhin Sekretär Benedikts gewesen.

    „Aus dem Staatssekretariat bekam ich dann die Meldung, ich solle so schnell wie möglich Castel Gandolfo verlassen, wo Benedikt sich aufhielt, und sofort im Sekretariat von Papst Franziskus anfangen, weil es schon viel Post zur Aufarbeitung gab“, erzählt Xuereb. Er habe geweint, als er dies dem emeritierten Papst mitteilte. Benedikt habe ihn zum Abschied gesegnet. Das letzte Mal, dass er ihn persönlich traf, war am 14. Oktober 2017, da feierte der Monsignore Geburtstag. „Ich habe ihn in sehr guter Verfassung vorgefunden. Er hat ein gutes Gedächtnis und stellte mir viele Fragen.”

    Alfred Xuereb ist heute Generalsekretär des vatikanischen Sekretariats für die Wirtschaft. Als zweiter Privatsekretär von Papst Benedikt hatte er seit 2007 gewirkt.

    https://www.vaticannews.va/de/papst/news...ruecktritt.html


    Liebe grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Hl. Teresa von Avila (1515-1582)
    Karmelitin, Kirchenlehrerin


    Weg der Vollkommenheit, 28,9.11 (Übers. u. Hrsg.:
    Karmel St. Josef, Hauenstein, © Paulinus Verlag, Trier, S. 142–143)

    „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir“

    Stellen wir uns nun in unserem Innern einen überaus kostbaren Palast vor, der ganz aus Gold und Edelsteinen erbaut ist – kurz, der eines so großen Herrn würdig ist und zu dessen Schönheit wir selbst beitragen. Dies ist tatsächlich so; denn es gibt kein schöneres Bauwerk als eine reine, mit Tugenden geschmückte Seele; und je größer die Tugenden sind, um so herrlicher erglänzen die Edelsteine. In diesem Palast stellt euch den großen König vor, der in seiner Güte euer Vater sein will und der sich auf einem überaus kostbaren Thron niedergelassen hat, dem Thron eures Herzens. […]

    Vielleicht werdet ihr über mich lachen und sagen, dies sei doch ganz klar. Damit hättet ihr allerdings recht; mir war dies nämlich eine Zeitlang nicht klar gewesen. Wohl verstand ich, dass ich eine Seele hatte; aber was diese Seele wert ist und wer in ihr wohnt, verstand ich nicht, weil mir die Eitelkeiten des Lebens den Blick trübten. Hätte ich damals in der gleichen Tiefe wie heute erkannt, dass in diesem kleinen Palast meiner Seele ein so großer König wohnt, hätte ich ihn meiner Meinung nach nicht so häufig allein gelassen, sondern wäre öfter bei ihm geblieben, und ich hätte mich mehr darum gesorgt, dass meine Seele nicht so schmutzig sei. Wie wunderbar: Er, der tausend Welten und noch viel mehr mit seiner Größe erfüllen könnte, schließt sich in eine so kleine Wohnung ein!


    Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 7,1-13.

    In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte,
    die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf.

    Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen,
    das heißt mit ungewaschenen Händen aßen.

    Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer
    Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt.

    Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen.

    Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern,
    Krügen und Kesseln.

    Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also:

    Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten,
    sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?

    Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte:

    Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.

    Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.

    Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.

    Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft
    und haltet euch an eure eigene Überlieferung.

    Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und:
    Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden.

    Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt:

    Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe.

    Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun.

    So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft.

    Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

    Lektionar. Rechte: staeko.net


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Die allerseligste J...




    Die wunderbare Frau mit Namen Maria die Unbefleckte Empfängnis

    Die heilige Bernadette kniet an der Grotte von Lourdes und schaut auf Maria, die Muttergottes, in oben die der Wandhöhle als Statue zu sehen ist

    I. Der Morgen des 25. März 1858

    Nach dem Entschwinden der himmlischen Visionen war die kleine Bernadette, wie sich denken läßt, in tiefe Betrübnis verfallen. Wird sie wohl wieder kommen, die unbeschreiblich schöne Dame? Dieser Gedanke erfüllte natürlich ihre ganze Seele.

    Noch immer hatte die wunderbare Frau ihren Namen nicht gesagt; war sie denn auch wirklich die Königin des Himmels, die allerseligste Jungfrau Maria, die Mutter des göttlichen Kindes, welches die Welt erlöste? Ein Schleier des Geheimnisses umhüllte noch immer diese große Hauptfrage und niemand wußte eine sichere Antwort, so allgemein man es auch glaubte. Es war wieder Nacht geworden wie vorher, der Glanz des Himmels, welcher die Erde erleuchtet hatte, war wieder entschwunden, und auch Bernadette, die begnadigte, sah jetzt nichts mehr als die gewöhnlichen nun Schnee bedeckten Ufer am Gavefluss, den öden und rauhen Felsen Massabielle mit seiner Höhle und den grauen Wolkenhimmel, der sich darüber hinzog. Eine stille Hoffnung auf Wiedersehen lebte jedoch immerhin in ihrem Herzen fort.

    Sie ging noch verschiedene Male zu der Gnadenstätte und betete dort, wie auch viele andere Leute, doch ohne den inneren Ruf zu vernehmen, der sie sonst dazu aufgefordert hatte. Kein überirdischer Lichtglanz zeigte sich mehr und sie hörte sich nicht wieder beim Namen rufen von der unbeschreiblich sanften und süßen Stimme, die mit ihrem himmlischen Wohlklang sonst ihr Herz entzückt hatte.

    Aber es nahte jetzt das Fest „Mariä Verkündigung“, der Gedenktag jener großen himmlischen Erscheinung, als einst der Bote des Herrn in strahlendem Himmelsglanz vor der demütigen Jungfrau in Nazareth erschien und sie als die Königin der Frauen, als die „gnadenvolle und gesegnete“, „mit welcher der Herr ist“, begrüßte. Beachten wir wohl diese bedeutungsvollen Worte des englischen Grußes, so werden wir auch das Folgende, was jetzt zu erzählen ist, in seiner wundervollen Bedeutung um so besser verstehen.

    An diesem Festtag, am 25. März 1858 in der Morgenfrühe, hörte Bernadette plötzlich wieder die geheimnisvolle Stimme in ihrem Innern, welche sie unwiderstehlich zum Gnadenort hinzog. Sie eilte sogleich voll heiliger Freude dahin, ihr Herz sagte ihr, sie werde die himmlische Frau jetzt wiedersehen, und ihr Angesicht strahlte voll seliger Hoffnung. Man sah sie auf der Straße vorüber gehen und einer rief es dem andern zu: „Seht da, Bernadette geht zur Grotte!“ In einem Augenblick war es bekannt, aus allen Häusern strömten die Leute und zu gleicher Zeit, als Bernadette an der Grotte anlangte, hatten sie auch schon sich eingefunden. Auch sonst war bereits wieder eine große Volksmenge an dem Festtag zusammen geströmt, worüber Bernadette sich nicht wenig verwunderte. Gar viele mochten sich vielleicht ebenfalls durch einen inneren Ruf herbei gezogen gefühlt haben.

    Auch das Wetter war wieder wunderschön, der Schnee war weggeschmolzen und kein Wölkchen stand am tiefblauen Himmel. Soeben stieg auch die Sonne, die Königin der Gestirne, über den noch Schnee bedeckten Bergeshöhen empor und vergoldete sie mit ihrem Strahlenschimmer.
    Unter der Menge der Anwesenden bemerkte man auch viele der wunderbar Geheilten, wie Louis Bouriette, den Steinhauer, Blaisette Soupenne, August Bordes, der früher lahm war, die taub gewesene Witwe Crozat, Benedikta Cazeaux, eine vom Fieber erstandene Frau, und andere mehr. Das Morgen-Offizium der Kirche lautete aber an diesem Tage wie folgt:

    „Dann öffnen sich der Blinden Augen, der Tauben Ohren tun sich auf; dann springt wie ein Hirsch der Lahme … denn in der Wüste brechen Gewässer hervor und Ströme in der Einöde.“

    Diese prophetischen Worte mochten sich wohl auch auf die leiblich Geheilten zurück beziehen, welche als Zeugen an diesem Tag anwesend waren; aber es lag diesmal noch eine ganz besondere Bedeutung darin, ein geistiger Sinn, welcher auf das bevorstehende erstaunliche Ereignis hinwies. Denn an diesem Tag, der den Mittelpunkt der Lourdes-Geschichte bildet, sollte das hohe Geheimnis der unbefleckten Empfängnis sichtbar der Welt erscheinen. Es war der „versiegelte Brunnen“, welcher in der Wüste des Zeitalters sich erschloß, und in dessen Lebensströmen die geistig Blinden, Tauben, Lahmen, denen die Religion erstarb, wieder Gnade und heil finden sollten.

    II. Die “unbefleckte Empfängnis”

    Als nun Bernadette sich nieder kniete, siehe, da zeigte sich gleich wieder der überirdische Widerschein auf ihrem Antlitz; ihre Gesichtsfarbe wurde weiß und glänzend, ihre Züge und ganze Gestalt verklärten und hoben sich in der Ekstase , ihre Augen waren mit Entzücken in die Höhe gerichtet und sie sah wieder die himmlische Frau in ihrem wunderbaren Strahlenglanz, das vollkommene Bild der Schönheit und Liebe, wofür es auf Erden keinen Vergleich gibt.

    Bernadette hatte vom Pfarrherrn von Lourdes die gemessene Weisung erhalten, bei etwaigem Wiedererscheinen der überirdischen Frau die Frage nach ihrem Namen zu wiederholen. Sie redete also im pfarramtlichen Auftrag und im Namen der Kirche, als sie jetzt nochmals diese so wichtige Frage wiederholte:
    „O meine Dame“, sagte sie, „haben Sie doch die Güte, mir zu sagen, wer Sie sind und wie Sie heißen?“
    Die Schönheit der wunderbaren Frau schien noch strahlenden und ihr freundliches Lächeln, womit sie dem Kind antwortete, noch sanfter und milder, doch eine andere Antwort erteilte sie nicht.
    Es war aber der Tag und die zeit, wo das kirchliche Offizium, welches jetzt gebetet wurde, in folgenden Worten sich fortsetzte:

    „Heilige Jungfräulichkeit, mit welchen Worten ich dich erheben soll, weiß ich nicht; den welchen die Himmel nicht fassen können, den hast du in deinem Schoße umschlossen.“

    Bernadette wagte es nochmals zu bitten: „Meine Dame, (Madame), wollen Sie mir nicht sagen, wer Sie sind?“

    Wiederum erschien die Jungfrau noch schöner und von Liebe strahlender, wie als ob sie in himmlischer Glückseligkeit sich noch mehr verklärte. Sie antwortete aber wieder nicht und lächelte nur wieder, lange fortgesetzt, in einer unbeschreiblichen, himmlischen Weise.
    Die Antwort gaben aber die Gebete und Gesänge der Kirche an diesem Tag, welche also lauteten:

    „Freuet euch mit mir alle, die ihr den Herrn liebet! Denn von meiner Kindheit an war ich dem Allerhöchsten wohlgefällig, und aus meinem Schoße ging der Gottmensch hervor. Es werden mich selig preisen alle Geschlechter. Denn Gott hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd, und aus meinem mütterlichen Schoße wird der Gottmensch geboren.“

    Bernadette, welche die in der Ferne schallenden Loblieder der Kirche nicht vernahm, bat nunmehr mit kindlichem Vertrauen und Mut zum dritten Mal: „O meine Dame, ich bitte, sagen Sie mir doch Ihren Namen, Sie müssen mir sagen, wer Sie sind!“

    Da verklärte sich die Jungfrau in einem noch höheren Grad von himmlischer Glorie, wie in unaussprechlicher Wonne verloren; sie verharrte jedoch in ihrem freundlichen Schweigen und Lächeln.
    Die Kirche grüßte sie aber jetzt im fortgesetzten Gebet mit ihrem Namen, in Wiederholung jener hohen FreudenBotschaft, welche an diesem Tag in allen katholischen Kirchen des Landes widerhallte, mit dem Gruß des Engels:

    „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern!“

    Bernadette erblickte die Erscheinung immer im weißen Strahlengewand mit der himmelblauen Schleife, den Rosenkranz mit dem goldenen Kreuz in den andächtig gefalteten Händen haltend, wie ein himmlisches Bild von verklärter Demut und Gottesliebe. So möchte sie selbst wohl in die Betrachtung und Anbetung der göttlichen Dreieinigkeit versenkt sein, gerade wie das Kind in den Wunderanblick ihrer im Abglanz der Gottheit strahlenden Schönheit.

    Nun aber, als Bernadette die bittende Stimme zum vierten Mal erhob, wendete sie den Blick nach oben, öffnete sie die gefalteten Hände und ließ den Rosenkranz am rechten Arme herab gleiten. Dann erhob sie Hände und Arme, senkte sie wieder zur Erde und erhob sie wieder, ihr empor gerichtetes Antlitz wurde unbeweglich, glänzender und strahlender als je, das Auge ganz in unergründliche Wonnen versenkt, und mit einem unbeschreiblichen Blick nach oben, voll unendlicher Dankbarkeit, Liebe und Anbetung, sprach sie das hohe Wort ihres Namens:

    „Ich bin die unbefleckte Empfängnis!“

    Im gleichen Moment war die himmlische Vision ganz plötzlich den Augen des Hirtenkind entschwunden, ohne den gewöhnlichen freundlichen Blick und Abschiedsgruß. Bernadette aber behielt in der Folge das himmelschöne und erhabene Bild, wie sie es eben geschaut, mit besonderer Treue und Lebendigkeit in ihrer Seele zurück, so daß die bildenden Künstler, welche es späterhin wieder zu geben suchten, best möglichst dazu in den Stand gesetzt waren.

    Die Seherin fand sich nun plötzlich wieder dem Himmel entrückt in der gewöhnlichen Umgebung der frommen Menge und der kahlen Felsen. Nur aber die Wunderquelle murmelte jetzt, als freundliches Himmelszeichen, sanft und lieblich ihr zur Seite und ihre kristallklaren Wellen fielen mit hellem Geplätscher in den Wasserbehälter der braven Steinbrecher.

    Voll dankbarer Freude schlug Bernadette nun eiligst den Rückweg zur Stadt ein, um den Pfarrherrn von der erhaltenen Antwort in Kenntnis zu setzen. Unterwegs wiederholte sie in einem fort die beiden Worte „unbefleckte Empfängnis“, damit sie ihr gar nicht aus dem Sinn kämen: denn sie waren ihr in ihrer Unwissenheit vorher noch nicht bekannt. (*)

    Das kirchliche Offizium enthielt aber noch die herrliche Lobeshymne, welche an diesem Tage in den Kirchen und Klöstern der ganzen katholischen Welt angestimmt wurde:

    „O gloriosa virginum,
    Sublimis inter sidera!“

    „O du glorreiche der Jungfrauen,
    Erhabene unter den Sternen etc. etc.“

    (*) Bernadette, die ohne Schule auf dem Land und im Pyrenäen-Gebirge ganz einsam aufwuchs, hatte zu dieser Zeit noch kaum einige Kenntnis oder Übung in der richtigen französischen Sprache. Zu ihrer Heimat, im Lande Bearn, wird noch heute auf dem Land eine besondere, dem benachbarten Spanischen ähnliche Mundart gesprochen, worin auch Maria mit ihr redete. „Suy l`immaculada cunceptiun“, so lauteten daher die ursprünglichen Worte, wie sie Bernadette vernahm. --
    aus: Anselm Schott, Die Wunder von Lourdes, 1899, S. 167 -- S. 172


    Die wunderbare Frau mit Namen Maria die Unbefleckte Empfängnis
    Die heilige Bernadette kniet an der Grotte von Lourdes und schaut auf Maria, die Muttergottes, in oben die der Wandhöhle als Statue zu sehen ist


    Ave Maria mit Szenen aus dem Film “Das Lied der Bernadette”


    the-annunciation-1125149_1920: pixabay[/Video]




    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Erscheinungen / Botsch...



    Im Jahr 1854 hatte Papst Pius IX. feierlich die Wahrheit, dass Maria, die Gottesmutter, ohne die Makel der Erbsünde diese Erde im Schoß der Mutter Anna betreten habe, zur Würde einer geoffenbarten Glaubenswahrheit erhoben. Es war natürlich nicht geschehen ohne die üble Begleitmusik der Widersacher Gottes. Denn eine Welt, die mehr denn je der bloßen Diesseitigkeit und der reinen Vernunfteinsicht sich übergeben hatte, musste eine Gestalt wie die Unbefleckt Empfangene, ein geheimniserfülltes Geschöpf aus Himmelshöhen, wie einen Hohn und eine Herausforderung empfinden. Darum kam wohl der Herr seiner gegen den Zeitgeist streitenden Kirche durch ein Zeichen vom Himmel zu Hilfe. Maria erschien selbst auf dieser Erde und stellte sich den Kleinen, denen es der Herr so gerne offenbart, als die Unbefleckt Empfangene vor.



    Darüber hätte freilich die Welt leichten Fußes hinwegschreiten können, wenn sich nicht im Gefolge dieser Erscheinung etwas Aufsehen erregendes und geradezu Ärgerliches zugetragen hätte. Dort nämlich, wo bisher nie Wasser gewesen war, entsprang plötzlich eine Quelle, die nun schon ununterbrochen fast hundert Jahre fließt, und dieses Wasser besaß wunderbare Heilkräfte. Wunderheilung reihte sich an Wunderheilung, und diese saßen wie spitzige Dornen im Fleisch einer Menschheit, die im Namen der größten Wissenschaftler erklärt hatte: Für Wunder ist in unserem Weltbild kein Platz mehr; wer noch an Wunder glaube, sei ein abergläubischer Mensch und zähle in der modernen Zeit nicht mit. Aber in Lourdes geschahen die Wunder trotzdem. Sie wurden peinlichst geprüft von gläubigen und ungläubigen Ärzten. Es ließ sich nicht wegleugnen, dass Unerklärliches geschah. Gott bekundete, dass er nicht gewillt sei, sich aus seiner Welt herausdrücken zu lassen. Er wirkt darin, was er will, gleichgültig, ob es den jeweiligen Menschen passt oder nicht. Und er benutzte als Vermittlung jene, die an sich schon den Glaubensscheuen stets ein Stein des Anstoßes gewesen ist, die seligste Jungfrau Maria.



    Der gläubige Sinn des frommen Volkes hatte es dagegen gleich erfasst: Hier ist Gottes Werk! Hier die Öffnung zum Himmel hin! Hier der Ort seiner Gnaden! Ein nie gekanntes Wallfahrten hat damals eingesetzt, und hundert Jahre haben es nicht nur nicht zum Stillstehen gebracht, sondern es noch stetig anschwellen lassen. Ein wahrer Strom von Lourdesfrömmigkeit hat sich über den gesamten katholischen Erdkreis ergossen, bis hin in die fernsten Missionsgebiete. Aber nicht die Wundersucht trieb. Denn schon bald stellte sich heraus, dass von Lourdes mehr Pilger ungeheilt zurückkehren müssen als geheilt, dass mehr Menschen gleichsam unnütz des Lourdeswassers sich bedient haben und die Unbefleckt Empfangene anscheinend umsonst vertrauensvoll angerufen haben als mit greifbarem Nutzen. Mit Recht wird das als Lourdes` größtes Wunder gepriesen, dass all die ungezählten Ungeheilten dennoch getröstet heimgekehrt sind und seitdem ihr Kreuz geduldiger tragen.



    Was die gläubige Menschheit nach dorthin treibt, das ist das Bewusstsein: Hier atmet man in der Luft Gottes! Hier wird das Übernatürliche gleichsam greifbar! Und es leuchtet ihnen auf an der Gestalt der Unbefleckt Empfangenen, die gar nicht anders gedacht werden kann als nur von Gott gestaltet und in ihm lebend. Darum grüßen sie die Jungfrau mit den nie enden wollenden Aves, hoffend, dass durch ihre Hilfe sie auch einmal, wenn auch erst nach diesem Erdenwallen, ganz so Gottes sein können, wie Maria es vom ersten Augenblick ihres Daseins an stets gewesen ist.



    Kirchengebet



    O Gott, du hast durch die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau deinem Sohn eine würdige Wohnstatt bereitet; wir bitten dich demütig, da wir nun die Erscheinung dieser Jungfrau feiern, lass uns das Heil der Seele und des Leibes erlangen.



    Zur Geschichte des Festes: Die Veranlassung zu diesem Fest gab die Muttergottes selber. Sie erschien am 11. Februar 1858 (vier Jahre nach Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariä) plötzlich einem nichts ahnenden schlichten Mädchen, namens Bernadette Soubirous. In den folgenden Erscheinungen gab die allerseligste Jungfrau, die sich am 25. März 1858 als die Unbefleckte Empfängnis offenbarte, den Auftrag, an Ort und Stelle ein Gotteshaus zu bauen und Prozessionen zu veranstalten. Nach Überwindung größter Schwierigkeiten, die uns begreiflich erscheinen, geschah dies alles. Seit dieser Zeit hörte der Pilgerstrom des gläubigen Volkes nach Lourdes nicht mehr auf, da die Jungfrau Maria gerade dort ihre Gaben in verschwenderischer Fülle auszuteilen schien.

    Papst Pius X. gestattete darum am 13. November 1907 auf vielfaches Drängen von Klerus und Volk die Feier dieses Festes in der ganzen Christenheit, nachdem sie bereits 1891 von Leo XIII. verschiedenen Diözesen erlaubt worden war.



    („So feiert dich die Kirche“, Prof. Dr. Carl Feckes, Maria im Kranz ihrer Feste, Steyler Verlagsbuchhandlung, 1957)


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Zitate von Heiligen



    BILD: https://www.wikiwand.com/de/Märtyre...gen_Bücher


    Die heiligen Saturnius, Lektor und Martyrer von Karthago,

    + 11.2.304,

    und Dativus, Lektor und Martyrer von Karthago,

    + 11.2.304,

    zusammen mit mehreren anderen heiligen Märtyrern in Afrika

    (49 Märtyrer der heiligen Bücher) - Fest: 11. Februar


    Der Kaiser Diokletian hatte allen Gläubigen unter Todesstrafe befohlen, die heiligen Schriften zum Verbrennen herauszugeben. Und da die Christen diesem Befehl nicht gehorchten, begann eine grausame Verfolgung, wodurch ein ganzes Jahr hindurch Afrika mit dem Blut der Bekenner Jesu gefärbt wurde. Es gab zwar auch ängstliche Leute, die, um ihr Leben zu retten, der ungerechten Forderung gehorchten. Die große Mehrzahl der Christen wollte aber lieber sterben, als bei der Vernichtung der heiligen Bücher mitzuwirken. Abitine, eine Stadt der proconsularischen Provinz Afrika, war einer der Hauptschauplätze im Krieg gegen die Christen.



    Als Saturnin, Priester dieser Stadt, an einem Sonntag die göttlichen Geheimnisse im Haus des Octavius Felix feierte, eilte die Stadtobrigkeit mit einem Haufen Soldaten herbei und nahm neunundvierzig Christen beiderlei Geschlechts gefangen. Die Vornehmsten dieser Versammlung waren Saturnin mit seinen vier Kindern, der jüngere Saturnin und Felix, beide Vorleser, Maria, eine gottgeweihte Jungfrau, und Hilarion, der noch ein Kind war. Dann der Senator Dativ, Ampelius, Rogatian und Victoria. Dativ, die Zierde des Rates von Abitine, ging an der Spitze dieser geheiligten Schar. Saturnin, von einer gottgeweihten Familie umgeben, ging an dessen Seite. Alle übrigen folgten stillschweigend nach.



    Vor den Richter bekannten sie Jesus mit einer solchen edlen Unerschrockenheit, dass selbst diese ihren Mut bewunderten. Auf solche Weise machten sie einigermaßen das Verbrechen ihres Bischofs Fundan wieder gut, der an demselben Ort feige die heiligen Bücher auslieferte. Doch da schon hatte der Himmel augenscheinlich unsere heiligen Urkunden verherrlicht, denn als Fundan sie ins Feuer warf, fiel aus heiterer Luft ein so starker Regen, dass er das Feuer auslöschte, worauf ein Hagel folgte, der alle Felder der Umgegend zerstörte.



    Die Bekenner wurden nun gefesselt nach Carthago abgeführt, zum Sitz des Proconsuls. Unterwegs sangen sie voller Freude Loblieder dem Herrn und dankten ihm, dass er sie gewürdigt habe, für den Namen Jesu gefangen zu sein. Der Proconsul begann das Verhör mit Dativ, indem er ihn fragte, wessen Standes er sei, und ob er der Christenversammlung beigewohnt habe. „Ich bin ein Christ“, antwortete Dativ, „und habe den Versammlungen beigewohnt.“ Nach mehreren anderen Fragen, deren Beantwortung der Proconsul jedoch nicht abwartete, ließ er ihn auf die Folter spannen und mit eisernen Krallen zerfleischen. Zu dieser schmerzvollen Marter verurteilte er auch die meisten der übrigen Bekenner. Alle erduldeten aber auch diese Peinigung mit unüberwindlicher Geduld. Selbst die Verschiedenheit des Geschlechts ließ keinen Unterschied des Mutes wahrnehmen. Vor allen glänzte Victoria. Sie hatte das Glück, von Jugend auf die Wahrheit zu kennen, und aus Liebe zu ihrem jungfräulichen Stand hatte sie einer sehr vorteilhaften Verbindung entsagt. Ihre ganze Begierde ging dahin, die Märtyrerkrone mit der jungfräulichen Reinigkeit zu vereinen. Da sie von edler Geburt war und die Schwester Fortunatians, eines eifrigen Verteidigers des Heidentums, bot der Proconsul alles auf, sie vom Christentum abwendig zu machen. Er fragte sie zuerst um ihre Religion, worauf sie ihm mutig antwortete: „Ich bin eine Christin.“ Fortunatian wollte sie durch vorgebliche Verrücktheit entschuldigen. Allein Victoria, die nichts mehr fürchtete, als die Gelegenheit zu verlieren, ihr Blut für Jesus Christus zu vergießen, zeigte durch die Weisheit ihrer Reden, dass sie vollkommen bei Verstand sei, und frei und aus erkannter Ursache das Christentum angenommen habe. Der Proconsul fragte sie dann, ob sie mit ihrem Bruder zurückkehren wolle, worauf sie erwiderte: „Ich kann dies nicht, weil ich eine Christin bin und keine anderen Brüder anerkenne, als die Gottes Gesetz halten.“ Der Richter bat sie nun mit den schmeichelhaftesten Worten, doch Mitleid mit sich selbst zu haben und ihr Leben zu erhalten, erhielt aber nichts anderes zur Antwort als: „Ich habe dir es ja schon gesagt, dass ich eine Christin bin und der Versammlung beigewohnt habe.“ Der Proconsul aufgebracht, dass er sich überwunden sehen musste, ließ sie mit den anderen in das Gefängnis führen, bis er gegen alle kurze Zeit nachher das Todesurteil fällte.



    An Hilarion, dem jüngsten Kind Saturnins machte der Proconsul den letzten Versuch, in der Hoffnung, die Schwäche des kindlichen Alters werde da den gewünschten Sieg erleichtern. Bald aber sah er seinen Irrtum ein. Das heilige Kind, erhaben über alle Furcht, antwortete ihm: „Ich bin ein Christ, ich habe der Versammlung beigewohnt, und dieses aus freiem Willen und ohne Zwang.“ Der Proconsul, der nicht wusste, dass Gott selbst in seinen Märtyrern jene Heldentaten wirkt, drohte ihm mit kleinen Kinderstrafen. Allein der Kleine lachte darüber. Und da er ihn mit den Worten schrecken wollte: „Ich werde dir die Nase und Ohren abschneiden lassen,“ entgegnete Hilarion: „Das kannst du, ich bin aber ein Christ.“ Der Proconsul verbiss seinen Ärger und seine Beschämung und ließ das Kind in das Gefängnis zurückführen. Und dieses Kind sagte beim Weggehen: „Herr! Ich danke dir.“



    Alle diese edelmütigen Kämpfer Jesu Christi starben in dem Gefängnis an den erlittenen Martern. Ihre Namen stehen an diesem Tag in den alten Martyrologien.



    Wie groß war doch der Eifer der ersten Christen, den Tag des Herrn würdig zu begehen. Auf die Frage des Richters, warum sie trotz des kaiserlichen Verbotes sich versammeln, sagten sie sogar auf der Folter: „Dies geschieht, weil die Feier des Sonntags bei uns eine unerlässliche Pflicht ist.“ Wir erfüllen diese Pflicht, so oft es uns immer möglich ist. „Niemals fehlen wir in der Versammlung. Wir halten Gottes Gebote, sollte uns unsere Treue auch das Leben kosten.“ Dem heiligen Opfer, dem Religionsunterricht und den gemeinschaftlichen Andachtsübungen beiwohnen, hielten die wahren Christen zu allen Zeiten für eine ihrer heiligsten Pflichten. Es ist immer ein Beweis von tief gesunkener Religiosität, wenn die dem Herrn geheiligten Tage durch leichtfertiges Arbeiten, trägen Müßiggang oder Belustigungen entweiht werden. Der Mensch verwildert, wenn er Gott aus den Augen verliert.



    Wie tief werden viele der heutigen Christen von ihren ersten Glaubensgeschwistern beschämt! Diesen war die Feier des hl. Opfers und der hl. Kommunion so wichtig, dass sie diese Feier, wenigstens am Sonntag, nicht unterließen, wenn dabei auch ihr Leben in Gefahr kam. Heute aber versäumen viele Menschen wegen geringster Hindernisse den sonntäglichen Gottesdienst. Die ersten Christen durften mit Zuversicht sagen: „Wir haben die heiligen Bücher in unseren Herzen.“ Aber wie vielen der heutigen Christen ist der christliche Glauben eine so gleichgültige Sache, dass sie sich um alles eher als um ihn kümmern? Mit welcher Scham werden sie neben jenen vor dem Gericht Gottes stehen!


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 6,53-56.

    In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu,
    kamen nach Genesaret und legten dort an.

    Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort.

    Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war.

    Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen.

    Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.


    Hl. Faustina Kowalska
    (1905-1938)
    Ordensschwester

    Tagebuch, Hauteville/Schweiz 1991, §§ 949–950
    („ich vertraue auf dich“ ist analog zu den ersten Anrufungen eingefügt worden)

    „Alle, die den Saum seines Gewandes berührten, wurden geheilt“ (vgl. Mk 6,56)

    Barmherzigkeit Gottes, die uns durch unser ganzes Leben begleitet – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, die uns besonders in der Stunde unseres Todes umfängt – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, die uns das ewige Leben schenkt – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, die uns in jedem Augenblick unseres Lebens zur Seite steht – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, die uns vor dem Feuer der Hölle schützt – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, in der Umkehr verhärteter Sünder – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, Verwunderung der Engel und unbegreiflich für die Heiligen – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, unergründlich in allen Geheimnissen Gottes – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, uns aufrichtend aus allem Elend – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, Quelle unseres Glücks und unserer Freude – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, uns aus dem Nichts zum Leben rufend – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, alle Werke Seiner Hände umschließend – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, alles krönend, was ist und sein wird – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, in die wir alle versenkt sind – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, süßer Trost gequälter Herzen – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, einzige Hoffnung verzweifelter Seelen – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, Rast der Herzen, Friede inmitten des Schreckens – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, Wonne und Entzücken heiliger Seelen – ich vertraue auf dich.
    Barmherzigkeit Gottes, Vertrauen weckend trotz Hoffnungslosigkeit – ich vertraue auf dich.

    + O Ewiger Gott, dessen Barmherzigkeit unergründlich und dessen Schatz des Erbarmens unerschöpflich ist, schau gnädig auf uns und vermehre in uns Deine Barmherzigkeit, damit wir in schweren Zeiten nicht verzweifeln und nicht mutlos werden, sondern uns mit großem Vertrauen Deinem heiligen Willen hingeben, der die Liebe und das Erbarmen selber ist.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    + 10.2.542?, Schwester des heiligen Benedikt



    Die heilige Scholastika ist die Zwillingsschwester des heiligen Ordensgründers Benedikt. Zusammen mit ihm erblickte sie im Jahr 380 in dem Städtchen Nursia, halbwegs zwischen Rom und Neapel, das Licht der Welt. Scholastika war ein fröhliches Kind, von Natur aus heiter veranlagt und immer lustig. Deswegen war sie auch bei den Leuten beliebt. Wenn man sie schnellen Schrittes dahineilen sah, freute man sich, wie man sich eben freut, wenn man zufällig eine schöne weiße Taube erblickt. Schon lange galt die weiße Taube als Sinnbild der Unschuld, und von Unschuld strahlte auch das Mädchen Scholastika.



    Schon früh half Scholastika hilfsbedürftigen Menschen und war Fürsorgerin den Armen und Kranken in ihrem Heimatstädtchen Nursia. Da war sie auch am richtigen Platz, denn durch ihre Munterkeit machte sie alle Leute froh, und Freude ist bekanntlich die beste Medizin. Da war beispielsweise ein griesgrämiger alter Mann, der jeden Tag vierundzwanzig Stunden lang stöhnte. Oft besuchte Scholastika den Stöhnerich und erzählte ihm ein paar drollige Geschichten. Erst wollte der Alte überhaupt nicht lachen, dann musste er lachen, und schließlich lachte er sich gesund. Auf diese und ähnliche Weise tat Scholastika viel Gutes, und die Leute waren froh mit ihr.



    Als später Sankt Benedikt das große Kloster auf dem Cassinoberg gründete, verließ Scholastika zum Leidwesen aller die Heimat, bezog am Fuß des Berges eine Wohnung und nahm sich der Arbeiter an, die das Kloster errichteten, kochte, wusch und flickte für sie und war wie eine Mutter gut zu allen. Und während der ernste Bruder in seiner Zelle betete und sich selten sehen ließ, flog Scholastika wie eine Taube auf der Baustelle umher und rief den Arbeitern manch lustigen Scherz zu, dass sie lachen mussten und dadurch leichter über die Mühen hinwegkamen, die mit der Arbeit unter der heißen südländischen Sonne verknüpft waren.



    Ein einziges Mal nur im Jahr erlaubte der strenge Sankt Benedikt der Schwester, dass sie zu ihm kam und sich mit ihm unterhielt. Die beiden trafen sich auf einem Pachthof außerhalb des Klosters und redeten von diesem und jenem einen ganzen Tag lang. Scholastika kam es vor allem darauf an, von dem gelehrten Bruder zu erfahren, wie es im Himmel aussehe, denn dahin sehnte sie sich mit ganzer Seele. Und wenn dann der gelehrte Bruder von den Schönheiten des Himmels erzählt hatte, so war die Schwester wieder getröstet und gestärkt, um für das nächste Jahr das Leben in Freude auszuhalten und alle mit Freude anzustecken.



    Jahr für Jahr geschah es so, und als sich die Geschwister wieder einmal trafen, fühlte Scholastika, die ziemlich krank und schwach geworden war, dass sie bei dieser Gelegenheit zum letzten Mal den Bruder auf der Erde sah. Deshalb bat sie ihn gegen Abend, als er sich erhob, um ins Kloster zurückzukehren, er möge doch bei ihr bleiben und ihr noch mehr vom Himmel erzählen. Der ernste Benedikt wollte ihr diese Bitte aber nicht erfüllen und verwies auf die strenge Ordensregel, die es nicht gestatte, dass ein Mönch auch nur eine einzige Nacht außerhalb der Zelle verbringe.



    Scholastika war enttäuscht, aber nicht entmutigt und sagte still zu sich selbst: „Warte nur, Bruder, wenn du nicht willst, so wird Gott mir helfen.“ Schalkhaft beugte sie dann den Kopf in die Hände und tat so, als schäme sie sich, eine unpassende Bitte ausgesprochen zu haben. In Wirklichkeit betete sie jedoch herzinnig, Gott solle irgendetwas unternehmen, um den strengen Bruder zum Bleiben zu zwingen. Gott half auch sofort, denn mit Minutenschnelle ging ein Platzregen nieder, der die ganze Nacht anhielt, so dass Benedikt notgedrungen bis zum Morgen bleiben musste und Scholastika mit ihm reden konnte.



    Drei Tage später starb sie, und Sankt Benedikt sah von seiner Zelle aus, wie ihre Seele in Gestalt einer weißen Taube zum Himmel emporstieg.



    Sehr merkwürdig ist die letzte Zusammenkunft zwischen dem heiligen Benedikt und seiner Schwester Scholastika, die der heilige Papst Gregorius selbst beschrieben hat. Diese Zusammenkunft wird von einem freundlichen Sänger schön auf folgende Weise erzählt:



    Scholastika, die gottergebene Nonne,

    Des heil`gen Benediktus Schwester, pflegte

    Einmal des Jahrs den Bruder zu besuchen.

    Einst auch erschien sie zur gewohnten Zeit,

    Und nach Gewohnheit stieg der Abt sofort

    Von seinem Berg herab, um mit der Schwester

    Im nächsten Dörfchen des Gesprächs zu pflegen.



    Der Tag verging, die Sonne stand schon tief;

    Noch immer wechselten Scholastika

    Und Benediktus inhaltreiche Reden.

    Die Sonne sank, die Abendröte glänzte;

    Das fromme Paar, zum trauten Mahl sich setzend

    Fuhr fort des heiligen Gesprächs zu pflegen.

    Das Abendrot verblich, der Mond ging auf,

    Vom heitern Himmel blitzten hell die Sterne;

    Da sprach der fromme Abt: Spät ist die Stunde;

    Der Herr sei mit dir, Schwester! fahre wohl!



    Doch ahnend sprach Scholastika zu ihm:

    Bleib bei mir, Bruder, diese einz`ge Nacht!

    Wer weiß, wann wir uns wiedersehn? Wie bald

    Ist eine Nacht dahin! Lass bis zum Morgen

    Uns reden von des ew`gen Lebens Freuden.



    Doch Benediktus sprach: Wie magst du solches

    Begehren, Schwester! nicht geziemt dem Mönch,

    Zu bleiben außer seines Klosters Ring

    Die Nacht hindurch. Ich scheide. Fahre wohl!



    Allein Scholastika, die Fromme, lehnte

    Gefaltet auf den Tisch die Hände, barg

    Ihr Antlitz in die Hände, und betete

    Mit solcher Inbrunst, dass die Tränen reichlich

    Durch die gekreuzten Finger niedertrofen.



    Und ehe sie das Antlitz noch vom Tisch

    Erhoben, trübte sich der heitre Himmel.

    Der Donner krachte. Blitze flammten rings

    Ein schwerer Sturm kam auf. Ein Wolkenbruch

    Ersäufte nah und fern das bange Land.

    Unmöglich war dem Abt und seinen Freunden

    (Steil der Berg, der nasse Fußpfad schlüpfrig)

    Für diese Nacht zum Kloster heimzukehren.



    Unmutig sprach der Abt: Warum, Schwester,

    Hast du mir das getan? wie wird der Mönch

    Die Regel ehren, die der Abt nicht hält?



    Scholastika sprach kosend: Trauter Bruder,

    Dich bat ich, und blieb unerhört. Ich bat

    Den Herrn, und er erhörte mich. Er weiß

    Um meine Liebe. Lass uns fröhlich sein!



    Und fröhlich war der Abt den Rest der Nacht

    Mit der geliebten Schwester. Während draußen

    Die Stürme brausten, und der Regen klatschte,

    Ergötzte sich das gottergebne Paar

    In himmlischen Gesprächen. Vieles sprachen

    Sie von der Ewigkeit und ihren Freuden,

    Und von der süßen Hoffnung, dermaleinst

    Den Herrn von Angesicht zu seh`n, und ewig

    Bei ihm zu bleiben samt den teuren Freunden.



    Zu schnell entfloh die ganze Sommernacht.

    Vorüber war der Sturm, die Sonne ging

    Erquickend auf, und Benediktus schied

    In Frieden jetzt von der geliebten Schwester.



    Nach dreien Tagen starb Scholasika;

    Und in dem Augenblick, worin sie starb,

    Sah Benediktus, einer Taube gleich,

    Zum Himmel ihre reine Seele schweben.

    Da schlug das Herz ihm. Eine Stimme sprach:

    Die Regel, Abt, ist aller Ehre wert,

    Doch größrer Ehre würdig ist die Liebe.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    BILD: »Bruderschafts-Zettel« einer unbekannten Traunsteinerin

    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Hl. Franziskus von Assisi (1182-1226)
    Gründer der Minderbrüder


    Nicht-bullierte Regel, Kapitel 8–9 (aus: Dieter Berg, Leonhard Lehmann (Hg.), Franziskus-Quellen, © 2009 Edition Coelde in der Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, S. 76–77, www.bube.de)

    „Kein Geld im Gürtel“


    Der Herr befiehlt im Evangelium: „Gebt Acht und hütet euch vor jeglicher Bosheit und Habsucht“ (vgl. Lk 12,15); und: „Seid auf der Hut vor dem geschäftigen Treiben dieser Welt und vor den Sorgen dieses Lebens“ (vgl. Lk 21,34). Darum soll keiner der Brüder, wo er auch geht und steht, auf irgendeine Weise Geld oder Münzen bei sich haben oder annehmen oder annehmen lassen, weder für Kleider noch für Bücher noch als Lohn für eine Arbeit; nein, unter keinem Vorwand, es sei denn wegen der offenkundigen Notlage kranker Brüder; denn Geld oder Münzen dürfen für uns keinen größeren Nutzen haben, und wir dürfen sie nicht höher schätzen als Steine. Und jene will der Teufel blenden, die nach Geld verlangen oder es für wertvoller halten als Steine. Hüten wir uns also, die wir alles verlassen haben (vgl. Mt 19,27), wegen etwas so Geringem das Himmelreich zu verlieren. Und wenn wir irgendwo Geld finden sollten, wollen wir uns darum nicht mehr kümmern als um Staub, den wir mit Füßen treten, denn es ist die Eitelkeit der Eitelkeiten, und alles ist Eitelkeit (Koh 1,2). […]

    Alle Brüder sollen bestrebt sein, der Demut und Armut unseres Herrn Jesus Christus nachzufolgen. […] Und sie müssen sich freuen, wenn sie sich unter unbedeutenden und verachteten Leuten aufhalten, unter Armen und Schwachen, Kranken und Aussätzigen und Bettlern am Wege. Und wenn es notwendig werden sollte, mögen sie um Almosen bitten gehen. Und sie sollen sich nicht schämen, vielmehr daran denken, dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes (Joh 11,27), […] arm gewesen [ist] und Gast und […] von Almosen gelebt [hat], er selbst und die selige Jungfrau und seine Jünger.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Marthe Robin Gefeiert am 6. FebruarDatum06.02.2020 11:14
    Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Marthe Robin

    Tertiarin, Mystikerin


    * 13. März 1902 in Châteauneuf-de-Galaure im Département Dròme in Frankreich
    † 6. Februar 1981 daselbst

    Marthe Robin wurde als sechstes Kind kleiner Bauern geboren. Die Schule konnte sie wegen ihres schwachen Gesundheitszustandes nur unregelmäßig besuchen. 1918 erkrankte sie - vermutlich an einer Gehirnlähmung - und wurde bettlägrig. Nach zwischenzeitlicher Besserung waren ab 1928 ihre Beine gelähmt und sie war wieder ans Bett gefesselt, litt an Rheuma, Kopf- und Magenschmerzen, vertrug kein Licht, konnte keine Nahrung mehr aufnehmen, kaum mehr schlafen und war auf Pflege angewiesen. Außer der Kommunion nahm sie keine Nahrung mehr zu sich und konnte nicht mehr schlafen. Ab 1929 waren auch ihre Hände gelähmt, 1940 erblindete sie.

    1928 trat sie in den Dritten Orden der Franziskaner ein, 1929 empfing sie die Stigmata, die Wundmale Jesu, und erlebte jeweils von Donnerstag bis Freitag das Leiden Christi so intensiv, dass ihr - den Berichten nach - Blut aus der Stirn und den Augen austrat. 1934 wurde auf ihre Bitten hin eine christliche Schule für Mädchen eröffnet, der später eine Realschule und eine Hauswirtschaftschule folgten. Auf Grund ihrer Anregung wurden 1936 die Foyers de Charité, Heimstätten der Nächstenliebe gegründet als Gemeinschaften von Priestern und Laien, die in der Welt Zeugnis für die Nächsten- und Gottesliebe geben und dazu Exerzitien abhalten. 1948 wurde in Châteauneuf-de-Galaure ein eigenes Gebäude erstellt.

    Beim Marthes Begräbnis konzelebrierten vier Bischöfe und mehr als 200 Priester vor etwa 7000 Menschen. Marthes Zimmer in Châteauneuf-de-Galaure wurde zum Wallfahrtsort.


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Grundgebete



    Gebet zum hl. Josef

    Wir preisen dich, Josef den

    Gott hat dich erwählt zum

    Pflegevater seines Sohnes.

    Du hast Maria nicht verlassen,

    sondern zu dir genommen.

    Du bist mit ihr nach Bethlehem

    gereist und warst Zeuge

    der Geburt des Messias.

    Du hast Jesus und Maria vor

    der Wut des Herodes in

    Sicherheit gebracht. Du hast

    nach der Rückkehr in die

    Heimatstadt für sie gesorgt

    Jesus war dir untertan; er hieß

    des Zimmermanns Sohn.

    Wir preisen dich, Josef;

    du warst ein gerechter Mann.

    Heiliger Josef, Nährvater Jesu,

    bitte für uns!

    Amen


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    (BILD: Die Wahrheit ist der Index ihrer selbst, hieß es schon im Mittelalter.
    Gott, der im Bild von Giovanni di Niccolo Mansueti (1485–1427) auf die Schöpfung weist,
    ist darum auch das Kriterium für die Falschheit des Atheismus. Foto: IN)

    Der Heilsplan Gottes für den Menschen
    Gott offenbart seinen „gnädigen Ratschluß“

    Liebe Leserinnen und Leser,

    5. Februar 2020
    Welche Kraft der wahre lebendige Glaube hat


    Wenn schon der falsche Glaube, wo er lebendig wird, eine gewaltige Kraft ist, die ins Leben treibt, so wird der wahre katholische Glaube, der überreich ist an lebendig machenden Wahrheiten, noch kraftvoller sein, wenn er lebendig wird. Merk wohl, was ich sage: „wenn er lebendig wird“. Du kannst nämlich den wahren Glauben wohl haben, aber kannst ihn tot in deiner Seele liegen lassen; wenn nämlich deine Seele so was wie ein Felsen ist. Du magst den kernhaftesten Weizen auf Felsen aussäen, er bleibt tot und faßt keine Wurzeln und treibt keine Halme. Wirf ihn auf gutes, feuchtes Erdreich, und er wird gleich lebendig werden.

    Und so mit den Wahrheiten des katholischen Glaubens. Nimm sie auf mit gutem Herzen, das heißt, mit dem ernsten Willen, ihnen nach zu leben; du wirst sehen, sie werden gleich lebendig, sie treiben dich sogleich, dein Leben in manchen Stücken zu ändern, oder gar ein ganz neues Leben anzufangen. Ich will dir davon ein Paar Geschichten aus Tausenden erzählen.

    Der Jesuiten-Prediger Hunolt berichtet folgende Begebenheit, an der du deutlich sehen kannst, wie eine einzige katholische Wahrheit dem ganzen Leben eines Menschen Gestalt und Gehalt gibt, wo sie lebendig wird. „Ein Edelmann von hohem Rang“, so schreibt dieser große Prediger, „hatte bei seinem Herrn und Kaiser Kriegsdienste genommen und sich zum Hauptmann empor geschwungen. Im Kriegsgetümmel aber vergaß er der heiligen Pflichten seiner Religion nicht; im Gegenteil suchte er sich um so inniger an seinen Gott anzuschließen, je gefährlicher sein Stand und die damaligen Unheil schwangeren Zeiten waren. Er suchte sich einen eigenen Gewissensrat und Beichtvater aus den ehrwürdigen Vätern der Gesellschaft Jesu aus und vertraute ihm seinen Seelenzustand ganz vollkommen an. Einmal gestand er aufrichtig, er habe noch nie eine schwere Sünde wider Gott begangen; und als er gefragt wurde, durch welches Mittel er seine Seele so rein bewahrt hätte, – bei so großen und vielen Gefahren, die doch der Kriegerstand mit sich brächte, gab er zur Antwort, er habe von seiner christlich frommen Erziehung her, welche er im herzoglichen Kollegium zu Parma unter geistlicher Leitung empfing, sich tief ins Gedächtnis eingeprägt die Erinnerung: „Gott sieht dich!“ nie habe er sie vergessen. Bei allen Versuchungen zum Hass, zur Rache, zum Raub, zur Unlauterkeit usw. habe ich stets durch diesen Gedanken gesiegt: „Gott sieht dich!“ Bei jeder Anfechtung habe er zu sich selbst gesprochen: Wenn seine kaiserliche Majestät hier zugegen wäre und zuschauen würde, so würde ich gewiß diese und jene abscheuliche Tat mir nicht erlauben; sollte ich nun jetzt Böses tun, da ich ja gesehen werde von der allwissenden und höchsten Majestät Gottes? O das kann, das darf, das will ich nicht tun!“ Durch solche und ähnliche fromme Gedanken siegte der brave und wackere Offizier nicht nur über sich selbst, sondern auch gar oft über seine Feinde. Denn er gestand es offen, daß ihm eben dieser Gedanke an Gottes Allwissenheit im Kampf eine unaussprechliche Herzhaftigkeit eingeflößt habe, indem er oft bei sich dachte: „Der allmächtige Gott ist hier zugegen; er sieht meine Gefahr, in dich mich mein Amt und Beruf versetzte, er sieht meine Not, die ich leide, er kann, er wird mir beistehen!“ –

    Ein anderes lese ich im Buch: Jugendbibliothek 11. Band, und ist so gewesen.

    „Einige Jahre vor der französischen Revolution ging eine Dame, die einen Buchladen in Paris hatte, einmal in die Predigt des berühmten Kanzelredners Beauregard, um doch einmal den großen Redner zu hören. Merkwürdig war`s, daß sie gerade heute zu ihm ging; denn gerade heute war seine Rede gegen irreligiöse Schriften gerichtet, und die Buchhändlerin trieb eben mit solchen starken Handel. Sie fand sich auch sogleich von der Predigt getroffen, das Gewissen schlug ihr, und mit Tränen in den Augen ging sie zu dem Prediger und sagte: „Welchen großen Dienst haben sie mir getan! Sie lehrten mich die Strafbarkeit meines verderblichen Gewerbes kennen, und ich will ihm entsagen. Sie haben das gute Werk angefangen; kommen Sie und vollenden Sie es auch! Kommen Sie und suchen Sie in meinem Buchladen alle Bücher aus, die der Sittlichkeit und der Religion nachteilig sind! Lieber will ich Geld, als meine Seele verlieren.“ Der gute Pater kam, und fand für nicht weniger als 3000 Mark solche Schriften. Sie nahm dieselben alle, und warf sie in seiner Gegenwart ins Feuer; und kein Bedauern kostete ihr dieses Opfer.“ –

    Mit solchen Geschichten könnte ich dir das ganze Buch anfüllen. Aber denk selber nach: was hat denn die heiligen Apostel angetrieben in alle Welt hinaus zu gehen und den Gekreuzigten zu predigen? Es war der lebendige Glaube an seine Gottheit und seine gottmenschliche Liebe. St. Paulus hat eingestanden, er schäme sich der Kreuzpredigt nicht, denn es sei Gotteskraft im Evangelium zum Heile aller, die an dasselbe glauben. Was hat den heiligen Märtyrern die Kraftgegeben, lieber Alles, selbst den grimmigen Tod zu leiden, als eine Sünde zu tun? Es war der Glaube, daß die Sünde sie in ewige Verdammung, der Tod für Gott aber in die ewige Seligkeit bringe. Was hat so vielen Mädchen gegeben, ein jungfräuliches Leben den Ehefreuden vorzuziehen und sich dem Dienst der Kranken oder armer Kinder zu widmen? Es war der Glaube, daß Jesus Christus, dem sie ihre Seelen verlobt, der schönste, treueste, liebenswürdigste, reichste Bräutigam sei. So ist es immer wahr, was Gott in der hl. Schrift sagt: „Mein Gerechter lebt aus dem Glauben.“

    Jetzt käme ich wieder an dich, lieber Leser! Und möchte mich gerne an dir erbauen. Sei doch so gut, und zeige mir einmal, was der katholische Glaube an dir Alles Gute und Schöne hervor gebracht, wie du aus dem Glauben und nach Vorschrift des Glaubens Tag für Tag lebst? Du glaubst doch als katholischer Christ, daß dein heutiger Tag wie dein ganzes Leben nicht dir gehört, daß du damit also nicht tun kannst, was du willst, sondern daß es dir gegeben ist, um heute alles das und nur das zu tun, was dein Herr und Gott von dir haben will? Also zeige mir jetzt, wie du Solches vom Aufstehen heute bis daher zum Buchlesen gemacht hast! – – – Du glaubst als katholischer Christ – doch halt; da kommen wir in ein Kapitel hinein, worüber wir noch länger mit einander werden zu reden haben. Das sei aufgespart auf Weiteres.

    Für diesmal bitte ich nur, die Gewissens-Erforschung, die ich jetzt mit dir angefangen habe, fleißig fortzusetzen, und wenn du das nächste Mal beichten gehst, dich in solcher Weise abzufragen über dein Leben. Sieh! Gott hat dir den allein wahren katholischen Glauben hingelegt gleichsam wie ein Lied mit schönen Noten, daß du darnach ihm ein herrliches Loblied vorsingst. Der Glaube ist der Notentext, dein Leben ist der Gesang. Lebst du wie du glaubst, so singst du so schön, als Gott das Lied komponiert hat, und es kann ihm nicht anders als gefallen. Aber du singst falsch, wenn dein Reden und Handeln und Arbeiten das Gegenteil von dem sind, was du glaubst! Wie singst du denn also? –


    aus: Franz Ser. Hattler SJ, Christkatholisches Hausbrod für Jedermann der gut leben und fröhlich sterben will, I. Band, I. Teil, 1892, S. 22 – S. 24

    https://katholischglauben.info/welche-kr...hre-glaube-hat/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Die heilige Agatha kniet im Kerker, die Hände zum Gebet gefaltet, neben sich auf dem Boden die Marterwerkzeuge, den Palmwedel und eine Karaffe; die Heilige schaut mit Vertrauen zum Himmel.

    Die heilige Agatha Jungfrau und Märtyrerin
    “Seit mehr als anderthalbtausend Jahren werden jedesmal bei der Feier des heiligen Messopfers vier Jungfrauen genannt; ewiger Ruhm erblüht ihnen aus der Ehre, daß ihre Namen so eng mit den Verdiensten des göttlichen Lammes verbunden sind. Die hl. Agnes…, die hl. Agatha…, die hl. Lucia und Cäcilia…” (Bitschnau, Leben der Heiligen)

    Durch vier Gaben, sagt ein frommer Lebensbeschreiber der heiligen Agatha, zeichnete sich die Jungfrau Agatha aus: sie war sehr edel, sehr reich, sehr schön und sehr züchtig; die Krone dieser Gaben aber war ihr Glaube und ihre christliche Frömmigkeit. Noch sehr jung hatte sie schon ihre Jungfräulichkeit durch ein Gelübde Gott geweiht und voll der Liebe Jesu war ihr einziges Verlangen, für Jesus, ihren himmlischen Bräutigam, zu sterben. Diese Gnade sollte ihr auch zu Teil werden. Unter dem Kaiser Decius brach eine grausame Verfolgung der Christen aus. Besonders wütete auf der Insel Sizilien, wo die heilige Agatha lebte, der Statthalter von Catanea, Quintianus gegen die Christen. Er hatte von dem Reichtum und der Schönheit der heiligen Jungfrau gehört und befahl, sie ihm vorzuführen. Als Agatha von diesem Befehl hörte, flehte sie zu ihrem Heiland um Stärke im Kampf und sprach die schönen Worte: „Jesus Christus, höchster Herr aller Dinge. Du siehst mein Herz, du weißt, was ich verlange; sei du allein der Besitzer von Allem, was ich bin und habe. Du bist mein Hirt, o mein Gott, und ich bin dein Schaf; mache mich würdig, daß ich über den Teufel siege.“ Kaum hatte sie Quintianus gesehen, als er auch von unreiner Liebe erfaßt wurde; allein da er Agatha, obgleich er ihre Reinheit auf alle mögliche Weise auf die Probe stellte, für seine Neigung nicht gewinnen konnte, übergab er sie einem Weibe, mit Namen Aphrodisia, damit diese sie verführen möchte.

    Schrecklich waren die Versuchungen, welche Agatha im Hause der Aphrodisia erdulden musste; allein vertrauend auf die Hilfe ihres geliebten Heilandes, überwand sie alle Gefahr und ihre Reinheit blieb unversehrt. Da aber auch Aphrodisia die große Standhaftigkeit dieser reinen Jungfrau nicht zu erschüttern vermochte, eilte sie zum Statthalter und sprach zu ihm: „Mein Gebieter, ich habe alle Mittel angewendet, um das Herz dieses Mädchens abwendig zu machen, allein vergeblich. Tag und Nacht verlangt sie nach Christus; nach Christum allein seufzt sie, für Christus allein will sie das Leben hingeben.“ Als dies Quintianus vernommen, ließ er die Jungfrau wieder vor sich führen und fragte sie: „Wes Standes bist du?“ Sie antwortete: „Ich bin eine Freie und eine Edle.“ – „Warum schämst du dich nicht, wenn du eine Freie und Edle bist, wie eine Sklavin dich zu betragen und zu kleiden?“ sagte der Statthalter. -Agatha entgegen: „Weil ich eine Magd Christi bin.“ – Der Statthalter: „Wenn du frei geboren und vornehm bist, wie kannst du dich eine Magd nennen?“ Agatha: „Christo dienen ist herrschen; sein Dienst ist wahre Freiheit.“ – Der Statthalter: „Wie! Sind wir also nicht frei, weil wir den Gekreuzigten verachten und die Götter ehren?“ Agatha: „Wie kannst du frei sein, wenn du leblosen Götzen dienst und seine Seele der Hölle verkaufst?“ Über diese Antwort erzürnt ließ ihr der Statthalter Backenstreiche geben und sie dann in den Kerker zurück führen. Freudigen Antlitzes betrat sie das Gefängnis, wo sie Gott inständig um Kraft zum Kampf anflehte.

    Am anderen Morgen stand sie wieder vor dem Statthalter, der ihr zurief: „Was hast du zu deinem Heil beschlossen?“ „Mein Heil ist Christus“, antwortete sie. „Wie lange willst du,“, rief der Statthalter, „auf deinen törichten Sinn beharren? Bedenke, wie jung du bist; verleugne den Gekreuzigten, ehre die Götter.“ Agatha entgegen: „Besser ist es für dich, deine Götter zu verleugnen, die nichts als Holz und Steine sind, und den wahren anzubeten, deinen Schöpfer, welchen du dein Dasein verdankst. Wenn du diesen verachtest, ist ewiges Feuer dein Los.“ Wütend vor Zorn ließ sie der grausame Tyrann auf die Folterbank legen und auf das Schrecklichste quälen. Da er sie auch dadurch nicht zur Verleugnung Christi bringen konnte, befahl er, sie an eine Säule zu binden und ihr die Brüste wegzureißen.

    Bei dieser unerhörten Grausamkeit rief ihm die standhafteJungfrau zu: „Gottloser Tyrann, so ist dir nicht einmal jener Ort mehr heilig, an welchem deine Mutter dich genährt hat!“ – Nach dieser Marter wurde sie wieder in das Gefängnis geworfen mit dem Befehl, weder ihre Wunden zu verbinden, noch ihr eine Nahrung zu reichen.

    Die heilige Agatha liegt im Kerker am Boden, die Hände gläubig gefaltet, es erscheint ihr ein Heiliger des Himmels, hinter diesem steht ein Engel mit einer sehr langen brennenden Kerze

    Um Mitternacht erschien, von einem Lichtglanz umflossen, ein ehrwürdiger Greis in ihrem Kerker. Vor ihm stand ein Knabe mit einer brennenden Kerze, er selbst trug eine goldenen Büchse mit Balsam in der Hand. Freundlich grüßte er die Jungfrau und sprach: „Liebe Tochter, nichts vermochte der Tyrann mit seinen Martern gegen dich; sie haben nicht dich, sondern du hast sie überwunden. Der Tyrann wird seine schamlose Tat in der Hölle büßen, aber nie abbüßen. Ich war Zeuge deiner Leiden, deines Mutes und nun komme ich, dich zu heilen.“ Darauf erwiderte die Jungfrau: „Bis jetzt bedurfte ich nicht der leiblichen Arznei; ich habe den Herrn Jesum, der mit einem einzigen Wort alles wieder herstellt.“ Freundlich entgegnete der Greis: „Ich bin sein Apostel und im Namen unseres Herrn gebiete ich dir, daß du geheilt seiest“; er sprach`s und verschwand. Die heilige Jungfrau war vollkommen geheilt; voll Dankes gegen Gott fiel sie auf die Knie nieder und lobte ihren Bräutigam Jesus, der ihrer so wunderbar gedachte. Durch den Lichtglanz erschreckt, von dem der Kerker der Heiligen erfüllt war, flohen die Wachen und Agatha hätte ungehindert gehen können, allein sie wollte der Marterkrone teilhaftig werden und so blieb sie im Gefängnis.

    Quintianus erfuhr, was sich mit Agatha im Kerker zugetragen; allein statt die wunderbare Macht Christi anzuerkennen, schrieb er die Heilung der Jungfrau bösen Zauberkünsten zu und ließ daher Agatha nach vier Tagen wieder vor seinen Richterstuhl führen. Er drohte ihr mit noch schrecklicheren Peinen, sofern sie nicht den Göttern opfern würde. Sie aber antwortete ihm: „Eitel sind deine Worte und vergeblich! Wie sollte ich wohl Steine anbeten und nicht vielmehr den einzig höchsten Gott, der meine Wunden so wunderbar geheilt hat. „ „Wer hat dich denn geheilt?“ fragte der Statthalter. Agatha: „Christus, der Sohn Gottes.“ Der Statthalter: „Höre auf, Christum zu bekennen, dessen Namen nur zu hören mir unerträglich ist.“ Agatha: „Diesen Namen will ich mit Herz und Mund bekennen und preisen, so lange ich lebe.“ Erbittert über dies Bekenntnis befahl der Wüterich, die heilige Jungfrau zu entkleiden und auf spitzigen Scherben mit glühendenKohlen vermischt herum zu wälzen. – Es geschah; Agatha duldete standhaft die Marter. Da aber während derselben plötzlich ein Erdbeben entstand, so stürmte das Volk herbei und schrie: „Ungerechter Richter, laß ab von dieser; die Götter rächen die Unschuld.“ Der Tyrann, die Wut des Volkes fürchtend, ließ die Jungfrau in den Kerker zurück führen und verbarg sich. Kaum war die christliche Heldin im Kerker, als sie auf die Knie nieder fiel und betete: „Herr, mein Schöpfer, mein Schutz und meine Stärke von Jugend an! Der du alle böse Neigung aus meinem Herzen getilgt und mich unbefleckt bewahrt, der du mir in der Marter Geduld und den Sieg über alle Peinen verliehen hast; nimm gnädig meinen Geist auf, denn der Augenblick ist jetzt da, wo ich diese elende Erde verlassen und zu dir, Barmherziger, kommen werde.“ Während dieses Gebetes entschlief sie sanft im Herrn.

    Sie wird abgebildet in jungfräulicher Kleidung, eine Zange neben sich. –

    aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Bd. 1, 1904, S. 190-193

    https://katholischglauben.info/die-heili...nd-maertyrerin/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Nachrichten



    PAPST FRANZISKUS
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    Papst schickt Gruß-Video nach Abu Dhabi
    Zum ersten Jahrestag des „Dokumentes zur Geschwisterlichkeit aller Menschen“ hat sich Papst Franziskus in einer Videobotschaft an alle Gläubigen guten Willens weltweit gewandt, die sich für andere Menschen einsetzen – ungeachtet von Religion, Ethnie oder Hautfarbe.

    Die Videobotschaft wurde bei einer Konferenz zum Ein-Jahres-Jubiläum des Dokuments vor Religionsvertretern aus Islam und Christentum in Abu Dhabi gezeigt. Dort hatte Franziskus zusammen mit dem Großimam der schiitischen al-Azhar-Universität von Kairo, Ahmed al-Tayyeb, den bahnbrechenden Text unterzeichnet.

    Menschen im Einsatz für ihre Nächsten weltweit

    In seinem Video wendet sich der Papst an alle Teilnehmer der Konferenz von Abu Dhabi und „besonders an alle Menschen weltweit, die ihren armen, kranken, verfolgten und schwachen Brüdern und Schwestern helfen, unabhängig von Religion, Hautfarbe oder Rasse.“

    Zum Nachhören

    https://media.vaticannews.va/media/audio..._F135466746.mp3

    Hoffnung auf eine bessere Zukunft
    Dann bezog sich Franziskus, der 2019 als erster Papst der Geschichte die arabische Halbinsel besuchte, auf das Geschehen vor einem Jahr. „Heute feiern wir den ersten Jahrestag dieses großen Ereignisses - in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Menschheit, eine Zukunft frei von Hass, Groll, Extremismus und Terrorismus, in der die Werte des Friedens, der Liebe und der Geschwisterlichkeit vorherrschen.“

    Franziskus dankte den Scheichs aus den Emiraten für die Unterstützung des „Hohen Komitees für die Geschwisterlichkeit aller Menschen“, das sich um die Umsetzung der im Dialog-Dokument aufgeführten Ziele kümmert.

    Dienst an der Menschheit ist Vorbild
    Außerdem würdigte er die Initiative des Herrscherhauses Abu Dhabis, anlässlich der Dialog-Initiative einen arabischen Toleranz-Preis, den „Zayed Humanitarian Brothers Award“, zu vergeben.

    „Ich bitte den allmächtigen Gott, jede Anstrengung zu segnen, die dem Wohle der Menschheit dient und die uns hilft, in Geschwisterlichkeit voranzukommen!“

    (vatican news – pr)

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    04 Februar 2020

    https://www.vaticannews.va/de/papst/news...rlichkeit0.html


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Nachrichten



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    Papst und Großimam: Historische Erklärung zu Frieden, Freiheit und Frauenrechten
    Papst Franziskus und Großimam Achmed al-Tayyeb haben an diesem Montagnachmittag eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Das Dokument stellt eine starke Absage an Gewalt und Terrorismus dar: „Gott will nicht, dass sein Name dazu benutzt wird, Menschen zu terrorisieren.“


    Das im Rahmen der Interreligiösen Konferenz in Abu Dhabi von Papst Franziskus und al-Azhar-Großimam Ahmed al-Tayyeb unterzeichnete „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ ist nicht nur ein Meilenstein in den Beziehungen zwischen Christentum und Islam. Es stellt auch eine Botschaft dar, die auf der internationalen Bühne eine starke Wirkung entfaltet. Der Text, der bekräftigt, dass „der Glaube den Gläubigen im anderen einen Bruder sehen lässt, dem man helfen und den man lieben muss“, wird schon im Vorwort als ein Dokument bezeichnet, das das „Ergebnis aufrichtiger und ernsthafter Überlegungen“ ist und „alle, die den Glauben an Gott und an die menschliche Brüderlichkeit im Herzen tragen, einlädt, sich zu vereinen und zusammenzuarbeiten.“

    „Im Namen Gottes, der alle Menschen mit gleichen Rechten und Pflichten, mit der gleichen Würde geschaffen hat“

    Das Dokument beginnt mit einer Reihe von Verweisen auf jene, für die hier gesprochen wird: Der Papst und der Großimam sprechen „im Namen Gottes, der alle Menschen mit gleichen Rechten und Pflichten, mit der gleichen Würde geschaffen hat“; „im Namen des unschuldigen menschlichen Lebens, das Gott zu töten verboten hat“; „im Namen der Armen“, der „Witwen und Waisen, Flüchtlinge und Vertriebenen, der Opfer von Krieg und Verfolgung“. Al-Azhar und die katholische Kirche erklären, „die Kultur des Dialogs als Weg; die gemeinsame Zusammenarbeit als Verhaltenskodex; das gegenseitige Verständnis als Methode und Kriterium“ annehmen zu wollen.

    Religionen für Frieden und gegen Krieg
    Mit diesem Dokument „fordern wir uns selbst, die Führer der Welt sowie die Verantwortlichen im Bereich der internationalen Politik und der Weltwirtschaft auf, sich mit Nachdruck für die Verbreitung der Kultur der Toleranz, des Zusammenlebens und des Frieden einzusetzen und so schnell wie möglich einzugreifen, um das Vergießen von unschuldigem Blut zu stoppen und Kriegen, Konflikten, Umweltzerstörung und dem moralischen und kulturellen Niedergang, den die Welt heute erlebt, ein Ende zu setzen.“

    Die beiden Religionsführer rufen die Welt der Religion und Kultur – und die Medien – auf, „die Werte des Friedens, der Gerechtigkeit, des Guten, der Schönheit, der menschlichen Brüderlichkeit und des gemeinsamen Zusammenlebens“ wieder zu entdecken. Und bekräftigen ihren festen Glauben daran, dass „zu den wichtigsten Ursachen für die Krise der modernen Welt ein betäubtes menschliches Gewissen, die Distanzierung von religiösen Werten, sowie das Vorherrschen von Individualismus und materialistischen Philosophien gehören.“

    Verfall der Ethik
    Trotz der Anerkennung der positiven Schritte, die die moderne Zivilisation gemacht hat, stellt die Erklärung den „Verfall der Ethik“ heraus, „der das internationale Handeln beeinflusst und eine Schwächung der geistlichen Werte und des Verantwortungsbewusstseins mit sich bringt.“ Und dies führe wiederum dazu, dass sich viele „einem atheistischen, agnostischen oder religiösen Extremismus zuwenden oder in einen fanatischen, blinden Extremismus verfallen.“ Der religiöse oder nationale Extremismus und die Intoleranz seien „Anzeichen für einen stückweise geführten Dritten Weltkrieg.“

    Der Papst und der Großimam bekräftigen daher, dass „die großen politischen Krisen, die Situationen der Ungerechtigkeit und die mangelnde gerechte Verteilung der natürlichen Ressourcen – von denen zum Nachteil der Mehrheit der Völker der Erde nur eine reiche Minderheit profitiert – die Ursache für eine große Zahl von Armen, Schwachen und Toten waren und weiter sind, sowie katastrophale Krisen auslösen, denen verschiedene Länder zum Opfer gefallen sind… Angesichts solcher Krisen, die zum Tod von Millionen von Kindern führen, die von Armut und Hunger dahingerafft werden, herrscht weltweit ein inakzeptables Schweigen“.

    „Es ist offensichtlich, dass der Familie hier eine entscheidende Rolle zukommt“

    Und ebenso wichtig sei auch die „Wiedererweckung des religiösen Bewusstseins“, besonders bei den jungen Menschen. Nur so könne man „individualistischen, egoistischen und konfliktträchtigen Tendenzen, Radikalismus und blindem Extremismus in all seinen Formen und Ausdrucksformen entgegenwirken.“ Die beiden Religionsführer erinnern daran, dass der Schöpfer uns „das Geschenk des Lebens gemacht hat, damit wir es schützen. Niemand hat das Recht, es anderen zu nehmen, es zu bedrohen oder nach eigenem Ermessen zu manipulieren ... Wir verurteilen daher alle Praktiken, die das Leben bedrohen: Völkermord, Terrorakte, Vertreibung, Menschenhandel, Abtreibung und Euthanasie.“

    Eine dringende Absage an Gewalt im Namen Gottes
    Weiterhin erklären sie „mit Entschlossenheit, dass Religionen niemals Grund für Krieg, Hass, Feindseligkeit und Extremismus sein dürfen und auch nicht zu Gewalt oder Blutvergießen führen können. Diese tragischen Realitäten sind die Folge eines Abweichens von der religiösen Lehre, der politischen Manipulation der Religionen und auch der Interpretationen von Religionsgemeinschaften“. Daher „appellieren wir an alle Beteiligten, die Religionen nicht länger dazu zu benutzen, Hass, Gewalt, Extremismus und blinden Fanatismus zu schüren, und den Namen Gottes nicht mehr dazu zu benutzen, um Mord, Exil, Terrorismus und Unterdrückung zu rechtfertigen.“ Der Papst und der Großimam erinnern daran, dass „der allmächtige Gott von niemandem verteidigt werden muss und nicht will, dass sein Name dazu benutzt wird, Menschen zu terrorisieren“.

    „Freiheit ist ein Recht jedes Menschen“

    Die Erklärung hält fest, dass die „Freiheit ein Recht jedes Menschen ist: Jeder genießt die Freiheit des Glaubens, Denkens, Ausdrucks und Handelns. Der Pluralismus und die Vielfalt der Religionen, Hautfarben, Geschlechter, Rassen und Sprachen sind von Gott in Seiner Weisheit gewollt.“ Und diese „göttliche Weisheit“ ist die „Quelle, aus der sich das Recht auf Glaubensfreiheit und das Recht darauf ableitet, anders zu sein. Daher ist die Tatsache, dass Menschen gezwungen werden, einer bestimmten Religion oder Kultur anzugehören, ebenso abzulehnen wie die Auferlegung einer Kultur, die die anderen nicht akzeptieren.“

    Weiter wird festgehalten, dass der „Schutz von Kultstätten – Synagogen, Kirchen und Moscheen – eine Verpflichtung ist, die durch die Religionen, die menschlichen Werte, Gesetze und internationale Vereinbarungen gewährleistet wird. Jeder Versuch, Kultstätten anzugreifen oder durch gewalttätige Übergriffe, Bombenangriffe oder Zerstörung zu bedrohen, ist eine Abweichung von den Lehren der Religionen und eine eindeutige Verletzung des Völkerrechts.“

    Unterstützung für Terroristen muss ein Ende haben
    Es wird erneut an den „verwerflichen Terrorismus“ erinnert, „der im Westen und im Osten die Sicherheit der Menschen bedroht… Panik, Terror und Pessimismus verbreitet. Das liegt aber nicht an der Religion, auch wenn sie von den Terroristen instrumentalisiert wird, sondern ist vielmehr auf eine Häufung von Fehlinterpretationen religiöser Texte zurückzuführen; auf eine Politik, die Hunger, Armut, Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Hochmut begünstigt. Deshalb ist es dringend notwendig, der Unterstützung terroristischer Bewegungen durch Finanzierung, die Bereitstellung von Waffen und Strategien, sowie deren Rechtfertigung durch die Medien ein für allemal einen Riegel vorzuschieben. All diese Formen der Unterstützung müssen als internationale Verbrechen betrachtet werden, die die Sicherheit und den Weltfrieden bedrohen.“

    Das Dokument pocht auf die Notwendigkeit, „in unseren Gesellschaften das Konzept der vollen Staatsbürgerschaft zu verankern und die diskriminierende Verwendung des Begriffs Minderheiten abzulehnen, der allein schon mit dem Gefühl der Isolation und Unterlegenheit verbunden wird.“

    Anerkennung des Rechts der Frau auf Bildung und Beschäftigung
    Als „wesentliche Voraussetzung“ wird in der Erklärung, „die Anerkennung des Rechts der Frau auf Bildung und Beschäftigung“ bezeichnet, sowie „die Freiheit, ihre politischen Rechte auszuüben. Darüber hinaus müssen Anstrengungen unternommen werden, um Frauen von historischen und sozialen Bedingungen zu befreien, die im Widerspruch zu den Prinzipien ihres Glaubens und ihrer Würde stehen. Es ist auch notwendig, Frauen vor Ausbeutung zu schützen.... Dementsprechend muss all den unmenschlichen und vulgären Praktiken, die die Würde der Frauen verletzen, ein Ende gesetzt werden. Es müssen Anstrengungen unternommen werden, um die Gesetze zu ändern, die verhindern, dass Frauen ihre Rechte uneingeschränkt wahrnehmen können.“

    „Ein Zeichen der Nähe zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd“

    Nachdem die beiden Religionsführer das Recht der Kinder auf Nahrung und Bildung sowie darauf betont haben, in einem gesunden familiären Umfeld aufzuwachsen, stellen sie heraus: „Jede Praktik, die die Würde und die Rechte der Kinder verletzt, muss angeprangert werden. Ebenso wichtig ist es, die Gefahren im Auge zu behalten, denen sie besonders in der digitalen Welt ausgesetzt sind – und den Handel mit ihrer Unschuld und jede Verletzung ihrer Kindheit als Verbrechen zu betrachten.“

    Abschließend fordern „Al-Azhar und die katholische Kirche, dass dieses Dokument in allen Schulen, Universitäten und Instituten und Ausbildungsstätten zum Gegenstand von Forschung und Reflexion wird“. Und geben der Hoffnung Ausdruck, dass diese Erklärung zu einem „Zeichen der Nähe zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd“ werden möge.

    04 Februar 2019,

    https://www.vaticannews.va/de/papst/news...ar-frieden.html


    Liebe Grüße, Blasius

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    Hl. Blasius
    Gefeiert Am 3. Februar

    Bischof von Sebaste, Märtyrer, Nothelfer

    * 2. Hälfte 3. Jahrhundert in Sebaste, heute Sivas in der Türkei † um 316 daselbst

    Blasius war Bischof von Sebaste in Armenien.


    Nach der Legende erlitt er unter Kaiser Licinius um 316 einen grausamen Märtyrertod.

    Im Gefängnis soll er einem Knaben, der eine Fischgräte verschluckt hatte, das Leben gerettet haben; deshalb wird er im Osten und Westen gegen Halsleiden angerufen (Blasius-Segen seit dem 16. Jahrhundert).

    Seit dem späten Mittelalter gilt er als einer der Vierzehn Nothelfer.


    Liebe Grüße, Blasius

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