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  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Ungefähr hundert Jahre nach Christi Geburt waren eben bei Weitem die meisten Familien in dem großen römischen Reich noch Heiden. Namentlich hatten die Vornehmen zum großen Teil keine besondere Lust die Religion anzunehmen, welche Keuschheit, Demut und Nächstenliebe fordert. Aus einer solchen heidnischen Familie stammte auch Theophilus. Da der Knabe große Talente zeigte, ließen ihn die Eltern studieren. Was er aber bei seinen heidnischen Lehrern lernte, war nur ein Schaden für seine Seele; es waren eben die Torheiten und Liederlichkeiten, welche die Heiden von ihren Göttern glaubten, und der Unsinn, welchen ihre hochmütigen Weltweisen predigten. Auch Theophilus glaubte zuerst an die vielen Götter; aber da er doch zuweilen von frommen Männern hörte, daß nur ein einziger Gott und Herr sei, so leuchtete ihm eben doch ein, daß dies zu glauben vernünftiger sei, als an die Herde von heidnischen Göttern und Göttinnen, welche nach der Lehre der Heiden unaufhörlich Streit mit einander haben und alle Lastertaten ausüben.

    In einer Schrift, welche von ihm noch vorhanden ist, sagt er darüber: „Der Himmel ist Gottes Werk, die Erde und das Meer sein Gemächt, der Mensch sein Gebilde und Bildnis. Die Sonne, der Mond und die Sterne sind seine Elemente, zu Zeichen und Zeiten und Tagen und Jahren eingerichtet, damit sie den Menschen dienen. Und alles hat Gott gemacht, da es vorher nicht gewesen, damit aus den Werken dessen Majestät erkannt werde.“ Wirft der Heide ein: „Zeige mir deinen Gott, beschreibe mir seine Gestalt“, so antworte ich: „Die Gestalt Gottes kann nicht beschrieben und nicht mit leiblichen Augen gesehen werden; denn wie die Seele im Menschen nicht gesehen wird, aber aus der Bewegung des Leibes erkannt wird: so kann Gott nicht mit menschlichen Augen wohl aber an den Werken und der Vorsehung erkannt und geschaut werden; weiß man doch auch, daß ein Steuermann auf dem Schiff sein müsse, der es regiert, wenn man sieht, daß das Schiff auf dem Meer richtig und gerade in den Seehafen einläuft.“

    Schwerer schon war es ihm, den richtigen Glauben an den Sohn Gottes zu fassen, daß derselbe von den Menschen gekreuzigt worden und doch Gott sei und Alles durch ihn geschaffen. Allein bei den gelehrten Heiden waren damals schon die Schriften des alten Testamentes bekannt; Theophilus las und forschte fleißig darin. Er fand nun in den Büchern Moses, in den Psalmen und bei den Propheten so vielfältig und deutlich von Christus Alles voraus gesagt, daß er nicht mehr zweifeln konnte an seiner Gottheit und Menschheit. Theophilus wußte nämlich wohl, daß das alte Testament viele hundert Jahre schon vor Christus geschrieben war, daß es folglich göttliche Weissagung sein müsse, wenn später in Christus Alles in Erfüllung ging.

    Dem Heiden sind aber besonders zwei Glaubens-Wahrheiten anstößig, nämlich die Auferstehung der Toten und die ewige Vergeltung. Außer dem, was Theophilus in den heiligen Schriften darüber fand, suchte er durch Vernunft-Gründe und durch Betrachtung der Natur sich selbst darüber zu belehren. Er schreibt darüber: „Betrachte den Vorübergang der Jahreszeiten, der Tage und Nächte, und wie sie wieder neu kommen. Und gibt es nicht auch eine gewisse Auferstehung des Samens und der Früchte? Wenn z. B. das Weizenkorn oder anderer Same in die Erde geworfen wird, so geht es zuerst zu Grunde und verwest, hernach wird es auferweckt und richtet sich zur Fruchtähre auf. Und bringt die Natur der Bäume nicht durch Anordnung Gottes zu bestimmten Zeiten Früchte hervor, die vorher verborgen und unsichtbar gewesen? Ja, wenn zuweilen ein Sperling oder sonst ein Vogel den Kern eines Apfels oder einer Feige verschlungen hat, und auf Felsen oder Steingeröll das Gefressene wieder von sich gibt; da treibt jener Samen Wurzel; es entsteht ein Baum aus dem, was verschlungen war. Dieses Alles wirkt die göttliche Weisheit, um zu zeigen, Gott könne eine allgemeine Auferstehung aller Menschen bewerkstelligen. Sogar an dir selbst magst du eine gewisse Auferstehung beobachten. Wenn du allenfalls schwer krank geworden bist und Fleisch und Kräfte und Schönheit verloren hast, und dann durch die Barmherzigkeit Gottes wieder gesund wirst, so bekommst du wieder deinen Leibesumfang, Schönheit und Kräfte. Wie du aber nicht weißt, wohin dein Fleisch gekommen, da es geschwunden ist, so weißt du auch nicht, wie es wieder entstanden und woher es gekommen ist. Du sagst vielleicht: aus Speis und Trank, das sich in Blut verwandelt hat. Offenbar; dies ist aber eben das Werk Gottes, der so die Sache eingerichtet hat, und keines andern.“

    In der Seele des Theophilus war ein langer schwerer Kampf zwischen Irrtum und Unglauben einerseits, und zwischen Wahrheit und Glauben anderseits, bis endlich durch die Gnade Gottes das Licht der Wahrheit die Nebel des Aberglaubens und Unglaubens durchbrach und Theophilus zur vollen christlichen Überzeugung gelangte. Solches verursachte bei den Christen eine große Freude; denn sein großer Scharfsinn und Gelehrsamkeit war allgemein bekannt und so hoffte man, daß er nun ein ausgezeichneter Verteidiger des Christentums gegen dessen Feinde sein werde.

    Der neue Glaube forderte aber auch ein neues Leben. Das bisherige Leben war ihm entkleidet, er fing an das Irdische zu verachten, nach dem Himmlischen zu verlangen, die Schmach des Kreuzes höher zu schätzen, als allen Ruhm und Ehre der Welt; der Name eines Christen galt ihm mehr, als der Name eines Weltweisen. Freilich wurden die, welche früher seine Freunde gewesen, jetzt seine Feinde, und welche ihn vorher hoch geachtet hatten, jetzt seine Verräter. Insbesondere gehörte hierzu ein gewisser Autolykus, ein sehr gelehrter Mann der manchmal ganze Nächte in den Bibliotheken zubrachte. Dieser bezeichnete die Bekehrung seines ehemaligen Freundes Theophilus als Undank und Treulosigkeit gegen die Götter, pries den Götzendienst und schmähte den Gekreuzigten und die an ihn glaubten. Als wahrer Schüler des Heilandes nahm Theophilus solche Beschimpfungen als christliche Ehrenzeichen an; einstmals sagte er aber zu Autolykus, da dieser wieder mit seinen Göttern prahlte: „Deine steinernen, hölzernen, gegossenen und ausgehauenen Götter hören nicht und sehen nicht, denn sie sind eben von Menschenhänden gemacht.“ –

    Als Autolykus darauf begehrte, Theophilus solle ihm seinen Gott zeigen, erwiderte dieser: „Wenn du mich das Wesen des Menschen, die Seele sehen lassest, will ich dich auch Gott sehen lassen; beide können nicht mit leiblichen Augen gesehen werden; hingegen kann man Gott mit den Augen des Geistes sehen, wenn dieselben rein sind. Wie nämlich derjenige, welcher gute Augen des Körpers besitzt, körperliche Gegenstände sieht und wie sie beschaffen sind, und wie desgleichen die Ohren die Töne vernehmen, ob sie stark oder schwach, hoch oder nieder sind; so verhält es sich auch mit dem Gehör und den Augen des Geistes, insofern sie Gott vernehmen. Er wird nämlich nur von denen wahr genommen, welche Sehkraft und offene Augen der Seele haben. Es haben zwar Alle Augen, aber manche sind erloschen oder blind; darum können solche aber nicht das Licht beschuldigen, daß sie es nicht sehen, sondern sie müssen die schuld an ihren eigenen Augen suchen. So hast auch du Augen des Geistes, welche durch deine Sünden erblindet sind, und darum kannst du Gott nicht sehen!“

    Allmählich brachte es Theophilus durch Unterredung und einige kleine Schriften, die er schrieb, dahin, daß Autolykus zur Erkenntnis kam und Christ wurde. Als aber der Bischof von Antiochia gestorben war, wußte man keinen Mann, der besser getaugt hätte sein Nachfolger zu werden bei den schweren Verfolgungen, womit Heiden und Ketzer die Kirche zu Grunde zu richten suchten, als gerade Theophilus. In jener Zeit nämlich im Jahr 170 nach Christi Geburt, galt aber, was der Apostel sagt: „Wer nach einem Bischofsamt strebt, der sucht ein gutes Werk.“ Denn damals hatte ein Bischof mehr Gefahr, Sorge und Mühe, als irgend ein Mensch; und wer ein solches Amt annahm, der belud sich it dem schwersten Kreuz und konnte ziemlich sicher erwarten, daß er werde den Märtyrertod sterben müssen. Theophilus übernahm um Christi willen und der bedrängten Kirche zum Heil das Bischofsamt. Hier wachte er nun unermüdlich, daß die von den Aposteln überlieferte Lehre rein erhalten bleibe. Was er an Zeit von seinen bischöflichen Geschäften übrig hatte, verwendete er darauf, die heiligen Schriften zu erläutern – und die Gegner der Kirche zu widerlegen.

    Zu damaliger Zeit stand ein Irrlehrer, Marcion, auf mit der Behauptung, es gebe noch einen höheren Gott als den, welcher die Welt erschaffen hat. Von dieser Ketzerei ließen sich viele Menschen betören, so daß sie den wahren Gott, den Schöpfer der Welt, lästerten, indem sie sagten, es gebe noch einen größeren Gott, der Größeres als jener gewirkt habe. Diesen ruchlosen Aberglauben suchte nun der hl. Theophilus durch mündliche Belehrung sowohl, als auch weiterhin durch seine Schriften zu vertilgen. – Ein anderer Verführer, Hermogenes, lehrte, die Welt sei nicht aus Nichts erschaffen, sondern ausMaterie oder Stoff, welcher gleich Gott selbst von Ewigkeit her sei. Auch gegen diese Irrlehre kämpfte Theophilus. Er schrieb: „Wenn Gott unerschaffen ist und die Materie unerschaffen ist, so ist Gott nicht der Schöpfer von Allem und Gottes Herrschaft kann nicht bestehen. Ferner ist Gott als unerschaffen auch unveränderlich, so müsste aber auch die Materie unveränderlich und Gott gleich sein, wenn sie unerschaffen wäre; denn was erschaffen ist, kann verändert werden, hingegen das Unerschaffene kann keine Veränderung erleiden. Das wäre auch nichts Großes, wenn Gott aus schon vorhandener Materie die Welt gemacht hätte; denn der Handwerker bildet auch aus dem Stoff, den man ihm gibt, was ihm beliebt. Gottes Allmacht aber zeigt sich darin, daß er aus Nichts macht, was er will, so z. B. ist es Niemanden außer Gott möglich, Leben und Bewegung zu geben. Der Mensch kann wohl ein Bild formen, aber Geist, Odem oder Sinn vermag er nicht seinem Werk zu geben: dies liegt nur in Gottes Macht. Wie also Gott in allem Diesem mächtiger ist, als der Mensch, so auch darin daß er aus Nichts hervor bringt, was er will und gewollt hat.“

    Von manchem Heiligen wird erzählt, wie sie sich um Arme und Kranke angenommen haben; von Andern, wei sie durch Gebet und Bußwerke das Erbarmen Gottes über die Welt herab gerufen haben; von Andern, wie sie durch den Märtyrertod Christus verherrlicht haben. Im Leben des hl. Theophilus finden wir, daß sein größtes Streben und Bemühen dahin ging, die Wahrheit zu erforschen und den christlichen Glauben rein zu bewahren und gegen die Irrlehrer zu verteidigen. Ist denn daran so viel gelegen? Es gibt genug Leute, welche sagen: An Gott glauben und recht un, das sei genug; es komme nicht darauf an, was man sonst für eine Religion habe. Solches ist falsch; an dem richtigen Glauben ist so viel gelegen, wie an dem tugendhaften Wandel, denn der Glauben ist die Wurzel aller Heiligung. Wenn die Wurzel ungesund oder halb zerfressen ist, so ist auch die ganze Religion des Menschen ungesund. In deinem Glauben spiegelt sich Gott; wie es nur einen einzigen wahren Gott gibt, so gibt es auch nur einen einzigen wahren Glauben. Ist dein Glaube unrichtig, so ist die Vorstellung, welche du dir von Gott machst, auch unrichtig; dein Gott ist dann nur ein falsches im Kopf geschnitztes Bild, das du anbetest. Darum ist es Pflicht des Menschen, nicht nur nach Tugend zu streben, sondern auch nach dem wahren reinen Glauben; diesen findest du aber nur bei der katholischen Kirche; denn sie ist, wie der Apostel schreibt: die Grundsäule und Grundfeste der Wahrheit. –

    aus: Alban Stolz, Legende oder der christliche Sternhimmel, Bd. 4 Oktober bis Dezember, 1872, S. 67 – S. 72

    https://katholischglauben.info/heiliger-...von-antiochien/

    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Das Gewissen die Stimme Gottes

    Sittliche Bedeutung des Gewissens


    Welch großen Schaden aber dem Menschen die zufügen, die ihm das Gewissen verderben oder verwirren, das erfassen wir nur, wenn wir erwägen, wozu es uns von der Güte des Schöpfers gegeben ist. Es ist nicht der untergeordnetste Teil des göttlichen Ebenbildes, und es würde schwer halten, dieses auszubilden, wenn wir dazu nicht die Hilfe des Gewissens hätten. Das Gewissen gibt uns vor allem kund, welch weiser Erzieher des Menschengeschlechtes Gott ist. Denn nur durch das Gewissen sind wir fähig, ein selbständiges sittliches Leben zu führen. Das Gewissen allein setzt uns in den Stand, uns dem Ziel der sittlichen Vervollkommnung zu nähern, zu dem wir bestimmt sind.

    Gott hat sich nicht damit begnügt, in unsere Vernunft nur die allgemeinsten Begriffe von gut und böse nieder zu legen. Wir finden vielmehr in ihr eine ganze Reihe von Grundsätzen, die unser sittliches Leben regeln und die sich uns als selbstverständliche und als unverbrüchliche Gesetze darstellen. Niemand hat sie uns verkündigt. Wir haben sie in unserem Geist beim Erwachen vorgefunden. Es ist uns niemals eingefallen, sie zu bezweifeln oder auch nur einen Beweis dafür zu verlangen. Sie klangen uns so vernunftgemäß, so der Natur angemessen, daß wir sie hinnahmen wie die obersten Lehrsätze der Mathematik und der Geometrie, und daß wir alle übrigen Sittenlehren an sie anknüpfen oder von ihnen ableiteten. Hierfür gehören z. B. die Sätze, daß man Gott durch äußerlichen Dienst verehren, daß man die Eltern lieben, daß man für Wohltaten dankbar sein, daß man das gegebene Wort halten daß man jedem das Seinige geben und lassen, daß man eine Autorität über sich anerkennen müsse, daß man niemand wehe tun, daß man Scham und Sittsamkeit nicht verletzen dürfe, und viele andere mehr.

    Hätte Gott einem der modernen Pädagogen oder uns allen miteinander die Einrichtung der menschlichen Seele überlassen, so wären wir gewiß hierbei stehen geblieben und hätten geglaubt, der Mensch sei nun überflüssig reich ausgestattet, um seine Aufgabe zu erfüllen. Aber Gottes Weisheit weiß besser, was uns notwendig ist, als wir selber. Mit diesen allgemeinen Grundsätzen ist uns noch wenig gedient. Denn einmal sind sie, wie sie in uns liegen, viel zu unbestimmt und allgemein, als daß sie uns zu einer unmittelbaren Richtschnur für das handeln dienen könnten. Es gibt aber sehr verschiedene Arten, eine und dieselbe allgemeine Regel zu vollziehen, je nach den Anschauungen und Sitten, in denen sich die Menschen bewegen.

    So kennen alle Menschen das Gebot des Naturgesetzes, die Eltern zu ehren. Wir nun glauben dies dadurch zu erfüllen, daß wir ihre tage durch sorgsame Pflege so viel wie möglich verlängern. Die Heruler aber hielten ein alter, in dem man den Männer mordenden Speer nicht mehr schwingen kann, für eine Menschen unwürdige Erniedrigung und vermeinten deshalb alles Ernstes, ihre altersschwach gewordenen Eltern nicht besser ehren zu können, als indem sie diese töteten und verbrannten. Die Issedoner dagegen sahen, ihrer Kannibalen-Gesinnung entsprechend, die größere Ehre, die sie ihren Eltern antun konnten, darin, daß sie ihnen nicht ein Grab in der gemeinen Erde, sondern in ihrem eigenen Magen bereiteten.

    Man sieht daraus, daß allgemeine Grundsätze noch lange nicht ausreichen, um als Richtschnur für das Handeln zu dienen, wenn nicht auch die Art und Weise an die Hand gegeben ist, wie sie in Ausführung zu bringen sind.

    Nun ist aber drittens der Mensch, wie wir aus täglicher Erfahrung wissen, leider so oberflächlich und vergessen, daß ihm diese allgemeinen Grundsätze des Handelns gerade dann am wenigstens vor Augen treten, wann er von ihnen Gebrauch machen soll. Wenn er sie nicht braucht, hat er immer großen Vorrat an den schönsten Lebensregeln. Wenn die Tat geschehen ist, fallen sie ihm wieder ein, so daß das boshafte Sprichwort sagt, es gebreche ihm nie an Nachrat, und er sei nie klüger, als da, wo er seine Klugheit nicht mehr gebrauchen könne. Die Schwierigkeit ist für ihn nur die, daß er da, wo es darauf ankommt, mit Klarheit dessen bewußt werde, was ihm jetzt, in der gegenwärtigen Lage, unter den obwaltenden Umständen, not und nützlich ist. Daß er sich das mit seinen allgemeinen Grundsätzen nicht selber geben könne, wenn er nicht einen Mahner an der Seite hat, der im entscheidenden Augenblick so zu sagen mit dem Finger auf das hindeutet, was in den vorliegenden Verhältnissen für ihn Recht und Pflicht ist, das bedarf keines Beweises. Achtet er doch auch so noch oft genug nicht darauf, obwohl er, dank der Gnade Gottes, diesen Mahner neben sich hat oder vielmehr in sich selber herum trägt.

    Dieser Mahner ist eben das, was man das Gewissen nennt. Jeder muss es in dieser Eigenschaft aus tausendfacher Erfahrung kennen. Wir können uns keinen denken, der so selbstvergessen und so ohne Achtsamkeit auf die Vorgänge in seinem eigenen Innern dahin lebte, daß er nicht wissen sollte, was es in uns wirkt. Gott hat einen eigenen Trieb und eine besondere Kraft in unsere Vernunft gelegt, damit sie uns jedesmal, eben da wir etwas tun oder meiden sollen, auf unsere Pflicht aufmerksam mache. Nie kommt der Mensch, er müsste sich nur in Zerstreutheit selber vergessen oder sich an die Außenwelt ganz verloren haben, in die Lage, sich für oder gegen etwas entscheiden zu müssen, ohne daß ihn eine innerliche Macht sozusagen mit der Hand in die Seite stößt, um seine Aufmerksamkeit zu erregen, und ihn auf das hinweist, um was es sich handelt. Und dabei vernimmt er deutlich eine innere Stimme, die ihm sagt: Hier handle so. Hier trifft dies Gebot zu. Die Dinge liegen so; also wende dieses Gebot in dieser Form an.

    Deshalb nennt das Volk mit einem Ausdruck, der nicht passender gewählt sein könnte, das Gewissen die Stimme Gottes. In Wahrheit ist es Gottes Stimme, die sich durch unsere Vernunft verlautbar macht, ein Fingerzeig Gottes, der uns auf unsere Pflicht aufmerksam macht, nicht durch Offenbarung von oben, nicht durch außerordentliche Mitteilung von außen her, wie durch ein Orakel, sondern von innen her durch unsere eigenen Vernunft, in regelmäßiger Weise, die wir durch Beobachtung und Übung leicht erkennen lernen.
    Das Gewissen ist darum eine Einrichtung, die eine so wunderbare Weisheit verrät, daß es allein genügt, uns Gott und seine unendliche Weisheit und Güte kund zu geben. Wenn wir nach dem Gewissen handeln, gehorchen wir Gott und sind doch nicht gezwungen, auf fremde Autorität hin zu handeln oder auch nur eine lange Prüfung darüber anzustellen, ob das, wozu wir uns durch Gottes Gebot verpflichtet fühlen, auch wahr und berechtigt sei, sondern wir finden in uns selbst das Zeugnis für die Wahrheit dieser Stimme Gottes und die Verpflichtung, seinen Geboten und seiner Mahnung nachzukommen. So ist es Gesetz Gottes, was wir befolgen, und doch unsere eigene Überzeugung. So handeln wir in einer und derselben Tat gehorsam gegen Gott und treu unserer Vernunft und Natur. –

    aus: Albert M. Weiß, Apologetik, Bd. 1, 1905, S. 115 – S. 119

    https://katholischglauben.info/das-gewis...-stimme-gottes/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Zweimal das gleiche Bild: links eine Fotomontage, rechts das Original.
    Von Wolfram Schrems*

    Auf den Artikel Wie viele Sr. Lucia von Fatima gibt es eigentlich? vom 21. September gab es zahlreiche Reaktionen, die meisten davon positiv. Offenbar konnte ein Unbehagen im gläubigen Volk artikuliert werden. Denn natürlich war es schon vielen aufgefallen, daß die ab 1967 als Sr. Lucia dos Santos von Fatima präsentierte Person der echten Seherin, wie sie von älteren Photographien bekannt war, nicht ähnlich sah.

    Daher im folgenden einige weiterführende Ergänzungen im Zusammenhang mit Identität von Sr. Lucia.

    AUSZUG AUS:

    https://katholisches.info/2019/10/12/noc...cia-von-fatima/

    NICHT ZUM OBIGEN THEMA:

    https://www.fatima.pt/de/pages/online-ubertragung


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher




    Von Rom, der damaligen Weltbeherrscherin, drang das Licht der christlichen Religion in alle Lande, die dem Zepter der römischen Kaiser unterworfen waren, denn unter den römischen Beamten und Soldaten in den eroberten Ländern befanden sich schon viele Christen, die voll Glaubenseifer auch manche Eingeborene der Kirche Jesu Christi zuführten. Auch in den Donauländern sehen wir schon in den ersten christlichen Jahrhunderten einige Christengemeinden aufblühen, und da konnte es nicht fehlen, dass zur Zeit der blutigen Verfolgungen unter den römischen Cäsaren Christenblut vergossen wurde.



    Als der erste Bekenner des christlichen Namens in Österreich, der den heiligen Glauben mit seinem Blut besiegelte, erscheint der heilige Bischof Maximilian. Er war geboren zu Celeia in Noricum, dem heutigen Cilly in Untersteiermark, von frommen und reichbegüterten Eltern. Im Alter von sieben Jahren übergaben ihn seine Eltern dem gelehrten und gottseligen Priester Aranius, der die ausgezeichneten Geistes- und Herzensgaben des Jungen sorgfältig ausbildete und ihn mit besonderer Liebe zur Demut, Sanftmut, Keuschheit und Verachtung der irdischen Güter und Freuden erfüllte. Im Alter von neunzehn Jahren gelangte er durch den Tod seiner Eltern in den Besitz eines ansehnlichen Vermögens. Einzig auf die treue Nachfolge Christi und das Heil seiner Seele bedacht, verteilte er das ganze Vermögen unter die Armen und schenkte allen Sklaven die Freiheit.



    Arm um Christi willen, reich an Tugenden, lebte Maximilian zu Laureacum, dem heutigen Lorch in Oberösterreich, still und zurückgezogen und gewann durch Wort und Beispiel viele Seelen für das Reich Gottes. Nach dem Tod des Bischofs von Lorch wählten Geistlichkeit und Volk den herzensguten, sittenreinen und wissensreichen Maximilian einstimmig im Jahr 257 zu ihrem Oberhirten. Er weigerte sich in seiner Demut, ein Amt zu übernehmen, das selbst Engelschultern zu schwer ist. Als er aber dem unaufhörlichen Drängen des Volkes nicht länger widerstehen konnte, willigte er ein, machte aber erst eine Reise nach Rom, um vom Papst Sixtus II. die Bestätigung und den apostolischen Segen einzuholen. Der Heilige Vater empfing ihn mit viel Liebe, weihte ihn zum Bischof, und mahnte ihn, sich der verfolgten Christen in Noricum und Pannonien anzunehmen.



    Mit dem Segen des Heiligen Vaters kehrte Bischof Maximilian heim, zeigte sich als lebendiges Vorbild aller Christentugenden, zog im ganzen Land predigend umher, sammelte die zerstreuten Schäflein der Herde Christi, stürzte die Götzenbilder, pflanzte das Kreuz auf, verdrängte überall das Heidentum mit der Waffe des göttlichen Wortes und taufte die heilsbegierigen Heiden. Auf seinen apostolischen Reisen drang er bis nach Bayern und baute in der Gegend von Freising zu Ehren der Himmelskönigin Maria ein Kirchlein. Deshalb wird er beim oberbayerischen Volk noch immer als besonderer Patron verehrt.



    Eine lange Reihe von Jahren hatte Maximilian unermüdlich für die Ausbreitung und Befestigung des Christentums gearbeitet, als er sich angetrieben fühlte, auch in seiner Vaterstadt Cilly dem noch immer nicht völlig ausgerotteten Götzendienst entgegenzuarbeiten. Um jene Zeit aber hatte der römische Kaiser Numerian eine grausame Verfolgung gegen die Christen begonnen. Sein Statthalter in Noricum, Evilasius, ein willfähriges Werkzeug des tyrannischen Kaisers, ließ den strengen Befehl ergehen, dass an einem bestimmten Tag bei dem ersten Schall der Posaune alle Einwohner von Cilly ohne Unterschied des Standes im Tempel des Kriegsgottes Mars sich einfinden und opfern sollten. Mit inniger Betrübnis sah Maximilian, dass sogar mehrere Christen aus Menschenfurcht dem Aufruf des Tyrannen Folge leisteten und dem Götzen opferten. Da entbrannte er in gerechtem Zorn, und nachdem er für sich und die Gläubigen Stärke von Gott erfleht hatte, predigte er auf öffentlichem Markt mit würdevollem Freimut gegen die Torheiten des heidnischen Götzendienstes, beschwor die Christen zur Treue und Standhaftigkeit im Glauben und versprach ihnen dafür die Himmelskrone. Evilasius geriet über die Kühnheit des Bischofs in unbändige Wut und ließ ihn von seinen Schergen in den Marstempel führen. Hier drückte Maximilian seinen Abscheu vor den heidnischen Torheiten noch entschiedener aus und warf dem Statthalter seine Ungerechtigkeit und Grausamkeit vor. Da schleppten ihn die Schergen des ergrimmten Evilasius zur Stadt hinaus und schlugen ihm das Haupt ab am 12. Oktober 288.



    Während der Nacht trugen die Christen den Leichnam auf den gemeinsamen Kirchhof, von wo ihn der heilige Bischof Rupert nach Lorch bringen ließ. Als wegen der häufigen Einfälle der Avaren der Bischofssitz von Lorch nach Passau verlegt wurde, brachte man die Gebeine des heiligen Maximilian nach Passau, wo sie noch heute ruhen und verehrt werden. In Cilly zeigt man noch den Platz, wo des Märtyrers Blut floss, und einen Brunnen, der an seinem Todestag wunderbarerweise dem Erdboden entsprang.


    Gebete am 12. Oktober



    Auf dich, meine Gebieterin, habe ich gehofft, ich werde in Ewigkeit nicht zuschanden werden. Auf dich habe ich alle meine Hoffnung gesetzt: ich hoffe deswegen zuversichtlich, dass ich nicht verlorengehen werde, sondern dass ich selig im Himmel die ganze Ewigkeit hindurch dich lieben und loben werde. Amen.



    Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Maximilian



    Wir bitten dich, o Herr, gib uns auf die Fürbitte des heiligen Maximilian guten Willen und Kraft, uns und andere im wahren Glauben zu befestigen, damit dein Reich immer mehr verbreitet, und die Zahl der Seligen vergrößert werde, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.



    Andenken an die seligste Jungfrau



    Papst Gregor XIII. hat an diesem Tag im Jahr 1576 die Bruderschaft von Confalon gutgeheißen und mit Ablässen begnadet. Einige römische Patrizier hatten sie im Jahr 1264 errichtet. Und der heilige Bonaventura hat den Mitgliedern vorgeschrieben, die Krone der seligsten Jungfrau täglich zu beten, das ist, fünfmal das Vaterunser und den Englischen Gruß mit beigesetztem Ehre sei dem Vater etc. und wieder siebenmal das Vaterunser und den Englischen Gruß für die Armen Seelen mit dem Zusatz: Herr, gib ihnen die ewige Ruhe etc.

  • Thema von Blasius im Forum Die allerseligste J...


    BILD: Unsere Liebe Frau von der Säule, Saragossa ( INFO- siehe unten)

    Als Saul durch das Los zum König bestimmt worden war und, nachdem man ihn gefunden hatte, dem Volk vorgestellt wurde, zeigte es sich, dass er von den Schultern an alle überragte. Darin sah man ein Zeichen, dass er zum Führer geboren sei. Der Führende muss überragen, und es ist eine uralte Menschheitssitte, seinem Überragen auch einen äußerlich sichtbaren Ausdruck zu geben. Darum wird ihm ein erhöhter Sitz sowohl eingeräumt wie auch zugewiesen, sei es in der Ratsversammlung, sei es im Kampfgetümmel, sei es beim Gastgelage.



    Daran erinnert das Stehen der Gottesmutter Maria auf einer Säule.
    Dadurch ist sie herausgestellt als Vorbild und Führerin.



    Schon im 4. Jahrhundert war es, wie wir wissen, Sitte, die seligste Jungfrau Maria als Vorbild anzusehen, sei es für einen einzelnen christlichen Stand, namentlich für den damals stark erblühenden Stand der christlichen Jungfrauen, sei es für alle Christen insgesamt. Seitdem ist die einzigartige Vorbildlichkeit Mariens immer stärker und immer umfassender herausgestellt worden. Besonders seit den Zeiten der so herrlich aufgeblühten marianischen Kongregationen und späterhin unter dem Einfluss mancher anderer marianischer Vereinigungen, wie heute namentlich durch die weltweite Legio Mariä, gab und gibt es kaum einen wirklich strebsamen Christen, der nicht in der Schule Mariens herangewachsen wäre. Da wir aber niemals mit unserem Wachsenwollen in Christus hinein je aufhören dürfen – „Wer heilig ist, werde noch heiliger!“ so drängt die Geheime Offenbarung -, können und dürfen wir nie die Vorbildlichkeit Mariens aus dem Auge verlieren.



    Zu diesem Gedanken der Vorbildlichkeit Mariens gesellte sich der der Führenden. Er gewann besondere Durchschlagskraft, seitdem dem Gedanken Raum gegeben wurde, dass die seligste Jungfrau nach dem göttlichen Heilsplan dazu bestimmt sei, die zweite Ankunft Christi zum Gericht genau so vorzubereiten und anzubahnen, wie sie es einst hinsichtlich seiner ersten Ankunft zu tun berufen war. Weil wir uns in apokalyptischen und eschatologischen Zeiten fühlen, darum schauen heute sehr viele Gotteskinder auf die seligste Jungfrau als die Wegweiserin im entscheidenden Kampf gegen die antichristlichen Mächte, als die Schlangenzertreterin und endgültige Siegerin in den Schlachten Gottes. Nur in, mit und durch Maria, so vermeinen viele heilige Frauen und Männer, kann der letzte Ansturm Satans abgewehrt und der Kirche der letzte Sieg gesichert werden.



    Dabei dürfen wir allerdings etwas sehr Wichtiges nicht übersehen. Gerade die Gestalt der zarten Jungfrau von Nazareth und das Bild der leidbeschwerten Mutter unter dem Kreuz ihres Sohnes bezeugen uns, dass Gottes Sieg niemals durch Gewaltanwendung oder gar Unrechttun erfochten werden könnte. So hat auch das Lamm Gottes den alten Widersacher nicht seiner Weltherrschaft entkleidet. „Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen!“ In diesem Kampf und namentlich in seiner Endphase gibt es keine vortrefflicheren Waffen als das Gebet, insbesondere das Rosenkranzgebet, und das Opfern und Sühnen.



    Demnach müssen wir, die wir gegen stärkste antichristliche Mächte zu bestehen haben, Maria, unsere Feldzeichen und Siegespanier, geistigerweise auf eine gar hohe Säule erheben. Dann braucht uns nicht bange zu werden, auch dann nicht, wenn es so scheint, wie es einst auf Golgotha schien, dass doch dem Teufel der Sieg zufallen werde. Denn eine Säule symbolisiert Festigkeit, garantiert Unerreichbarkeit von Seiten der Satansmächte, die nur gegen ihre Basis angehen können. Unter Maria, die in der Lauretanischen Litanei mit dem festen Turm Davids verglichen wird, ist am Sieg kein Zweifel möglich.



    Kirchengebet



    Allmächtiger, ewiger Gott, durch die glorwürdige Mutter deines Sohnes hast du uns in wunderbarer Weise himmlischen Schutz verliehen. Verleihe gnädig, dass wir durch die immerwährende Hilfe jener beschützt werden, die wir unter dem besonderen Titel „von der Säule“ in frommer Ergebung verehren.



    Zur Geschichte des Festes: Wenn auch der Ursprung des Heiligtums Unserer Lieben Frau von der Säule in Saragossa legendären Charakters ist, so reicht seine Geschichte doch bis in die geheimnisumwitterte Frühzeit der spanischen Kirche zurück. Gerade in dieser Gegend wurden aus dem 5. Jahrhundert stammende Darstellungen der Himmelfahrt Mariens gefunden, zu der die Erhöhung auf der Säule wohl eine Beziehung haben mag. Das Bild mit der Säule blieb auch unter der Maurenherrschaft unversehrt. Die Ungläubigen bezeugten dem Heiligtum sogar besondere Achtung, indem sie um die Kapelle eine Kette legten, die zu übertreten bei Todesstrafe verboten war. Auch im letzten spanischen Bürgerkrieg wurde das Heiligtum auf wunderbare Weise vor der Vernichtung durch die Kommunisten gerettet, da keine der abgeworfenen Bomben explodierte. – Der jetzige Mariendom wurde von 1691-1872 erbaut. Pius VII. gab dem Fest den Rang 1. Klasse mit Oktav gestattete ein eigenes Offizium, jedoch zunächst nur für Aragonien. Pius IX. gab schließlich dem Drängen der Bischöfe Spaniens und Südamerikas nach und gestattete 1872 Offizium und Eigenmesse für alle spanisch sprechenden Völker.



    („So feiert dich die Kirche“, Prof. Dr. Carl Feckes, Maria im Kranz ihrer Feste, Steyler Verlagsbuchhandlung, 1957)

    BILD: http://sacerdos-viennensis.blogspot.com/...-der-saule.html

    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Beispiele von Bekennern der Gottheit Jesu

    Herrliche Beispiele von Bekennern der Gottheit Jesu Christi


    Die Geschichte der christlichen Kirche berichtet uns viele herrliche Züge von großmütigen Bekennern und Blutzeugen der Gottheit Christi. Kaiser Valens, ein eifriger Anhänger des Arianismus, verbot den Katholiken auf das strengste jegliche Ausübung ihrer Religion. Diese achteten nicht auf das Verbot und versammelten sich nach wie vor zur Feier des Gottesdienstes. Da befahl der Kaiser, dem dieses hinterbracht wurde, den Versammlungsort mit Soldaten zu umringen und alle, die sich darin befänden, ohne Gnade zu ermorden. Ein kaiserlicher Präfekt, den dieser Befehl höchlich empörte, benachrichtigte die Katholiken von der drohenden Gefahr. Allein weit entfernt, sich dadurch von dem Besuch der Kirche abschrecken zu lassen, strömten dieselben scharenweise dahin und freuten sich herzlich über die erwünschte Gelegenheit, für den Glauben an die Gottheit Jesu ihr Blut vergießen zu können. Als nun der Präfekt mit seiner Mannschaft nach der Kirche zog, um den kaiserlichen Befehl zu vollstrecken, traf er eine junge Frau an, die ihr Kind an der Hand führte und mit sichtlicher Hast ihre Schritte beschleunigte. „Wohin so eilig?“ fragte sie der Präfekt. „Zur Kirche“, war die Antwort. „Was denkst du doch?“ erwiderte jener freundlich und mitleidig, „ ist dir denn der Befehl des Kaisers nicht bekannt?“ „Wohl ist er mir bekannt“, sprach sie, „und eben darum eile ich so sehr mit meinem einzigen Kind, damit auch uns das Glück zuteil werde, für den Glauben an die Gottheit Jesu unser Leben hinzugeben.“ Der Präfekt, erstaunt über diesen Heldenmut, kehrte mit seiner Schar um, ging zum Kaiser und berichtete ihm, was er gesehen und gehört hatte. Dieser bewunderte die Glaubens-Festigkeit der Katholiken, verließ die Stadt und beunruhigte dieselben ferner nicht mehr.

    Besonders häufig waren die heldenmütigen Blutzeugnisse für die Gottheit Christi unter den arianischen Vandalen-Königen Genserich und Hunnerich. Unter der Regierung des letztern war ganz Afrika eine frauenvolle Folterkammer. Das Blut der Katholiken floß stromweise; und es wird nicht ohne Grund behauptet, daß die afrikanische Verfolgung unter Hunnerich noch blutiger war als selbst die unter Kaiser Diokletian. Den Anfang und gleichsam das Vorspiel derselben bildeten zahllose Verhaftungen, Beraubungen und Verbannungen. Mehrere zum Teil hoch betagte Bischöfe, eine Menge von Priestern, Diakonen, Lektoren usw. samt allen ihren männlichen Anverwandten und Angehörigen, in allem mehr als fünftausend Personen wurden in die schrecklichen Wüsteneien Mauretaniens verbannt. Der Tag ihres Aufbruches nach der Wüste war ein Sonntag. Bleich, abgezehrt, Schatten gleich gingen die Bekenner aus den Gefängnissen oder vielmehr aus den Modergrüften der Stadt Sicque hervor, in die man die einstweilen eingesperrt hatte. Aber des ungeachtet bemerkte man an ihnen auch nicht die mindeste Spur von Niedergeschlagenheit, kein Zug ihres Gesichtes verriet irgend eine kleinmütige oder zaghafte Empfindung; mit lauter Stimme sangen sie Psalmen und Hymnen und zeigten durch ihre Freudigkeit, wie sehr sie die hohe Begnadigung schätzten, um des Namens Jesu willen Hohn, Schmach und Qual zu leiden. Wo der Zug vorbei kam, strömten die Rechtgläubigen dieser edlen Schar entgegen, trugen brennende Kerzen in den Händen, legten den Bekennern ihre Kinder zu Füßen und baten kniefällig um ihren Segen. Man bemerkte eine Frau, die ein Reisebündel auf dem Rücken trug und ein Knäblein an der Hand führte. „Laufe, laufe, mein Lieber!“ rief sie wiederholt dem Kleinen zu, „sieh jene glorreiche Schar heiliger Bekenner, wie sie ihrer Krone entgegen eilen.“ Geistliche, welche die Bekenner begleiteten, wollten sie zurückweisen, indem sie ihr das zarte Alter des Kindes vorstellten. „Nein, nein“, erwiderte die fromme Frau, „ich bin eine nahe Verwandte des verstorbenen Bischofs von Jurita; dieser Kleine ist mein Enkel, und ich führe ihn dahin, wo er Sicherheit finden und nicht in die Gewalt arianischer Wölfe geraten kann.“ –

    Mit unmenschlicher Eile wurde nun der Marsch fortgesetzt, und je mehr Ehrerbietung das noch immer hier und da zusammen laufende, rechtgläubige Volk den Verbannten erzeigte, desto grausamer wurden sie von ihren arianischen Treibern misshandelt und gehetzt. Konnten Greise und Kinder vor übergroßer Ermattung nicht mehr fort kommen, so stach man sie mit Wurfspießen oder warf sie mit Steinen, um sie so zum Weitergehen zu nötigen. Fiel einer entkräftet zu Boden, so mussten die Mauren auf Befehl der Vandalen ihn an den Füßen zusammen binden und gleich Schlachtvieh hinter sich herschleifen. Bald wurden die rauhen und steinigen Wege mit dem Blut dieser Märtyrer gefärbt. Der eine hatte den Kopf zerschmettert, der andere die Seiten aufgerissen, den Leib ganz zerfleischt, jeder einige seiner Glieder verrenkt. Viele hauchten ihr Leben aus und wurden, wo immer möglich, von ihren Leidensgenossen längs des Weges begraben. Am Ort ihrer Verbannung angelangt, erhielten sie zur Nahrung bloß ungekochte Gerste, welche ihnen zu gewissen Zeiten des Tages wie den Saumtieren vorgeschüttet wurde. Aber auch diese karge Nahrung wurde ihnen bald nicht mehr gereicht. Die Verfolger überließen es den todschwachen Bekennern, dafür zu sorgen, wie sie auf einem unbebauten, völlig wüsten Boden ihr Marterleben fristen möchten. Das Andenken dieser Bekenner und Märtyrer ehr die Kirche am 12. Oktober.

    Damit hatte die Verfolgung begonnen, aber bald sollte sie noch allgemeiner und blutiger werden. Hunnerich erließ nun ein Edikt, dem gemäß die katholische Religion für immer aus dem vandalischen Reich verbannt werden sollte. Von jetzt an war nicht nur Raub und Verhaftung, sondern auch Folter und Hinrichtung an der Tagesordnung. Hunnerichs Vertilgungs-Befehl machte keine Ausnahme; seine Grausamkeit schonte weder Geistliche noch Laien, weder Männer noch Frauen, weder Greise noch Jünglinge, selbst lallende Kinder verbluteten unter dem Schwert des neuen Herodes. Wo sein Späherblick nicht hindrang, da zogen arianische Priester und Bischöfe umher und vollstreckten den Blutbefehl des Wüterichs mit barbarischer Willkür. Wohl der Ruchloseste aus ihnen, Antonius mit Namen, durchstreifte, von Soldaten und Schergen begleitet, die ganze Provinz von Tamalluma, ließ die Rechtgläubigen in tiefe, unflätige Kerker werfen, viele zu Tode geißeln, andere auf die Folter spannen und weidete dann seine Blicke an den Qualen der hochherzigen Bekenner, die nicht selten unter den Händen ihrer Henker den Geist aufgaben. –

    Statt vieler genüge folgender einzelne Zug christlichen Heldenmutes. Teukarius von Karthago war ehemals mit dem Unterricht der Chorknaben beauftragt gewesen. Dieser zeigte nun den arianischen Priestern zwölf seiner Zöglinge an, welche durch musikalisches Talent und dem Wohlklang ihrer Stimme einst eine Zierde der arianischen Kirche werden könnten. Es ward beschlossen, mit ihnen eine Ausnahme zu machen und sie nicht in die Verbannung zu schicken. Als die Kinder dieses hörten, umklammerten sie weinend und schreiend die Knie ihrer glücklichen Gefährten. Man schlug mit Stöcken und Spießen auf sie, aber umsonst; sie beteuerten, sich lieber erwürgen als von ihren Freunden und Glaubens-Genossen losreißen zu lassen. Da alle Lockungen und Verheißungen nichts fruchteten, schritt man zu andern Mitteln, man warf sie in unterirdische Löcher und ließ sie den bittersten Hunger leiden. Über den andern Tag wurden sie bald gegeißelt, bald mit Ruten oder mit Stöcken geschlagen. Allein bei jeder auch noch so grausamen Züchtigung riefen die Kinder aus, man könne ihren Leib zerfleischen, sie sogar töten; aber nie würden sie den Glauben an Jesus, den wahren Sohn Gottes, verleugnen. Man war endlich gezwungen, von ihnen abzulassen; und nun faßten die jungen Glaubens-Helden den Entschluss, sich nicht mehr voneinander zu trennen. Die ganze Stadt erbaute sich, wie vorher an ihrem über Erwarten standhaften Bekenntnis, so jetzt an ihrem frommen Wandel, und man nannte sie fortan nur die zwölf kleinen Apostel von Karthago.

    Viktor, Bischof von Vita, ein Zeitgenosse und durchaus zuverlässiger Schriftsteller, der selbst in jener Verfolgung Schmach und Bande trug, beschließt die Erzählung „von der vandalischen Verfolgung“ mit der Bemerkung, daß man, ohne den Gegenstand zu erschöpfen, große Bände hätte schreiben können; er selbst habe nur einiges davon aufgezeichnet, und zwar nur das, wovon ihm alle Nebenstände bekannt gewesen. Selbst viele Jahre nach dieser furchtbaren Verfolgung stieß man noch allenthalben auf grauenvolle Spuren ihrer beispiellosen Grausamkeit. Es gab in ganz Afrika keine große oder kleine Stadt, kein Dorf, wo man nicht Menschen mit abgeschnittenen Nasen und Ohren oder ausgerissenen Augen gefunden hätte. An allen Orten begegnete man Leuten, welchen man während der Verfolgung eine Hand oder einen Fuß, oft auch beide Hände oder beide Füße abgehauen hatte. Einen noch gräßlicheren Anblick gewährte die zahllose Menge jener überall umher wandelnden Jammer-Gestalten, welchen die grauenvollen Folter-Werkzeuge Glieder verrenkt, verdreht, aus ihren Gelenken gerissen oder zerquetscht hatten. (Stolberg, Geschichte der Religion, Bd. 18) – So tiefe Wurzeln hatte der Glaube an die Gottheit Jesu Christi in den Herzen der afrikanischen Christen geschlagen, um solchen Preis glaubten sie denselben bewahren zu müssen; während man eben diesen hl. Glauben in unsern Tagen leider nur zu oft feige verleugnet und durch Wort und Schrift den Herzen anderer zu entreißen sucht. –


    Quelle: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Bd. 1, 1911, S. 665 -S. 666 – S. 669

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    Liebe Grüße, Blasius

  • Napoleon bekennt die Gottheit JesuDatum12.10.2019 09:25
    Thema von Blasius im Forum Schon gewusst ?



    Bekenntnis Napoleons zur Gottheit Jesu Christi

    „Jesus will die Liebe der Menschen“, sagte Napoleon in einem Gespräch mit General Bertrand das im Jahre 1841 von General Montholon veröffentlicht wurde, „er will das Herz, verlangt es durchaus; und es gelingt ihm unverzüglich. Das ist mir ein Beweis seiner Gottheit. Alexander, Cäsar, Hannibal, Ludwig XIV. scheiterten daran mit all ihrem Genie. Sie eroberten die Welt und konnten nicht dazu gelangen, einen Freund zu haben… Christus hingegen spricht, und sofort schließen sich die Geschlechter der Menschen ihm an; das Band, das sie mit ihm verknüpft, ist inniger und fester als das des Blutes, heiliger und mächtiger als irgend eines. Er entzündet die Flamme einer Liebe, die unsere Selbstliebe auslöscht und jede andere Liebe aufwiegt. Wie sollte man nicht an diesem Wunder seines Willens das Wort erkennen, das die Welt erschaffen hat? – Die Stifter anderer Religionen haben von einer solch erhabenen und innigen Liebe, die das Wesen des Christentums ausmacht, nicht einmal einen Begriff gehabt. Und sie durften sich auch wohl hüten, gegen einen Felsen zu rennen; denn in einem solchen Geschäft, nämlich sich Liebe zu gewinnen, trägt der Mensch in seinem Innern das tiefste Gefühl der Ohnmacht. Darum ist unstreitig das größte Wunder Christi das Reich der Liebe… Alle, die wahrhaft an ihn glauben, fühlen diese bewunderungswürdige Liebe, – eine für die Vernunft unerklärliche und für die Kräfte des Menschen unmögliche Erscheinung, ein heiliges Feuer, dessen Kraft und Dauer von der Zeit dieser großen Zerstörerin, weder geschwächt noch beschränkt werden kann. Und ich (Napoleon) bewundere dies um so mehr, weil ich selber oft darauf bedacht war. Es beweist mir dieses vollends die Gottheit Jesu. Ich kann zwar in Wahrheit behaupten, ich habe viele Tausende entflammt, daß sie für mich starben. – Damit will ich durchaus keinen Vergleich anstellen zwischen der todesmutigen Begeisterung eines Soldaten und der christlichen Liebe; Gott behüte mich davor! – Aber es bedurfte jederzeit meiner Gegenwart, meines Blickes, meiner Stimme. Ein Wort von mir begeisterte die Herzen. Ja, ich besitze das Geheimnis dieser Zauberkraft; und doch habe ich nicht das Geheimnis, in denselben meine Liebe und meinen Namen zu verewigen… Jetzt, wo ich auf St. Helena bin, jetzt, wo ich allein hier weile, fest gebannt an einem Felsen… Wo sind meine Freunde? – So ist das Schicksal der großen Männer, so war auch das eines Cäsar und Alexander! Man vergißt uns… Ludwig der Vierzehnte war kaum verblichen, und schon vernachlässigten ihn seine Höflinge, verspotteten ihn vielleicht gar. Er war nicht mehr ihr Herr, er war eine Leiche, ein Sarg, ein Grab und der Schauder einer heran nahenden Auflösung. Noch einen Augenblick, und dasselbe Los trifft auch mich. Ich sterbe vor der Zeit, und mein Leichnam wird ebenfalls der Erde übergeben, um da die Speise der Würmer zu werden. Das ist das nahe Schicksal des großen Napoleon! – Welch eine Kluft liegt zwischen meinem tiefen Elend und der ewigen Herrschaft Christi, der auf der ganzen Welt gepredigt, geliebt und angebetet wird und noch immer lebt! – Ja, der Tod Christi ist der Tod eines Gottes!“ (Nicolas, Philosophische Studien über das Christentum, Bd. 4, Kap. 2) –

    Quelle: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Bd. 1, 1911, S. 665 -S. 666

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    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Heiliger Seraphin von Montegranaro, Laienbruder
    (Läßliche Sünde)

    Die Mutter dieses Heiligen war zwar von ganz geringem Stand, aber eine höchst gottselige Frau, welche ihrem Sohn zum besten Erbteil wahre Frömmigkeit beizubringen suchte. Schon in frühester Jugend war dem Knaben nichts lieber als der hl. Messe anwohnen, das Wort Gottes anhören, den Rosenkranz beten, an einsamen Orten sich der Andacht hingeben. Da aber der Vater ganz arm war, verdingte er seinen Sohn bei einem Bauer um das Vieh zu hüten. Hier verwendete Seraphin nicht nur die Zeit, wo er hütete, großenteils zum Gebet, sondern auch, wenn er das Vieh heim getrieben und mit den andern Dienstboten gegessen hatte, machte er sich auf die Seite, um seine Andacht fortzusetzen.

    Da der Vater gestorben war, rief der ältere Bruder den jungen Seraphin nach Haus. Hier sollte er Teil nehmen am Handwerk, d. h. Maurer werden. Aber der Bruder war jähzornig und grob; wegen jeder Kleinigkeit bekam Seraphim Schimpfworte oder Schläge. Insbesondere wurde er oft misshandelt, weil er zur Erholungszeit sich öfters von den andern entfernte um zu beten, was der Bruder nicht leiden konnte. Seraphin machte jedoch mit all` diesen Unbilden einen großen Gewinn, er erwarb nämlich dabei die große Tugend der Geduld und deren Verdienst.

    Einst ließ in einer benachbarten Stadt ein wohlhabender Mann, welcher gewöhnlich die Kapuziner der dortigen Gegend in seinem Hause beherbergte, einen Bau aufführen und nahm zu diesem Geschäft den jungen Seraphin und dessen Bruder. Die Tochter des Hauses, Namens Ludowika, bemerkte mit Verwunderung, wie Seraphin so viel fastete und betete. Sie las zuweilen in freien Stunden vor aus einem Buch über die vier letzten Dinge; Seraphin, welcher selbst nicht lesen konnte, hörte mit gespannter Aufmerksamkeit zu, und brach einmal ganz erschüttert in die Worte aus: „O Ludowika, was ist zu tun, wenn Alles mit so großer Strenge gerichtet wird? Da muss man wohl in die Einöde gehen und ein Einsiedler werden!“ – Ludowika erwiderte: „Was redest du von den Einsiedlern? Geh` du lieber zu den Kapuzinern.“ Da Seraphin diesen Orden gar nicht kannte, so erzählte ihm die Jungfrau von dessen Lebensweise und Regeln, und Seraphin bekam ein solches Verlangen, daß er einmal heimlich in eine Stadt reiste, wo ein Kapuzinerkloster war. Man machte ihm hier zuerst Schwierigkeiten, weil er eine arme Mutter habe, die er unterstützen solle; endlich wurde aber auf sein standhaftes Flehen doch die Aufnahme zugesagt, in Betracht, daß die Mutter noch einen andern Sohn habe, der sie ernähren könne.

    Seraphin war erst 16 Jahre alt, als er im Kloster bei Askoli das Ordenskleid bekam. Hier fing er nun ein außerordentlich strenges Leben an; Speise und Trank nahm er nie zum Vergnügen, sondern nur so viel als durchaus notwendig zum Leben war; die Geißel, womit er sich täglich bis auf`s Blut züchtigte, war aus Nägelspitzen zusammen gesetzt; in allen Bedürfnissen, Kleidung, Zelle usw. war er gleichsam habsüchtig darauf bedacht, stets das Schlechteste zu haben. Auf diese Weise suchte Seraphin den nächsten Feind, den Körper, so zu sagen zahm und unterwürfig zu machen. Hierdurch erlangte er auch die seltene Gnade, daß er nie gegen unreine Versuchungen zu kämpfen hatte, nicht einmal gegen unreine Gedanken. Dessen ungeachtet brauchte er die Vorsicht, niemals einem Weib in das Gesicht zu sehen; denn erhielt sich nicht für stärker als David, der durch den Anblick eines Weibes in die Sünde fiel! Anderseits war Seraphin so gehorsam, daß wenn ihm der Guardian zur Prüfung befahl, mehr zu essen oder ein besseres Kleid zu tragen, er ohne alle Widerrede gegen seine Gewohnheit handelte.

    Ganz besonders eifrig strebte aber Seraphin jede Spur von Hochmut in sich auszutilgen; denn dieser gedeiht nicht allein im Sumpf der Liederlichkeit, sondern eben sowohl auf der Höhe der Tugend. Seraphin hatte gleichsam einen Hunger und Durst sich zu verdemütigen. Einmal sagte ein Kapuziner-Bruder zu ihm: „Mach`, daß du hinweg kommst, denn deine Kutte stinkt unausstehlich.“ Darauf antwortete Seraphin: „Nicht nur die Kutte, sondern auch meine Seele inwendig stinkt arg.“ – Einige Male, da er an vornehmer Tafel eingeladen war, benahm er sich absichtlich, um verachtet zu werden, so ungeschickt, daß er bei den übrigen Gästen Lachen erregte. Da er oft sehr lange in der Kirche blieb, so wollte er sich vor den Brüdern den Anschein geben, als habe er geschlafen, um nicht für besonders fromm angesehen zu werden. Und da ihn einmal Jemand selig pries, sagte er, er sei ein sehr großer Sünder und wolle gern Gott danken, wenn er bis zum jüngsten Tag ins Fegefeuer verurteilt werde.

    Dem hl. Seraphin fehlten von Natur alle Eigenschaften, welche zur Führung der Geschäfte erfordert werden. Da er als Laienbruder manche Arbeiten zu verrichten hatte, erwies er sich so langsam und einfältig, daß er deshalb von den Vorstehern viel getadelt, gescholten und mit Bußen belegt wurde; ja die Brüder verfolgten ihn mit Spottreden und er wurde zum Sprichwort. Es zeigte sich hier auch wieder, wie der Mangel an Gaben und Talenten für manche Seele zum großen Gewinn werden kann. Seraphin trug all` diese Verhöhnungen und Scheltworte mit großer Gemütsruhe und Heiterkeit; ja, bevor den Obern seine Heiligkeit bekannt war, legten sie seine fröhliche Miene ganz übel aus, und verschärften noch die Bestrafungen. Solches währte ungefähr 30 Jahre lang, so daß man den hl. Seraphin wohl einen Märtyrer der Geduld nennen konnte. Übrigens hatte Seraphin nicht sogleich im Anfang schon diese vollkommene Geduld. Anfänglich wurde er wegen seiner Ungeschicklichkeit viel und heftig von einem Guardian geplagt; aus diesem Anlass wurde er vom Teufel versucht, er tauge nicht zum gemeinsamen Leben, er solle lieber Einsiedler werden und ruhig für sich leben. Da ging Seraphin in die Kirche und betete inständig vor dem allerheiligsten Sakrament, daß ihm der Herr helfen und seinen Willen kund tun möge. Alsbald bekam er eine göttliche Einsprechung, er solle den Weg des Kreuzes gehen, dies sei der königliche Weg, wo ihm die Hilfe Gottes nie fehlen werde. Von nun an wurde seine Geduld ganz unüberwindlich; manchmal warf er sich nach den schwersten Bußen, welche ihm der Obere auferlegt hatte, diesem zu Füßen und küßte sie mit den Worten: „So ist es recht, Gott belohne dich für diese große Guttat!“

    Wie sehr der hl. Seraphin auch vor sogenannten läßlichen Sünden sich hütete, zeigte er besonders bei Anlass, da eine adelige Frau ihn zu einer kleinen Lüge bereden wollte, um den Fehler von Jemand zu verdecken. Alks sie sagte, es sei ja nur eine läßliche Sünde, antwortete Seraphin: „Scheint dir dies etwas Geringes? Wahrhaftig, wenn mir die ganze Welt als Preis geboten würde für eine Lüge, so würde ich sie mit Verachtung zurückweisen Hältst du das für gering, wenn Gott, sei es auch nur durch Kleines, verachtet wird, der heilige Geist betrübt, die Kraft der Liebe geschwächt, die Seele welk und träger zu guten Werken gemacht wird? Muss nicht jene göttliche Majestät, der Schöpfer und Herr der ganzen Welt, so hoch von uns geachtet werden, daß seine Ehre und das Wohlgefallen seines Willens allen Dingen und allen Vorteilen des Lebens mit Recht vorzuziehen ist? Die Ehre und das Wohlgefallen Gottes bezieht sich aber besonders auch darauf, daß der Mensch Fortschritte mache in der Heiligung; wo ist nun diese, wenn der menschliche Wille zu dem sich wendet, was gegen die Ehre Gottes ist, und weil den Augen Gottes missfällig, von ihm auch im andern Leben mit scharfen Strafen gezüchtigt wird? Wenn auch nur ein Funke von Liebe zu dem himmlischen und überaus gütigen Vater in unserm Herzen wohnte, wie wäre es je möglich, daß man freiwillig den Entschluss faßte, Gott (wenn auch nur leicht) zu beleidigen?“ Wie er aber von der läßlichen Sünde redete, so handelte er auch. Er trug eine solche Scheu und Sorgfalt gegen läßliche Sünden, daß die Beichtväter gewöhnlich in seiner Beichte nichts fanden, was sie absolvieren konnten.

    Dieser einfältige Mann, der nicht einmal lesen konnte, und so ungeschickt war, daß er unendlich vielmal ins einem Leben ausgelacht oder gescholten wurde, besaß zugleich die aller tiefste Weisheit. Er fürchtete nichts als die Sünde, und suchte nichts als Gott. Als Seraphin schon 70 Jahre alt war und krank wurde, schien solches von geringer Bedeutung; man verweigerte ihm sogar die hl. Ölung, als er sie verlangte und behauptete, sein letzter Tag sei gekommen. Nun kniete Seraphin in seinem Bett aufrecht, hob die Augen zum Himmel und betete: „O Herr Jesus! Wenn ich rede, so wird mir kein Glaube geschenkt; rede du selbst.“ Kaum hatte er solches gesagt, als er ganz blaß im Gesicht wurde und Zeichen des heran nahenden Todes erschienen. Alsbald eilten die Brüder das hl. Öl zu holen; nachdem ihm dieses letzte Sakrament noch erteilt worden war, entschlief er ruhig im Todesschlaf.

    Der Guardian des Klosters verbot die Totenglocke zu läuten, weil er besorgte, daß das Volk im Übermaß sich herbei drängen würde, wenn man den Tod des hl. Seraphin erführe. Allein die Kinder riefen von selbst haufenweise durch die Stadt und riefen auf den Gassen, Der heilige Mann sei gestorben; nun strömte Alles zum Kloster; die Kaufleute schlossen ihre Läden, so daß es schien, die Stadt sei ausgestorben. Die Obrigkeit stellte alsbald zehn Männer auf, welche als Wächter den Leichnam bewahren mussten. Er wurde in der Kirche ausgestellt; Alles stürzte darauf los, um ihn zu küssen, um Haare, selbst Nägel ihm abzuschneiden, Stücke von der Kleidung abzureißen, um eine Reliquie von ihm zu haben. Ja, man musste bald den Leichnam im Chor hinter das Gitter bringen, weil sonst Gefahr war, daß ihm auch noch Finger und Glieder abgeschnitten würden. Bald offenbarte sich auch durch mancherlei Wunder, welche auf seine Anrufung an Kranken und Notleidenden geschahen, daß diesmal die Stimme des Volkes mit dem Urteil Gottes übereinstimmte. Später wurde der Bruder Seraphin von Papst Klemens XIII. feierlich heilig gesprochen. Der Erlass, welchen der Papst darüber an die Christenheit erließ, fängt mit den Worten an: „Kostbar über alles Gold und Silber, und allen Reichen und Thronen vorzuziehen ist die Weisheit, durch welche wir gelehrt werden, alles Vergängliche zu verachten und das zu suchen, was Oben ist. Obschon diese Weisheit keine Klasse von Menschen verschmäht und sich verschiedenartig ausgerüsteten Geistern mitteilt, und reichlich ihre himmlischen Gaben spendet; so liebt sie es dennoch zuweilen reichlicher sich auszugießen über ungebildete und unwissende Menschen, damit sie die Weisen dieser Welt, welche das Wissen aufbläht, zu Schanden mache und erniedrige.“. –

    aus: Alban Stolz, Legende oder der christliche Sternhimmel, Bd. 4 Oktober bis Dezember, 1872, S. 63 – S. 67

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    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Das Kreuz Zeichen des lebendigen Gottes

    Das Kreuz im Rosenkranz


    Das Kreuz ist Siegel und Wappen Gottes

    Darum soll hier auch noch einiges über das Kreuz als Sache mitgeteilt werden, damit der Rosenkranz-Beter schon gleich beim Beginn des Rosenkranzes, schon gleich beim Kreuzzeichen über ein ansehnliches Kapital von Andacht verfügen könne.

    Von einem heidnischen König wird erzählt, daß er jedesmal, sooft er auf Reisen ging, seine ganze Bibliothek, alle seine Bücher, die er sich mit vielem Geld zusammen gekauft, auf Kamele packen und mit sich führen ließ. Das war doch aber auf die Dauer eine gar beschwerliche Last. Daher ließ er sich zur größeren Bequemlichkeit beim Reisen von seinen Gelehrten aus allen seinen Büchern einen Auszug machen, den ein einziges starkes Maultier tragen konnte. Doch noch bequemer wollte der König seine Sache haben und ließ sich aus dem Auszug wieder einen Auszug machen. Daher bekam er am Ende den Extrakt seiner ganzen Bibliothek, den Kern, den kürzesten Inhalt aller seiner Bücher in ein einziges kleines Büchlein zusammen, das er nun selber auf der Reise mit sich tragen konnte. Mit der Zeit ward ihm aber gar noch das kleine Büchlein lästig. Darum ließ er sich aus des Auszuges Auszug noch einen Auszug machen und aller seiner Bücher Weisheit in einen einzigen Spruch zusammen fassen:

    Den faßt` er ins Gemüt und konnt` ihn leicht behalten,
    Um seines Heils danach und seines Reichs zu walten.

    Was nun dieser König da in seinem letzten Auszug besaß, die Wissenschaft des Heils, das besitzt der katholische Christ ganz und kurz beisammen – im Kreuz.

    Eine fromme Klosterfrau, Maria Viktoria Angelini, hat ihr ganzes Leben lang einen einzigen Brief geschrieben, und dieser Brief bestand aus einem einzigen Buchstaben, aus einem einzigen Zeichen das sie auf ein Blatt Papier gemacht und mit ihrer Unterschrift versehen an ihre Oberin geschickt. Dieser Buchstabe ist nun freilich so geheimnisvoll und inhaltsschwer, daß, wer ihn recht zu lesen versteht, Einblick in die Tiefe des Reichtums, der Weisheit und Wissenschaft Gottes erhält, und Bescheid weiß über die Dinge im Himmel, auf Erden und unter der Erde: dieser Buchstabe ist das Kreuz. Dieser Buchstabe also, der erste und der letzte im christlichen ABC, ersetzt jedem Christen den allerlängsten und interessantesten Brief, nur muss man ihn zu lesen verstehen, diesen geheimnisvollen Buchstaben!

    Kaiser Titus hatte einen zahmen Hirsch, der im kaiserlichen Garten täglich gefüttert, dann aber in den Wald entlassen wurde, worin er frei herum laufen durfte. Nun hätte aber ein Jäger gar leicht das edle Tier als Jagdbeute ansehen und erlegen können. Darum ließ ihn der Kaiser ein goldenes Halsband anlegen mit der Inschrift: „Noli me tangere, Caesaris sum, rühre mich nicht an, ich gehöre dem Kaiser“.

    Solch ein Zeichen aber hat unser lieber Herrgott allen seinen Geschöpfen aufgeprägt, um sie als sein Eigentum kennbar zu machen, und dieses Merkzeichen ist das Kreuz. „Die wunderbare Macht dieses Zeichens und seine tief eingreifende Bedeutung bezeugt uns“, sagt Görres, „die Natur und Geschichte bei jedem Schritt. Wie nämlich überall gewisse Grundzahlen dem Gewimmel der Zahlen überhaupt unterlegt erscheinen, so ist das Zeichen des Kreuzes als eine der Grundformen und Hauptzüge der Mannigfaltigkeit in den Dingen der Natur, und namentlich in der Gestalt des Menschen unterbreitet, durchgreift also das ganze Weltall, die Natur des Menschen und all sein Tun, somit auch die Geschichte“, um das bedeutsame Wort der heiligen Schrift zu erklären, daß Gott alles nach Zahl, Maß und Gewicht geordnet. Daher findet denn auch derjenige, der mit einem frommen, christlichen Auge die Kreaturen betrachtet, überall die Gestalt, die Signatur, das Zeichen des Kreuzes: in der Gestalt des Kreuzes fliegt der Vogel durch die Lüfte, in der Gestalt des Kreuzes schwimmt der Fisch durch das Wasser, in der Gestalt des Kreuzes treibt der Baum seine Äste, die Pflanze ihre Blätter, in der Gestalt des Kreuzes blühen die Blumen. Man kann dies vielleicht in folgender Weise noch verständlicher machen:

    Weltliche Fürsten und Obrigkeiten legen manchmal Siegel an, zum Zeichen, daß sie dasjenige, welchem sie Siegel anlegen, unter ihren Schutz nehmen oder als Eigentum mit Beschlag belegen und für unverletzlich erklären. Alle Geschöpfe aber, im Himmel, auf Erden und unter der Erde, sind Eigentum Gottes, wie es jener bezeugt, der vom Himmel singt: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes und seiner Hände Wer zeigt an das Firmament“, und von der Erde beigefügt: „Des Herrn ist die Erde und alles, was sie erfüllt, und alle, die darauf wohnen“. Darum ist auch allen Geschöpfen das Siegel und Wappen Gottes aufgedrückt, und dieses Siegel, dieses Wappen ist das Kreuz. Wo also der Christ dieses Siegel findet, da soll er wissen und anerkennen, daß die Sache, die es trägt, das Eigentum Gottes, daß sie unter seinen besonderen Schutz gestellt, unverletzlich und heilig sei. Das aber hat zur Folge, daß jegliches Geschöpf, wie Hugo von Sankt Viktor so schön sagt, uns zuruft: „Vide home, schau, o Mensch, wie dich geliebt hat, der mich deinetwegen erschaffen hat“ Servio tibi, ich diene dir, damit du dienest ihm der mich und dich erschaffen hat, deinetwegen mich, seinetwegen dich; darum accipe, redde, time, nimm, danke, fürchte: accipe beneficium, nimm an die Gabe, redde debitum, statte ab den Dank, time abusum, fürchte den Missbrauch!“

    Keinem Geschöpf ist aber dieses Siegel so deutlich aufgeprägt als dem Menschen. Wir lesen es in der Geheimen Offenbarung, wie ein Engel empor stieg von Sonnenaufgang, der das Zeichen des lebendigen Gottes hatte, um jene, die Gott gehören, an ihrer Stirne zu bezeichnen. Dieses Zeichen aber ist das Kreuz. Der Prophet Ezechiel sah einst im Gesicht, wie Gott einen Mann, gekleidet in Leinwand, ein Schreibzeug an seiner Seite, mitten durch Jerusalem gehen hieß, um auf die Stirn seiner Getreuen ein Tau, d. i. den Buchstaben T, zu zeichnen. Dieser Buchstabe hat aber sowohl in der lateinischen wie in der griechischen Sprache die Gestalt des Kreuzes (T). Allen Geschöpfen also, vorab dem edelsten derselben, dem Menschen, ist das Kreuz als Siegel, als Wappen aufgeprägt, um sie als erschaffenes, erlöstes und geheiligtes Eigentum Gottes zu kennzeichnen. Das macht doch aber in der Tat diesen Buchstaben zu einem tief bedeutungsvollen, inhaltsschweren Buchstaben! Mag also der einzige Brief, den die gottselige Klosterfrau Viktoria Angelini in ihrem Leben geschrieben, auch nur aus einem einzigen Buchstaben, dem Zeichen des Kreuzes, bestanden haben, so war und ist er doch für alle, die ihn zu lesen verstehen, höchst interessant.



    Dem hl. Philippus Benitius war das Kreuz schon etwas mehr als ein Buchstabe, als ein Brief; ihm war es ein Buch, worin er jahraus, jahrein, Tag und Nacht studierte, ohne es auszustudieren; es ersetzte ihm jede Zeitung und alle irdische Unterhaltung; er fand in ihm stets neue Neuigkeiten, so daß er, als er ans Sterben kam, mit seinem Buch noch nicht einmal zu Ende war. Das wollte er aber vor seinem Tode doch noch ausstudieren. Darum verlangte er auf seinem Sterbebett nochmals – sein Buch. Die aber um sein Bett herum standen kannten es nicht, „sein Buch“. Deshalb holten sie ihm der Reihe nach verschiedene Bücher herbei, – er konnte nicht mehr reden, aber er wies alle zurück, mit dem Bedeuten, keines sei sein Buch. Man war also fast in Verlegenheit, dem Heiligen nicht einmal mehr seinen letzten Wunsch erfüllen zu können, und reichte ihm, um ihm für sein Buch wenigstens ein Ersatzmittel zu bieten, das Kruzifix, vor dem er täglich gekniet, gebetet und betrachtet. Aber das war ja gerade sein – Buch, in dem er lebend am liebsten las, das er sterbend nochmals verlangte. Kein Wunder also, daß sein brechendes Auge nochmals aufleuchtete und er das Kruzifix andächtig an seine Lippen preßte: sein letzter Wunsch war erfüllt. Es steht aber auch gar vieles in diesem Buch, alles, was einer braucht, um seines Heiles zu walten, und anderes Große noch dazu, den Ratschluss Gottes von der Erschaffung, Erlösung und Heiligung der Welt. Darum ist das Kreuz, bei Licht besehen, mehr als ein Buch, es ist, oder vielmehr es ersetzt seine ganze Bibliothek, eine ganze Sammlung von Büchern, und was alle Bücher der ganzen Welt, die bereits gedruckt sind und noch gedruckt werden, an Wissenschaft und Gelehrsamkeit enthalten, ist nichts im Vergleich zu der Weisheit, die wie ein verborgener Schatz im Kreuz verschlossen liegt. –

    Der hl. Thomas von Aquin hat allein so viele und so große Bücher geschrieben, daß sie zusammen eine recht stattliche Bibliothek oder Büchersammlung ausmachen, und was an den Büchern dieses heiligen Kirchenlehrers die Hauptsache ist, ist dies, daß jedes sich mit staunenswertem Tiefsinn an die Lösung der höchsten Welträtsel macht, und diese, soweit es dem Menschengeist möglich ist, auch bietet. Forscht man aber im Leben des großen heiligen nach, woher er den Inhalt seiner Schriften habe, so macht man die überraschende Entdeckung, daß er ihn aus dem Kreuz geschöpft, vor dem er alle schwierigen Fragen, um Erleuchtung betend, sich überlegte und durchdachte. Es ist darum auch gar nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, das Kreuz ersetze dem Christen eine ganze Bibliothek, und darum sind wir Christen mit dem Kreuz glücklicher daran als jener König, der, um nicht länger nötig zu haben, alle seine Bücher auf hundert Kamelen sich nachtragen zu lassen, sich einen Auszug aus des Auszugs machen ließ. –

    aus: Philipp Hammer, Der Rosenkranz, eine Fundgrube für Prediger und Katecheten, ein Erbauungsbuch für katholische Christen, I. Band, 1896, S. 88 -S. 93

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    Liebe Grüße

  • Lehre von der TraditionDatum10.10.2019 21:15
    Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Das Fest der Mutterschaft der allerseligsten Jungfrau Maria


    von P. Marc Brüllingen

    Das Fest der Mutterschaft Mariä wurde im Jahre 1931 von Papst Pius XI. (1922-1939) feierlich eingeführt und auf den 11. Oktober festgelegt. Anlaß für dieses Fest war die 1500. Jahresfeier der Dogmatisierung der Gottesmutterschaft Mariens, die im Jahre 431 feierlich auf dem Konzil von Ephesus verkündet wurde.

    Bei der Verkündigung des Dogmas lehrte das Konzil von Ephesus, daß „der Emmanuel (=Jesus Christus) wahrhaft Gott und deshalb die hl. Jungfrau Gottesgebärerin ist“. Hintergrund für die Dogmatisierung war die Irrlehre des Nestorius, der sog. Nestorianismus.

    Nestorius, ein Syrer von Geburt, erhielt seine theologische Ausbildung in Antiochien, wo er Mönch und Priester war und wegen seiner Beredsamkeit großes Ansehen erlangte. Im Jahre 428 wurde er durch kaiserliche Huld Patriarch von Konstantinopel und erregte bald darauf durch seine Predigten, die beim Volk auf heftigen Widerspruch stießen, großes Aufsehen.

    Er predigte gegen den Titel der „Gottesgebärerin“. Maria sei nur „Menschengebärerin“ oder besser „Christusgebärerin“, da sie den Menschen gebar, mit dem der göttliche Logos innig vereint war, in dem er wie in seinem Tempel wohnte. Nestorius lehrte also eine Zweiheit der Personen in Christus, d.h. in Christus seien nicht nur zwei Naturen, nämlich die göttliche und die menschliche Natur, sondern auch zwei Personen, die göttliche und die menschliche Person!

    Das Dogma von der hypostatischen Union lehrt jedoch, daß die beiden Naturen in Christus, die göttliche und die menschliche, in einer Person und zwar in der zweiten göttlichen Person vereinigt sind (= hypostatische Union).

    Gegen Nestorius trat der hl. Cyrill von Alexandrien (Fest am 9. Februar) auf, der in einem Schreiben den Titel theotókos (=Gottesgebärerin) verteidigte und Papst Cölestin I. um eine Entscheidung ersuchte. Cölestin I. gab Cyrill daraufhin uneingeschränkte Vollmacht zur Erledigung der Angelegenheit.

    Inzwischen hatte Kaiser Theodosius II. für Pfingsten 431 ein allgemeines Konzil nach Ephesus einberufen, um die Frage zu klären. Bischof Johannes von Antiochien verzögerte absichtlich seine Ankunft, weil er ein Freund des Nestorius war. Mit 16-tägiger Verspätung eröffnete Cyrill – trotz des Einspruchs des Vertreters des Kaisers – am 22. Juni das Konzil, auf dem er die beherrschende Persönlichkeit war. Nestorius war zwar in Ephesus, erschien aber nicht auf dem Konzil. Vier Tage später erschienen die Antiochener und zeigten sich verletzt, da man nicht auf sie gewartet und ohne sie eine Entscheidung gefällt hatte. Begünstigt vom kaiserlichen Vertreter hielten sie ein Gegenkonzil unter Johannes von Antiochien ab, das die Lehre Cyrills verurteilte und ihn absetzte. Noch später erschienen die päpstlichen Legaten, die sich gleich auf die Seite von Cyrill stellten. Auch Johannes von Antiochien wurde exkommuniziert.

    Beide Parteien wandten sich nun an den Kaiser, der zuerst beide Absetzungen bestätigte, dann aber die Rechtmäßigkeit der Absetzung des Nestorius anerkannte. Dieser wurde in ein Kloster verbannt. Nachträgliche Verhandlungen führten 433 zu einer Einigung zwischen Cyrill und den Orientalen, die vom Papst mit Freude begrüßt wurde.

    Das Konzil von Ephesus (431) setzte Nestorius ab und folgte der Lehre des hl. Cyrill von Alexandrien, die darauf hin zielte, daß Christus nicht nur einer, sondern eins ist, ein Wesen, d.h. das zwei Naturen in einer Person vereinigt sind (= hypostatische Union).

    So kam es also zur Dogmatisierung der „Gottesmutterschaft“ Mariens auf dem Konzil von Ephesus, daß Maria im wahren und eigentlichen Sinn Mutter Gottes ist. Dieser Satz besagt selbstverständlich nicht, daß Maria ihrem Sohn die göttliche Natur mitgeteilt hat, sondern daß ihr Sohn Gott ist. Maria hat nicht eine menschliche Natur geboren, sondern eine Person, nämlich den Gottsohn. Die Mutterschaft bezieht sich auf die Person. Nur wenn Maria einen Menschen geboren hätte, der erst später Sohn Gottes geworden wäre, wäre die Bezeichnung Gottesmutter falsch.

    Die Gottesmutterschaft ist eine unverdiente Gnade. Maria konnte sie nicht verdienen, denn die Inkarnation (= Menschwerdung) ist das Prinzip aller Verdienste. Maria übertrifft alle geschaffenen Personen an Würde. Sie ist als Gottesmutter in ein einzigartiges Verhältnis zu Gott getreten. Sie hat Gott selbst die menschliche Natur geschenkt und ist seiner Menschheit nach mit ihm blutsverwandt.

    Aufgrund der Erhabenheit dieses Dogmas von der Gottesmutterschaft Mariens hat Papst Pius XI. anläßlich der 1500-Jahrfeier der Dogmatisierung das Fest der Mutterschaft der allerseligsten Jungfrau Maria eingeführt.

    Unser Herr Jesus Christus hat, als er sterbend am Kreuz hing, seine Mutter auch uns zur Mutter gegeben. Daher dürfen wir Maria als unsere Mutter verehren und in jeglichen Anliegen um ihren Schutz und ihre Fürbitte anrufen. Danken wir ihr täglich dafür.

    Veröffentlicht am15. Mai 2016AutorFSSPkoeln
    Priesterbruderschaft St. Petrus
    Köln / Düsseldorf / Remscheid / Lindlar / Altenberg ...

    http://www.maria-hilf-koeln.de/2016/05/d...jungfrau-maria/

    Liebe Grüße, Blasius

  • 11. Oktober - Mutterschaft Mariä Datum10.10.2019 21:04
    Thema von Blasius im Forum Die allerseligste J...




    Fest der Mutterschaft Mariä am 11. Oktober



    Es gibt so viele Titel, mit denen wir Maria ehren. Es gibt so viele Gnaden, mit denen der Herr sie geziert hat. Aber nichts geht über jenen Urtitel hinaus, den wir schon in der Heiligen Schrift finden: Mutter des Herrn. Es bleibt Mariens ewiger Ruhm, es bleibt ihre wichtigste Stellung im Heilsplan Gottes, dass sie Mutter des Erlösers sein durfte. Mit niemand hat sie diese Stellung auch nur im Entferntesten zu teilen. Für alles andere, mit dem Gott sie ausgezeichnet hat, für jede andere Aufgabe, die der Höchste ihr noch übertragen hat, bleibt immer Grundlage und Ausgangspunkt ihre Gottesmutterschaft. „Maria mit dem Kinde lieb“, das besagt dem gläubigen Gemüt alles.



    Wenn schon Mutterschaft zum Feinsten und Lieblichsten gehört, was die Menschenwelt kennt, wenn schon die Mutterliebe zu dem gehört, was die Dichter so sehr verherrlicht haben, was soll dann von einer Mutterschaft gelten, die als Gottesmutterschaft auf einer schwindelerregenden Höhe steht! Wie könnte man überhaupt jene Mutterliebe fassen, die im Herzen der ganz reinen, der tief begnadeten, der einzig auf ihr göttliches Kind bezogenen Mutter blühte!



    Darum darf dieses einzigartige Bild niemals unserem Gesichtskreis entschwinden. Nie darf es von den anderen Bildern Mariens in den Hintergrund gedrängt werden. Es trägt nämlich unseren Christusglauben in sich. Es garantiert uns die Wahrheit und Echtheit unserer Erlösung. Es bleibt uns immer Sicherung der unvorstellbaren Liebe Gottes zu uns.



    Maria ist wahrhaft und ganz echt Mutter Christi. In nichts hat sie weniger zur Erzeugung und zum Gebären ihrer heiligen Leibesfrucht beigetragen als andere Mütter. Das unvergleichbare Band, das eine Mutter mit der Frucht ihres Schoßes für immer verbindet, verbindet Maria mit Christus und Christus mit ihr. Wenn man vielleicht sagen könnte, dass vom Muttersein anderer Mütter etwas abgetragen wird, dadurch dass sie vorher und nachher des Mannes sein muss, so ist Maria einzig und allein auf ihr Kind ausgerichtet. Eine ungeteilte, eine vollkommene Liebe gehört ihrer heiligen Leibesfrucht.



    Daraus verstehen wir, wenn die Lauretanische Litanei diese einzigartige Mutterschaft in immer neuen Wendungen preist: Reinste Mutter! Keuscheste Mutter! Unbefleckte Mutter! Ungeschwächte Mutter! Liebliche Mutter! Wunderbare Mutter!



    Wieviel Liebliches, wieviel Tröstliches, wieviel Erbauliches, wieviel Geheimnisvolles würde unserem Glaubensleben verlorengehen, wenn ihm die Mutter mit dem Kinde lieb verlorenginge!



    Kirchengebet



    O Gott, du wolltest, dass dein Wort auf die Botschaft des Engels hin im Schoß der seligen Jungfrau Maria Fleisch annehme; so gewähre denn unsere Bitte und lass durch ihre Fürsprache bei dir uns Hilfe finden, die wir sie gläubig als wahre Gottesmutter bekennen.



    Zur Geschichte des Festes: König Emanuel von Portugal war ein großer Marienverehrer. In seiner argen Bedrängnis (durch ein Erdbeben und einen Krieg mit Spanien u.a.) suchte er Hilfe bei der Gottesmutter. 1751 erhielt er die erbetene Erlaubnis, am ersten Sonntag im Mai in seinem Land das Fest der Mutterschaft Mariens zu feiern. In den kommenden Jahren baten auch andere Länder um diese Gunst. Vielerorts wurde es jedoch am 2. Sonntag im Oktober gefeiert. Pius X. ließ in seiner Reform, die die Bedeutung der Sonntage herausstellen wollte, dieses Fest fallen. Dann aber kam im Jahr 1931 die 1500-Jahr-Feier des Konzils von Ephesus (431). Auf diesem bedeutsamen Konzil wurde gegen die Irrlehre des Nestorius der Glaubenssatz verkündet: Die allerseligste Jungfrau Maria ist in Wahrheit Mutter Gottes. Eine ungeheure Begeisterung erfasste die gläubigen Scharen von Ephesus und die ganze Christenheit. Damit nun die Erinnerung an dieses bedeutsame Ereignis lebendig bleibe, setzte Pius XI. in seiner herrlichen Enzyklika „Lux veritatis“, vom 25. Dezember 1931, für die ganze katholische Kirche das Fest Mariä Mutterschaft ein, und zwar als Doppelfest zweiter Klasse, mit eigenem Messformular, eigenen Tagzeiten und Angaben im Martyrologium. Als Festtag bestimmte er den 11. Oktober.



    („So feiert dich die Kirche“, Prof. Dr. Carl Feckes, Maria im Kranz ihrer Feste, Steyler Verlagsbuchhandlung, 1957)

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Charakterschwäche und Gewissen -
    Moderne Charakterschwäche


    Ohne Schwarzseherei und ohne Verdammungslust, wovor Gott seine Diener in Gnaden bewahren möge, muss auch der wohlwollendste Menschenfreund gestehen, daß sich im Charakter der modernen Menschheit eine gewisse Schwäche sehr zu unserem Nachteil fühlbar macht. Das alte Wort: „Selbst ist der Mann!“ kennen wir kaum mehr, ja wir schütteln darüber bedenklich das Haupt. Was müsste aus unserem ganzen öffentlichen Leben werden, wenn dieser Grundsatz wieder Herr werden sollte! Da wären ja Tausende unserer Polizei-Fühlhörner und Sicherheitswächter ganz umsonst auf der Welt. Da dürften die die Advokaten und die Friedensrichter heute noch ihre Amtsstuben schließen. Und was fingen erst die Zeitungsschreiber an! Wo sollten sie noch das Publikum auftreiben, von dessen Leichtgläubigkeit, von dessen Ungeübtheit in der Kunst, sich selber ein Urteil zu bilden, sie jetzt so bequem leben? Wir fänden uns selber kaum mehr in unserer Heimatstadt zurecht, wenn wir uns auf einmal unter lauter Leute hinein versetzt sähen, von denen jeder seine eigene, selbständige Art, zu denken und sich auszudrücken, hätte. Wenn wir nun einmal in so einer alten Chronik von dem Leben und Treiben unserer Väter im Mittelalter lesen, da dreht sich uns alles im Kopf herum. Wir begreifen nur schwer, wie die Leute damals mit einander verkehren und ein Gemeinwesen bilden konnten. Das kommt uns alles so wunderlich vor, daß wir uns nur in Seufzern über die Zerrissenheit der Geister und über das Chaos der Dinge von damals Luft zu machen wissen.

    Wir können uns eben den Menschen und erst gar eine Gemeinsamkeit nicht anders denken als so, daß einer nicht bloß für das Ganze lebe, wie ehemals im Mittelalter, sondern auch vom Ganzen, wie im heidnischen Altertum. Uns muss die Staatsgewalt alles besorgen, was wir zum Leben und zum Luxus brauchen, Mittel gegen Trichinen und Reblaus, Schutz vor Mäusen und Maikäfern, gesunde Luft und richtige Zeit, eine bessere Rechtschreibung und die gleiche Höhe des A in allen Orchestern. Hat mein Nachbar vergessen, mir den entlehnten Löffel zurück zu stellen, so getraue ich mir ihn nur aus den Händen uniformierter und mit schriftlichem Gerichtserkenntnis bewaffneter Stellvertreter Sr. Majestät oder des Herrn Präsidenten in Empfang zu nehmen, aus Furcht, sonst wegen unbefugter Aneignung selber in Prozess und Strafe verwickelt zu werden. Mache ich eine Zahlung, sende ich einen Brief ab, öffne ich ein Fenster, sogar im Gebrauch meines Eigentums, immer lebe ich in beständiger aller getreuester Furcht, ich möchte etwa ein Gesetz verletzen und diese Unselbständigkeit im öffentlichen Handeln, diese ewige Rücksichtnehmerei, diese Krankheit, alles durch Diener der öffentlichen Macht besorgen zu lassen.

    Und würde sich diese Abhängigkeit nur auf das öffentliche Auftreten beschränken! So aber hat sie fast noch mehr das innere Leben ergriffen! Wer getraut sich noch, seine Überzeugung auszusprechen, ehe er sicher ist, daß seine Mitbürger und Stammesgenossen alle die gleiche Ansicht haben? Bald kommt es so weit, daß wir keine mehr haben, als die wir eben von unserer Umgebung hören. Unter Schwarzen sind wir schwärzlich, unter Roten blutrot. Wer vor uns etwas recht derb verteidigt oder verwirft, dem fallen wir ohne Wehr zu, ohne daß wir zu widersprechen, ohne daß wir etwas anderes zu denken wagen. Schließlich meinen wir gar nichts mehr, denn wir haben vor Nichtgebrauch unsere Überzeugung einrosten, ja vom Rost auffressen lassen. Und dann beschwichtigen wir das innere Mißbehagen über unsere Inhaltslosigkeit mit dem schalen Trost: Was brauchen wir auch noch eine eigene Meinung? Haben wir nicht statt deren die öffentliche Meinung? Beugen sich nicht vor dieser alle, selbst die Träger der Gewalt? Was brauchen wir klüger zu sein und selbständiger als alle? Gehen wir ,mit den übrigen, so haben wir Frieden und Freunde überall, so kommen wir besser durch die Welt, so finden wir Anerkennung und Lob und Ehre, wohin wir uns wenden. Stellen wir uns aber auf eigene Füße, so stehen wir allein, bringen es nirgends zu etwas, und keiner redet von uns als höchstens von Leuten, die Welt und zeit nicht verstehen, und das wollen wir uns nicht nachsagen lassen. Will man in der Welt leben, so muss man sich auch in die Welt schicken und nicht besser sein wollen als sie.

    Daß bei solcher Grundsatzlosigkeit keine Charaktere aufkommen, liegt in der Natur der Sache und bedarf keiner Erklärung. Wer ohne feste Grundsätze dahin lebt und heute so urteilt, wie man es ihm heute vorsagt, und morgen so handelt, wie man es ihm morgen einredet, der ist kein Charakter und wird nie einer. Ein charakterfester Mensch ist nur der, der seine eigenen Grundsätze hat und nach ihnen unerschütterlich handelt und spricht, so wie er es in seinem eigenen innern in jedem besonderen Fall als recht und gut erkennt, mag es ihm dann Lob und Nutzen oder schaden und üble Nachrede bringen. Ein Mann von gewissen ist immer auch ein Mann von Charakter. Wo Gewissen, da Unabhängigkeit. Wer aber schwach und schwankend wie das Schilfrohr jedem Windhauch nachgibt, dem fehlt es an Charakter, weil es ihm an einem richtigen oder doch einem festen Gewissen fehlt.

    Leider hat der moderne Mensch den Mund so voll von Bildung und von Wissen, daß ihm für die Ausbildung des Gewissens weder Zeit noch Verständnis mehr übrig bleibt. Deshalb muss die Charakterschwäche, die ein so bedenkliches Merkmal unserer Gesellschaft bildet, dem modernen Geist zugeschrieben werden, weil er die Bedeutung des Wissens so sehr übertreibt und dafür den Willen und namentlich das Gewissen so unverantwortlich vernachlässigt.

    Die Philosophie und das Gewissen

    Hier können wir nicht anders als Anklage gegen alle erheben, in deren Händen die Bildung des sogenannten Zeitgeistes oder der öffentlichen Meinung liegt. Keine menschliche Kraft ist in der modernen Philosophie und in allen Zweigen der Kultur, die von ihr beeinflußt sind, keine zumeist in der Pädagogik mehr vernachlässigt oder entstellt als die wichtigste und einflußreichste von allen, das Gewissen. Auch die Alten zeigen in diesem Stück eine ganz auffallende Schwäche. Sie haben jedoch die Entschuldigung für sich, daß sie dieses schwierigste und innerlichste Gebiet des menschlichen Herzens ohne das Licht der Offenbarung nicht mit voller Sicherheit durchforschen konnten. Dagegen trifft die neuere Philosophie ein doppelter Vorwurf, einmal der, daß sie in einer so dunklen und so vielen Täuschungen ausgesetzten Frage jede höhere Erleuchtung trotzig zurück wies, und dann der, daß sie um so oberflächlicher über eine so folgenreiche Lehre hinweg ging, je weniger sie mit ihren eigenen getrübten Blick in sie einzudringen vermochte.

    Die Lehre vom Gewissen, sagen wir, bildet eine der schwächsten Seiten in der neueren Philosophie. Es ist schon im höchsten Grade befremdend, daß diese ein vorher gehendes Gewissen kaum kennt, sondern fast nur das nachfolgende Gewissen. Aber noch üblere Vorbedeutung liegt darin, daß ihr auch das letzte bloß in der Gestalt des strafenden und verurteilenden Richters bekannt ist…

    Sollen wir glauben, diese Philosophen hätten nie eine gute Tat vollbracht, so daß sie Gewissen und Gewissensbisse für eines und dasselbe nehmen und das lohnende Zeugnis des guten Gewissens nicht einmal kennen? Wir wollen ihnen diesen Schimpf ersparen, obwohl sie sich über eine solche Auslegung nicht beschweren könnte.

    Aber dazu gibt uns gegen die Anmaßung der modernen Philosophie verwahren, die sich so unerfahren in den Vorgängen des inneren Lebens zeigt und gleichwohl die christliche Moral so tief herab setzen zu müssen vermeint.

    Da stünde fürwahr das Schweigen besser, wenn sie mit Spinoza über das Gewissen nichts anderes zu sagen weiß, als daß Gewissensbisse der Gegensatz von Freudigkeit seien oder eine Traurigkeit, mit der sich der Begriff einer vergangenen Sache verbinde, die sich wider Verhoffen ereignet habe. Mit Recht sagt Stäudlin: matter, unbedeutender, unbestimmter und sprachwidriger könne man nicht vom gewissen reden als so. Und es ist eine sonderbare Verteidigung, wenn Kuno Fischer auf diese Anklage erwidert: vom Spinozismus eine Moral erwarten, die man auch als Richtschnur für das Handeln brauchen könne, hieße Kürbisse von der Eiche verlangen. Spinoza sei kein Moralist und habe es der Natur der Sache nach nicht sein können sowie der Spinozismus kein Moralsystem. Aber warum schreiben dann die Herren Bücher über Dinge, über die sie nicht schreiben können? Und warum maßen sie sich an, die Moral des Christentums zu verachten und ihr eine eigene, neue Ethik entgegen zu stellen, um jene aus den herzen zu verdrängen? Wären die Erben Spinozas nur auch ebenso bescheiden, wie sie genügsam sind! Wir vergönnen der spinozistischen Ethik ohne Neid ihre Eicheln, wenn sie damit vorlieb nimmt, und verlangen von ihr keine Kürbisse,, die für uns so wenig Anziehungskraft haben wie die Eicheln. Möge nur auch sie dem Ölbaum die Olive und dem Feigenbaum die süße Feige und dem Weinstock seine edle Traube lassen und uns nicht zumuten, daß wir, gewohnt, in den Gärten des himmlischen Lehrers mit menschlicher Nahrung und genießbaren Früchten gespeist zu werden, wieder zu der Eichelkost des urwäldlichen Menschtums zurück kehren!

    Der Protestantismus und das Gewissen

    Übrigens müssen wir offen gestehen, daß es um die Lehre vom Gewissen in den Lehrbüchern des modernen Protestantismus nicht weniger schlimm bestellt ist als bei unsern Philosophen. Fast tut einem die Wahl weh zwischen der Eichelkost bei den Philosophen und den Trebern der neuesten protestantischen Theologie. Der gefeiertste Moraltheologe des modernen Protestantismus, Richard Rothe, ist so weit entfernt davon, im Gewissen eine Gabe Gottes oder einen Vorzug der menschlichen Natur zu sehen, daß er es vielmehr eine Folge des Sündenfalles, ja eine Verdunkelung des menschlichen Bewusstseins nennt, auf die der Mensch zur Strafe für die Sünde herab gesunken sei. Demgemäß hätten Adam und Eva vor der Sünde gar kein Gewissen gehabt. Dann konnten sie aber auch keine Sünde begehen, folglich auch nicht zur Strafe für ihren Fall mit dem Gewissen bedacht werden.

    Wo aber eine derartige Unklarheit über das Gewissen besteht, ja wo man es geradezu als etwas Böses, als eine Geißel für den Menschen betrachtet, da brauchen wir uns nicht darüber zu wundern, daß man auf das Gewissen nichts hält, und daß man in der Erziehung und im sittlichen Leben lieber gar nicht davon spricht. –

    aus: Albert M. Weiß, Apologetik, Bd. 1, 1905, S. 109 – S. 115

    https://katholischglauben.info/charakter...e-und-gewissen/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Schon gewusst ?



    „Die Söhne Noes, welche aus der Arche gingen, hießen Sem, Cham und Japhet; Cham aber ist der Vater Kanaans. (1) Von diesen drei Söhnen Noes ist das ganze Menschengeschlecht entsprossen auf der ganzen Erde. Und Noe, ein Ackersmann, fing an, die Erde zu bebauen, und pflanzte einen Weinberg; und da er Wein trank, ward er trunken und lag entblößt in seiner Hütte. Als dies Cham, der Vater Kanaans, sah, sagte er es draußen seinen beiden Brüdern. Aber Sem und Japhet legten einen Mantel (2) auf ihre Schultern, gingen mit abgewandtem Angesicht hin und bedeckten die Blöße ihres Vaters.“ (3)

    Aus dem ganzen übrigen Leben Noes, das noch 350 Jahre dauerte, wird nur dieser eine Vorgang erwähnt, der für den Verlauf der göttlichen Offenbarung unter den Menschen von Bedeutung ist, sofern er Anlass wurde zur Ausscheidung eines Teiles der Menschheit für eine besondere göttliche Führung, sowie zu einer zweiten messianischen Prophezeiung. Der Vorgang ereignete sich bald nach der Flut, aber immerhin ein oder mehrere Jahrzehnte später, da ein Sohn Chams erwähnt wird, der ihm erst nach der Sündflut geboren wurde. Daß Noe die Kraft des Weines nicht kannte, sagt die Erzählung nicht, wohl aber schließen es die heiligen Väter und suchen Noe von Schuld zu entlasten. (4)

    „Als aber Noe erwachte und erfuhr, was ihm sein jüngerer Sohn getan, sprach er: Verflucht sei Kanaan, Knecht der Knechte (niedrigster Knecht) sei er seinen Brüdern! Und er sprach: Gepriesen sei der Herr (Jahve), der Gott Sems: Kanaan sei sein Knecht! Gott breite Japhet aus, und er wohne in den Hütten Sems, und Kanaan sei sein Knecht!“ (5)

    In Kanaan wird Cham gestraft; wie dieser gegen seinen Vater gesündigt, so soll er in seinem Sohn gestraft werden, der nach jüdischer Überlieferung an der Sünde seines Vaters sich beteiligte und jedenfalls dessen Bosheit nachahmte. „Im Sohn“, sagt darum der hl. Ambrosius, „wird der Vater, und im Vater der Sohn gestraft, da sie Teilnehmer derselben Torheit, Nichtswürdigkeit und unkindlichen Gesinnung waren.“ Noes Fluch wie Segen war nach den heiligen Vätern die Kundgebung einer ihm von Gott gewordenen Offenbarung über die Geschicke der nachsündflutlichen Menschheit und namentlich über die Beziehung ihrer Hauptstämme zu Verheißung des Messias. Der prophetische Spruch betrachtet Gesinnung und Charakter der Stammväter als vorbildlich, maßgebend und bestimmend für die weitere Entwicklung ihres Geschlechtes und eröffnet demgemäß eine große Perspektive auf die Entwicklung der von Noes Söhnen abstammenden Menschheit.

    Die Erfüllung liegt im allgemeinen klar und deutlich vor uns, wie schon der hl. Augustin (6) hervorhebt. Sem wurde der Träger der Verheißungen; von ihm stammte das auserwählte Volk Gottes und der göttliche Erlöser ab, „in dem alle Völker der Erde gesegnet wurden“. (7) Das Geschlecht Japhets breitete sich am weitesten aus, eroberte auch die Länder der Nachkommen Sems, besonders Kanaan, wurde dadurch aber wieder mit der wahren Religion bekannt und trat, als die Juden den Erlöser verwarfen, in deren Stelle ein, worauf der hl. Paulus hindeutet: „Ich will euch, Brüder, über dieses Geheimnis nicht in Unwissenheit lassen, daß die Blindheit eines Teiles von Israel dauert, bis die Fülle der Heiden eingegangen ist; und so wird (zuletzt) ganz Israel gerettet werden.“ (8) Schwieriger liegt die Sache mit den nachkommen Chams. Hier genügt es nicht, auf die Bewohner des größten Teils von Afrika zu verweisen, die, bis heute am tiefsten in heidnischem Aberglauben und Barbarei versunken, die Wahrheit des Evangeliums am schwersten zugänglich sind und, oft über weite Meere fortgeschleppt, in trauriger Sklaverei schmachten. Eine solche Knechtschaft traf nicht alle Nachkommen Chams, und sie lastete auch nicht immer auf den Bewohnern Afrikas. Vielmehr bildeten gerade die Chamiten „die erste Völkerwelle, die sich über das südliche und westliche Asien und besonders über Afrika ergoss; dieselben haben für Mechanik, Mathematik, große Bauten, insbesondere für Handel Sinn, dabei lieben sie derben (sinnlichen) Genuss. Phönizier, Karthager, Ägypter sind Chamiten. Sie nahmen von den Semiten zum Teil die Sprache, später die Religion an und wurden den Japhetiden, Griechen und Römern, dienstbar“ (9); jedoch erst nachdem sie ihren Anteil an der Weltherrschaft gehabt hatten. Man wird also sagen müssen, daß der Fluch über Cham zunächst nur relativ (im Vergleich zu seinen Brüdern) und mit besonderem Vorzug auf Kanaan ausgesprochen ist. Die Nachkommen des Kanaan (die Kanaaniter) versanken tiefer und immer tiefer in den gräulichsten Götzendienst, in welchem Menschenopfer und Unzucht eine Hauptrolle spielten. (siehe den Beitrag: Vernichtung von Völkern wegen Sodomie) Zur Strafe für ihre Verkommenheit (10) wurden sie von Gott dem Untergang geweiht und von den Israeliten fast ganz ausgerottet. Was von ihnen übrig blieb sowie ihr Land geriet in den Besitz Israels und später mit diesem unter die Herrschaft der Nachkommen Japhets, der Perser, Griechen und Römer. Außerdem muss bei allen derartigen prophetischen Sprüchen beachtet werden, daß nur die Idee ausgesprochen und veranschaulicht wird (hier: Abscheu über die Sünde des Cham und Strafe an seinem eigenen Sohn), nicht aber die Einzelheiten der Verwirklichung, die ja zu einem Teil von moralischen Vorbedingungen (freier Wille, Mitwirkung, Schuld oder Unschuld der Menschen) abhängig ist, und zwar gerade bei Segens-Verheißungen und Strafandrohungen.

    Die Härte des väterlichen Fluches zeigt, wie abscheulich die Sünde des Cham in den Augen Gottes gewesen sein muss. Schamhaftigkeit sowie kindliche Ehrfurcht, die auch durch Fehler der Eltern sich nicht beirren läßt, sind die schönste Zierde der Jugend. Dagegen „ein Auge, das seinen Vater verspottet und seine Mutter verachtet, das sollen die Bachraben aushacken und die jungen Adler fressen“. (11)

    „Noe lebte nach der Flut noch 350 Jahre, und alle seine tage waren 950 Jahre, und er starb.“ (12) Nach ihm nahm das menschlichen Leben, das bisher bis gegen tausend Jahre gedauert hatte, rasch ab; sein nächster Nachkomme, Sem, erreichte zwar noch ein Alter von 600 Jahren, aber bald sank das Leben bis zu seiner gegenwärtigen kurzen Dauer, so daß es in dem Moses zugeschriebenen Psalm 89 heißt: „Unsere Jahre sind zu achten wie ein Spinngewebe: ihre Zeit ist siebzig und aufs höchste achtzig Jahre; und was darüber, ist Mühsal und Schmerz.“ (13)

    Noe war ein Vorbild des Erlösers, dessen wesentliche Züge folgende sind: Noe war unter allen seinen Zeitgenossen allein gerecht und fand Gnade vor Gott. Er arbeitete viele Jahre mit Mühe und Schweiß an dem Bau der Arche und predigte zugleich mit lauter Stimme Buße. – Auf Noes Arche beruhte die einzige Hoffnung und Rettung des Menschengeschlechtes aus den Wogen der Sündflut und den Abgründen der Tiefe, und er wurde dadurch wahrhaftig das, was sein Name besagt: Trost, Retter, wie ihn sein Vater Lamech schon 600 Jahre vor der Flut in prophetischem geist genannt hatte. Als Noe aus der Arche ging, brachte er ein Opfer von allen reinen Tieren, das Gott wohlgefällig aufnahm. Gott machte mit Noe und dessen Söhnen einen Bund und gab ihm durch den Regenbogen ein Unterpfand seiner Huld und seiner fortwährenden Sorge für die Erhaltung der Erde und der irdischen Geschöpfe. Noe wurde erwählt, die Erde mit Menschen und Tieren neu zu bevölkern, diese gleichsam auf ihr neu zu schaffen. Die Vergleichung und Ausdeutung dieser Züge auf Christus ergibt sich von selbst. (14)

    Anmerkungen:

    (1) Dies wird hier bemerkt, vielleicht um anzudeuten, daß Kanaan, der Sohn Chams, bei der Sünde seines Vaters beteiligt war, oder weil überhaupt das folgende Ereignis so entscheidend wirkte für die Geschichte der Hauptstämme der Menschheit, sofern der Segen des Patriarchen über Sem und Japhet sowie auch sein Fluch über Kanaan nach Gottes Willen sich erfüllen sollte. Auch wurde gerade Kanaan in seinen Nachkommen bedeutungsvoll für das auserwählte Volk.
    (2) Hebr. Simlah, ein großes, viereckiges Stück Tuch zum Umhüllen des Körpers.
    (3) 9, 18 – 23
    (4) S. Chrysost., In Gen. Hom. 29, n. 2 et 4. S. Ambros., De Noe et arca c. 29, n. 111. S. Thom., S. th. 2, 2, q. 150, a. 1. Doch heben sie auch hervor, daß die Heilige Schrift die Fehler und Schwächen der Heiligen nicht verschweigt oder beschönigt. Der hl. Augustinus bemerkt, der Fall der Großen (Heiligen) solle den Kleinen (gewöhnlichen Menschen) nicht zur Belustigung, sondern zur Warnung dienen: non sit delectatio minorum lapsus maiorum, sed sit tremor minorum lapsus maiorum. „Der den Wassern der großen Flut stand gehalten, erliegt dem Weine“ (Franz Delitzsch). Ob erst Noe den Weinstock anbaute und so der Erfinder der Bereitung des Weines war, wie vielfach angenommen wird, ist aus unserer Stelle nicht mit Sicherheit zu entnehmen. Bei Mt. 24, 38 scheint der Heiland auf das Gegenteil hinzudeuten: „Wie sie in den Tagen vor der Flut aßen und tranken“ usw. Die Unerfahrenheit bezüglich der Wirkungen des Weines könnte bei Noe auch eine bloß persönliche gewesen sein.
    (5) Gn. 9, 24-27. – Der Wortlaut bezeichnet klar als Anteil des Sem besonderen Segen Gottes, des Japhet „Ausbreitung“ (ausgedehnte, behagliche Wohnsitze, Macht, Glück), des Kanaan Knechtschaft. Der Anteil Sems tritt noch schärfer hervor, wenn als Subjekt des Satzes „er wohne in den Hütten Sems“ nicht Japhet, sondern Gott betrachtet wird (was dem ersten Satzglied entspricht); er sagt dann: Gott schenke dem Sem seine Offenbarung (sein besonderes Wohlwollen), und erklärt näher, wie Jahve der Gott Sems sein werde, d. h. eben dadurch, daß er in dessen Hütten wohnt.
    (6) C. Faust. 12, 24.
    (7) Vgl. Sir. 49, 19.
    (8) Röm. 11, 25f.
    (9) Weiß, Weltgeschichte I, LXXVIII.
    (10) Vgl. schon Gn. 15, 16; 18, 20ff.; 19, 4ff; Lv. 18, 27f.
    (11) Spr. 30, 17.
    (12) Gn. 9, 28.
    (13) Ps. 89, 9f.
    (14) Noch andere Einzelheiten der Vorbildlichkeit Noes und seiner Söhne hebt der hl. Augustin hervor De civ. 1. 16, c. 2. –

    aus: Schuster/Holzammer, Handbuch der Biblischen Geschichte, Bd. I, Altes Testament, 1910, S. 236 – S. 239
    https://katholischglauben.info/noes-soeh...ham-und-japhet/


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Unsere Andacht gilt heute einem Heiligen, welcher ein leuchtendes Vorbild für alle Stände, für Jünglinge, für Ehegatten, für Witwen, für Priester und adelige, für Hofherren und Fürsten, für Arme und Mönche ist. Franz von Borgia ist sein name und Valencia in Spanien sein Geburtsort. Er war der erstgeborene Sohn des Herzogs von Gandia, erhielt eine vortreffliche Erziehung in der Religion und in den Wissenschaften, und liebte schon als Knabe das Gebet in der stillen Hauskapelle.

    Im Alter von zehn Jahren (1520) verlor Franz seine innigst geliebte Mutter durch den Tod, erfuhr die Trübsale einer Revolution gegen seinen Vater und kam unter die Aufsicht seines mütterlichen Oheims, des Erzbischofs von Saragossa, welcher bestens für seine Ausbildung sorgte. Gerne hätte er, zum Jüngling aufgewachsen, den Palast mit einer armen Klosterzelle vertauscht; allein der Vater schickte ihn als Pagen an den Hof des Königs (Kaiser Karl`s V.) nach Valladolid. Hier überhäufte ihn das Glück mit seiner Huld. Der glänzende Adel des Hofes zollte seinem mild frommen Wesen, seiner ritterlichen Würde und Freundlichkeit allgemeine achtung, der Kaiser ehrte ihn durch Verleihung hoher Amtsstellen und großer Einkünfte. Die Kaiserin Isabella vermählte ihn mit ihrer Jugendfreundin Eleonora de Castro, einem durch Schönheit und Anmut, wie durch Seelenadel gleich ausgezeichneten Fräulein ; die süßesten Familienfreuden beseligten ihn. Allein er war stets besorgt, durch ein scharfes Bußkleid, durch tägliches Anhören der heiligen Messe, durch häufige heilige Kommunion und durch pünktliche Beobachtung einer Tagesordnung, sich gegen die Tücke des Glückes zu waffnen. In den wenigen Stunden, die er der Erholung widmete, erfreute er sich an Musik und Gesang – seltener an der Jagd, gar nie am Spiel mit Karten oder Würfeln; „denn, sagte er, man läuft dabei immer Gefahr, drei kostbare Dinge: die zeit, das Geld und das Gewissen zu verlieren.“

    Im Jahre 1539 hielt der Kaiser einen Reichstag zu Toledo, prachtvolle Feste, glänzende Fecht- und Ritterspiele folgten einander: da störte ganz unerwartet der Tod diesen Freudenrausch: die junge Kaiserin Isabella starb. Sie war die schönste Fürstin ihrer zeit, erst sechsunddreißig Jahre alt, von allen aufrichtig geliebt wegen ihrer mütterlichen Güte und herablassenden Freundlichkeit.

    Franz begleitete von Amtswegen die hohe Verstorbene zur Gruft nach Granada. Vor der Beisetzung der Leiche öffnete er den Sarg, um sich von der Echtheit derselben zu überzeugen. Die viel bewunderte Schönheit und Anmut der Kaiserin war dahin, und die Leiche verbreitete den widerwärtigsten Geruch. Überwältigt von Schauder und schmerz rief Franz aus: „Bist du es wirklich, Donna Isabella? Ist dieses Haupt das meiner Maiserin, meiner Gebieterin? O mein Gott, gib mir Gnade, ich will keinem Herrn mehr dienen, den mir der Tod entreißen kann!“ Er gelobte in einen geistlichen Orden zu treten, wenn er seine Gemahlin überleben sollte. Später äußerte er öfters: „Der Tod der Kaiserin hat mich zum Leben erweckt.“

    Franz eilte nach Toledo und bat um seine Entlassung aus dem Hofdienst. Allein der Kaiser wollte den besten seiner Diener nicht entlassen und ernannte ihn zum Vizekönig von Katalonien. Franz gehorchte, regierte sein Volk mit Klugheit, Sorgfalt und Ernst und war für Alle das schönste Vorbild. Täglich betete er den Rosenkranz, täglich beichtete er, an allen Sonn- und Festtagen kommunizierte er, täglich geißelte er sich und schlief nur vier, höchstens fünf Stunden.

    Nach dem Tode seines Vaters, 1543, verließ Franz unter lautem Weinen des Volkes Katalonien und übernahm die Regierung seines Herzogtums Gandia. Unermüdlich strengte er alle Kräfte und Mittel an, den zeitlichen Wohlstand, wie auch die religiöse und wissenschaftliche Bildung seiner Untertanen zu heben. Sein Eifer und sein Beispiel brachte es zu Stande, daß Niemand in Gandia es unterließ, alle vier Wochen zu kommunizieren.

    Mitten in diesem wohltätigen Wirken entriß ihm 1548 der Tod die geliebte, erst fünfunddreißig Jahre alte Gattin. Sogleich erfüllte er den Wunsch seines Herzens und trat insgeheim in den Orden der Jesuiten, denen er in Gandia bereits ein Collegium mit einer Hochschule gestiftet hatte; allein bis zur Versorgung seiner Kinder mußte er die Regierung noch fortführen. Im Herbst 1550 reiste er dann nach Rom zum hl. Ignatius, der ihn nun öffentlich in den Orden aufnahm. Weil Papst Julius III. ihn mit der Würde eines Kardinals beehren wollte, flüchtete er sich eilig aus Rom, übergab das Herzogtum seinem ältesten Sohn, ließ sich zum Priester weihen und feierte im Schloß Loyola seine Primiz, an der sich eine ungeheure Menschenmenge beteiligte.

    In der kleinen Zelle des Collegiums zu Ognate verlebte nun Franz durch Betrachtung, Gebet und Bußwerke geheiligte Tage und verrichtete die geringsten Dienste des Hauses. Hierauf wirkte er als Missionar in der Umgegend, und Scharen von Menschen strömten überall zusammen, um aus dem Munde des hl. Herzogs geistlichen Rat und Trost zu empfangen. Auf Befehl des hl. Ignatius mußte er dann zwei Jahre am Hofe von Portugal das Amt eines Predigers und Beichtvaters versehen, wo ihm die Vornehmen und Großen das aufrichtigste Zutrauen schenkten. Dann mußte er nach Spanien zurück kehren, um die eben so wichtige als mühevolle Stelle eines General-Kommissars über die Ordensprovinzen der pyrenäischen Halbinsel und Indiens zu verwalten. Der Papst bot ihm fünfmal die Kardinalswürde an, fünfmal erwiderte er: „Ich habe den fürstlichen Hermelin nicht abgelegt, um den hohepriesterlichen Purpur anzuziehen.“ Alle Ehrenbezeugungen, die man ihm erwies, betrübten ihn schmerzlich, dagegen Trauriges und Beleidigendes ertrug er mit Heldenmut.

    Im Jahre 1565 wurde Franz zum Ordensgeneral gewählt. Er fügte sich mit den wehmütigen Worten: „Oft zwar habe ich Gott um ein Kreuz gebeten, aber an ein solches, wie dieses ist, habe ich nie gedacht.“ Mit der angestrengtesten Tätigkeit und mit der umsichtigsten Sorgfalt leitete er den Orden, der schon 130 Häuser mit 3500 Religiosen zählte, und ihn daher zu sehr weiten und beschwerlichen Reisen verpflichtete. Er vergrößerte in Rom das „deutsche Collegium“, welches für das nördliche Europa jetzt noch ausgezeichnete Priester und Lehrer erzieht; er errichtete in Amerika und in Deutschland große Missionen, denen die katholische Kirche eine reiche Ernte verdankt. Er selbst predigte in Rom, unterrichtete die Kinder, besuchte die Spitäler und leistete außerordentliche Dienste zur Zeit der Pest 1566.

    Im Auftrage des Papstes Pius V. begleitete der schon kränkelnde Franz den Kardinal Alessandrini an die Höfe von Spanien und Frankreich, um sie zu einem Kreuzzug wider die Türken zu bewegen. In Spanien wurde er überall, wo es ihm unmöglich war, seine Anwesenheit zu verbergen, mit Jubel und Ehren begrüßt, alles Volk wollte sein Kleid küssen und seinenSegen empfangen. Auf dem Rückweg von Frankreich verschlimmerte sich seine Krankheit, und er kam fast sterbend in Rom an. Nach zwei Tagen entschlief er zur ewigen Ruhe am 1. Oktober 1572 in seinem 62. Jahre.
    Die heilige Leiche holte sein Enkel, Kardinal und erster Minister des Königs Philipp III., 1618 nach Madrid und setzte sie in der Jesuitenkirche bei.

    Im Jahre 1624 wurde Franz de Borgia von Papst Urban VIII. „selig“ gesprochen und 1671 sein Name von Papst Klemens X. in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen.

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 752-753
    https://katholischglauben.info/der-heili...-ordensgeneral/

    Liebe Grüße, Blasius

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema




    Über die Pflicht des christlichen Eifers

    Stehe eine Weile still vor dem so herrlichen Lebensbild des hl. Ludwig und bewundere seinen ausdauernden Eifer, welcher wie ein frischer Morgenwind sein Herz schon an der Wiege gefaßt und fort getrieben hat von Tugend zu Tugend bis zum Eintritt in die Ewigkeit und in die Sonntagsruhe des Himmels. Der christliche Eifer besteht, wie du am hl. Ludwig klar siehst, aus zwei Kräften: aus einem lebhaften Abscheu vor jeder Beleidigung Gottes und aus einer tätigen Liebe zur Verehrung Gottes; er ist für dich als Katholiken eine strenge Pflicht. Zwei Gründe sind es vorzüglich, welche dich zum christlichen Eifer verpflichten:

    1. Du bist ein Kind Adams.
    Die heilige Taufe hat dich entsündigt und gereinigt von jeder Schuld und Strafe, so vollkommen, daß du, wenn du gleich nach der hl. Taufe gestorben wärest, ohne die mindeste Verzögerung den Vollgenuss der ewigen Seligkeit erlangt hättest. Freilich sind dir gewisse Folgen der Erbsünde geblieben: namentlich ein Hang zum Irdischen und Sinnlichen, eine Empfänglichkeit für Leiden und Krankheiten und die Notwendigkeit des Sterbens; aber diese an sich unliebsame Erbschaft hat Jesus überschwänglich aufgewogen durch die Mitteilung der drei göttlichen Tugenden: des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, durch den leichten Zutritt zu den heiligen Sakramenten, durch die Mutterliebe der katholischen Kirche und die Macht des Gebetes. Die lebenslänglich fort bestehenden Folgen der Erbsünde nun, welche Jesus Christus, dein Gott und Herr, bis zu seiner glorreichen Auferstehung leiden und bekämpfen wollte, verpflichten dich zu lebenslänglichem Eifer, mit Hilfe der göttlichen Gnadenmittel deinen Hang zum Sinnlichen nieder zu kämpfen, die Arbeiten und Leiden deines Berufes zur Ehre Gottes willig zu tragen, die Schrecknisse des Todes durch das freudige Opfer deines Lebens zu besiegen, und dich so als einen treuen Schüler Jesu zu bewähren. Das Fortbestehen dieser Folgen bei allen deinen Zeitgenossen auf der ganzen Erde, die furchtbaren Laster und Verbrechen, welche auf Erden begangen werden, mahnen dich allen Ernstes zu Eifer, die Sünde zu meiden und dem Satan zu widersagen, wie du es eidlich gelobt hast.

    2. Du bist ein Kind Gottes.
    In der Taufe hast du die heiligmachende Gnade, das Siegel der Kindschaft Gottes erhalten und die Urkunde, daß du geadelt seiest, zum Mitbruder und Miterben Jesu Christi. Dafür hast du dich verpflichtet, mit beharrlichem Fleiß kennen zu lernen den dreieinigen Gott aus den Offenbarungen und Werken, welche Jesus während seines 33jährigen Lebens vollbracht hat und dich so in denStand zu setzen, den dreieinigen Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Gemüt und aus allen Kräften zu lieben. Freilich ist das längste Erdenleben zu kurz, um dir eine vollkommene Erkenntnis der zwölf Glaubensartikel, der sieben heiligen Sakramente und der Gebote Gottes zu erwerben und auf Grund dieser Kenntnis Gott möglichst vollkommen lieben zu können; allein diese Einsicht sagt dir nur um so bestimmter, wie sehr du als Kind Gottes zum christlichen Eifer verpflichtet bist. O unterlasse es nicht, heute in deine Seele hinein zu schauen, wie es mit deinem Eifer stehe, da du ja lebhaft wünschest, mit dem hl. Ludwig ewig bei deinem Gott und Vater im Himmel zu sein! –

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 751

    https://katholischglauben.info/die-pflic...tlichen-eifers/

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Wenn etwas der Klärung...




    Das große und das kleine Kreuzzeichen

    Der katholische Christ pflegt wie alle seine Gebete, so auch den Rosenkranz mit dem Kreuzzeichen zu beginnen. Ws hat denn aber das Kreuzzeichen am Eingang zum Rosenkranz zu bedeuten? Es muss hier eine etwas trockene, fast langweilige Bemerkung voraus geschickt werden. Man kann das Kreuzzeichen als Handlung und als Sache betrachten; als Handlung betrachtet, wird es unterschieden in das große und kleine Kreuz. Was bedeutet nun das große, was bedeutet das kleine Kreuz? –

    Auf dem Schlachtfeld bei Beaumont lag im Jahre 1870 ein schwer verwundeter bayerischer Soldat; er konnte nicht mehr reden, wohl aber noch das Kreuzzeichen machen. Das aber reichte vollständig hin, um von dem Feldpater, der an ihm vorüber ging, sofort verstanden zu werden. Denn das Kreuz ist eine Zeichensprache, die auch heute noch Juden, Heiden und Christen verstehen; wer sich damit bezeichnet, gilt vor der ganzen Welt als katholischer Christ. Jener arme, sterbende Soldat legte also durch die Bezeichnung mit dem Kreuz das Bekenntnis ab: „Ich bin ein katholischer Christ und glaube: drei sind im Himmel, die Zeugnis geben, der Vater, der Sohn und der heilige Geist, und diese drei sind eins, eins in der Wesenheit,, gleich in der Macht und gleich in der Gottheit. Ich bete an Gott den Vater, der von keinem ausgeht, und Gott den Sohn, der vom Vater allein ausgeht, und Gott den heiligen Geist, der von beiden zugleich ausgeht.“ Der katholische Christ aber weiß, daß er den drei göttlichen Personen die drei größten Wohltaten verdankt, die Erschaffung, Erlösung und Heiligung. Wenn er also mit den Findern der rechten Hand die Stirn berührt und spricht: „Im Namen des Vaters“, so will er damit andeuten: „Durch die Allmacht und Güte des Vaters bin ich erschaffen; wenn er sodann von der Stirne auf die Brust herunter fährt und sagt: „Und des Sohnes“, so will er damit kund geben: „Durch die Weisheit und Liebe des Sohnes bin ich erlöst“; und wenn er endlich von der linken zur rechten Schulter die Hand bewegt und betet: „Und des heiligen Geistes“, so will damit bekennen: „Durch die Gnade des heiligen Geistes bin ich geheiligt, von der linken Seite des ewigen Verderbens auf die rechte Seite des ewigen Lebens gestellt“.

    Das sogenannte kleine Kreuz besteht darin, daß wir unter Aussprechen der drei höchsten Namen ein kreuz auf die Stirn, eins auf den Mund und eins auf die Brust zeichnen. Durch das Kreuz auf die Stirn wollen wir andeuten, daß wir Gott dem Vater unsere Gedanken weihen, damit er sie reinige, durch das Kreuz auf den Mund, daß wir Gott dem Sohne unsere Worte anempfehlen, damit er sie heilige, und durch das Kreuz auf die Brust, daß wir Gott dem heiligen Geist die triebe und Wünsche unseres Herzens, sowie alle unsere Absichten und Werke aufopfern, damit er sie erleuchte und zur Ehre Gottes lenke.

    Es steht dem katholischen Christen ganz frei, welches Kreuzzeichen er beim beten machen wolle, das kleine oder das große, nur während des Evangeliums in der heiligen Messe und vor der Predigt ist es überall Brauch, das kleine Kreuz zu machen, auf die Stirn zum Zeichen, daß wir die Wahrheiten des Evangeliums bereitwillig glauben, auf den Mund zum Zeichen, daß wir sie offen und freimütig bekennen, und auf die Brust zum Zeichen, daß wir sie treu und gewissenhaft befolgen.

    Diese so nahe liegenden Gedanken aber, die dem Christen jedesmal beim Kreuzzeichen, wenn er es nicht ganz gedankenlos macht, fast unwillkürlich in den Sinn kommen, sind so erhaben, daß sie ihn immer mit Andacht und Dankbarkeit erfüllen müssen. Das Kreuzzeichen am Eingang zum Rosenkranz also, welches den Beter zunächst an das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit, dann an die drei großen Wohltaten der Erschaffung, Erlösung und Heiligung, und endlich an die völlige Hingabe mit allen Gedanken, Worten und Werken in den Dienst Gottes erinnert, ist sehr geeignet, ihn in die rechte Stimmung zu versetzen.

    Damit ist aber freilich das Kreuzzeichen in seinem Inhalt kaum angedeutet, geschweige denn erschöpft. Denn das Kreuz als Handlung erinnert doch sofort den Christen an das Kreuz als Sache; als solche aber betrachtet, bietet das Kreuz die herrlichsten und tiefsten Gedanken, die denjenigen, der sie erwägt, mit unaussprechlicher Freude und Liebe, besonders gegen unsern göttlichen Erlöser, erfüllen müssen. Denn das Kreuz ist eine Goldgrube, woraus der Beter unermeßliche Schätze von Weisheit und Erkenntnis Gottes heben kann. –

    aus: Philipp Hammer, Der Rosenkranz, eine Fundgrube für Prediger und Katecheten, ein Erbauungsbuch für katholische Christen, I. Band, 1896, S. 86 -S. 88


    https://katholischglauben.info/bedeutung-des-kreuzzeichens/


    SIHE AUCH;

    Leo XIII. Epistula Enzyklika „Jucunda semper“ 1894 - Der Rosenkranz als betrachtendes Gebet


    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Während im sechzehnten Jahrhundert die von Luther, Zwingli und Calvin entfesselten Stürme in Deutschland und Frankreich Ruinen auf Ruinen häuften, blühte in Spanien ein herrlicher Frühling der schönsten Tugenden und der fruchtbarsten Gottesliebe. Gleichzeitig verbreiteten von dort aus den Wohlgeruch ihrer Frömmigkeit über die ganze Welt hin der hl. Ignatius von Loyola, der hl. Petrus von Alcantara, die hl. Theresia, der hl. Johannes vom Kreuz, der hl. Franz Xaver, der hl. Johannes von Gott, der hl. Franz Borgias, der hl. Thomas von Villanova, der hl. Franz Solanus und nebst manchen Andern noch der hl. Ludwig Bertrand, dem heute die dankbare Christenheit ihre Verehrung darbringt.

    Ludwig, am 1. Januar 1526 geboren, war der älteste Sohn des Stadtschreibers Johann Ludwig Bertrand zu Valencia in Spanien. Schon als kleines Kind zeigte er eine wunderbare Liebe zu Jesus im heiligsten Altarsakrament. Mochte er noch so heftig weinen, sobald man ihn in die Kirche trug, waren seine Äuglein trocken, sein Angesicht fröhlich und seine Händchen zum Gebete gefaltet. Noch nicht fünf Jahre alt, betete er schon einen großen Teil der Nacht, bis ihn der Schlaf überfiel, den er dann auf einen harten Bank oder auf dem bloßen Boden genoß. Sehr sparsam in Nahrung und Kleidung, streng in der Bewachung seiner Augen und Ohren, züchtig in seinem Benehmen, beherrschte er seine Lebhaftigkeit mit solcher Kraft, daß nie ein ungebührliches oder zorniges Wort aus seinem Munde kam. Ja wenn er im Hause den Vater, die Mutter oder eines seiner Geschwister in Aufregung sah, las er ihnen aus einem geistlichen Buche vor, oder bat sie so lange, das Zürnen aufzugeben, bis sie mit zufriedenem Lächeln es ihm versprachen.

    Frühzeitig erwachte in Ludwig das Verlangen, im Orden des hl. Dominikus sein Leben dem Dienste Gottes und der heiligen Kirche zu weihen. Nur ungerne und nach langem Zögern gab der Vater die Einwilligung. Mit jugendlicher Begeisterung und heiligem Opfermut trat er nun in die Fußstapfen seines hl. Vatters Voncentius (5. April), heiligte seine Tage durch Fleiß im Studium, durch Andacht im Gebet, durch Pünktlichkeit im Gehorchen, wie durch Strenge in der Abtötung und blieb ein Muster kindlicher Einfalt. Weil er oft im Gebete verzückt wurde und dann nicht wußte, ob er im Himmel oder auf der Erde sei, fragte er einmal seinen Obern, den P. Johannes Mico, was doch das bedeute, daß er im Gebete fast immer außer sich sei. Dieser antwortete: „Danke Gott, denn diese Gnade erhalten nicht Alle.“

    Bald nach dem Empfang der Priesterweihe ernannten ihn die Obern schon zum Novizenmeister. Zur vollsten Befriedigung waltete Ludwig seines Amtes: er verlangte von seinen Schülern, daß sie stets ihre Augen auf das Kruzifux richteten, und ermunterte sie zur täglichen Betrachtung des Leidens und Todes Christi. Inzwischen starb sein Vater und er, der dankbare Sohn, verrichtete acht Jahre lang sehr strenge Bußwerke, um die Seele desselben aus dem Fegefeuer zu erlösen. Als später in Valencia die Pest wütete, war er der Eifrigste, den Verlassenen geistliche und leibliche Hilfe zu bringen.

    Im Jahre 1562 schiffte Ludwig nach Amerika, um dort den noch wilden Volksstämmen das heilige Evangelium zu predigen. Zu dieser Mission schenkte ihm Gott die Gabe der Sprachen, daß die Wilden jedes seiner Worte verstanden. Viele Tausende der rohesten Caraiben empfingen die heilige Taufe und ahmten mit rührendem Eifer die Liebe und Sanftmut ihres geistlichen Vaters nach. Furchtbar waren aber auch die Leiden und der Kampf, der e wider die Hölle zu bestehen hatte: oft war er dem Hungertode nahe, oft waren die Pfeile der Wilden auf seine Brust gerichtet, oft wurden die abscheulichsten Verleumdungen wider ihn ausgestreut; am meisten aber schadeten ihm die Beamten des Königs von Spanien durch ihre Habsucht und ihre grausamen Erpressungen von den armen Indianern; nie heilten die Wunden an seinen Füßen wegen der schlechten Wege: doch er war stets heiteren Mutes und besiegte, den Blick auf das Kruzifix gerichtet, durch viele Wunder alle Mühsale. Von mehreren Beamten des Königs einst zu Tische geladen, ermahnte er sie ernstlich, von den Bedrückungen des Volkes abzulassen.

    Nach sieben Jahren rief ihn der Gehorsam in die Heimat zurück und übertrug ihm das Amt eines Priors und Predigers. So sehnsüchtig er gehofft hatte, in Amerika die Marterkrone zu erhalten, so kindlich folgte er dem Rufe und arbeitete wieder in Spanien am Heile der Seelen zur Verherrlichung Gottes. Um auf seine Predigten den göttlichen Segen zur Bekehrung der Sünder zu erflehen, verband er mit dem unablässigen Gebete Fasten und harte Bußwerke. Wie ein Prophet des Allerhöchsten tadelte er mit scharfen Worten die Laster und Ärgernisse der Reichen, Hohen und Mächtigen und ließ sich in keiner Weise von ihren Drohungen einschüchtern.

    In den letzten zwei Jahren seines Erdenlebens suchte Gott den treuen Diener heim mit sehr schmerzlichen Krankheiten und mit dem Gefühle gänzlicher Verlassenheit. Mitten in diesen Qualen jedoch trübte kein Wölklein der Ungeduld die Heiterkeit seines Angesichtes, und sein Mund wiederholte nur die Worte des hl. Augustin: „Hier, o Herr, schneide, brenne, peinige mich, nur in der Ewigkeit erbarme dich meiner!“ Ungeachtet seiner Krankheit und Schwäche feierte er noch das heilige Meßopfer, so lange er konnte. Bat ihn bisweilen der mitleidige Krankenwärter, daß er nicht das Unmögliche versuchen und lieber im Bett sein Gebet verrichten wolle, so sprach er lächelnd: „Fürchten Sie nichts, mein Vater, die heiligen Sakramente bringen Niemanden um!“ In der Todesstunde ließ er sich das Evangelium des hl. Johannes und die Sterbegebete der Kirche vorlesen und gab bei den Worten: „Frei von den Fesseln des Fleisches möge seine Seele eingehen in die Glorie des Himmelreiches“, seine Seele dem Herrn zurück am heutigen Tage 1580. Die Umstehenden sahen von seinem Munde einen blendenden Glanz ausstrahlen, welcher die Zelle sonnenhell erleuchtete. Papst Paul V. setzte ihn 1608 unter die Seligen, Klemens X. 1671 unter die Heiligen.

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 749-751
    https://katholischglauben.info/der-heili...nd-dominikaner/

    BILD AUS:
    http://www.noviziat.de/themen/heilige38.html

  • Foren-Beitrag von Blasius im Thema



    Danke lieber Bernhard, dazu noch eine Ergänzung:


    Die echte Sr. Lucia im Gespräch mit Pater Fuentes:

    "Die Muttergottes hat mir zu verstehen gegeben, daß wir die Endzeit erleben. Sie sagte mir: 'Der Teufel führt zur Zeit eine entscheidende Schlacht mit der Jungfrau und eine entscheidende Schlacht ist eine endgültige Schlacht, nach welcher man weis, welcher gesiegt hat und wer verloren hat.' Deshalb gehören wir entweder Gott oder dem Teufel. Einen Mittelweg gibt es nicht! Die Listigkeit des Teufels besteht darin, daß er vor allem die verführt, die die Führung innehaben, die andere führen sollten - vom jüngsten Seelsorger bis zum Papst. Auf diese Weise geraten die Seelen in eine Führungslosigkeit und somit kann sie der Teufel am leichtesten erobern!

    Ein Pater vor dem Kurswechsel der Piusbruderschaft: "Und als Mittel gegen die Angriffe des Teufels gibt Sr. Lucia nicht etwa den Gehorsam gegenüber dem Papst oder die Bischöfe an. Sie sagt nicht das, womit man uns seit Jahrzehnten die Ohren vollstopft: Ihr müßt dem Papst gehorsam sein!"

    Doch was sagt dazu heute die veränderte Piusbruderschaft? "Wir müssen nicht darnach streben, den Papst zu bekehren...Man muss Vertrauen haben in Rom, das Beweise des guten Willens gegeben hat, und die Verbindungen mit den Konzilsgläubigen intensivieren......Die FSSPX muss gereinigt werden von den Elementen, die sich dem entgegenstellen, denn um gehört zu werden, müssen wir drinnen sein und folgsam dem Papst" - (P. N. Pfluger)

    Nein! Sr. Lucia sagt das Gegenteil: "Laßt uns nicht warten bis von Rom ein Aufruf zur Buße und Umkehr kommt. Ja, warten wir nicht, daß dieser Aufruf von unseren Diözesanbischöfen kommt von unseren Ordensgemeinschaften."

    "Darin besteht der größte Sieg Satans, daß er die Kirche durch den Gehorsam niederringen will. Die Kirche durch Gehorsam sprengen!"(Lefebvre über den falschen Gehorsamsbegriff)

    Für ihn ist diese von der heutigen Piusbruderschaft herbeigesehnte Vereinigung mit der Sekte "eine Verbindung mit der Revolution und der Subversion, eine ehebrecherische Verbindung, und aus dieser Verbindung können nur BASTARDE hervorgehen." "Wer sind diese BASTARDE?", fragt Lefebvre. "Es sind unsere Riten. Der Messritus ist ein illegitimer Ritus. Die Sakramente sind illegitime Sakramente.."

    AUSZUG AUS:
    https://fsspx.de/de/news-events/news/fat...iläum-2017-–-ein-gnadenjahr-19893


    Liebe grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Unsere Fürsprecher



    Heute lenkt die Kirche unsere Augen auf die berühmte Büßerin Pelagia, umstrahlt von der göttlichen Barmherzigkeit, deren glorreiche Eroberung sie ist, und erweckt in uns die sehnsüchtige Hoffnung, von Jesus die Verzeihung zu erhalten, welche Er dieser Sünderin in seiner Güte gewährt hat.

    Pelagia, eine viel bewunderte Schauspielerin und Tänzerin, lebte um 450 zu Antiochia in Syrien. Sie war eine vollendete Schönheit, so daß man sie allgemein „die Perle“ hieß. Sie berauschte sich an den ihr dargebrachten Huldigungen bis zur Selbstvergötterung: aber die Schmeicheleien der jungen Männer, wie die reichen Gaben und verschwenderischen Geschenke ihrer Verehrer führten sie Schritt für Schritt zu leichtfertiger Lebensweise, zu maßlosem Luxus und in den wohl verdienten Ruf einer „öffentlichen Sünderin“.

    Im Jahre 453 waren zu Antiochia um den Patriarchen Maximus acht Bischöfe zu einer Synode versammelt, unter denen vorzüglich Nonnus von Edessa durch Weisheit und Heiligkeit hervor leuchtete. Als sie eines Tages in der Vorhalle der St. Julianus-Kirche saßen, baten sie den Nonnus, den anwesenden einige Worte der Erbauung zu sagen. Er tat es und ergoß sein gottliebendes Herz in ergreifender Rede. Plötzlich bemerkte man auf der Straße eine Bewegung, Aller Augen wendeten sich der Straße zu. Pelagia, in Mitte einer großen Schar prunkvoll gekleideter Diener und Dienerinnen, ritt daher: sie saß einem stattlichen Maultier, das mit einer goldgestickten Scharlachdecke behängt war. Auf ihrem Haupte funkelte ein Diadem von Brillanten, die blonden, mit Goldfäden durchflochtenen Locken umwallten ihren stolzen Nacken. Arme und Hände strahlten von Edelsteinen, selbst die Schuhe waren mit Perlen geschmückt, balsamische Wohlgerüche der feinsten Öle und köstlichsten Salben entströmten ihren Gewändern: so ritt sie nahe an die Kirche heran, warf ihren stolzen Blick auf die Versammlung und setzte mit vergnüglichem Lächeln ihren Triumphzug fort.
    Die Versammelten schlugen traurig ihre Augen nieder, nur Nonnus schaute ihr lange nach und fragte dann in bedeutsamem Tone: „Wie, hat Euch eine so große Schönheit nicht gefallen?“ Da er keine Antwort erhielt, fing er an zu weinen und wiederholte die Frage: „Also Euch hat diese seltene Schönheit nicht gefallen? Ich habe sie mit Freuden angestaunt und – bewundert; denn Gott hat sie uns vor die Augen gestellt, um unsere Amtsführung zu beschämen und zu verdammen. Wie viele Stunden des Tages mag wohl dieses Weib verwenden, um sich zu waschen, zu salben, zu kleiden, zu zieren: wie viele Arbeiten, Kosten und Sorgen mag sie haben, all dieses Flitterwerk zu beschaffen und zu bewahren, wie viel Sinnen und Denken, Prüfen und Probieren mag es sie kosten, um den Anzug geschmackvoll zu ordnen und sterblichen Menschen zu gefallen, die heute sind und morgen nicht mehr sind! Wir dagegen haben einen unsterblichen Vater im Himmel, der uns ewige, unvergleichlich kostbarere Schätze zum Lohne verheißt, wenn wir Ihn lieben, Ihm zu gefallen uns bestreben; aber ach, wir sorgen nicht für unsere Seele, zieren sie nicht mit Tugenden, sondern lassen sie in ihrem verwahrlosten, unsaubern Zustande!“ Mit Tränen in den Augen schloß er seine Anrede, ging mit seinem Diakon Jakobus, dem Erzähler dieser Geschichte, in die Herberge und kniete nieder zu langen, inbrünstigem Gebete: „O Jesu, verzeihe mir elendem Sünder, daß der eintägige Schmuck einer öffentlichen Sünderin darin alle Zier, womit ich während meiner vielen Lebensjahre bisher meine Seele geschmückt habe, übertrifft! – Wie darf ich zu Dir aufblicken, wie kann ich mich vor Dir rechtfertigen? Pelagia hat versprochen, den Menschen zu gefallen, und hat es getan mit größtem Fleiß: ich habe versprochen, Dir zu gefallen, und habe gelogen wegen meiner Trägheit…“

    Am folgenden Sonntag beim feierlichen Hochamte bat der Patriarch den Bischof Nonnus, die Predigt zu halten. Demütig gehorchte er und predigte von dem schrecklichen Tage des Gerichtes, von den Freuden und von den Leiden in der Ewigkeit so eindringlich, daß alle alle Zuhörer tief erschüttert wurden. Pelagia, welche in ihrer Jugend sich als Katechumene hatte einschreiben lassen, aber seit Jahren um Religion und Kirche sich nicht mehr kümmerte, war an diesem Tage wieder einmal in der Kirche. Des Predigers Worte fielen wie Hammerschläge zermalmend auf ihr Herz. Nach Hause eilend schrieb sie an Nonnus also: „Dem heiligen Schüler Jesu eine Sünderin. Ich habe von von deinem Gott gehört, daß Er wegen der Sünder vom Himmel gekommen, mit den Sündern verkehrt, der sündigen Samariterin am Brunnen sich gnädig geoffenbart hat; auch habe ich gehört, daß du ein wahrer Jünger Jesu seiest: nun, so verschmähe mich nicht, sondern hilf mir den Erlöser zu finden.“ Nonnus schrieb ihr zurück: Wer du auch seiest, dem Herrn bist du bekannt mit deinen Gedanken und Werken: verlangst du aufrichtig, den göttlichen Glauben kennen zu lernen, so komme; aber nur in Gegenwart meiner Brüder, nicht allein, bin ich bereit, dich zu empfangen.“

    Freudig eilte Pelagia zur St- Julianus-Kirche, warf sich dem Nonnus öffentlich zu Füßen und flehte weinend: „Mein Herr, ahme deinen Meister Jesus nach, sei mir gnädig und mache mich zur Christin: ich bin ein Abgrund des Lasters, reinige mich durch das Wasser der Taufe.“ Der Bischof hieß sie aufstehen und sprach schonend: „Die kirchlichen Vorschriften verbieten, gewisse Personen zu taufen, wenn keine Bürgen für sie gut stehen gegen den Rückfall in das Lasterleben.“ Pelagia, die keinen andern Bürgen als die Reue des Herzens und die Sehnsucht nach dem Heile hatte, stürzte wieder dem Bischof zu Füßen, küßte den Staub von seinen Schuhen und jammerte: „Nun, so wirst du Rechenschaft geben für meine Seele, für meine Verdammnis, wenn du die Barmherzigkeit Gottes verleugnest, die Gesetze der Menschen befolgst und dich weigerst, mich durch die Taufe zu reinigen und zu einem gottgefälligen Leben einzuweihen.“ Die anwesenden Bischöfe waren von solcher Demut und Zerknirschung gerührt; der Patriarch traf Anstalt zur Taufe, und Nonnus zögerte nicht länger, ihr die Taufe, Firmung und Kommunion zu spenden.

    Pelagia brachte nun alle ihre Schätze dem Nonnus uns sprach: „Dies sind die Güter, womit der Satan mich bereichert hat, verwende sie nach deinem Gutdünken, ich will jetzt bei meinem Herrn Jesus reich zu werden suchen.“ Der Bischof verwendete nichts davon für die Kirche, sondern verteilte Alles unter die Armen. Sie schenkte allen ihren Sklaven und Sklavinnen die Freiheit und den noch ansehnlichen Rest ihres Besitzes und – verschwand aus Antiochia.

    Bei den frommen Pilgern, welche damals die heiligen Stätten in und um Jerusalem besuchten, erregte eine Person von zartem Aussehen und feiner Gestalt, aber in ein peinigendes Bußkleid gehüllt, durch ihre glühenden Andacht und durch ihre heißen Tränen der Zerknirschung lebhafte Bewunderung. Sie bewohnte auf dem Ölberg eine kleine Zelle mit einem einzigen Fensterlein; nur selten verließ sie diese arme Wohnung, um einige Kräuter zu sammeln und Wasser zu schöpfen zu spärlicher Erquickung bei den angestrengten Kämpfen, Gebeten und Bußwerken am Tage und in der Nacht. Niemand wußte, wer sie war und woher sie kam.

    Nach drei Jahren klopfte der Diakon Jakobus am Fensterlein dieser kleinen Zelle. Ein abgezehrtes, leichenblasses Angesicht erschien und fragte leise: „Bruder, was ist dein Begehr?“ Jakobus meldete: „Der Bischof Nonnus sendet dir seinen Gruß in dem Herrn:“ Pelagia erwiderte: „Ich empfehle mich in sein hl. Gebet“, und verschwand. Vor seiner Heimreise klopfte der Diakon nochmals an das Fensterlein, erhielt aber keine Antwort mehr; er schaute hinein und sah eine Leiche am Boden liegen. Eiligst machte er Anzeige davon in der Stadt, kaufte Spezereien und wollte mit einigen Brüdern die Leiche begraben. Auf den ersten Blick erkannte er die im Tode wieder hervor tretenden schönen Züge der „Perle“ von Antiochia. Gott geweihte Jungfrauen von Jerusalem, Jericho und aus dem Jordantal strömten herbei, um ihrer durch die Buße verherrlichten Schwester die letzte Ehre zu erweisen.

    aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 757-759

    Liebe Grüße, Blasius

  • Thema von Blasius im Forum Grundgebete



    1. Siehe, o Mutter von der immer währenden Hilfe, zu deinen Füßen einen armseligen Sünder, welcher zu dir seine Zuflucht nimmt und auf dich sein Vertrauen setzt. O Mutter der Barmherzigkeit, erbarme dich meiner; ich höre ja, wie du von allen die Zuflucht und die Hoffnung der Sünder genannt wirst; sei also auch meine Zuflucht und meine Hoffnung! Durch die Liebe Jesu Christi komme mir zu Hilfe und reiche deine Hand einem armen Gefallenen, der sich deinem Schutz empfiehlt und sich für immer deinem Dienst weiht. Ich preise und danke Gott, daß er mir in seiner Barmherzigkeit dieses Vertrauen zu dir geschenkt hat, welches ich als ein Unterpfand meines ewigen Heiles betrachte. Ach, nur zu oft bin ich Armseliger in meinem vergangenen Leben gefallen, weil ich nicht zu dir meine Zuflucht nahm. Ich weiß, daß ich mit deinem Beistand immer siegen werde; ich weiß auch, daß du mir beistehen wirst, wenn ich mich dir anempfehle; aber ich fürchte, daß ich in den Gelegenheiten zur Sünde unterlassen werde, dich anzurufen, und dadurch mich ins Verderben stürze. Dies ist also die Gnade, die ich von dir begehre, und um die ich dich, soviel ich es nur vermag, beschwöre: daß ich nämlich in den Angriffen der Hölle stets zu dir meine Zuflucht nehme und dir zurufe: Maria, stehe mir bei, Mutter von der immerwährenden Hilfe, laß nicht zu, daß ich meinen Gott nochmals verliere.

    2. O Mutter von der immer währenden Hilfe, gewähre mir, daß ich immerfort deinen mächtigsten Namen anzurufen vermöge; denn dein Name ist der Schutz der Gläubigen im Leben und ihr Heil im Sterben. O reinste, o süßeste Jungfrau Maria, gib, daß dein Name von nun an mein Lebensatem sei. Säume nicht, o Königin, mir zu Hilfe zu kommen, so oft ich zu dir rufe; denn ich will in allen Versuchungen, die mich überfallen, und in allen Nöten, die mir vorkommen werden, niemals unterlassen dich anzurufen, sondern immerfort flehen: o Maria, o Maria“ Welchen Trost, welche Süßigkeit, welche Zuversicht, welche zärtliche Liebe empfindet meine Seele, wenn ich nur deinen Namen nenne, wenn ich nur an dich denke! Ich danke Gott, daß er dir zu meinem Besten diesen so süßen, so liebenswürdigen, so mächtigen Namen gegeben hat. Allein es ist mir nicht genug, deinen Namen auszusprechen: ich will ihn aussprechen aus Liebe; ich will, daß die Liebe mich antreibe, dich beständig zu nennen; Mutter von der immer währenden Hilfe!

    3. O Mutter von der immer währenden Hilfe, du bist die Ausspenderin aller Gnaden, die Gott uns Armseligen verleiht, und deshalb hat er dich so mächtig, so reich und so gütig gemacht, damit du uns in unserem Elend zu Hilfe kommst. Du bist die Sachwalterin der elendesten und verlassensten Sünder, die zu dir ihre Zuflucht nehmen: komm auch mir zu Hilfe, der ich mich dir anempfehle. In deine Hände lege ich mein ewiges Heil, dir übergebe ich meine Seele. Geselle mich der Zahl deiner ganz besonderen Diener bei, nimm mich unter deinen Schutz: das genügt mir. Denn wenn du mir beistehst, fürchte ich nichts: es schrecken mich dann nicht meine Sünden, weil du mir Verzeihung erlangen wirst; ich fürchte nicht die höllischen Geister, weil du mächtiger bist als die ganze Hölle; ja ich fürchte mich selbst vor meinem Richter Jesus Christus nicht, weil eine einzige Fürbitte, die du für mich einlegst, ihn versöhnt. Ich fürchte nur, daß ich durch meine Nachlässigkeit es versäume, mich dir anzuempfehlen, und daß ich so zugrunde gehe. O meine Königin, erlange mir die Verzeihung meiner Sünden, die Liebe zu Jesus, die endliche Beharrlichkeit und die Gnade, immer zu dir meine Zuflucht zu nehmen, o Mutter von der immer währenden Hilfe!

    100 Tage, einmal täglich für jedes dieser drei Gebete. Pius IX., 17. Mai 1866. Racc. 362

    siehe auch das Ablassgebet: Zur Hilfe der Christen. –

    aus: Franz Beringer, Die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch, Erster Band, 1915, S. 261 – S. 262


    Liebe Grüße, Blasius

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